Wakanda Forever

Ein Vorwort

Nach dem Erfolg des ersten Teils, der sogar in einer Oscarnominierung gipfelte, war die Fortsetzung relativ schnell angekündigt. Dann kam der schwere Schicksalsschlag: Hauptdarsteller Chadwick Boseman starb. Nun war guter Rat teuer. Sollte man den Black Panther einfach neu besetzen oder konnte die Reihe auch ohne den Protagonisten funktionieren? Wie der Film ohne Boseman funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Welche Filme man vorab aus dem MCU gesehen haben sollte: Captain America 3 – Civil War, Black Panther
Welche Filme/Serien aus dem MCU gut wären vorab gesehen zu haben: The Avengers – Infinity War, The Avengers – Endgame – hierfür verweise ich auf meine Zusammenfassungen (sofern bereits vorhanden, für die Links einfach die Titel anklicken).

Nach einem fehlgeschlagenen Auftrag wird der Schrei nach Regeln und Grenzen für die Avengers immer lauter. Während Tony Stark und ein paar andere das ganze sofort für eine gute Idee halten, bleiben Captain America und ein paar weitere unschlüssig und wollen den Vertrag nicht unterzeichnen. In Wien kommt es bei einer Tagung zu einem Anschlag auf die vereinten Nationen kurz vor der Unterzeichnung des Vertrages, bei dem König T’Chaka, der König von Wakanda, stirbt. Alle Zeichen deuten auf einen Anschlag vom Winter Soldier – Bucky Barnes – hin. Captain America spürt diesen schließlich in Bukarest auf und verhilft ihm zur Flucht, versucht aber gleichzeitig zu ihm durchzudringen und auf ihre Freundschaft zu pochen. Mit Hilfe von Prinz T’Challa, der sich als Black Panther herausstellt, schafft es die CIA um Everett Ross sowohl Bucky als auch Steve Rogers zu fassen. Bei der Vernehmung taucht jedoch nicht der eigentliche Psychologe auf, sondern Baron Zemo, der auch hinter dem Anschlag steckte. Der Spalt zwischen Iron Man und Captain America wird immer größer. Bucky weiß schließlich, dass Baron Zemo hinter den weiteren Winter Soldier her ist und beschließt mit Cap und Falcon ihn aufzuhalten. Dabei kommen ihnen Hawkeye, Scarlet Witch und Ant-Man zur Hilfe. Doch um Iron Man hat sich mit Black Panther, Black Widow, Iron Patriot, Vision und Spider-Man ebenfalls ein Team gebildet, die alles daran setzen den Winter Soldier zu fangen. Nach großem Kampf ist Iron Patriot schwer verletzt, Rogers und Bucky können fliehen und das restliche Team wird gefangen genommen. Iron Man erkennt jedoch bald, dass er einen Fehler gemacht hat als er entdeckt, dass Baron Zemo hinter dem Attentat steckte. Er überedet Falcon ihm das Ziel von Rogers und Bucky zu verraten, um ihnen zur Hilfe zu kommen, während Black Panther ihm unauffällig folgt. Doch Baron Zemo hat nicht wie befürchtet die anderen Winter Soldier aufgeweckt, sondern hat sie alle ermordet. Allerdings offenbart er Iron Man, dass Bucky seine Eltern ermordet hat, jedoch unter Einfluss der Gehirnwäsche. Stark will das jedoch nicht wahrhaben und sinnt nun auf Rache. Rogers versucht Bucky zu retten. Es kommt zum letzten finalen Kampf, in dem Stark und Rogers endgültig getrennte Wege gehen. Black Panther sucht zeitgleich Baron Zemo auf, um sich seine Beweggründe anzuhören. Am Ende versucht Stark Iron Patriot zu helfen, während Cap erst die Gefangenen Teammitglieder befreit und dann Bucky nach Wakanda bringt.
Nach dem Tod von König T’Chaka in Civil War, muss sein Sohn T’Challa nun sein Erbe antreten. Im Königreich Wakanda muss er sich einer Prüfung unterziehen, damit er auch der neue König wird und damit auch der Black Panther, der Beschützer von Wakanda. Als erste Amthandlung reist er nach Südkorea, zusammen mit Nakia und Okoye, um Ulysses Klaue zu stellen, der Vibranium aus Wakanda gestohlen hat und dabei W’Kabis – einem der fünf Stammesanführer – Eltern ermordet hat. T’Challa verspricht W’Kabi Klaue nach Wakanda zu holen, damit er hier Rache üben kann. In Südkora treffen die Wakandaner dann auf Everett Ross, der ebenfalls hinter Klaue her ist. Klaue kann zunächst gefangen werden, wird jedoch mit Hilfe von Killmonger befreit. Dabei wird Ross schwer verletzt, als er sich vor Nakia warf. Nur in Wakanda bekommt er die medizinische Hilfe, um vollständig zu genesen. Also wird Ross zu Shuri gebracht, die ihn heimlich heilt. Währendessen hat Killmonger Klaue umgebracht, da er für ihn nur Mittel zum Zweck war und ist ebenfalls nach Wakanda gereist. An der Grenze trifft er auf W’Kabi und überreicht ihm Klaues Leichnahm. Mit W’Kabis Unterstützung wird Killmonger zum Königsrat vorgelassen und stellt sich dort als T’Challas Cousin heraus, dessen Vater von König T’Chaka vor vielen Jahren umgebracht wurde. Es kommt zu einem neuen rituellen Kampf, bei dem Killmonger T’Challa eine Klippe herunterschmeißt und damit neuer König und Black Panther wird. Nakia, Shuri und Ross fliehen daraufhin zu den Jabari, wo sie M’Baku das Kraut für einen Black Panther anbieten wollen, damit er Killmonger stürzt. M’Baku hat jedoch inzwischen T’Challa geborgen, der noch am Leben ist. Er bekommt stattdessen das Black Panther Kraut und zieht in die finale Schlacht gegen Killmonger, der wakandianische Waffen an Rebellen überall auf der Welt senden will, damit diese Revolutionen anfangen können. T’Challa will das verhindern und muss schließlich Killmonger schwer verwunden. Er bietet ihm an, ihn zu retten und dann ins Gefängnis zu stecken, doch Killmonger stirbt lieber, als sein Leben hinter Gittern zu verbringen. T’Challa ist nach den Ereignissen überzeugt, dass sich Wakanda nicht länger vor der Welt verstecken darf und das sie ihre Ressourcen der Welt anbieten sollten.

Die Handlung

Der König ist tot und Wakanda ist so verwundbar wie noch nie, da es keinen neuen Black Panther geben kann. Königin Ramonda (Angela Bassett) und Prinzessin Shuri (Letitia Wright) versuchen nicht nur das Land zusammenzuhalten, sie kämpfen auch mit ihrer Trauer. Die Welt giert nach ihren Vibranium-Vorräten. Da taucht ein neuer Mitspieler aus dem Meer auf. Doch ist er Freund oder Feind?

Meine Meinung

2019 ging mit Endgame (ja eigentlich mit Far from home) Phase drei und damit auch eine Ära zu Ende. Der Start von Phase 4 war eher holprig. Zwischen vielen neuen Gesichtern, deren Filme eher schlecht als recht liefen, tauchten immer mal wieder bekannte Gesichter auf, deren Filme deutlich besser funktionierten, aber nicht an die Qualität früherer Phasen heranreichen konnte. Gleichzeitig gab es eine regelrechte Serienflut auf Disney+, die auf einmal auch alle Bedeutung hatten. Es war schlichtweg zu viel. Nun stand der ursprünglich lang ersehnte zweite Teil des Black Panthers an. Doch wie sollte dieser ohne den Protagonisten funktionieren, zumal Chadwick Boseman den Film stark getragen hat.
Und hier geht Marvel den einzig logischen Schritt: Die Rückbesinnung auf bereits eingeführte Charaktere. Der Verlust Chadwick Bosemans wird von Anfang an in den Film eingearbeitet. Wakanda steht auf einmal ohne König und ohne Beschützer da. Gleichzeitig stellt er sich die Frage nach der Konsequenz, dass sich Wakanda im ersten Teil für die Welt öffnete. So haben wir einen starken Auftakt, mit vielen ruhigen Momenten, die die Stärken der Charaktere herausarbeiten. Es wird Trauerverarbeitung thematisiert und die Grundfesten Wakandas gestärkt.
Beim ersten Auftauchen Namors funktioniert der Konflikt auch noch gut. Wakanda wird gezwungen aktiv zu handeln, statt nur passiv zu reagieren. Doch dann nehmen die üblichen Missverständnisse Überhand und die Reaktion darauf ist leider wenig ausgereift. Es musste halt ein Konflikt und Action her und die war ziemlich erzwungen. So funktioniert Wakanda Forever gerade in den ruhigen und charakterstarken Momenten wesentlich besser als in den actionlastigen. Das für einen Superheld*innen-Actionfilm ist nicht unbedingt problematisch, dürfte aber der Zielgruppe eher missfallen.
Darüber hinweg täuschen dann aber die gewohnt fantastischen Bilder. Hier gibt es auch noch mehr Einblicke in Wakanda abseits des Königspalast, wodurch wir nochmal näher an den Menschen sind. Schauspielerisch zeigt hier gerade Angela Bassett, was in ihr steckt – zumindest sobald sie das anfängliche overacting abgelegt hat. Letitia Wright kommt da nicht ganz mit, spielt ihre Shuri aber sehr souverän und transportiert die notwendigen Emotionen.
So kommt Wakanda Forever zwar bei weitem nicht an das Niveau das ersten Teils heran, schafft es aber dennoch das MCU aus dem zuletzt eher enttäuschenden Sumpf zu ziehen.

Das Fazit

Wakanda Forever ehrt Chadwick Bosemans Vermächtnis und schafft einen Film, der gerade an den ruhigen Stellen ziemlich gut funktioniert. Einige Handlungsabschnitte sind dann voller Logiklöcher, da hier zu sehr auf erzwungene Action gesetzt wurde. So ist der Film deutlich besser als die letzten MCU Vertreter, kommt aber nicht an den ersten Teil heran. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Ein Nachwort

Wakanda Forever bildet das Ende von Phase 4. Zwar wurde die Thematik des Multiversums immer mal wieder aufgemacht, so richtig umgesetzt wurde sie jedoch nicht. Es war eher ein Verabschieden von einigen Charakteren und das Begrüßen von Neuen. Es bleibt abzuwarten, was Phase 5 bringt. Zumindest ist hier ein Thanos-Nachfolger angedeutet worden. Wir werden sehen, was das MCU uns noch bringt.

