Jahresrückblick 2015 – die Enttäuschungen des Jahres

Hallo ihr Lieben,
ist es zu glauben? Es ist doch tatsächlich Dezember und das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu. Während jetzt noch alle in Vorfreude auf Weihnachten sind, produzieren die Fernsehsender bereits massig das Format, dass es jedes Jahr wieder in Überzahl geben wird: Jahresrückblicke. Aber bevor ich in Festtagsstimmung verfalle und dann – wie sonst immer – kurz vor knapp in Panik verfalle, gibt es vorab von mir schon meine Highlights und meine Enttäuschungen des Jahres 2015 – bezogen natürlich auf die Kinofilme.

Normalerweise schreibe ich viel über Laptop auf der Couch oder abends im Bett. Aber für diesen Anlass habe ich mich doch einmal anständig in mein Arbeitszimmer an meinen Schreibtisch gesetzt und Liste erstellt, mit den Filmen, die ich dieses Jahr im Kino gesehen habe. Mit 89 regulären Kinofilmen und 2 Special Screenings mit 4 Filmen komme ich auf 93 gesehene Filme. Kurz vor der 100 (mit meinen geplanten Filmen würde ich genau die 100 erreichen, aber ich befürchte, dass ich es zeitlich doch nicht mehr schaffen werde). Heute soll es erst einmal um die Enttäuschungen des Jahres gehen. Dabei gehe ich von meiner Bewertung aus, also ihr dürfte gerne anderer Meinung sein 😉 In den Titeln verlinke ich euch meine Kritiken, falls ihr zu einem Film mehr erfahren wollt.

Ausgenommen aus der Wertung sind die Filme, die ich dieses Jahr noch sehen werde, aber die noch nicht erschienen sind!

Lange Rede – kurzer Sinn: Hier präsentiere ich euch nun meine 25 Enttäuschen des Jahres 2015:

Platz 25: Miss Bodyguard

Ein Film verliert meistens dann, wenn der Trailer schon die besten Witze und Szenen vorweg nimmt. Miss Bodyguard hätte von der Idee her eine schöne Komödie werden können, schafft es aber nicht zu überzeugen.

Platz 24: Insidious Chapter 3

Die vorangegangenen Teile habe ich nicht gesehen. Aber der dritte Teil der Insidious-Reihe bedient sich leider nur den derzeit modernen „Schockmomenten“, die nicht ausreichen, um eine grundsätzlich gruselige Stimmung aufzubauen. Lediglich Lin Shaye als Medium Elise kann den Film ein wenig heben.

Platz 23: Mortdecai

Während Johnny Depp mit Black Mass als heißer Oscarkandidat gehandelt wird, enttäuscht er Anfang des Jahres als Teilzeitgauner in Mortdecai. Ein verarmter Adliger, der ein gestohlenes Bild suchen soll, um aus den Schulden zu kommen. Leider auch hier die einzigen lustigen Szenen im Trailer vorweggenommen.

Platz 22: Big Eyes

Basierend auf einer wahren Geschichte ist immer etwas schwierig. Aber der Film schafft es sich ewig zu ziehen und die Geschichte langsam aufzubauen, um dann den eigentlichen Höhepunkt in 10 Minuten abzuhandeln. Hier wäre Material für einen spannenden Film vorhanden gewesen, das leider nicht genutzt wurde.

Platz 21: Abschussfahrt

Eine deutsche Komödie, die trashiger kaum sein könnte. Während die erste Hälfte noch eine typische Teenager-Komödie verspricht, driftet die zweite Hälfte zu sehr ins Abgedrehte ab und schafft es nur noch die bekannten „Unter der Gürtellinie“-Witze zu reißen.

Platz 20: Boy 7

Ein Thriller, der absolut vorhersehbar bleibt und nur mäßig mit Spannung überzeugen kann. Boy 7 kann zwar mit einem ziemlich schrägen Bösewicht aufwarten, enttäuscht ansonsten aber auf schauspielerischer Ebene.

