Neulich in der Sneak: The Gentleman

Ein Vorwort

2014 brachte Kingsman die englische Eleganz abseits des James Bond Franchises auf die große Leinwand. Mit einer Fortsetzung und einem geplanten Prequel scheint der Film den Nerv der Zuschauer getroffen zu haben. In The Gentleman wird die Eleganz wieder aufgegriffen, allerdings nicht mehr in einem Agententhriller, sondern in einem Film über den großen Drogenbaron Britanniens. Warum der Film mich vor allem durch seinen unkonventionellen Erzählstil überzeugen konnte, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Mickey Pearson (Matthew McConaughey) hat ein großes Drogennetz in Großbritannien aufgebaut. Da er sich gerne aus dem Geschäft zurückziehen möchte, will er es an Matthew Berger (Jeremy Strong) verkaufen. Doch zu dem Zeitpunkt taucht Dry Eye (Henry Golding), ein aufstrebener Kopf in der chinesischen Mafia, auf und will das Geschäft ebenfalls kaufen. Ein Kampf um den Mann mit der größten Macht entbrennt.

Meine Meinung

The Gentleman sticht vor allem dadurch hervor, dass er sich an einem neuen Erzählstil versucht. Denn ein Großteil des Films wird erzählt indem der Privatdetektiv Fletcher (Hugh Grant) bei Pearsons Assistent Raymond (Charlie Hunnam) auftaucht und ihm den aktuellen Stand seiner Ermittlung mitteilt. Dies wird jedoch immer wieder auf die Schippe genommen – „ich hab das mal als Drehbuch verfasst, du kannst auch die Rechte kaufen“ – das der Erzählstil immer wieder etwas neues zu bieten hat. Im Prinzip geht es nur um das Gespräch zwischen den beiden, das immer wieder durch den eigentlichen Film unterbrochen wird. Das ist spannend und funktioniert nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sehr gut. Die ersten 10-20 Minuten braucht man tatsächlich um sich an den Rhythmus des Films zu gewöhnen, aber danach ist man voll drin.
Hilfreich ist wohl auch, dass Guy Ritchie hier ein Who is who in Hollywood versammelt. Matthew McConaughey, Michelle Dockery, Jeremy Strong, Colin Farrell, Charlie Hunnam, Henry Golding, Eddie Marsan und Hugh Grant geben sich hier die Klinke und geben sich schauspielerisch an keiner Stelle gegenüber den anderen eine Blöße. So funktioniert das Zusammenspiel der verschiedenen Charaktere wunderbar. Und trotz der Vielzahl an verschiedenen Namen, kann man sich die Funktion der einzelnen Charaktere wunderbar merken, denn jeder spielt einzigartig und auf andere Art, so dass man sich auf jede weitere Szene freut.
Und so versprüht der Film nicht nur britische Eleganz, sondern auch jede Menge Humor und findet sich immer wieder in den abstrusesten Situationen wieder. Diese sind jedoch so akkurat in die Handlung eingebunden, dass sie nie fehl am Platz wirken. Einziger Wermutstropfen des Films ist nur, dass Michelle Dockery als Pearsons Frau Rosalind zwar eine starke Frau an der Seite eines einflussreichen Mannes spielt, dies jedoch nur ein einer überschaubaren Anzahl an kleinen Szenen zeigen darf. Hier wäre wesentlich mehr möglich gewesen.

Das Fazit

The Gentleman kommt mit einer interessanten Erzählstruktur, spannender Handlung, großartigem Cast und einem ganz eigenen Rhythmus daher. Nach einer Eingewöhnungsphase am Anfang macht der Film einfach nur Spaß. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Neulich in der Sneak: Bombshell

Ein Vorwort

Die #metoo Debatte ist zwar etwas abgeflaut, aber trotzdem nicht minder wichtig. Pünktlich zu einer Oscarverleihung, in der wieder jede Regisseurin übergangen wurde, kommt ein Film über den Skandal der sexuellen Belästigung bei FOX News.

Die Handlung

Gretchen Carlson (Nicole Kidman), Moderatorin bei FOX News, verklagt den CEO des Senders, Roger Ailes (John Lithgow) wegen sexueller Belästigung. Die Frage ihrer Anwälte ist nun, ob sich weitere Frauen melden, die ihre Geschichte bestätigen können. Zum Beispiel Megyn Kelly (Charlize Theron) das Aushängeschild des Senders, oder die ambitionierte Kayla Pospisil (Margot Robbie).

Meine Meinung

Bombshell trägt den passenden Beititel „Das Ende des Schweigens“. Denn viele der betroffenen Frauen haben am Ende Verschwiegenheitserklärungen unterzeichnet und können so ihre eigene Geschichte nicht mehr erzählen. Dies wird jedoch umgangen, in dem beispielsweise die fiktive Rolle der Kayla, gespielt von Margot Robbie, eingeführt wurde, um eben all diesen Frauen eine Stimme zu geben. Dies hat sich niemand geringeres als Drehbuchautor Charles Randolph auf die Fahne geschrieben, der an ähnlichen anklagenden Projekten mitgearbeitet hat, wie The Big Short. Regie übernahm Jay Roach, der vielen durch die Austin Powers Filme bekannt sein dürfte, in der Vergangenheit aber auch ernstere Filme, wie Trumbo, gemacht hat.
Randolph verzichtet hier jedoch fast gänzlich auf die charakterisierenden Erklärungen aus den eben genannten Projekten. In The Big Short wird es durch eine Off-Stimme gemacht mit prominenten Einschüben in ungewöhnlichen Szenen. In Bombshell erzählt uns Protagonistin Megyn Kelly (Charlize Theron) noch die wichtigsten Infos. Wie ist das Gebäude von Fox News aufgeteilt, welche Aufgabe hat Roger Ailes, was hat es mit den durchsichtigen Tischen auf sich. Danach wird genau darauf verzichtet. Und genau hier liegt das Hauptproblem von Bombshell. Der Zuschauer wird mit einer Sturmflut von Namen und Personen überrollt, dass man sie sich einfach nicht merken kann. In Erinnerung bleiben lediglich die aus dem Trailer bekannten Rollen von Kidman, Robbie, Theron und Lithgow. Eine Allison Janney oder eine Kate McKinnon erkennt man durch die prominente Besetzung zwar noch wieder, doch könnte ich beim besten Willen nicht mehr sagen, wie ihre Rollen hießen. Und während man noch die ganzen Charaktere verarbeitet und sich wieder fragt, wer war das nochmal und welche Funktion hatte die nochmal, beginnt die Geschichte an sich. So tauchen am Ende Figuren auf, die einem am Anfang einmal vorgestellt wurden, von denen man aber zu dem Zeitpunkt einfach nicht mehr weiß, wie die in das Bild passen. Garniert wird das ganze dann noch mit mehreren Zeitsprüngen, die zwar versucht wurden auf einer Zeitlinie darzustellen, die dem Zuschauer aber auch wenig hilft. Wirklich erkennbar, wie viel Zeit vergangen ist, erkennt man eher an Therons Frisur.
Und das der Film die Zuschauer durch die verwirrend erzählte Handlung so verliert, ist bei diesem Film absolut schade. Denn Bombshell hat nicht nur ein wichtiges Thema zu erzählen, sondern auch ein erschütterndes. Dabei sind es gerade die kleinen Szenen, die einen tief treffen. Wenn eine Gruppe von Moderatorinnen sich ankleiden und sich dabei, trotz eigentlich perfekter Figuren, noch in Shapewear pressen müssen und durch die hohen Schuhe sich bereits Blasen blutig gelaufen haben und diese mit einem einfachen Pflaster überdecken, um sofort wieder auf Sendung sein zu können, dann prangert das mehr an, als nur einen Roger Ailes. Aber genau solche Momente werden einfach übergangen und mit der Haupthandlung weitergemacht.
Vor allem die Rolle von Charlize Theron wird hier in den Vordergrund gerückt. Am Anfang ist sie noch die taffe Frau, die sich mit Donald Trump als Präsidentschaftskandidat anlegt, nach einem Jahr Dauerkritik aus Reihen der Republikaner, ist sie so fertig, dass sie nachgiebig wird, einfach nur damit sie wieder ihre Ruhe kriegt. Und genau in dieser Zeit soll sie die Entscheidung fällen, ob sie sich Gretchen anschließt und ebenfalls aussagt. Diese innere Zerissenheit spielt Theron grandios. Auch Margot Robbie als Kayla, die symbolisch für alle betroffenen Frauen steht, spielt ihre Rolle, hin- und hergerissen zwischen Ekel vor sich selbst und Karrierewunsch, absolut sehenswert. Lediglich Nicole Kidman als Gretchen bleibt ein wenig blass, was aber auch an ihrer relativ geringen Screentime liegen könnte.
So bleibt Bombshell weit hinter seinen Möglichkeiten, versteckt sich hinter starken Darstellerinnen und vielen guten kleinen Momenten, schafft es aber nicht das große und ganze zusammenhängend zu erzählen und den Zuschauer bei der Stange zu halten. Schade um das Thema, das doch leider so wichtig ist.