Wakanda  Forever läuft seit dem 10.11.2022 in den deutschen Kinos

She-Hulk

Ein Vorwort

Marvel setzt seine Serienreihe auf Disney+ fort und das Internet schreit auf. Nach noch nicht mal einer erschienen Folge soll die Serie gecancelt werden. Die Gründe soweit nicht nachvollziehbar. So wollte ich mir meine eigene Meinung bilden und muss leider sagen: Wirklich gut ist die Serie nicht. Warum ich eher enttäuscht war, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Welche Filme man vorab aus dem MCU gesehen haben sollte: –
Welche Filme/Serien aus dem MCU gut wären vorab gesehen zu haben: Doctor Strange, Doctor Strange in the Multiverse of Madness, Der unglaubliche Hulk, Thor: Ragnarök, Avengers: Endgame, Daredevil (die Netflix Serie) und Shang-Chi and the legend of the ten rings – hierfür verweise ich auf meine Zusammenfassungen (sofern bereits vorhanden, für die Links einfach die Titel anklicken).

Die Handlung

Jennifer Walters (Tatiana Maslany) ist Anwältin und ganz zufrieden mit ihrem Leben. Doch bei einem Unfall kommt sie mit dem Blut ihres Cousins Bruce Banner (Mark Ruffalo) in Berührung. Problem dabei ist, dass sie dadurch auch seine Hulk-Kräfte abbekommt. Schnell lernt sie diese zwar zu kontrollieren, dennoch ändert sich alles in ihrem Leben. Sie bekommt den Titel She-Hulk und muss nun versuchen sich selbst neu zu erfinden.

Meine Meinung

Da ich sowieso die ganzen Marvelserien sehe, schon allein, weil man sie alle braucht, um die kommenden Filme wahrscheinlich zu verstehen, habe ich mich gar nicht groß mit dem Trailer beschäftigt. Dabei war dieser eine erste Warnung. Dass es nach dem schrecklichen Der unglaubliche Hulk keinen weiteren Hulk Solofilm gab, hatte wohl auch seine Gründe. Dennoch war die Figur Bruce Banner gut ausgearbeitet, hatte eine Entwicklung im Laufe des MCU und vor allem eine gute CGI Optik.
Vor allem letztes fehlt bei She-Hulk vollständig. Ich verstehe durchaus, dass die kompletten CGI Studios überlastet sind, überarbeitet und von den großen Konzernen so unter Druck gesetzt, dass sie gerade bei Marvel nicht ablehnen können. Der Zeitdruck, unter den sie She-Hulk animieren sollten, war laut Insideraussagen enorm. Dennoch lässt sich eins nicht abstreiten: Das CGI sah ziemlich billig aus. Während eine Tatiana Maslany sich seit Orphan Black einen Namen für ihre einzigartigen Schauspielkünste gemacht hat und sehr viel von ihrem Charme und ihrem Witz über Mimik transportiert, geht dies, sobald sie groß und grün wird, einfach komplett unter. Das CGI lässt keinerlei Mimik zu, alles ist weichgespült wirkt dabei so künstlich, dass es keinerlei Nähe zum Charakter zulässt.
Das ist sehr schade, denn die Grundidee von She-Hulk ist gar nicht mal so schlecht. Eine Superheldin, die keine sein möchte, sondern einfach nur ihr Leben als Anwältin weiterführen möchte, weiter daten möchte und mit ihrer Freundin abhängen. Stattdessen kommen ganz neue Probleme hinzu, sie muss ihr Alter Ego lernen zu akzeptieren. Das Ganze verpackt als Komödie, mit durchbrechen der vierten Wand und teilweise auch dem Aufbrechen typischer Genreklischees. Gerade im Finale wird hier einiges ausprobiert, was dort zwar gut funktioniert, aber nicht in der Gesamtheit der Serie.
Die Serie versucht sich ein bisschen über mehr oder weniger Einzelfolgen aufzubauen, die allerdings vor allem durch die Cameos wirken. Ein Abomination (Tim Roth) oder ein Wong (Benedict Wong) lockern die Stimmung immer wieder auf und bringen auch Witz rein. Solange Jennifer Walters auch einfach sie selbst ist, versprüht Tatiana Maslany unglaublich viel  Witz und Charme. Das funktioniert solange, bis sie She-Hulk wird. Ab da ist nicht nur die Mimik durch das CGI weichgespült, sondern auch der Charakter an sich. Sobald die Verwandlung erfolgt, wollte ich jedes Mal wegschalten. Das ist sehr schade, denn wenn sie einfach Anwältin im MCU gewesen wäre, hätte die Serie echt Spaß machen können. Aber durch die Einschübe als She-Hulk hat für mich die Serie einfach nicht funktioniert.
Auch die Nebencharaktere funktionieren teilweise sehr gut, gerade die, die Bezug zum MCU haben. Andere leider eher weniger, wie Titania und Todd Phelps. Allgemein hatte die Serie zu viele nervige Charaktere, so dass das Gleichgewicht leider ins Negative ging. So konnte man sich zwar ab und an einen guten Moment herauspicken, aber über die Dauer der Staffel gab es zu viele Rückschläge, dass ich mehr als einmal überlegte sie einfach abzubrechen.

Das Fazit

She-Hulk hat zwar ein erfrischendes Konzept, kann dies aber nur bedingt einsetzen, da schlechtes CGI, die dadurch zu stereotypisch geratetene Protagonistin, und zu viele nervige Nebencharaktere jeden guten Moment negativ überschatten. Leider wieder eher eine Enttäuschung aus dem Hause Marvel.

She-Hulk ist seit dem 13.10.2022 vollständig auf Disney+ zum Streamen verfügbar

Ms. Marvel

Ein Vorwort

Marvel produziert derzeit nicht nur Filme, sondern auch Serien am laufenden Band, so dass man kaum noch hinterherkommt. Neben Captain Marvel als Film rund um Carol Danvers, gibt es nun in Serienform auch Miss Marvel. Wie das funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Kamala Khan (Iman Vellani) ist 16 und lebt in Jersey City. Ihre Familie stammt aus Pakistan und kann daher ihre Faszination für ihr großes Vorbild Captain Marvel nicht nachvollziehen. Als sie für eine Comic Convention ihr Cosplay etwas aufpeppen will und einen alten Armreif aus ihrer Familie umlegt, hat sie auf einmal Superkräfte. Doch diese wollen kontrolliert werden.

Meine Meinung

Direkt nach Veröffentlichung der ersten Episode kam der große Aufschrei. Eine Muslimin sollte eine Superheldin im MCU werden? Rassistische Propaganda rief dazu auf, die Serie schlecht zu bewerten. Dabei ist es doch genau diese Vielfalt, die das MCU so lebendig macht. Denn die Auseinandersetzung mit dem Thema der indisch-pakistanischen Teilung und wie Familien dadurch getrennt wurden, hatte ich so auch noch nicht und fand es gut eingearbeitet.
Das die Serie an ganz anderer Stelle krankt, ist hier erstmal zweitrangig. Denn die Aufarbeitung des Themas, dass Muslime angeblich keine Superheld*innen sein können, erfolgt bereits im Laufe der Serie und eine kleine Geschichtsstunde inklusive der noch immer spürbaren Folgen der Trennung werden gut eingearbeitet.
Mit Kamala Khan haben wir zwar eine sehr junge, aber dafür auch eine sehr nahbare und nachvollziehbare Protagonistin bekommen. Ihre Begeisterung zu Captain Marvel und die langsame Entwicklung mit dem Entdecken ihrer Kräfte ist gut umgesetzt und hat eigentlich Neugier auf mehr geweckt.
Leider funktioniert die Serie über die Dauer der sechs Episoden so gar nicht. Vielleicht wäre ein schöner Film draus geworden, aber hier merkt man, wie wieder alles und nichts in die Serie gequetscht wurde. Denn so wirklich einen roten Faden gibt es nicht. Funktionieren die ersten beiden Folgen erstaunlich gut, geht es danach immer weiter bergab. Antagonisten werden geheimnisvoll eingeführt, nur um sie zugleich als Überbedrohung zu zeigen. Dann gibt es ein schnelles Hin und Her, Verbündete kommen und gehen, ein schneller Abstecher nach Pakistan, wieder zurück in die USA, neuer Antagonist wird geschaffen, eben noch schnell eine völlig überflüssige Regierungsorganisation mit reingeschoben, die zwar für den Endkampf sorgt, deren Motive aber so banal und einfach nur dumm und unnachvollziehbar sind, dass man sich zwischenzeitlich nur an den Kopf greifen kann, was hier für ein Blödsinn verzapft wurde. Statt sich auf eine Sache zu konzentrieren und diese auszuerzählen (was wohl in einem Film passiert wäre, da dort für mehr kein Platz gewesen wäre), werden tausend Sachen angefasst, oberflächlich abgearbeitet und unbefriedigend weggeschoben.
Dadurch platzt die Serie vor Logiklöchern, die Charaktere bleiben platt und eindimensional. Es gibt nach dem Anfang keinerlei Entwicklung mehr, es scheint fast, als wollte Marvel einfach nur den Charakter eingeführt haben und  weil sie für Disney+ nur Serien produzieren, musste es partout eine Serie werden. Schade, bietet die Grundidee doch genug Anreiz, um die Thematik auszuspielen.
Bleibt nur zu hoffen, dass das MCU noch die Kurve kriegt, denn nach einem auf und ab im letzten Jahr, gab es bisher nur Enttäuschungen. Es bleibt abzuwarten, was die weiteren angekündigten Serien und Filme bringen, aber Phase 4 ist aktuell vollkommen überladen mit lustlos produzierten Filmen und Serien.

Das Fazit

Ms. Marvel kommt über eine gute Grundidee zur Inklusion nicht hinaus und scheitert an tausend losen Handlungsfäden, die nirgendwo hinführen. Trotz sympathischer Protagonistin ist die Serie wohl eher ein Reinfall.

Moonknight

Ein Vorwort

Nicht nur filmisch, auch serientechnisch legt das MCU weiterhin ein Tempo vor, bei dem man kaum hinterher kommt. Nachdem bisher eher bekannte Geschichten weitergesponnen wurden, darf mit Moonknight ein neuer Held das Licht erblicken. Warum das nur bedingt funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Für Moonknight wird kein Vorwissen aus dem MCU benötigt.

Die Handlung

Steven Grant (Oscar Isaac) leidet an Schlafstörungen und hat immer wieder Träume oder Visionen, die aus einem anderen Leben zu scheinen stammen. Dabei wacht er immer wieder an Orten auf und weiß nicht, wie er dort hin gekommen ist. Während seiner Schicht im Museum erkennt er, dass der ägyptische Mondgott Konshu ihn auserwählt hat. Und eine große Mission steht bevor, denn Arthur Harrow (Ethan Hawke) will niemand geringeren als die Göttin Ammit wiederbeleben.

