Lost City

Ein Vorwort

Es gibt Trailer, die sieht man und weiß, man will den Film sehen oder eben nicht. Dann gibt es die, die einem eigentlich schon den ganzen Film verraten oder wo man schon weiß, dass die besten Szenen im Trailer verbraten wurden. Und dann gibt es den Trailer zu Lost City. Hier waren so ziemlich alle Varianten möglich. Welche davon jetzt zutreffend ist und ob Lost City auch als Film in voller Länger funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Die Bestsellerautorin Loretta Sage (Sandra Bullock) kommt seit dem Tod ihres Mannes nicht mehr wirklich aus dem Haus raus. Doch ihre Managerin (Da’Vine Joy Randolph) hat eine Tour zu ihrem neuen Buch arrangiert. Beim ersten Termin wird Loretta jedoch vom exzentrischen Milliardär Abigail Fairfax (Daniel Radcliffe) entführt, da sie im Buch eine sehr exakte Übersetzung einer alten Sprache verwendet hat. Ihr Covermodel Alan (Channing Tatum) will ihr zur Hilfe eilen, scheint aber nicht gerade der geeignetste Kandidat zu sein.

Meine Meinung

Komödien gibt es in Hollywood wie Sand am Meer. Wirklich gute sind indess in der Masse schwer zu finden. Lost City hatte nach dem Trailer die Möglichkeit in beide Richtungen zu gehen. Denn da gab es ein paar Szenen, über die ich jedes Mal wieder lachen konnte und gleichzeitig Szenen, die mir zu viel waren. Also welche, die in die niveaulose Richtung gingen.
Letztlich ist die Tendenz des Films doch eher in die erste Richtung, auch wenn viele gute Szenen bereits im Trailer verarbeitet wurde.
So ist die Handlung an vielen Stellen vorhersehbar und auch die Grundentwicklung dürfte wohl niemand überraschen. Doch dann gibt es immer wieder kleinere Einschübe, die habe ich nicht kommen sehen. So ist beispielsweise Brad Pitts Rolle doch ganz anders, als ich erwartet hatte.
Grob zusammengefasst war wohl die Grundidee einen Abenteuerfilm in Indiana Jones Manier, aber mit einer entführten Autorin und einem Covermodel als Protagonisten. Das Ganze dann verpackt als Komödie. Im großen und ganzen funktioniert das, denn Lost City schafft es durch die Charaktere viel Situationskomik einzubringen, die zumindest mich voll abgeholt hat. Das die Handlung eher einfach gestrickt ist und sich den üblichen Klischees bedient, ist daher erst einmal zu vernachlässigen, da sie eher den Rahmen vorgibt.
In seiner Gesamtheit mit der relativ bekannten Handlung, der vielen Situationskomik und den harmonierenden Charakteren funktioniert Lost City ziemlich gut. Es ist jetzt kein Film, der einen total überrascht und vom Hocker haut, reiht sich aber eher in die guten Komödien ein, da mehr auf aufgebaute Witze gesetzt wird, als stoische One-Liner. Mit Sandra Bullock und Channing Tatum wurden auch die richtigen Schauspielenden gecastet, um die Rollen glaubhaft rüberzubringen. Daniel Radcliffe ist in seiner Rolle irgendwo zwischen Overacting und so drüber, dass es schon wieder witzig und passend ist und sorgt damit für die letzte Rundung, die den Film und ein unterhaltsames Level hebt.

Das Fazit

Lost City mag eine einfache und relativ vorhersebare Handlung haben, doch durch die Charaktere und die Situationskomik funktioniert der Film als Komödie in seiner Gesamtheit. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Lost City läuft seit dem 21.04.2022 in den deutschen Kinos

Street Food Festival

Hallo ihr Lieben,
heute mal wieder ein Beitrag, der ein wenig aus der Reihe tanzt. Letztes Wochenende war nämlich das Street Food Festival auch in meiner Kleinstadt. Wem das Ganze überhaupt nichts sagt: Das Street Food Festival wandert von Stadt zu Stadt und bringt viele verschiedene Food Trucks in die Städte, wo man sich dann durchschlemmen kann. Dabei ist für jeden Geschmack etwas dabei. Von den klassischen amerikanischen Burgern bis zum neuseeländischen Steak sind Gerichte von allen Kontinenten der Welt mit vertreten.
Hier soll es nun in Kürze über die Dinge, die ich gegessen habe, die ich beobachtet habe und die ich gelernt habe, gehen. Dieser Artikel ist übrigens nichts für große Tierfreunde, da doch sehr viele Fleischgerichte dabei sind.

