Captain America 3 – Civil War

Am 28.04.2016 erschien der dritte Teil der Captain America Reihe in den deutschen Kinos.

Wie weit dürfen die Avengers gehen und sollte es staatliche Einschränkungen geben? Mit dieser Frage werden die Avengers konfrontiert, nachdem eine Operation unter dem Kommando Captain Americas mit einer hohen Anzahl ziviler Opfer endet. Doch diese Frage spaltet jedoch die Avengers in zwei Lager. Nach einem terroristischem Anschlag, in den der Winter Soldiers alias Captain Americas alter Freund Bucky verwickelt sein soll, spaltet sich das Team und verfolgen unterschiedliche Ziele.

Der Film scheint auf dem ersten Blick lediglich die Marvel-Ausgabe des DC-Films Batman vs. Superman – Dawn of Justice. Auch hier wird die Frage nach Gesetzen und Regeln für Superhelden thematisiert. Auch hier treten die Helden in einer Schlacht gegeneinander an. Und auch hier gibt es trotz der Fülle dieser beiden Handlungsstränge noch einen Überbösewicht, der die Endschlacht anführt. Doch trotz dieser Parallelen bietet Marvel hier die ausgereiftere Variante.
Der Film setzt nahtlos an ‚The Avengers – Age of Ultron‘ an. Captain America und ein paar weitere Avengers sind in einer Mission unterwegs. Aber es gibt einen Zwischenfall, der viele zivile Opfer fordert. Von diesem Schock noch nicht erholt, wird ihnen mitgeteilt, dass der Weltsicherheitsrat vor hat die Einsätze zu genehmigen und zu kontrollieren. Das heißt, kein Avengers-Einsatz ohne Genehmigung. Ein paar der Avengers, allen voran Iron Man, stimmen dem Vorschlag sofort zu und wollen die Vereinbarung unterzeichnen. Andere sehen darin eine Gefahr, denn die Avengers haben sich durch ihre Unabhängigkeit ausgezeichnet. Hauptvertreter dieser Meinung ist Captain America. Doch bei der Unterzeichnung kommt es zu einem Anschlag. Dieser scheint vom Winter Soldiers ausgeübt worden zu sein. Eine weltweite Suche startet. Doch Captain America glaubt an die Unschuld seines früheren Freundes. Die kommenden Vorfälle spalten die Avengers nun vollständig und sorgen dafür, dass sie sogar gegeneinander in einen Kampf ziehen. Doch was hat Baron Zemo mit allem zu tun?
Auf dem ersten Blick wirkt der Film wie ein dritter Avengers-Teil und nicht wie ein dritter Captain America-Teil. Der Unterschied dürfte sein, dass „Standard“-Avengers, wie Thor und der Hulk, nicht mit dabei sind. Dafür werden aber neue Charaktere, wie Black Panther, vorgestellt und bekannte Marvel-Charaktere, wie Spider-Man und Ant-Man, werden in die Reihen der Avengers aufgenommen. Gerade das erste Drittel des Films weist aber wieder die Ernsthaftigkeit des ersten Captain America-Teils und kommt somit nicht so locker, wie man es von anderen Marvel-Filmen kennt, herüber. In diesem Teil steht das Thema der Verantwortung stark im Vordergrund. Was dürfen die Avengers und sollten sie vom Weltsicherheitsrat kontrolliert werden. Zur Erinnerung: Von eben dem Rat, der in ‚The Avengers‘ Manhattan mit einer Rakete angriff, was gerade noch von Iron Man verhindert werden konnte, und dem Rat, der in ‚Captain America – Winter Soldier‘ komplett vom Bösewicht Alexander Pierce geblendet wurde. Leider wird (wie schon in Dawn of Justice) nach einem Anschlag auf das Beschlussgremium diese Diskussion komplett vergessen. Die Avengers, die vorher gegen das Abkommen waren, sind nun Pro-Bucky und die Avengers, die vorher für das Abkommen waren, sind nun Kontra-Bucky. Dies scheint sehr bequem, funktioniert aber nur bedingt. Ab dem zweiten Teil, der mit dem Anschlag eingeläutet wurde, bleibt der ernste Grundton zwar erhalten, aber wird vorallem von den Charakteren Spider-Man und Ant-Man stark aufgelockert und wirkt wieder wie ein typischer Marvel-Film. Anstatt sich aber auf diese beiden Grundideen zu stützen und diese in den 2,5 Stunden Laufzeit anständig fertig zu erzählen, wird noch ein dritter Handlungsstrang eingeführt, der zur gänzlichen Undurchsichtigkeit führt und durch die dadurch entstehende Fülle der Handlung viele Handlungsteile ins Leere laufen lässt. Trotzdem ist zu sagen, dass sich hier doch mehr auf die Handlung konzentriert wurde, als lediglich auf viele optisch ausgestaltete Schlachten, die aber trotzdem mit Liebe zum Detail eingebaut wurden.
Optisch gesehen reiht sich der Film in seine Vorgänger ein. Auch schauspielerisch gesehen wurden hier durch die Reihe weg gute Leistungen abgeliefert. Die einzige Schwäche des Films ist die zu vollgepackte und nicht zu Ende gedachte Handlung des Films.