Meine Meinung

Moonknight hatte eigentlich alles, was ich mir von einer neuen Serie gewünscht habe. Oscar Isaacs, der gänzlich in seinem Element ist, Ethan Hawke als Bösewicht und eine Marvelgeschichte mit Einflüssen aus der ägyptischen Mythologie. Was konnte da schon schiefgehen?
Ihr merkt wahrscheinlich anhand der Fragestellung, dass einiges schief gelaufen ist. Beginnen wir am Anfang. Zunächst bekommen wir einen Protagonisten vorgesetzt, von dem wir im weiteren Verlauf erfahren, dass er eine dissoziative Identitätsstörung hat. Das Problem ist, dass dies erst relativ spät klar wird und vorher vieles darauf hindeutet, dass genau diese Krankheit hier mit Füßen getreten wird. Denn eigentlich macht Steve mehrere Folgen nichts anderes als wirr durch die Gegend zu laufen, pausenlos verwirrt zu sein und zwischendurch erstaunliche Kampffähigkeiten an den Tag zu legen. Das Problem hieran ist nicht nur, dass auch die Zuschauenden eine komplett wirre Handlung vorgesetzt bekommen, sondern eben auch, dass dieser Zustand laut Handlung schon seit Jahren andauert, Steve sich aber benimmt, als wäre das alles neu für ihn. Abgesehen davon, dass hinterher noch ein paar Logiklöcher dazukommen, ist der Einstieg damit schon einmal sichtlich misslungen.
Nach und nach kristallisiert sich dann auch genauer heraus, worauf die Handlung zu läuft. Dabei zeigt sich aber auch, dass die ägyptische Mythologie sehr oberflächlich recherchiert wurde bzw. sehr stark gedehnt wurde, um in die Handlung zu passen. Sehr schade, denn darauf hatte ich mich doch gefreut.
Das Hauptproblem dürfte hier einfach sein, dass die Handlung partout eine ganze Staffel ausfüllen musste. In einem Film hätte Moonknight vielleicht sogar gut werden können, aber so ziehen sich die Folgen, die Handlung kommt doch nicht voran und der große Plottwist gegen Ende, dürfte dann auch niemanden mehr überrascht haben.
Oscar Isaacs ist wohl der große Gewinn der Serie, denn er spielt die verschiedenen Persönlichkeiten durchaus souverän und schafft es teilweise durch Nuancen deutlich zu machen, welche Identität gerade am Steuer ist. Und auch wenn er schauspielerisch alles gibt, schafft er es doch nicht über die langatmige, teilweise unlogische und gerade am Anfang halt auch schwierige Handlung hinwegzutrösten.
Letztlich kann ich mir den Antihelden Moonknight, so wie er am Ende aufgebaut ist, durchaus in einem Crossover innerhalb des MCU durchaus vorstellen, der Weg dahin war jedoch einfach nur schwierig.  Eine zweite Staffel brauche ich jedenfalls nicht.

Das Fazit

Moonknight ist mit seiner langatmigen und zu Anfang schwierigen Handlung wohl eine der schwächsten Serien des MCU. Auch ein großartiger Oscar Isaac kann hier nur bedingt drüber hinwegtrösten. Die ägyptische Mythologie wird hier leider ungenügend eingesetzt.

Moonknight ist als Original bei Disney+ im Abo enthalten

Thor 4 – Love and Thunder

Ein Vorwort

So richtig weiß das MCU noch nicht, wo es mit Phase 4 hin möchte. Nachdem endlich Black Widow ihren Film bekommen hat, wurden mit Shang-Chi und den Eternals komplett neue Held*innen vorgestellt, nur um dann mit Spider-Man und Doctor Strange das eigentliche Thema des Multiversums voran zu treiben. Nebenbei gab es allerlei Serien, die entweder offene Handlungsstränge bestehender Held*innen oder komplett neue vorgestellt haben. Umso überraschender war es, dass Thor nach bereits drei bestehenden Soloabenteuern und einigen zusätzlichen Auftritten, nun noch ein viertes Soloabenteuer bekommen sollte. Ob das funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Welche Filme man vorab aus dem MCU gesehen haben sollte: Thor Ragnarök, Avengers: Infinity War – diese werde ich hier kurz vorstellen.
Welche Filme aus dem MCU gut wären vorab gesehen zu haben: Thor, Thor 2 – the Dark Kingdom, Avengers: Endgame – hierfür verweise ich auf meine Zusammenfassungen (für die Links einfach die Titel anklicken).

In Thor Ragnarök hat Thor eine Zeit lang auf der Erde gelebt und ist nun auf der Suche nach den verbleibenden Infinitysteinen, jedoch bisher erfolglos. Auf der Suche begegnet er dem Feuerdämon Surtur, der ihm Ragnarök, dem Kampf der Götter und Ende von allem prophezeit, da Odin nicht in Asgard sei, um es zu verhindern. Nach seinem Sieg über Sortur begibt sich Thor direkt nach Asgard und muss zum einen feststellen, dass Heimdall als Wächter über den Bifröst abgesetzt wurde und nun der Großschwätzer Skurge diesen bewacht. Zum anderen entdeckt er, dass sich sein Bruder Loki, den er für tot hielt, als Odin ausgibt. Thor zwingt Loki ihn zu Odin zu bringen, wobei sie von Doctor Strange unterbrochen werden, der Loki als potentielle Gefahr im Auge behält. Strange weißt ihnen schließlich den Weg zu Odin, der jedoch kurz darauf stirbt. Durch seinen Tod werden Thor und Lokis Schwester Hela, die Göttin des Todes, befreit. Die Brüder wussten bisher nicht, dass sie eine Schwester haben. Hela zerstört im ersten Kampf Mjölnir und lässt die Brüder auf der Reise nach Asgard in eine fremde Welt bringen. Während Hela nun systematisch Asgard und seine Bewohner versucht zu unterjochen und auch vor vielen Toten nicht zurückschreckt, sieht sich Thor auf dem Planeten Sakaar, gefangen als Kämpfer in einer Arena, einem alten Bekannten gegenüber. Denn auch Hulk hat es nach Age of Ultron, auf diesen Planeten verschlagen. Alle Bemühungen Thors Hulk zu einer Flucht zu überreden scheitern. Auch Loki ist nach Sakaar gekommen, hat es aber geschafft das Vertrauen des Grandmasters, praktisch dem König, zu gewinnen. Auch findet Thor in Scrapper-142, der Kopfgeldjägerin, die ihn an den Grandmaster verkauft hat, eine ehemalige Walküre, einer Beschützerin Asgards. Die Walküren wurden bei einem früheren Kampf gegen Hela fast vernichtet, weswegen sie sich auch zunächst weigert, Thor zu helfen. Als Thor versucht auf eigene Faust zu fliehen, helfen ihm schließlich doch der Hulk, der sich wieder in Bruce Banner zurückverwandelt, die Walküre und Loki. Zurück in Asgard kommt es zum letzten großen Kampf gegen Hela. Dabei erkennt Thor, dass Asgard kein Ort ist, sondern die Menschen, die dort leben. Also evakuiert er die Bevölkerung und belebt Surkur wieder, damit dieser im Kampf gegen Hela alles zerstört – inklusive Hela.
In Infinity War wird das Schiff der überlebenden Asen von Thanos abgefangen. Er statuiert ein Exempel, in dem er Loki tötet, sowie die Hälfte der Asen. Heimdall schafft es kurz vor seinem Tod noch den Hulk zur Erde zu schicken. Thor wird aus dem Raumschiff geschleudert. Auf der Erde warnt Hulk Doctor Strange, Wong und Iron Man, doch Thanos Anhänger sind bereits auf dem Weg, um die restlichen Infinity Steine zu sammeln. Zusammen mit Spider-Man wehren sie den ersten Angriff ab. Da diese nur hinter dem Zeitstein her sind, den Strange an einer Kette trägt, nehmen sie ihn kurzerhand mit. Iron Man und Spider-Man folgen ihm und landen auf Titan. Unterwegs können sie Thanos Anhänger überwältigen.
Die Guardians of the Galaxy lesen unterwegs den umherfliegenden Thor auf, der den Angriff überlebt hat. Als Gamora von Thanos Angriff erfährt, weiß sie direkt, was er vorhat. Während Thor mit Rocket und Groot nach Nidavellir reist, reisen die übrigen Guardians nach Knowhere, um den beim Collector versteckten Stein vor Thanos zu holen. Thor, Rocket und Groot kommen auf Nidavellir an, wo sie zusammen mit Eitri eine Waffe schmieden, die Thanos aufhalten kann. Dabei müssen sie ein paar Hindernisse aus dem Weg räumen. Währenddessen kommt es auf der Erde zum finalen Kampf in Wakanda, während Shuri, die Schwester des Black Panther, versucht den Gedankenstein aus Vision zu befreien, ohne ihn zu töten. Als Thanos nach seinem Sieg auf Titan auf die Erde reist, tötet er Vision und hat nun alle Infinity Steine zusammen. Thor stößt dazu und kann mit seiner neuen Axt einen Treffer landen. Allerdings schafft es Thanos noch mit dem Handschuh und den vereinten Steinen zu schnipsen, woraufhin sich die halbe Bevölkerung des Universums in Luft auflöst. Darunter auch die Hälfte der Avengers. Thanos zieht sich nach dem Kampf auf Titan zurück, da er seine Lebensaufgabe beendet hat. – Gekürzte Version mit für Thor relevantem Plot

Die Handlung

Thor (Chris Hemsworth) hat sich den Guardians of the Galaxy nach Endgame angeschlossen. Doch so richtig scheint es nicht seine Bestimmung zu sein. Er folgt einem Notruf von Lady Sif und erfährt, dass Gorr (Christian Bale) über das Nekro-Schwert verfügt und geschworen hat: Alle Götter müssen sterben. Als er versucht New Asgard zu retten, trifft er auf eine altet Bekannte.

