X-Men: New Mutants

Ein Vorwort

Nach einer langen Leidensgeschichte hat es nun der letzte X-Men Film in die Kinos geschafft. Zwischendurch standen die Chancen dafür ja sehr schlecht. Regisseur Josh Boone (Das Schicksal ist ein mieser Verräter) hatte zunächst eine große Vision, sie sollte nah an den Comics bleiben und einem Horrorfilm gleichen. Seitdem wurde der Film immer weiter nach hinten verschoben und immer mehr wurde daran herumgedoktert, bis er schließlich fast neu gedreht wurde. Was der letzte X-Men Film nun wirklich kann und warum er kein Vollfiasko, wie zuvor Dark Phoenix war, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Danielle Moonstar (Blu Hunt) erwacht nach einem Angriff auf ihr Reservat in einem eher ungewöhnlichen Krankenhaus. Unter der Leitung der Ärztin Dr. Reyes (Alice Braga) sind hier eine Handvoll Patienten untergebracht, alle mit ungewöhnlichen Fähigkeiten. Laut Dr. Reyes sollen sie diese kontrollieren lernen, um auf eine größere Sache vorbereitet zu werden. Doch etwas scheint dort nicht zu stimmen.

Meine Meinung

Nach der langen Entstehungsgeschichte habe ich ehrlich gesagt eine absolute Katastrophe erwartet. Ähnlich wie bei Venom, wo man zu viele Handschriften erkannt hat. Zumal die letzten X-Men Filme Apocalypse und Dark Phoenix sich ja eher zu übertreffen versuchten, wer die Reihe unwürdiger beendet hätte. Nun fällt diese Aufgabe den New Mutants zu. Und ganz ehrlich, der Reihe hätte es wesentlich schlechter ergehen können, allerdings auch wesentlich besser.
Mit New Mutants wird sich zum ersten Mal vom klassischen Schema weggetraut. Wir haben hier keine Superhelden im Superheldenanzug und auch keinen klassischen Bösewicht. Wir haben keine Cameos von bekannten Mutanten und auch nur ganz wenig Anspielungen auf die bekannte Welt. Stattdessen haben wir eine Anstalt, die grundsätzlich einem Horrorfilm entsprungen sein könnte, was wohl auch der ursprüngliche Wille des Regisseurs war, und drinnen haben wir eine Mutanten Coming of age Story, die aus gutem Grund mit dem Breakfast Club verglichen wird. 
Das Ganze wurde mit einem überwiegend guten Cast unterstrichen, auch wenn Hauptdarstellerin Blu Hunt ihre Danielle eher blass darstellt. Hier kommt sie gegen ihre erfahreneren Kollegen, allen voran Anya Taylor-Joy, einfach nicht an. Die Stärke des Films liegt auch deutlich in den Charakteren und ihrem Miteinander. Denn solange sich der Film auf das Coming-of-age konzentriert, funktioniert er. 
Das ändert sich leider, sobald er versucht sich auch als Horrorfilm zu präsentieren. Was mir als Schisser vielleicht noch zu Gute kommt, ist leider eine ziemliche Verschwendung des Settings. Die zwischendurch auftauchenden Monster sind wenig gruselig und eigentlich beobachten wir eher die Charaktere, die schreien, wenn es sie selbst betrifft und die anderen die von einem zum anderen rennen. Gerade hier hätte man viel mehr aus dem Setting machen können, mehr mit den Ängsten der Charaktere spielen und die Fähigkeiten der Mutanten mehr einsetzen können.
Denn dann hätte man sich das sehr plumpe Finale wohl auch sparen können. Denn so ist es ein reines „Wir lassen noch einmal alle Charaktere ihre Fähigkeiten zeigen! Und zwar schön nach einander, damit auch alle richtig zur Geltung kommen“. Das ist für das Finale des Finalfilms einer solchen Reihe dann doch sehr billig. 
Letztlich passt der Titel, denn der Film zeigt neue Mutanten, die mit den Filmen zuvor nichts zu tun hatte. Letztlich lässt er sich auch mit den wenigen Referenzen trotzdem ins X-Men Universum einordnen. Was hier aber hätte draus werden können, wenn man dem Regisseur einfach vertraut hätte, bleibt nur zu erahnen.

Das Fazit

X-Men: New Mutants ist wohl nicht der schlechteste Abschluss der Reihe, aber kränkelt dann doch an zu vielen Stellen, um wirklich gut zu sein. So bleibt es nur ein netter Versuch eines Horrorfilms mit Coming-of-Age und Mutantenelementen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

X-Men: New Mutants läuft seit dem 10.09.2020 in den deutschen Kinos

Picard & Inhumans – Ein Duo Serienkritiken

Eigentlich sollte es hier wieder eine Handvoll Serienkritiken geben, genug Staffeln hatte ich zusammen. Doch dann schrieb ich die ersten beiden Beiträge und sie wurden immer länger. Also beschloss ich, es bei einem Duo zu belassen. Passenderweise gefiel mir eine Serie richtig gut, während mich die andere nicht überzeugen konnte.

Star Trek – Picard – Staffel 1

Die Handlung: 2399. Jean-Luc Picard hat 14 Jahre zuvor die Sternenflotte verlassen, nachdem es durch den Zerfall des romulanischen Imperiums und einem Androiden-Angriff auf dem Mars zum Zerwürfnis kam. Als jedoch die junge Dahj ihn um Hilfe ersucht, stellt er eine neue kleine Mannschaft zusammen, um ihre Zwillingsschwester Soji zu retten. Auf seiner Reise trifft er auf alte Freunde und neue Feinde.

Meine Meinung: Ich war nie der größte Trekkie. Während mein Lebensgefährte alle bisher erschienenden Serien gesehen hat, habe ich immer mal wieder eine mitgesehen. Star Trek – Next Generation kannte ich bereits aus meiner Kindheit, da meine Mutter großer Fan der Serie ist. Mit Discovery habe ich es selbst probiert, bin bisher aber nicht über die erste Staffel hinaus gekommen. Erst Picard konnte mich so richtig in seinen Bann ziehen. Obwohl ich eigentlich großer Fan von Einzelepisoden – dem sogenanten „Monster of the Week“-Prinzip – konnte ich mir hier mit der großen Handlung über eine Staffel anfreunden und war jede Woche wieder gespannt auf die neue Folge.
Für alle Star Trek-Neulinge, bietet die Serie genug Erklärungen, um die Rahmen-handlung zu verstehen. Natürlich werden einige Dinge vorausgesetzt. Man soll wissen, wie die einzelnen Spezies sind, was also ein Romulaner ausmacht und was es mit den Borg auf sich hatte. Aber auch ohne dieses Wissen kann man sich relativ schnell in die Serie reinfuchsen und kann sie gut verstehen. Für Star Trek-Fans gibt es dann natürlich die Anspielungen auf frühere Abenteuer. Es gibt mehrere Gastauftritte, die immer wieder für ein freudiges Wiedersehen sorgen. Trotzdem ist es eine komplett neue Handlung, in der man auch als Fan immer wieder neues entdeckt.
Die Geschichte an sich, ist gut durchdacht, hat überraschende Wendungen und schafft es interessante neue Charaktere einzuführen. Lediglich eine etwas überambitionierte Gegenspielerin strapaziert die Nerven der Zuschauer, hat sie doch keinen Tiefgang. Ihre einzige Motivation ist ihr Ziel zu erreichen. Während man am Anfang das neue Team einfach vorgesetzt bekommt, erhalten jedoch alle Charaktere immer wieder Raum in den Folgen, um auf ihre Hintergründe einzugehen und ihnen Tiefgang zu geben. So fiebert man auch mit ihnen mit und auch Handlungsstränge, an denen Picard nicht teilnimmt, bleiben interessant und spannend.
Die erste Staffel ist in sich geschlossen, kann also als alleinstehendes Abenteuer gesehen werden. Dennoch freue ich mich auf die angekündigte zweite Staffel.

Das Fazit: Star Trek – Picard bietet zugleich Auftakt für viele neue Abenteuer, als auch eine in sich geschlossene Geschichte. Es werden neue Charaktere, Welten und Szenarien geboten, ebenso wie ein Wiedersehen mit Altbekanntem. Die geschickte Verflechtung von beidem macht Picard zu einem spannenden Weltraumabenteuer.