Alles in allem schön anzusehen, aber nicht der beste Marvel-Film. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

The Huntsman and the Ice Queen

Am 07.04.2016 erschien die Vorgeschichte und die Fortsetzung zu Snow White and the Huntsman in den deutschen Kinos.

Lange Zeit vor der Geburt Snow Whites lebten zwei Schwestern im Königreich: Ravenna und Freya. Während Ravenna sehr ehrgeizig ist, verliebte sich Freya in einen Bauern und zeugt mit ihm ein Kind. Doch bei einem Brand kommt das Kind ums Leben. Fortan ist Freya als die Eiskönigin bekannt und zieht fort in, um ihr eigenes Königreich zu errichten und eine Armee von Huntsman zu erschaffen.

Vier Jahre nach dem ersten Teil ‚Snow White and the Huntsman‘ gibt es nun die Vorgeschichte und eine Fortsetzung in einem Film. Wieder mit dabei sind Chris Hemsworth und Charlize Theron. Auf Kristen Stewart wurde verzichtet und stattdessen traten Jessica Chastain und Emily Blunt an.
Der erste Teil beginnt vor dem Ursprungsfilm. Snow White ist noch nicht geboren und die Schwestern Ravenna und Freya regieren über das Königreich. Doch während Ravenna sich voll und ganz auf ihre Macht und Schönheit konzentriert, verliebt sich Freya Hals über Kopf in einen Bauern. Von ihm gebärt sie ein Kind und ist glücklich in ihrer Rolle als Mutter. Doch stirbt das Kind bei einem Brand, was bei Freya ungeahnte Kräfte frei setzt. Sie kann Kälte und Eis erschaffen. Zusammen mit einem kleinen Gefolge reist sie in ein unbewohntes Königreich. Unterwegs sammeln sie viele Kinder ein. In ihrer Festung aus Eis trainiert sie diese Kinder zu Huntsman. Sie hat nur eine Regel. Die Huntsman dürfen niemals lieben. Dort lernt man die Huntsman Sara und Eric kennen.
Der zweite Teil fängt nahtlos nach dem Ursprungsfilm an. Eric übernimmt die Augabe den Spiegel mit der gefangenen Ravenna zur Zerstörung fortzubringen. Dabei hilfen ihm die Zwerge Nion und Gryff. Doch Freya hat selbst ein Interesse an dem Spiegel und lässt die drei verfolgen. Unterwegs treffen sie dann auch noch auf eine alte bekannte Erics.
Die Grundidee, sowohl die Vorgeschichte und eine Fortsetzung in einem Film zu vereinen, ist zwar gut, nur leider in diesem Fall nicht ausgereift. Denn der erste Teil wirkt wie eine schnelle Erzählung, um die Geschehnisse im zweiten Teil zu erklären und die neuen Charaktere vorzustellen. Gleichzeitig wirkt der Film regelrecht überladen, weswegen viele Handlungsstränge zu kurz kommen und nicht ausreichend erzählt werden. So wird gerade die Vorgeschichte und die Endschlacht sehr kurz gehalten, während der Mittelteil unnötig lang gezogen wird. Schon nach den ersten 10 Minuten ist der Ausgang des Films sehr vorhersehbar und verhindert so ein richtiges Mitfiebern mit den Charakteren. Auch die Dialoge wirken mitunter sehr platt. Abgesehen von den Dialogen der Zwerge fehlt jeglicher Witz und Charme.
Dafür legt der Film schon wie im Ursprungsfilm sehr viel Wert auf das Aussehen. So verschlägt einem die Kulisse mehr als einmal den Atem. Die zauberhafte Welt mit ihrer Flora und Fauna sind liebevoll gestaltet und lassen einen direkt in diese Welt wünschen.
Schauspielerisch wurde diesmal auf Kristen Stewart verzichtet, was schon nach dem ersten Trailer bei vielen zu einem erleichterten Aufatmen geführt haben dürfte. Mit gleichbleibend guter Leistung sind Chris Hemsworth als Eric und Chalize Theron als Ravenna wieder mit dabei. Als Neubesetzung wurden zwei Frauen gecastet, die in ihren letzten Filmen bewiesen haben, dass sie starke Schauspielerinnen sind und auch starke Frauen verkörpern können: Jessica Chastain und Emily Blunt. Doch beide schwächeln in diesem Film. Jessica Chastain wirkt stark überfordert keinen starken Charakter zu spielen, sondern eine starke Kriegerfrau. Oftmals scheint sie nicht zu wissen, was sie mit ihrer Mimik machen soll, die in anderen Filmen aber stark ausgeprägt war. Gleiches bei Emily Blunt, die gerade in den gemeinsamen Szenen mit Charlize Theron komplett unterzugehen scheint. Nach ihrer starken Performance im Film ‚Sicario‘ im letzten Jahr, waren die Erwartungen deutlich größer.