Das Fazit

Bombshell – das Ende des Schweigens blickt nicht nur hinter einen Skandal der sexuellen Belästigung, sondern geht thematisch noch tiefer. Leider wird sich für die kleinen wichtigen Momente zu wenig Zeit genommen und der Zuschauer so sehr mit Charakteren und Zeitsprüngen zugeschüttet, das wenig im Gedächtnis bleibt. Hier wäre weit mehr möglich gewesen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Bombshell läuft seit dem 13.02.2020 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: 21 Bridges

Ein Vorwort

Wusstet ihr, dass Manhattan eine Insel ist und über 21 Brücken mit den umliegenden Bezirken verbunden ist? Genau darauf nimmt der neue Film von Brian Kirk Bezug. Drumherum inszeniert er einen Actionthriller rund um einen gescheiterten Drogendeal. Warum der Film aus der Mittelmäßigkeit nicht herauskommt, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Andre David (Chadwick Boseman) wird zu einem Tatort gerufen, an dem sieben Polizisten ermordet wurden. Da sein Vater in seiner Kindheit ebenfalls Polizist war und im Einsatz getötet wurde, hat er den Ruf bei ermordeten Polizisten keine Gnade zu kennen. So lässt er kurzerhand Manhatten abriegeln und alle 21 Brücken sperren, damit er die Täter in kürzester Zeit stellen kann.

Meine Meinung

Man nehme einen charismatischen Detective mit dunkler Vergangenheit, ein verwirrendes Grundszenario mit allerlei Missverständnissen, einen Sidekick, der sich gut mit dem Detective versteht, ein anfängliches Blutbad, einen bad cop, der sich nicht an Anweisungen hält und natürlich ein eindrucksvolles Setting. Herauskommen soll mit diesem einfachen Schema ein gelungener Actionthriller mit Verfolgungsjagden und ermittlerischem Geschick. Grundsätzlich hat 21 Bridges auch von allen Elementen etwas. Wir haben Chadwick Boseman als Detective, der in jungen Jahren seinen Vater, ebenfalls Cop, verlor und seitdem den Ruf hat bei „Copkillern“ voreilig zu schießen. Als er kurz nach einer Anhörung zu dem Thema zu einem Tatort mit sieben toten Cops gerufen wird, dürfte eigentlich jedem klar sein, dass dies kein Zufall ist. Weiter geht es mit dem verwirrendes Grundszenario über einen geplatzten Drogenüberfall, bei dem es zu Schusswechsel und eben auch zu erschossenen Cops kam. Auftritt Sidekick in Form von Frankie Burns (Sienna Miller) vom Drogendezernat, die fortan mit Boseman ermitteln darf. Im Revier der verstorbenen Cops gibt es dann auch noch die bad cops und ein abgeriegeltes Manhattan als eindrucksvolles Setting rundet die Erfolgsformel ab.
Das Problem an 21 Bridges ist, dass er sich so penibel ans Schema F hält, dass er nichts neues/modernes/eigenes wagt, sondern lieber die Nummer Sicher geht. Herauskommt ein Film, den Fans des Genres bereits im ersten Viertel komplett bis zum Ende vorausahnen können. Es kommen auch keine Überraschungen dazu, so dass der Ausgang eigentlich sehr früh feststeht. Hinzu kommt, dass die titelgebenden 21 Brücken bzw. die Abriegelung Manhattans bis auf zwei kurze Szenen nicht weiter thematisiert werden. Hier hätte man wunderbar mit dem Wettlauf gegen die Zeit und dem gleichzeitig auftretenden Protesten aufgrund der abgeriegelten Stadt spielen können.
Versteht mich nicht falsch. 21 Bridges ist ein hochspannender Thriller, der vor allem von Bosemans Charisma lebt, aber trotzdem ein paar moralische Fragen mit aufwirft, die mit dem frühen Verlust des Vaters zusammenhängen. Das Problem ist nur, dass er in seinen Figuren und in seiner Handlung einfach nicht über Mittelmaß hinauskommt. Zu viele Stereotypen, zu viel Vorhersehbares. Grandiose Schauspieler wie J.K. Simmons werden praktisch verschwendet, weil ihnen plumpe Rollen zugeschrieben werden, ohne der Rolle und dem Schauspieler die Möglichkeit zu geben, sich richtig zu entfalten.
Mit einer Lauflänge von 101 Minuten ist 21 Bridges kurz und kompakt abgefilmt, so dass die Spannung immer auf einem guten Level gehalten werden konnte. Leider gibt es dann am Ende noch die obligatorische „Haha, du wurdest überführt“-Szene, die dem Film nichts neues gibt, ihm aber die Chance auf ein annehmbares Ende nimmt.

Das Fazit

21 Bridges ist ein spannender Thriller, der es leider nicht aus der Mittelmäßigkeit heraus schafft und sich zu sehr an altbekanntem festklammert, anstatt neue Wege einzuschlagen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Neulich in der Sneak: 1917

Ein Vorwort

1917 wird bereits als hoher Oscarfavorit gehandelt. Sam Mendes inszeniert hier eine Geschichte, die er seinen Großvater, einem Kriegsveteran, widmet. Die Geschichte hat er aus den Erzählungen dessen entwickelt und versucht den Familien und Veteranen der „verlorenen“ Generation Tribut zu zollen.

Die Handlung

Lance Corporal Tom Blake (Dean-Charles Chapman) und Lance Corporal William Schofield (George McKay) werden zum General (Colin Firth) beordert. Dieser hat den wichtigen Auftrag die beiden zu Colonel Mackenzie zu schicken, um den bevorstehenden Angriff abzublasen, da es sich um einen Hinterhalt der Deutschen handelt. Dafür müssen sie durch Niemandsland. Da Blakes Bruder in der Einheit Mackkenzies ist, ist er sehr motiviert den Auftrag auzuführen.

Meine Meinung

Zuletzt brachte uns Christopher Nolan mit seinem gefeierten Dunkirk ins Frankreich in Kriegszeiten. Dort ging es jedoch während des zweiten Weltkrieges um die Evakuierung der britischen Soldaten aus Dünkirchen. Sam Mendes reist nun noch ein Stück weiter in die Vergangenheit. Genau genommen ins titelgebende Jahr 1917. Auch hier verfolgen wir zunächst britische Soldaten, die die Ruhe vor dem Sturm nutzen, um sich etwas auszuruhen. Schnell lernen wir unsere beiden Protagonisten Blake und Schofield kennen. Doch um die Ruhe ist es bald vorbei. Denn der General hat einen Auftrag für die beiden. Und die Kamera wird sie auch nicht mehr allein lassen.
Wo wir schon beim bemerkenswertesten am Film wären. Die Kameraarbeit. Denn diese bleibt an unseren Protagonisten kleben und fährt mal vornweg, mal nebenher, mal hinterher. Dadurch wirkt der Film wie ein einziger Take, auch wenn dies natürlich nicht sein kann. Aber Achtung an alle Leute mit schwachen Magen. Die Kamera „marschiert“ praktisch mit, weswegen immer ein verstärkter Wackeleffekt eintritt, der einen leicht auf den Magen schlagen kann, wenn man dafür empfindlich ist.
Ebenso erwähnenswert ist dadurch auch die schauspielerische Leistung der beiden Protagonisten, deren Emotionen permanent von der Kamera eingefangen werden. Gerade der Marsch durch das Niemandsland wird in allen Details gezeigt. Dies wirkt am Anfang ein bisschen Langatmig, aber auch absolut realistisch, was die Länge wieder wett macht. Und die Langatmigkeit wird auch schon bald durch ein paar hochspannende Szenen ersetzt. Und auch wenn man ein paar Entscheidungen der beiden nicht nachvollziehen kann, bleibt man doch immer mit dran und leidet praktisch bei jeder Wendung wieder neu mit. So bleibt 1917 bis zur letzten Szene hochspannend.
Zwischendurch gibt es auch ein paar ruhigere Momente, wo auch immer mal wieder eine Hollywoodpersönlichkeit auftauchen darf, so dass es auch über die aus dem Trailer bekannten hinaus immer wieder ein bekanntes Gesicht zu erkennen gibt. So ist 1917 letztlich ein erschreckend reales Abbild des ersten Weltkrieges, der beinahe vollkommen auf überdramatische Augenblicke verzichtet und dadurch nur noch bestürzender ist.