  1. Man sollte sich immer mindestens einen Partner zum Essen suchen. Ansonsten ist man nach zwei Leckereien bereits satt und muss sich viel zu stark einschränken. Funktioniert aber auch nur, wenn der Partner zumindest einen ähnlichen Geschmack hat und man ähnlich experimentierfreudig ist. Der zweite Vorteil ist natürlich, dass man auch den Preis durch zwei teilen kann.
  2. Ich weiß nicht, wie es in anderen Städten ist, aber bei uns musste man einen „Kulturbeitrag“ von EUR 3 als Eintritt bezahlen. Damit kam man auf das Gelände. Ich hatte mich für ein Wochenendticket entschieden und dafür EUR 5 bezahlt und hätte aber drei Tage Essen gehen können. Bei uns war das Festival mitten in der Natur und dafür, dass die Stadt hinterher auch alles wieder sauber gemacht hat und einem auch Liveauftritte von örtlichen Musikern geboten wurden, fand ich das vollkommen gerechtfertigt. Viele andere leider nicht, weil man „das Essen ja trotzdem noch bezahlen muss“.
  3. Bei uns waren ca. 60 Trucks, die wir größtenteils erst einmal erkundet haben, ehe wir uns entschieden haben. Bzw. war so der Plan, der aber nach ca. der Hälfte der Trucks verworfen wurde, weil wir einfach nicht mehr widerstehen konnten.
  4. Mein erstes Experiment war Zebragulasch. Bekommen habe ich es an einem Stand mit afrikanischen Spezialitäten. Serviert bekommen hat man es entweder mit Couscous oder mit Gemüsereis. Ich hab mich für den Couscous entschieden, was gut war, da der Couscous wenig eigenen Geschmack hatte und so die Gewürze des Gulasches stärker durchkamen. Es war sehr lecker! Allerdings hatte mein Kopf sich bei Zebra natürlich etwas sehr exotisches vorgestellt, letztendlich schmeckte es aber ähnlich wie Reh. Mit EUR 8 pro Portion war das Zebra auch so ziemlich die teuerste Angelegenheit, der Durchschnittspreis lag bei EUR 5 pro Portion an den anderen Ständen.
  5. Als nächstes habe ich ein halbes Pastramisandwich gegessen. Pastrami kommt aus der jüdischen Küche. So viel ist mir von dem ewig langen Erklärungsschild, warum Pastrami so toll ist, noch in Erinnerung. Es war im New York Style angerichtet und ebenfalls sehr lecker! Davon hätte ich gerne mehr gegessen, aber es wollte noch mehr verspeist werden!
  6. Die größte Attraktion war auf jeden Fall der Stand mit den Insekten. Während ein großer Teil der Menge einen großen Bogen darum machte, wagten sich die Wagemutigen heran. Mehlwürmer, Heuschrecken und Grillen standen hier auf der Speisekarte. Zwei meiner Begleiter gehörten dann auch zu den Wagemutigen und holten sich eine Portion. Das ganze bestand aus einem Schälchen mit einer Mischung aus den angebotenen Insekten, einem Dip dazu und einem Brotstick. Diesen tunkte man dann in den Dip und dann in die Insekten, damit diese dann kleben blieben. Und dann guten Appetit. Nach anfänglichem großen Ekel habe ich dann doch einmal abgebissen. Mit Augen zu ging es und die Insekten schmeckten ein bisschen wie Cornflakes. Aber hauptsächlich hat man den Dip geschmeckt. Nachdem der Brotstick alle war, haben meine Begleiter die Insekten dann so weitergegessen, was aber wohl eine sehr trockene Angelegenheit gewesen sein soll.
  7. Zum Abschluss des ersten Tages habe ich noch ein frittiertes Eis gegessen. Wie das gehen soll? Nun man nehme eine schockgefrorene Kugel Vanilleeis, suche sich einen Teig aus – bei mir war es mit Kakaogeschmack – umhülle das Eis mit dem Teig und frittiere dies in heißem Fett. Das Eis bleibt sogar gefroren, bis man den Teig das erste Mal durchstößt. Ab dann muss man zügig essen (was mit einem normalen Plastiklöffel gar nicht so einfach ist).