Alles in allem kann der Film lediglich durch seine Optik und nicht durch seine Handlung überzeugen. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

The Jungle Book

Am 14.04.2016 erschien ein Remake des erfolgreichsten Filmes in Deutschland in den deutschen Kinos.

Mogli ist zwar ein Mensch, lebt aber im Dschungel und wurde von Wölfen groß gezogen. Doch nun ist der Tiger Shir Khan zurück und macht Jagd auf Mogli. Also versucht der Panther Baghira Mogli in die Menschensiedlung zu bringen. Doch ist der Weg dorthin nicht leicht.

1967 erschien der Originale Film „Das Dschungelbuch“ als Animationsfilm in den deutschen Kinos. Er basierte lose auf dem Buch von Rudyard Kipling und die Lieder des Films prägten die Kindheit mehrerer Generationen. Zeitgleich ist er gemessen an den verkauften Tickets der erfolgreichste Film, der in den deutschen Kinos lief. Und nun wurde er im Zuge von Disney Neuverfilmungen als Realfilm neu inzeniert. Und begeistert Jung und Alt wieder von Neuem.
Diese Begeisterung zeigt sich schon ab der ersten Sekunde als das altbekannte Intro neu vertont und neu interpretiert angespielt wird und eine wohlige Gänsehaut auf den Armen der Zuschauer auftritt. Da jedoch lange Intros nicht mehr in Mode sind, wurde dies schnell abgebrochen. Dafür wird nun Mogli vorgestellt, der verzweifelt versucht in den Rat der Wölfe aufgenommen zu werden. Es folgt die altbekannte Geschichte und doch entdeckt man neues. Denn der Film von 1967 wurde nicht komplett übernommen, sondern auch stellenweise neu interpretiert. Doch die Grundhandlung bleibt bestehen. Mogli ist im Dschungel aufgewachsen, aber muss vor dem Tiger Shir Khan fliehen, der keine Menschen im Dschungel duldet und gerade gegen Mogli anscheinend einen persönlichen Groll hegt. Der Panther Baghira versucht ihn in die Menschensiedlung zu bringen, doch wird er von Mogli getrennt. Dieser trifft auf seinem Weg die Elefanten, den Bären Balu, die Schlange Kaa und die Affenbande mit König King Louie. Dabei schlägt der Film einen viel ernsteren Ton an, als das Vorbild. Auch wird kaum noch gesungen, außer ein wenig ‚Probiers mal mit Gemütlichkeit‘ und ‚Ich wär gern‘ wie du‘. Dafür wurden die ursprünglichen Lieder in Themes umgewandelt und immer wieder bedeutungsschwer in den Soundtrack eingearbeitet. Dies gepaart mit dem ernsten Ton des Films jagt einem immer wieder wohlige Schauer über den Rücken. Man wird gleichzeitig in seine Kindheit zurück versetzt und erlebt gleichzeitig etwas Neues. Man kennt den ungefähren Ausgang der Geschichte und doch fiebert man mit den Charakteren mit. Denn gerade das Ende wurde stark geändert, was den Spannungsbogen am Ende noch einmal drastisch in die Höhe schießen lässt.
Das größte Lob des Films verdient aber die Abteilung für die visuellen Effekte. Denn wenn man nicht weiß, dass lediglich Mogli von einem echten Menschen gespielt wurde und alle Tiere animiert sind, hätte man sich schnell fragen können, wie das Team die Tiere so gut trainieren konnte. Jede Bewegung, jeder Gesichtsausdruck wirkt absolut realistisch. Allerdings lässt dieser Fakt, zusammen mit dem ernsten Grundton und der ein oder anderen brutaleren Szene die Frage entstehen, ob der Film nun wirklich für das jüngere Publikum geeignet ist und nicht eher als schöne Hommage für das inzwischen erwachsene Publikum von damals.
Neel Sethi übernimmt die Rolle des Mogli. Er ist das erste Mal auf der großen Leinwand zu sehen und agiert den ganzen Film alleine vor einem großen Greenscreen. Das merkt man ihm aber überhaupt nicht an und er spielt seine Rolle sehr souverän. Sowohl im englischen Original, als auch in der deutschen Synchronisation, werden die Tiere von sehr bekannten Schauspielern gesprochen.

