Jurassic World

Hallo ihr Lieben,
da sich mein Freundeskreis uneinig war, hatte ich letztendlich die Wahl entweder in Jurassic World oder in Miss Bodyguard zu gehen. Ich habe mich für letzteres entschieden, aber möchte euch trotzdem eine Empfehlung zukommen lassen. Daher gibt es hier nun zwei Gastkritiken von zwei der Freunde, die sich für Jurassic World und gegen Miss Bodyguard entschieden haben.

1) Jurassic World – Kritik von Alice Kelpin

Der vierte Teil der Dinosaurier-Reihe lief am 11.06.2015 in den deutschen Kinos an.

Kurz zur Story: Nach zwanzig Jahren der verhängnisvollen Ereignisse im Jurassic Park, konnte der Vergnügungspark, dessen Attraktionen aus lebenden Dinosauriern bestehen, eröffnen, unter den neuen Namen Jurassic World. Zwar wird der Park gut besucht, bangt aber dennoch um seine Besucherzahlen. Die Lösung: ein neuer Dino muss her, der natürlich im Reagenzglas zusammen gemixt wurde und daher ein Hybrid aus verschiedenen Spezies ist. Der weibliche und noch dazu äußerst intelligente Saurier Indominus Rex schafft es, zu entkommen und beginnt die Insel zu terrorisieren.

Der Film hält, was er verspricht. Ein neuer, mehr oder weniger grauenerregender Dino (Roar) und schreiende Menschen (Kreisch), die vor ihm davonlaufen 😛
Eine besondere Stelle nimmt Chris Pratts Rolle (bekannt als Starlord aus Guardians Of The Galaxy) ein. Dieser ist als Owen Grady für die Raptoren verantwortlich und hat diese auf sich geprägt. Er ist einer der wenigen, der sie Dinosaurier nicht als Profitprodukte sondern als atmende Lebewesen ansieht. Noch dazu ist er aber auch der Held in der Not und hilft der Prakmanagerin Claire ihre Neffen Gray und Zach zu retten, die gerade verschwunden sind, als der Indominus Rex ausbrach.
Alle Achtung hierbei an Bryce Dallas Howard, die Claire Dearing spielt, die den ganzen Film in ihren hochhackigen Schuhen verbringt. Egal ob Auto fahren, durch den Urwald streifen oder vor einen Saurier fliehen, die Frau kann wirklich alles. Ich glaube, selbst Lara Croft hätte das nicht besser machen können 😉
Außer der familiären Stimmung, die durch die Neffen und ihre Tante vermittelt wird, geht es natürlich im Hauptteil um die Dinos. In Jurassic World sieht man diese Tiere anders als in seinen Vorgängern. So gibt es einen Streichelzoo und eine Wassershow.

Alles in allem ist Jurassic World gut gemacht und steht seinen Vorgängern in nichts nach. Zwar ist er nicht revolutionär anders, aber dennoch in sich und mit den anderen Teilen stimmig. Die Charaktere, gut wie böse sowie Mensch und Saurier, sind gut gestaltet, wenn auch nicht immer vollkommen erklärt (Ich hoffe auf eine längere Filmversion auf BluRay). Für mich bekommt Jurassic World 08 von 10 Punkten. Vom Inhalt ist er dem ersten zu ähnlich, aber schafft es dennoch den Spannungsbogen zu halten und mit kleinen Witzen aufzulockern.

2) Jurassic World – Kritik von Markus Jäger

Mit zehn Jahren betrat ich den 1993 errichteten Jurassic Park zum ersten Mal und ich war mehr als begeistert. Aber auch zwölf Jahre später, als ich ihn erneut sah, hat der Film nichts von seinem Charme verloren. Deshalb war ich skeptisch, dass es nach zwei weniger guten Fortsetzungen einen vierten Teil geben würde. Umso enttäuschender fand ich den ersten Trailer. Für meinen Geschmack zu actionreich und zu viele Szenen vom ersten Teil entnommen. Daher war ich mir auch unsicher, ob ich überhaupt in den Film gehen wollte. Die Neugier überwog dann aber doch und ich wurde positiv überrascht.