Das Fazit

1917 ist ein von der Grundidee her sehr undramatischer und realistisch gehaltener Kriegsfilm, der aber gerade durch den Realismus bestürzt und dadurch lange im Gedächtnis bleibt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

1917 läuft seit dem 16.01.2020 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: 3 Engel für Charlie

Ein Vorwort

Auch 2020 geht es weiter mit den Remakes/Reboots, aber auch mit der Frauenpower. Im Gegensatz zu Ghostbusters oder Oceans Eight waren Charlies Engel aber schon immer Frauen, wurden hier aber neu besetzt. Diesmal jedoch mit Elizabeth Banks auch mit einer Regisseurin. Sie bekam die Aufgabe die Engel international zu machen. Das dies zuletzte bei Men in Black nicht funktionierte, schieb niemanden zu stören. Wie das den Engeln bekommt, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Die Informatikerin Elena Houglin (Naomi Scott) arbeitet in der Forschungsabteilung einer großen Firma in Hamburg. Als sie entdeckt, dass ihr neuestes Projekt als Waffe einsetzbar ist, meldet sie dies ihrem Vorgesetzten. Als sie dort auf taube Ohren stößt, wendet sie sich an die Agency. Bosley (Djimon Hounsou) und sein Team aus Sabina (Kristen Stewart) und Jane (Ella Balinska) versucht ihr zu helfen.

Meine Meinung

Ich habe bisher noch nie etwas Nettes über Kristen Stewart geschrieben. Bisher konnte sie mich auch noch mit keinem Film wirklich vom Gegenteil überzeugen. Ihre aussagelose Miene zeigte sie einfach in einem Film zu viel und gerade Snow White & the Huntsman hat sie mir damit auch ganz schön zerstört. Aber da sage mal einer, dass sich eine Schauspielerin nicht doch ändern kann. 2016 sah ich sie zum letzten Mal in Café Society und in diesen drei Jahren scheint sie eine Wandlung durchgemacht zu haben, die ihresgleichen sucht. Oder sie hat in der Rolle der Sabina einfach nur ihre Lebensrolle gefunden. Denn was sie hier abliefert, ist zwar noch immer keine tiefgründige Schauspielleistung, aber eine ganze Reihe an Gesichtsausdrücken, man merkt ihr deutlich den Spaß am Spielen an und darf ich anmerken, dass sie in einigen Szenen einfach nur heiß ist? So das musste gesagt werden.
Ihr zur Seite stehen Naomi Scott – zuletzt zu sehen in der Aladdin Realverfilmung – und Ella Balinska. Außerdem spielt Elizabeth Banks natürlich auch in ihrem Film mit. Als eine der Bosleys, das inzwischen kein Name mehr, sondern eine Rangbezeichnung ist, weswegen es auch mehrere gibt. Ebenfalls mit von der Partie sind Sam Clafin, Patrick Stewart, Djimon Hounsou und Jonathan Tucker.
Gerade am Anfang krankt der Film ein wenig an der üblichen „Origin“-Story. Das Team wird neu gebildet und muss erst einmal mit den unterschiedlichen Charakteren in Harmonie geraten. Gerade die erste halbe Stunde bestand aus meinem ständigen Kopfschütteln. Aber nach und nach wird man mit dem Film und seinen Charakteren immer wärmer. Und gerade das große Finale ist dann eben auch genau das: Ein Finale, das sich absolut sehen lässt. Hier hat sich der Film final eingegroovt und zeigt noch einmal ausschweifend, was es mit dem Charakteraufbau jeweils auf sich hatte.
So ist der Film durchaus größtenteils spannend, stellenweise wirklich witzig, stellenweise wirkt aber auch alles etwas erzwungen. Dennoch ist die Aussicht auf  einen zweiten Teil mit den gleichen Charakteren durchaus aussichtsreich.

Das Fazit

3 Engel für Charlie braucht seine Zeit, um sich einzugrooven, aber das starke Finale macht so viel wett, dass man sich auf die Fortsetzung ohne die Kinderkrankheiten einer „Team muss sich finden“-Story freut. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

3 Engel für Charlie läuft seit dem 02.01.2020 in den deutschen Kinos.

Mein Jahresrückblick 2019 – #2 – Kino

Und weiter geht es mit meinen Rückblicken. Der Einfachheit halber werde ich dieses Jahr alle Filme, die ich im Kino gesehen habe, in diesem Beitrag zusammenfassen. Sprich es wird diesmal für die Kategorien Cinemathek und Neulich in der Sneak keinen seperaten Rückblick geben.
Als Vorbemerkung ist zu sagen, dass es im regulären Kinobetrieb kaum große Enttäuschungen gab, allerdings auch nicht so wahnsinnig viele Highlights, Stattdessen hält das solide Mittelfeld über die Hälfte aller Filme parat. Was das für die Kinowelt bedeutet, darf gerne jeder selbst interpretieren.

Zur Statistik:

77 gesehene Kinofilme in 2019 (2018 waren es 80). Damit noch weiter von meinem Jahresziel von 100 Filmen abgedriftet.

Davon
… 1 Wiederholungstäter
… 1 Anime Special
… 3 in der Cinemathek
… 19 in der Sneak
… 53 regulär

I. Wiederholungstäter

2019 habe ich ES – Kapitel 1 im Doppelfeature mit dem zweiten Teil erneut gesehen.

II. Anime Special

2019 habe ich ein Anime Special gesehen.

Penguin Highway ist ein Anime, der für Fans des Genres duchaus funktionieren dürfte, mich persönlich aber nicht abholen konnte. Für alle neugierigen unter euch, die einen Anime abseits der großen etablierten Studios sucht, dürfte sich eine Sichtung von Penguin Highway durchaus lohnen.

III. Cinemathek

2019 habe ich drei Filme in der Cinemathek gesehen – im Ranking

Platz 3: Hotel Artemis

Interessantes Setting, guter Cast und trotzdem leider eher enttäuschend, da die Handlung erst nicht richtig läuft und sich dann in sinnlosem Geballer verliert. Potential nicht genutzt.

Platz 2: Kindeswohl

Kindeswohl kommt nicht so richtig in Schwung, zumal das Gerichtsdrama aufhört, ehe es richtig angefangen hat. Der weitere Verlauf ist ohne die Gedanken der Charaktere zu kennen (wie im Buch) leider nicht richtig nachvollziehbar. In Filmform ist die Geschichte daher nicht gut.

Platz 1: Tolkien

Die Geschichte um J. R. R. Tolkien und seiner großen Liebe. Zwischen Krieg und schwieriger Kindheit wächst Tolkien auf und entwickelt seine eigene Sprache, die er gegen Ende in seinem ersten Roman „Der Hobbit“ verarbeitet. Nicht das große Biopic, was man erwarten könnte, dafür eine interessante Geschichte über Liebe, Freundschaft und das Erwachsen werden.

IV. Neulich in der Sneak

2019 ließ ich mich 19 Mal überraschen, welchen Film vor Kinostart ausgewählt wurde – im Ranking

Platz 19: Holmes & Watson

Wie es ein so schlechter Film überhaupt ins Kino geschafft hat, bleibt schleierhaft. Wieso er es dann auch noch trotz seiner vielen sexistischen Äußerungen schaffen konnte, ist noch umstrittener. Es bleibt mir nur eins zu sagen: Spart euer Geld! Der Film ist von vorne bis hinten großer Mist!

Platz 18: Ein letzter Job

Ein letzter Job ist ein Film, der mit einem langweiligen Drehbuch, unsympathischen Charakteren und unmotivierten Darstellern daherkommt, die alle schon bewiesen haben, es wesentlich besser zu können. Ein Heist-Movie, der so ziemlich alles falsch macht.

Platz 17: White Boy Rick

Aus der Geschichte hätte man eine interessante Biographie machen können, wenn man sich nur ein bisschen Mühe gegeben hätte eine Geschichte auch wirklich zu erzählen. So sind hier Szenen hintereinander gereiht, die in ihrer Aussagelosigkeit nur vom Hauptdarsteller übertroffen werden.

Platz 16: Halloween Haunt

Halloween Haunt verfolgt im Ansatz mit der Kombination aus Geisterbahn und Escape Room eine gute Ausgangsbasis, verliert sich jedoch in Klischees und Stereotypen und einer nicht nachvollziehbaren Handlung.

