Neulich in der Sneak: Nur ein kleiner Gefallen

Ein Vorwort

„Kannst du mir einen Gefallen tun?“ Wie oft hört man dieses Satz? Ich höre ihn bereits auf Arbeit mindestens einmal am Tag. Meistens sind es wirklich nur kleine Gefallen, die das Leben nicht weitreichend beeinflussen. Doch was, wenn durch einen kleinen Gefallen plötzlich das eigene Leben aus den Fugen gerät? Genau das wird in „Nur ein kleiner Gefallen“ thematisiert.

Die Handlung

Die beiden Mütter Stephanie (Anna Kendrick) und Emily (Blake Lively) könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Stephanie Vollzeit Mama ist, ist Emily eher auf ihre Karriere als auf die Erziehung fixiert. Trotzdem freunden sich beide an. Bis Emily eines Tages Stephanie um einen kleinen Gefallen bittet. Sie solle bitte ihren Sohn Nick nach der Schule mit abholen. Doch aus diesem kleinen Gefallen entwickelt sich bald mehr, denn Emily taucht nicht wieder auf.

Meine Meinung

Nur ein kleiner Gefallen fängt zunächst als typische Mutterstudie an. Während die „perfekten“ Eltern, die es schaffen sowohl Geld zu verdienen, als auch sich ausreichend um ihre Kinder zu kümmern, über Stephanie und Emily immer nur lästern können, sind es vor allem diese beiden Charaktere, die als abschreckende Beispiele genutzt werden. Stephanie ist verwitwet und lebt von der Lebensversicherung ihres Mannes. Dadurch kann sie Vollzeitmutter sein und verschreibt sich dieser Aufgabe auch mit Haut und Haaren. Für die anderen Eltern ist sie dadurch viel zu überengagiert. Allerdings reicht das Geld aus der Lebensversicherung auch nicht ewig. Aber statt sich einen Job zu suchen, investiert sie viel Freizeit in einen Vlog, auf dem sie Rezepte und Haushaltstipps teilt. An ihren Sohn ist sie immer mit einer Kamera dran und wenn es um Schulfeste geht, würde sie am liebsten alle Organisationspunkte selbst in die Hand nehmen. Im starken Kontrast dazu steht Emily. Sie ist erfolgreiche PR-Beraterin eines angesagten Designers. Dementsprechend ist sie auch immer von oben bis unten durchgestylt. Sie führt ein pompöses Leben in einem Designerhaus, zusammen mit ihrem Mann Sean, der ein erfolgloser Schriftsteller ist und sein Geld an der Universität verdient. Mutter zu werden, gehörte wohl nicht zu ihrem Plan und so ist die Erziehung des Kindes nur Nebensache und wird auch nur halbherzig vorgenommen.
Nachdem die Mutter- und Charakterstudie beendet ist, fängt der Krimi/Thriller-Part an. Emily bittet Stephanie um den titelgebenden kleinen Gefallen und verschwindet. Stephanie versucht nun ihre Freundin wiederzufinden und nutzt dafür auch ihren Vlog. Dabei wird sie immer wieder gewarnt, nicht zu weit in Emilys Vergangenheit zu schnüffeln. Hier kippt zwar die fröhlich lockere Stimmung, die noch zu Anfang herrschte, aber der Film schafft es den Umschwung zu nutzen und einen hohen Spannungsgrad zu erzeugen. Im weiteren Verlauf des Films wird dann noch einmal das Genre gewechselt. Hier spinnen nun einzelne Charaktere verschiedene Intrigen. Allianzen werden gebildet und gleich wieder zerstört. Leider ist es das Ende, das einen starken Film dann doch ein wenig runterzieht. Zwar werden die einzelnen Fäden zusammengeführt und das Ende logisch erklärt, trotzdem sorgt die ein oder andere Szene für ein bisschen Slapstick, was nicht zum vorherigen Film passt.
Castingtechnisch wurden mit Anna Kendrick und Blake Lively genau passende Darsteller gefunden. Während Lively den nötigen Glamour versprüht, passt Kendrick zu der Vorstadtmutter. Wobei man gerade von Kendrick schauspieltechnisch doch mehr gewöhnt ist. Hier stellt sich die Frage ob die etwas schwächere Schauspielleistung gewollt ist.

Das Fazit

Nur ein kleiner Gefallen ist ein Film aus drei Genres, die nacheinander abgespielt werden und doch wunderbar zusammenpassen. Die Geschichte ist spannend erzählt und hat immer wieder interessante Wendungen. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Nur ein kleiner Gefallen läuft ab dem 15.11.2018 in den deutschen Kinos.

