Eine Handvoll Serienkritiken

Die letzten beiden Serienkritiken bekamen ein Duo, da ich wohl doch mehr zu ihnen zu sagen hatte, als gedacht, bzw. hätte es den Rahmen der eine Handvoll Kategorie gesprengt. Daher hier nun fünf weitere Serientipps, bzw. Staffeln von denen ich eher abraten würde. Diesmal mit dabei: Zwei übernatürliche Brüder, der Flohsack und der Priester, eine Reise nach Birmingham im Jahr 1921, ein in die Jahre gekommener Schauspiellehrer und eine horrormäßige Freak Show.

Supernatural – Staffel 9

Die Handlung: Nachdem Castiel in Staffel 8 Metatron vertraute und in der Konsequenz daraus alle Engel aus dem Himmel fielen, liegt Sam am Anfang der Staffel im Koma. In seiner Verzweiflung betet Dean zu den Engeln und bekommt vermeintlich Hilfe von Ezekiel, der Sam von innen heraus heilen will. Dean stimmt zu, aber Sam darf davon nichts wissen. Währenddessen hat die dämonische Reiterin Abaddon Crowleys Abwesenheit, der von den Winchesters gefangen gehalten wird, genutzt, um Königin der Hölle zu werden. So versuchen nun die Brüder gegen zwei Katastrophen gleichzeitig zu kämpfen und dann sind da noch die kleineren und größeren Vorkommnisse auf ihrem Weg.

Meine Meinung: Auch wenn ich nach der sechsten Staffel und einem nervigen siebten Staffelauftakt nicht gedacht hätte, dass ich es noch so weit mit der Serie schaffen würde, bin ich noch immer von vielen Sachen genervt. Gerade die Staffelübergreifenden Handlungen und die dazugehörigen Folgen sind mir einfach ein bisschen zu viel geworden. Dean und Sam sind gefühlt dauerzerstritten, immer ein Schritt zu nah am Tod, aber irgendwie doch nie in richtiger Gefahr, weiß man doch einfach, dass noch genug Staffeln auf einen warten. Doch dann gibt es wieder die Einzelfolgen mit dem „Monster of the Week“, die einen irgendwie doch bei der Stange halten, gibt es doch immer wieder neue Monster, oder Wendungen in bekannten Monstern, die einen überraschen können. Sich hier von einer zur nächsten zu hangeln, ist zwar nicht mehr das gleiche Gefühl wie früher, aber reicht aus, um der Serie weiterhin eine Chance zu geben. Und gerade die Dialoge zwischen Dean und Crowley bringen einen dann doch immer wieder zum Schmunzeln.

Fleabag – Staffel 2

Die Handlung: Seit über einem Jahr hat Fleabag nicht mehr mit ihrer Familie gesprochen. Nun steht die Ankündigung einer Hochzeit im Raum, zu der Fleabag eingeladen wurde. Ihr Vater heiratet ausgerechnet ihre Stiefmutter, die einst die beste Freundin ihrer Mutter war. Dort trifft sie auch wieder auf ihre Schwester Claire, die noch immer mit Martin verheiratet ist. Ebenfalls mit am Tisch sitzt ein Priester, der die Trauung vollziehen soll, sich aber so gar nicht priesterhaft gibt. Im Laufe der Staffel lernt Fleabag den Priester noch genauer kennen und versucht die Beziehung zu ihrer Schwester zu verbessern.

Meine Meinung: Die erste Staffel Fleabag hatte mich etwas ratlos zurückgelassen. Ich wollte die Serie rund um die quirlige Protagonistin, die gerne die vierte Wand durchbricht, so gerne mögen, war aber von der etwas konfusen Geschichte überfordert. Bereits bei den Golden Globes wurde ich dann auf die zweite Staffel aufmerksam, würde doch Andrew Scott sich hier die Ehre als Priester geben. Dennoch schob ich sie weiter vor mir her, beschäftigte mich zunächst mit anderen Serien. Bis nun der werte donpozuelo von seiner Begeisterung berichten konnte. Nun war es also an der Zeit und was soll ich sagen: Er hatte mit der Ansicht, dass ich die zweite Staffel nun unbedingt sehen sollte, auf jeden Fall recht. Alles, was mich am ersten Teil noch störte, wurde hier ausgebessert und so ergibt sich eine Runde Geschichte voller Sträge, liebens- und hassenswerter Charaktere und einfach eine unfassbare Chemie zwischen Phoebe Waller-Bridge und Andrew Scott. Allein für das Zusammenspiel lohnt sich die Serie ungemein. Nur das Ende lässt mich dann doch sehr unbefriedigt zurück, zumal derzeit wohl keine dritte Staffel geplant ist.