Platz 15: The Kitchen

The Kitchen hat es leider verpasst eine nachvollziehbare Handlung aufzubauen und scheitert am Großaufgebot an sinnlosen Charakteren und Handlungswendungen.

Platz 14: Das Ende der Wahrheit

Das Ende der Wahrheit ist zwar hoch ambitioniert, scheitert aber an verwirrender Handlung, stereotypischen Charakteren und langatmiger Erzählweise.

Platz 13: Die Agentin

Die Agentin ist einer der langweiligsten Spionage-Filme, die ich kenne. Er hat kein Konzept, keine Tiefe und keine Handlung. Eine engagiert spielende Diane Kruger konnte daran auch nichts ändern.

Platz 12: Unknown User 2 – Dark Web

Unknown User – Dark Web vollführt einen Drahtseilakt zwischen guten und misslungen Szenen und schafft es nicht die Spannung und das Tempo zu halten. Mit platten Charakteren krankt er an ähnlichen Stellen, wie schon der erste Teil.

Platz 11: Greta

Greta ist ein Film, der viel Potential hatte und auch gerade im Mittelteil eine bedrohliche Spannung erzeugt, die vor allem von Hupperts Spiel kommt. Dies wird im finalen Teil aber komplett über den Haufen geworfen

Platz 10: Brightburn

Brightburn – Son of Darkness ist ein qualitativ hochwertiger Horrorfilm mit einer interessanten Grundhandlung, der an zwei Stellen abdriftet und sich damit einiges verbaut.

Platz 9: Bumbleebee

Bumblebee nimmt die guten Eigenschaften eines E.Ts und mischt sie mit den schlechten Elementen des Transformers-Franchises. Herausgekommen ist ein Film, der an vielen Stellen durchaus Spaß macht und ans Herz geht. Leider kann er das Niveau nicht durchgängig halten.

Platz 8: Official Secrets

Official Secrets hatte den Cast und die Geschichte um einen spannenden Film über die Whisteblowerin Katharine Gun zu machen. Leider nutzt er die Elemente nicht und schafft es nicht aus der Mittelmäßigkeit herauszukommen.

Platz 7: Kursk

Tragische Geschichte trifft auf viele richtige Ansätze, schafft es aber am Ende nicht sich aus dem bekannten Schema zu befreien und holt so den Zuschauer nicht richtig ab.

Platz 6: Ronny und Klaid

Ronny und Klaid ist eine dieser deutschen Überraschungskomödien, die am Anfang so gar nicht funktioniert und sich dann stückweise immer mehr steigert und am Ende durch seinen ganz eigenen Charme einfach überzeugen kann.

Platz 5: Hard Powder

Hard Powder ist eines der Filme, bei dem man über den lahmen Anfang hinwegsehen muss, um doch noch eine kleine Filmperle zu entdecken, die viele wohl nicht auf dem Schirm hatten.

Platz 4: Anna

Anna ist ein interessanter Film mit guten Darstellern, Hanndlung voller Wendungen und gutem Szenenbild und Choreographien. Dennoch kostet ihm die Rückblendenerzählung einige Pluspunkte.

Platz 3: Zombieland 2 – Doppelt hält besser

Zombieland 2 schafft es auch nach 10 Jahren noch eine gute Fortsetzung zu sein, der die wichtigsten Elemente des ersten Teils aufgreift und sich doch weiterentwickelt. Mit einem sympathischen Hauptcast, einem gelungenem Nebencast, viel angebrachtem Witz, durchdachter Action und mitreißender Dialoge schafft es der Film gute Laune zu versprühen.

Platz 2: Ein Gauner und Gentleman

Ein Gauner und Gentleman ist eine unaufgeregte Kriminalkomödie, die aber durch ihre sympathischen Darsteller sehr gut funktioniert. Man muss sich vorab nur auf die sehr ruhige Erzählweise eingelassen haben.

Platz 1: Fishermans Friends

Fisherman’s Friends ist ein sympathischer kleiner Film über eine Chantis singende Fischergruppe, mit einer Menge Heimatgefühl, aber eben auch dem Fernwehfaktor. Für den gute Laune Faktor einfach einmal ansehen!

V. Kinofilme

2019 habe ich 53 Filme regulär zur normalen Spielzeit im Kino gesehen. Zur besseren Übersicht unterteile ich diese Kategorie noch einmal in Enttäuschungen (0-4 Punkte), das solide Mittelfeld (5-7 Punkte) und die Highlights (8-10 Punkte) – im Ranking:

V.I – die Enttäuschungen

Platz 53: Tabaluga

Tabaluga hätte ein süßer Kinderfilm werden können. Aber dafür hätte man sich Mühe geben müssen. So wirkt der komplette Film leider schnell hingeschludert und mit möglichst wenig Aufwand lieblos gestaltet. Es scheint so, als ob jemand dringend aus dem Namen Profit schlagen wollte, ohne dafür wirklich einen Finger krumm zu machen. Leider wieder ein Hinweis darauf, dass gerade im Bereich Animationsfilm Deutschland weit hinter dem großen Vorbild Hollywood hinterher hängt.

Platz 52: Iron Sky 2 – The coming race

Iron Sky – The Coming Race hat zu wenig von Allem und zu viel von Nichts. Und warum nochmal habe ich meine angekündigten Nazis auf Dinosauriern nicht bekommen?

Platz 51: X-Men – Dark Phoenix

X-Men Dark Phoenix ist nicht die ersehnte Fortsetzung nach einem miserablen Apokalypse, sondern leider einfallslos, lahm und in der Hauptrolle schlecht besetzt. Der einzig interessante Satz im Film kam von Jennifer Lawrence Charakter, die eine Umbenennung der X-Men fordert, nachdem die Frauen einen Großteil der Arbeit beitragen. Ob wir das Franchise nun final beerdigen dürfen, wird sich zeigen.

Platz 50: Mortal Engines – Krieg der Städte

Als vom Buch enttäuschte Leserin war ich von der Verfilmung wahrscheinlich begeisterter als die reinen Filmseher. Trotzdem kann ich leider nicht sagen, dass ein spannender und runder Film herauskam. Letztlich bleibt es ein Film, der rein auf die Optik beschränkt herausragend ist, aber leider zu starke Schwächen in der Handlung hat.

Platz 49: Aquaman

Auch wenn Aquaman im weltweiten Boxoffice der erfolgreichste DCEU Film ist, bleibt er leider in großen Teilen ein Reinfall. Dabei birgt er Potential, wenn man sich eben auf eine Handlung konzentriert und dafür die Charaktere besser herausgearbeitet hätte.

Platz 48: Friedhof der Kuscheltiere

Friedhof der Kuscheltiere ist leider erneut eine Buchverfilmung, die sich zu sehr von der Vorlage wegentwickelt hat und dadurch vergessen hat seine Charaktere vorzustellen und auf ein logisches Ende zuzusteuern. So bleibt einem am Ende ein lachhafter Zombiefilm in Erinnerung, was der Vorlage nicht würdig ist.

V.II – das solide Mittelfeld

Platz 47: The Lego Movie 2

The Lego Movie 2 versucht auf der selbstgeschaffenen Welle weiterzureiten, säuft aber größtenteils ab. Trotz kleinerer schöner Ideen und Gags kann die Haupthandlung nicht überzeugen.

Platz 46: Yesterday

Für eine Stunde ist der Film ein super sympathischer „Was wäre wenn“ Film mit tollen Einfällen und einigen Beatlessongs. Leider kippt die Qualität nach knapp der Hälfte völlig und wird danach zu einer einfallslosen Liebesgeschichte. Schade!

Platz 45: Der König der Löwen

Der König der Löwen war optisch zwar gut anzusehen, aber dafür relativ emotionslos. Im Grunde war es ein guter Film, weil er einfach einen guten Film nachstellt. Neue Ideen sucht man jedoch ergebnislos.

Platz 44: Die Addams Family

Die Addams Family bleibt in allem Belangen beim Durchschnitt, versucht sich zwar durch ein paar gelungene Gags zu retten, kann sich aber nicht hervortun.

Platz 43: Gemini Man

Gemini Man dümpelt mit einer mittelmäßigen Handlung vor sich hin und hangelt sich nur von Actionszene zu Actionszene, die trotz starker Bilder nicht mehr mit der starken Konkurrenz mithalten kann.

Platz 42: Monsieur Claude und seine Töchter 2

Monsieur Claude und seine Töchter 2 verfehlt auf die interessanten Handlungsteile einzugehen und fokussiert die langweiligen zu sehr. Darüber hinaus schafft er es nicht politische Aktualität mit einzubringen und ist nicht wirklich witzig.