Alles in allem eine schöne Hommage an den alten Film und doch ein gut gelungener neuer Film. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

How to be single

Am 07.04.2016 erschien ein Film, der einem die Freuden des Singlelebens näher bringen soll, in den deutschen Kinos.

Alice trennt sich von ihrem Freund, um einmal im Leben das Single-Leben in New York kennenzulernen. Doch schon bald hängt sie, wie die vielen anderen Singles auch, im One-Night-Stand Dschungel fest. Aber ihre Kollegin Robin will ihr beibringen, wie man Single ist.

How to be single ist als Romanze und als Komödie angelegt, ist aber nur bedingt romantisch und auch nur bedingt komisch. Aber wenn man sich in Ruhe auf den Film einlässt, entwickelt er eine ganz Dynamik.
Der Film ist teilweise in Episoden gegliedert und erzählt die Single-Geschichten von Alice, Lucy, Robin und Meg, die sich alle mit ganz anderen, aber doch irgendwie mit den gleichen Problemen herumschlagen.
Alice hat seit ihrer Teenager-Zeit immer in einer Beziehung gelebt und daher nie das Single-Leben kennengelernt. Durch eine plötzliche Eingebung hat sie das Gefühl etwas zu verpassen. Also trennt sie sich vorerst von ihrem Freund und zieht zu ihrer großen Schwester Meg nach New York. Meg ist eine erfolgreiche Gynäkologin und hat weder Lust auf einen Mann noch auf Kinder und hält daran fest. Auf ihrer neuen Arbeitsstelle lernt Alice Robin kennen, die das Single-Leben perfektioniert hat. Jeden Abend wird eine rauschende Party gefeiert und jeden Morgen wacht sie in einer anderen Wohnung auf. Und dann gibt es noch Lucy, die verzweifelt auf der Suche nach dem richtigen Mann ist. Dafür ist sie auf verschiedenen Onlineportalen für Singles angemeldet und versucht mit einem eigenen Algorithmus den Einen zu finden. Schnell merkt Alice, dass sie nicht für das Single-Leben gemacht ist und versucht zu ihrem Freund zurück zukehren. Doch dieser hat bereits jemand neues kennengelernt und möchte Alice nicht zurück haben. Somit ist sie zwangsläufig im Single-Dschungel gefangen und muss nun versuchen auf eigenen Beinen zu stehen.
How to be single fängt zwar nicht an wie jeder andere Film in dem Genre, aber gerade der Mittelteil ähnelt dem Standard. Vier Frauen auf der Suche nach dem einen, der sie glücklich macht. Ob sie es sich nun selbst eingestehen oder nicht. Aber gerade das Ende hat eine schöne Wendung und lässt einen den tieferen Sinn des Films verstehen. So schafft es der Film gleichzeitig zu unterhalten und doch eine schöne Nachricht zu vermitteln. Dadurch unterscheidet sich der Film doch von anderen Filmen des Genres.
Am Anfang fällt der Film strikt ins Genre Komödie. Gerade Robin sorgt durch ihre sorglosen Partyabende für ordentlich Erheiterung. Doch wie im wirklichen Leben ist man so ein Leben schnell leid und sucht doch wieder nach dem richtigen Mann. Doch in diesem Hauptteil des Films treten leider einige Längen auf, der Titel des Film wird zwischenzeitlich vergessen. Erst als sich das große Finale aufbaut, erkennt man den näheren Sinn dahinter und versteht die Aussage des Hauptteils. Doch wirklich überzeugend ist erst das Ende, dass mit einer positiven Botschaft einen runden Abschluss findet und einen den Film positiv in Erinnerung lässt. Der Film wird über den Zeitraum von einem Jahr erzählt und ist daher immer wieder mit Zeitsprüngen versetzt.
Ein großer Pluspunkt des Films ist der packende und an jeder Stelle passende Soundtrack. Neue fetzige Lieder treffen auf Klassiker und laden entweder zum mitfeiern oder zum Feuerzeug schwenken ein. Die schauspielerischen Leistungen hingegen waren durchwachsen. Von einer gut spielenden Rebel Wilson bis zu einer mäßig spielenden Dakota Johnson war alles vertreten.

Alles in allem hat der Film eine ganz eigene Dynamik, ist aber nicht zwangsläufig eine Komödie, wie es der Trailer zu vermitteln versucht. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

A bigger Splash (Kurzkritik)

Am 05.05.2016 erscheint ein Film vor der schönen Kulisse Süditaliens in den deutschen Kinos.