Peaky Blinders – Staffel 2

Die Handlung: Zwei Jahre nach den Geschehnissen aus der ersten Staffel kehren wir zurück ins Jahr 1921 nach Birmingham. Die Peaky Blinders zieht es nach London, wo Thomas einen Deal mit dem Schwarzbrenner Alfie Solomon einfädeln kann. Doch auch sein Rivale Chester Campbell kehrt zurück und versucht Thomas zu einem Attentat im Sinne der Iren zu verführen. Folgenreiche Wochen für die Familie Shelby.

Meine Meinung: Die Peaky Blinders schaffen es auch in der zweiten Staffel innerhalb von sechs Folgen eine spannende Geschichte rund um verschiedene Intrigen zu spinnen, die mal gut, mal weniger gut für die Shelbys ausgehen. Dabei bleibt sich die Serie vom Tonfall treu, entwickelt die Charaktere aber weiter. Lediglich Tante Polly wird zwischendurch zu einer ewig meckernden und weinerlichen Frau, was nicht ihrem starken Charakter aus der ersten Staffel entspricht. Auch Campbell als Gegenspieler zu reaktivieren war kein sehr kluger Schritt, glaubt er nun doch durch seine Erfahrung den Blinders überlegen zu sein und entwickelt sich dadurch immer wieder zu einem jämmerlichen Schwein, den man nicht ernst nehmen mag. Dennoch liegen die Stärken der Serie weiterhin in ihren starken Charakteren, auch neu eingeführte, in starken Darstellern und einem gut durchdachten Drehbuch, das die Handlung nicht künstlich zieht, sondern sehr pointiert wiedergibt, so dass sie auch durchgehend spannend bleibt.

The Kominsky Method – Staffel 1

Die Handlung: Sandy Kominsky kann auf eine sehr kurze Schauspielkarriere zurückblicken, hält sie aber für eine sehr große und versucht sich seitdem als Schauspiellehrer. Inzwischen ist er in die Jahre gekommen. Sein Agent und bester Freund Norman Newlander muss am Anfang mit dem Tod seiner Frau zurecht kommen, wobei ihm Sandy gerne hilft, auch wenn das bedeutet, dass er sein Date Lisa mit zur Beerdigung bringt. Als dann auch noch Normans Tochter Phoebe, mit neuem Drogen- und Alkoholproblem, erscheint, ist das Chaos perfekt.

Meine Meinung: Den Namen Chuck Lorre verbindet man wohl mit seinen bekannteren Serienschöpfungen Two and a half man oder The Big Bang Theory. Das liegt wohl daran, dass The Kominsky Method keine typische Sitcom ist, sondern eine Staffel übergreifende Handlung hat und weniger auf Situationskomik baut, als vielmehr auf länger aufgebaute Witze. Dadurch ist es allerdings auch schwieriger richtig mit der Serie warm zu werden, was mir während der ganzen ersten Staffel nicht richtig gelungen ist, auch wenn einem die Charaktere schnell ans Herz wachsen. Dafür sorgen wohl für allem die Hauptdarsteller Michael Douglas und Alan Arkin. Hier werden Themen behandelt, die mit dem Alter einhergehen, aber noch einmal deutlich ernster als beispielsweise bei Grace & Frankie. Die Handlung plätschert teilweise ein wenig vor sich hin, als ob die Drehbuchautoren wussten, wo sie hinwollen, aber nicht wie sie dahin kommen. Umso gespannter bin ich nun auf die zweite Staffel, da die Charaktere nun gesetzt wurden.

