Verpasst im Februar 2017

Hallo ihr Lieben,
nicht nur die Oscarverleihung ist vorbei, sondern auch der Februar und so kommt hier meine allmonatige Übersicht der Filme, die ich leider nicht sehen konnte.

) Den Sternen so nah: Ich stell mir eine süße kleine Geschichte über die erste große Jugendliebe vor, nur das er auf dem Mars lebt.

2) Boston: Die Verfilmung über das Attentat auf den Boston Marathon. Ich bin gespannt, ob der Film einen Mehrwert zu einer einfachen Dokumentation bietet.

Und hier noch kurz die Übersicht der Filme, die es ganz knapp nicht auf meine Liste geschafft haben:

Die irre Heldentour des Billy Lynn, Madame Christine und ihre unerwarteten Gäste

Verpasst, aber nicht vergessen – Oscarspecial

Hallo ihr Lieben,
die Oscarverleihung steht kurz bevor, und bei mir laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Da leider die meisten Oscar nominierten Filme erst im Januar und Februar in Deutschland anlaufen, sind diese Monate bei mir immer sehr voll mit Kinobesuchen. Da das Kino in meiner neuen Heimatstadt mich leider etwas im Stich gelassen hat (hier läuft gefühlt nur Star Wars und Fifty Shades of Grey), waren mitunter auch längere Anfahrtswege zu den Kinos nötig, die die Filme zeigen. Lange Rede kurzer Sinn, ich habe versucht noch die wichtigsten Filme nachzuholen, ehe es heute Nacht zur großen Verleihung kommt.

Hidden Figures – unerkannte Heldinnen

Noch vor dem Civil Rights Act 1964, stellte die NASA, eine von weißen Männern dominierte Branche, auch Frauen und auch schwarze Frauen als Mathematiker ein. Beide wurden nicht so ganz ernst genommen und die schwarzen Frauen dabei auch noch diskriminiert. Doch beim Mercury-Projekt braucht die NASA genau diese Frauen und ihren brillanten Verstand. In Hidden Figures geht es um die wahren Geschichten von Katherine Goble, Dorothy Vaughan und Mary Jackson, die alle drei in eben jener Zeit ihren Weg bei der NASA fanden und damit mitunter auch schon erste Antidiskriminierungsakte hervorriefen. Bei wahren Geschichten muss man natürlich immer unterscheiden, dass in einem Film auch viel Fiktion mit hineinfließt. Aber trotzdem schafft Hidden Figures es einen spannenden Film über das Wettrüsten der NASA mit der russischen Konkurrenz zu erschaffen, dabei das Leben der Afroamerikanischen Bevölkerung zu dieser Zeit widerzuspiegeln und trotzdem immer hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken. So entsteht trotz der schweren Thematik ein Film, der ein gutes Gefühl zurücklässt. Statt die Charaktere pausenlos über ihre schlechte Situation jammern zu lassen, wird immer wieder nach Möglichkeiten gesucht, um diese zu verbessern. Natürlich treten auch viele Rückschläge auf, aber unsere unerkannten Heldinnen lassen sich davon nicht unterkriegen. Neben dem Hauptdrehort im NASA Gebäude, wird auch ein wenig aus dem Privatleben der drei Heldinnen erzählt, so dass neben komplizierten Rechenaufgaben, auch etwas für das Herz dabei ist.
Alles in allem ein sehr schöner Film, der Hoffnung spendet und doch an eine grauere Zeit erinnert. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Jackie

Die Geschichte der Jackie Kennedy, die miterleben musste, wie ihr Mann direkt neben ihr erschossen wurde und dann trotz starker Trauer noch immer als die first Lady fungierte. Kernstück des Films ist ein Interview, das Jackie 1963 nur eine Woche nach der Ermordung ihres Mannes gab. Daraus resultieren dann einzelne Rückblenden über das Verhalten direkt nach der Ermordung bis zur Beerdigung. Natalie Portman ist hier für ihre Rolle als Jackie Kennedy für die beste Hauptrolle nominiert. Sie trägt mit ihrer Leistung auch den gesamten Film, da es selten eine Szene gibt, in der die Kamera nicht ihrem Gesicht folgt. Dabei fängt sie gut die Emotionen ein, die jemand in so einer Situation wohl fühlen muss. Die Trauer und die Verzweiflung sind selbst in den ruhigeren Momenten deutlich auf ihrem Gesicht zu lesen, ohne dass Portman dabei ins overacting verfällt. Obwohl ihr Mann gerade aus nächster Nähe erschossen wurde, darf sie sich nur selten erlauben wirklich zu weinen, denn sie muss Stärke dem Volk gegenüber zeigen. Die Handlung selbst ist sehr ruhig erzählt und mit dem Score zusammen wirkt der Film beinahe erstarrt, was die Gefühlslage der Protagonistin widerspiegeln dürfte. Aufregende und spannende Szenen sucht man hier vergeblich, es geht hier ausschließlich um ein Filmportrait der Jackie Kennedy in der Woche nach dem Attentat.
Alles in allem ein ruhiger Film mit einer starken Performance von Natalie Portman. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Lion