Platz 19: Youth

Von den Kritikern hoch gelobt, ich fand ihn dagegen eher enttäuschend. Ewige Jugend ziert sich mit dem Versuch der vielen passenden Enden. Während der Film auf das Ende zugeht, kreiiert der Film immer wieder Szenen, die einen perfekten Abschluss bilden könnten. Aber der Film ging immer weiter.

Platz 18: Pan

Ein Film, der versucht von einer wunderschönen Optik zu leben. Doch ansonsten bietet Pan eine aussagelose Handlung, ohne Tiefgang und ohne auf den Punkt zu kommen. Auch der Versuch mit exzentrischen Figuren geht nach hinten los, denn dafür fehlen die passenden Dialoge.

Platz 17: The Walk

Auch bei The Walk kann man lediglich die schöne Optik hervorheben. Denn der Film baut zu keinem Zeitpunkt Spannung auf – zumal das Endergebnis schon im Trailer vorweg genommen wurde. Hinzu kommen unsympathische Charaktere, mit denen der Zuschauer nicht mitfiebern mag.

Platz 16: Hotel Transilvannien 2

Auch hier das bereits erwähnte Problem, dass alle humorvollen Szenen bereits im Trailer vorweggenommen wurden, und der Film daher nicht mehr begeistern konnte. Die Handlung plätschert so vor sich hin und selbst das Ende, was immer wieder groß angekündigt wurde, wurde schnell abgehandelt.

Platz 15: Fack ju Göhte 2

Die erwartete Fortsetzung des Kinoerfolges. Es geht auf internationale Klassenfahrt. Doch Fack ju Göhte 2 schafft es nicht einen klaren Handlungstrang zu formen, weswegen die Handlung verworren und aussagelos wirkt. Auch die Witze wirken diesmal leider nicht.

Platz 14: Magic Mike XXL

Magic Mike XXL kann zwar mit seiner großen Abschlussszene punkten, aber der Weg dahin ist gepflastert mit einer lieblosen Handlung, die versucht tiefer zu gehen, aber doch nur an der Oberfläche kratzt, und plumpen und gestellten Dialogen.

Platz 13: Im Sommer wohnt er unten

Ein Film der diesjährigen Berlinale, der vor allem durch seine sprunghafte Multilingualität auffällt. Ein Familiendrama verpackt in einer schleppenden Handlung, der ohne Witz sich als Komödie tituliert. Am Genre vorbei.

Platz 12: Traumfrauen

Traumfrauen ist absolut vorhersehbar, da er sehr jeder anderen deutschen Liebeskomödie der letzten Jahre ähnelt. Die Witze funktionieren nur halbherzig, ebenso die Schauspielleistungen.

Platz 11: Blackhat

Blackhat weißt eine gute Grundidee auf, spinnt diese aber nicht durchgängig genug weiter. Die Charaktere werden nicht ordentlich durchdacht und der Film schlittert zu schnell in das Vorhersehbare. Langatmige Dialoge und zu ausufernde Sequenzen zerstören noch das letzte bisschen Spannung.

Platz 10: Wild Card

Der Film mit der nicht ersichtlichen Handlungslinie. Der Film versucht Spannung aufzubauen und diese in Kampfszenen enden zu lassen, verpasst aber zwischendurch den Absprung und setzt Szenen dazwischen, die nichts ersichtlich mit der Rahmenhandlung zu tun haben und so verliert der Zuschauer den Überblick.

Platz 9: A world beyond

Auch hier eine gute Ausgangsidee, aber eine absolut enttäuschende Umsetzung. Das angeschnitte Thema wird nicht ernst genommen, der Film braucht ewig, um in Fahrt zu kommen und hält sich oft an unnötigen Kleinigkeiten auf.

Platz 8: Die Highligen 3 Könige

Der Cast um Joseph Gordon-Levitt und Anthonie Mackie ließ auf eine etwas niveauvolle Komödie schließend. Aber der deutsche Titel und Seth Rogen sind dann doch die ausschlaggebenden Kriterien. Fäkalhumor und Drogen stehen an der Tagesordnung. Dadurch versagt der Film in seiner Intention.