Platz 41: Maria Stuart – Königin von Schottland

Maria Stuart baut ein gutes Setting auf und setzt auf einen starken Cast. Leider kann der Film nicht durch seine Handlung überzeugen, die zu lang und zu langatmig erzählt ist.

Platz 40: Ad Astra

Ad Astra ist ein sehr langatmiger Film ohne Identifikationsfigur, die den Zuschauer mit gesellschaftskritischen Bildern überschwemmt, sie durch eine monotone Off-Stimme noch übermäßig erklärt und letztendlich nicht auf den Punkt kommt.

Platz 39: Mary Poppins 2

Mary Poppins‘ Rückkehr ist leider eine der Sequels, die nicht notwendig gewesen wären. Obwohl einige Stellen großen Spaß machen, bleibt der Gesamtfilm uninspiriert in Handlung und Liedern.

Platz 38: Scary Stories to tell in the dark

Scary Stories to tell in the Dark versucht sich an einer Mischung aus Gänsehaut und Es, kann mit beiden, was die Szenenartigen Monstererscheinungen angeht auch mithalten, hält dieses Niveau aber nicht über die Rahmenhandlung und verpasst gerade am Ende die Rundung.

Platz 37: Captain Marvel

Captain Marvel ist ein grundsolider Film aus dem Hause Marvel. Leider bleibt er deutlich hinter seinen Möglichkeiten und beschränkt sich auf eine sehr einfach gehaltene Handlung, die einzig vom Nostalgiefaktor lebt.

Platz 36: Pets 2

Von drei Einzelepisoden macht eine wirklich Spaß, ist eine für den Tiefgang zuständig und eine leider zu abgedreht. Doch im großen und ganzen funktioniert Pets 2 damit besser als sein Vorgänger.

Platz 35: Men in Black – International

Men in Black – International ist ein leichter Actionfilm, der sich leider zu sehr auf seinem Namen ausruht. Trotz vieler witziger Einfälle, kann er nicht durchgehend unterhalten und versagt gerade am Ende.

Platz 34: Dem Horizont so nah

Dem Horizont so nah erzählt seine Geschichte mit einer gewissen jugendlichen Naivität, die den Ton sehr auflockert, ihm aber auch die Tiefe nimmt. Das Augenmerk liegt hier deutlich auf der Liebesgeschichte.

Platz 33: Traumfabrik

Traumfabrik lädt zum träumen und schwärmen ein, scheitert dann aber an überzeichneten Charakteren und einem fehlbesetzten Protagonisten.

Platz 32: Godzilla 2 – King of the Monsters

In Godzilla: King of the Monsters bekommt der Zuschauer so ziemlich das, was er erwarten darf. Schwächen in der Handlung sind verzeihbar, da diese in einem Film mit solch großangelegten Kämpfen nicht das Hauptaugenmerk ist.

Platz 31: Die Goldfische

Die Goldfische ist ein typischer Klamauk-Roadmovie, der gerade dann überzeugt, wenn er sich weit aus dem Fenster lehnt und die Political Correctness ein bisschen außer Acht lässt. Trotzdem wird respektvoll mit dem Thema Behinderung umgegangen.

Platz 30: Glass

Mit Ausnahme des schwachen Mittelteils, der kurzaus kürzer hätte ausfallen können, schafft es Shyamalan mit Glass einen Abschluss seiner Comicreihe zu kreieren, der vor allem von den brillianten Schauspielleistungen seiner Hauptcharaktere lebt.

Platz 29: Spider-Man 2 – Far from home

Spider-Man: Far from home hat viele gute Ansätze, versucht die Marveltypische Spannung und Humor zu verbinden, scheitert aber letztendlich durch eine verworrene Handlung und einem unnachvollziehbarem Bösewicht. Damit zählt er zu den schwächeren Vertretern aus dem Hause Marvel.

Platz 28: Ich war noch niemals in New York

Ich war noch niemals in New York hat gewiss einige Schönheitsfehler, die aber gut überdeckt werden, von dem, was der Film eigentlich will: Gute Laune verbreiten. Und dies schafft er durch seine kunterbunte Inszenierung ganz hervorragend.

Platz 27: John Wick 3 – Parabellum

John Wick 3 ist zwar wieder eine deutliche Verbesserung zum zweiten Teil, kann aber noch immer nicht an den ersten heranreichen. Zwar sind die Actionszenen erstklassig und Actionsfans kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten, dennoch ist die Geschichte nun auserzählt.

Platz 26: Alita – Battle Angel

Alita – Battle Angel ist ein grundsolider Film, der sich ein bisschen zu viel vorgenommen hat und dadurch kleinere Schönheitsfehler hat. Doch ein guter Cast und eine interessante Geschichte kann das meiste ausbügeln.

Platz 25: Das perfekte Geheimnis

Das perfekte Geheimnis ist ein Film, der beim Erstmaligen Sehen großen Spaß macht, trotz einer sehr konstruierten Handlung. Gerade der gut harmonierende Cast schafft es den Film trotzdem rund zu gestalten.

Platz 24: Dumbo

Dumbo ist ein positives Beispiel für Disneys Remake-Wahnsinn, denn die Geschichte wird gut weitererzählt und kann mit neuem Blickwinkel und weitergedachter Handlung viel Neues bieten. Leider fehlt der zündende Funke, um aus Dumbo mehr als eine solide Geschichte zu machen.

Platz 23: Once upon a time in Hollywood

Once upon a time in Hollywood ist eine gelungene Momentaufnahme des Lebens in Hollywood, mit wenig Handlung und wenig Bezug zu den Manson-Morden. Wer sich damit anfreunden kann, bekommt einen gewohnt hochwertigen Tarantinofilm, der einmal mehr beweist, dass Tarantino sein Handwerk versteht.

Platz 22: Der Grinch

Der Grinch ist ein großer Spaß für die ganze Familie. Die sehr einfache Handlung mit den offensichtlichen Wendungen wird mit einer guten Menge an Humor gekonnt überspielt.

Platz 21: 100 Dinge

100 Dinge macht für eine deutsche Komödie sehr viel richtig, da er sich auf die Handlung konzentriert und eine Charakterentwicklung zulässt. Dabei ist er beinahe durchgängig witzig, verliert sich leider am Ende in den zu viel aufgebauten Handlungssträngen.

Platz 20: The Favourite – Intrigen und Irrsinn

The Favourite ist bestimmt nicht jedermanns Favorit. Regisseur Lanthimos geht hier bewusst über Grenzen hinaus. Getragen wird der Film von drei sehr starken Schauspielerinnen, wobei Olivia Coleman jedoch mit einer absolut oscarwürdigen Leistung heraussticht.

Platz 19: Der Fall Collini

Ein Gerichtsdrama, dass nicht nach dem „Wer“, sondern nach dem „Warum“ fragt und dies spannend erzählt und mit überwiegend guten Darstellern daher kommt. Jedoch fehlt nach der großen Wendung noch einmal das Unvorhergesehene

Platz 18: Vice – der zweite Mann

Vice ist ein stark erzählter Film mit gutem Cast. Ein bisschen weniger reißerisch hätte er dennoch sein können, so kommt er nicht an seinen Vorgänger (The Big Short) heran.

Platz 17: Der Junge, muss an die frische Luft

„Der Junge muss an die frische Luft“ ist ein sehr ernster und teilweise beklemmender Film, der seine Stimmung jedoch immer wieder aufzulockern weiß. Mit einem grandiosen Jungdarsteller begeistert der Film letztendlich, Taschentücher sollte man aber genug dabei haben.

V.III Die Highlights

Platz 16: Fast and Furious: Hobbs & Shaw

Hobbs & Shaw konnte mich durch eine starke weibliche Fast-Hauptrolle, ein intelligentes Drehbuch, sympathische Charaktere und gut gemachter Action durchaus überzeugen.

Platz 15: Ralph breaks the Internet

Ralph breaks the Internet ist eine Fortsetzung, die sehr viel Spaß macht und dennoch eine schöne Geschichte über Freundschaft aufbaut. Lediglich das Finale ist etwas zu übertrieben geraten.

Platz 14: Meisterdetektiv Pikachu

Meisterdetektiv Pikachu ist ein wilder Mix aus Humor, Action und vor allem Pokemon. Kleinere Schönheitsfehler sind zu verkraften, da Ryan Reynolds als Pikachu nach Deadpool erneut zur Höchstform aufläuft.

Platz 13: Shazam!

Ein in vieler Hinsicht realitätsnaher und nachdenklicher Superheldenfilm, der aber doch die Power und den Witz mitbringt, um das Superheldengenre noch einmal von einer ganz anderen Seite zu beleuchten.