Auch Lion basiert auf einer wahren Geschichte. Der junge Saroo, 5 Jahre alt, lebt in einem kleinen Dorf in Indien. Eines Tages sucht er seinen größeren Bruder Guddu, steigt dabei in einen Zug, der ihn über 1.600km weit nach Kalkutta bringt. Nachdem er sich dort wochenlang als Bettler durchgeschlagen hat, kommt er in ein Waisenhaus und wird von den australiern Sue und John adoptiert. Nach vielen Jahren sucht er noch immer nach seiner Heimatstadt und nach Mutter und Bruder. Lion ist ein packender und gleichzeitig trauriger Film über die Suche nach einem Weg nach Hause. Dabei spielt sich der erste Teil des Films ausschließlich in Indien ab und begleitet den jungen Saroo. Man erlebt seine Angst ganz alleine im Zug, auf der Flucht vor Menschenhändlern und dann im großen Kalkutta versucht zu überleben. Der zweite Teil des Films befasst sich dann mit Saroo nach der Adoption von Sue und John, und spielt damit hauptsächlich in Australien bzw. Tasmanien. Als Erwachsener versucht er immer wieder mit Hilfe von Google Earth Ansatzpunkte herauszufinden, um seine ursprüngliche Heimat wiederzufinden. Seine Freundin versteht sein starkes Verlangen nicht.
Lion ist ein sehr emotionaler Film über die Suche nach Saroos Zuhause. Dabei wird der Film trotzdem sehr ruhig erzählt. Er geht grundsätzlich auf die Probleme der Armut in Indien ein, thematisiert dieses aber nicht übermäßig. Stattdessen wird sich hier zentral rein mit Saroos Schicksal auseinander gesetzt. Dev Patel spielt dabei sehr glaubhaft den erwachsenen Saroo und seine innere Zerrissenheit. Am überzeugendsten spielt  hier jedoch Sunny Pawar als junger Saroo. In seinen Augen sehen wir die Verlassenheit und das Unglück. Dann sehen wir die Freude nach seiner Adoption. Dies in seinem jungen Alter so gut rüberzubringen, zeugt von großem Talent.
Alles in allem ist Lion ein packender und trauriger Film, der aber durchaus sehenswert ist. Dafür bekommt er 08 von 10 möglichen Punkten.

Manchester by the Sea

Lee Chandler arbeitet als Hausmeister in einem Wohnblock. Er begnügt sich mit einer schlechten Unterkunft und einer miesen Bezahlung und ist grundsätzlich sehr in sich gekehrt. Eines Tages bekommt er die Nachricht, dass sein Bruder nach langer Krankheit verstorben ist. Er fährt in seine Heimatstadt und versucht alles zu regeln. Dabei erfährt er, dass er als Vormund für seinen Neffen … eingetragen ist. Von jetzt auf gleich müssen beide miteinander klarkommen und doch Platz für ihre Trauer finden. Manchester by the Sea fängt etwas träge an. Lee Chandler reagiert sehr pragmatisch auf die Nachricht des Todes seines Bruders und zeigt grundsätzlich wenig Emotionen. Erst nach der ausführlichen Vorstellung der beiden Hauptcharaktere, fängt der Film an Rückblenden zu zeigen und schon bald ist dem Zuschauer das ganze Ausmaß der Tragödie bewusst. Ab hier nimmt Manchester by the Sea einen ganz anderen Ton an und nimmt an Fahrt auf. Der Grundton bleibt trotzdem sehr ruhig. Am störendsten am Film ist das sehr abrupte Ende. Es eröffnete sich eine neue Lösung für das zu lösende Problem und schon wird der Abspann gezeigt. So wird der Zuschauer etwas ratlos zurückgelassen und brauch ein paar Minuten, um sich wieder zu sammeln. Die passende Zielgruppe dürfte sein, wenn man auf einen sehr unhektischen Film steht und wenn man Trauerbewältigung ohne viele Tränen sehen möchte und ohne große emotionale Reden.
Alles in allem ist Manchester by the Sea eine sehr erschütternde Geschichte, der einen durch die ruhige Erzählweise nur noch unfassbarer zurücklässt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Hell or high Water

