Zoomania 2

Ein Vorwort

Nachdem die letzten Film bei Disney nicht so performenten, wie sie sollten, konzentriert sich der Konzern wieder mehr auf Fortsetzungen. Und so bekam Zoomania nach fast zehn Jahren noch eine Fortsetzung. Die Befürchtungen waren hoch, dass es sich nur um einen billigen Abklatsch handelt. Aber Zoomania konnte mich erneut überraschen. Wieso, das erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Fanart des Filmtitels auf Filmklappe mit DVD des ersten Teils dahinter

Die Handlung

Judy und Nick haben sich nach der Überführung der Bürgermeisterin einen gewissen Ruf erarbeitet. Doch den beiden Rookies scheint der Erfolg zu Kopf gestiegen zu sein, weswegen sie erstmal kürzer treten sollen. Ausgerechnet da taucht eine Schlange in Zootopia auf. Doch Reptilien sind in der Stadt verboten.

Meine Meinung

Fast zehn Jahre sind eine lange Zeit, aber irgendwie ist es gerade auch wieder Mode nach diesem Zeitraum noch eine Fortsetzung rauszuhauen. Nachdem dies zuletzt bei die Unfassbaren nur bedingt funktionierte, war jetzt die Frage, ob es zumindest genug neue Ideen gab, oder ob die gleiche Geschichte noch einmal aufgewärmt wird. Zumindest nach dem Trailer schienen meine Befürchtungen bestätigt, dennoch gab ich dem Film eine Chance und wurde wirklich positiv überrascht.
Denn bekommen wir zu Anfang noch das selbstsichere Paar Judy und Nick vorgesetzt, bekommt diese Fassade schnell Löcher. Zunächst werden sie von ihrem Vorgesetzten zur Therapie gebracht, nachdem sie einen Auftrag ziemlich versaut haben, damit sie an sich arbeiten können und da werden dann auch schnell die Schattenseiten ihrer Partnerschaft deutlich. Nur, weil sie im ersten Teil den richtigen Riecher hatten und da am Ende auch gut zusammengearbeitet haben, heißt das eben nicht, dass sie perfekt sind, was der Film gut zeigt.
Auch darüber hinaus macht der Film vieles richtig. Die Polizei wird in allerlei Klischees gezeigt, aber eben mit so vielen verschiedenen Charakteren, das dennoch eine gewisse Vielfalt zu merken ist. Wir haben das Thema Korruption, Ausgrenzung, Stigmatisierung und Rassismus, die von vielen Seiten beleuchtet wird. Wie Macht und Einfluss den Charakter bilden können und wie schädlich dieses sein kann.
Dazu kommen so viele coole Einfälle, die das Seherlebnisse verschönern und für eine Menge Witz sorgen. Hier sind alte Bekannte dabei, aber auch eine Menge neue Gesichter, die wunderbar zur Geschichte passen. Wir lernen noch einmal mehr über die Stadt und wie sie gebaut wurde, wie einzelne Tierarten sich angepasst haben und warum es anderen nicht vergönnt war, sich in Zootopia anzusiedeln.
Letztlich ist es eine runde Geschichte mit vielen Details, die zum schmunzeln anregen, aber eben auch wieder der Aufarbeitung von schwierigen Themen, aber diesmal auch alles etwas subtiler, was mich am ersten Teil etwas gestört hatte. Dabei werden die Fronten sehr früh geklärt, weil den Charakteren auch einfach mal zugehört wird, dennoch kann die Handlung überraschen – auch wenn der „große Plottwist“ keinesfalls überraschend, sondern leider sehr vorhersehbar ist.

Das Fazit

Zoomania 2 kann mit einer durchdachten Handlung und viel Witz, Charme, aber auch schwierigen Themen überzeugen und zeigt, dass manchmal eine Fortsetzung nach langer Zeit auch wirklich mit neuen Themen daher kommen kann. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Zoomania 2 läuft seit dem 26.11.2025 in den deutschen Kinos

Zoomania

Am 03.03.2016 erschien ein neuer Disney-Pixar Film in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Judy Hopps hat sein Kindheitstagen nur einen Traum: Sie möchte Polizistin werden. Nur leider ist sie als Hase sehr klein und daher stehen ihre Chancen sehr schlecht. Doch sie schafft die Ausbildung und zieht nach Zoomania, wo „jeder alles werden kann“. Doch auch dort trifft sie auf viele Vorurteile. Als sie einen ausweglos scheinenden Fall zugeteilt bekommt, für den sie nur 48 Stunden Zeit hat und von dem ihre Karriere abhängt, braucht sie Hilfe und findet sie in einem kleinkriminellen Fuchs.

Nach uns Pixar im letzten Jahr mit „Alles steht Kopf“ gezeigt hat, wie es bei uns im Kopf aussieht, geht es diesmal um unsere Träume. Mit der Geschichte der Judy Hopps zeigt uns Pixar, dass wir groß träumen dürfen und mit viel Mühen auch unseren Traum leben können. Zunächst lernt der Zuschauer Judy Hopps in Kindheitstagen kennen. Zusammen mit ihrer sehr großen Familie lebt sie in einem kleinen Dorf und träumt davon Polizistin zu werden. Dabei wird sie von allen Seiten belächelt, denn ein kleines Tier, wie ein Hase, hat keine Chance Polizistin zu werden. Doch Hopps beweist es allen und besteht als Jahrgangsbeste die Polizeiakademie. Sie wird in Zoomania eingesetzt, die Stadt mit dem Motto „Wo jeder alles sein kann“. Doch schnell lernt Hopps, dass es nicht der Realität entspricht. Wieder muss sie sich den gängigen Vorurteilen stellen. Aber Judy Hopps wäre nicht Judy Hopps, wenn sie nicht weiter nach der Erfüllung ihres Traumes streben würde. Allen Widrigkeiten zum Trotz.
Zoomania ist ein Film, der sehr ernste Themen anspricht und sie in eine Hülle aus Humor packt. Die Hauptthemen sind Benachteiligung und Rassismus. Jemand, der klein ist, kann kein Polizist werden. Ein Fuchs kann nicht anständig sein. Raubtiere können von Natur aus nicht gutartig sein, sondern irgendwann bricht immer ihre böse Natur aus. Der Film greift diese Themen auf und verpackt sie in eine süße Geschichte, die trotzdem zum nachdenken anregt. Dies scheint ein Versuch zu sein, aktuelle Themen aufzugreifen und auch schon der jüngsten Generation näher zu bringen. Ob diese die Themen dann wirklich verstehen oder sich eher über das liebevolle Setdesign und die vielen witzigen Einlagen freuen, ist fraglich. Doch Zoomania ist auch ein Film, der bei dem erwachsenen Publikum punkten kann, gerade mit Anspielungen auf den Paten und Breaking Bad. Doch leider wollte der Film ein bisschen zu viel. Durch die beiden großen Themenkomplexe wirkt der Film sehr vollgestopft, auch wenn am Ende versucht wurde beide zu verbinden. Hier hätte es ein Thema – Benachteiligung oder Rassismus – durchaus auch getan. Trotzdem schafft der Film es das Publikum durchweg gut zu unterhalten. Gerade die vielen kleinen Nebencharaktere machen das gewisse Etwas aus und bringen viel frischen Wind auf die Kinoleinwand. Es wird mit einigen Klitschees gespielt, die die Vielfalt der Tiere zeigen.

Alles in allem ist Zoomania ein Film, der gut unterhält aber ein bisschen zu viel wollte. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.