Zunächst kurz zum Inhalt: 22 Jahre, nachdem der Wunsch des damaligen Leiters John Hammond, einen Vergnügungspark mit Dinosauriern zu errichten, jäh zerplatzt ist, wird dieser Traum im Süden der fiktiven Insel Isla Nublar Wirklichkeit. Bereits seit einigen Jahren zieht der Park jährlich zehn Millionen Besucher an. Die beiden Brüder Gray und Zach besuchen nach langer Zeit ihre Tante Claire, die eben diesen Erlebnispark „Jurassic World“ leitet. Da sie allerdings keine Zeit für ihre Neffen hat, überlässt sie die Beiden ihrer Assistentin Zara, die sich um sie kümmern soll. Derweil holt sich Claire Rat bei dem ehemaligen Militär-Soldaten und derzeitigen Verhaltensforscher Owen um eine sichere Unterbringung für den aus mehreren Arten herangezüchteten und hoch intelligenten Saurier Indominus Rex zu gewährleisten. Allerdings kommt es wie es kommen muss und der Indominus Rex entkommt aus seinem Gehege…

Natürlich haben sich 22 Jahre nach dem ersten Teil, in denen es zwei Jurassic Park Fortsetzungen gab, die Sehgewohnheiten geändert und es ist auch aufgrund der heutigen technischen Möglichkeiten schwierig dem Zuschauer noch etwas Neues und Einzigartiges zu bieten, wie es damals möglich war. Dementsprechend musste der Regisseur Colin Trevorrow auch alles größer, lauter und schneller machen: Mehr Dinos, mehr potenzielle Opfer und natürlich mehr Action um den heutigen Kinogänger noch zufriedenstellen zu können. Trotzdem schafft er es vor allem am Anfang den Zauber und Charme, den der erste Teil hatte, einzufangen. Wenn die Brüder zum ersten Mal durch die Tore des Parks fahren, die fast exakt denen des alten Jurassic Parks gleichen, unterstützt von der altbekannten Musik des ersten Teils, fühlt man sich gleich wieder wie zu Hause. Als wäre man nie weg gewesen. Überhaupt werden viele Elemente des ersten Teils übernommen und entsprechend des derzeitigen technischen Standes abgewandelt. Natürlich kommt auch Steven Spielberg typisch die Bedeutung und Wichtigkeit von Familien nicht zu kurz. Insgesamt gibt es für Jurassic Park -Kenner zahlreiche Referenzen auf den ersten Teil, bei denen bei mir nicht nur einmal das Fan-Herz aufgegangen ist. (Wer sich nach Sichtung des Films weiter darüber informieren möchte, kann dies gerne hier tun.) Auch die eigentlichen Hauptdarsteller – die Dinosaurier – sind großartig animiert und die Actionszenen ausgezeichnet in Szene gesetzt. Allerdings gibt es hiervon meiner Meinung nach fast zu viele, wobei der Abenteuercharakter und die einzigartigen Gänsehaut-Momente, die der erste Teil noch vorweisen konnte, etwas zu kurz kommen. Auch dass der ganze Park bereits mit Millionen Besuchern gefüllt ist, lässt die Beklemmung und die Spannung, die im ersten Teil noch anhielt, etwas verschwinden. Vielleicht hätte dem Film an der einen oder anderen Stelle weniger Dino-Action und mehr Suspense besser getan. Darüber hinaus hätte ich mir etwas mehr Eigenständigkeit in der Story gewünscht, auch wenn ich als Fan des ersten Teils die vielen Referenzen nicht missen möchte.
Die menschlichen Figuren sind gegenüber den Dinos leider etwas blass und von der Figurenzeichnung sehr stereotypisch und klischeehaft geraten. Die Schauspielleistungen sind den Charakterisierungen entsprechend ausreichend, wobei nur Chris Pratt als herzensguter Tiertrainer etwas heraussticht und mit seinem typischen Humor die ansonsten sehr ernste Handlung etwas auflockert.

Insgesamt haben die Macher aus dem schon sehr antiquierten Thema das bestmögliche herausgeholt und einen sehr kurzweiligen Blockbuster erschaffen, der vor allem Kennern und Liebhabern des ersten Teils so einiges Mal das Herz aufgehen lässt, aber sich stellenweise leider doch zu sehr auf der Dinoschau und der Action ausruht und kaum etwas Eigenständiges bietet.
Demzufolge gebe ich dem Film 07 von 10 in einer Restaurantküche hausenden Raptoren plus ein Hologramm eines Dilophosaurus als Fan-Bonus.