Das ich nicht viel mit Western anfangen kann, dürfte inzwischen jedem Leser meines Blogs klar sein. Trotzdem habe ich mich an den „modernen“ Western Hell or high Water herangewagt. Toby und Tanner Howard waren ihr ganzes Leben über arm. Während Tanner im Gefängnis seine Strafe absaß, hat sich Toby um die kranke Mutter der beiden gekümmert, die nun verstarb. Zurück ließ sie einen Kredit, der zurückgezahlt werden muss. Und so beschließen die beiden Brüder Banken auszurauben. Verfolgt werden sie von den beiden Rangers Hamilton und Parker.
Hell or high Water kommt auf den ersten Blick wie ein alter Western daher, was vorallem am Schauplatz Texas liegen dürfte. Man könnte sich die Brüder Howard gut auf einem Pferd reitend vorstellen und die Kuhherde zusammenhalten – um einmal alle Klitschees anzusprechen – doch für Pferde reicht ihr Geld bei weitem nicht aus. Stattdessen versuchen sie dem System eins auszuwischen, dass sie ihr ganzes Leben klein gehalten hat. So entsteht eine Kapitalismuskritik der ganz anderen Art. Erst durch die starken Dialoge des Films werden aus Kleinkriminellen Kapitalismusgegner. Und hier liegt die Stärke des Films. Denn die Dialoge heben den ansonsten sehr gewöhnlich wirkenden Film auf ein ganz neues Niveau. Trotzdem fehlt dem Film irgendwo die Spannung und die Nähe zu den Charakteren.
Alles in allem ein interessanter Vertreter des Genres Western. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Fences

Das Fences ursprünglich als Theaterstück inzeniert wurde, merkt man sehr schnell. Denn die Schauplätze selbst in rar gesät, dafür sprudelt der Film nur so voller Dialoge. Auch in der filmischen Variante wurden wieder Denzel Washington und Viola Davis als Hauptdarsteller ausgewählt. Troy und Rose Maxon leben in den 1950er Jahren in den USA. Troy muss als Müllmann hart kämpfen, um das Einkommen der Familie zu sichern. Gleichzeitig kämpft er gegen den Rassismus seiner Zeit, da er Schwarz ist. Hauptschauplatz des Films ist der Garten der Familie, um den Troy einen Zaun – auf englisch fences – bauen möchte. So geht es in diesem Film um Rassismus, Armut und familiäre Probleme. Troy ist durch seine harte Arbeit so gezeichnet, dass er seine Launen gerne an seiner Frau und seinem Sohn auslässt. Auch ist er tief verbittert, weil er einst eine Sportlerkarriere anstrebte. Fences wird auch sehr ruhig erzählt und ist durch die Theaterstückbasis sehr dialoglastig. Das stört aber wenig, denn Washington und Davis treten hier in Bestform auf und beweisen, wieso sie so geschätzte Schauspieler sind. Von ihrem Spiel und denen der übrigen Darsteller hängt auch das Gelingen des Films ab, denn sie bringen die eigentlich sehr ernste Stimmung des Films lockerer rüber, so dass man sich den Film gut ansehen kann. Die Dialoge selbst sind gut geschrieben, wenn sie auch teilweise sehr hart rüberkommen. Das beste Beispiel dürfte die bereits im Trailer gezeigte Rede Washingtons gerichtet an den Sohn der Familie sein, in der er dem Sohn erklärt, dass er ihn als Vater nicht lieben müsse, sondern ihn lediglich ernähren müsse.
Alles in allem eine gute Umsetzung eines Theaterstücks mit starkem Cast. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Elle