Kurz zur Handlung: Die Rocksängerin Marianne und der Dokumentarfilmer Paul verbringen ihren Urlaub in Süditalien, da Marianne nach einer OP nicht sprechen darf. Doch die Idylle wird von ihrem Produzenten und Ex-Geliebten Harry und seiner Tochter Penelope gestört.

 A bigger Splash ist ein Film, der keine Gelegenheit auslässt die Charaktere sich ausziehen zu lassen. Dabei hat dies weder einen stillistischen Grund, noch wäre es notwendig. Vielleicht soll es eine Offenheit der Charaktere untereinander darstellen, aber dann wäre es das falsche Zeichen, denn alle sind sehr verschlossen, haben ihre Geheimnisse und reden immer nur um den heißen Brei herum oder auch gar nicht. Daher bleiben auch nach Ende des Films trotz einer Spiellänge von 124 Minuten noch viele Fragen offen. Der Film plätschert so vor sich hin, macht keine Aussage, deutet nur an und zieht sich ohne ein Fünkchen Spannung ewig lang in die Länge. Die schauspielerischen Leistungen variieren von okay (Ralph Fiennes, Tilda Swinton) zu mäßig (Matthias Schoenarts) zu schlecht (Dakota Johnson). Der Cast besteht mit Ralph Fiennes und Tilda Swinton aus oscarnominierte und oscarprämierten Schauspielern von denen man einfach besseres gewohnt ist.
Das einzige, was am Film wirklich überzeugt ist die atemberaubende Kulisse Süditaliens, die Lust auf Urlaub macht und das Fernweh in einem entfachen kann.

Alles in allem ein Film mit grundloser Nacktheit und ohne klare Linie in der Erzählung. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Die Bestimmung – Allegiant

Am 17.03.2016 erschien der dritte Teil der Bestimmungs-Reihe in den deutschen Kinos.

Kurz zur Handlung: Tris und ihre Verbündeten wollen endlich die Welt hinter dem Zaun erkunden. Doch Fours Mutter Evelyn hat dies verboten und lässt den Zaun bewachen. Doch obwohl die Flucht glückt, warten hinter dem Zaun zwar Antworten, aber auch neue Fragen und Rätsel.

Man nehme eine starke Buchvorlage und… zerstöre alles, was gut daran ist, fülle den Film mit überflüssigen Handlungssträngen und Charakteren, lasse wichtige aussagekräftige Szenen weg, gebe Hauptcharakteren nur noch kleine Parts und natürlich spalte den Film in zwei Teile. Das Problem mit Buchvorlagen ist eben doch, dass sie bereits Fans haben, die mit Erwartungen an den Film gehen und das sie meist auf einen Film ausgelegt sind. Während der Trend Trilogien in vier Filmen zu verfilmen bei den Tributen von Panem oder auch bei dem 7. Harry Potter Buch noch funktionierte, erweist es sich hier als sehr überflüssig. Das Buch hat eine starke Handlung, die einen gebührenden Abschluss der Reihe darstellt. Einige wichtige Elemente wurden in den Film übernommen. Aber bei weitem nicht die, die zur Aufklärung der Thematik beitragen würden. Stattdessen wird erst einmal viel überflüssiges hinzugefügt. Gibt vielleicht ein besseres Bild, weil mehr Action eingebaut wurde, lässt aber viele Fragen unbeantwortet. Dann werden kurz ein paar Fragen abgearbeitet, fast nur nebenbei beantwortet, ohne jedoch, dass der Zuschauer die Zuammenhänge wirklich greifen kann. Wie ein Stöckchen, dass dem Zuschauer hingeworfen wird, damit er noch nicht völlig abschaltet. Aber dann geht es weiter mit dem Verwirrspiel. Zwar wird dieses auch im Buch gespielt, aber dort mit mehr Liebe, mehr Informationen, mehr Details, so dass es Spaß macht zu rätseln, was genau gespielt wird. Stattdessen werden im Film zwischendrin völlig abstruse Handlungsstränge eingeführt, die einzig und allein dienen, den Film zu strecken.
Versucht man den Film unabhängig vom Buch zu sehen, ist man vielleicht weniger enttäuscht, aber trotzdem nicht überzeugt. Der Film geht nahtlos vom zweiten Teil Insurgent in den dritten Allegiant über. Das Regime unter Jeanine Matthews ist gestürzt und Fours Mutter Evelyn hat sich nun zur Herrscherin über Chicago aufgeschwungen. Ihre erste Amtshandlung: Den Zaun, der Chicago von der Außenwelt trennt, weiterhin bewachen zu lassen, obwohl die Bewohner am Ende des 2. Teils dazu aufgerufen wurden, die Stadt zu verlassen. Gleichzeitig gibt es mehrere öffentliche Hinrichtungen ehemaliger Helfer Jeanines. Angewidert von diesem Verhalten macht sich eine kleine Gruppe auf den Weg über den Zaun – Tris, Four, Christina, Tori, Peter und Caleb. Doch dort finden sie nicht das vor, was sie erwartet haben.
Wie schon der zweite Teil ist auch dieser Film weniger auf die Handlung ausgerichtet, als vielmehr auf die Action. Dadurch will der Film aber nicht so richtig funktionieren, es bleibt vieles an Handlung offen und es wirkt stark konstruiert. Verschiedene Intrigen werden durcheinander gewürfelt, ohne nennenswerten Grund. Der Zuschauer wird stark im Dunkeln gelassen, welche Ziele genau verfolgt werden und verlieren schnell das Interesse irgendetwas aufzuklären. So plätschert die Handlung so vor sich hin, ohne wirklich etwas auszusagen und erst recht ohne Spannung aufzubauen.
Die schauspielerischen Leistungen sind wieder durchweg gut, allen voran Shailene Woodley, die souverän die Rolle der zwiegespalteten Tris spielt. Negativ fällt alleine Naomi Watts auf, der man weder die Rolle der Mutter noch die Rolle der Anführerin als Evelyn abkauft. Gegen die ansonsten starken Schauspieler wirkt sie sehr blass und kann einfach nicht mithalten.
Dem Franchise ist zu wünschen, dass der vierte Teil nun wieder die Kurve kriegt und sich wieder mehr auf die Buchvorlage besinnt. Im ersten Film (Divergent) hat dies sehr gut funktioniert, danach wurden die Filme zunehmend schwächer.

