Horrorctober #2: Insidious

Und weiter geht es mit Gruselspaß im Horrorctober. Nachdem ich im letzten Jahr bereits den dritten Teil der Insidious Reihe im Kino sah, habe ich mich nun an den ersten gewagt.

Familie Lambert ist frisch umgezogen, als sie merkwürdige Dinge in ihrem Haus registrieren, wie komische Laute aus dem Babyfon. Diese Dinge häufen sich, nachdem ihr Sohn Dalton von der Dachbodentreppe fällt und im Koma liegt. Auch ein Umzug hilft nicht, denn die Phänomene häufen sich auch im neuen Haus. Also suchen sie sich professionelle Hilfe beim Medium Elise.

Insidious ist ein Film, der wenig auf Schockmomente setzt, dafür umso mehr auf langsam aufsteigende Angst. Man fühlt mit der Familie, die sich hilflos gegenüber der seltsamen Phänomene in ihrem Haus fühlen und gleichzeitig um ihren Sohn trauern, der einfach nicht aus dem Koma erwachen will und bei dem selbst die Ärzte ratlos sind. Die auftretenden Phänomene sind nicht wirklich neu, sondern sehr typisch für Haunted House Filme. Dafür ist die Idee der Astralreise neu und gut umgesetzt. Die Spannung wird im Film langsam aufgebaut und gipfelt in einem packenden Finale, das aber auch in der etwas langsameren Erzählweise des Films gezeigt wird. Dadurch kommt etwas weniger Spannung auf, als in vergleichbaren Filmen, und auch etwas zu wenig, um den Zuschauer wirklich mitzureißen. Dafür entfernt sich Insidious aber vom Horroreinheitsbrei und erzählt eine etwas neuere Geschichte.

Gruselfaktor: 2/5
Handlung: 4/5
Umsetzung: 3/5
Gesamt: 3/5

Insidious Chapter 3

Ebenfalls am 02.07.2015 erschien die Vorgeschichte zu der Insidious-Reihe in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Quinn Brenner lebt mit ihrem Vater und ihrem Bruder zusammen in einem Mehrfamilienhaus. Ihre Mutter ist vor kurzem gestorben. In ihrer Trauer sucht sie Elise Rainier auf, ein Medium. Doch bei dem Versuch Kontakt zu Quinns Mutter aufzunehmen, wird Elise von ihrer eigenen Dämonin heimgesucht und muss den Versuch abbrechen. Doch dabei hat sich ein anderes Wesen in unsere Welt geschlichen und sich nun an Quinns Fersen geheftet.

Ich habe die ersten Insidious Teile nicht gesehen, kann also keine Verbindung dazu herstellen. Die Handlung an sich ist schlüssig und hat durchaus Gruselpotenzial. Die Charaktere sind gut gestrickt und sehr verschieden, was ein gutes und harmonisches Zusammenspiel ermöglicht. Auch die Maske verdient ein großes Lob für die Geisterkostüme, die mit einer großen Sorgfalt ausgesucht und durchdacht wurden.
Leider benutzt der Film keine großen „Gruseleffekte“, sondern bedient sich der in letzter Zeit häufigen Methode, der „Schockmomente“. Dass heißt, dass zu einem bestimmten Moment irgendetwas oder jemand aus dem Nichts erscheint und das mit einem plötzlichen Anstieg der Musik. Natürlich erschrickt man und natürlich zuckt man dabei zusammen. Aber nachhaltig Gruseln tut man sich dabei eher weniger. Das ist sehr schade, denn der Film hatte ein deutlich größeres Potenzial und hat auch zunächst mit dem Spiel mit natürlichen Urängsten angefangen, wie zum Beispiel dem Klopfen aus einer leeren Wohnung.
Stefanie Scott als Quinn Brenner überzeugt leider sehr wenig in ihrer Rolle. Ihre Gesichtsausdrücke sind sehr gleich und selbst, wenn sie Todesangst haben sollte, wirkt sie relativ gelangweilt. Die eigentliche Stimmung hebt eher Lin Shaye als das Medium Elise Rainier, die permanent eine gute Rolle abliefert, mit der man mitfühlt und mitfiebert.
Die Stimmung des Films hebt sich zwischenzeitlich beachtlich, durch teilweise gewollte, teilweise aber auch ungewollte Komik. Die beiden Geisterjäger, die gerufen werden, gehören eindeutig zu ersterer Kategorie und geben dem Film eine gewisse Leichtheit. Hinzu kommt noch die ungewollte Komik, die herlich mit Kommentaren aus der Reihe hinter mir gefüttert wurde („Na zum Glück habe ich eine Falltür in mein Haus gebaut“ – um nur einen zu nennen).

Alles in allem baut der Film leider zu oft auf Schockmomente, was die Stimmung etwas kaputt macht, denn das Potenzial zum guten Gruseln war da. Dafür gibt es von mir 04 von 10 möglichen Punkten.