 

Spy – Susan Cooper Undercover

Auch am 04.06.2015 erschien der neue Film mit Melissa McCarthy in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Susan Cooper arbeitet bei der CIA als „Stimme im Ohr“ von Agent Bradley Fine. Als dieser jedoch in Schwierigkeiten gerät, gibt sie ihren Schreibtischjob auf und versucht sich selbst als Agentin. Dabei weicht sie aber vom Plan ab und versucht selbst die Atombombe zu finden.

Melissa McCarthy überzeugte in letzter Zeit eher weniger durch starke Rollen und eher durch flachen Humor, der sie stark auf ihr Gewicht reduzierte. Daher ging ich an diesen Film auch eher kritisch heran. Der Humor bezieht sich in diesem Film jedoch nur selten auf ihr Gewicht und landet auch nur selten „unter der Gürtellinie“. Trotzdem kann er nicht großartig punkten, da er in jeder Situation sehr vorhersehbar war. Die Handlung ist gut gestrickt, aber leider ebenso vorhersehbar.
Während Melissa McCarthy zwar nicht ihre beste, aber doch eine vorzeigbare, Leistung ablegt, parodiert sich Jason Statham gekonnt selbst. Während er auf harten Macho macht, behindert er sich gekonnt selbst. Das Highlight des Films (für mich zumindest) ist, wenn Statham gefühlt jeden seiner abenteuerlichen Stunts seiner bisherigen Filme aufzählt. Hierfür ein großes Lob an den Drehbuchautor.
Aber trotz allem, dass der Humor sehr einfach und die Handlung vorhersehbar ist, trifft er jedoch genau den richtigen Punkt bei einer Großzahl der Zuschauer. Für die große Leinwand ist er daher vielleicht nicht zu empfehlen, aber für einen DVD mit Freunden definitiv zu empfehlen.

Alles in allem erhält der Film 05 von 10 möglichen Punkten.

Kind 44

Ebenfalls am 04.06.2015 erschien die Romanverfilmung basierend auf der Romantrilogie „Child 44“ von Rob Tom Smith in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Als Kriegsheld aus dem zweiten Weltkrieg steht Leo Demidow, inzwischen hochrangig beim russischen Geheimdienst, 1953 im Zwiespalt. Jemand bringt Kinder, unter anderem das von seinem Kollegen, um und verstümmelt diese. Doch Mord gibt es offiziell nicht im kommunistischem Russland. Gleichzeitig beschuldigt ein Gefangener auch Demidows Frau der Spionage.

Basierend auf wahren Begebenheiten schafft der Film es nicht den Zuschauer abzuholen. Die Handlung ist undurchsichtig, ebenso das Handeln der Charaktere. Es sind mehrere Handlungsstränge, die parallel verlaufen, aber jeder für sich hätte für einen ganzen Film gereicht. Daher wirkt jeder Strang vernachlässigt und nicht ausreichend erzählt. Teilweise verweben die Stränge auch und spätestens dann sieht man als Zuschauer nicht mehr durch, was der Film einen eigentlich erzählen möchte. Die Film ist gesprickt mit mehreren Kämpfen und wilden Verfolgungsjagden. Aber auch diese sind sehr lieblos erzählt und erzeugen keine Spannung im Film.
Die Schauspieler können in diesem Film durch die Reihe weg nicht überzeugen. Allen voran als Tom Hardy als Leo Demidow, der schon in Mad Max ziemlich blass neben Charlize Theron wirkte. Sein Zwiespalt zwischen Liebe zu seiner Frau und Treue zu seinem Land oder zu seinem Freund wird nur durch die Handlung nicht aber durch sein Spiel deutlich. Auch Noomi Rapace und Joel Kinnaman kauft man ihre Rollen nicht ab. Ihre Texte wirken auswendig gelernt und es ist eine Seltenheit, dass sie wirklich Emotionen sehen. Lediglich Gary Oldman schafft es ein paar Emotionen in seine Rolle zu schaffen, die leider viel zu klein ist, als dass er es hätte herausreißen können. Auch treffen wir Charles Dance wieder als „Retter“ am Ende des Films, wie schon in Imitation Game. In diesen Film hätte er eine größere Rolle definitiv verdient gehabt und hätte damit wohl auch einiges rausreißen können.
Ich habe auch diesen Film im Originalton gesehen. Hierbei gab es jedoch einige Verständnisprobleme, da der Cast aus Australier, Briten, Dänen und Schweden besteht, die allesamt versuchen mit russischem Akzent zu sprechen. Hier wäre die Wahl mit englischsprachigen Russen wohl eher gelungen.

