Bad Neighbours 2

Am 05.05.2016 erschien der zweite Teil der Bad Neighbours Reihe in den deutschen Kinos.

Mac und Rose Radner erwarten Familiennachwuchs und wollen daher ihr Haus verkaufen und in ein größeres in der Vorstadt ziehen. Der Deal scheint auch unter Dach und Fach zu sein, bis auf die 30 Tage Regel in der nichts passieren darf. Doch genau in dieser Zeit zieht erneut eine Studentenverbindung in das Nachbarhaus ein. Doch diesmal sind es Studentinnen. Die Radnors müssen sie schnellstmöglich loswerden.

 Das Ausgangsprinzip klingt nicht wirklich neu, entspricht es doch in der Theorie haargenau dem Vorgängerfilm. Der Trailer zeigt schon, dass auch die Witze wieder genau in die gleiche Richtung gehen und sogar bewusst die gleichen Witze wieder aufgegriffen werden, z. B. mit den Airbags. Doch den Film mit den Witzen und dem Handlungsverlauf zusammen, ist einfach nur eine schlechte Neuauflage des ersten Teils. Schon die erste Szene des Films hätte genauso den ersten eröffnen können. Bzw. hat er sogar, denn in beiden Eröffnungssequenzen haben die Radnors Sex und diskutieren dabei, ob ihre Tochter zusieht bzw. aufwachen könnte. Und so geht es weiter. Die Radnors haben es geschafft ihr Haus zu verkaufen und ein Haus in der Vorstadt zu kaufen (den Plan gab es schon im ersten Teil). Der einzige Haken: Es gibt eine 30-Tage-Frist in der es sich die neuen Mieter anders überlegen können. Demnach darf in diesen 30 Tagen nichts passieren. Zeitgleich an der Uni: Shelby, Beth und Nora, drei Erstsemester, sind enttäuscht von den Praktiken der bisherigen weiblichen Studentenverbindungen. Sie beschließen ihre eigene zu gründen und mieten dafür das ehemalige Haus von Delta Psi, direkt neben den Radnors. Diese sind natürlich nicht begeistert von der Entwicklung, weil sich auch Kappa Nu, die weibliche Studentenverbindung, ebenso wie Delta Psi aus dem ersten Teil nicht an ihre Regeln halten wollen und sie den Verkauf des Hauses als gefährdet ansehen. Wie immer kann die Universität nichts machen und die Radnors ergreifen wieder die Eigeninitiative und versuchen durch böse Streiche die Mädchen aus dem Nachbarhaus zu kriegen. Nur das diese schnell zurückschlagen. Es entsteht ein neuer Nachbarschaftskrieg.
Bad Neighbours 2 wollte an den ersten Teil anknüpfen, hat ihn jedoch einfach kopiert und mit wesentlich schlechteren Witzen ausgestattet. Der größte Unterschied dürfte sein, dass Kappa Nu gegen die Vorurteile einer Studentinnenverbindung ist. Die Behandlung der Mädchen als Objekte, wie es noch im ersten Film bei Delta Psi der Fall war, wird zurückgewiesen und es geht eher darum Freundschaften zu knüpfen und Gleichgesinnte zu finden. Ein paar Details sind auch sehr liebevoll und teilweise sogar humorvoll gestaltet. Doch das bleibt leider die Ausnahme. Die Handlung plätschert so vor sich hin und versucht die Streiche aus dem ersten Film noch größer und gemeiner werden zu lassen. Dadurch leidet aber der Witz ganz stark darunter, denn Bad Neighbours 2 ist vieles, aber nicht lustig und unterhaltsam. Die Streiche erlangen gerade gegen Ende ein Ausmaß, dass absolut keinen Bezug mehr zur Realität hat. Auch die Charaktere, allen voran Mac und Teddy, werden noch dümmer als im ersten Teil gezeichnet. Mitunter will man den Radnors gerne die Tochter wegnehmen, denn in dem Umfeld ist sie dauerhaft gefährdet. Auch funktionieren viele Streiche nur, weil die Radnors anscheinend nie ihre Tür verschließen und Kappa Nu ständig hereinspazieren kann.

Alles in allem kopiert die Fortsetzung den ersten Teil und setzt ihn noch einmal schlechter und ohne Witz um. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Die Highligen 3 Könige

Am 26.11.2015 erschien der erste Weihnachtsfilm des Jahres in den deutschen Kino.

Kurz zur Story: Ethan, Isaac und Chris sind seit Kindheitstagen beste Freunde. Seit Ethans Eltern an einem Weihnachten tödlich verunglückten und seine besten Freunde ihn aufmunterten, haben sie feste Weihnachtstraditionen. Jedes Jahr ziehen sie um die Häuser und trinken zu viel. Doch alle drei sind älter geworden und Isaac erwartet ein Kind. Also soll dieses Weihnachten das letzte der Tradition und damit auch das beste werden.

