Neulich in der Sneak: Bad Spies

Ein Vorwort

Mila Kunis hatte in den letzten Jahren mit ihren Bad Moms eindeutig einen guten Riecher für gelungene Komödien, die Spaß und gute Handlung miteinander kombinieren konnten. Nun hat sie die Mädels an ihrer Seite durch Kate McKinnon ausgetauscht, die zuletzt in Ghostbusters als Holtzman begeistern konnte, während ihre Rolle in Girls Night Out eher als das Blond-Blondchen angelegt war. Wird Bad Spies ein Erfolg wie die Bad Moms, oder wird es eine Blödelkomödie, wie der Trailer schon erahnen ließ?

Die Handlung

Audrey (Mila Kunis) wurde vor kurzem von ihrem Freund Drew (Justin Theroux) verlassen. Als sie androht seine Sachen zu verbrennen, taucht er wieder auf, wird aber kurz darauf erschossen. Sie muss feststellen, dass er verdeckt bei der CIA tätig war und einen USB-Stick mit wichtigen Daten gestohlen hat. Hinter dem sind jetzt nicht nur MI6 und CIA her, sondern auch die Russen. Und Audrey und ihre beste Freundin Morgan (Kate McKinnon) sind auf einmal auf der Flucht und müssen nach Wien reisen.

Meine Meinung

Mitunter scheint Bad Spies eine Unterrichtseinheit über europäische Hauptstädte zu sein. Denn während des Abenteuers werden viele verschiedene Städte besucht, von Berlin über Wien, Amsterdam, Paris, Budapest und viele mehr. Und natürlich nur die Hauptstädte der Länder und brav mit Landbezeichnung dazu. Schon allein daran lässt sich ein bisschen die Zielgruppe ableiten. Auch ansonsten ist Bad Spies ein Film, der ganz leichten Kost, der versucht die Massen zu unterhalten. Dabei darf natürlich der typische Witz unter der Gürtellinie nicht fehlen.
So tröpfelt der Film dann auch vor sich hin. Eigentlich rennen die beiden Damen – natürlich vollkommen überfordert mit der Welt – immer nur Kreischend von einem Ort zum anderen. Nur unterbrochen von Actioneinlagen, die mitunter wirklich gut choreographiert und gefilmt wurden. Diese sind dann aber auch meistens so überdimensional dargestellt, dass sich keine Spannungskurve aufbauen kann. Stattdessen verfolgt man Kunis und McKinnon von einer Stadt in die nächste, wobei Zeit auch sehr relativ ist – ich sag nur in unter 24 Stunden von Los Angeles nach Wien, mit mind. 13 Stunden Flugzeit und Zeitverschiebung… – und hat schon bald jegliches Interesse an der Handlung verloren. Trotzdem muss man dem Film zugutehalten, dass es tatsächlich 2-3 wirklich geistreiche Humoreinlagen gab, die den Film dann doch etwas aufgewertet haben.
Das große Finale war dann eine Mischung aus sehr konstruiert und absolut übertrieben. Allerdings doch wieder mit einem gewissen Charme, was man auch über den Rest des Films sagen kann, weswegen Bad Spies doch nicht der große Reinfall ist, auf den er hingesteuert hat.

Das Fazit

Bad Spies ist Popcornkino von der ganz einfachen Art und dabei leider auch nicht wirklich einfallsreich. Mitunter gibt es ein paar geistreiche Witze, die dann auch wirklich Spaß machen. Alles in allem aber eher ein schwächerer Film. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Bad Spies erscheint am 30.08.2018 in den deutschen Kinos.

Bad Moms 2

Am 09.11.2017 erschien die Fortsetzung der Bad Moms Reihe in den deutschen Kinos

Ein Vorwort

Erst im letzten Jahr überraschten die Bad Moms in den deutschen Kinos. Endlich ein Film, der die Aufopferungsbereitschaft einer Mutter würdigte, der Mütter nicht als perfekt darstellte, aber doch als immer bemüht perfekt zu sein. Der erste Teil überzeugte durch eine gute Handlung, einen starken Cast, viele verschieden Klischees und deren Bereinigung und vor allem viel Witz, der gar nicht so häufig unter der Gürtellinie landete, wie vorher angekündigt. Die Gags waren gut durchdacht und funktionierten immer an den richtigen Stellen. Wie es bei erfolgreichen Filmen so ist, bleibt eine Fortsetzung nicht aus. Und so müssen die Bad Moms in diesem Jahr Weihnachten überstehen.