Meine Meinung

Nach den Trailern zu Thor 4 war ich schon wenig überzeugt. Ragnarök konnte mich schon gar nicht mehr abholen, das Zusammenspiel mit den Guardians wirkte angestrengt und Thor zeigte sich von seiner schlechtesten Seite. Arrogant, abgehoben, also eigentlich die Eigenschaften die wir im ersten Thor bereits überwunden hatten. Alle Entwicklungen werden erst einmal über Bord geworfen und abgesehen von dem Guns’n’Roses Soundtrack und ein paar plumpen Witzen scheint der Film auf die Enttäuschung zu zulaufen, die ich erwartet habe.
Doch dann fängt er sich nochmal, und sobald Walküre und Jane Foster mit von der Partie sind, wird es auch etwas gesitteter. Die Witze sitzen mehr, die Handlung baut sich auf und einige Effekte und Bilder sind durchaus sehenswert.
So bietet der Film ein einziges auf und ab. Während einige Teile durchaus gut funktionieren und einige Witze auch treffsicher landen, gibt es dann immer wieder die Dinge, die einfach zu viel sind. Die Geschichte rund um die anderen Götter ist entweder zu lang aufgebaut oder zu kurz auserzählt, die Geschichte rund um Jane und ihre Wandlung zur Mighty Thor ist zwar einerseits gut eingebunden, andererseits aber auch ein bisschen zu leicht. Grundsätzlich gibt es hier einige „Deus Ex Machina“ Momente, wo es sich sehr einfach gemacht wurde, um bestimmte Voraussetzungen zu schaffen.
Was hingegen relativ gut funktioniert ist Christian Bales Bösewicht Gorr. Zwar ist seine Hintergrundgeschicht sehr einfach gehalten, aber dennoch verständlich rübergebracht. Seine Szenen sind gut ausgearbeitet und gerade die finale Schlacht in schwarz-weiß Optik ist optisch überaus gelungen und setzt sich nicht nur vom ansonsten fast zu bunten Film ab, sondern eben auch von vergleichbaren Schlachten aus dem MCU.
Hier zeigt sich, dass Regisseur Taika Waititi sein Handwerk durchaus beherrscht, aber zwischenzeitlich irgendwie immer eine falsche Abzweigung nimmt. So war schon bei Thor Ragnarök die ganze Geschichte rund um Hela gut inszeniert, aber die ganze Episode auf Sakaar war unnötig abgehoben. So ist es auch in Love and Thunder. Zwischen den ganzen Szenen, die einfach nur zu drüber sind, hat der Film mit den Schattenwesen teilweise Horrorelemente und schafft es auch ernstere Themen wie Krebs anzuschneiden.
Auch wenn der Film nicht die Vollkatastrophe ist, mit der ich gerechnet hatte, überwiegen leider am Ende doch die Mängel. Auch wenn ich zwischenzeitlich eine echt gute Zeit hatte und einige Witze mich abholen konnten, ist es letztlich ein Schritt zurück, denn die Entwicklung Thors wird hier immer wieder zurückgeschraubt und er scheint ständig von vorne beginnen zu müssen. Da waren wir im MCU schon längst weiter. Der einzige Vorteil dürfte sein, dass es sich tatsächlich noch einmal um einen relativ unabhängigen Film handelt, bei dem man wenig Vorwissen benötigt und der wenig Einfluss auf die künftige Entwicklung im MCU haben dürfte.

Das Fazit

Thor 4 – Love and Thunder bietet zwischen durchaus gelungenen Szenen rund um einen relativ starken Bösewicht, leider viel vereinfachtes, übertriebenes und zu buntes. Während er größtenteils zwar noch unterhalten kann, bleibt doch zu viel unausgearbeitetes im Hinterkopf. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Thor – Love and Thunder läuft seit dem 07.07.2022 in den deutschen Kinos

Doctor Strange in the Multiverse of Madness

Ein Vorwort

Nach einem bereits sehr marvellastigen Vorjahr, gibt Disney auch dieses Jahr wieder alles und bombardiert uns nicht nur mit immer mehr Serien, sondern auch weiterhin mit neuen Kinofilmen. Diesmal durfte ein bereits bekannter Charakter seinen lang ersehnten zweiten Film bekommen und macht eines noch einmal deutlich: Phase Vier wird von der Multiversums Idee geprägt bleiben. Warum mich der Film leider nicht vom Hocker hauen konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Welche Filme/Serien man aus dem MCU vorab gesehen haben sollte: Doctor Strange, WandaVision – Diese stelle ich hier kurz vor.
Welche Filme/Serien aus dem MCU gut wären vorab gesehen zu haben: What if…, Avengers – Infinity War, Avengers – Endgame, Spider-Man – No way home, Loki – hierfür verweise ich auf meine Zusammenfassungen (sofern sie bereits existieren, für die Links einfach die Titel anklicken).
Und zu guter Letzt Filme/Serien, die man nicht unbedingt gesehen haben muss, zu denen es aber größere Querverweise gibt bzw. zu denen man die bekanntesten Figuren kennen sollte: X-Men Reihe, Fantastic Four und Inhumans.

In Doctor Strange lernen wir Doctor Steven Strange kennen, einen herausragenden Neurochirurgen, der mindestens genauso arrogant ist. Bis er durch einen Unfall seine Finger nicht mehr richtig unter Kontrolle hat. Nach unzähligen Operationen ist er pleite und kann seine Finger immer noch nicht genug kontrollieren, um wieder arbeiten zu können. Als er von einem medizinschem Wunder hört, zieht es ihn nach Kathmandu. Im Kamar-Taj trifft er auf die Älteste, die ihm magische Fähigkeiten lehrt. Aller Anfang ist schwer, doch Strange ist fest entschlossen möglichst schnell alles zu lernen. Bei seinen erweiterten Studien entdeckt er durch Zufall die Magie der Zeit und damit wieder einen der Infinity-Steine. Kurz darauf wird auch schon das Kamar-Taj angegriffen. Kaecilius, ein ehemaliger Schüler des Kamar-Taj und der Ältesten, will das Dunkeluniversum und den großen Bösen Dormammu in unser Universum holen. Bei einem ersten Angriff Kaecilius wird Strange schwer verletzt und kann gerade noch in sein altes Krankenhaus entfliehen, wo er sich von einer alten Freundin Christine Palmer behandeln lässt. Zurück im Kamar-Taj hat sich Kaecilius befreit und greift nun weiter an. Strange und Mordo versuchen ihn aufzuhalten, unterliegen aber. Schließlich greift die Älteste ein. Aber auch sie unterliegt und stirbt kurz darauf. Kaecilius schafft es nun Dormammu zu entfesseln und dieser versucht die Erde einzunehmen. Doch Strange kann ihn mit einer Zeitschleife überlisten und Dormammu, sowie seine Anhänger um Kaecilius verlassen die Erde. Strange macht es sich nun zur Aufgabe die Welt vor Gefahren übernatürlicher Natur zu schützen.
In WandaVision erleben wir Wanda Maximoff und Vision wie sie im Stile verschiedener Sitcoms zusammen leben. Zeitgleich wird die Organisation SWORD zur Kleinstadt Westview gerufen, wo eine Anomalie aufgenommen wurde. Die Stadt ist unbetretbar, aber die Agent*innen empfangen die Sitcom-Folgen aus der Stadt. SWORD Agentin Monica Rambeau (bekannt aus Captain Marvel) FBI-Agent Woo (bekannt aus Ant-Man 2) und Astrophysikern Darcy Lewis (bekannt aus Thor 1-2) werden dazugerufen und untersuchen die Maximoff-Anomalie. Dabei stellt sich heraus, dass Wanda in ihrer Trauer um den in Infinity War verstorbenen Vision die Kleinstadt als Marionetten gefangen hält, um ihren Traum von einem Eheleben umzusetzen. Dazu kommen später auch zwei Kinder Tommy und Billy, die Wanda „gebärt“. Durch die Versuche von SWORD einzudringen, wird Vision immer misstrauischer und beginnt Nachforschungen anzustellen. Schließlich konfrontiert er Wanda damit und bittet sie aufzuhören. Doch die neugierige Nachbarin Agnes entpuppt sich als Hexe Agatha Harkness und ist neidisch auf Wandas Kräfte, die sie zu stehlen versucht. Es kommt zum finalen Kampf, in dem Wanda Westview und damit auch Vision aufgeben muss. Doch durch Agatha hat sie vom Darkhold erfahren, einem Zauberbuch voller schwarzer Magie, die alle einen Preis haben. Dies studiert sie in der letzten Szene in einem abgeschiedenen Haus.

Die Handlung

Doctor Strange (Benedict Cumberbatch) bekommt Besuch von America Chavez (Xochitl Gomez), die durch das Multiversum reisen kann. Sie wird von einem seltsamen Wesen gejagt, was ihr in diese Realität folgen konnte, wurde aber gerade erst von einem anderen Strange enttäuscht. Da ihm die Erfahrungen mit dem Multiversum fehlen, wendet er sich an Wanda Maximoff (Elizabeth Olsen).

Meine Meinung

Seit What if…, aber spätestens seit Spider-Man – No way home dürfte klar sein, dass Phase 4 nach einer kurzen Findungsphase – mit Shang-Chi und den Eternals – sich hauptsächlich um das Thema des Multiversums dreht. Der zweite Streich um Doctor Strange fokussiert dies nun noch mehr und beinhaltet gleich eine Reise durch eben dieses.
Dabei wird nun auch immer deutlicher, dass die Zeit der reinen Solofilme vorbei ist und die Überschneidungen immer größer werden. War Strange beispielsweise bei Spider-Man dabei, so darf nun diesmal Wanda in einer größeren Rolle auftreten. Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings auch, dass es weiterhin notwendig ist, die meisten der MCU Filme gesehen zu haben, um alle Anspielungen zu verstehen und teilweise auch um der Handlung noch folgen zu können. Da dies inzwischen auch auf die Serien ausgeweitet wurde, kommt da echt viel Material zusammen.
Aber kommen wir nun zum Film. Der Einstieg ist gleich sehr spannend und durch den Übergang von einer Welt in die nächste, sorgt sie auch wieder für die Schmunzelmomente. Hier zeigt sich in den Dialogen ein gewisses Fingerspitzengefühl um eine lockere Stimmung zu erzeugen trotz großem Kampf. Leider verliert sich genau das im Laufe des Films.
Stattdessen wird eine Überfeindin geschaffen, die eigentlich nicht zu besiegen ist. Und die Hintergrundgeschichte kann nur von jemandem geschrieben worden sein, der noch nie Verlust empfunden hat. So werden die Motive der Antagonistin komplett klein geredet, weil sie ist ja jetzt „die Böse“ anstatt diese differenzierter zu betrachten. Aber dann wäre die Action etwas weniger gewesen und so etwas gibt es in einem Marvel-Film natürlich nicht.
Das ist auch das Grundproblem des Films. So werden mit den Illuminati einige Filme/Serien eingebunden, die bisher außerhalb des MCU funktionierten, nur um diese innerhalb kürzester Zeit wieder zu zerschlagen.
Doctor Strange in the Multiverse of Madness ist trotz allem kein schlechter Film. Er ist nur hoch ambitioniert, macht einige Handlungsstränge auf, ohne diese mit genügend Power zu bedienen. So würde eine reduzierte Handlung dem Film mehr Raum geben sich richtig zu entfalten. Dennoch funktioniert er mit der Absicht sich mehr auf Action und Spannung zu konzentrieren durchaus. Aber, dass das MCU optisch gute Kämpfe inszenieren kann, wurde genug bewiesen.
So bleibt der Film hinter den Erwartungen zurück. Beziehungsweise hat damit zu kämpfen, dass das MCU bereits mit Infinity War und Endgame einen Zenit erreicht hatte und diese einfach nicht mehr übertrumpfen kann. So lässt sich der zweite Doctor Strange gut gucken, man wird unterhalten, es ist spannend, aber es wäre einfach mehr möglich gewesen.