Manche Filme mag man eigentlich von der Thematik her gar nicht ansehen. Denn Vergewaltigung ist ein Thema, dass ich grundsätzlich zu vermeiden suche. Trotzdem war ich interessiert, wie Isabelle Huppert die Rolle des Opfers spielt. Ihr Charakter Michele Leblanc ist bereits stark durch ihre Vergangenheit gekennzeichnet. Mühsam hat sie sich ein Konstrukt im Alltag zurecht gelegt, das jedoch zu zerbröckeln scheint, als ein Vermumter Mann in ihr Haus eindringt und sie vergewaltigt. Doch durch die Ereignisse in ihrer Vergangenheit will Michele nicht zur Polizei gehen und versucht selbst mit dem Geschehen klar zu kommen.
Elle ist ein Film, der einzig auf die gute Leistung der Hauptdarstellerin Michelle Huppert baut, denn die Handlung selbst ist sehr durcheinander und wird von zu vielen Charakteren getragen. Michele Leblanc ist ein Charakter, mit dem man zunächst starkes Mitleid empfindet durch die Vergewaltigung. Doch ihr Charakter ist so undurchschaubar und unnahbar, dass dies bald verfliegt. Auch ihre Taten versteht man nicht so richtig. Zunächst wollte ich positiv hervorheben, dass man die Vergewaltigung an sich am Anfang nicht richtig sieht, sondern sich eher mit der Reaktion der Charaktere befasst wird, als das Entsetzen und den Schmerz in Hupperts Gesicht sehen zu müssen, während der Tat. Leider gab es dann doch mehrfach Rückblenden, die die Vergewaltigung in ganzer Fülle zeigen, was den anfänglich positiven Teil des Films wieder zunichte machte. Hier ergötzt sich der Film praktisch an dem Leid seiner Protagonistin. Weniger ist manchmal eben doch mehr. Ansonsten bietet die Handlung auch wenig Material, um den Zuschauer abzuholen, sondern baut eher eine Wand zwischen Publikum und Leinwand auf. Lediglich Hupperts Spiel ist die Oscarnominierung wert, schafft es aber auch nicht diese Wand zu durchbrechen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Ein Mann namens Ove

Das erste Mal, dass ich sogar mehr als einen Film gesehen habe, der als bester fremdsprachiger Film nominiert ist. Ein Mann names Ove ist dieses Jahr sogar der dritte Film und geht für Schweden ins Rennen.
Eigentlich möchte sich Ove nur umbringen. Er hat seine Arbeit verloren und seine Frau Sonja ist bereits vor einiger Zeit verschieden. Doch seine Siedlung bekommt neue Nachbarn, die es immer wieder schaffen sein Vorhaben unbewusst zu vereiteln. Ove ist sehr wortkarg und sehr auf die selbstaufgestellten Regeln bedacht, die in seiner Siedlung herrschen. In Rückblenden, die sich über den ganzen Film verteilen, sieht man, wie Ove so sehr verbittern konnte. Während ich nach der Sichtung des Trailers auf eine Komödie setzte, wurde mir schon nach kurzer Zeit die Tragik im Film bewusst, die immer wieder mit humorvollen Einfällen aufgelockert wird. Denn ein Mensch verbittert nicht so stark von jetzt auf gleich.
Ein Mann namens Ove ist ein herrlicher, aber kurzweiliger Film, über die Steine, die einem im Laufe des Lebens in den Weg gelegt werden können. Durch interessante Charaktere hebt er sich von der grauen Masse ab und nimmt einen für eine kurze Zeit in den Bann. Nach dem Sehen verfliegt der Film jedoch schnell wieder aus dem Gedächtnis.
Alles in allem eine gute Komödie, mit starkem Drang zur Tragikkomödie, die nach dem Sehen aber nicht dauerhaft im Gedächtnis bleibt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

The Lego Batman Movie

Am 09.02.2017 erschien der Nachfolgefilm von The Lego Movie diesmal mit Batman in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Batman, der Held von Gotham, rühmt sich damit ein Eigenbrödler zu sein und jeden Bösewicht im Alleingang platt zu machen. Dabei hat er immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Doch als Commissioner Gordon in den Ruhestand geht und seine Tochter sich weigert nur immer das Batsignal zu drücken, nimmt sein Leben eine drastische Wendung. Zugleich hat der Joker natürlich auch wieder einen unschlagbaren Plan.