Star Trek: Picard ist auf Amazon Prime verfügbar

Inhumans – Staffel 1

Die Handlung: Inhumans sind eine eigene Spezies, die bei einer Prozedur einzigartige Fähigkeiten erhalten, und sich dadurch von den Menschen unterscheiden. Sie leben im Verborgenen auf dem Mond, in der Stadt Attilan. Durch ein strenges Kastensystem wird der Unmut in der Bevölkerung immer größer. Doch König Black Bolt und Königin Medusa halten an dem alten System fest. Ebenfalls mit zur königlichen Familie gehören die Cousins Karnak und Gorgon, sowie Medusas Schwester Crystal.  Black Bolts Bruder Maximus, der durch die Prozedur zu einem gewöhnlichen Mensch wurde, neidet seinem älteren Bruder und putscht schließlich mit Hilfe der königlichen Leibgarde. Die königliche Familie kann zur Erde fliehen, landet jedoch an unterschiedlichen Punkten in Hawaii. Nun müssen sie sich wieder finden und ein Plan muss her. Maximus verspricht dem Volk die Aufhebung des Kastensystems, verfolgt aber ganz eigene Ziele.

Meine Meinung: Eine schwierige Serie, die nicht ohne Grund bereits nach der ersten Staffel wieder eingestellt wurde. In acht Folgen wird der Fall und die Rückkehr der königlichen Familie erzählt. Dabei bleibt der Spannung wegen vieles auf der Strecke. Alle Gefallenen finden auf der Erde Verbündete. Hier entstehen ein paar interessante Geschichten, auf die lediglich kurz eingegangen wird. Eigentlich hastet die Serie von Schauort zu Schauort und findet keine Zeit, um etwas zu erklären. So wird vieles angedeutet, aber nicht fertig erklärt.
Die erste Hälfte der Serie ist man noch damit beschäftigt aufzuzeigen, was für ein schlechter Herrscher Black Bolt war, nur um ihn direkt danach wieder zum Helden zu deklarieren. Maximus, der von Anfang an zwischen eigenen Interessen und dem Wohl des Volkes hin und herschwankte, wird dann komplett zum egoistischen Herrscher erklärt. Man macht es sich also sehr einfach, ohne wirkliche Diskussion, was alles falsch lief. Lediglich Medusa darf am Ende dann doch noch ein paar Sachen auf beiden Seiten anzweifeln. Die Zahl der agierenden Charaktere bleibt stets übersichtlich, so dass man kein Problem hat, sich die wichtigsten Namen einzuprägen.
Ich bin zwar ein großer Fan von kürzeren Staffeln, damit die Handlung nicht künstlich gestreckt wird, doch hier wäre eine längere Staffel tatsächlich angebracht. Man hätte sich zunächst mit den Inhumans und Attilan auseinander setzen können. Dann wäre man zu dem Disput der beiden Brüder übergegangen, die im Putsch geendet hätte. Nun hätte jeder gefallene Charakter eine eigene Folge bekommen, um die kleinen Einzelgeschichten etwas näher beleuchten zu können. Dann geht es wieder nach Attilan und zeigt Maximus, der wirklich Änderungen und Maßnahmen vornimmt. Danach finden sich die Gefallenen wieder und kehren nach Attilan zurück. Dort versuchen sie ihre Macht wieder zu erlangen. Maximus wird dadurch immer paranoider und es stellen sich seine eigennützigen Absichten heraus. Black Bolt und Maximus vernichten sich gegenseitig und Medusa wird Königin, die von beiden Seiten lernt. Genauso hätte ich mir die Staffel gewünscht und dann hätte sie vielleicht auch besser funktioniert.

Das Fazit: Inhumans gehört zwar zum Marvel Cinematic Universe, erzählt aber eine schwache unausgereifte Geschichte, die zu sehr springt und ständig versucht neue Spannungsszenen einzubauen, dabei aber vergisst den Zuschauer in die neue Welt einzuführen.

Inhumans ist auf Disney+ verfügbar

Spider-Man: Far from home

Ein Vorwort

Nach den Nachrichten, dass Avatar (endlich) vom ersten Platz der erfolgreichsten Filme aller Zeiten (zumindest uninflationsbereinigt) gestoßen wurde, ist schon einmal eine gute Nachricht. Umso mehr freut mich, dass es Endgame geschafft hat. Denn damit wurden 11 Jahre Filmfranchise zu einem krönenden Höhepunkt geführt. Umso verwirrter wurde man, als Kevin Feige ankündigte, dass Phase 3 doch nicht mit Endgame ende, sondern eben erst mit dem zweiten Marvel-Spider-Man Versuch. Kann dies ein ebenso guter Abschluss für die dritte Phase werden?

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

Peter Parker wird von Tony Stark aka Iron Man aufgesucht, damit dieser ihm als seine Geheimidentität Spider-Man hilft, um Captain America im Civil War aufzuhalten. Bei dem großen Kampf am Leipziger Flughafen hält er sich wacker.
Wieder zu Hause will er unbedingt ein Avenger werden und ruft Tony Stark regelmäßig mit Updates aus der Nachbarschaft an. Dieser ignoriert ihn jedoch geflissentlich. Als in seiner Umgebung jedoch Waffen mit Centauri-Technologie (wir erinnern uns an den großen Kmapf im ersten Avengers-Teil) auftauchen, macht er sich auf die Suche und trifft auf den Waffenhändler Adrian Toomes, der sich als The Vulture einen Namen gemacht hat. Da weder Stark, noch dessen Bodyguard Happy, ihn ernst nehmen, versucht Peter Toomes selbstständig zu fangen. Nachdem er dabei aber mehrere Menschenleben in Gefahr bringt, gibt es eine große Standpauke von Tony Stark, der ihm seinen Spider-Man Anzug wegnimmt. Beim Homecomingball trifft Peter wieder auf Toomes, der sich als Vater seines Schwarms herausstellt. Nach dem großen Endkampf will Stark ihn endlich als Avenger ankündigen. Peter hält das jedoch für eine Prüfung und beschließt lieber die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft zu bleiben.
In Avengers: Infinity War begleitet Peter eher unfreiwillig Iron Man und Doctor Strange in Thanos Raumschiff auf den Weg nach Titan, Thanos Heimatplaneten. Dort versucht er zusammen mit den Guardians gegen Thanos zu kämpfen. Am Ende fällt er Thanos Schnipsen zum Opfer und zerfällt zu Staub.
Erst im großen Endkampf am Ende von Avengers: Endgame taucht er zusammen mit den anderen „Gefallenen“ wieder auf, nachdem Hulk den Schnipser rückgängig machen konnte. Am Ende betrauert er den Fall seines großen Idols Tony Stark.

Die Handlung

Peter Parker (Tom Holland) versucht über den Verlust seines Idols hinwegzukommen und gleichzeitig die Erwartungen in Spider-Man zu erfüllen. Eine Studienfahrt seiner Klasse nach Europa soll die gelungene Ablenkung sein. Doch nachdem in Venedig ein Wasserungeheuer auftaucht und von dem geheimnisvollen Mysterio (Jake Gyllenhaal) bekämpft wurde, heuert Nick Fury (Samuel L. Jackson) ihn an, um die nächsten erdenbedrohenden Monster zu besiegen.