Alles in allem kann der Filme von vorne bis hinten nicht überzeugen und erhält daher auch nur 02 von 10 möglichen Punkten.

Die Frau in Gold

Am 04.06.2015 erschien das amerikanisch-britische Drama mit Helen Mirren in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: 1938 marschierte die deutsche Wehrmacht in Österreich ein und beschlagnahmte allerlei Kunst. So auch die Sammlung der Familie von Maria Altmann, die sich als Juden nicht schnell genug in Sicherheit gebracht haben. Viele Jahre später, Maria wohnt inzwischen in Los Angeles, erinnert sie sich noch immer an ihre Tante Adele und das Bild des Künstlers Gustav Klimt. Zusammen mit dem befreundeten Anwalt Randol Schoenberg versucht sie ihren Besitz zurückzuerlangen. Doch Österreich zeigt sich wenig kooperativ.

Die Geschichte der Maria Altmann wird in „Die Frau in Gold“ absolut rührend erzählt. Der Zwiespalt der Maria zwischen Erinnerung und bitterer Realität. Zwischen schönen Erinnerungen und Schmerzen längst verdrängter Erinnerungen. Ich hatte zudem das Glück den Film im Originalton zu sehen, was den Film das gewisse Etwas verleiht, denn viele Textzeilen sind auf Deutsch geblieben.
Die Handlung baut sich am Anfang etwas schleppen auf bis Maria ihren Anwalt Randol überredet hat für sie einzutreten. Ab da verfolgt man voller Spannung den Kampf Marias um das Bildnis ihrer geliebten Tante. Und bei jeder Zurückweisung, die sie erhält, fühlt man mit ihr. Gerade gegen Ende häufen sich die Gerichtsverhandlungen, aber selbst die werden durch humorvolle Einlagen nicht langweilig. Gerade das Ende hat es dann geschafft mich zu Tränen zu rühren. Der Film springt gekonnt zwischen gegenwärtigen Ereignissen und den Geschehnissen aus Marias Kindheit. Es wird ihre Beziehung zu ihrer Tante in Bilder gefasst und auch die Schrecken der Nazizeit für die Juden werden nicht beschönigt, aber auch nicht übertrieben dargestellt.
Helen Mirren überzeugt von Anfang an grandios in ihrer Rolle als Maria Altmann. Ryan Reynolds wirkt am Anfang noch etwas blass, als wüsse er nicht so ganz, was er für einen Charakter verkörpern soll, dies steigert sich aber immer mehr im Film und ab der Hälfte beweist er auch noch dem letzten Zweifler, was für ein starker Charakterschauspieler er ist. Lediglich Charles Dance ermüdet in der immer gleichen Rolle als autoritärer Vorgesetzter. Dies sahen wir zuletzt bereits in Imitation Game und auch in Kind 44 (Kritik folgt). Hier wünscht man sich als fleißiger Kinobesucher doch etwas Abwechslung.

Alles in allem ist der Film definitiv einen Besuch wert und erhält von mir 08 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im Juni 2015

Hallo ihr Lieben,
da ich jetzt (endlich) im aktuellen Monat bin, wird dies das letzte Mal sein, dass die ich meine verpassten Filme vorab aufzähle. Ab nächstem Monat zähle ich euch die verpassten Filme am Ende eines Monats auf. Der Monat Juni ist zwar noch nicht vorbei, aber so wie meine nächste Woche geplant ist, wird es wohl bei den Filmen als verpasst bleiben.

1) Jurassic World: Da ich die frühere Trilogie nicht kenne, hatte ich nicht so den großen Drang den Film zu sehen. Aber trotzdem würde ich ihn gerne einmal sehen. (Demnächst gibt es aber Gastkritiken zu dem Film, damit ihr trotzdem wisst, ob ihr ihn sehen solltet oder nicht)

2) Big Game: Der Trailer sah ganz interessant aus, Samuel L. Jackson als Präsident der USA, der entführt werden soll. Ins Kino hab ich es leider nicht geschafft, aber sehen möchte ich den Film trotzdem noch.