Im Jahr 2014 erschien The Lego Movie und begeisterte mit guter Animation und einer schönen Geschichte über den Meisterbauer Emmett. Heimlicher Star des Films war jedoch Batman, der durch seine kühle und selbstverliebte Art die meisten Lacher für sich gewinnen konnte. Da lag es nah, dass Batman zeitnah auch seinen Solo-Lego-Film bekommt. Die ersten Trailer ließen uns groß hoffen.
Zunächst wird der Zuschauer gleich in die erste große Actionsequenz gestoßen. Der Joker und so ziemlich alle anderen Batman-Bösewichte, u. a. Poison Ivy, der Pinguin, der Riddler, Harley Quinn, etc, versammelt und versucht – mal wieder – Gotham einzunehmen. Diesmal scheint er wirklich an alles gedacht zu haben, denn er hat sogar das Batsignal blockiert, um Batman daran zu hindern, seinen Plan zu vereiteln. Doch dieser ist natürlich wie immer zur Stelle und rettet die Stadt. Während die Stadt seinen Sieg feiert und die Bösewichte wieder einmal ins Arkham Asylum einsperrt, zieht sich Batman auf sein Anwesen zurück und suhlt sich in seiner Einsamkeit. Doch während der Joker schon wieder einen neuen Plan schmiedet und Batman aus versehen ein Waisenjungen adoptiert, geht Commissioner Gordon in den Ruhestand. Er übergibt den Knopf für das Batsignal an seine Tochter, die jedoch gleich klarstellt, dass sie den Knopf für das Batsignal nicht drücken wird, sondern die Polizei darauf schulen will, dass sie sich selbst wehren können. Das gefällt Batman ganz und gar nicht und er trifft eine folgenschwere Entscheidung.
Während The Lego Movie gut funktionierte und Batman dort durch seine eingebildeten Sprüche aufgefallen ist und viele Lacher auf seiner Seite hatte, muss Batman nun die Handlung tragen, weiter für Witze sorgen und eigentlich auch mehr drauf haben, als nur ein paar Sprüche abzulassen. Leider war dies nicht der Fall. Dadurch war der Film leider überhaupt nicht mehr lustig, abgesehen von ein paar Szenen, die leider alle schon im Trailer zu sehen waren. Die Handlung selbst hatte ein paar gute Einfälle, so dass der Film zumindest ein bisschen auch spannend wurde, aber im großen und ganzen war der Handlungsverlauf sehr vorhersehbar. The Lego Batman Movie ist an sich vor allem eins: ein großer Fansupport. So wurden die wichtigsten DC Superhelden und DC Bösewichte mindestens einmal gezeigt, es gab Anspielungen auf die ganzen Batman-Filme und auch aus anderen großen Fandoms wurden zumindest die Bösewichte aufgegriffen. So freute man sich doch jedes Mal wieder, wenn man ein “bekanntes Gesicht” sah oder einen Charakter direkt erkannt hat.
Was The Lego Batman Movie aber vor allem kann, ist bildgewaltige Action mit Legofiguren zu erstellen. Denn das Bildmaterial, das geliefert wird, kann sich sehen lassen und rechtfertigt sogar den Besuch im Kino, um das Ganze auf der großen Leinwand auf sich wirken zu lassen. Die Spezialeffekte haben sich in den zwei Jahren seit The Lego Movie noch einmal stark verbessert.
Im Film werden die Themen Einsamkeit und Freundschaft bzw. Feindschaft angesprochen und sehr groß thematisiert. Leider stellen beide Parteien meist nur Behauptungen auf und liefern keine direkten Argumente, so dass der Erziehungswert für Kinder auch sehr gering sein dürfte.

Alles in allem konnte The Lego Batman Movie zwar durch seine Optik ein bisschen überzeugen, enttäuschte aber dadurch, dass er einfach nicht lustig war. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

John Wick – Chapter 2

Am 16.02.2017 erschien der zweite Teil um den Agenten John Wick in den deutschen Kinos.

John Wick hat seine Rache bekommen und möchte nun eigentlich wieder aussteigen. Doch da kommt Santino D’Antonio vorbei und überreicht Wick eine Schuldmünze. Damit ist Wick verpflichtet den Auftrag von D’Antonio anzunehmen. Doch dieser weigert sich und D’Antonio sprengt daraufhin sein Haus in die Luft. Wick reist daraufhin nach Rom, um die Schuldmünze doch noch einzulösen, nicht ahnend welche Kettenreaktion er losgetreten hat.