Meine Meinung

Meine Meinung über die im Vorwort gestellte Frage, ob Spider-Man auch ein guter Abschluss der vierten Phase sein könnte, stand eigentlich schon vorher fest: Nein, Endgame war an dieser Stelle nicht mehr zu übertreffen. Trotzdem bin ich versucht unvoreingenommen an die Sache herangegangen. Und auch, wenn man einmal akzeptiert, dass es diesmal kein Avengers ist, und eben auch kein Gänsehaut-Endgame, ist Far from home leider noch immer kein guter Superheldenfilm. Und das obwohl er durchaus einiges richtig macht.
Aber fangen wir ganz am Anfang an. Zunächst stellte sich die wichtigste Frage: Wann spielt der Film? Denn in Endgame sind zwischenzeitlich vier Jahre vergangen. Wurden die komplett zurückgedreht? Sind die wieder aufgetauchten Charaktere einfach mitgealtert? Diese Frage zumindest wurde gleich am Anfang aufgeklärt. Die vier Jahre sind vergangen und die Menschen, die nicht verschwanden, sind auch vier Jahre gealtert. Die anderen, eben nicht. Das führt zu einigen interessanten kurzen Dialogen, z.B über kleinere Geschwister, die auf einmal älter sind. Praktischerweise war aber wohl nicht nur Peter verschwunden, sondern auch sein bester Freund Ned und sein Schwarm MJ, so dass diese immer noch in die gleiche Klasse gehen.
Handlungstechnisch wurde also zunächst viel richtig gemacht. Die Zeitfrage wurde aufgeklärt und wir treffen auf einen zwiegespaltenen Spider-Man, der sich immer wieder mit der Frage um das Erbe seines Idols auseinander setzen muss. Nach den nervenraubenden Geschehnissen in Infinity War und Endgame schien uns nun auch MARVEL in die Ferien schicken zu wollen und lässt Spider-Man nun auf Klassenfahrt nach Europa fahren. Soweit, so gut. Wir kommen wieder in Berührung mit den alten Charakteren, es tauchen Neue auf und gerade die beiden Lehrer, die die Klassenfahrt begleiten, sorgen für einige Running Gags, die durchaus funktioniert haben.
Was leider nicht so richtig funktioniert ist alles, was danach kommt. Denn sobald das erste Monster und Mysterio auftauchen, gleitet die Handlung mehr und mehr davon. Das passierte bereits in Homecoming, doch während sich dort am Ende die Handlung wieder gefangen hat, was wohl vor allem mit einem gut spielenden Michael Keaton und einem nachvollziehbaren Bösewicht zu tun hat, weiß Far from home am Ende nicht mehr so richtig, was er nun eigentlich erzählen will. Es wird ein Nick Fury wieder eingesetzt, zusammen mit einer Agent Hill, die aber bald sehr untypisch agieren und so gar nicht im Film angekommen wirken. Stattdessen wird sich in die Geschichte rund um Mysterio verrannt, die aber schon bald nicht mehr interessant ist und die Entscheidungen eben diesem nicht so recht nachvollziehbar.
Und so bleibt ein Film zurück, der eigentlich die richtigen Fragen stellt, der eigentlich auch gute Witze hat und der eigentlich sich auch gut mit dem Thema Trauerbewältigung auseinander setzt. Aber eben nur eigentlich, denn den richtigen Bogen schafft er am Ende nicht. Und spätestens nach einer Illusion zu viel, dürfte der Großteil des Publikums abgeschaltet haben. Schade, denn Potential war da.

Das Fazit

Spider-Man: Far from home hat viele gute Ansätze, versucht die Marveltypische Spannung und Humor zu verbinden, scheitert aber letztendlich durch eine verworrene Handlung und einem unnachvollziehbarem Bösewicht. Damit zählt er zu den schwächeren Vertretern aus dem Hause Marvel. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Spider-Man: Far from home läuft seit dem 04.07.2019 in den deutschen Kinos

Avengers – Endgame (Kurzkritik)

Ein Vorwort

11 Jahre, 20 Filme um das Franchise aufzubauen, im letzten Jahr nun der lang aufgebaute Infinity War rund um die Infinity Steine und Thanos, der diese sucht, um das halbe Universum auszulöschen. Und nun im Jahr 2019 geht mit Endgame eine Ära zu Ende. Natürlich wird es weiterhin Filme im Marvel Cinematic Universe (MCU) geben, aber es wird keinen Film mehr mit allen Darstellern der bisherigen Filme geben. Denn bei einigen Darstellern sind nun die Verträge ausgelaufen. Da viele den Film noch nicht gesehen haben – es ist nicht jeder so verrückt wie ich und geht in die Mitternachtspremiere… -, soll es hier nun ganz spoilerfrei um grundsätzliche Gedanken zum Film gehen. Die ausführliche Kritik wird folgen (und wahrscheinlich ebenso lange dauern, wie die zu Infinity War, die ich noch nicht einmal beendet habe…)

Was bisher geschah

Die Filme der Phase 1 und Phase 2 habe ich euch hier ausführlich zusammengefasst. Ebenso die Filme von Phase 3 bis einschließlich Black Panther. Hier nun also noch die wichtigsten Hinweise aus Infinity War, Ant-Man & the Wasp und Captain Marvel. Achtung Spoiler!
Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In Infinity War wurden alle bisherigen Helden zusammengeführt. Jeder kam auf seine ganz eigene mit der Bedrohung durch Thanos in Berührung. Dieser ist auf der Suche nach den Infinity Steinen, um mit ihrer Hilfe mit einem einzigen Schnipsen seines Fingers die Hälfte des Universums auszulöschen. Während ein Team im All direkt gegen Thanos antritt, versucht ein weiteres Team auf der Erde Thanos Armee in Wakanda aufzuhalten. Thor ist währenddessen mit Rocket und Groot unterwegs, um eine neue Waffe schmieden zu lassen, die Thanos aufhalten kann. Schon die finale Suche nach den Steinen ist nicht verlustfrei. Letztendlich schafft es Thanos, wenn auch verletzt durch Thors neue Axt, mit dem Finger zu schnipsen. Daraufhin löst sich das halbe Universum auf, unter anderem die Hälfte unserer bekannten Helden. In der After Credit Scene sieht man Martina Hill und Nick Fury sich ebenfalls auflösen. Fury konnte zuvor jedoch ein Notsignal absenden. Zu sehen ist das Emblem von Captain Marvel.
Ant Man & the Wasp spielt zunächst vor Infinity War. Scott Lang ist nach den Geschehnissen in Civil War zu Hausarrest verdonnert. Doch als Hope und Hank Pym ihn um Hilfe bitten, ist er schnell wieder mitten im nächsten Abenteuer. Diesmal versuchen sie die auf der Quantenebene gefangene Wasp, Hopes Mutter, zu befreien. Doch zeitgleich haben noch ein paar Bösewichte es auf die Technik abgesehen und ein Ghost trachtet Pym nach dem Leben. Am Ende kann Wasp befreit werden. In der After Credit Scene sieht man, wie Wasp, Pym und Hope Scott wieder für ein Experiment in die Quantenebene schicken. Seine Rückholung misslingt jedoch, da sich alle drei durch Thanos Schnipsen aufgelöst haben.
Captain Marvel spielt weit vor den Geschehnissen in Infinity War in den 1990er Jahren. Vers wird bei den Kree zur Kriegerin ausgebildet. Bei einem misslungenen Einsatz, landet sie auf der Erde. Doch auf einmal stellt sie fest, dass sie Erinnerungen an den Planeten hat. Sie trifft auf den jungen SHIELD Agenten Nick Fury. Zusammen mit ihm entschlüsselt sie ihre Vergangenheit, besiegt die Kree und manifestiert ihre Kräfte und wird zu Captain Marvel. In der After Credit Scene sieht man Captain Marvel dem Notsignal von Fury folgen und zu unseren überlebenden Helden nach Thanos Schnipsen stoßen.

Die Handlung

Avengers Endgame schließt nahtlos an Infinity War an. Die überlebenden Helden raufen sich zusammen. Die Idee ist es Thanos aufzuspüren und mithilfe des Zeitsteins die Zeit zurückzudrehen. Dies funktioniert jedoch nicht. Nun müssen sich die Helden dem Unausweichlichen stellen und versuchen weiterzumachen. Das gelingt jedoch nicht allen. Bis ein verschollen geglaubter Held auftaucht und eine neue Idee bringt. Und so wappnen sich die Avengers für den letzten großen Kampf.

Meine Meinung

Ich habe sehr viele Gedanken zu Endgame im Kopf und ich freu mich schon darauf, wenn meine beste Freundin endlich den Film gesehen hat, damit ich ausführlich mit ihr darüber fachsimpeln kann. Jedoch kann ich viele Gedanken nur im Rahmen der Handlung erklären, was wiederum zu Spoilern führen würde. Daher sind hier wirklich nur die gröbsten Gedanken für euch spoilerfrei:

– Während Hawkeye (Jeremy Renner) in Infinity War noch unter Hausarrest stand und nicht auftauchte, darf er Endgame direkt eröffnen. Allgemein bekommt er endlich mehr Screentime, was bisher leider viel zu wenig war, um den Charakter sich richtig entwickeln zu lassen.

– Es gab viele Spekulationen, wie es weiter gehen könnte. Ich bin froh, dass die beiden populärsten nicht eingetreten sind (Ab hier Spoiler: Es war nicht einfach möglich den Zeitstein von Dr. Strange zu nutzen und Captain Marvel taucht nicht als Über-Avenger auf, um alle zu retten). Stattdessen gibt es dann eine sehr überraschende Entwicklung zu Anfang mit der wohl keiner gerechnet hat. Gerade weil auch der Trailer eine ganz andere Richtung vermuten lässt.

