Jurassic World – Das gefallene Königreich

Ein Vorwort

Im Jahr 1993 freuten sich Dinofans aus aller Welt, als der erste Jurassic Park Film die ausgestorbenen Echsen auf die Leinwand holte. Mit viel Liebe zum Detail wurde eine Handlung geschaffen, die eine ganze Generation begeisterte. Mit zwei eher weniger erfolgreichen Teilen rundete Spielberg seine Trilogie ab. Bereits 2005 hegte Spielberg den Plan noch einen fünften Teil zu kreieren. Doch die Planung verschob sich immer weiter nach hinten und erst 2015 kam mit Jurassic World der vierte Teil in die Kinos, der gleichzeitig den Grundstein legte für eine neue Trilogie – im Zeitalter von Remakes und Reboots nicht ungewöhnlich. Schon der erste Jurassic World Teil zeigte Parallelen zum ersten Jurassic Park Teil. So kann man nun auch zwischen dem zweiten Jurassic Park und dem zweiten Jurassic World Teil wieder Parallelen ziehen. Doch kann sich Jurassic World – das gefallene Königreich als Fortsetzung behaupten?

Was bisher geschah

In Jurassic World erlebten wir den neu gebauten Freizeitpark Jurassic World. Alles ein bisschen neuer und ein bisschen moderner als der frühere Jurassic Park. Wie schon früher gab es einige freilaufende Dinos und die fleischfressenden waren natürlich gut weggesperrt. Als von Leiterin Claire die Neffen Gray und Zach den Park besuchen, hat sie leider nicht so viel Zeit, wie sie gerne hätte. Denn soeben haben sie einen ganz neuen Dino gezüchtet, den Indominus Rex. Gepaart mit einigen verschiedenen Lebensformen und einer hohen Portion an Intelligenz, hält der Indominus Rex leider so gar nichts von Käfigen. Nun muss Claire nicht nur ihre Neffen retten, sondern auch den Park evakuieren. Ihr zur Seite steht Owen (Chris Pratt).

Die Handlung

3 Jahre nach Schließung von Jurassic World droht der Vulkan auf der Isla Nubla auszubrechen und alle noch dort lebenden Dinos unter einer Lavaschicht zu begraben. Während der Kongress noch über das Für und Wider diskutiert, bekommt Claire (Bryce Dallas Howard) ein Angebot von Eli Mills (Rafe Spall). Dieser verwaltet Sir Benjamin Lockwoods (James Cromwell) Vermächtnis und bietet Claire eine neue Zufluchtsstelle für die Dinos. Doch einmal auf der Insel angekommen, arbeiten Mills Einsatztruppen gegen Claire und Owen. Die Dinos werden auf Lockwood Manor gebracht, wo (wieder einmal) ein Überdino gezüchtet wird.