American Horror Story – Staffel 4 – Freak Show

Die Handlung: Elsa Mars führt 1952 eine Freak Show, die aktuell in Jupiter, Florida, auftritt. Von außen belächelt oder verspottet, sind die Darsteller zu einer eigenen Familie zusammen gewachsen. Doch diese Familie wird von mehreren Seiten bedroht. Der Gauner Stanley sieht in den Freaks eine Geldmaschine und will sie tot ausstellen. Dafür schleust er seine Komplizin Maggie Esmaeralda als Wahrsagerin in die Freak Show. Doch auch ein mordener Clown und ein verzogener Junge werden zu einer Gefahr.

Meine Meinung: Der Vorteil von American Horror Story ist, dass eine komplette Geschichte in einer Staffel erzählt wird. Der Nachteil ist, dass die Geschichten kaum für 13 Folgen reichen und so die Handlungsstränge komplett ausgedehnt werden. Dadurch wirkt die Serie aber mitunter zu zäh und langatmig und kann die Zuschauer nicht bei der Stange halten. Dies geschah nun auch wieder in Staffel 4. Zwar unterscheidet sich die Freak Show von den vorherigen Staffel dadurch, dass weniger übernatürliche Elemente eingearbeitet wurden und allein die Diskriminierung, der die Charaktere immer wieder ausgesetzt werden, ist schon ein starkes Horrorelement. Dennoch waren es wieder zu viele Geschichten, die irgendwo erzählt werden sollten. Dadurch zog sich die Staffel so sehr, dass ich zwischendurch wieder eine sehr lange Pause brauchte. Mit genug Abstand konnte man das Staffelfinale dann doch sehen, aber es gab keine Nähe zu den Charakteren, war einem doch jegliches Schicksal total egal.

Nachspezial – Halloween

Hallo ihr Lieben,
der „gruseligste“ Tag des Jahres (und ja, ich weiß, dass Halloween eigentlich nur Komerz ist und wir eigentlich Luthers Thesenanschlag am Reformationstag feiern) ist vorbei und ich hab zumindest einen Horrorfilm gesehen. Als „Spezial“ möchte ich euch einen Film, eine Serie und ein Buch zum Thema vorstellen.

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A nightmare on Elm Street

Ich habe gestern die Version von 2010 gesehen (endlich ein Film von meinem SuF abgearbeitet).

Kurz zur Story:Freddy Krüger ist zurück. Er schleicht sich in die Träume von einer Gruppe Jugendlicher. Wieso sind es genau diese? Nachdem einer nach dem anderen in seinen Träumen heimgesucht und letztendlich getötet wird, suchen die Überlebenden nach Antworten und nach ihrer Verbindung zueinander. Dabei arbeitet die Zeit gegen sie, denn sie dürfen nicht einschlafen, oder sie sterben.

Ich kenne das Original nicht, bin aber von diesem Remake nicht wirklich überzeugt. Natürlich ist die Handlung gruselig und jagt einem einen Schauer über den Rücken, aber der Film versteift sich auf Geschreie und Gerenne und vor allem viel Blut. Dabei verpasst der Film sich auf die Hintergründe zu fixieren, die alleine schon schaurig genug sind und somit auch den nötigen Spannungsbogen. Die Schauspieler sind mir (durch andere Rollen) sehr sympathisch, können in diesem Film aber leider nicht überzeugen. Lediglich Jackie Earle Haley schafft es die Rolle des Freddy Krügers gekonnt umzusetzen und ein bisschen Grusel in den Film zu bringen.

American Horror Story – Asylum

Die erste Staffel Murder House habe ich euch bereits vorgestellt. Die Erfolgsserie geht weiter, mit den gleichen Schauspielern, aber einer neuen Handlung und neuen Charakteren.

Kurz zur Story: 1964, Briarcliff. Der junge Kit Walker wird in die psychiatrische Klinik eingeliefert, weil er als der Serienmörder „Bloody Face“ gehandhabt wird. Unter der strengen Hand von Schwester Jude wird die Klinik geführt, deren Zustände einfach nur erschrecken. Die Journalistin Lana Winters will das Ganze entlarven, landet bei einem Einbruch, aber selbst in der Anstalt und wird wegen ihrer Homosexualität festgehalten. Dabei treffen sie auf schaurige und verrückte Gestalten.