– Endgame hätte keine Sekunde kürzer sein dürfen. Der Film nimmt sich zu Anfang die Zeit, das Ausmaß von Thanos Tat zu beschreiben und wie die Charaktere damit umgehen. Hier wird nicht verzweifelt versucht von einem Actionspektakel ins nächste zu schlittern, sondern es werden nachdenkliche Töne angeschlagen. Dabei wird jedoch stets der Spannungsbogen gehalten und traurige, dramatische und humorvolle Szenen wechseln sich in guten Abständen ab, so dass man nicht in Melancholie verfällt.

– Natürlich bekommen wir dann doch unsere große Endschlacht. Und zwar ohne Kompromisse und ohne Einsparungen beim CGI-Budget (looking at you Game of Thrones). Dennoch ist es eine handwerklich gut gestaltete Schlachtszene, die sich nicht auf den CGI Elementen ausruht. Trotz der Vielzahl an Handlungspunkten während der Schlacht, ruht die Kamera immer auf genau der richtigen Szene und wird nie hektisch, um die ganze Schlacht einzufangen.

– Endgame ist das Produkt aus 21 Vorgängerfilmen. Und genau das merkt man hier, denn hier wird gekonnt noch einmal auf ältere Filme eingegangen. Das birgt einiges an Nostalgie, aber auch an witzigen Momenten. Der Film endet mit einem Finale, das (wenn es gewollt gewesen wäre) auch das Ende des gesamten Franchises sein könnte. Sollte Kevin Feige also morgen seinen Posten aufgeben und alle weiteren Projekte des MCU würden eingestampft werden, dann hätten wir hier das Ende, das jeder Marvel Fan verdient hat. Rund, teilweise abgeschlossen, aber doch mit Blick auf eine mögliche Zukunft (und machen wir uns nichts vor, das MCU ist noch lange nicht tot). So bildet es jedoch das Ende einer Ära.

– Endgame ist kein Film für das breite Publikum. Er ist ein Film für die Fans. Wer sich zuvor nur mit wenigen Filmen befasst hat, könnte zwischendurch Referenzen nicht verstehen oder den Anschluss verpassen. Gerade bei vielen Nebencharakteren braucht man gewisses Hintergrundwissen.

– Endgame hat die letzten Fehler von Infinity War behoben. Waren dort noch einige Dialoge eher holprig – gerade das Zusammentreffen von Iron Man, Dr. Strange und Star-Lord hätte ich mir epischer vorgestellt – passen die Dialoge diesmal konsequent.

– Einziges Manko ist tatsächlich Stan Lees letzter Cameo. Denn der ist einfach nur viel zu kurz und viel zu nichtssagend. Normalerweise hört man von mir ein leises Quietschen, wenn ich Stan Lee entdecke. Diesmal war es ein fragendes „War das jetzt Stan Lee?“ Sehr schade

Das Fazit

Avengers – Endgame ist der Film, den die Fans nach 11 Jahren Franchise und 21 Vorgängerfilmen einfach verdient haben. Er ist emotional, spannend, witzig, nostalgisch und einfach die logische Konsequenz aus allem davor gewesenem. Danke Marvel für diesen Film! 10 von 10 Punkten.

Avengers: Endgame läuft seit dem 24.04.2019 in den deutschen Kinos.

Captain Marvel

Ein Vorwort

Marvel hat offiziell wieder die Superheldensaison für 2019 eröffnet. Als inzwischen 21. Film des MCU – Marvel Cinematic Universe – hat Captain Marvel nun ihren Soloauftritt. Marketingstechnisch ist der Filmstart kurz vorm großen Avengers – Endgame im April nur insofern logisch, als dass Captain Marvel in Endgame wohl eine zentrale Rolle spielen wird. Wer also auch den nächsten Avengersteil komplett verstehen will, sollte sich Captain Marvel wohl vorher ansehen. Ob es ansonsten noch gute Gründe gibt, verrate ich in meiner Kritik.

Die Handlung

Vers (Brie Larson) ist eine Soldatin der Kree in Ausbildung. Ihre Fähigkeit ist Photonenstrahlen aus ihren Fäusten zu entfesseln. Ihr Ausbilder Yon-Rogg (Jude Law) bereitet sie auf ihre erste Mission gegen die Skrulls vor. Dies entpuppt sich jedoch als Falle und Vers landet zunächst in Gefangenschaft und schließlich auf dem Planeten Erde. Dort trifft sie auf den SHIELD-Agenten Nick Fury (Samuel L. Jackson). Nach und nach kommen jedoch Erinnerungen zurück. Sie merkt, dass sie auf der Erde groß geworden ist. Nun setzt sie alles daran ihr eigenes Geheimnis zu lüften.

Meine Meinung

Außerirdischer kommt auf die Erde und muss sich an die Gepflogenheiten gewöhnen? Diese Grundthematik kommt dem einen oder anderen Filmliebhaber, vor allem aber den Anhängern des MCUs, wohl bekannt vor. Denn diese Grundgeschichte hatten wir bereits mit dem vierten MCU Film „Thor“. Allerdings war dies 2011. Inzwischen haben wir 2019 und sind am Ende der dritten Phase des MCU. Man sollte meinen, dass sich die Filme inzwischen weiterentwickelt hätten. Und eigentlich haben sie das auch. Nur eben nicht Captain Marvel.
Die grundsätzliche Ausgangslage ist zwar neu, aber auch irgendwo bekannt. Denn die Kree um Ronan sind dem breiten Publikum aus Guardians of the Galaxy – Volume 1 bekannt. Dennoch lernen wir sie hier noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen. Dementsprechend holprig ist der Anfang. Die ganze Geschichte rund um Vers und ihre Ausbildung bei den Kree inklusive erstem Kampf gegen die Skrulls ist abgehackt erzählt. Hier wurde mehr Wert auf die Optik als auf einen guten Auftakt gelegt. So versteht man weder Brie Larsons Rolle, noch die von Jude Law. Wirklich in Fahrt kommt der Film erst mit dem Eintreffen Captain Marvels auf der Erde. Hier wurden Samuel L. Jackson als Nick Fury und Clark Gregg als Agent Coulson digital verjüngt, um ihre 90er Jahre Version von sich selbst zu geben. Ein Nick Fury als Level 3 Agent (sehr niedriges Level) und einen Agent Coulson in der Ausbildung zu sehen, dürfte dann erst einmal die Nostalgieschiene bedient haben, so dass dann auch der letzte Fan im Film angekommen ist. Der weitere Handlungsverlauf ist dann das typische Erforschen von Geheimnissen mit der ständigen Gefahr im Rücken. Am Ende gibt es dann den großen Plottwist, den der eingefleischte Fan wohl schon ab der ersten Szene vorausgeahnt haben dürfte und die obligatorische Endschlacht.
Wir haben hier also die typische „Wer bin ich“- Handlung eingeordnet im MCU. Am Ende entpuppt sich Captain Marvel als eine Art „Superman des Marvel-Universums“, zumindest was die Überkräfte angeht, und rettet den Tag. Als nicht Marvel Fan dürfte der Film damit ziemlich ungeeignet sein. Denn die Elemente die den Film doch sehenswert machen, sind eher die Kleinigkeiten, die Marvel Fans eben lieben – unter anderem eines der letzten Cameos von Stan Lee – und der ausgeprägte Humor. Wobei selbst der MCU-Humor hier seltsam deplatziert wirkt und teilweise zu gewollt hineingezwungen wurde.
Der heimliche Held des Films ist leider nicht Captain Marvel, sondern Agent Fury zusammen mit dem kleinen Vierbeiner Goose. Denn aus der Kombination ergeben sich einige Situationen, die wirklich sehr lustig sind.
Brie Larson als Captain Marvel macht eine solide Figur. Ihre gute Vorbereitung gerade auf die Kampfszenen sind dem Film deutlich anzumerken und auch den Spaß, den sie beim Dreh hatte. Nur die witzigen Dialoge wollen ihr nicht so leicht von den Lippen, wohingegen sie bei den dramatischen wieder mehr glänzen kann.

Letztendlich bleibt zu sagen, dass Captain Marvel kein grundsätzlich schlechter Film ist. Er erinnert in vielen Teilen an den ersten Thor-Film. Allerdings muss man sagen, dass er damit einfach nicht mehr in die aktuelle Zeit passt. Nach einem oscarnominierten Black Panther und dem zusammentreffen der bisherigen Charaktere in Infinity War, sind wir einfach schon über einen Captain Marvel hinaus. Was schade ist, denn als erste Heldin mit einem Solofilm im MCU wäre ein höheres Niveau angebracht gewesen.