Das Fazit

Doctor Strange in the Multiverse of Madness bietet zwar Multiverse aber wenig Madness. Er scheitert an den eigenen Ambitionen und kann mit der nur an der Oberfläche kratzenden Handlung niemanden mehr vom Hocker hauen. Trotzdem funktioniert er durch die Spannungskurve. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Doctor Strange in the Multiverse of Madness läuft seit dem 04.05.2022 in den deutschen Kinos

Morbius

Ein Vorwort

Obwohl die beiden Venom Filme nicht sonderlich erfolgreich waren und von Kritiker*innen eher zerrissen wurden, hält Sony am Spider-Man Universum fest, in dem sie Antagonisten der Spider-Man Comics nehmen und ihnen eigene Filme geben. Nun stand Morbius bevor, der wegen der Pandemie mehrfach verschoben wurde. Der Trailer sah nur milde vielversprechend aus, die ersten Rückmeldungen waren sehr negativ. Trotzdem bilde ich mir ja gerne eine eigene Meinung. Warum ich jede negative Kritik nur völlig unterstützen kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Für Morbius ist kein Vorwissen nötig. Um alle Andeutungen zu verstehen, sollte man zumindest Venom und Spider-Man Homecoming gesehen haben.
Dr. Michael Morbius (Jared Leto) leidet an einer seltenen Blutkrankheit. Für ein Heilmittel reist der Medizin-Nobelpreisträger nach Costa Rica, um dort seltene Fledermäuse zu fangen und aus ihnen ein Serum zu entwickeln. Nachdem er es sich iniziert hat, verwandelt er sich jedoch und gerät in einen Blutrausch. Er entscheidet, dass die Auswirkungen zu heftig sind und versucht die Negativwirkungen unter Kontrolle zu bekommen. Doch sein Freund Milo (Matt Smith), der unter der gleichen Krankheit leidet, findet es und injiziert es sich ebenfalls. Nun muss Morbius ihn aufhalten und sich selbst unter Kontrolle halten.

Meine Meinung

Einen Film, in dem es um eine von Fledermäusen ausgelöste Mutation geht in einer Pandemie, die möglicherweise durch eine Fledermaus ausgelöst wurde, zu verschieben, war auch abgesehen von geschlossenen Kinos eine gute Entscheidung. Inzwischen konnte man diesen Aspekt zumindest mit Humor nehmen. Das Morbius eine einzige Katastrophe ist, liegt also zumindest nicht daran.
Hat Regisseur Daniel Espinos 2017 mit Life noch bewiesen, dass er intelligente und optisch gute Science-Fiction kann, scheint er hier sein Können gänzlich vorab abgegeben zu haben. Bei Morbius stimmt einfach gar nichts. Schlechtes Drehbuch, wirre Kamerafahrt, billige Effekte, schlechtes Schauspiel und von allem eine Nummer Zuviel sind eine sehr schlechte Mischung.
So beginnt der Film bei der Suche nach den Fledermäusen auf Costa Rica. Mit hölzernen Dialogen wird Protagonist Dr. Michael Morbius „vorgestellt“, die Effekte sind hier noch okay. Wenige Minuten später folgt die Rückblende in die Kindheit. Während hier wohl die Freundschaft zwischen Morbius und Milo erklärt werden soll und eine Verbindung entstehen könnte, wird lieblos durch die Szenen geeilt, keine Tiefe, keine Zeit zur Entfaltung. Zeitsprung zurück, die nicht gerade nachvollziehbare Freundschaft wird genutzt, um die Handlung voran zu treiben. Jared Harris taucht aus irgendeinem Grund als Privatarzt bei Milo auf, eine Erklärung dafür gibt es nicht. Kurzer Abstecher auf hoher See, Test mit dem Serum geht schief. Protagonist: Oh, war ne blöde Idee, seh ich ein, belassen wir es dabei. Doch nein! Der Antagonist muss doch noch geschaffen werden!
Ich belasse es mal dabei. Wir haben zu diesem Zeitpunkt knapp ein Drittel des Films geschafft und das war noch der logische. Alles, was danach folgt, wird immer gestellter, abstruser und so schnell und hektisch erzählt, dass man an keiner Stelle mitfieber kann oder sich auch nur irgendwie für das Kommende interessiert. Denn es ist einfach absolut vorhersehbar. Wie eine Checkliste wird ein Punkt nach dem nächsten emotionlos abgehakt. Kein Innehalten, kein Hinterfragen.
Doch auch darüber hinaus, funktioniert einfach nichts an diesem Film. Die Kamera schwenkt wild hin und her, erfasst kaum eine Szene klar. Alles ist verschwommen und hektisch. Darüber werden billige Effekte gepackt, die aber nicht auffallen, weil wir nicht lange genug auf einer Stelle verharren, um wirklich etwas wahrzunehmen.
Das Schauspiel sollte bei Größen, wie Jared Leto, Matt Smith und Jared Harris wohl auch besser sein, doch bei den platten Charakteren, kann auch diese Riege an Chararakterdarstellern nichts mehr ausrichten. Im Fall von Matt Smith schien es auch nicht gewollt zu sein, so gelangweilt, wie er seinen Milo anlegt.
Was bleibt also zu Morbius zu sagen? Eigentlich nichts, denn im großen Dschungel der Comicverfilmungen so etwas abzuliefern und dann auch noch so groß zu vermarkten, ist schon irgendwie peinlich. So wird das nichts mit Sonys Spider-Man Universum, auch wenn sie vermeintlich den nächsten Film schon angekündigt haben.

Das Fazit

Morbius hakt emotionslos eine Liste ab mit Dingen, die in eine Antagonistenverfilmung gehören, bleibt aber durch die lieblos zusammengeschriebene Handlung, emotionslose Charaktere und schlechten Effekten, mit einer hektischen Kamera nicht nur hinter den Erwartungen zurück, sondern versagt auf ganzer Linie. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Morbius läuft seit dem 31.03.2022 in den deutschen Kinos

Was bisher geschah… – MCU Phase 3.2

In Vorbereitung auf Infinity War (2018) hatte ich alle bis dahin erschienen Filme des MCU (Marvel Cinematic Universe) zusammengefasst. Auf diese Zusammenfassungen verweise ich auch jetzt noch in meinen Artikeln. Inzwischen ist das MCU aber um ein paar Filme reicher und mir fehlen oftmals die Verlinkungen. Daher will ich nun die zweite Hälfte der dritten Phase zusammenfassen. Spoiler können dadurch nicht ausgeschlossen werden.

Avengers: Infinity War

Erscheinungsdatum: 26.04.2018
Eingeführte Charaktere: Eitri

Das Schiff der überlebenden Asen wird von Thanos abgefangen. Er statuiert ein Exempel, in dem er Loki tötet, sowie die Hälfte der Asen. Heimdall schafft es kurz vor seinem Tod noch den Hulk zur Erde zu schicken. Thor wird aus dem Raumschiff geschleudert. Auf der Erde warnt Hulk Doctor Strange, Wong und Iron Man, doch Thanos Anhänger sind bereits auf dem Weg, um die restlichen Infinity Steine zu sammeln. Zusammen mit Spider-Man wehren sie den ersten Angriff ab. Da diese nur hinter dem Zeitstein her sind, den Strange an einer Kette trägt, nehmen sie ihn kurzerhand mit. Iron Man und Spider-Man folgen ihm und landen auf Titan. Unterwegs können sie Thanos Anhänger überwältigen.
Der zurückgebliebene Hulk kontaktiert Captain America, der zusammen mit Falcon und Black Widow nach Schottland reist, um Vision und Wanda abzuholen, die zwischenzeitlich auch angegriffen wurden, da Vision den Gedankenstein in sich trägt. Auch diesen Angriff können sie abwehren und reisen daraufhin nach Wakanda.
Die Guardians of the Galaxy lesen unterwegs den umherfliegenden Thor auf, der den Angriff überlebt hat. Als Gamora von Thanos Angriff erfährt, weiß sie direkt, was er vorhat. Während Thor mit Rocket und Groot nach Nidavellir reist, reisen die übrigen Guardians nach Knowhere, um den beim Collector versteckten Stein vor Thanos zu holen. Doch sie kommen zu spät und Thanos nimmt Gamora mit. Die anderen reisen ebenfalls nach Titan, weil sie Thanos dort vermuten. Thanos und Gamora reisen nach Vormir, wo sich der Seelenstein befindet. Dafür muss er etwas opfern, was er liebt. Gamora feixt, weil Thanos niemanden liebt. Thanos opfert jedoch sie.
Thor, Rocket und Groot kommen auf Nidavellir an, wo sie zusammen mit Eitri eine Waffe schmieden, die Thanos aufhalten kann. Dabei müssen sie ein paar Hindernisse aus dem Weg räumen. Auf Titan treffen Strange, Iron Man und Spider-Man auf die übrigen Guardians. Gemeinsam greifen sie Thanos an, der nach Vormir ebenfalls nach Titan reist. Strange übergibt ihm schließlich den Zeitstein, um Iron Mans Leben zu retten. Währenddessen kommt es auf der Erde zum finalen Kampf in Wakanda, während Shuri, die Schwester des Black Panther, versucht den Gedankenstein aus Vision zu befreien, ohne ihn zu töten. Als Thanos nach seinem Sieg auf Titan auf die Erde reist, tötet er Vision und hat nun alle Infinity Steine zusammen. Thor stößt dazu und kann mit seiner neuen Axt einen Treffer landen. Allerdings schafft es Thanos noch mit dem Handschuh und den vereinten Steinen zu schnipsen, woraufhin sich die halbe Bevölkerung des Universums in Luft auflöst. Darunter auch die Hälfte der Avengers. Thanos zieht sich nach dem Kampf auf Titan zurück, da er seine Lebensaufgabe beendet hat.