Pitch Perfect

Am 21.12.2017 lief der dritte Teil der Pitch Perfect Reihe in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Nachdem in diesem Jahr bereits die Fack ju Göhte Reihe zu einem Abschluss kam, präsentiert uns Hollywood dieses Jahr den Abschluss der Reihe um die Barden Bellas, die den A-Capella Gesang wieder beliebter machten. Haken an der Sache: Der Autor der Buchreihe Mickey Rapkins hatte nicht das Bedürfnis eine Buchvorlage für einen dritten Teil zu schreiben. Kann der Film trotzdem funktionieren?

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

Im ersten Teil lernten wir Becca Mitchell kennen, die zum Studium an die Barden Universität kommt. Eine der dortigen A-Cappela Gruppen die Barden Bellas suchen dringend Verstärkung, da die bisherigen Mitglieder größtenteils ihren Abschluss gemacht haben. Die neuen Mitglieder sind sehr unterschiedlich und sie brauchen einige Zeit, um sich aneinander zu gewönnen. Mit einigen Teamschwierigkeiten versuchen sie die nationalen A-Capella-Meisterschaften zu gewinnen.
Im zweiten Teil haben die Barden Bellas nach ihrem Sieg bei den nationalen A-Capella-Meisterschaften eine Menge Erfolg. Bis sie durch einen Faux-pas bei der Geburtstagsfeier des Präsidenten in Ungnade fallen. Danach müssen sie erst einmal alle wieder zu sich finden und erneut an ihrem Teamgefühl arbeiten, ehe sie an den internationalen A-Capella-Meisterschaften teilnehmen können.

Die Handlung

Die ursprüngliche Besetzung der Barden Bellas hat inzwischen ihren Abschluss gemacht. Doch so ganz glücklich ist keiner in seinem neuem Beruf. Also beschließen sie noch ein letztes Mal zusammen zu singen. Dafür reisen sie nach Europa, wo sie in einem Wettbewerb vor den Gruppen der Army singen. Doch ihre Konkurrenten haben diesmal Instrumente.

Meine Meinung

Auf Biegen und Brechen einen dritten Teil zu konstruieren, obwohl dafür eine Buchvorlage fehlt, war wohl von Anfang an keine gute Idee. Aber auch aus unseren Lieblingspitches musste unbedingt eine Trilogie geschaffen werden. Das der zweite Teil schon weit hinter dem unglaublich starken ersten zurückblieb, wurde ebenfalls nicht berücksichtigt.
Zu Gute halten muss man dem Film, dass er sich musikalisch wieder mehr am ersten Teil orientierte und Lieder mit Ohrwurmqualität erschuf – bzw. man die Cover-Songs diesmal wieder erkennen konnte, weil nicht zu viele übereinander gesungen wurden, was einer meienr großen Kritikpunkte am zweiten Teil war. So machten wenigstens die Gesangteile Spaß. Nicht so gut hat der Rest der Handlung funktioniert. Denn irgendwo war die Luft raus und die Haupthandlung wurde auch nur noch teilweise verändert. Diesmal ist es eben nicht der nationale oder internationale A-Capella-Wettkampf, sondern es geht um einen Plattenvertrag. Natürlich musste die Konkurrenz auch hier wieder schlimmer werden, also warum nicht den anderen Musikinstrumente geben, damit die A-Capella Pitches langweilig dagegen wirken – was sie zum Glück nicht tun. Ebenfalls wurden die Charaktere dabei noch mehr überzeichnet, als sie ohnehin schon waren und so scheint Fat Amy nur noch da zu sein, um ab und an einen Oneliner rauszuhauen und die Pitches richten noch mehr Chaos an, als je zuvor. Was bisher noch Charme hatte, ist nun einfach nur noch nervig.
Das schlimmste am Film dürfte jedoch die völlig hirnrissige Geschichte um Fat Amys Vater sein gepaart mit einem Entführungsdrama. Dies zerstört die ohnehin sehr schwache Handlung noch mehr, so dass man beim Sehen des Films immer wieder verzweifelt mit dem Kopf schüttelt. Dies sollte das große Finale, der finale Pitch sein?
Immerhin am Ende gab es doch noch einen Lichtblick, denn die wirklich letzte Performance holt noch einmal viel aus dem zuvor sehr langweiligen Film heraus. Zumindest die letzte Verbeugung hatte wieder Würde. Einerseits wäre es dem Franchise zu gönnen, dass dies nicht das grottenhafte Ende ist, andererseits ist ein weiterer Teil auch nicht mehr vielversprechend. Das Pitch Perfect Frachise hat sich mit dieser letzten schlechten Performance den Gnadenschuss gegeben. Der erfolgreiche und sehr gute erste Teil bekam einfach keine würdigen Fortsetzungen.

Das Fazit

Der dritte Teil der Pitch Perfect Reihe hält nicht, was er verspricht und kommt mit einer schlechten Handlung daher. Lediglich das große Finale und allgemein der musikalische Aspekt geben dem Film ein paar Lichtblicke. Das Franchise dürfte sich damit selbst beerdigt haben – wobei das andere Franchises bisher auch nicht von weiteren Fortsetzungen abgehalten hat. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.