Alles in allem kann der Film nur stellenweise und vor allem durch einen guten Cast überzeugen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im April 2016

Hallo ihr Lieben,
die Abschlussprüfung rückt immer näher und in meinen Kopf passt schon länger nichts mehr hinein, aber trotzdem wird fleißig weitergelernt. Um ein bisschen abzuschalten, möchte ich euch nun die Filme vorstellen, die mein Interesse geweckt haben, aber leider nicht in meinen Terminplan gepasst haben (und ich habe trotzdem 6 Filme gesehen und für den 7. Karten):

1) Ein Mann namens Ove: Skandinavischer Film über einen sehr griesgrämigen Renter, der sich einfach über alles beschweren muss. Hat den ganz speziellen skandinavischen Humor und sieht vom Trailer sehr ansprechend aus.

2) The Lady in the van: Maggie Smith, die in einem Van lebt. Schon allein diese Kombination hätte mich am liebsten ins Kino getrieben. Der Film wird auf jeden Fall noch nachgeholt.

3) Gods of Egypt: Der Film hat unheimlich schlechte Kritiken bekommen und auch der Trailer sieht nicht wirklich gut aus. Aber ich interessiere mich für die ägyptische Mythologie und hätte es schön gefunen einen Film über die Götterwelt zu sehen.

4) The Boss: Melissa McCarthy in ihren Komödienrollen ist nicht jedermanns Sache und meine eigentlich gar nicht. Aber der Trailer hat mich ziemlich überrascht und ich habe erstaunlich viel gelacht. Wird bestimmt an einem verregneten Abend auf der Couch nachgeholt.

5) Bauernopfer – Spiel der Könige: Ein junges amerikanisches Schachgenie, dass gegen einen russischen Schachmeister antreten soll und dabei ungewollt einen Kampf der Ideologien lostritt. Trailer sah sehr gut aus.

Und hier noch die Filme, die es nicht auf meine Liste geschafft haben, aber die nicht unerwähnt bleiben sollen:

Unter dem Sande, die Kommune, Ich bin tot, macht was draus

Batman vs. Superman – Dawn of Justice

Am 24.03.2016 erschien ein Film, der die beiden DC Giganten Batman und Superman aufeinander treffen ließ, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Handlung: Nach den Geschehnissen in Man of Steel wurde die Stadt wieder aufgebaut. Trotzdem wird diskutiert, wie viel Superman darf und ob er sich für seine Taten zur Rechenschaft ziehen lassen sollte. Gerade Bruce Wayne alias Batman sinnt auf Rache und geht selbst immer brutaler in seinen Aktionen vor. Als dann noch Lex Luthor auf den Plan tritt und alle gegeneinander ausspielt, fängt das Chaos erst an.