Platz 7: Kind 44

Eine verwirrende Handlung, bei der der eigentliche Schwerpunkt anscheinend vergessen wird. Gepaart mit schwachen Schauspielleistungen und ohne Spannungsbogen enttäuscht der Film im vollen Umfang.

Platz 6: 45 years

Langsamer erzählt war dieses Jahr wohl nur Ewige Jugend. Aber auch 45 years wird in dem Tempo erzählt, in dem sich die Hauptdarsteller fortbewegen. Da es sich um die Erzählung einer Woche im Leben von zwei Senioren handelt, ist das sehr langsam. Das eigentliche Drama, dass angesprochen werden sollte, bleibt so gut wie komplett verschwiegen.

Platz 5: Tracers

Ein handlungsschwacher Film, von der Kameraführung mir zumindest übel geworden ist. Da muss man wirklich großer Taylor Lautner Fan sein, um den Film gut zu finden.

Platz 4: American Ultra

Noch trashiger als der Trailer vermuten lässt. Ohne jeden Spannungsbogen und mit einer weiterhin schlecht spielenden Kristen Stewart. Auch der Humor lässt einen lediglich aus Reflex lachen, aber unterhalten kann der Film nicht.

Platz 3: Shades of Grey

Schlechter als das Buch wurde nur der Film. Abgesehen von Musik und ästethisch gefilmten Sexszenen hat der Film so ziemlich alles falsch gemacht, was man filmtechnisch falsch machen kann.

Platz 2: Dessau Dancers

Wer nicht gerade die Breakdance-Bewegung der DDR mitbekommen hat, kann mit diesem Film wahrscheinlich gar nichts anfangen. Der Film ist nicht spannend, hat keine guten Schauspielleistungen und auch ansonsten nichts zu bieten.

Platz 1: Die Frau in Schwarz 2

Die Handlung ist vorhersehbar, die einzigen Horrorelemente sind Schockeffekte, die nur erschrecken und nicht schocken. Hier wurde sich für einen Horrorfilm absolut keine Mühe gegeben und daher mein Platz 1 als der enttäuschenste Film, den ich dieses Jahr im Kino gesehen habe.

Damit bin ich dann auch durch mit dem ersten Teil des Jahresrückblickes. In den nächsten Tagen folgt noch der zweite Teil mit meinen Highlights des Jahres.

31 Tage – 31 Songs: Part 18

Tag 18 – Mit welchem Song verbindest du ein besonderes Erlebnis?

2011. Frisch mit dem Abitur fertig, fragte mich meine liebe Lila, ob ich sie in Irland besuchen mag. Ich sagte ja und lernte eine sehr nette Gastfamilie kennen, die dieses Lied zu dem Zeitpunkt als absolutes Lieblingslied hatten. Daher erinnert es mich immer wieder an diese Reise und die Erfahrungen, die ich gesammelt habe.

Mockingjay 2 – Die Tribute von Panem 4

Am 19.11.2015 erschien der vierte und letzte Teil der Tribute von Panem-Reihe in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Der finale Kampf steht kurz bevor. Präsident Snow hat Großteile des Kapitols evakuiert und in ein Mienenfeld aus Fallen entwickelt. Dabei scheinen die Fallen der Hungerspiele ein Kinderspiel dagegen. Doch Katniss soll nicht an vorderster Front kämpfen, wie sie es gerne hätte, sondern eine Nachhut, um weiterhin die Propos – kurze Propagandavideos – an ganz Panem zu schicken. Gleichzeitig muss sich Katniss aber auch noch um Peeta kümmern, der nach einer Gehirnwäsche im Kapitol nicht die Realität von seiner Wahnvorstellung unterscheiden kann.