2015 trat ein neuer Actionheld auf die Kinoleinwand. Keanu Reeves als gebrochener Mann, der nicht über den Tod seiner Frau hinwegkommt, traf gleich alle ins Herz. Als dann auch noch sein Auto gestohlen und sein Hund ermordet wurde, schwört er Rache. Eigentlich war er vor Jahren aus seinem Business ausgestiegen, nimmt aber für seinen Rachefeldzug wieder seine alten Tätigkeiten auf. John Wick konnte durch trockenen Humor und vor allem vielen sehr gut choreographierten Kampfsequenzen überzeugen. Zudem dürfte es wohl auch der erste Actionfilm sein, der sich permanent auf das Nachladen konzentriert hat und Wick daher keine Magazine mit unendlicher Munition zur Verfügung hatte. Da der erste Film großen Erfolg feierte, schien ein zweiter Teil unausweichlich, auch wenn der erste Teil für sich alleine durchaus bestehen könnte.
Der zweite Teil mit dem passenden Namen Chapter 2, schließt beinahe nahtlos an den ersten an. John Wick will noch immer sein Auto zurück haben. Nach erfolgreicher “Schlacht” versucht er sich auszuruhen. Doch die Nachricht, dass “der schwarze Mann” zurück sei, macht schnell die Runde und schon steht Santino D’Antonio vor seiner Tür. Dieser ist ein alter Bekannter und half Wick damals auszusteigen, damit er mit seiner Frau ein normales Leben führen konnte. Dafür hat Wick ihm eine Schuldmünze gegeben, die ihn dazu verpflichtet jeden Auftrag anzunehmen, den ihm D’Antonio aufträgt. Doch Wick ist müde und wollte eigentlich nach seiner Rachetour wieder komplett aussteigen. Nach seiner Ablehnung sprengt D’Antonio jedoch kurzentschlossen Wicks Haus in die Luft. Dieser reist daraufhin nach Rom, um seine Schuld zu begleichen. Doch damit tritt er ungewollt eine Kettenreaktion los, die sich nicht mehr aufhalten lässt.
Chapter 2 ließ als Titel für den zweiten Teil großes Erwarten. Der Film orientiert sich auch zunächst stark am ersten Teil und bietet wieder grandiose Action, perfekt durch choreographierte Kampfszenen und auch hier wird wieder penibel darauf geachtet, dass Wick regelmäßig nachladen muss, bzw. auch einfach mal die Waffe wechseln muss, weil er keine Patronen mehr hat. Ansonsten versucht der zweite Teil nun natürlich eine ordentliche Schippe drauf zu legen. Darunter leidet dann aber leider die Glaubwürdigkeit. Während man Wick im ersten Teil angesehen hat, dass er immer erschöpfter wurde, je länger ein Kampf dauerte und er dann auch durch seine Verletzungen nicht mehr so gut kämpfen konnte, wie am Anfang, wird dieser Fakt im zweiten Teil ziemlich vernachlässigt und außer Acht gelassen. Stattdessen wird aus John Wick praktisch eine Maschine, den man auch mehrmals anschießen kann, ohne dass er aufhört zu kämpfen. Das wirkt sich natürlich negativ auf den Spannungsbogen aus, der zunächst wieder sehr hoch ansetzte und das Publikum in Atem hielt. Doch weil dann irgendwann die Glaubwürdigkeit immer mehr nachließ, leidete auch die Spannung darunter, weil man irgendwann nicht mehr mitfieberte, sondern sich dachte “Egal, er überlebt es ja doch”.
Während man auch im zweiten Teil ein paar altbekannte Gesichter wiedersieht, wurden doch hauptsächlich neue Charaktere geschaffen, um so einen klaren Schnitt zum ersten Teil zu ziehen. Die Darsteller wurden sehr bewusst gewählt, auch wenn Laurence Fishbourne wieder eine sehr kleine Rolle spielt. Die schauspielerischen Leistungen können sich durch die Reihe weg sehen lassen, auch wenn Keanu Reeves wieder heraussticht.
Zusammenfassend kann man sagen, dass John Wick Chapter 2 auch wieder vieles Richtig macht und ein Actionfilm vom Feinsten ist. An das Niveau vom ersten Teil kommt er leider nicht mehr heran und durch das offene Ende, gibt er wohl auch den Startschuss für einen dritten Teil.

Alles in allem ein guter Actionfilm, auch wenn er ein wenig über das Ziel hinausschießt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Cinemathek: Ostfriesisch für Anfänger

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: Ostfriesisch für Anfänger. Der Film lief ursprünglich ab dem 27.10.2016 in den deutschen Kinos.

Uwe Hinrichs lebt in Ostfriesland und schnackt nur platt. Hoch verschuldet, wurde sein Haus zwangsversteigert und soll nun eine Integrationsstätte für Fachkräfte aus dem Ausland werden. Doch Uwe lebt heimlich weiter in seinem Haus, da er nicht weiß, wohin er sonst soll. Dort wird er eines Tages von den Fachkräften überrascht. Und soll ihnen von nun an Deutsch beibringen. Doch Uwe spricht nur platt und unterrichtet dann auch dies.

