Unter gläsernen Fassaden

Ein Vorwort

Sabrina Schuh und ihre Coworking Streams auf Twitch verfolge ich schon länger. Bisher hatte ich es aber noch nicht geschafft auch eins ihrer Bücher zu lesen. Zu ihrem Geburtstag gab es dann eine große Aktion in meiner Discordbubble, da bei Sabrina im Druck von Unter gläsernen Fassaden etwas schief lief und sie auf einmal viele Mängelexemplare hatte. Wir schlugen zu und nahmen ihr einige ab. Drei davon zogen bei mir ein – gesponsert durch eine Freundin aus der Discordbubble. Eins habe ich gelesen und möchte euch berichten. Zwei werden auf meinem Instagramkanal verlost. Bleibt also dran!

Die Handlung

Achtung! Unter gläsernen Fassaden enthält Themen, die triggern können. Sie sind aber auch so präsent im Buch, dass ich sie nicht aus der Inhaltsangabe heraushalten kann. Es handelt sich hier konkret um körperliche Kindesmisshandlung.
Moritz ist eigentlich hochbegabt und verliert sich gerne in seiner Welt aus Zahlen. Nur, dass seine Eltern ihn gerne als Anwalt sehen würden. Während er bei seinem Vater und seiner Stiefmutter für Hausarbeiten ausgenutzt wird, reagiert seine Mutter regelmäßig ihre Wutanfälle an ihm an. Dann verliert er auch noch sein Notizbuch. Dies findet Josie, die ein Faible für Codes hat und daher versucht Moritz‘ zu knacken.

Meine Meinung

Ein Blick auf den Klappentext und man versteht, dass es in diesem Buch keinesfalls zimperlich zugeht. Denn der Alltag aus Gewalt, Misshandlung und psychischem Terror ist bei Moritz allgegenwärtig. Man sollte das Buch also keinesfall leichtfertig lesen, sondern sich bewusst machen, mit welchen Themen man konfrontiert wird. Nun könnte die Frage aufkommen, warum man es dann überhaupt lesen sollte. Ich nehme das mal vorweg.
Grundsätzlich ist es wichtig, dass auch über solche Themen geschrieben wird, dass sie nicht tot geschwiegen werden. Denn oft sind es die immer gleichen Mechanismen, die angewandt werden, um Kindesmisshandlung zu verstecken.
Aber das für dieses Buch wichtigere Argument: Weil Sabrina Schuh es versteht die Themen mit gleich zweierlei Märchenadaptionen zu verbinden und daraus eine dramatische, traurig, aber auch hoffnungsvolle Geschichte zu spinnen. Wir haben da zum einen die Adaption des grimmschen Aschenputtel. Hier gibt es zwar keinen Prinzen und keinen Ball, aber die wesentliche Grundstruktur wurde gut übernommen und eingewebt. Zum anderen die Adaption der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Auch wenn es sich hierbei um eine Erzählung und kein klassisches Märchen handelt, sind gewisse Strukturen doch ähnlich, weswegen es sich gut verbinden lässt. Hier hätte ich mir vielleicht ein paar mehr Informationen zu gewünscht, aber das ist Meckern auf hohem Niveau.
Das Buch ist aus mehreren Sichten erzählt, natürlich aus der, der beiden Protagonist*innen und aus einer, die ich nicht vorweg nehmen will. Dadurch erfährt man die Handlung aus mehreren Blickwinkel und kann sie sowohl aus der Betroffnenenperspektive als auch mit einer gewissen Distanz betrachten. Das hilft der Verarbeitung der Handlung ungemein, da dem Leser so Atempausen eingeräumt werden. Nebenbei werden auch noch andere Themen behandelt, diese aber weniger intensiv.
Das Buch ist sehr ansprechend gestaltet und voller kleinen Feinheiten, die man erst nach und nach beim Lesen entdeckt. Die Druckfehler beschränken sich auf wenige Seiten und wurden mit Einlegeseiten gut überspielt, so dass auch gegen das Mängelexemplar nichts spricht.