Meine Meinung

Regisseur J. A. Bayona schafft es mit wenigen Bildern viel Eindruck zu machen. Während bei den Dinosauriern wieder viel mit Puppen und wenig mit CGI gearbeitet wurde, was man dem Endprodukt auch sehr positiv ansieht, sind es gerade die Kamerafahrten über die Isla Nubla, die zum Staunen anregen. Auch ansonsten ist die Kameraarbeit mit Oscar Faura in bester Hand und zeigt eine Vielfalt von Perspektiven. Bayona arbeitet in diesem Teil auch viel mit Licht-, Schatten- und Nebeleffekten, die mehr als einmal so geschickt eingesetzt sind, dass sie einem dem Atem stocken lassen. Vom filmischen Handwerk her, hat sich Jurassic World 2 damit erst einmal nichts vorwerfen zu lassen.
Während der erste Jurassic World Teil viel auf Action und große Dinos gesetzt hat, reduziert „Das gefallene Königreich“ dies drastisch und setzt zunehmend auf Atmosphäre und geht damit mit großen Schritten Richtung Horrorbereich. Auch hier kann der Film einige Punkte für sich einheimsen.
Handlungstechnisch orientiert sich der Film deutlich an dem zweiten Jurassic Park Teil von 1997. So wurde auch hier der Park und damit die Dinosaurier jahrelang sich selbst überlassen. Erst als der Vulkan auszubrechen droht wird über eine mögliche Rettung diskutiert bis sich in Sir Lockwood der Retter findet. Auch John Hammon wollte seinerseits die Dinosaurier retten, doch wurde er von seinem Schützling betrogen. Gleiches passiert hier auch wieder, was leider viel Potential verschenkt. Denn zum einen bot die Rettungsaktion vor der Kulisse des ausbrechenden Vulkans eigentlich wesentlich mehr Material als für nur eine halbe Stunde des Films. Hier wird viel Action links liegen gelassen und sehr schnell alles abgearbeitet. Im gleichen Atemzug hätte man die Grundsatzdiskussion über die Rettung der Dinosaurier auch ein wenig ausweiten können und hätte schon damit allein bis zur vermeintlichen Rettung der Dinos einen vollen Film und hätte sich den zweiten Part für einen dritten Teil aufsparen können. Stattdessen werden die Dinos nun bereits nach einer halben Stunde auf das Festland gebracht. Und natürlich hört hier keiner auf die beiden Protagonisten Claire und Owen (Howard und Pratt), sondern es wird versucht illegale Dinger mit den Dinos zu drehen. Soweit so gut. Durch diesen Handlungsstrang wird dann der Horroraspekt deutlich ausgeweitet und man hätte ihn vielleicht mit ein paar Änderungen auch ein bisschen durchdachter und sinnvoller bauen können – Stichwort: Oh ein Dino kommt, ich versteck mich mal unter meiner Bettdecke. Leider musste natürlich nach dem Indominus Rex aus dem ersten Jurassic World Teil wieder ein neuer Hybride gebaut werden, der natürlich auch wieder viel gefährlicher und bösartiger ist, als alle anderen Dinosaurier. Spätestens hier steigt auch der noch so gewillte Zuschauer aus und kann nur noch die Augen verdrehen. Wie oft kann man eigentlich noch nicht aus den Fehlern der anderen lernen?
Schauspieltechnisch wartet der Film wieder mit Chris Pratt und Bryce Dallas Howard auf, die diesmal glücklicherweise die High Heels gegen ein Paar Stiefel austauschen durfte, und die ihre Rollen souverän spielen. Ihrem Charakter fügt der Film jedoch nichts Neues hinzu. Jeff Goldblum – vorab leider viel zu groß angekündigt – schafft es auf ca. fünf Minuten Screentime. Neu mit dabei sind Daniella Pineda und Justice Smith als Claires Assistenten. Hier wäre das Potential groß gewesen, um die neuen Charaktere zu etablieren, hätte man ihnen mehr Screentime gegeben. So wirken sie leider etwas deplatziert und austauschbar, obwohl ich beide als Team gerne gesehen habe.

Das Fazit

So richtig funktioniert Jurassic World – das gefallene Königreich nicht. Logiklöcher in der Handlung und der gleiche Fehler schon wieder trüben das Sehvergnügen. Davon abgesehen hat der Film einiges auf dem Kasten, was bei schönen Effekten und gelungener Kameraführung anfängt und bei der unbeschreiblichen Atmosphäre aufhört. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Jurassic World – das gefallene Königreich ist seit dem 06.06.2018 in den deutschen Kinos.

Guardians of the Galaxy – Volume 2

Am 27.04.2017 erschien die Fortsetzung des Überraschunghits aus 2014 in den deutschen Kinos.

Die Guardians of the Galaxy Star-Lord, Gamora, Drax, Rocket und Baby-Groot haben keine Zeit sich auf ihren Erfolg auszuruhen, sondern müssen es gleich wieder tun. Gleichzeitig stehen noch immer ein paar ungeklärte Sachen zwischen ihnen und dann ist da noch die liebe Familie, die auch gerne mal Probleme macht. Also wird der ‚Awesome Mix Volume 2‘ eingeworfen und mal wieder die Galaxy gerettet.