Die Flüchtlingskrise ist noch immer in aller Munde. Über die Gründe warum geflüchtet wird, muss man wahrscheinlich nicht einmal mehr sprechen, die Bilder aus den Nachrichten sind zu eindeutig. Doch damit befasst sich Ostfriesisch für Anfänger gar nicht. Hier geht es um eine Gruppe Ausländer, die sich bewusst in Deutschland beworben haben, um hier als Fachkräfte zu arbeiten. Und Deutschland braucht diese Fachkräfte und unterstützt sie daher in ihrem Vorhaben. Und genau darum geht es in diesem Film.
Die Stadt Niederhörn hat sich für das Integrationsprogramm von ausländischen Fachkräften beworben. Doch als diese ankommen, finden die Betreuer eine große Einöde vor und das Schulgebäude, in dem die Sprachkurse stattfinden sollen ist eine Bruchbude. Diese Bruchbude war bis vor kurzem noch das Haus von Uwe Hinrichs. Hier lebte er mit seiner Frau Elfriede, ehe diese vor ein paar Jahren verstarb. Weil die Werft, in der Uwe jahrelang arbeitete Pleite ging, konnte er seinen Kredit nicht rechtzeitig zahlen und so ist er nun an sich Obdachlos, da sein Haus zwangsversteigert wurde und somit der Gemeinde in die Hände fiel. Eigentlich ist er Rentner, arbeitet aber noch in einer Tankstelle. Da diese, die er als Franchisenehmer betreibt, auch kaum schwarze Zahlen schreibt, steht er mit seinem vorgesetzten Franchisegeber ebenfalls auf Kriegsfuß. In sein relativ trostloses Leben passt am allerwenigsten noch eine Horde Ausländer, die zwar allesamt englisch sprechen, was aber Uwe nicht spricht, die in seinem Haus leben. Als er dann auch noch zwangsverpflichtet wird, den Fachkräften Deutsch beizubringen, wird es ihm erst recht zu bunt. Kurzerhand bringt er den Fachkräften Plattdeutsch bei. Chaos ist hier vorprogrammiert.
Man sollte meinen, dass die deutsche Filmwelt nur Schema F kann bei Filmen. Denn auch hier wird 1:1 der typische Dramenaufbau nachgebaut. Grundsituation schaffen, Problem taucht auf, Problem wird eher schlecht als recht versucht zu lösen, Problem und Protagonist freunden sich an, der große Knall und das anschließende Scherben aufsammeln. Während es bei manchen Filmen mit frischen Ideen oder interessanten Problemen noch sehenswert ist, fehlt hier jeglicher Identifizierungspunkt. Irgendwo werden die Themen Heimatliebe und warum man sie verlassen würde angesprochen, aber auch nicht näher vertieft. Damit handelt der Film die Thematik und auch die Handlung sehr oberflächlich ab, verstrickt sich in nichtssagenden Dialogen und lässt den Zuschauer etwas gelangweilt im Kinosaal zurück. Lediglich Dieter Hallervorden als Uwe Hinrichs bringt überhaupt etwas Spaß auf die Leinwand. Seine unvergleichliche Art schafft es dem Film wenigstens etwas besonderes zu geben.
Aber was möchte Ostfriesisch für Anfänger denn eigentlich? Für eine Komödie ist der Film nicht lustig genug, für ein Drama hat er nicht genug Tiefe. Im Endeffekt bringt er den Ostfriesen noch einmal ein wenig Heimatgefühl mit. So viel Platt wurde wohl selten auf der großen Leinwand gesprochen. Es werden viele Vorurteile aufgegriffen, dann aber leider auch so stehen lassen. Letztendlich wurde wohl eher der Dialekt verteidigt. Und zwischendurch gab es schon ein paar ganz lustige Momente.

Alles in allem weiß Ostfriesisch für Anfänger nicht, was sie erzählen wollen, nicht welche Zielgruppe sie ansprechen wollen und auch nicht, was für ein Genre sie eigentlich sein wollen. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

xXx – die Rückkehr des Xander Cage

Am 19.01.2017 erschien der dritte Teil der Triple-X Reihe in den deutschen Kinos.

Mit der sogenannten “Büchse der Pandora” konnte jemand einen Satelliten, der zur Überwachung eingesetzt wurde, abstürzen lassen und tötete damit mehrere Menschen. Als die CIA die “Büchse” sicher stellte, wird diese gestohlen. Nun braucht die CIA Hilfe von dem tot geglaubten ehemaligen Triple-X Agenten Xander Cage. Dieser willigt ein und stellt sich ein neues Team zusammen, um die “Büchse” zu finden.