Platz 12: Es – Kapitel 2

Es – Kapitel 2 ist eine gelungene Fortsetzung und Umetzung des Buches von Stephen King. Lediglich am Ende will er ein wenig zu viel und er könnte für Horrorfilmfans zu lasch sein.

Platz 11: Die Eiskönigin II

Die Eiskönigin II schafft es nicht das Niveau des ersten Teils zu halten, für sich betrachtet erzählt er aber eine schöne Geschichte, besticht durch seine Optik und kann bis auf ein paar kleinere Kritikpunkte am holprigen Start und Ende, sowie der Anordnung der Lieder doch überzeugen.

Platz 10: Gut gegen Nordwind

Gut gegen Nordwind ist eine gelungene Verfilmung eines E-Mailromans mit hochmotivierten Darstellern und einer unaufgeregten Handlung. Fans klassicher Liebesfilme dürften hier weniger auf ihre Kosten kommen, doch wenn man ihm eine Chance gibt, entfaltet er seinen ganzen Charme.

Platz 9: Joker

Joker überzeugt in Inszenierung und mit seinem grandiosen Hauptdarsteller. Dennoch bietet er Diskussionsmaterial in positiver und negativer Weise.

Platz 8: Le Mans 66

Le Mans 66 schafft es selbst den größten Autorennenmuffel abzuholen und mitzureißen. Durch die Verteilung der Handlung auf mehrere Gruppen, wird der Zuschauer stark miteingebunden. Bis auf zwei kleine Kritikpunkte kann der Film einfach nur begeistern

Platz 7: Last Christmas

Last Christmas ist ein wunderbarer Liebesfilm, der sich jedoch mit so viel mehr befasst und neben dem wahren Gedanken von Weihnachten eine Menge guter Botschaften vermittelt. Dabei ist er überaus klischeefrei, außer er setzt diese gezielt ein.

Platz 6: Can you ever forgive me

Can you ever forgive me ist eine sehr ruhige Filmperle, die bei den meisten wohl untergehen wird. Ruhig erzählt und stark gespielt, springt der Film zwischen Charakterisierung und erzählter Geschichte.

Platz 5: Downton Abbey

Downton Abbey ist für Fans die lang ernsehnte Wiedervereinigung aller geliebten und teilweise gehasster Charaktere. Für Neulinge ist es ein Historienfilm, der seinesgleichen sucht, was Detailliebe angeht. Vor allem mit den witzigen und bissigen Dialogen können wohl beide Parteien etwas anfangen.

Platz 4: Green Book

Green Book ist ein kleinerer, aber sehr feiner Film, der seine Geschichte rund erzählt und den Fokus auf den Roadtrip und die Freundschaft der beiden Protagonisten legt. Die Rassenthematik ist zwar allgegenwärtig, wird aber gekonnt subtil eingespielt.

Platz 3: Everest – Ein Yeti will hoch hinaus

Everest – Ein Yeti will hoch hinaus ist liebevoll gestaltet, voller kleiner Geschichten für Groß und Klein, die beide Seiten zum Lachen und Weinen bringt und dabei die Schwerpunkt auf Freundschaft, Familie und Trauerbewältigung legt. Dabei wärmt einen der Film einfach nur das Herz.

Platz 2: Rocketman

Rocketman ist eine Musikerfilmographie, die eher als Musical inszeniert wurde, was dem Film aber sehr gut tut. Zusammen mit einem fantastischen Hauptdarsteller kommt ein runder Film heraus.

Platz 1: Avengers – Endgame

Avengers – Endgame ist der Film, den die Fans nach 11 Jahren Franchise und 21 Vorgängerfilmen einfach verdient haben. Er ist emotional, spannend, witzig, nostalgisch und einfach die logische Konsequenz aus allem davor gewesenem. Danke Marvel für diesen Film!

 

 

 

Neulich in der Sneak: 7500

Ein Vorwort

Wenn ich in den Urlaub fliege, habe ich immer irgendwo ein bisschen Restangst. Das Gefühl der vollkommenen Kontrollabgabe ist beim Fliegen noch einmal viel größer, als beispielsweise beim Bahnfahren. Regelmäßige Filme über Flugzeugentführungen und Flugzeugabstürze sind auch nicht gerade hilfreich dabei. Doch anscheinend wurde es einmal wieder Zeit für einen neuen Film über genau die Themen. Ob sich 7500 von anderen Filmen seiner Art abheben kann, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Tobias Ellis (Joseph Gordon-Levitt) ist Pilot auf der Strecke Berlin-Paris. Alles scheint seinen ganz normalen Gang zu gehen, bis kurz nach dem Start mehrere Männer versuchen das Cockpit zu stürmen und das Flugzeug zu entführen. Tobias setzt also einen Hilferuf ab. Den internationalen Code für Flugzeugentführungen: 7-5-0-0

Meine Meinung

Während Filme, wie Flightplan und ähnliche, sich zumeist mit den Passagieren oder dem eigentlich in diesen Filmen immer anwesenden Air Marshall beschäftigt, setzt 7500 bereits ganz anders an. Die deutsche Produktion zeigt zunächst Aufnahmen von Überwachungskameras von einem der Berliner Flughäfen. Hier scheint es zunächst nur um die allgemeinen Routinen zu gehen, nur wer den Trailer gesehen hat oder sich mit der Inhaltsangabe des Films beschäftigt hat, sieht, dass es die immer gleichen Männer auf den Aufnahmen zu sehen sind. Perspektivwechsel ins Cockpit eines Flugzeuges. Man sieht hier, wie die Crew eintrifft und ihre Vorbereitungen treffen. Hier folgt auch der verzweifelte Versuch eine Bindung mit den Zuschauern aufzubauen. Wenn Protagonist Tobias mit seiner Freundin, einer der Stewardessen, über das Kindergartenproblem ihres Sohnes sprechen, bringt das aber keinen den Charakteren wirklich näher. Schnell verliert sich der Film im stupiden Abarbeiten der Checklisten. Ca. 20 Minuten fühlt es sich eher wie eine Dokumentation über den Flugalltag an als ein Thriller. Dann überschlagen sich die Ereignisse und die Männer von vorhin, versuchen ins Cockpit einzudringen. Dies gelingt ihnen nur teilweise, weswegen Tobias nun immer wieder vor die Wahl gestellt wird, Cockpittür öffnen oder geschlossen lassen. Die Anweisungen sind eindeutig, aber wie verhält man sich, wenn die eigene Freundin bedroht wird.
Der Film hat mit seinen 90 Minuten eine klare Dreiteilung. Einführung und erster Versuch der Entführung dauern ca. 30 Minuten, die nächsten 30 Minuten sind der Kampf der Männer endgültig ins Cockpit zu gelangen inkl. Geiselnahme. Die letzten 30 Minuten sind dann der verzweifelte Versuch ein Ende zu finden, das nicht zu überhastet wirkt.
Positiv zum Film zu sagen ist, dass er großen Wert auf realistische Szenarien legt. Es gibt nicht den Air Marshall, der immer wieder durch das Flugzeug rennt und dabei viel Action erfolgt. Stattdessen verlegt sich der Film auf eine Variante einer Flugzeugentführung, die – leider – genauso stattfinden könnte. Dabei werden gerade die Routinen ausgenutzt, um die strengen Bestimmungen zu umgehen. Auch der übrige Film wird nur aus der Perspektive des Cockpits gezeigt. Dadurch liegt der Film aber auch in der Hand der wenigen Akteure. Denn von den Passagieren und wie die auf die Ankündigungen der Piloten reagieren, bekommt man nichts mit. Dadurch wirkt der Film sehr zurückgenommen und auch die vereinzelten Actionszenen wirken weniger Adrenalingeladen, als das große Rumgerenne durch das Flugzeug,
Problematisch an der Sache wird es dann aber, wenn man durch diese Darstellung als Zuschauer den Bezug zum Film verliert. Dadurch, dass die Charaktere nicht richtig eingeführt wurden, ist es einem letztendlich eigentlich egal, was mit ihnen passiert. Man kann sich nicht einmal in einen der schreienden Gäste reinfinden, da die gar nicht gezeigt werden. So spielt Joseph Gordon-Levitt zwar gut, schafft es aber nicht den Film im Alleingang zu tragen, bzw. scheitert an seiner zu einfach gehaltenen Person.
Auch die Terroristen wirken sehr blass im Film. Ihre Motive bleiben bis zum Ende eigentlich unklar. Zwischendurch wird zwar eine kurze Botschaft vorgelesen, die aber auch wenig Aufschluss gibt. Im Prinzip sind es einfach wieder die „bösen Muslime“, die meinen, dass die „bösen Weißen“ ihnen Unrecht getan haben und deswegen halt mal eben das Flugzeug entführen. Vedat gespielt von Omid Memar ist dann der einzige Charakter, der noch ein wenig mehr Tiefe bekommt und gerade im letzten Dritten noch ein wenig mehr zu sich sagen darf. Aber auch hier bleibt es bei den bekannten Klischees.

