S(e)oul Duett

Ein Vorwort

Ich greif ja gern mal zu einem guten New Adult Buch. Als ich hörte, dass dieses auch noch in Korea spielt und keinen K-Pop Bezug hat, wusste ich, ich musste es haben. Warum ich die Reihe bedingungslos weiterempfehlen kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Blue S(e)oul Nights

Die Handlung: Nach dem Tod ihres Vater sucht Jade nach einem Neuanfang. Sie bekommt ein Jobangebot als Englischlehrerin in Korea und lässt ihr altes Leben hinter sich. In Seoul findet sie nicht nur neue Freunde, sondern lernt auch Hyun-Joon kennen. Und auch, wenn beide nur wenig Zeit haben, kommen sie sich langsam näher.

Meine Meinung: Sehnsuchtsziel Korea aus der Perspektive der Protagonistin Jade kennenzulernen, die sich dort langsam aber sicher einlebt, war eine schöne Abwechslung zum Setting in den USA und auch war es mal keine Universität, sondern verschiedene Stellen. Die Liebe zur Kunst und zur Fotografie werden hier vereint und zusammen mit den wunderbaren Protagonist*innen Jade und Hyun-Joon erleben wir eine zauberhafte Geschichte. Allerdings auch eine Geschichte mit ernsten Themen, die Triggerwarnung ist ernstzunehmen. Denn Autorin Kara Atkin schafft es die Balance zwischen ernsten Themen und leichter Liebesgeschichte zu schaffen und holt einen von der ersten Seite an ab. Die Geschichte baut sich relativ langsam auf, so dass wir viel Zeit haben die beiden kennenzulernen. Auch wenn es im Bereich New Adult angesiedelt ist, wirken die Protagonist*innen wesentlich reifer, da sie einige schmerzliche Erfahrungen schon machen mussten, die sie prägten. Der leichte Schreibstil lässt einen nur so durch die Seiten fliegen. Das Ende ließ mich dann doch sehr unzufrieden zurück, weswegen ich den zweiten Band kaum erwarten konnte.

Achtung, die Inhaltsangabe von Band 2 spoilert das Ende von Band 1!

Golden S(e)oul Days

Die Handlung: Nach drei Jahren in Singapur reist Jade zurück nach Korea. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen trifft sie wieder auf Hyun-Joon und ihre Gefühle kehren heftiger zurück als zuvor. Doch nach seiner Zeit beim Militär hat er sich geändert. Gibt es für beide eine gemeinsame Zukunft?

Meine Meinung: Das Ende von Band 1 hat mich ziemlich unbefriedigt zurückgelassen, wusste man doch nicht, wie die finale Entscheidung der beiden ausfiel. In Band 2 werden wir dann direkt in die Zeit drei Jahre später katapultiert und erfahren nach und nach, was zwischen den Bänden passiert ist. Der zweite Band ist wesentlich schwerer, da auch hier die ernsten Themen (auch hier unbedingt auf die Triggerwarnung achten!) nochmal deutlich zunehmen. Und auch, wenn die Lockerheit der Liebesgeschichte aus dem ersten Band fehlt, habe ich jede Seite aufgezogen, habe mitgefiebert und war mir doch uneinig, was ich von den Veränderungen gerade bei Hyun-Joon halten sollte. Doch nach und nach klärt sich alles auf und sein Verhalten wird immer nachvollziehbarer. Auch hier trägt der leichte Schreibstil durch die Geschichte und die Hoffnung auf ein Happy-End hält einen am Ball. Die Geschichte findet einen runden Abschluss, doch auch danach bleibt die Sehnsucht nach dem Land und eine kleine Traurigkeit, da ich mich von den Charakteren verabschieden musste.

