One Night Only

Ein Vorwort

Bei manchen Filmen wäre ich ja gern bei der Ideenfindung dabei gewesen. Bei One Night Only stell ich mir das ungefähr so vor: Wollen wir noch einen The Purge Film machen? Ne, lass mal, das Prequel ist gescheitert und den Rest haben wir auserzählt. Okay, aber mit dem Konzept muss sich doch noch was machen lassen? Okay, also statt in einer Nacht Gewalttaten und Mord zu erlauben, können wir ja was ähnlich schlimmes erlauben, zum Beispiel außerehelicher Sex! Aber der ist doch gar nicht verboten. Na, dann verbieten wir den halt in unserem Film. Und wenn du bis hier noch nicht ausgestiegen bist, dann erfahr doch in meinem heutigen Beitrag, warum die Prämisse nicht wirklich was taugt.

Der Filmtitel als Fanart auf einer Filmklappe.

Die Handlung

Vor drei Jahren wurde der außereheliche Geschlechtsverkehr in den USA verboten. Bis auf eine Nacht. Während Allie sich mit ihrer besten Freundin ganz entspannt zwei Partner für die Nacht suchen wollte, hat Owen größere Pläne und will seiner Freundin einen Antrag machen. Bei Beiden kommt es anders und sie treffen sich immer wieder, während sie nur auf der Suche sind, nach einer guten Nummer für die eine Nacht.

Meine Meinung

Auch, wenn die Ideenfindung für den Film bestimmt witzig war und ich von der Grundprämisse eigentlich auch angesprochen wurde, sagten mir die Trailer so gar nicht zu. Die Befürchtung war groß, dass es nur eine billige Prämisse für eine Liebesgeschichte mit vielen spicy Szenen werden würde und nichts wirklich draus gemacht wurde. Und so kam es dann auch.
Aber fangen wir am Anfang an. Zunächst lernen wir Owen kennen, der bereits in einer glücklichen Beziehung ist und sich darauf freut, die Nacht mit seiner Freundin zu verbringen. Und natürlich sucht er sich die unromantischste Nacht überhaupt aus, um ihr einen Antrag zu machen. Nur, dass diese ganz andere Pläne hat und zwar weiterhin eine Beziehung mit ihm will, aber die Sexnacht dann doch lieber mit dem Nachbarn verbringen will. Am Boden zerstört irrt Owen durch die Nacht und trifft zunächst auf Allie. Die hatte ebenfalls Pläne. Denn unsere Romantikerin glaubt allen ernstes in der Nacht der ausgelebten Triebe die große Liebe zu finden. Also will sie mit ihrer besten Freundin in einer Kneipe nach netten Jungs Ausschau halten und sich dabei Zeit lassen. Nur, dass diese bereits nach fünf Minuten ihr perfektes Date gefunden hat. Doch Allies Plan die Nacht dann einfach zu Hause zu verbringen, vereitelt ihre Mitbewohnerin, die sie direkt wieder auf die Jagd schickt. Dabei trifft sie auf Owen.
Es könnte so einfach sein, denn die Chemie zwischen den beiden Charakteren und vor allen den beiden Schauspielenden Monica Barbaro und Callum Turner ist immens. Aber natürlich brauchen wir vorher noch unzählige Nebenstränge und die beiden müssen zunächst Haters werden, ehe sie zu Lovers werden dürfen. Dabei wird auch mehr auf platte Attitüten gesetzt, als wirklich ausgereifte Witze aufzubauen. Hier war mehr Fremdscham am Start als dass ich mich gut unterhalten gefühlt hätte.
Und war das Humorlevel nicht schon enttäuschend genug, so bleibt auch die Frage, wieso diese alternative Realität mit den unzähligen Regeln für diese Nacht geschaffen wurde, wenn sie so gar nicht genutzt wurde. Anstatt wirklich auf die Probleme, die sich dadurch ergeben können, einzugehen und dabei auch den Mut zu besitzen, unbequeme Themen anzusprechen, wird lieber auf das nächste poppende Pärchen geblendet. Lediglich ein kurzes Gespräch mit einer Polizistin, die auch in dieser Nacht damit beschäftigt ist, Sexualverbrecher zu fassen, bringt irgendwie mal eine andere Ebene rein, und selbst das bleibt nichtssagend.
Dabei waren doch gerade die Purge Filme, diejenigen, die sich getraut haben, auf die menschliche Psyche einzugehen und auch die Unterschiede zwischen den Schichten hervorzuheben. So hätte mich auch interessiert, wie es bei One Night Only mit der Vergewaltigungsrate in dieser Nacht aussähe. Wie sich diejenigen mit Geld Prostituierte geholt hätten und wie deren Leben nach der neuen Regelung aussähe. Wie viele in einer schlechten Ehe gefangen wären, die sie nur eingingen, um Sex zu haben, und wie hoch ist dann eigentlich die Scheidungsrate? Aber nein, lasst uns lieber Owens Mutter noch ein drittes Mal mit ihrem Liebhaber und der Luftpolsterfolie zeigen.
Weil für die platte Romcom, die hierbei rauskam, war die Prämisse einfach zu aufgeladen. Aber Monica und Callum würde ich gern noch einmal in einer besseren Romanze zusammen sehen.