Ant-Man and the Wasp

Erscheinungsdatum: 26.07.2018
Eingeführte Charaktere: Janet van Dyne (frühere Wasp), Dr. Bill Foster, Jimmy Choo

Nach den Ereignissen in Civil War konnte Scott Lang alias Ant-Man einen Deal aushandeln, so dass er seine Strafzeit im Hausarrest absitzen darf, damit er seine Tochter regelmäßig sehen kann. Mit einer Fußfessel wird er kontrolliert, dass er keinen Kontakt zu Hank und Hope aufnimmt. Nach einem Traum wird er von einer Ameise betäubt und wacht im Labor von Hank und Hope wieder auf. Nach Scotts Reise im subatomaren Raum im ersten Teil, glauben die beiden, dass Janet noch lebt und versuchen einen Tunnel zu bauen. Dafür fehlt ihnen jedoch ein Bauteil, was sie von Sonny Burch kaufen wollen. Der Deal platzt jedoch und als Hope in ihrem neuen Wasp-Kostüm das Bauteil so holen will, wird sie von der mysteriösen Ghost aufgehalten, die das Bauteil, sowie Hanks Labor stiehlt. Hank bittet einem alten Freund Dr. Bill Foster um Hilfe. Dieser lockt sie jedoch in eine Falle und sie erfahren Ghost Hintergrundgeschichte. Um ihr zu helfen, müssten sie Janet opfern. Bei ihrer Flucht bekommen sie ihr Labor und das benötigte Bauteil zurück. Durch Burch kommt jedoch das FBI den drei auf die Schliche. Scott schafft es noch rechtzeitig zurück in seinen Hausarrest, doch Hank und Hope werden festgenommen, wodurch Foster wieder an das Labor kommt. Scott befreit die anderen beiden und es kommt zum finalen Kampf mit Ghost. Hank kann Janet retten, die wiederum Ghost heilen kann. Am Ende wird Scotts Hausarrest aufgehoben, Burch wird vom FBI festgenommen und Dr. Foster kümmert sich um Ghost.
In der Mid-Credit-Scene wird Scott in den subatomaren Raum geschickt. Durch Thanos Schnipser verschwinden aber Hope, Hank und Janet, wodurch Scott nicht zurückgeholt werden kann.

Captain Marvel

Erscheinungsdatum: 07.03.2019
Eingeführte Charaktere: Carol Danvers/Vers/Captain Marvel, Maria Rambeau, Monica Rambeau, Talos

Vers lebt auf Hala, dem Hauptplaneten der Krees. Zusammen mit ihrem Vorgesetzten Yon-Rogg zieht sie los zu einer Operation gegen die Skrull, die einen Planeten der Kree besetzt haben. Doch die Informationen entpuppen sich als Falle und Vers wird von den Skrull festgenommen. Diese suchen nach einer bestimmten Erinnerung in ihrem Gedächtnis, wobei sie Erinnerungen freisetzen, die Vers vergessen hatte. Bei ihrer Flucht stürzt Vers auf die Erde in den 1990er Jahren. Hier glaubt sie ihre verlorenen Erinnerungen widerzufinden. Da sie die Gepflogenheiten der Erde nicht kennt, wird bald die Polizei und kurz darauf SHIELD auf sie aufmerksam. Agent Nick Fury und sein Praktikant Phil Coulson sammeln sie auf und zusammen begeben sie sich auf die Suche. In einem SHIELD Archiv finden sie Aufzeichnungen von Dr. Lawson, die Vers in ihren vergessenen Erinnerungen gesehen hat. Die Skrull sind inzwischen auch auf der Erde angekommen und versuchen Fury und Vers getarnt als SHIELD Agenten zu erwischen, doch diese können in einem Flugzeug entkommen. Dabei entdecken sie Goose, Lawsons Katze, als blinden Passagier. Die Flucht führt sie zu Vers früherer besten Freundin Maria Rambeau, die von ihrer gemeinsamen Vergangenheit berichtet und Vers wahren Namen Carol Danvers enthüllt. Talos, der Anführer der Skrull findet sie hier und bittet um ein friedliches Gespräch. Dabei erfährt sie, dass alles Geglaubte eine Lüge ist und die Kree gewaltsam das Universum versuchen zu erobern. Yon-Rogg, der sie nach ihrem Gedächtnisverlust aufnahm, hatte ihre Mentorin Dr. Lawson getötet, die den Skrull bei der Flucht vor den Kree helfen wollte. Eine geheime Energiequelle ging damals auf Danvers über, die ihre Kräfte hervorrief, die Yon-Rogg immer versuchte zu unterdrücken. Zusammen finden sie die geheime Basis der Skrull, die Lawson gebaut hatte, deren Standort sie aber Talos nicht mehr mitteilen konnte. Dort finden sie nicht nur den Tesseract, sondern es kommt auch zur finalen Auseinandersetzung mit Yon-Rogg und seinem Team. Dabei entfaltet Danvers ihre volle Kraft und blockt damit auch die zusätzliche Einheit von Ronan, dem Kläger, ab. Goose, der sich als Flerken entpuppt hat, verschluckt den Tesseract und würgt ihn in der Post-Credit-Scene auf Furys Tisch. Danvers widmet sich weiteren Notfällen im All und gibt Fury einen Notfallsender, mit dem er sie rufen kann. Diesen löste er am Ende von Infinity War aus und in der Mid-Credit-Scene rätseln die verbliebenen Avengers, wer damit gerufen wurde. Captain Marvel taucht in der letzten Einstellung auf.

Avengers: Endgame

Erscheinungsdatum: 24.04.2019
Eingeführte Charaktere: –

Captain Marvel findet Iron Man und Nebula auf dem Schiff der Guardians, das mit kaputtem Antrieb durchs All treibt. Damit rettet sie ihnen das Leben, da der Sauerstoff knapp wurde. Auf der Erde zerstreiten sich Iron Man und Captain America, weswegen die übrigen Avengers allein aufbrechen, um Thanos final zu erledigen, dessen Signal sie orten konnten. Doch sie kommen zu spät, Thanos hat die Infinity Steine unwiderbringlich zerstört.
Fünf Jahre später sind die Avengers in alle Himmelsrichtungen zerstreut und die Erde leidet noch immer unter dem Verlust der halben Menschheit. Durch einen Zufall wird Scott Lang aus der Quantenebene befreit. Da für ihn nur ein paar Stunden statt fünf Jahre vergangen sind, kommt ihm die Idee Zeitsprünge durch die Quantenebene durchzuführen. Dafür suchen Black Widow, Captain America und Ant-Man Tony Stark auf, der aber inzwischen eine Tochter hat und sein Leben unter keinen Umständen gefährden will. Doch die Idee lässt auch ihn nicht los und während Scott inzwischen mit Bruce Banner, der sich inzwischen in einer dauerhaften Zwischenform zwischen Hulk und Mensch befindet, experimentiert, präsentiert er die Lösung. Die übrig gebliebene Avengers werden zusammengetrommelt und Black Widow spürt Hawkeye auf, der nach dem Verlust seiner Familie zu Ronin geworden ist und brutale Gerechtigkeit ausübt. Sie kann ihn überreden zurück zu kommen. Auch Thor braucht viel Zusprache, da er sich in Neu Asgard sehr hat gehen lassen. Schließlich teilen sie sich in Teams auf, um die Infinity Steine aus der Vergangenheit zu holen. Thor und Rocket reisen nach Asgard ins Jahr 2013, wo sich der Äther in Jane Foster befindet. Während Rocket diesen auf ihr extrahiert, kann Thor ein klärendes Gespräch mit seiner Mutter führen, die an eben jenem Tag gestorben ist. Tony, Steve und Bruce reisen nach New York in 2012, wo Bruce den Zeitstein von der Ältesten erbittet, die ihn freiwillig hergibt, nachdem sie erfährt, dass es nach Steven Stranges Plan verläuft. Steve holt durch eine List Lokis Zepter mit dem Gedankenstein, muss sich jedoch mit seinem jüngeren Ich duellieren. Tony scheitert schließlich an der weiteren List, um an den Tesseract zu kommen, wodurch Loki mit diesem fliehen kann (der Auftakt zur Serie Loki). Dadurch reisen Steve und Tony nochmal weiter zurück in die Vergangenheit zu einem SHIELD Stütztpunkt 1970. Hier trifft Tony auf seinen Vater und kann den Tesseract aus dem Archiv holen. Steve hingegen klaut vom damals noch bei SHIELD angestellten Hank Pym seine Partikel, die sie für einen erneuten Zeitsprung benötigen. Clint und Natasja reisen nach Vormir ins Jahr 2014, um den Seelenstein zu holen. Als sie erfahren, dass der Preis eine geliebte Seele ist, kämpfen sie erbittert, da sie sich jeweils selbst opfern wollen. Black Widow „gewinnt“ und stirbt, wodurch Hawkeye mit dem Seelenstein zurückkehren kann. Rhodey und Nebula reisen nach Morag ebenfalls im Jahr 2014, um den Orb vor Star-Lord zu holen. Dabei gerät Nebulas Gedankenspeicher jedoch durcheinander, da ihr damaliges Ich ebenfalls auf der Suche nach dem Orb ist. Dadurch erfährt der Thanos von 2014 von ihrem Plan und das er schon einmal erfolgreich war. Es gelingt ihm Nebula auszuknocken und gegen die 2014er Nebula auszutauschen, so dass diese ihm die Reise ins Jahr 2024 zu ermöglichen. Gamora, die damals noch bei Thanos war, erfährt, dass Nebula und sie Freundinnen werden, weswegen sie ihr hilft. Die Avengers kehren mit allen Steinen zurück und Bruce schnipsst mit den vereinten Steinen, um die Auslöschung des halben Universums rückgängig zu machen. Während Clint mit seiner zurückgekehrten Frau telefoniert und sie dadurch erfahren, dass es funktioniert hat, greift Thanos an und zerstört das Hauptquartier komplett. Es kommt zum Endgame, dem letzten Kampf. Während Iron Man, Captain America und Thor zunächst allein Thanos gegenübertreten, hat Dr. Strange alle Armeen versammelt und bringt sie zum Schlachtfeld. Jetzt sind die Armeen ausgeglichen und sie führen einen erbitterten Kampf. Ant-Man und WASP versuchen den alten Van mit der kleinen Zeitmaschine wieder zum laufen zu bringen, denn die Steine müssen zurück in die Vergangenheit gebracht werden. Dabei kommt Thanos kurzzeitig in ihren Besitz, was nur durch das Eintreffen von Captain Marvel verhindert werden kann. Schließlich deutet Strange an, dass es sich bei diesem Zeitstrang um den einen handelt, bei dem sie gewinnen, was Iron Man dazu veranlasst, die Steine seinem Anzug hinzuzufügen und durch einen Schnippser Thanos und seine Armee verschwinden zu lassen. Dies bezahlt er jedoch mit seinem Leben. Nach der Beerdigung reist Captain America zurück, um alle Steine zurückzubringen. Statt wie geplant danach zurückzukehren, bleibt er in der Vergangenheit und verbringt ein glückliches Leben mit Peggy Carter. Als alter Mann kehrt er zurück und übergibt sein Schild an Falcon (Auftakt zur Serie Falcon and the Winter Soldier).