3) Ted 2: Steht sehr weit oben auf meine Liste, aber in diesem Monat schaff ich es nicht mehr den Film zu sehen. Der erste Teil war schon gut und ich bin gespannt, ob der zweite Teil da mithalten kann.

Tracers

Am 28.05.2015 erschien ein Film, der sich mit der Sportart „Parkour“ auseinandersetzt in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Cam arbeitet als Fahrradkurier, und hat ziemliche Geldprobleme. Eines Tages trifft er auf die Parkourkünstlerin Nikki, wobei sein Fahrrad zerstört wird. Als er ein neues als ein anonymes Geschenk bekommt, sucht er Nikki und lässt sich von ihr in die Kunst des Parkours entführen.

Die Kunst des Parkours ist durchaus faszinierend, wenn sie auf die richtige Art dargestellt wird. Dies gelingt dem Film leider nicht. Die Handlung ist vorhersehbar und voller plumper Dialoge. Das Klitschee des Jungen in Geldschwierigkeiten, der auf eine hübsche Frau trifft und sich natürlich sofort unsterblich in sie verliebt. Seine eigenen Probleme treten in den Hintergrund, weil er sich um ihre Kümmern will. Selbst das Ende erstickt in Klitschees und bietet nichts neues.
Die Parkourszenen sind gut choreographiert und zeigen wieder einmal, dass Taylor Lautner es zwar schauspielerisch wenig drauf hat, aber sportlich dafür umso mehr, denn einige Szenen hat er wohl ohne Stuntdouble gedreht. Leider kann man sie durch die schlechte Kameraführung wenig genießen. Der Film ist der erste durch den mir übel geworden ist und von dem ich Kopfschmerzen bekommen habe. In jeder Parkourszene werden die Darsteller von einem Kameramann verfolgt, der anscheinen das erste Mal eine Kamera in der Hand hält. Denn die Kamera wackelt sehr stark, so dass einige Einstellungen sogar verschwommen sind. Hier hätte man eindeutig bessere Kameraeinstellungen nutzen können.

Alles in allem empfehle ich diesem Film keinem mit einem anfälligen Magen, wie meinem. Dadurch erhält der Film auch nur 02 von 10 möglichen Punkten.

Abschussfahrt – Vier ist einer zu voll

Am 21.05.2015 erschien die deutsche Teenagerantwort auf Hangover in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Die Abschlussfahrt steht bevor und die „Looser“ der Klasse Paul, Max und Bernie schließen einen Pakt, dass sie „so richtig abgehen“ wollen. Doch Paul lässt sich von der schönen Juli überreden auf ihren leicht autistischen Bruder Magnus aufzupassen. Doch das hindert die vier nicht trotzallem in eine Partynacht zu ziehen.

Abschussfahrt ist schwierig richtig einzuordnen, denn er springt entlang der Grenze zwischen Trash und Humorvoll hin und her. Der Film beginnt stark und bringt eine interessante Note an Humor ein. Jeder, dem seine eigene Schulzeit noch bekannt ist und der selbst einmal mit auf einer Klassenfahrt war,  kennt die meisten Szenen wahrscheinlich sogar selbst. Ein Lehrer, der von seinem Fach völlig eingenommen ist und daher einen langweiligen Stadtvortrag nach dem nächsten hält. Hinzu die typischen Schülerklitschees, die Machos, die Looser, die hübschen Mädchen und sogar einen leichten Autisten. Doch leider kann der Film das Niveau nicht halten. Die zweite Hälfte des Films bedient sich trashiger Komik, die einem höchstens das Lachen ins Gesicht treibt, wegen der Absurdität. Ob ein Hardcore-Sexclub oder Schlammcatchen, der Film lässt kein Trashklitschee aus. Erst gegen Ende bekommt der Film wieder die Kurve und bietet doch noch ein humorvolles Ende.
Die Schauspielleistungen variieren ebenfalls stark im Film. Während Hauptfigur Paul teilweise gut, teilweise schlecht dargestellt wird, brilliert Neuschauspieler Florian Kroop als autistischer Magnus. Max von der Groeben spielt die Rolle, die er am besten zu beherrschen scheint und auch schon in Doktorspiele und Fack ju Göhte zum Besten gab. Hier hätte man sich doch einmal ein bisschen mehr Tiefgang in der Rolle gewünscht, denn so wirkt der Charakter einfach blass.
Ein wirklich positivier Aspekt des Films ist der respektvolle Umgang mit Autismus. Zwar sorgt die Art von Magnus immer wieder für einen Lacher und er wird als Sonderling gesehen, aber es wird sich in keiner Weise darüber geäußert, dass Autismus eine Krankheit sei oder grundsätzlich etwas schlechtes. Auch wird offen mit Homosexualität umgegangen.