Das Fazit

Captain Marvel ist ein grundsolider Film aus dem Hause Marvel. Leider bleibt er deutlich hinter seinen Möglichkeiten und beschränkt sich auf eine sehr einfach gehaltene Handlung, die einzig vom Nostalgiefaktor lebt. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Ant-Man & the Wasp

Ein Vorwort

Marvel hat mit Avengers: Infinity War dieses Jahr eigentlich bereits ihren Megakracher losgelassen, von dem sich einige Marvel-Fans – inklusive mir – noch nicht so richtig erholt haben. Nun muss Ant-Man & the Wasp nicht nur das Sommerloch stopfen, sondern auch noch mit der Konkurrenz aus eigenem Haus mithalten. Startete doch schon der erste Teil direkt nach Avengers: Age of Ultron und rundete damit Phase 2 ab. Was kann Ant-Man & the Wasp nun schlussendlich eigentlich?

Was bisher geschah 

Hier werden ich kurz zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In Ant-Man lernten wir Scott Lang kennen, der gerade eine Haftstrafe abgesessen hat und nun auf legalen Weg versucht Fuß zu fassen. Da dies aber nicht so einfach ist, beschließt er mit seinem besten Freund Luis noch ein letztes Ding abzuziehen. Dabei bricht er in die Villa des Geschäftsmannes Hank Pym ein und klaut dabei einen Anzug, der ihn auf Ameisengröße schrumpfen lässt. Pym, der gerade sein Unternehmen an den ehrgeizigen Darren Cross verliert, versucht nun Lang anzuwerben, um Cross aufzuhalten, ehe er hinter die Formel für den Anzug kommt. Mit dabei sind Pyms Tochter Hope und natürlich Luis. Doch Cross hat bereits seinen Yellowjacketanzug entwickelt. Lang muss ihm im großen Endkampf entgegen treten.
In Captain America – Civil War eilt Scott Lang Captain America zur Hilfe und hält am Leipziger Flughafen in Caps Team die Mitglieder von Team Iron Man auf. Dort wird er letztendlich gefangen und mit den anderen Mitgliedern von Caps Team eingesperrt.

Die Handlung

Zwei Jahre nach den Geschehnissen auf dem Leipziger Flughafen (Civil War), steht Scott Lang (Paul Rudd) noch immer unter Hausarrest. Seine Freunde Hank Pym (Michael Douglas) und Hope van Dyke (Evangeline Lilly) sind auf der Flucht. Von zu Hause aus versucht Scott die Sicherheitsfirma, die er zusammen mit seinen Freunden, unter anderem Luis (Michael Pena) gegründet hat, zu führen. Bis Hank und Hope vor seiner Tür auftauchen. Denn seit Scott im ersten Teil den Sprung in die Quantenebene und zurück geschafft hat, versuchen die beiden, Hopes Mutter Janet ebenfalls aus der Quantenebene zu befreien. Unterwegs müssen sie nicht nur mit Technologiehändler Sonny Birch (Walton Goggins) klarkommen, sondern auch mit der durch Materie gehenden Ghost (Hannah John-Kamen).

Meine Meinung

Während der erste Teil eine Art Heist-Movie mit Superheldencharme war, muss sich der zweite Teil nun behaupten. Die Figuren sind bekannt und müssen nun weiterentwickelt werden. Gleichzeitig muss aber auch eine neue Bedrohung geschaffen werden. Ersteres gelingt Regisseur Peyton Reed sehr gut, der zweite Aspekt eher semioptimal. Denn während mit der Rettungsaktion für Janet van Dyke aus der knallharten Hope nun endlich ein fühlendes Wesen wird und auch Hanks Taten damals bei S.H.I.E.L.D. kritisch hinterfragt werden, ist Walton Goggins Birch eher ein Running-Gag, denn eine wirkliche Bedrohung. Lediglich die mysteriöse Ghost bringt ein bisschen Schwung in die Geschichte.
Was Ant-Man aber wieder einmal zu einem sehenswerten Film macht, ist die sehr gute Choreographie der Kampfszenen. Mit dem stetigen Wechsel zwischen Ameisengröße und Menschengröße – oder gerne auch einmal Riesengröße – entsteht im Kampf eine ganz eigene Dynamik, die nur noch einmal von Ghosts Angewohnheiten durch feste Körper gehen zu können, getoppt wird und im Zusammenspiel erst recht Spaß macht. Hier muss sich Reed an keiner Stelle hinter seinem Vorgänger Wright verstecken.
Handlungstechnisch ist Ant-Man & the Wasp relativ einfach gehalten. Es ist eine ständige Flucht, obwohl Lang eigentlich an sein Haus gebunden ist. Als roter Faden dient Janets Rettung aus der Quantenebene. Aber eigentlich macht der Film einfach wieder nur Spaß. Denn ernstere Szenen werden gerne gleich wieder mit einem flotten Spruch aufgewertet und auch die Gagdichte ist wieder hoch. Und natürlich dürfen Luis ausufernde Geschichten nicht fehlen, die aber auch hier wieder gut in die Handlung eingebettet wurden.

Das Fazit

Ant-Man & the Wasp kann vielleicht vom Gesamteindruck nicht mit einem Avengers: Infinity War konkurrieren und hat seine Handlung relativ einfach gehalten, schafft es aber durch die gute Kampfchoreographie und dem ständigen Größenwechsel gepaart mit dem typischen Marvelhumor, ein eigenes Statement zu setzen und beweist, dass nicht in jedem Superheldenfilm die Welt untergehen muss, um einen spannenden Film zu kreieren. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Ant-Man & the Wasp läuft seit dem 26.07.2018 in den deutschen Kinos.

P.S. Es handelt sich um einen Marvelfilm! Also nicht gleich zum Beginn der Credits aufspringen und den Saal verlassen 😉

Deadpool 2

Ein Vorwort

Während viele über die endlose Wucht aus Superhelden auf der großen Kinoleinwand stöhnen, konnte 2016 tauchte dann aber noch einmal ein ganz anderer „Held“ auf. Deadpool, zugehörig dem X-Men Universum, mischte als fluchender und nicht jugendfreier Film (ab 16 Jahren freigegeben) das Superheldengenre ordentlich auf. Und mit Erfolg! Der erste Teil konnte mich damals so sehr überzeugen, dass er die Höchstwerung von 10 Punkten erhielt. Kann der zweite Teil mithalten?

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In Deadpool lernten wir den ehemaligen Soldaten Wade Wilson kennen, der sich mit kleinen Aufträgen über Wasser hält. Eines Tages lernt er die Prostituierte Vanessa kennen und lieben, bis bei Wade Krebs im Endstadium festgestellt wird. Als eines Tages ein mysteriöser Mann auftaucht und ihm anbietet aus ihm einen Superheld zu machen und dabei gleichzeitig den Krebs zu heilen, willigt Wade ein. Der dubiose Ajax injiziert ihm ein Mutationsmittel und setzt ihm dann einer langen Folter aus. Letztendlich geht jedoch eine Folter schief und Wade ist fortan entstellt. Gleichzeitig kann sein Körper aber inzwischen alles heilen. Nach einer Explosion im Labor, kann Wade fliehen. Er traut sich jedoch nicht zu Vanessa zurück. Er beschließt Ajax zu finden und ihn zu zwingen seinen entstellten Körper wieder zu heilen. Dabei treten ihm aber die X-Men Colossus und Negasonic Teenage Warhead in den Weg, die aus ihm lieber einen richtigen Superhelden machen würden. Im großen Showdown hat Ajax Vanessa entführt und Wade muss die beiden X-Men um Hilfe bitten, um seine große Liebe retten zu können.

Die Handlung

Wade und Vanessa sind wieder vereint. Doch nach einem Zwischenfall beschließt Wade sich den X-Men anzuschließen. Als Azubi-X-Men versucht er dem jungen Russell Collins alias Firefist zu helfen, beide landen jedoch im Gefängnis. Während Russell in Deadpool einen Vater sieht, möchte dieser keine Verantwortung übernehmen. Bis Cable auftaucht, der es auf den Jungen abgesehen hat und diesen töten will. Deadpool versucht dies nun zu verhindern.