Spider-Man 2: Far from home

Erscheinungsdatum: 04.07.2019
Eingeführte Charaktere: J. Jonah Jameson

In Far from home fährt Peter mit seinen Klassenkamerad*innen auf Klassenfahrt. Durch die Geschehnisse in Endgame ist die Klasse neu zusammengesetzt. Ebenfalls versucht Peter den Tod seines Mentors Iron Man zu verarbeiten. In Venedig taucht ein Wassermonster auf. Bei dem Kampf wird Peter unerwartet von Mysterio unterstützt, dessen Familie durch diese Monster ausgelöscht wurden. Da Peter lieber weiter auf der Klassenfahrt bleibt, leitet Nick Fury diese kurzerhand nach Prag um, wo das nächste Monster vermutet wird. Dort gesteht er seinem Schwarm MJ, dass er Spider-Man ist, was diese jedoch schon wusste. Er findet dabei eine Drohne, die er dem zuvor stattgefundenen Kampf von Mysterio und einem Feuerwesen zuordnet. Dadurch findet er heraus, dass Mysterio ihn angelogen hat und die Kämpfe nur simuliert hat. Zuvor hat er diesem jedoch die Kontrolle über Technologie von Iron Man übertragen. In Berlin versucht er Mytserio zu stellen, muss jedoch feststellen, dass er in einer Simulation gelandet ist. Da nun auch Ned und MJ in Gefahr sind, reist er ihnen nach. In London kommt es zum finalen Kampf, bei dem Mysterio besiegt wird. In der Mid-Credit-Scene beschuldigt J. Jonah Jameson öffentlich Peter als Mörder Mysterios und entlarvt ihn gleichzeitig als Spider-Man.

Hawkeye

Ein Vorwort

Marvels fünfte Serie auf Disney+ handelte nun endlich von einem Superhelden, der bisher immer irgendwie mit dabei war, aber nie im Fokus lag. Zeitgleich handelt sie von meinem absoluten Lieblingsavenger – und ja, ich habe eine Schwäche für Bogenschützen. Die Rede ist von Hawkeye. Nachdem sich bisher die stärkeren und schwächen Serien abgewechselt haben, standen die Zeichen wieder gut für Hawkeye. Warum es sich dabei zeitgleich um die stärkste Serie handelt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Welche Filme man vorab aus dem MCU gesehen haben sollte: Avengers – Age of Ultron, Avengers – Endgame  – diese stelle ich hier kurz vor.
Welche Filme/Serien aus dem MCU gut wären vorab gesehen zu haben: The Avengers, Captain America 3 – Civil War, Black Widow, Daredevil (die Netflix Serie) – hierfür verweise ich auf meine Zusammenfassungen (sofern bereits vorhanden, für die Links einfach die Titel anklicken).

In Avengers – Age of Ultron hat sich das Team wieder versammelt, diesmal um gegen von Strucker vorzugehen, der Lokis Zepter stehlen konnte. Dabei treffen sie zum ersten Mal auf die Zwillinge Pierdro und Wanda Maximoff. Strucker kann besiegt werden und die Avengers nehmen das Zepter mit nach Hause. Dort kommt Iron Man auf die Idee die Intelligenz aus dem Zepter zu holen und in sein Dronenprojekt Ultron zu integrieren. Doch die Intelligenz macht sich selbstständig und besiegt JARVIS, der KI, die Stark als Butler nutzt. Ultron greift die Avengers an. Die Drohe kann zerstört werden, doch Ultron flieht übers Internet. In einer verlassenen Fabrik nimmt er wieder Besitz von einem Maschinenkörper und wird dort von den Maximoffs gefunden, die ebenfalls eine Rechnung mit Stark offen haben. Ultron baut eine ganze Armee von Drohnen mit seiner Intelligenz. Für seinen Plan braucht er das sehr seltene Element Vibranium, die er vom Schmuggler und Waffenhändler Ulysses Klaue bekommen will. Die Avengers bekommen Wind von diesem Plan und spüren Klaue ebenfalls auf. Dabei treffen sie auf Wanda, die als Scarlet Witch manchen der Avengers ihre schlimmsten Ängste zeigt. Dadurch dreht Banner durch und verwandelt sich unkontrolliert in den Hulk. Stark muss in seinem neuen Iron Man Anzug „Hulkbuster“ einstreiten, beiden richten jedoch im Kampf eine Menge Zerstörung an. Um Abstand von allem zu bekommen, ziehen sich die Held*innen in ein Safehouse zurück. Dabei stellen sie fest, dass hier Hawkeyes Familie lebt. Seine Frau, mit dem dritten Kind schwanger, sorgt für die Avengers, die neuen Mut schöpfen.
Ultron entführt als nächstes die Wissenschaftlerin Helen Cho, die ihm einen richtigen künstlichen Körper erschaffen soll. Die Avengers können jedoch die Übertragung von Ultron in den Körper verhindern, Stark setzt aber hinterher den wiedererweckten JARVIS in den Körper ein. Inzwischen haben auch die Maximoffs Ultrons wahre Pläne, die Vernichtung der Menschheit, durchschaut und stellen sich im letzten Kampf auf die Seite der Avengers. Ultron hat eine Maschine entwickelt mit der er die Stadt Sokovia in die Luft steigen kann. Diese will er dann ab einem gewissen Punkt wieder fallen lassen, um damit einen Meteoriteneinschlag zu simulieren, mit dessen Wucht die gesamte Menschheit ausgelöscht werden kann. Beim Kampf tötet Ultron Piedro Maximoff, die Avengers können aber das schlimmste verhindern.
In Avengers – Endgame muss Clint Barton den Verlust seiner Familie durch Thanos Schnippsen mitansehen. Dies prägt ihn so sehr, dass er zu dem Untergrund-Rächer Ronan wird. Erst Black Widow kann ihn von seinem Pfad abbringen und holt ihn zurück zu den Avengers, die mit Hilfe von Scott Lang und Iron Man an einer Zeitmaschine arbeiten. Sie wollen die Infinity-Steine zusammentragen und so alle ausgelöschten Leben zurückholen. Hawkeye wird mit Black Widow als Team eingeteilt. Sie reisen nach Vormir, um den Seelenstein zu besorgen. Dabei wissen sie nicht, dass eine geliebte Person geopfert werden muss. Beide beschließen das Opfer zu sein und leisten sich einen erbitterten Kampf. Black Widow „gewinnt“ schließlich und Hawkeye ist nun zwar im Besitz des Seelensteins, hat aber seine beste Freundin verloren. Die Avengers können den Handschuh mit allen Infinity Steinen wieder zusammensetzen und so die Auslöschung der halben Bevölkerung rückgängig machen. Als Hawkeye einen Anruf seiner bis dahin toten Frau erhält, wissen sie, dass es funktioniert hat. Allerdings hat Thanos Wind von ihrem Plan bekommen und greift an. In einer letzten finalen Schlacht können sie vereint Thanos besiegen. Dabei verliert auch Iron Man sein Leben. Bei der Beerdigung ist Hawkeye wieder mit seiner Familie vereint.

Die Handlung

Kate Bishop (Hailee Steinfeld) ist seit den Ereignissen in New York 2012 (siehe The Avengers) großer Fan von ihrem persönlichen Helden Hawkeye alias Clint Barton (Jeremy Renner). Als bei einer Schwarzmarkt-Auktion auf einer Charity-Veranstaltung der Firma ihrer Mutter das Kostüm des Ronin versteigert wird, landet dies nach einem Anschlag in ihrem Besitz. Damit macht sie zwei Parteien auf sich aufmerksam. Zum einen Hawkeye, der eigentlich wegen eines Musicalbesuchs mit seinen Kindern in der Stadt war, und der Jogging-Anzug Gang, deren Anzahl der Ronin einst stark verkleinerte.

Meine Meinung

Mein inneres Fangirl war seit der Ankündigung der Serie total aus dem Häusschen. Endlich würde mein Lieblingsavenger die Screentime bekommen, die er verdient. Zeitgleich hatte ich Angst, dass es sich vielleicht um einen Abschied handeln könnte. Die Altherrenriege, die Platz macht für frische junge Powerfrauen. Bekommen habe ich ein wahnsinnig gutes Duo.
Aber fangen wir am Anfang an. Die Geschichte wird aus der Sicht von Kate Bishop erzählt. Wie ich, ist sie ein großer Hawkeye-Fan. Allerdings liegt es bei ihr daran, dass er ihr als Kind das Leben gerettet hat, da sie beim Alienangriff 2012 in New York war. Seitdem hat sie hart an ihrer Bogenschützenkarriere gearbeitet. Als sie dann tatsächlich auf Clint Barton trifft, scheinen all ihre Träume sich zu erfüllen. Dieser will aber lieber nach Hause und mit seiner Familie Weihnachten feiern. So spiegeln sich Euphorie und Abweisung in ihren Dialogen wieder. Doch nach und nach wachsen sie als Team zusammen. Durch den Altersunterschied und die familiäre Hintergrundgeschichte Hawkeyes haben wir hier auch keine sich aufbauende Liebesgeschichte, was sehr erfrischend ist.
Dieses Erfrischende ist auch genau das, was die Serie ausmacht. Wir haben hier keinen Thanos, keine weltweit politischen Beziehungen und auch ansonsten keine Übermacht, mit der zu kämpfen ist. Sondern eher kleinere Konflikte – auch wenn gerade gegen Ende noch einmal größere dazu kommen – die dennoch Raum für eine ganze Staffel schaffen. Denn hier kommt an keiner Stelle Langeweile auf. Vor allem durch die flotten Dialoge zwischen Barton und Bishop, aber auch zwischen den beiden und der Jogginganzug-Gang. Dabei bleibt die Serie stets auf dem Boden der Tatsache. Gerade Hawkeye ist ein sehr geerdeter Avenger, der gerade durch seine Familie einfach sehr menschlich geblieben ist. Der trotz seines Ruhms nahbar ist.
So geben sich Spannung, Witz und einmalige Dialoge die Klinke in die Hand und bilden eine Handlung, die zwar im Vergleich zu den großen Filmen des Universums mickrig wirkt, aber genau diese Rückbesinnung auf die „einfachen Probleme“ tut dem ganzen Universum gut. Über das Setting zu Weihnachten lässt sich zwar streiten, aber selbst mich als Grinch hat es jetzt nicht gestört.
Zum Schluss habe ich nur noch einen Wunsch: Ich hätte gerne das komplette „Rogers – the Musical“ gesehen. Lieber Herr Feige, falls Sie das lesen: Bitte, bitte machen Sie aus der Idee ein ganzes Musical!
PS: Ich lass euch das Gif mal hier. Ich kriege davon immer einen Lachflash und lachen ist gesund 😉

Das Fazit

Hawkeye besinnt sich zurück auf ruhigere Zeiten und präsentiert einen auf den Boden gebliebenen Superhelden und seine Fan-Nachfolgerin. Durch einmalige dialoge, viel Witz und gleichzeitig viel Spannung ist die Serie die bisher beste der Reihe.