Alles in allem ist der Film für nen lustigen DVD-Abend durchaus zu empfehlen, aber kein Film für die große Leinwand. Der Film erhält von mir 4 von 10 möglichen Punkten.

Pitch Perfect 2

Ebenfalls am 14.05.2015 zogen die Barden Bellas wieder alle Register, um die A-Cappella-Welt in den deutschen Kinos zu rocken.

Kurz zur Story: Nach einem misslungenen Auftritt vor dem Präsidenten der USA, sind die Barden Bellas suspendiert. Jetzt geht es darum ihren Ruf wieder herzustellen, aber auch ihre Freundschaft wird noch einmal auf eine harte Probe gestellt. Ihre Chance ist die A-Cappella-Weltmeisterschaft in Kopenhagen. Doch die Konkurrenz aus Deutschland ist stark.

Eine Fortsetzung ist nicht immer leicht. Da der erste Film richtig gut war, waren auch die Erwartungen dementsprechend hoch. So ganz überzeugen konnte mich der zweite Teil trotz allem nicht.
Die Story ähnelt in ihrem Aufbau sehr dem ersten Teil. Dramatischer Auftritt am Anfang, zusammenraffen danach, ein Riff-off, Zuspitzung der Lage und großer Auftritt am Ende. Trotzdem überzeugt der Film durch Witz und Charme und ist trotz allem nur geringfügig vorhersehbar. Die altbekannten Belas spinnen ihre Rollen weiter und müssen sich neuen Aufgaben stellen. Hinzu kommen neue Belas, die sich mehr oder weniger geschickt in die Handlung einfügen.
Was mich wirklich enttäuscht hat waren die Lieder. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen. Stattdessen werden zu viele Lieder übereinander geungen, sodass man keins mehr von den anderen unterscheiden kann. Dazu kommen zu aufwendige Choreographien, die einfach zu „over the top“ wirken. Da diese aber den Hauptbestandteil des Films ausmachen, wirkt es doch am Thema vorbei.
Trotz allem schaffen es die Charaktere durch ihre einzigartige Art und durch viel Humor einen lustigen Film zu erschaffen, der gute Laune verströmt. Wer den ersten Teil liebte, wird den zweiten zumindest mögen, auch wenn er viel Potential durch die verpatzten Songs verschossen hat.

Alles in allem ist der zweite Teil auf jeden Fall einen Blick wert, um sich eine eigene Meinung zu bilden, aber man sollte die Erwartungen nicht anhand des ersten Filmes messen. Ich gebe dem Film trotz allem 07 von 10 möglichen Punkten.

Der Babadook

Am 07.05.2015 erschien der australische Horrorfilm in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Amelia Vanek verlor ihren Mann am Tag der Geburt ihres Sohnes Samuel. Sieben Jahre später ist das Verhältniss zwischen Mutter und Sohn noch immer angespannt. Samuel hat Alpträume von Monstern und baut deswegen eigene Waffen. Amelia verzweifelt in ihrer Rolle als alleinerziehender Mutter und Pflegerin. Eines Abends liest sie Samuel ein Buch über den Babadook vor. Seitdem passieren immer seltsamere Sachen im Hause Vanek.