Während die erste Staffel begeisterte und an einem einzigen Wochenende durchzuschauen war, habe ich mich wochenlang durch die zweiten Staffel gequält. Das Erscheinungsbild ist wie gewohn gruselig und die Charaktere verrückt bis schaurig, aber die Handlung zieht sich und kommt nicht richtig in Schwung. Angelegt auf vielleicht die Hälfte der Folgen wäre die Serie wie gewohnt spannend geworden, aber so zieht sie sich wie Kaugummi, ohne das die einzelnen Folgen irgendetwas aussagen. Ich hoffe, dass die dritte Staffel wieder mehr Spannung bringt.

Dr. Jeckyll und Mr. Hyde

Es ist schon einige Zeit her, seit ich das Buch das letzte Mal gelesen habe. Aber noch immer gehört es zu meinen Favoriten in meinem Bücherregal.

Kurz zur Story: Mr. Utterston ist der Anwalt des angesehenen Arztes Dr. Jeckyll. Eines Abends erzählt ihm sein Cousin Mr. Enfield von einem Vorfall in dem ein mysteriöser Mr. Hyde ein Kind umgerannt hat. Dabei wurde er gefasst und zu einem Bußgeld von 100 Pfund verurteilt. Der Check lief auf den Namen Dr. Jeckyll. Auch ein geändertes Testament des Arztes führt bei Utterston zur Beunruhigung. Er stellt Nachforschungen an und findet schreckliches heraus.

Das Buch von Robert Louis Stevenson ist vielleicht vom Schreibstil her nicht nach Jedermanns-Geschmack – es wurde auch 1886 geschrieben – aber die Handlung ist nur allzu bekannt. Dr. Jeckyll, der den „bösen“ Teil seines Körpers loswerden wollte und so seine zweite Persönlichkeit Mr. Hyde erschuff. Doch wie kontrolliert man diesen Teil und was passiert, wenn man sich nicht mehr zurückverwandeln kann? Das Buch ist nicht nur spannend und verpasst einem einen Schauer, sondern wirft auch tiefgründige Fragen auf.

American Horror Story – Murder House

Durch die Empfehlung mehrerer Freunde habe ich nun auch einmal mit der Serie American Horror Story angefangen. Hier nun meine Gedanken zu der ersten Staffel „Monster House“

Kurz zur Story: Die Familie Harmon zieht aus Boston weg, nachdem Ben Harmon eine Affäre mit einer Studentin hatte. Sie ziehen nach Los Angeles in das „Mörderhaus“, was ihnen erst später bewusst wird. Denn wer auf dem Grundstück des Hauses stirbt, kehrt als Geist zurück.

Bei American Horror Story ist jede Staffel in sich abgeschlossen. Jede neue Staffel hat ein neues Setting, neue Charaktere und eine komplett neue Handlung. Daher wirkt aber auch die erste Staffel, wie ein ganzer Spielfilm. Teilweise ist man überrascht, wenn eine Folge zu Ende ist, aber die Handlung wird in der nächsten Folge fortgesetzt. Trotzdem merkt man bei den meisten Folgen, dass sie um eine eigene Handlung bemüht sind. Es werden nach und nach neue Stücke aus der Vergangenheit offenbart und so rätselt man immer weiter, was genau denn die Wahrheit hinter dem Monsterhaus ist. Wer sind die bösen Geister und gibt es auch gute im Haus? Von Anfang an fiebert man mit der Familie Harmon mit. Die Spannung lässt die ganze Staffel über nicht nach. Ich habe die Serie innerhalb eines Wochenendes gesehen, weil ich einfach immer wissen musste, wie es weitergeht.
Die Schauspieler sind alle sorgfältig ausgewählt und verkörpern alle grandios ihre Rolle. Bei den Horroreffekten wird leider oft auf altbewärtes zurückgegriffen und es wird wenig neues eingebracht. Wer also auf abgefahrene Effekte hofft, der liegt bei der Serie falsch. Das gruselige sind die verschiedenen Charaktere. Diese eingebettet in ein gruseliges Haus voller Geheimnisse und voller Vergangenheit erschafft eine Atmosphäre, die einem immer wieder einen Schauer über den Rücken schickt.

Alles in allem ist die Serie definitv wert, sie einmal anzusehen, denn sie überrascht immer wieder aufs Neue.