Meine Meinung

Deadpool 2 ist eine völlig verrückte Aneinanderreihung von verschiedenen Geschichten aus verschiedenen Genres. Es gibt die Trauerbewältigung, die „Wie-erziehe-ich-ein-Kind/Bin-ich-ein-guter-Vater“, die Gründung einer Superheldengruppe, das „Wie-werde-ich-ein-guter-Superheld“ und natürlich den Kampf gegen das große Böse. Das ganze wird mit ordentlich viel Action, Deadpool-mäßigem deftigem Humor und einer Menge Selbstironie überschüttet und dabei heraus kommt ein Film, den man entweder liebt oder mit dem man relativ wenig anfangen kann.
Ein großer Pluspunkt des Films ist es, dass er die Charakterentwicklung weiter fortsetzt. Sei es nun bei Deadpool selbst, der gleichzeitig mit mehreren Problemen konfrontiert wird und doch seine selbstironische Art behält, aber auch andere Charaktere, wie der Taxifahrer Lupinda oder der X-Men Colossus. Gleichzeitig werden auch wieder neue Charaktere eingeführt, denen (größtenteils) die nötige Zeit für die Einführung und Erklärungen zum Charakter gewährt werden.
Ein großer Negativpunkt ist die viel zu bunt gemischte und ohne richtigen roten Faden verlaufende Handlung. Gerade zur Mitte des Films gibt es eine große Kehrtwende in der Handlung, die einfach so gar nicht richtig funktionieren will und den restlichen Film damit sehr surreal werden lässt. Dabei war der Ansatz zunächst sehr gut. Mit dieser Kehrtwende soll ein Handlungsproblem gelöst werden, was zwar gelingt, aber die Drehbuchschreiber haben es sich dabei doch sehr einfach gemacht.
Hindernis ist hier vor allem der von Josh Brolin verkörperte Bösewicht Cable. Wie schon in Avengers Infinity War bringt Brolin einen Bösewicht auf die Leinwand, der Ecken und Kanten hat und vor allem eine plausible Vorgeschichte aufweist. Doch auch er kann nicht mehr darüber hinwegspielen, dass es sich gerade in Bezug auf seinen Charakter teilweise handlungsmäßig sehr einfach gemacht wurde. Zwar wurde das selbstironisch auch so angesprochen, aber irgendwo steigert sich die Unzufriedenheit beim Zuschauer.

Wir fassen zusammen: Deadpool hat eine gute Grundidee, verrennt sich aber in zu vielen Themen und macht es sich dafür von der Handlung her mit Kehrtwenden sehr einfach. Aber wisst ihr was? Der Film mit der Figur Deadpool funktioniert trotzdem einwandfrei. Man kann natürlich deutliche Schwächen finden und diese habe ich nun auch angesprochen. Aber im Endeffekt macht Deadpool einfach nur wieder höllisch viel Spaß! Gerade für einen Fan von Comicverfilmungen sind so viele schöne Andeutungen und Hinweise gestreut, dass man ständig laut aufjauchzen möchte. Hinzu kommen einige Cameo-Auftritte, mit denen keiner gerechnet hat, und genau das richtige Mischverhältnis zwischen Humor und Selbstironie. Wer auch immer auf die James Bond-Anspielung mit Celine Dion kam, dieser jemand ist mein persönlicher Held! Ich musste nach der Sichtung ein paar Nächte über den Film schlafen, weil ich eigentlich dachte, dass mich die einfache Handlung doch irgendwo stören würde, aber letztendlich erinnere ich mich mehr an den Spaßfaktor. Und auch die moralische Seite kam im Film nicht zu kurz, wurde aber ebenfalls geschickt eingebaut.
Der absolut geniale Soundtrack läuft bei mir übrigens seit neustem rauf und runter!

Das Fazit

Deadpool ist ein Film, dem man Schwächen nachweisen kann, den es aber überhaupt nicht interessiert. Das wilde Chaos an Genres, Themen, Handlungssträngen und Charakteren wird mit viel Witz und Selbstironie überschüttet, so dass der Film am Ende doch gut funktioniert und positiv in Erinnerung bleibt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Deadpool 2 läuft seit dem 17.05.2018 in den deutschen Kinos.

Thor 3 – Ragnarök

Am 31.10.2017 erschien der dritte Teil der Thor-Reihe aus dem Marvel Cinematic Universe in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort:

Das Marvel Cinematic Universe beglückt uns ja jährlich mit mehreren neuen Helden oder den Fortsetzungen zu bereits bestehenden Helden. In der ersten Phase des MCU wurden die Helden Iron Man, Captain America und Thor vorgestellt und in Avengers zusammengeführt. In der zweiten Phase bekamen sie nun alle ihre Fortsetzung und in Phase 3 nun die beendete Trilogie. Es fehlte noch der dritte Thor-Teil. Wer die Idee hatte den Originaltitel „Ragnarök“, der eine feste Bedeutung in der nordischen Mythologie hat in den nichtssagenden 08/15 deutschen Titel „Tag der Entscheidung“ umzubenennen, ist unklar. Wahrscheinlich der gleiche, der aus „Captain America – The Winter Soldier“ „The Return of the first Avenger“ machte. Doch mit Bekanntgabe war die grobe Richtung des letzten Thorsolofilms deutlich. Es sollte um Ragnarök gehen, den Kampf der Götter und der Riesen in dessen Folge die ganze Welt untergeht. Bereits in den vorhergehenden Teilen hatte Marvel ja immer gerne auf die nordische Mythologie zurückgegriffen, diese aber auch frei interpretiert und angepasst.

Was bisher geschah

Für Nichtfans des MCU, die die Vorgängerfilme nicht sahen, oder auch für Fans, denen die Vorgängerfilme einfach nicht mehr geläufig sind, soll es hier eine kurze Zusammenfassung geben. Das dabei die ersten beiden Teile gespoilert werden ist unvermeidbar.

Im ersten Teil lernt der Zuschauer den arroganten Gott des Donners Thor kennen. Er soll demnächst die Thronfolge antreten, wenn Odin abtritt. Immer in seinem Schatten steht sein Bruder Loki. Nachdem die Frostriesen die Krönungszeremonie unterbrechen, sinnt Thor auf Rache. In Folge dessen kommt heraus, dass sein Bruder Loki adoptiert ist und eigentlich zu den Eisriesen gehört, und Odin verbannt Thor nach Midgard, damit er dort über seine Taten nachdenken kann. Thor landet direkt in der Wüste von New Mexiko und trifft dort auf die Astrophysikerin Jane Foster. Mit ihrer Hilfe versucht er seine Macht zurück zuerlangen, um nach Asgard zurückkehren zu können.
Die Eisriesen bedrohen Midgard noch ein zweites Mal. Loki reist auf die Erde und stiehlt den Tesseract, den SHIELD – eine geheime Regierungsorganisation – gerade untersucht. Dabei gerät Dr. Selvig unter Lokis Kontrolle. In Folge dessen wird die Avengers Initiative ins Leben gerufen. Die bekannten Helden Iron Man, Captain America, Hulk und Black Widow vereinen sich, um Loki aufzuhalten. Thor stößt zum Team, da er Loki wieder mit zurück nach Asgard nehmen möchte. Es kommt zum Kampf in dessen Folge New York größtenteils zerstört wird. Thor und Loki kehren zurück nach Asgard.
Dort schließt dann die zweite Thorverfilmung an „Thor – The Dark World“. Während Loki in Asgards Gefängnis sitzt, würde Thor am liebsten zu Jane Foster auf die Erde zurückkehren. Als eine uralte Macht erwacht und mit Jane in Berührung kommt, holt Thor sie kurzerhand in seine Welt nach Asgard. Dies wird zum einen von Odin gar nicht gerne gesehen, zum anderen suchen die Dunkelelfen nach eben jeder uralten Macht. Thor versucht alles um Jane zu schützen. In seiner Not befreit er Loki aus dem Gefängnis und flieht mit beiden. In der großen Endschlacht stirbt Loki in Thors Armen, aber Jane kann gerettet werden. In einer After Credit Scene erlaubt Odin Thor auf die Erde zu reisen und mit Jane zusammen zu sein. In der letzten Einstellung wird gezeigt, wie sich Odin in Loki verwandelt.
Thor erlebt mit den Avengers noch ein zweites Abenteuer in „Avengers – Age of Ultron“. Der Film hat jedoch keinen direkten Bezug zu den Geschehnissen in „Thor – Ragnarök“

Die Handlung

Das inzwischen dritte Thor-Soloabenteuer setzt einige Zeit nach „Avengers – Age of Ultron“ an. Thor (Chris Hemsworth) reist durch die verschiedenen Welten, ehe er nach Asgard zurückkehrt. Dort muss er zunächst feststellen, dass Odin (Anthony Hopkins) verschwunden ist und Loki (Tom Hiddlestone) sich als Odin ausgibt. Die Brüder beginnen Odin zu suchen und treffen dabei auf Hela (Cate Blanchett), der Göttin des Todes. Diese schafft es nicht nur Thor Hammer Mjölnir zu zerstören, sondern auch Thor und Loki an einen weit entfernten Ort zu verbannen und Asgard zu unterwerfen. Inmitten von Müll findet sich Thor wieder und wird auf dem fremden Planeten kurzerhand als Gladiator festgenommen und zu Arenenkämpfen verdonnert. Dort trifft er auf einen alten Bekannten. Sein einziger Gedanke jedoch ist die Flucht, um sich Hela zu stellen und Ragnarök, den Kampf der Götter, zu verhindern.