Der Babadook ist ein als Horrorfilm getarntes Familiendrama. Das gestörte Verhältnis zwischen Mutter und Sohn durch den Tod des Vaters zieht sich durch den ganzen Film. Daher ist den klassischen Horrorfilmgängern eher davon abzuraten. Der Babadook kommt aber auch ohne große Klitschee aus und bedient sich eher der Technik, dass Effekte langsam aufgebaut werden und es daher keine großen Schockmomente gibt,  man aber doch laufend erschaudert. Der eigentliche Horror ist auf der zwischenmenschlichen Ebene zu finden. Wer grundsätzlich eine Abneigung gegen Kinder und besonders gegenüber nervigen Kindern hat, der sollte diesen Film definitiv meiden. Denn Samuel kann nerven! Ich persönlich war schon nach ein paar Minuten so genervt, dass ich am liebsten die Leinwand angeschrien hätte oder in den Film springen wollte, um Samuel eine links und eine rechts zu geben, damit er endlich ruhig ist. Aber auch Amelia, die Mutter, schafft es einen zu nerven mit ihrer Art. Pausenlos trauert sie um ihren verstorbenen Mann und fühlt sich von jedem im Stich gelassen.
Die eigentliche Figur des Babadook, ein aus einem Kinderbuch entsprungenem Alptraum, wird in diesem Film leider etwas stiefmütterlich behandelt. Eigentlich das Horrorelement im Film, dass den Film unterscheidet von einem Familiendrama, erzeugt zwar die Gruselelemente, wird aber nur wenig gezeigt und auch kaum erklärt. Das ist doch ziemlich schade, denn mit dem, was der Zuschauer über den Babadook erfährt, wäre er eine tolle Horrorfigur geworden.
Auch habe ich von Zuschauern, die in meiner Umgebung saßen gehört, dass kaum einer das Ende wirklich verstanden hat. Das liegt wohl vorallem daran, dass man in das Ende viel hinein interpretieren musste, um zu einem sinnvollen Schluss zu kommen und das ist nicht das, was ich von einem guten Horrorfilm erwarte.

Alles in allem hätte der Film ziemlich gut werden können, da er sich eigentlich einer guter Gruselatmosphäre und langsam aufbauenden Gruselmomenten bedient, aber im Zuge des Familiendramas wird die eigentliche Horrorhandlung leider zu sehr vernachlässigt. Daher erhält der Film nur 04 von 10 möglichen Punkten.

American Horror Story – Murder House

Durch die Empfehlung mehrerer Freunde habe ich nun auch einmal mit der Serie American Horror Story angefangen. Hier nun meine Gedanken zu der ersten Staffel „Monster House“

Kurz zur Story: Die Familie Harmon zieht aus Boston weg, nachdem Ben Harmon eine Affäre mit einer Studentin hatte. Sie ziehen nach Los Angeles in das „Mörderhaus“, was ihnen erst später bewusst wird. Denn wer auf dem Grundstück des Hauses stirbt, kehrt als Geist zurück.

Bei American Horror Story ist jede Staffel in sich abgeschlossen. Jede neue Staffel hat ein neues Setting, neue Charaktere und eine komplett neue Handlung. Daher wirkt aber auch die erste Staffel, wie ein ganzer Spielfilm. Teilweise ist man überrascht, wenn eine Folge zu Ende ist, aber die Handlung wird in der nächsten Folge fortgesetzt. Trotzdem merkt man bei den meisten Folgen, dass sie um eine eigene Handlung bemüht sind. Es werden nach und nach neue Stücke aus der Vergangenheit offenbart und so rätselt man immer weiter, was genau denn die Wahrheit hinter dem Monsterhaus ist. Wer sind die bösen Geister und gibt es auch gute im Haus? Von Anfang an fiebert man mit der Familie Harmon mit. Die Spannung lässt die ganze Staffel über nicht nach. Ich habe die Serie innerhalb eines Wochenendes gesehen, weil ich einfach immer wissen musste, wie es weitergeht.
Die Schauspieler sind alle sorgfältig ausgewählt und verkörpern alle grandios ihre Rolle. Bei den Horroreffekten wird leider oft auf altbewärtes zurückgegriffen und es wird wenig neues eingebracht. Wer also auf abgefahrene Effekte hofft, der liegt bei der Serie falsch. Das gruselige sind die verschiedenen Charaktere. Diese eingebettet in ein gruseliges Haus voller Geheimnisse und voller Vergangenheit erschafft eine Atmosphäre, die einem immer wieder einen Schauer über den Rücken schickt.

Alles in allem ist die Serie definitv wert, sie einmal anzusehen, denn sie überrascht immer wieder aufs Neue.