 Im Jahr 2014 trafen wir das erste Mal auf die Guardians of the Galaxy, zumindest auf der Leinwand. In den Comics sind die dem fleißigen Marvel-Leser bereits seit 1969 bekannt. Die Comicserie war jedoch nur mäßig erfolgreich und stand immer im Schatten der anderen Marvel Comichelden. 2008 wurde die Reihe erneuert und die uns bekannte Besetzung traf zusammen: Star-Lord, Gamora, Drax, Rocket und Groot. Auf dieser Basis drehte Regisseur James Gunn den ersten Kinofilm, der 2014 in die deutschen Kinos kam. Und obwohl die Comicreihe wenig bekannt war und uns nur kurze Zeit vorher „Captain America – The Winter Soldier“ begeistern konnte, traf Guardians of the Galaxy genau den richtigen Punkt bei den Zuschauern und konnte die Menge im vorher nicht geahnten Ausmaß begeistern.
James Gunn stand nun vor der Aufgabe mit einer Fortsetzung an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen. Von der Herangehensweise dürfte er auf Nummer Sicher gegangen sein. Denn die Handlung hat keinen Bezug mehr zu den anderen Filmen des Marvel Cinematic Universe (im ersten Teil war die übergeordnete Handlung um Thanos und die Inifity-Steine die Überleitung zum MCU). Damit schafft Gunn es aber das, was Joss Whedon mit Avengers – Age of Ultron nicht gelungen ist. Eine spannende, lustige und mit genau der richtigen Dosis Marvel gespickte Fortsetzung eines Teams. Denn sowohl in Guardians of the Galaxy als auch in The Avengers ging es vor allem darum, dass sich Lebewesen zu einem Team zusammen schließen mussten, die vom Charakter her nur wenig zusammen passten. Beide Filme – Guardians und Avengers – waren einmalig und sehr gut umgesetzt. Während Whedon jedoch im 2015 erschienenden Age of Ultron versucht hat viel zu viel aus dem Team zu machen und neben der Haupthandlung zu viele Nebenhandlungen einbaute, was dem Film am Ende mehr schadete, als half, zieht Gunn einen klaren Cut zwischen ersten und zweiten Teil. Die Spannungen zwischen dem Team wurden wieder eingebaut, es gibt ein Wiedersehen mit anderen bekannten Charakteren, aber es wurden auch neue vorgestellt. Daneben wurde eine sehr reduzierte Handlung geboten, die sich pointiert mit dem Thema Familie und Freundschaft auseinander setzt. Daneben baut der Film stark auf die Charaktere auf, entwickelt diese weiter und erzählt uns neues über unsere Helden. Das sorgt wieder für Zündstoff zwischen den Charakteren, aber auch für unvergleichlich lustige Momente, die den Kinosaal vor Gelächter dröhnen ließ. Natürlich durften die spannenden Weltraumschlachten und ein einmaliger Soundtrack, der uns wieder zurück in die 1980er Jahre schickte, nicht fehlen.
So kombiniert Gunn Witz, Spannung, Tragik, Drama und Tiefgründiges in einem Film, der damit eine weite Zielgruppe abdeckt. Und obwohl der Film vieles richtig macht, merkt man bei genauem Hinschauen und beim rückblickenden Nachdenken über den Film ein paar kleinere Mängel. So verlässt sich der Humor sehr stark auf die bereits im ersten Teil genutzten Techniken, wie beispielsweise Drax‘ fehlendes Verständnis für Taktgefühl und reizt dies vielleicht ein bisschen sehr aus. Es fehlen also ein paar neue Humorstrukturen, die noch mehr frischen Wind in den Film gebracht hätten. Auch ist die Handlung vielleicht etwas zu sehr reduziert. Gerade im Haupthandlungsstrang gab es doch ganze Szenen, die wenig ausgesagt haben. Diese hätte man kürzen können und dafür die beiden Nebenhandlungsstränge etwas mehr ausdehnen können. Aber im Endeffekt ist dies Meckern auf hohem Niveau und fällt beim Sehen des Films nicht auf.

Alles in allem eine sehr gelungen Fortsetzung, die noch mehr vom dritten Teil erwarten lässt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Passengers

Am 05.01.2017 erschien ein neuer Science Fiction Film in den deutschen Kinos.

Die Avalon ist auf einer 120 Jahre dauernden Reise zu einer neuen Kolonie der Erde. An Bord 500 Passagiere, die ein neues Leben beginnen wollen. Doch nach 30 Jahren kommt es zu einem Zwischenfall, in dessen Folge der Passagier Jim Preston aufwacht, und sich nun ganz alleine zurechtfinden muss. Später erwacht auch Aurora Lane viel zu früh. Beide versuchen nun die Ursache und eine Lösung zu finden.