Viel Kritik hagelte es, weil das dritte Buch der Panem-Reihe wieder einmal  in zwei Filme gespalten wurde. Doch angesichts der Fülle des Buches und der guten Umsetzung beider Filme scheint die Wahl die richtige zu sein, da ansonsten zu viel der Handlung hätte geschnitten werden müssen.
Der Film beginnt nahtlos am Ende des dritten Teils. Peeta wurde aus dem Kapitel befreit, doch wurde dort einer harten Gehirnwäsche ausgesetzt. Er ist wochenlang mit dem Gift der Jägerwespe – bekannt aus dem ersten Teil – behandelt worden, die Halluzinationen hervorruft. Gepaart mit diesen entwarf das Kapitol für ihn eine alternative Realität, in der Katniss grundsätzlich und vorsätzlich böse ist und deswegen versuchte Peeta sie umzubringen. Fast hätte er geschafft Katniss zu erwürgen, die nun noch immer mit einem geschwollenen Hals und geschwollenen Stimmbändern zu kämpfen hat. Doch sie muss sich schnell erholen, denn der finale Schlag der Rebellen gegen das Kapitol steht kurz bevor. Doch zuvor muss der letzte noch kapitoltreue Distrikt, Distrikt 2, überzeugt werden. Notfalls wird die komplette Vernichtung und damit der Tod der Bewohner in Betracht gezogen. Doch ist dieser Schritt wirklich nötig? Katniss wagt erste Zweifel an den Taktiken der Rebellen. Als sie schließlich auch noch nicht an der Schlacht teilnehmen soll, reicht es Katniss. Trotz ihres Traumas schmuggelt sich Katniss direkt an die Front im Kapitol, was von der Propagandamaschinerie District 13 natürlich sofort als eigener Schachzug gehandhabt wird. Allerdings wird Katniss nicht wie gewünscht an vorderster Front eingesetzt, sondern bildet mit ihrem Team bestehend aus Gale, Finnick, ein paar Kämpfern und ihrem Proposteam, die man im dritten Teil kennengelernt hat. Sie sollen sich ebenfalls durch das Mienenfeld kämpfen, dabei aber regelmäßig die Propos drehen, um an der Front für Stimmung zu sorgen. Doch Katniss hat nur das Ziel Snow persönlich umzubringen. Wirklich problematisch wird es, als Peeta dem Team zugeteilt wird. Er kann noch immer nicht zwischen Realität und Wahnvorstellung unterscheiden und scheint daher ein großes Hindernis zu sein.
Lange sowohl erwartet als auch gefürchtet wurde nun der vierte und letzte Teil der Panem-Reihe präsentiert. Hier gaben die Macher noch einmal alles, um ein würdiges Ende zu finden. Und das ist ihnen gelungen! Fans wirklich zufrieden zu stellen ist immer schwierig. Vor allem die Fans, die zuvor die Bücher gelesen haben, sind nicht immer leicht zufrieden zu stellen. Doch in diesem Film wurde das relativ einfach gelöst. Es wurde sich sehr stark an die Buchvorlage gehalten. Somit war die Handlung bereits bekannt und konnte nicht zum Kritikpunkt genommen werden. Trotzdem sind kleinere Kritikpunkte anzubringen. Zum einen wurde sich sehr stark auf die bildgewaltigen Actionszenen gestützt, die dadurch sich allerdings anfangen zu ziehen, weil selbst kurze Szenen im Buch, aufgegriffen und ausgebaut wurden, um so mehr auf die Leinwand bringen zu können. An dieser Stelle merkte man doch, dass es ein Buch war, dass in zwei Filme geteilt wurde. Hier hätte man diese kürzen können und stattdessen die neuen Charaktere richtig einführen und vorstellen können, denn das kam leider ziemlich zu kurz. Sie waren auf einmal da und verschwanden wieder von der Leinwand. Dabei waren es stellenweise auch wichtige Figuren für das Ende. Zum anderen wurde die Dreiecksbeziehung zwischen Katniss, Gale und Peeta stellenweise zu stark thematisiert. Das Thema kam zwar auch im Buch vor, aber da war es nicht so aufdringlich und konnte so gut ignoriert werden. Denn was ein halbes Beziehungsdrama in einer Kriegssituation zu suchen hat, erschließt sich nicht.
Nach vier Filmen ist dies nun das Ende der Panem-Reihe. Umso bedauerlicher ist es, dass einige Endszenen – auch Szenen, die Auslöser für manche Entscheidungen sind – sehr gekürzt gezeigt wurden und der Zuschauer die Tragweite so erst sehr spät erfassen konnte. Die Leinwandzeit hierfür war da.
Jennifer Lawrence übernahm einmal mehr die Rolle der Katniss Everdeen. Souverän zeigte sie, dass sie eine großartige Schauspielerin ist und zeigt uns die Zerissenheit Katniss‘. Sie wurde in die Rolle der Heldin gepresst, von allen Seiten nur benutzt und versucht noch immer ihre eigenen moralischen Entscheidungen durchzusetzen. Doch im Krieg scheint es keine Regeln mehr zu geben.
Josh Hutcherson übernahm einmal mehr die Rolle des Peeta Mellark. Er überrascht in seiner Rolle wohl am meisten. Eher zurückhaltend spielend, so lernte der Zuschauer Hutcherson in den ersten drei Filmen kennen. Doch im vierten zeigt er nun, was wirklich in ihm steckt. Durch das Gift der Jägerwespe weiß Peeta nicht mehr, was real ist und was nicht. Diese Zerissenheit steht bei ihm im Vordergrund. Hutcherson zeigt die verschiedensten Gefühlsregungen auf einer großzügigen Palette, so dass dem Zuschauer selbst seine Gedanken klar erscheinen. Damit sticht er den sehr blass spielenden Liam Hemsworth komplett aus. Denn dieser scheint den ganzen Film über nur die verbitterte Miene im Repertoir zu haben. An einigen Stellen mag es zwar passend sein, aber trotzdem sollte ein guter Schauspieler seine Miene auch wechseln können. Denn gerade in seiner letzten Szene ist es überhaupt nicht mehr passend und nimmt der Szene wichtige Gefühle, die Lawrence allein nicht ausfüllen kann.