Meine Meinung

Die Thor Filme hatten sich bisher immer bildgewaltig gezeigt, die nordische Mythologie jedoch immer gut mit eingesetzt. Die verschiedenen Welten wurden gut vorgestellt und dargestellt und doch wurde die Balance zum Superhelden-Genre immer gefunden. Dabei gab es eine gute Portion Marvel-Humor, die wohl dosiert eingesetzt wurde und so den Kinosaal in allen Facetten unterhalten konnte. Thor – Ragnarök hingegen scheint nicht ganz so genau zu wissen, was er denn jetzt eigentlich aussagen möchte. Grelle bunte Bilder und ein sehr elektrischer Soundtrack zeichnen eher eine gewisse Nähe zu „Guardians of the Galaxy“ als zu den Vorgängerfilmen. Hier scheint Marvel eindeutig auf den Erfolgszug der Guardians aufspringen zu wollen. Leider beißt sich das ganz böse mit dem immer wieder auftauchenden Mythen. Das Thema „Ragnarök“, dem Kampf der Götter, dem Ende der Welten, wäre eigentlich genug Vorlage gewesen, um einen vernünftigen Film zu kreieren. Stattdessen wird ein neuer Planet/eine neue Welt eingeführt, die kaum zur Handlung beiträgt, geschweige denn die Charaktere weiter entwickelt. Dafür wird dem wenigen, was dort passiert sehr viel Platz eingeräumt. Während seiner Arenazeit wird aus Thor, was die Sprüche angeht, zeitweise ein zweiter Star Lord, was so gar nicht zum Charakter passen will. Hier hätte man eindeutig Zeit einsparen können, um die am Ende bei der Endschlacht wieder zu nutzen. Denn diese fällt dann viel zu kurz aus, wo man sich am Ende fragt „Das war es jetzt schon?“
So scheint der Film zwischendurch sehr zweigeteilt. Während Hela in Asgard hockt, greift sie immer wieder Themen zur nordischen Mythologie auf. Leider wird ihre Screentime immer weiter runtergekürzt und ihre Ausführungen scheinen dadurch abgehackt und kommen nicht so richtig auf den Punkt. Am Ende weiß man immer noch nicht so richtig, was eigentlich passiert sein soll. Währenddessen bekommt Thor eine Menge überflüssiger Screentime.
Erneut mit von der Partie sind Chris Hemsworth als Thor, Tom Hiddleston als Loki, Idris Elba als Heimdall und Anthony Hopkins als Odin. Sie spielen ihre Rollen alle gewohnt souverän, auch wenn sich Hiddlestone inzwischen in seiner Rolle als Loki ein wenig zu langweilen scheint. Zugegeben seine Dialoge mit Thor scheinen teilweise mit Kopieren und Einfügen aus den vorherigen Filmen übernommen worden zu sein. Neu mit von der Partie sind Cate Blanchett als Hela, Karl Urban als Skurge, Jeff Goldblum als Grandmaster und Tessa Thompson als Walküre. Cate Blanchett ist in jeder Rolle einfach eine Wucht und man merkt ihr ihren Spaß an der Rolle der Hela deutlich an. So ist sie eine große Bereicherung zum MCU, wird als Bösewichtin aber sehr blass charakterisiert. Aber die schwachen Bösewichte waren schon immer die größte Schwäche des MCU. Da können noch so starke Schauspieler gecastet werden – das gleiche ist schon Mads Mikkelsen in Doctor Strange passiert. Karl Urban ist als Skurge zwar nur ein kleiner Sidekick im Film, aber schafft es durch seine starke Präsenz und seinem etwas trotteligem Charakter eine Person zu schaffen, die Springseilhüpfen mit der schmalen Linie zwischen Sympathie und Hass spielt. Gerne darf er auch in den kommenden Filmen immer wieder kleine Rollen spielen. Die Rolle des Grandmaster scheint praktisch zugeschnitten worden zu sein auf einen Stanley Tucci, der bereits ähnliche Rollen verkörpern konnte. Stattdessen wurde jedoch Jeff Goldblum gecastet, der die Rolle sehr einseitig spielt und irgendwie nicht richtig passen will. Für so einen guten Schauspieler eine schwache Leistung. Tessa Thompson spielt zwar als Walküre auch eher eine Nebenrolle, überzeugt aber dennoch durch ihren Charakter und ihre Spielweise. Gerne hätte man von ihr schon früher etwas gesehen, denn sie passt wunderbar in beide Welten des Films und schafft es als einzige den Übergang richtig zu finden.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass das dritte Thorabenteuer eindeutig viel Potential liegen lässt und vergisst den richtig Ton zu treffen. Es könnte auch Guardians of the Galaxy 3 ohne die Guardians of the Galaxy heißen. Das ist schade, weil der Teil des Films, der sich auf den Titel Ragnarök bezieht, zeigt, was der Film uns eigentlich hätte bieten können. Liebes MCU: Wenn eine Filmreihe funktioniert, heißt es nicht, dass alle Filmreihen mit der gleichen Prämisse funktionieren. Bei Thor – The Dark World wusstet ihr noch, was ihr aussagen wolltet. Wieso nicht auch dieses Mal?

Das Fazit

Ein eher enttäuschender Vertreter des Marvel Cinematic Universe, da das gegebene Potential aus Ragnarök einfach nicht genutzt wurde. Marvel, das konntet ihr doch mal besser. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Guardians of the Galaxy – Volume 2

Am 27.04.2017 erschien die Fortsetzung des Überraschunghits aus 2014 in den deutschen Kinos.

Die Guardians of the Galaxy Star-Lord, Gamora, Drax, Rocket und Baby-Groot haben keine Zeit sich auf ihren Erfolg auszuruhen, sondern müssen es gleich wieder tun. Gleichzeitig stehen noch immer ein paar ungeklärte Sachen zwischen ihnen und dann ist da noch die liebe Familie, die auch gerne mal Probleme macht. Also wird der ‚Awesome Mix Volume 2‘ eingeworfen und mal wieder die Galaxy gerettet.