Das Fazit

Unter gläsernen Fassaden mag sich mit einem schwierigen Thema befassen, löst es aber durch die Verwebung mit den Adaptionen wunderbar und schafft es trotz allem die Geschichte hoffnungsvoll zu gestalten. Sollte man sich dem Thema stellen wollen, auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

Neugierig geworden? Dann schaut doch mal auf meiner Instagramseite vorbei. Dort verlose ich zwei Exemplare von Unter gläsernen Fassaden. instagram.com/shalima_dreams_on

Weihnachtsspezial – Buch & Film für die Feiertage

Hallo ihr Lieben,
ich hoffe ihr hattet alle ein paar schöne Festtage und habt die Ruhe genossen. Auch ich habe die Füße kurzzeitig hochgelegt. Ich habe hin und her überlegt, ob ich dieses Jahr wieder einen gesonderten Beitrag zum Fest schreibe, habe mich jetzt aber doch dafür entschieden. Demnach gibt es – wie der Titel vermuten lässt – eine kurze Buch- und eine kurze Filmempfehlung. Bei mir beginnt morgen schon wieder der Arbeitsalltag, ich versuche euch trotzdem auch noch mit den „normalen“ beiträgen zu versorgen und natürlich geht mein Jahresrückblick in die finale Runde!

Ein Film für die Festtage: Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers

Vielleicht sollte ich gleich vorweg sagen, dass der Film „Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers“ objektiv betrachtet eigentlich nicht wirklich gut ist. Als Komödie angekündigt, fehlt ihm einfach der Humor, er ist eigentlich nicht wirklich witzig. Er ist auch nicht so richtig spannend, da das Ende auch vorhersehbar ist. Richtige Weihnachtsfreude strömt auch nicht von ihm aus. Warum er mir trotzdem gefallen hat? Weil er ehrlich ist! Weihnachten kann gar nicht immer nur Friede, Freude Eierkuchen sein. Und genau damit befasst sich der Film. Die Familie Cooper wird hier von mehreren Familienmitgliedern beleuchtet. Die Eltern Charlotte (Diane Keaton) und Sam (John Goodman) haben gemerkt, dass sie sich seitdem die Kinder aus dem Haus sind, nichts mehr zu sagen haben, wollen aber ihre anstehende Scheidung nicht zu Weihnachten verkünden. Charlottes Schwester Emma (Marisa Tomei) glaubt ihr Leben kang im Schatten der Schwester gestanden zu haben und ist inzwischen so verbittert, dass sie lieber ein Geschenk klaut als es zu kaufen. Dabei wirds sie aber erwischt. Sohn Hank (Ed Helms) ist gekündigt worden, aber da er mitten in der Scheidung steckt, möchte er nicht als Verlierer dastehen und versucht trotzdem tolle Geschenke zu kaufen und seine Arbeitslosigkeit zu verschweigen. Tochter Eleanor (Olivia Wilde) will nicht schon wieder ohne Begleitung auftauchen und ihrer Mutter gestehen, dass sie noch immer keinen Mann gefunden hat. Am Flughafen lernt sie Joe (Jake Lacy) kennen und nimmt ihn kurzerhand mit. Und Opa Bucky (Alan Arkin) isst wie jeden Tag in seinem Lieblingsrestaurant, um dort die Kellnerin Ruby (Amanda Seyfried) zu treffen, die ihm jedoch durch die Blume sagt, dass sie keinen Sinn mehr in ihrem Leben sieht. All diese Einzelschicksale treffen in der Familie Cooper natürlich überhäuft auf, aber alle sind aus dem Leben gegriffen und spiegeln die Seiten wieder, die an Weihnachten immer totgeschwiegen werden. Wer also mal Lust hat, keinen zuckersüßen, sondern eher einen bitteren Film zu sehen, der ist mit Alle Jahre wieder genau richtig.

Ein Buch für die Festtage: Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens

Die Geschichte selbst ist sehr bekannt und in allen möglichen Varianten bereits verfilmt worden. Doch dieses Jahr habe ich mir endlich die Zeit genommen auch einmal das Buch dazu zu lesen. Und ich muss sagen, dass Buch geht noch einmal wesentlich tiefer und regt noch wesentlich mehr zum nachdenken an, als es die Verfilmungen vermögen. Wer also zu Weihnachten doch einmal genug von der medialen Bestrahlung durch Film und Fernsehen hat und gerne einmal zu einem Buch greifen möchte, dem sei hiermit ein Stück der klassischen Literatur empfohlen.

Was könnt ihr für die Festtage empfehlen? Lieblingsfilme? Bücher, die jedes Jahr zu dieser Zeit gelesen werden?