 In Man of Steel wurde Metropolis komplett zerstört. Der finale Endkampf zwischen General Zod und Superman war bildgewaltig und spannend, wie sie sich kreuz und quer durch die Stadt kämpfen. Was nicht berücksichtigt wurde, waren die vielen zivilen Opfer. Mit diesen fängt aber Dawn of Justice an. Man sieht Batman, der während des Kampfes verzweifelt versucht zu seinen Angestellten zu gelangen, die in einem Hochhaus fest sitzen. Doch er kommt zu spät und muss mit ansehen, wie das Haus einstürzt und viele seiner Angestellten in den Tod stürzen. Einzig retten konnte er ein kleines Mädchen, das aber kurz vorher seine Mutter unter den Trümmern verlor. Das alles sorgt bei Batman ordentlich für Zündstoff. Er selbst geht in den folgenden Wochen immer härter gegen Verbrecher vor und wird dabei immer rücksichtsloser. Dies stößt bei Superman, der inzwischen versteckt als Clark Kent für den Daily Planet schreibt, böse auf, der in seinen Artikeln das Vorgehen der Fledermaus hart verurteilt. So schaukeln sich beide gegenseitig hoch, da Superman noch vermehrt eingreift, um Leben zu retten, immer mit dem Hintergedanken das Richtige zu tun. Doch dann mischt sich noch Lex Luthor ein, der versucht die Genehmigung für grünes Kryptonit zu bekommen, das Superman schwächen kann. Dabei ist ihm jedes Mittel Recht, was letztendlich auch zum großen Endkampf führt.
Nach den Trailern erwartete man einen spannenden Film mit viel Action und einer schönen Diskussion, was Superhelden dürfen und was nicht. Damit kommt DC Marvel ausnahmsweise einmal zuvor, die mit dem 1 Monat später startenden Captain America – Civil War genau das gleiche Thema verfolgen. Leider schafft es DC aber nicht den Erwartungen gerecht zu werden. Dawn of Justice verliert sich schnell in zu vielen Handlungssträngen – Batmans Gerechtigkeitswahn, Supermans Eingreifen, Luthors Wahn, der Grundsatzdiskussion, der Liebesgeschichte zwischen Clark und Lois Lane – die kreuz und quer durcheinander gewürfelt werden und nur bedingt ist ein roter Faden erkennbar. So macht Batman gleichzeitig Superman für alles Verantwortlich, was geschieht, spioniert aber gleichzeitig Luthor hinterher. Dann wird noch subtil versucht Wonder Woman und weitere Helden einzuführen, nur um die Verwirrung noch zu verstärken. Die eigentliche Grundsatzdiskussion kommt dabei viel zu kurz und wird sehr abrupt abgebrochen, um den großen Showdown einzuleiten. Dabei kommt der eigentliche Namensgebende Kampf Batman vs. Superman viel zu kurz, da dieser max. 10 Minuten geht, weil es natürlich noch etwas schlimmeres gibt. Dabei wird so viel Zeit auf den bildgewaltigen Show-Down gesetzt, dass es kaum noch Erklärungen am Ende gibt und einiges an Handlung sehr schnell abgehandelt wird.
Über die Besetzung Ben Afflecks als Batman wurde im Vorfeld sehr viel diskutiert. Das sein Batman nicht funktioniert, liegt aber nicht an seiner schauspielerischen Leistung, die er souverän ablegt, sondern am Drehbuch. Während am Anfang einleuchtend erklärt wird, warum Batman sauer auf Superman ist, verliert dies immer mehr an Relevanz, wenn er seinen eigenen Feldzug startet und der Zuschauer seine Handlungen immer weniger nachvollziehen kann. Batman verliert während des Feldzuges viel Sympathie und wirkt sturr wie ein kleines Kind.
Henry Cavill überzeugt auch weiterhin als Superman und scheint der einzige zu sein, der sein Handeln und das Handeln Batmans kritisch reflektiert. Weiterhin versucht er Menschen zu retten, ist bei seinen Taten aber sehr geblendet von der Liebe zu Lois Lane, die ihn mehr blockiert als hilft.
Lois Lane wird gespielt von Amy Adams, die weder eine passende Chemie zwischen Cavill und sich aufbauen kann, noch ihren Charakter glaubhaft gespielt kriegt. Neben den souveränen Leistungen von Affleck und Cavill und der brillianten Leistung von Eisenberg, erscheint sie sehr blass und nichtssagend. Die Kämpfernatur der Lane verkörpert Adams nicht. Gleichzeitig wird ihr gesamter Charakter auf die Beziehung zu Superman gestützt. Der Journalismus-Geist der Lois Lane aus den Comics wird bis auf wenige Szenen unter den Tisch gekehrt.
Schauspielerisch sticht vor allem Jesse Eisenberg als Lex Luthor heraus, der den Wahnsinn gut verkörpert und herüber bringen kann. Leider wird auch dieser Charakter sehr einseitig und stark überspitzt gezeigt, so dass auch hier keine gute Leistung des Films sichtbar ist.