Die Highligen 3 Könige sind ein Film mit der wohl unpassensten Titelübersetzung seit langem. Aus „The night before“, die sich darauf bezieht, dass der Film immer an Heilig Abend spielt, hat das deutsche Übersetzterteam ein unlustiges Wortspiel verwendet, was den Film auf einen Part reduziert. Drogenkonsum.
Alles beginnt an einem Weihnachtsfest kurz nach dem Tod von Ethans Eltern. Seine Freunde Chris und Isaac kommen zu Besuch und wollen ihn aufheitern. Also beginnen sie in der Stadt umher zuziehen und es entsteht eine Weihnachtstradition, die sie viele Jahre aufrecht erhalten. Dabei nehmen sie gerne einmal ein paar Drogen, aber hauptsächlich trinken sie viel zu viel. In dieser ersten Nacht erfahren sie von dem legendären Nussknackerball. Doch so sehr sie sich auch bemühen in all den Jahren danach suchen sie jedes Jahr wieder nach diesem Ball, doch er bleibt unauffindbar. Nun, viele Jahre später, soll sich aber einiges ändern. Alle älter geworden, soll es nun das letzte Weihnachten mit dieser Tradition werden. Chris ist inzwischen ein erfolgreicher Sportler und Isaac erwartet ein Kind. Nur Ethan scheint nicht weitergekommen zu sein im Leben. Die Vorweihnachtszeit jobbt er als Elf und seine Freundin hat ihn gerade frisch verlassen. Für ihn ist es schwerer die Tradition beruhen zu lassen und weiterzuziehen. Durch einen Zufall bekommt er doch genau in diesem Jahr drei Karten für den Nussknackerball in die Hände. Und damit ist sicher, es wird das beste Weihnachten, dass sie je hatten. Doch die Konzentration scheint zu fehlen. Chris möchte unbedingt einen Kollegen beeindrucken und bemüht sich eher darum, als um seine Freunde, und Isaac bekommt von seiner Frau eine Schachtel voller Drogen, weil er sie in der Schwangerschaft so gut unterstützt hat.
Die Highligen drei Könige nutzt eine nett konstruierte Grundgeschichte und eine leicht weihnachtliche Vorstimmung und versucht hier gut zu unterhalten, schafft es aber einfach nicht. Durch den Cast mit Anthony Mackie und Joseph Gordon-Levitt erwartete man zumindest ein einigermaßen gehobenes Level an Humor, mit ein bisschen Tiefgang. Doch stattdessen handelte es sich um Fäkalhumor, der  sich auf zwei Themen konzentrierte: Penisse und Juden. Anstatt herzhaft zu lachen und sich wirklich unterhalten zu fühlen, war es eher ein Reflexlachen. Das heißt, dass es im ersten Moment vielleicht lustig erscheint und man lacht. Das würde aber nicht passieren, wenn man den Film noch einmal ansieht.
Seth Rogen übernimmt die Rolle des Isaac. Wie schon in Bad Neighbors übernimmt er die Rolle eines Familienvaters, bzw. eines werdenden Vaters, der aber trotzdem gerne Drogen nimmt. Auch hier stopft er sich praktisch damit zu. Die Szenen, die aus seiner Sicht spielen und sich mit der Wahrnehmung im Drogenrausch befassen, sind gut umgesetzt, tragen aber wenig zur eigentlichen Handlung bei.
Anthony Mackie übernimmt die Rolle des Chris. Seine Sportlerkarriere hat seit neustem einen ganz neuen Aufwind bekommen. Daher belügt er auch seine Mutter, dass er nicht an Weihnachten nach Hause kommen kann, obwohl er mit seinen Freunden umherzieht. Auch scheinen seine Sportlerkollegen auf einmal Vorang zu haben vor den Traditionen seiner Freunde.
Joseph Gordon-Levitt übernimmt die Rolle des Ethan. Er ist der einzige, der noch wirklich an der Tradition hängt und diese auch gerne noch viele weitere Jahre durchführen würde. Hinzu kommt, dass sich seine Freundin gerade von ihm getrennt hat. Dieses Thema wird immer wieder aufgefriffen und die Ex-Freundin taucht auch mehrfach auf. Scheinbar soll die Frauenquote gewahrt werden, also wird die unglückliche Liebesgeschichte der beiden immer wieder aufgewärmt und zieht sich wie ein roter Faden durch den Film.
Einziger Anreiz am Film bleiben die beiden Nebendarsteller James Franco und Miley Cyrus, die sich selbst spielen und ein bisschen neuen Wind in die einschläfernde Handlung bringen. Aber auch sie konnten den Film nicht mehr retten. Als weiterer Nebencharakter wird Mr. Green vorgestellt, der Jungs an drei Stellen im Film Drogen verkauft. Dabei lässt er sie immer vorher probieren und im kurzfristigen Drogenrausch nimmt der Film Bezug auf Charles Dickens Weihnachtsgeschichte und lässt den Geist der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht aufleben. Diese drogenvernebelte Vergewaltigung eines Klassikers hebt weder das Niveau noch schafft es eine Aussage im Film zu finden.

Alles in allem ist der Film maximal etwas für Anhänger des Filmes „Das ist das Ende“, versagt aber ansonsten auf ganzer Linie. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.