Alles in allem ist Mockingjay 2 ein würdiger Abschluss für die Reihe und erhält dafür 08 von 10 möglichen Punkten.

31 Tage – 31 Songs: Part 14

Tag 14 – Welcher Filmsong (wahlweise auch Score) passt wie die Faust aufs Auge zur dazugehörigen Filmszene?

Im Film „Alles eine Frage der Zeit“ geht es um einen jungen Mann, der in der Zeit springen kann. Doch statt wie in vielen anderen Filmen damit große Dummheiten zu machen, versucht er kleine Fehler, wie ein verpasstes Date, wieder gut zu machen und so das Herz seiner Angebeteten zu gewinnen. Das gelingt ihm auch bald und er durchlebt ein ganz normales Leben mit ihr, mit allen Hoch- und Tiefpunkten. Die Szene zeigt das Verstreichen der Zeit im vermeintlichem Alltag und dazu läuft der Song „How long will I love you“. Einfach ein schönes Lied, dass die Grundstimmung des wunderschönen Films auffängt und widerspiegelt.

Arlo und Spot

Am 26.11.2015 erschien ein neuer Film aus dem Hause Disney/Pixar in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Arlo, ein kleiner Dinosaurier, lebt zusammen mit seiner Familie auf einer Maisfarm. Während sich seine Geschwister gut in die Farmarbeit einfügen, stehen Arlo seine Ängste regelmäßig im Weg. Als er von seinem Vater die Aufgabe bekommt, den Maisdieb zu fangen, will er zumindest dies nicht vermasseln. Doch durch seine tollpatschige Art und seiner Angst vor so ziemlich allem, landet er im Fluss und wird weit von zu Hause weggeschwemmt. Nun muss Arlo sich seinen Ängsten stellen und den Heimweg antreten. Dabei trifft er auf den verwilderten Menschenjungen Spot. Eine ungewöhnliche Freundschaft beginnt.