Das Fazit

7500 zeigt ein realistisches Szenario einer Flugzeugentführung und bleibt bei den Geschehnissen beinahe vollständig im Cockpit. Da aber kaum Charakterisierung erfolgt und Motive lediglich oberflächlich behandelt werden, fehlt dem Zuschauer aber die Sympathie und damit die Nähe zum Geschehen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

7500 läuft ab dem 26.12.2019 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: The Peanut Butter Falcon

Ein Vorwort

Schauspieler mit Down-Syndrom sind in Filme rar gesät, tauchen in letzter Zeit jedoch immer mal wieder als Sidekick mit auf. Denken wir an … in Die Goldfische oder … in Glee, so fallen einem doch ein paar Beispiele ein, es bleibt jedoch eine Seltenheit. Ein Schauspieler mit Down-Syndrom gleich als Mithauptdarsteller eines Buddy-Movies zu engagieren, war wohl lange Zeit undenkbar. Zu viele Vorurteile standen im Weg. Nun haben das Regisseurenduo Tyler Nilson und Michael Schwartz mit ihrem aktuellen Werk alle eines besseren belehrt. Warum The Peanut Butter Falcon ein Film mit absolut großem Herz ist, verrate ich euch in meiner Kritik.

Die Handlung

Zak (Zack Gottsagen) hat Down-Syndrom und wurde von seiner Familie verstoßen, weswegen er in einem Altenheim untergebracht wurde. Die Pflegerin Eleanor (Dakota Johnson) versucht ihm das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Zak hat jedoch nur einen Traum. Er will in die Wrestlingschule in Ayden von „Salt Water Redneck“, deren Werbung er auf einer alten Videokassette immer und immer wieder angesehen hat. Als ihm eines Nachts die Flucht gelingt, trifft er auf Tyler (Shia La Beouf). Der ehemalige Krabbenfischer und inzwischen Kleinkriminelle ist auf der Flucht vor den Konsequenzen seines Handelns und irgendwo auch vor der Vergangenheit. Zunächst ist er wenig begeistert, als Zak sich an seine Fersen heftet, doch schon bald entsteht eine außergewöhnliche Freundschaft.

Meine Meinung

Nachdem uns Anfang des Jahres bereits „Green Book“ mit einem ungleichen Freundschaftspaar und einem schönen Road-Trip begeistern konnte, bringt The Peanut Butter Falcon erneut ein sehr ungleiches Paar auf die Leinwand. Diesmal geht es quer durch die Landschaft North Carolinas. Allein die dabei entstehenden Naturaufnahmen sind schon ein Augenschmaus. Gleichzeitig nimmt der Film aber auch kein Blatt vor den Mund. Die Reise der beiden Protagonisten wird nicht als einfacher Spaziergang dargestellt, es wird aber auch nicht übertrieben auf die Steine im Weg hingewiesen.
Dies spricht gleich einen großen Vorteil des Films an. Denn das Regisseurenduo beruft sich in vielen Szenen auf die alte Filmmacher-Weisheit „Show, don’t tell“ (auf Deutsch: Zeigen, nicht erzählen). Und so bleibt es bei vielen Szenen, gerade was die Vergangenheit von Tyler betrifft, bei Andeutungen über ein paar Bildern aus der Erinnerung, ohne das er groß erzählen muss, warum er so geworden ist. Und das funktioniert in diesem Film so gekonnt, weil sich die Bilder mühelos in die Geschichte einweben lassen und doch einen Großteil zur Charakterisierung beitragen.
Der größte Pluspunkt des Films dürften aber seine beiden Protagonisten sein, die im Laufe des Films eine unglaubliche Dynamik entwickeln. Hier merkt man dem Film an, dass sich nicht nur eine Freundschaft entwickeln sollte, sondern gleich ein Familiengefühl. Beide sind von allen verlassen und fühlen sich einsam. Beide haben Ziele, die in die ungefähr gleiche Richtung führen. Und beide haben ihre Verfolger, die ihnen weiter Steine in den Weg legen. Leider kommt zu diesem funktionierendem Trio im letzten Dritten noch Dakota Johnsons Eleanor dazu. Wobei sich Johnson tatsächlich Mühe gibt, ihrem Charakter irgendetwas besonderes zu verleihen, bleibt er doch absolut eindimensional und scheint nur ein Mittel zu sein, um bestimmte Handlungsstränge noch einweben zu können. Damit stört sie ein bisschen die Dynamik des Ganzen, bringt aber gleichzeitig noch die Diskussion um das Down-Syndrom Zaks mit ein.
Denn zuvor wird dies eigentlich nur von Statisten eingebracht, die ihn immer wieder als Mungo beschimpfen. Erst die überfürsorgliche Eleanor bringt bei Tyler das Fass zum überlaufen. Er ist mit Zaks bereits eine ganz schön weite Strecke bekommen und hat ihm einiges beigebracht, ohne sich irgendwie an der Trisomie 21 zu stören, Eleanor behandelt ihn jedoch wie ein kleines Kind, das sie bevormunden muss. So ist es schön, dass die Diskussion nicht den ganzen Film dominiert, aber trotzdem Eleanors Verhalten nicht unkommentiert bleibt.
Schauspielerisch ist zu sagen, dass sich hier keiner der Darsteller verstecken muss. Während Shia LaBeouf endgültig über seinen Transformers-Schatten gesprungen zu sein scheint und sich schauspielerisch im Minimalismus anordnet, was perfekt zu seinem schweigsamen Charakter passt, muss sich Newcomer Zack Gottsagen keinesfalls verstecken. Die Darstellung eines jungen Mannes mit Down-Syndrom, der nur in Unterwäsche aus einem Altenheim flieht, hätte leicht ins Lächerliche abdriften können. Aber die Regisseure setzen seine Szenen so gelungen um und Gottsagen spielt sich so schnell in die Herzen der Zuschauer, dass der Balanceakt absolut gelungen ist. Auch Dakota Johnson zeigt hier deutlich mehr Emotionen als in anderen Filmen, durch sie bekannt ist, schafft es aber nicht ihrem eindimensionalem Charakter Tiefe zu verleihen, was aber eher am Drehbuch als am Schauspiel liegt.
Auch am Ende beweist das Regisseurenduo einen kühlen Kopf. Während die finale Wrestling-Szene vielleicht etwas zu abgedreht für den ansonsten bodenständigen Film ist, wird etwas händeringend nach einem befriedrigenden Ende gesucht. Hier wurde nur eine Abschlussszene eingefügt, die den Zuschauer als Erklärung befriedigt und dennoch nicht mit dem Film an sich bricht.

Das Fazit

The Peanut Butter Falcon ist ein Road-Movie mit ganz viel Herz. Getragen von seinen Hauptdarstellern entwickelt er eine ganz eigene Dynamik, die einen mitreißt und bis zum Ende nicht loslässt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

The Peanut Butter Falcon läuft ab dem 19.12.2019 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: Official Secrets

Ein Vorwort

Wenn man das Wort Whistleblow hört denkt man unweigerlich zunächst an Edward Snowden, der 2013 die NSA-Affäre auslöste. An den Namen Katharine Gun denken dabei wohl die wenigsten, wobei ihre Tat gar nicht mal so unwichtig ist. Mit den Details befasst sich Official Secrets. Wie der Film so performt, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

2003. Katharine Gun (Keira Knightley) arbeitet beim britischen GCHQ als Übersetzerin. Diese dem britischen Geheimdienst unterstehende Behörde erhält ein Memo von der NSA, in der sie angewiesen wird, UN-Abgeordnete einiger Länder abzuhören, die noch unentschlossen in der Irak-Krieg-Frage sind. Gun entdeckt das amerikanische Erpressungsmittel für den Krieg und leakt das Memo, in der Hoffnung damit den Krieg oder zumindest die britische Beteiligung verhindern zu können.