Das Fazit

Das S(e)oul Duett überzeugt durch einen leichten Schreibstil, das Sehnsuchtsziel Korea und tolle Charaktere. Eine schöne Liebesgeschichte vor allem in Band eins geht in eine Auseinandersetzung mit wichtigen Themen in Band 2 über. Eine schöne New Adult Reihe, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Love with Pride

Ein Vorwort

Autorin Lea Kaib ist einigen vielleicht ein Begriff als Booktuberin Liberiarium. Mit ihren Videos und Instagramposts verzaubert sie einen regelmäßig mit buchigen Themen. Nun hat sie sich an ihr erstes eigenes Buch gewagt. Da war ich schon neugierig. Doch LBTBQIAP+ Roman mit Own Voice Hintergrund? Ich musste das Buch haben. Wie mir das Debüt gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Stella hat keine guten Erfahrungen an ihrer Highschool gemacht. Nun soll es am College ganz anders laufen. In Haydensburgh will sie einen Neustart wagen und mutig sein. Trotz ihrer sozialen Ängste bewirbt sie sich bei den Zeta Kappa Sigmas. Dort trifft sie auf Ellie, die ihr ruhiges Leben ganz schön auf den Kopf stellt.

Meine Meinung

Neuautor*innen oder Menschen, die mit dem Schreiben beginnen wollen, wird oft geraten, viel zu lesen, um dabei zu lernen. Wenn jemand diesen Tipp wirklich gut umgesetzt hat, dann wohl Liberiarium. Aber reicht das, um einen guten Roman abzuliefern?
Vielleicht nicht bei jedem, aber Lea Kaib schafft es eine tolle Geschichte zu zaubern. Das es sich um ein Debüt handelt, merkt man eher an kleineren sprachlichen Dingen, die einen aber wohl auch eher auffallen, wenn man sich selbst mal mit dem Schreiben und Überarbeiten befasst hat – Ich sag nur mein Erzfeind „Als-Konstruktionen“.
Dafür hat die Geschichte so viel mehr zu bieten. Am Anfang habe ich ein bisschen gebraucht, um reinzukommen, vielleicht habe ich auch einfach einen Roman, der an einem amerikanischen College spielt zu viel gelesen. Dafür kreiert Lea mit Stella eine Protagonistin, die durch ihre Mobbingerfahrung geprägt ist und nun versucht daran zu wachsen. Die sozialen Ängste, die sich dadurch entwickelt haben, kann ich persönlich gut nachvollziehen, weswegen ich ganz und gar mit ihr mitgefiebert habe. Die Fortschritte, die sie macht, ebenso wie ihre Rückschläge habe ich bis in jedes Nervenende gespürt.
Ellie ist dabei ihr genauer Gegenpart. Das war wunderbar erfrischend und hat die Atmosphäre an mehreren Stellen deutlich aufgelockert. Man könnte anmerken, dass sie vergleichsweise wenig Ecken und Kanten hatte, aber da der Fokus auf Stella liegt, ist das vollkommen in Ordnung, da Ellie so mehr auf Stella eingehen kann und die Lesenden mit ihr wachsen.
Das es neben den Thematiken Outing, soziale Ängste, Mobbing und Labels auch um das Thema Studierendenverbindungen geht, hatte mich beim Klappentext etwas gestört. Aber ich finde die Aufarbeitung der Thematik sehr gelungen, da sie nicht so hochglorifiziert werden und das Für und Wider gerade durch Stellas Mitbewohnerin thematisiert wird. Schattenseite wie teilweise erniedrigende Aufnahmerituale werden angesprochen, aber in der Handlung selbst ausgespart.
Letztlich war es eine tolle Geschichte und gerade die Aufarbeitung von sozialen Ängsten hat mir gut gefallen. Ebenso, dass es eine LGTBQIAP+ Geschichte war, die sich mit Labels und Outing zwar beschäftigt, wo die Liebesgeschichte aber im Vordergrund steht. Gerade die Aufteilung in ein Davor und Danach hilft dabei, der Geschichte eine weitere Ebene zu schenken, ohne am Ende noch unbedingt ein paar Szenen anhängen zu müssen.

Das Fazit

Love with Pride ist eine Geschichte mit vielen Themen, die gut ausgearbeitet sind, und mit tollen Charakteren. Die Thematik soziale Ängste habe ich selten so gut aufgearbeitet gelesen und die Liebesgeschichte ist einfach Zucker. Ein Debüt, dem man auf jeden Fall eine Chance geben sollte.