Die Unfassbaren 3 – Now you see me – Now you don’t

Ein Vorwort

2013 kam ein Film, der noch immer in meinen Toplisten auftaucht, in die deutschen Kinos. Darin waren vier Magier*innen als Trickbetrüger zu sehen. 2016 erschien dann der zweite Teil, der schon deutlich schwächer war, einfach weil er natürlich größer und höher und weiter musste, als der Vorgänger. Danach wurde es ruhig um die Reihe. Aber da Hollywood weiterhin die Ideen ausgehen, wurde es jetzt nach fast zehn Jahren doch Zeit für einen dritten Teil. Warum der nur stellenweise überzeugen kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Der Filmtitel als Fanart auf einer Filmklappe umrandet von den DVDs zu den vorherigen Teilen

Die Handlung

Die vier Reiter sind zurück, zumindest laut Werbung. Doch dahinter stecken die drei Jungmagier*innen Charlie, Bosco und June. Der Spaß ist jedoch zu Ende, sobald J. Daniel Atlas, einer der originalen Reiter auftaucht. Er hat vom Auge eine neue Aufgabe erhalten. Die schwerreiche Erbin Veronika Vanderberg soll gestellt werden und den Handel mit Blutdiamanten beenden. Doch die erste Mission geht bereits schief. Zum Glück sind auch die anderen Reiter bereit wieder einzusteigen.

Meine Meinung

Eine Reunion des Teams nach fast zehn Jahren? Ich war schon beim ersten Trailer skeptisch. Denn während ich mich an den ersten Film noch gut erinnern konnte und ihn auch zu Hause noch ein paar mal gesehen hatte, konnte ich mich schon an den zweiten gar nicht mehr richtig erinnern, hatte ich doch nie das Bedürfnis ihm noch eine Chance zu geben. Nun, es kam anders und irgendwie fand ich mich doch wieder im Kino ein, um den dritten zu schauen.
Und zunächst wirkt es auch so, als beginne alles wie immer. Die Reiter geben eine Show und beeindrucken wieder mit Tricks. Nur, dass es sich diesmal gar nicht um die echten Reiter handelt. Wir lernen also kurz darauf die Neuen kennen, ehe wir nach und nach in die Geschichte rund um Veronika Vanderberg reingezogen werden. Hier wird auch der erste Coup geplant, ohne, dass wir überhaupt mehr Reiter als J. Daniel Atlas und die Neuen getroffen haben. Zum Glück wird das schnell behoben, denn die Dynamik zwischen den Reitern ist immer noch der größte Pluspunkt an der Reihe.
Kommen wir also zu Problem Nummer Eins. Die Reiter sind über die Jahre alle zerstritten und nichts ist mehr mit der guten Dynamik. Und während der Teil noch aufgearbeitet wird, sind die Neuen irgendwo mit drin und auch, wenn der Altersunterschied teilweise gar nicht so groß wirkt, wird hier massiv auf die Generationskeule gesetzt. Alt gegen Jung. Die festgefahrenen Alten und die offenen Jungen. Funktionierte das am Anfang noch, wird es doch ein wenig zu lang als einziger großer Gag durchgezogen, was schnell ermüdet.
Problem Zwei ist das schlechte Drehbuch. Auch, wenn es zum Glück wenigstens eine halbwegs sinnige Handlung an sich ist und wir mit Rosamunde Pike eine tolle Antagonistin bekommen haben, so sind die einzelnen Szenen und gerade die Dialoge unfassbar hölzern geschrieben. Ein Hoch auf die guten schauspielerischen Leistungen, die das halbwegs kompensieren konnten. Doch das sie bei ihren Sätzen nicht selbst vor Unbehagen zusammengebrochen sind, grenzt auch an ein Wunder.
Natürlich ist nicht alles schlecht an diesem dritten Teil. Wie schon erwähnt, funktioniert der Cast wieder super und sobald sich hier wieder zusammengerauft wird, kommt auch wieder eine gute Dynamik auf. Vor allem sind es aber erneut die Tricks und die damit einhergehende Kameraführung, die überzeugen. Denn auch, wenn die Handlung im Haus des Auges absolut sinnlos ist, so wurde sich hier optisch und von der Kameraführung absolut ausgetobt, so dass hier einiges geboten wurde.
So ist die Handlung an sich etwas langgezogen, hat viele Passagen, die sehr sinnlos wirken und doch kommen wir immer wieder zur Haupthandlung zurück, die irgendwo sinnig wirkt. Bis wir zur Auflösung kommen, die dann doch sehr konstruiert wirkt und die ganzen vorherigen Anspielungen irgendwie belanglos wirken lässt. Also sie ist nicht unlogisch und die Hinweise passen dazu. Aber sie ist eben doch sehr … ernüchternd. Und das beschreibt den Film leider am besten.