Das Fazit

One Night Only bedient sich einer interessanten Prämisse, die aber nur als Vorwand für eine substanzlose Romcom genommen wird, anstatt diese richtig auszuarbeiten. So wirkt alles nur platt, auch wenn die beiden Hauptdarstellenden und ihre unfassbare Chemie alles geben. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

One Night Only läuft seit dem 27.08.2026 in den deutschen Kinos

Marry Me – Verheiratet auf den ersten Blick

Ein Vorwort

Fast pünktlich zum Valentinstag wurde es wieder Zeit für eine Romanze auf der großen Kinoleinwand. Das hat sich wohl auch Universal und haute mit Marry Me genau den richtigen Film dafür raus. Nachdem der Trailer bereits sehr vielversprechend aussah, zog es mich auch außerhalb des Tages für alle Pärchen ins Kino. Wie mir der Film gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Die Popikone Kat Valdez (Jennifer Lopez) und ihr Freund Bastian (Maluma) wollen bei einem Liveevent heiraten. Passend dafür haben sie das Duett Marry Me herausgebracht. Doch als sie kurz vor ihrem Auftritt erfährt, dass Bastian sie mir ihrer Assistentin betrogen hat, beschließt sie kurzerhand den Mathelehrer Charlie Gilbert (Owen Wilson) aus dem Publikum zu heiraten. Dieser ist eigentlich gar kein Fan, sondern wollte seine Tochter (Chloe Coleman) beeindrucken, die sich seit der Scheidung immer weiter von ihm entfernte. Dennoch sagt er ja. Beide sind geschockt von ihrer spontanen Hochzeit und beschließen erst einmal herauszufinden, ob die Beziehung funktionieren kann.

Meine Meinung

Romantische Komödien können mich eigentlich nur abholen, wenn sie sich wirklich Mühe geben. Natürlich werden viele Klischees reproduziert, aber wenn sie darüber hinaus eine eigene Idee haben, gebe ich ihnen ja gerne eine Chance. Und die Idee hinter Marry Me hat mich überzeugt. Zwar waren die typischen zwei Welten treffen aufeinander Klischees absehbar, aber die Hochzeit an den Anfang zu setzen, hat gut funktioniert.
Denn so lernen wir im Schnelldurchgang die beiden Protagonist*innen kennen, dann kommt es schon zum Liveevent, auf dem Charlie nur durch Zufall ist und auf dem Kat beschließt Bastian nicht zu heiraten. Erst im folgenden lernen wir beide genauer kennen, während sie selbst versuchen herauszufinden, ob die Ehe funktionieren kann. Dabei stellt sich heraus, dass der Film es schafft ganz nebenbei absolut herzliche Figuren, vor allem auch bei den Nebencharakteren zu schaffen. So sind gerade Charlies beste Freundin Parker und Kats Manager Collin diese Herzensmenschen, die einfach immer da sind, wenn man sie braucht und doch die Grenzen kennen.
Das Motiv zieht sich auch durch den gesamten Film. Immer ein wenig Klischeehandlung gepaart mit den tollen Charakteren, die den ganzen Film einfach sehr herzlich machen. Vielleicht hätte man das ein oder andere Klischee auslassen können, aber im großen und ganzen ist die Handlung sehr rund. Vor allem auch, weil Charlie Gilbert ein sehr geerdeter Charakter ist und doch genug eigene Persönlichkeit besitzt, um nicht in dem neuen Medienrummel komplett unterzugehen. Weil es eben nicht darum geht Charlie in Kats Welt zu pressen, sondern eben auch sie wieder zurückzuholen.
Unterstützt wird der Film von einem tollen Soundtrack. Mit den beiden absoluten Ohrwurmliedern Marry Me und On my way bietet der Film gleichzeitig Klischee-Pop, doch auch hier mit einer herzlichen und persönlichen Note, dass sie sich perfekt in den übrigen Film einschmiegt. Auch schauspielerisch hat Marry Me einiges zu bieten. Während Jennifer Lopez und Owen Wilson gleichzeitig absolut unterschiedlich wirken und doch eine wunderbare Chemie aufbauen, braucht sich der übrige Cast keinesfalls zu verstecken. Während Maluma in seiner Rolle eher blass bleibt, sind es auch hier Sarah Silverman, Chloe Coleman und John Bradley-West, die ihren Rollen das gewisse Etwas geben und mit ihrer Herzlichkeit überzeugen.

Das Fazit

Marry Me – Verheiratet auf den ersten Blick schafft es gleichzeitig die meisten Klischees des Genres zu bedienen und doch mit einer Herzlichkeit herauszustechen, dass er ein positives Beispiel des Genres ist. Musik, Charaktere, Handkung und Schauspiel passen hier einfach perfekt zusammen. Dafür gibtes 08 von 10 möglichen Punkten.

Marry Me läuft seit dem 10.02.2022 in den deutschen Kinos