  8. Man nehme eine Limo, klebe ein Einhorn vorne drauf und schreibe Bio drauf, um dann EUR 4 für eine Flasche zu verlangen. Marketing hat funktioniert, denn die Flasche landete in unserem Einhornliebenden Haushalt.
  9. Der zweite Tag wurde wieder am afrikanischen Stand eröffnet, diesmal wurde das Krokodilgulasch ausprobiert. Leider war unsere Schale mit sehr viel Gemüse und sehr wenig Fleisch gefüllt. Auch blieb der gute Geschmack des Zebras vom Vortag leider aus. Im Endeffekt kann ich jetzt zumindest sagen, dass ich Krokodil gegessen habe, was wie eine Mischung aus Fisch und Hähnchen schmeckt.
  10. Danach biss ich einmal vom Chorizo-Sandwich meines Freundes ab. Die spanische Paprikawurst war nicht ganz so scharf, wie angenommen aber auch echt lecker (und eine riesen Schweinerei zu essen, da die Sauce überall landete, nur nicht im eigenen Mund).
  11. Als nächstes gab es einen koreanischen Corn Dog. Also ein Würstchen, das aufgespiest wird, mit einem Maisteig ummantelt wird und mit einzelnen Pommesstücken garniert wird. Das ganze wird frittiert und mit Ketchup (oder einer anderen Sauce) garniert. Und schon hat man eine echt leckere Variante eines Hot Dogs. Sehr zu empfehlen.
  12. Nun ging es auch schon wieder an die süßen Leckereien. An einem Stand konnte man sich Früchte mit flüssiger Schokolade übergießen und dann mit verschiedenen Süßigkeiten garnieren lassen. Da ich kein allzu großer Früchtefan bin, haben wir uns für die Variante mit Milchschnitte als Grundlage entschieden mit Vollmilch und weißer Schokolade begießen lassen und dann noch Oreokeksbrösel und kleine Marschmallows drüber gestreut. Für Fans der Schokolade ein Traum.
  13. Danach brauchten meine Begleiter unbedingt noch eine Bubble-Waffel. Im Prinzip eine normale Waffel, die aber durch das Waffeleisen Luftbläschen einschließt und daher lustig aussieht. Die Waffel wurde dann mit Sahne und Erbeeren und ebenfalls einigem Süßkram gefüllt. Ich habe mich dann darauf beschränkt bei den beiden Herren zu klauen.
  14. Meine letzte Amtshandlung an diesem Wochenende war es noch die Piroggi auszuprobieren. Teigtaschen aus Polen, ähnlich den russischen Piroggen nur eben kleiner, mit einer Käse-Kartoffelfüllung. Leider war ich schon wieder viel zu gesättigt, um sie richtig genießen zu können.
  15. Zeitgleich hatte sich mein Freund noch für Sesambällchen mit roter Bohnenpaste entschieden. Während er sie glücklich aß, haben sie mir leider so gar nicht geschmeckt.
  16. Der dritte aus unserer kleinen Gruppe hatte sich dann noch für frittierte Schokoriegel entschieden. Diese werden ähnlich wie mein frittiertes Eis hergestellt, nur das die Schokolade von Anfang an schmilzt und nicht erst beim öffnen. Leider waren die Toffifee schon aus, aber der Snickers und Marsriegel in der frittierten Variante war noch einmal sau lecker.
  17. Abschließend lässt sich sagen, dass die meisten angebotenen Sachen echt lecker klangen und man entweder traditionellere Sachen essen konnte, aber auch alle seine Abenteuergelüste ausleben konnte. Allerdings geht es mit der Zeit doch ziemlich auf den Geldbeutel, weswegen wir den dritten Tag des Festivals ausgelassen haben.
  18. Obwohl es mehrere Getränkestände gab, hatte ich immer eine Flasche Wasser in der Tasche. Das war zum einen bei der Durchschnittstemperatur von 30°C eine gute Idee, aber auch um vor dem neuen Essen immer den Geschmack des vorherigen Essens ein wenig wegspülen zu können. Die Getränkestände haben wir trotzdem genutzt 😉

Gut eigentlich hatte ich mich kurz fassen wollen, aber ich habe doch etwas mehr gegessen als gedacht… Wart ihr schon auf einem Street Food Festival? Oder seid ihr jetzt komplett abgeschreckt?

In diesem Sinne guten Hunger!
Eure Shalima