Meine Meinung

Official Secrets ist ein Film mit einer unheimlich spannenden Prämisse, die den Irak-Krieg bzw. dessen Ausrufung noch einmal aus einer völlig neuen Perspektive beleuchtet. Hinzu kommt, dass mit Keira Knightley, Matt Smith, Matthew Goode, Conleth Hill, Indira Varma, Rhys Ifans und last but not least Ralph Fiennes  ein absolut grandioser Cast zusammengesetzt wurde. Leider schafft er es nicht aus der Mittelmäßigkeit herauszukommen und irgendwo besonders hervorzustechen. Versuchen wir einmal die Gründe dafür näher zu beleuchten.
Zum einen spoilert die Handlung sich an vielen Stellen selbst. Ganz zu Anfang wird bereits gezeigt, wie Gun vor dem Gericht steht und sich verantworten muss. Damit steht die Möglichkeit, dass sie nicht entdeckt wird, schon gar nicht mehr zur Debatte. Dennoch bemüht er sich danach den uninformierten Zuschauer im Schnelllauf durch ein paar wenige Dialoge in die Hintergründe der UN-Abstimmung zum Irak-Krieg einzuweihen. Dies gelingt relativ gut – hilfreich war es aber trotzdem, dass in diesem Jahr mit Vice bereits die kritische Sicht der USA darauf dem Kino präsentiert wurde. Danach geht es relativ kurz um den eigentlichen Leak und wie der von statten ging. Während bei Snowden dieser Akt im fortgeschrittenen Teil des Films erst geschah, da Snowden mit Rückblenden arbeitete, war dort die Spannung noch einmal wesentlich größer. Im folgenden wird auf zwei Ebenen erzählt. Zum einen geht es um Katharines Reue, vor allem weil alle im GCHQ verhört werden und auch ihre Freunde alle unter Verdacht stehen, und wie sie versucht damit umzugehen. Zum anderen wird eine zweite Ebene eröffnet und es geht um die Zeitung „Observer“, bei der der Journalist Martin Bright (Matt Smith) das geleakte Dokument erhält und nun die Frage nach dessen Echtheit im Raum steht. Die Recherchearbeiten des Observer sind dann aber leider auch der einzig spannende Teil des Films. Hier ist interessant, wie verschiedene politische Motivationen mit hineinspielen und wie viele Bekanntschaften es benötigt, um die Echtheit zu überprüfen. Dabei bekommt der Observer mit Matt Smith zwar einen sehr talentierten Schauspieler, bleibt jedoch außerhalb der Recherchearbeit sehr blass.
In der zweiten Hälfte fällt die Handlung dann auch noch einmal deutlich ab. Hier geht es praktisch nur noch um Katharine, die den Krieg nicht verhindern konnte mit ihrem Leak, aber dennoch unter Anklage steht. Hier kommt das Anwaltsteam mit Ralph Fiennes ins Spiel. Leider steht es hier ähnlich wie um den Observer. Der Ansatz ist gut, der wichtige Charakter mit einem sehr talentierten Schauspieler besetzt, aber die Umsetzung bleibt blass und beinahe bedeutungslos.
So verbrät der Film letztendlich viel Potential in der Handlung, in den Charakteren und vorallem nutzt er nicht seinen grandiosen Cast. Zurück bleibt eine eigentlich interessante Geschichte, verpackt in einen uninteressanten Film, der mit 112 Minuten eigentlich eine gute Länge hat, daraus aber doch mehr hätte machen können.

Das Fazit

Official Secrets hatte den Cast und die Geschichte um einen spannenden Film über die Whisteblowerin Katharine Gun zu machen. Leider nutzt er die Elemente nicht und schafft es nicht aus der Mittelmäßigkeit herauszukommen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Official Secrets läuft seit dem 21.11.2019 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: Zombieland 2

Ein Vorwort

Nach 10 Jahren erhält der Überraschungsfilm aus dem Jahr 2009 nun eine Fortsetzung. Der Grundcast wurde wieder versammelt und scheint den gleichen Spaß wieder gehabt zu haben. Doch war 2009 noch eine Hochphase der Zombiefilme, die sich durch die gesamten ersten 10 Jahre der 2000er zog und 2010 in den Start der beliebten Serie „The Walking Dead“ gipfelte, scheint das Genre nun ausgelutscht, wenn nicht sogar tot zu sein. Kann da nun eine späte Fortsetzung noch funktionieren? Erfahrt es in meiner Kritik.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

Columbus (Jesse Eisenberg) lebt in einer Welt, in der ein Virus fast alle Menschen in Zombies verwandelt hat. Überlebt hat er bisher nur durch seine penibel aufgestellten Regeln im Umgang mit den Untoten. Auf der Suche nach seinen Eltern trifft er auf Tallahassee (Woody Harrelson), der großen Spaß am Jagen der Zombies hat und das ganze Land durchkämmt auf der Suche nach Twinkies. Zusammen zieht das ungleiche Team weiter und trifft auf die Schwestern Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin). Diese nehmen die Männer zunächst aus, um dann abzuhauen. Die beiden Gruppen treffen aber immer wieder aufeinander, bis die Männer die Damen am Ende aus einer ausweglosen Situation retten müssen. Von da an beschließen sie zusammen zu bleiben.

Die Handlung

Einige Jahre nach den Ereignissen aus dem ersten Teil beschließen die vier Zombieüberlebende Columbus (Jesse Eisenberg), Tallahassee (Woody Harrelson), Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) sesshaft zu werden und ziehen ins weiße Haus ein. Doch während Columbus und Wichita anscheinend das große Glück gefunden haben, wird Little Rock zunehmend unruhiger und fängt an sich selbst nach der großen Liebe zu sehnen. Als sie eines Tages wegläuft und auf den Hippie Berkeley (Avan Jogia) trifft, beschließen die anderen, ihr zu folgen. Dabei treffen sie auch auf einige andere Überlebende.

Meine Meinung

Eine gute Grundvoraussetzung für Fortsetzungen ist es ja inzwischen schon, wenn man wirklich den Originalcast wieder vereinen kann und nicht einen Charakter mit einem Nebensatz entschuldigen muss. Diese Hürde hat Zombieland 2 – Doppelt hält besser schon einmal genommen. Zwar sind die 10 Jahre, die zwischen den Filmen liegen, an keinem Darsteller spurlos vorbeigegangen, doch am auffälligsten dürfte es wohl bei Abigail Breslin sein, die die Little Rock spielt. Während sie im ersten Teil noch 13 Jahre alt war, sind es nun 23 Jahre. Doch genaue diese Wandlung nimmt sich der Film sogleich als Basis für seine erzählte Geschichte. So bekommen zwar alle Charaktere ihre gleichen Charakterzüge wieder zugeschrieben, aber dennoch wurden gut durchdachte Weiterentwicklungen bereits am Anfang eingeflochten. Während nämlich eine 13 Jährige, noch froh ist mit ihrer großen Schwester durchs Land zu ziehen, sucht eine 23 Jährige dann doch nach anderen Lebenszielen. Und genau diese Entwicklung wird dann für die Handlung gezielt eingesetzt.
Wie bereits im ersten Teil erzählt Zombieland 2 keine großartige tiefgreifende Geschichte, sondern beschränkt sich darauf das Zombiegenre zwar ernst zu nehmen, aber als Komödie umzusetzen. Auch hier ziehen sich Columbus Regeln als Leitfaden durch den Film. Hinzugefügt werden einige Nebencharaktere, die mal einen größeren, mal einen kleineren Auftritt haben. Und genau die sind es, die auch Zombieland 2 wieder den gewissen Charme verleihen. Denn auch, wenn die vier Hauptcharaktere bereits in ihrer Unterschiedlichkeit für Konfliktpotential sorgen, sind es gerade die Nebencharaktere, die neuen Schwung in die Geschichte bringen. Sei es nun das pink liebende Blondchen, das Zombiejägerpaar oder die Elvis liebende Schönheit.
So ist Zombieland 2 vielleicht kein Meilenstein in der Filmgeschichte, aber dennoch ein Film, der erneut frischen Wind in das Zombiegenre bringt und durch gezielt eingesetzten Witz eine Menge Spaß macht. Dabei wird nicht jedes Wort oder jede Entscheidung ins lächerliche gezogen und auch die Zombie-Apokalypse wird durchaus ernst genommen und die Zombies auch als wirkliche Bedrohung dargestellt, dennoch handelt es sich eher um einen gute-Laune-Film mit großem Actionanteil.

Das Fazit

Zombieland 2 – Doppelt hält besser schafft es auch nach 10 Jahren noch eine gute Fortsetzung zu sein, der die wichtigsten Elemente des ersten Teils aufgreift und sich doch weiterentwickelt. Mit einem sympathischen Hauptcast, einem gelungenem Nebencast, viel angebrachtem Witz, durchdachter Action und mitreißender Dialoge schafft es der Film gute Laune zu versprühen. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Zombieland 2 – Doppelt hält besser läuft seit dem 07.11.2019 in den deutschen Kinos.