Einmal mehr zeigt Pixar, dass sie Meister sind in der Erschaffung liebevoller Charaktere und einer gleichzeitig herzerwärmenden und herzzerreißenden Handlung. Der Film führt auf einer Gradwanderung zwischen Drama und Komödie vor einer wunderschönen Kulisse.
Der Film beginnt an jedem Tag, der so schicksallastig hätte sein können. Ein Komet löst sich und rast auf die Erde zu. Doch im Gegensatz zu den in unseren Geschichtsbüchern beschriebenen Ereignissen, verfehlt er die Erde und löst damit  keine Kettenreaktion aus, die zu dem Aussterben der Dinosaurier führte. Viele Millionen Jahren haben sich neben den Dinosauriern trotzdem auch andere Arten entwickelt. Doch auch die Dinosaurier haben sich weiterentwickelt. So haben der Langhals-Dinosaurier Henry und seine Frau eine Maisfarm erbaut. Zufrieden blicken sie auf die frisch schlüpfenden Eier. Doch während zwei der Jung-Dinos gut genährt und voller Tatendrang auf die Welt kommen, traut sich der kleine Arlo nicht einmal wirklich aus der Eierschale hervor. Während die drei Geschwister aufwachsen bleibt die Rollenverteilung gleich. Seine Geschwister fügen sich gut in die Farmarbeit ein. Arlo dagegen bekommt immer nur leichte Aufgaben. Durch seine Tollpatschigkeit und seine vielen Ängste misslingen ihm aber selbst diese. Gekränkt durch die Sticheleien seiner Geschwister wird Arlo von seinem Vater regelmäßig wieder aufgemuntert und mit neuen Aufgaben versehen. Als sich regelmäßig ein Dieb in den Wintermaissilo schleicht und daher das Futter für den Winter für die Familie langsam knapp wird, glaubt Henry endlich eine geeignete Aufgabe für Arlo gefunden zu haben. Doch bei der Fallenstellung und der Jagd im Anschluss geht einiges schief. Bei der Verfolgung stürzt Arlo letztendlich in den reißenden Fluss. Doch er überlebt und wird weit entfernt wieder an das Ufer gespült. Allein und voller Angst hat er nur einen Wunsch. Er möchte zurück nach Hause. Etwas hilfsbedürftig baut er einen notdürftigen Unterstand. Am nächsten Morgen findet ihn der verwilderte Menschenjunge Spot und bringt ihm etwas zu Essen. So beginnt eine ungleiche Freundschaft. Auf dem Weg nach Hause treffen sie die verschiedensten Charaktere. Dabei treffen die bekannten Vorurteile der verschiedenen Dinosaurier-Arten nicht immer zu.
Es ist das erste Mal, dass Pixar zwei Filme in einem Jahr veröffentlicht hat. Mit „Alles steht Kopf“ hat Pixar dieses Jahr schon ein absolutes Meisterwerk für Groß und Klein abgeliefert. Bei Arlo und Spot merkt man dabei, dass den Machern dieses Jahr wohl die Puste ausgegangen ist. Die Charaktere sind zwar auch liebevoll gestaltet, aber weniger durchdacht, wie noch Angst, Freude, Ekel, Kummer und Wut. Auch die Handlung ist bei Arlo und Spot auf das einfachste zusammengeschnitten. Nur an einem wurde nicht gepart. Die übliche Portion Drama, Trauer und Witzmomente. Vor allem die Landschaft kann bei Arlo und Spot dann doch noch überzeugen, die spektakulär aussieht und mit Liebe zum Detail konstruiert wurde. Während „Alles steht Kopf“ beim jungen wie beim etwas älteren Publikum sehr gut ankam, zielt Arlo und Spot eindeutig auf eine jüngere Zielgruppe ab. Dabei ist jedoch ein eindeutiger Fehler passiert. Denn der Film zeigt einige Gewaltszenen sehr ausführlich, sehr brutal und sehr blutig. Im Überlebenskampf mag dies zwar notwenig, aber es in jedem Detail zu zeigen, ist für einen Kinderfilm dann doch ungerechtfertigt und stört das Filmgefühl.
Während der Film viele unvorhersehbare Wendungen hatte und so den Spannungsbogen halten konnte, wirkt das Ende wieder sehr künstlich konstruiert und war sehr vorhersehbar. Nichtsdestotrotz war es wieder einmal ein sehr trauriges Ende, so dass das eigentliche Happy End nur unter Tränen genießbar war.

Alles in allem bleibt der Film hinter den Erwartungen, zielt eindeutig auf das junge Publikum als Zielgruppe ab, ist hierfür aber stellenweise zu brutal. Daher gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.