Das Fazit

Die Unfassbaren 3 ist leider nicht die Rückkehr zu einer tollen Reihe, sondern der verzweifelte Versuch mit bekannten Charakteren wieder Leute ins Kino zu locken. Dabei ist die Geschichte wenigstens grundsätzlich durchdacht, krankt jedoch an allen möglichen Stellen, weswegen es dafür 05 von 10 möglichen Punkten gibt.

Now you see me – Now you don’t läuft seit dem 13.11.2025 in den deutschen Kinos

Die Unfassbaren 2

Am 25.08.2016 erscheint die Fortsetzung über die „vier Reiter“ in den deutschen Kinos.

Die vier Reiter müssen sich im Untergrund verstecken. Bis das „Auge“ eine neue Aufgabe für sie hat. Sie wollen in einer neuen Show Handybesitzer vor der vollkommenen Spionage bewahren. Doch dabei geht einiges Schief und die Reiter werden selbst übers Ohr gehauen.

Im Jahr 2013 begeisterten die vier Magier Daniel Atlas, Henley Reeves, Jack Wilder und Merritt McKinney als die vier Reiter die Kinozuschauer. In ihren großangelegten Shows spielten sie eine Art moderne Robin Hoods und erleichterten so auch ihren Verbündeten Arthur Tressler um Millionen. Der zweite Teil spielt ca. ein Jahr nach dem ersten Teil. Die Reiter müssen sich verstecken, da das FBI noch immer nach ihnen sucht. Zwar versucht Dylan Rhodes, ihr Kontakt beim FBI, die Spuren zu verwischen, aber seine neue Chefin Natalie Austin sitzt ihm im Nacken. Gleichzeitig ist Henley Reeves ausgestiegen und wird durch den Neuzugang Lula ersetzt. Doch das „Auge“, der oberste magische Verbund, hat eine neue Aufgabe für die Reiter. Der geplante Auftritt geht jedoch gründlich schief. Die Reiter werden entführt und Dylan Rhodes komplett enttarnt. Die Reiter finden sich in Macau wieder und sollen für den reichen Walter Mabry eine Chipkarte stehlen. Gleichzeitig versucht Dylan zusammen mit dem Rivalen aus dem ersten Teil Thaddeus Bradley die Reiter zu retten. Es folgen Verfolgungsjagden, Kartentricks und natürlich eine große Show am Ende.
Dass es eine Fortsetzung zu die Unfassbaren geben wird, war nach dem Erfolg des ersten Teils absehbar. Die Frage ist jedoch: Kann auch der zweite Teil wieder die Zuschauer verzaubern? Das Problem einer Fortsetzung ist, dass sie immer noch größer, spannender, specktakulärer als der erste sein muss. Leider wird dabei oft übertrieben, was auch hier wieder das Problem ist. Denn die einzelnen Shows im ersten Film waren mit ihren vielen Tricks schon ganz schön groß angelegt und konnten stark beeindrucken. Gerade die Auflösung im Nachhinein war besonders spannend. Auch die Tricks und Shows im zweiten Teil sind sehr beeindruckend. Leider zumeist doch ein Stück zu hoch gegriffen, um noch als annähernd realistisch zu gelten. Auch lassen die Aufklärungen wesentlich länger auf sich warten. Trotzdem bleiben sie beeindruckend. Die größte Schwäche des Films dürfte die Vielzahl an unterschiedlichen Charakteren bleiben. Zu den 7 Hauptcharakteren des ersten Teils kommen noch einmal 6 weitere hinzu. Da kann man schnell den Überblick verlieren und auch schnell vergessen, wer auf welcher Seite steht. Gerade durch die Einführung von Merritt McKinneys Zwillingsbruder, den Woody Harrelson in einer Doppelrolle verkörpert, bringt den Film wenig vorwärts, erhöht aber die Anzahl der Charaktere. Hier hätte man sich auf die wichtigsten konzentrieren sollen.
Der Spannungsbogen ist an sich während des ganzen Films vorhanden, wird aber in manchen Szenen hart auf die Probe gestellt. Wenn ein Trick ca. 15 Minuten geht, ist das einfach zu lang. Die Charaktere an sich bleiben schon wie im ersten Teil sehr undurchsichtig. Über ihre Beweggründe und Hintergründe wird wieder kaum etwas verraten. Damit bleiben sie sehr ersetzbar. Lediglich Dylan Rhodes‘ Kindheit wird ein wenig durchleuchtet, was jedoch auch sogleich ein zentrales Thema im Film wird. Hier wird zu oft Bezug darauf genommen, was die Figur etwas nerven lässt. Die schauspielerischen Leistungen bleiben trotz guter Schauspieler auf normalem Niveau.

Alles in allem konnte auch die Unfassbaren 2 wieder faszinieren, wenn auch leider in etwas abgeschwächtem Maße als noch im ersten Teil. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.