Die Handlung

Weihnachten steht vor der Tür. Für alle Mütter eine stressige Zeit. Auch die „Bad Moms“ Amy (Mila Kunis), Kiki (Kristen Bell) und Carla (Kathryn Hahn) haben in den Jahren zuvor immer stark geschuftet, um das perfekte Weihnachtsgefühl zu überzeugen. Doch damit ist in diesem Jahr Schluss. Es soll endlich einmal ein gemütliches Weihnachten werden, auch für die Mütter. Doch da haben noch ein paar mehr Menschen ein Wort mitzureden. Denn auch Mütter haben Mütter. Und Ruth (Christine Baranski), Isis (Susan Sarandon) und Sandy (Cheryl Hines) kommen alle zu Weihnachten zu Besuch und mischen die dortigen Vorbereitungen ordentlich auf.

Meine Meinung

Wenn ein Film erfolgreich ist, dauert es bekanntlich nicht lange, bis eine Fortsetzung in die Kinos kommt. Beispiele aus der letzten Zeit zeigen jedoch, dass das Erfolgsrezept nicht unbedingt mit einer Fortsetzung vereinbar ist. Man nehme als Beispiel nur den Reinfall um die Fack ju Göhte-Reihe, die nach einem gelungenen ersten Teil nicht mehr mithalten konnte. Doch Bad Moms 2 hat die grundlegenden Probleme einer Fortsetzung verstanden und sich damit auseinander gesetzt. Als Ergebnis bekommen wir einen Film geliefert, der tatsächlich immer noch rund ist und funktioniert. Denn während im ersten Teil noch das Hauptthema „Wie ist man eine gute Mutter“ auf unsere Bad Moms bezogen wurde und ihre Konflikte mit ihren Männern und Kindern gezeigt wurden, lässt der zweite Teil nun die Mütter der Mütter aufkreuzen und das Thema in „Bin ich eine gute Tochter und wie fühlt sich meine Mutter“ umändern. Dadurch werden thematisch noch einmal ganz neue Aspekte beleuchtet, die wieder auf andere Art und Weise zum Nachdenken anregen. Natürlich brodeln auch diesmal die ernsten Themen unter der Oberfläche, denn als Komödie macht auch Bad Moms 2 einfach nur Spaß. Die Witze sind pointiert, durchdacht und selten unter der Gürtellinie. Dadurch wird Bad Moms 2 zwar auch nicht gerade zum Familienfilm, aber die Zielgruppe wird abgeholt.
Handlungstechnisch verläuft Bad Moms nach einem bekannten Schema und die Wendungen sind relativ vorhersehbar. Aber darauf will der Film gar nicht aus, denn der Spaß kommt an keiner Stelle zu kurz, weswegen die Spannung auch gerne einmal ein bisschen unter den Tisch fallen darf. Die etwas kuriose Liebesgeschichte zwischen Carla und dem Weihnachtsmann wirkt im ersten Moment zwar etwas befremdlich, im Endeffekt passt es aber zur Charakterisierung Carlas und bringt noch einmal neuen Schwung hinein.
Die Treffsicherheit der Gags hat leider im Vergleich zum ersten Teil doch etwas nachgelassen, weswegen der zweite Teil bei aller Mühe doch ein bisschen hinter dem ersten zurück bleibt. Aber dennoch wird man gut unterhalten, was man sich von einer Komödie auch erhofft.

Das Fazit

Vom Spaßfaktor leicht hinter dem ersten Teil, aber dennoch eine würdige Fortsetzung mit gut pointierten Witzen, einer interessanten Handlung, auch wenn etwas vorhersehbar, und einem Wiedersehen mit unseren Chaos-Müttern. Dafür gibt es 07 von 10 Punkten.