Der Traum andere Planeten zu besiedeln dürfte bei einigen Menschen groß sein. So wäre dann auch die Entscheidung sich vom Leben auf der Erde abzuwenden und ein neues auf einem weit entfernten neuen Planeten zu beginnen, für diese Menschen sehr einfach. Doch was ist, wenn die Reise zu diesem Planeten 120 Jahre dauert? Wenn man weiß, dass man durch besondere Schlafkammern die Reise zwar mit gleichem Alter überlebt, man nach dem Erwachen aber alle geliebten Menschen spätestens an Altersschwäche verloren hätte? Der Film Passengers befasst sich nicht direkt mit den 5000 Menschen an Bord der Avalon, die genau diese Entscheidung gewählt haben. Aber dafür mit denen, deren Traum platze, da sie nicht einmal auf der Hälfte der Strecke aufwachten.
Jim Preston hat sich für den Schritt entschieden sein alten Leben hinter sích zu lassen und 120 Jahre später ein neues auf einem fremden Planeten zu beginnen. Doch nach 30 Jahren der Reise kommt es zu einem technischen Defekt und er erwacht, 90 Jahre zu früh. Nach einer anfänglichen Desorientierung, fällt ihm schnell auf, dass abgesehen von ihm keiner wach ist. In seiner Verzweiflung versucht er die Besatzung wach zu kriegen, die Tür zu deren Schlafkammern ist aber nicht aufbrechbar. Als einzigen Ansprechpartner hat er Arthur, ein Androide, der als Barkeeper angestellt ist. In den ersten Wochen erkundet Preston noch nach und nach das Schiff und findet gerade im Bereich der ersten Klasse viele Annehmlichkeiten. Doch die Monate vergehen und die Einsamkeit und die Gewissheit, dass er alleine auf diesem Schiff sterben wird, setzen ihm immer mehr zu. Bis eines Tages die Schönheit Aurora Lane ebenfalls erwacht und er eine Gefährtin in seinem Leiden bekommt. Doch mit dem Schiff stimmt etwas nicht, es kommt immer wieder zu technischen Störungen und Ausfällen.
Passengers befasst sich mit dem Thema, wie man mit der Aussicht auf den sicheren Tod in Einsamkeit umgeht. An Bord der Avalon gibt es keine Hilfe, der Notruf zur Zentrale auf der Erde braucht 55 Jahre, ehe mit einer Antwort gerechnet werden kann. Der einzige Ansprechpartner ist ein Androide ohne Gefühle. Man gab sein ganzes Leben für einen Traum auf und nun ist dieser geplatzt. Wie sieht nun der Alltag aus? Fällt man in Depression oder würde man den unvermeidlichen Tod um Jahre vorziehen? Das erste Drittel des Films befasst sich mit genau dieser Frage. Dann ändert sich die Stimmung des Films, nachdem auch Aurora Lane erwachte und beide nun in ihrer Verzweiflung vereint sind. Ab hier wirkt der Film eher wie ein Liebesfilm und die Grundthematik gerät ein wenig sehr in den Hintergrund. Erst gegen Ende ändert sich die Stimmung des Films wieder, nachdem die Fehlermeldungen der Avalon überhand nehmen. Hier entdeckt man die meisten Szenen, die im Trailer verwendet wurden. Das der Trailer daher wieder einmal falsche Erwartungen an den Film schürten, ist damit wohl nicht weiter erwähnenswert. Wenn man sich dafür entscheidet Passengers zu sehen, dann sollte man lieber mit einem Liebesdrama als mit einem spannenden Science Fiction Abenteuer rechnen. Aber wenn man sich auf die Stimmung des Films einlässt, dann kann der Film sehr gut unterhalten und macht Spaß beim Sehen.
Das liegt vorallem daran, dass Chris Pratt als Jim Preston und Jennifer Lawrence als Aurora Lane im miteinander sehr gut harmonieren und ihre Rollen überzeugend darstellen. Michael Sheen als Androide Arthur sorgt für die nötigen Lacher, um die Stimmung etwas aufzuhellen. Lediglich der Auftritt von Laurence Fishbourne ist ziemlich überflüssig und hätte ohne namenhaften Schauspieler gelöst werden können bzw. die Rolle hätte komplett weggelassen werden können.
Trotz großer Liebesgeschichte, die mit seinem Drama den Großteil des Films einnimmt, ist der Film spannend, auch wenn er bis zum Abspann vorhersehbar bleibt. Lediglich mit einer Wendung rechnete man nicht von Anfang an, aber Passengers sieht eher den Weg als das Ziel an.
Die einzige große Enttäuschung des Films ist, dass man aus der Grundthematik etwas wesentlich interessanteres und philosophischeres hätte erschaffen können, statt einer normalen Liebesgeschichte. Beispielsweise hätte man sich mit den Gründen und Gedanken von 5000 Menschen befassen können, die ihr Leben aufgegeben haben für diese Reise. Dies hätte sogar gut in den vorhandenen Film eingebaut werden können.

Alles in allem gerät die Ausgangsthematik durch die Liebesgeschichte ziemlich schnell in den Hintergrund, aber mit der anderen Stimmung schafft Passengers es trotzdem einen sehenswerten Film zu kreieren. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.