 Im Jahr 2014 trafen wir das erste Mal auf die Guardians of the Galaxy, zumindest auf der Leinwand. In den Comics sind die dem fleißigen Marvel-Leser bereits seit 1969 bekannt. Die Comicserie war jedoch nur mäßig erfolgreich und stand immer im Schatten der anderen Marvel Comichelden. 2008 wurde die Reihe erneuert und die uns bekannte Besetzung traf zusammen: Star-Lord, Gamora, Drax, Rocket und Groot. Auf dieser Basis drehte Regisseur James Gunn den ersten Kinofilm, der 2014 in die deutschen Kinos kam. Und obwohl die Comicreihe wenig bekannt war und uns nur kurze Zeit vorher „Captain America – The Winter Soldier“ begeistern konnte, traf Guardians of the Galaxy genau den richtigen Punkt bei den Zuschauern und konnte die Menge im vorher nicht geahnten Ausmaß begeistern.
James Gunn stand nun vor der Aufgabe mit einer Fortsetzung an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen. Von der Herangehensweise dürfte er auf Nummer Sicher gegangen sein. Denn die Handlung hat keinen Bezug mehr zu den anderen Filmen des Marvel Cinematic Universe (im ersten Teil war die übergeordnete Handlung um Thanos und die Inifity-Steine die Überleitung zum MCU). Damit schafft Gunn es aber das, was Joss Whedon mit Avengers – Age of Ultron nicht gelungen ist. Eine spannende, lustige und mit genau der richtigen Dosis Marvel gespickte Fortsetzung eines Teams. Denn sowohl in Guardians of the Galaxy als auch in The Avengers ging es vor allem darum, dass sich Lebewesen zu einem Team zusammen schließen mussten, die vom Charakter her nur wenig zusammen passten. Beide Filme – Guardians und Avengers – waren einmalig und sehr gut umgesetzt. Während Whedon jedoch im 2015 erschienenden Age of Ultron versucht hat viel zu viel aus dem Team zu machen und neben der Haupthandlung zu viele Nebenhandlungen einbaute, was dem Film am Ende mehr schadete, als half, zieht Gunn einen klaren Cut zwischen ersten und zweiten Teil. Die Spannungen zwischen dem Team wurden wieder eingebaut, es gibt ein Wiedersehen mit anderen bekannten Charakteren, aber es wurden auch neue vorgestellt. Daneben wurde eine sehr reduzierte Handlung geboten, die sich pointiert mit dem Thema Familie und Freundschaft auseinander setzt. Daneben baut der Film stark auf die Charaktere auf, entwickelt diese weiter und erzählt uns neues über unsere Helden. Das sorgt wieder für Zündstoff zwischen den Charakteren, aber auch für unvergleichlich lustige Momente, die den Kinosaal vor Gelächter dröhnen ließ. Natürlich durften die spannenden Weltraumschlachten und ein einmaliger Soundtrack, der uns wieder zurück in die 1980er Jahre schickte, nicht fehlen.
So kombiniert Gunn Witz, Spannung, Tragik, Drama und Tiefgründiges in einem Film, der damit eine weite Zielgruppe abdeckt. Und obwohl der Film vieles richtig macht, merkt man bei genauem Hinschauen und beim rückblickenden Nachdenken über den Film ein paar kleinere Mängel. So verlässt sich der Humor sehr stark auf die bereits im ersten Teil genutzten Techniken, wie beispielsweise Drax‘ fehlendes Verständnis für Taktgefühl und reizt dies vielleicht ein bisschen sehr aus. Es fehlen also ein paar neue Humorstrukturen, die noch mehr frischen Wind in den Film gebracht hätten. Auch ist die Handlung vielleicht etwas zu sehr reduziert. Gerade im Haupthandlungsstrang gab es doch ganze Szenen, die wenig ausgesagt haben. Diese hätte man kürzen können und dafür die beiden Nebenhandlungsstränge etwas mehr ausdehnen können. Aber im Endeffekt ist dies Meckern auf hohem Niveau und fällt beim Sehen des Films nicht auf.

Alles in allem eine sehr gelungen Fortsetzung, die noch mehr vom dritten Teil erwarten lässt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Doctor Strange

Am 27.10.2016 erschien ein neuer Held des Marvel Universums in den deutschen Kinos.

Dr. Stephen Strange ist ein brillianter Arzt, das er gerne durch protziges und arrogantes Auftreten heraushängen lässt. Als ein schwerer Unfall seine Hände sehr schwer schädigt und kein Arzt ihn heilen kann, erleidet er einer Krise und sucht Hilfe in Kathmandu zu dem geheimnisvollen Ort Kamar-Taj. Dort lernt er jedoch noch viel mehr als sich zu heilen.

Das Marvel Cinematic Universe wird nicht nur jährlich um ein paar Fortsetzungen erweitert, sondern mitunter werden auch neue Helden in eigenen Filmen vorgestellt. Während im letzten Jahr Ant-Man in einem eigenen Film vorgestellt wurde und später in Civil War erneut auftrat, wurde dieses Jahr ein Film mit Doctor Strange auf die große Leinwand gebracht. Strange tauchte das erste Mal im Juli 1963 in einem Marvel-Comic auf und ist seitdem fester Bestandteil des Marvel Universums.
Doctor Stephen Strange ist ein brillianter Neurochirurg. Durch seinen Erfolg verdiente er nicht nur viel Geld, welches er durch einen extravaganaten Lebenstil zur Schau stellte, sondern entwickelte auch eine gewisse Arroganz. Die verwickelte ihn letztendlich auch in den verhängnisvollen Unfall bei dem seine Hände irreparabel geschädigt wurden. Da er in seinem Job seine Erfüllung sieht und diesen nun nicht mehr ausführen kann, dreht er praktisch durch und steckt all sein Geld in mögliche Heilmethoden, die alle ohne Erfolg bleiben. In seiner Verzweiflung steigert er sich immer mehr in die Sache hinein, bis er auch noch die letzte Verbündete verschreckt. Doch dann erzählt ihm sein Physiotherapeut von einem Patienten, der querschnittgelähmt und an den Rollstuhl gefesselt war und dann eines Tages wieder laufen konnte. Der Name des Mannes ist Pangborn und dieser erzählt Strange von einem ganz besonderen Ort in Kathmandu, dem Kamar-Taj. Von seinem letzten Geld kauft sich Strange daraufhin ein Flugticket und sicht in Nepal das Kamar-Taj. Dabei wird er von Mordo entdeckt, der ihn in diese geheime Welt führt. Dort lernt er die Älteste kennen, die ihm erklärt, dass es verschiedene Dimensionen und Magie gibt. Nach kurzen Startschwierigkeiten wird Strange als Schüler akzeptiert und lernt nun eine ganz neue Welt kennen. Doch das Lernen ist nicht von langer Dauer, denn ein abtrünniger ehemaliger Schüler namens Kaecilius hat Pläne.
Doctor Strange scheint auf dem ersten Blick wie eine Mischung aus Iron Man und Inception. Doch schon auf dem zweiten Blick erkennt man, dass Doctor Strange mehr kann. Benedict Cumberbatch ist für Rolle des Strange die ideale Besetzung. Er verkörpert sowohl die arrogante Seite, als auch die verletzliche sehr gut. Gleichzeitig bringt er Witz und Spannung in die Rolle, die kaum einer so gut hätte herüberbringen können. Dafür hat es sich gelohnt den Drehzeitraum zu verschieben. Auch der restlliche Cast ist gut gewählt, vorallem Tilda Swinton als die Älteste kann in ihrer Rolle überzeugen. Nachdem es durch ihre Besetzung einen großen Aufschrei gab – „the ancient one“ ist eigentlich ein alter Tibetaner – und Hollywood wieder einmal „whitewashing“ vorgewurfen wurde, zeigte Swinton, dass Änderungen nicht immer schlecht sein müssen und hat gleichzeitig die ansonsten sehr mickrig ausfallende Frauenquote erhöht. Mads Mikkelsen, der vielen als Hannibal Lector aus der gleichnamigen Serie bekannt sein dürfte, übernimmt die Rolle des „Bösewichten“ Kaecilius. Trotz einiger plumper Dialoge spielt Mikkelsen souverän und schafft es allein durch seine Mimik Ehrfurcht zu gebieten. Leider hat Marvel es wieder verpasst seinem Bösewicht mehr Entfaltungsraum zu geben und war stattdessen der Ansicht noch einen zweiten „Überbösewicht“ dazunehmen zu müssen, der am Ende erscheint, dann aber doch erstaunlich einfach besiegt werden konnte. Immerhin war dieser „Endkampf“ mit reichlich Humor bestückt und so doch irgendwo rund.
Der Humor nimmt Marvel-typisch eine relativ große Rolle ein und konnte wieder gut unterhalten, lenkte aber nicht von der eigentlichen Handlung ab und minderte die Spannung an keiner Stelle. Die zweite große Rolle bilden die Spezialeffekte vorallem die durch Magie veränderten Dimensionen, die zwar an Inception erinnern, aber weit über das dort gezeigte hinausgeht.
Da es sich bei Doctor Strange um eine neue Figur im Marvel Cinematic Universe handelt, wurde am Anfang des Films Platz eingeräumt, um die Figur anständig einzuführen und vorzustellen. Dabei wurde genau die richtige Zeitspanne gewählt und rechtzeitig in den Spannungsaufbau umgestellt, so dass die zweite Hälfte mitunter eine Zerreisprobe für die Nerven darstellt.

Alles in allem ähnelt Doctor Strange zwar den anderen Filmen des Marvel Cinematic Universe, bringt aber trotzdem durch die Magie einen zwischen Wind hinein. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.