Alles in allem schwächelt Dawn of Justice auf ganzer Linie trotz überwiegend gutem Cast. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Ein Hologramm für den König (Kurzkritik)

Am 28.04.2016 erscheint ein Film, der Tom Hanks nach Saudi-Arabien zieht, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Alan Clay hat sein Unternehmen in der Bankenkrise an die Chinesen verloren. Seine neue Firma gibt ihm eine Chance auf einen Neuanfang. Er soll ein neues System für Videotelefonie dem saudischen König vorstellen. Doch der taucht so schnell nicht auf.

 Ein Hologramm für den König zeigt einen gebrochenen Mann, der sich in einem neuen Umfeld zurecht finden muss. Gleichzeitig bietet sie einen Einblick in eine neue Kultur, über die uns in der westlichen Welt sehr wenig bekannt ist. Dadurch entsteht eine schöne Verbindung, die dem Film einen ganz eigenen Charme verleiht. Leider verliert sich dies am Ende durch zu langes Erzählen einiger nicht wichtiger Szenen. Hier wäre eine Kürzung sehr sinnvoll gewesen. Auch werden bestimmte Probleme zwar angesprochen, aber nicht näher erläutert bzw. aufgeklärt, was durchaus mit einer Erhöhunh der Spielzeit um nicht mehr als 5 Minuten möglich gewesen wäre. Trotzdem überzeugt gerade Tom Hanks in seiner Rolle als Alan Clay. Man fühlt mit ihm, versteht ihn und hofft für ihn. Saudi-Arabien ist ein touristisch bisher nicht erschlossenes Land, was angesichts der Bilder und Kultur, die in dem Film vermittelt werden, sehr Schade ist.

Alles in allem möchte man gerne mit Alan die Reise zusammen unternehmen und dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Hardcore (Kurzkritik)

Am 14.04.2016 erschien ein Film, der komplett aus der Perspektive der Hauptperson gedreht wurde, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Henry wacht in einem Labor auf und kann sich an nichts erinnern. Eine hübsche Frau stellt sich als seine Ehefrau Estelle vor und erklärt ihm, dass sie ihn wieder zusammen flicken wird. Er bekommt einen künstlichen Arm und Bein. Kurz darauf wird das Labor von dem verrückten Akan angegriffen und Estelle entführt. Von da an versucht Henry alles, um sie zu befreien.

Objektive Kritik –> Hardcore ist ein Film, der wie ein Ego-Shooter funktionieren soll, demnach komplett aus der Perspektive der Hauptperson Henry gedreht wurde. Man sieht an sich den Film aus Henrys Augen, sieht seine Arme, teilweise seine Beine. Der Nachteil daran ist, dass die Kamera pausenlos mit Henry mitwackelt. Der Film möchte eine engere Verbundenheit erzeugen und spricht gerade die Zielgruppe der Zocker an. Doch die Hälfte der Zeit, möchte man den Controller an sich reißen und selbst spielen bzw. einfach sich einmal genauer umgucken. Das Tempo des Films ist sehr rasant und hat keinen Platz für viel Handlung. Henry begegenen zwischendurch immer wieder Personen, die ihn kennen, an die er sich aber nicht erinnern kann. Trotzdem wird ihnen erst einmal blind vertraut. Zwischendrin wird versucht ein paar humorvolle Einlagen einzustreuen, die aber nicht so recht zünden wollen. Insgesamt wird dem Zuschauer zu wenig erklärt. Auch die Kameraführung ist nicht ausgereift. Denn obwohl der Film stringent die Handlungen Henrys erzählt, sind teilweise sehr harte Schnitte zu sehen, die keinen Sinn ergeben.

Subjektive Kritik –> Die Wackelkamera ist nicht für Jedermann. Ich habe einen sehr empfindlichen Magen, der bereits nach 10 Minuten so stark strapaziert war, dass ich den Film zu 90% mit geschlossenen Augen sehen musste. Aber auch dies rettet nicht davor hinterher die Kinotoilette mit dem eigenen Mageninhalt bekannt zu machen. Daher die Warnung für alle mit unbelastbarem Magen: Bleibt dem Film fern!

Alles in allem ist die Filmtechnik noch nicht ausgereift und ob der Film die Zielgruppe der Zocker wirklich erreicht – da diese keine Mitbestimmung haben – bleibt abzuwarten. Daher gibt es objektive 05 von 10 möglichen Punkten mit einem Minus von subjektiven 02 Punkten (=5-2 Punkte).