Hawkeye ist als Original bei Disney+ im Abo enthalten

Spider-Man 3 – No way home

Ein Vorwort

Kinostart kurz vor Weihnachten ist eigentlich ein Garant für gute Zuschauerzahlen. Doch durch die weitverbreitete 2G-Regelung machen die ersten Filme schon wieder Rückzieher. Dabei hat Spider-Man mit dem besten Einspielergebnis seit der Pandemie erst wieder bewiesen, dass mit dem richtigen Film auch die Zahlen stimmen. Ob der Film mit der Schlagzeile mithalten kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Welche Filme man vorab aus dem MCU gesehen haben sollte: Spider-Man Homecoming & Far from home – diese stelle ich hier kurz vor.
Welche Filme/Serien aus dem MCU gut wären vorab gesehen zu haben: Avengers – Endgame, Doctor Strange, WandaVision, What if… – hierfür verweise ich auf meine Zusammenfassungen (für die Links einfach die Titel anklicken). Ebenfalls ist es empfehlenswert die bisherigen Spider-Man Filme mit Tobey McGuire und Andrew Garfield zu sehen. Da ich sie selbst nicht gesehen habe, kann ich hier nicht sagen, welche wichtiger und welche unwichtiger sind.

Nach seinem Auftritt in Civil War will Peter Parker unbedingt ein Avenger werden. Doch Tony Stark möchte ihn komplett aus der Schusslinie nehmen. Bei einem Banküberfall merkt Peter das erste Mal, dass sein Handeln auch Konsequenzen haben kann, als beinahe ein Freund von ihm verletzt wird. Bei dem Überfall wurde eine Waffe verwendet, die mit Alientechnik verbessert wurde. Spider-Man versucht den Mann hinter den Waffengeschäften zu finden und trifft auf Adrian Toomes alias The Vulture. Bei der ersten Konfrontation muss Iron Man einschreiten und rügt Spider-Man danach. Dieser lässt sich jedoch nicht aufhalten und stellt mit seinem besten Freund Ned Leeds fest, dass sein Anzug noch mehrere versteckte Funktionen hat, die Ned freischalten kann. Kurz darauf begegnet er wieder the Vulture und seinen Handlangern. Diesmal wird dabei die Staten Island Ferry beschädigt und droht mitsamt aller Zivilisten unterzugehen. Spider-Man bemüht sich alle zu retten, doch wieder muss Iron Man eingreifen. Als Strafe nimmt er Spider-Man seinen Anzug weg. Reumütig versucht sich Peter wieder auf die Schule zu konzentrieren. Als der Homecoming-Ball ansteht, traut sich Peter Liz zu fragen, ob sie ihn begleiten möchte. Doch als er Liz abholt, erkennt er sofort ihren Vater: The Vulture. Er heftet sich an dessen Fersen. Dabei wird er jedoch zunächst überwältigt und hinterfragt seine Spider-Man Identität. Schließlich kann er sich befreien und versucht the Vulture aufzuhalten, der vom Umzug Iron Mans profitieren will und einen Jet in der Luft ausrauben will. Spider-Man schafft es den Jet zum abstürzen zu bringen, ihn aber von New York weg und an den Strand zu bringen, so dass niemand verletzt wird. Ebenfalls rettet er the Vulture, dessen Fluganzug zu explodieren drohte. Tony Stark will ihn daraufhin als neuen Avenger vorstellen, Peter lehnt jedoch ab, da er lieber die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft bleiben will.
In Far from home fährt Peter mit seinen Klassenkamerad*innen auf Klassenfahrt. Durch die Geschehnisse in Endgame ist die Klasse neu zusammengesetzt. Ebenfalls versucht Peter den Tod seines Mentors Iron Man zu verarbeiten. In Venedig taucht ein Wassermonster auf. Bei dem Kampf wird Peter unerwartet von Mysterio unterstützt, dessen Familie durch diese Monster ausgelöscht wurden. Da Peter lieber weiter auf der Klassenfahrt bleibt, leitet Nick Fury diese kurzerhand nach Prag um, wo das nächste Monster vermutet wird. Dort gesteht er seinem Schwarm MJ, dass er Spider-Man ist, was diese jedoch schon wusste. Er findet dabei eine Drohne, die er dem zuvor stattgefundenen Kampf von Mysterio und einem Feuerwesen zuordnet. Dadurch findet er heraus, dass Mysterio ihn angelogen hat und die Kämpfe nur simuliert hat. Zuvor hat er diesem jedoch die Kontrolle über Technologie von Iron Man übertragen. In Berlin versucht er Mytserio zu stellen, muss jedoch feststellen, dass er in einer Simulation gelandet ist. Da nun auch Ned und MJ in Gefahr sind, reist er ihnen nach. In London kommt es zum finalen Kampf, bei dem Mysterio besiegt wird. In der Mid-Credit-Scene beschuldigt J. Jonah Jameson öffentlich Peter als Mörder Mysterios und entlarvt ihn gleichzeitig als Spider-Man.

Die Handlung

Nach Jamesons Enthüllungen steht Peter Parker (Tom Holland) in der Kritik der Öffentlichkeit. Da auch seine Freund*innen da mit reingezogen werden, sucht er Doctor Strange (Benedict Cumberbatch) auf und bittet ihn um Hilfe. Doch der Zauber geht schief und die Grenzen zum Multiversum verwischen. Kurz darauf tauchen Bösewichte auf, die allesamt Peter zu kennen scheinen.

Meine Meinung

Spider-Man war noch nie mein bevorzugter Superheld. Die früheren Filme habe ich daher nie gesehen. Erst als er zum MCU stieß und man die Filme irgendwie sehen musste, da alle Marvel Filme irgendwo aufeinander aufbauen, habe ich mich mit ihm näher auseinander gesetzt. Während Homecoming für mich noch eine Überraschung war, konnte ich Far from home wenig abgewinnen. Nur kurz zuvor war es Endgame, der irgendwo eine ganze Ära beendete und auf einmal sollte der zweite Spidey Phase 3 beenden? Dementsprechend frustriert ging ich nun in No way home. Immerhin der zweite Trailer ließ mich ein wenig Hoffnung schöpfen, dass es vielleicht doch halbwegs amüsant wird.
Letztlich war No way home eine Achterbahn der Gefühle. Zwischen Euphorie, Spaß aber auch Enttäuschung. Denn die Geschichte an sich konnte mich wesentlich mehr mitreißen und begeistern als zuvor gedacht. Die Idee das Multiversum nach What if… zunächst auf ein paar Bösewichte aus den früheren Spider-Man Filmen zu begrenzen, funktioniert erstaunlich gut und bringt die Handlung gut voran. Zeitgleich verbirgt sich dahinter auch eine Menge Potential für Späße, wovon einiges ausgereizt wird. Selbst wenn man sich im Spider-Man Universum nicht so gut auskennt und die früheren Filme nie gesehen hat, funktionieren viele Anspielungen, auch wenn man wahrscheinlich gar nicht alle mitbekommt, und man kann der Handlung folgen.
Allerdings ist es gerade die sich zunehmends verschiebende Dynamik zwischen Peter und Doctor Strange, die immer mehr ins merkwürdige rutscht. Hier merkt man Benedict Cumberbatch an, dass er wohl von so einigen Dialogzeilen etwas genervt war, da er das nur dezent überspielen konnte. Während Peter durch die Verantwortung und Erwartungshaltung von Strange und seiner Tante May zunehmend überfordert ist, werden auch die Zuschauenden zunehmend verwirrt. Freund und Feind verschwimmt innerhalb von wenigen Minuten, um sich kurz darauf mit dem größtmöglichen Drama neu zu festigen. Ob dies nun wirklich nötig war, bleibt fraglich, denn teilweise scheint es so, als ob dieser nur aus Prinzip und nicht weil er wirklich gepasst hat, eingebaut wurde.
Dafür wird man jedoch am Ende beim großen Finale für alles entschädigt. Das Zusammenspiel aus alten und neuen Charakteren funktioniert hier absolut hervorragend. Es macht Spaß, ist spannend, birgt mehrere Handlungsstränge und bringt das Franchise zu einem würdigen Ende! (PS: Ich habe keine Ahnung, ob weitere Spideys geplant sind, aber es fühlt sich nach einem guten und würdevollen Abschluss an. Das hält in Hollywood zwar niemanden mehr auf, aber vielleicht haben wir ja wieder ein paar Jahre Ruhe)
Das Multiversum wird uns wohl noch die gesamte Phase 4 über begleiten. Vor dem Multiverse of Madness (Doctor Strange 2) fühlte sich dieser sanftere Einstieg unfassbar gut an. Es ist wohl der stärkste Spider-Man Film aus dem MCU (darüber hinaus kann ich nicht beurteilen), auch wenn er eben deutlich spürbare Schwächen hat. Aber mit diesen muss man leben, wenn man die Stärken des Films erkunden will. Das Ende lässt einen dann zwar wieder zwiegespalten zurück, aber auch darin liegt Ende und Anfang zugleich.

Das Fazit

Spider-Man 3 – No way home lässt sich nicht so einfach bewerten. Zeitgleich der stärkste Film der Reihe, hat er doch an einigen Stellen deutliche Schwächen, gerade in bestimmten Handlungsabschnitten, die ein grandioses Finale jedoch größtenteils ausbügeln kann. Die Einführung ins Multiversum funktioniert besser als gedacht und zeigt, was möglich ist. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Spider-Man: No way home läuft seit dem 16.12.2021 in den deutschen Kinos