2002 erschien der erste Teil der xXx-Reihe in den Kinos. Dort lernten wir den Extremsportler Xander Cage kennen, der in das Agentenprogramm Triple-X berufen und dann in eine russische Untergrundorganisation eingeschleust wurde. Im Jahr 2005 erschien eine Fortsetzung, in der Ice Cube Vin Diesel beerbte. 12 Jahre später schien es wohl jemand für eine gute Idee zu halten noch eine Fortsetzung zu der Reihe zu inszenieren. So wurde Vin Diesel wieder verpflichtet seine Rolle als Xander Cage zu spielen. An die Seite gestellt wurde ihm ein neues Team, das wohl neuen Wind in die Reihe bringen sollte.
Xander Cage war über viele Jahre für tot geglaubt. Auf einer abgeschiedenen Insel lebte er in den Tag hinein und frönte seiner Leidenschaft für Extremsport und Frauen. Doch sein “Ruhestand” findet ein jähes Ende, als ihn die CIA wieder aufspürt. Hintergrund ist, dass eine Hackervorrichtung genannt die “Büchse der Pandora” gestohlen wurde. Vorab wurde damit bereits ein Satellit zum Absturz gebracht. Das Team aus Soldaten, dass Cage zur Verfügung gestellt wird, ist ihm jedoch zu angepasst, weswegen er sein eigenes Team zusammenstellt aus den “Extremen” und den “Auffälligen”.
Bereits der Trailer zu xXx – die Rückkehr des Xander Cage ließ vermuten, dass es sich hier um ein Actionspektakel der abgedrehten Art handelt. Auch hier ist die eigentliche Handlung zweitrangig, lieber wird sich fokussiert auf abgefahrene Stunts, coole Sprüche und viel Geballere. Die sind natürlich gut choreographiert und daher im Kino sehr schön anzusehen, aber auch etwas sehr abgedreht. Irgendwo überzeugt das Abgedrehte nicht mehr.
Die Handlung selbst ist mehr oder weniger Mittel zum Zweck, um die Action zu rechtfertigen, bzw. einen roten Faden zwischen den einzelnen Sequenzen einzubauen. Leider wurde dafür dann doch noch eine Mini-Diskussion über Abhörtechniken der CIA und NSA eingeführt und ob diese gerechtfertigt sind, oder ob man sie bekämpfen sollte. Das hätte der Film nun wahrlich nicht gebraucht, zumal er es ziemlich schnell abhandelt. Da doch lieber nur eine einfache Grundhandlung einbauen. Der Spannungsfaktor selbst ist auf einem guten Niveau für einen Actionfilm, er schoss aber auch nicht durch irgendwelche unvorhersehbaren Handlungsstränge durch die Decke.
Was dem Film wirklich fehlt, ist die Atmosphäre, die der erste Teil 2002 noch rüberbringen konnte. xXx lebte von der Mischung der kalten russischen Atmosphäre und einem guten Soundtrack – immerhin spielte Rammstein in einer Szene live auf der Bühne! Der dritte Teil hat sich von dieser Atmosphäre fast vollständig verabschiedet. Nicht nur fehlt Rammstein im Soundtrack, auch ist Vin Diesel praktisch der einzige Hinweis, dass man sich einen Triple X Film im Kino ansieht und nicht irgendeinen anderen Actionfilm. Und auch Diesel schafft es 15 Jahre später nicht mehr die gleiche Anziehungskraft auf die Damenwelt auszuüben, wie noch im ersten Teil. Das Zusammenspiel zwischen dem Cast ist einwandfrei und jeder spielt seine Rolle gut. Hätte man das xXx im Namen weggelassen und Vin Diesel aus dem Cast geworfen, hätte vielleicht sogar eine schöne neue Filmreihe aufgebaut werden können. Aber so hat man die anderen Filme immer im Hinterkopf und vergleicht demnach, was dem Film nicht gut bekommt.
Letztendlich kann man sagen, dass xXx – die Rückkehr des Xander Cage genau das geliefert hat, was er wollte. Schnelle, krasse Action. Dazu noch ein paar Gastauftritte, die zum Schmunzeln anregen und die Erinnerung an die alten Filme wiederbeleben. Ob hier eine weitere Fortsetzung nötig gewesen wäre oder ob man mit dem Cast nicht einfach eine neue Reihe (oder vielleicht auch mal einen Einzelfilm) hätte aufbauen können, ist eine zweitrangige Diskussion.

Alles in allem hat der Film gute Bilder und schöne Actionszenen geliefert. Durch Mängel in Handlung und Überzeugung bekommt er 06 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im Januar 2017

Hallo ihr Lieben,
2017 ist gestartet und auch hier ist schon wieder ein ganzer Monat vorbei. Auch diesmal hab ich es wieder nicht geschafft alle Filme zu sehen, die mich interessieren und daher hier wieder die altbekannte Übersicht meiner verpassten Filme:

1) Hell or high water: Angekündigt als ein moderner Western (was grundsätzlich nicht mein Lieblingsgenre ist), aber dann mit vielen positiven Kritiken überschüttet und Oscaranwärter.

2) Why him?: James Franco ist in den letzten Jahren zusammen mit Seth Rogen eher dafür bekannt geworden, unlustige und übertriebe Komödien zu machen. Nun ist Franco wieder in einer zu sehen, allerdings diesmal mit Bryan Cranston an seiner Seite. Was dabei herauskam, möchte ich gerne noch wissen.

3) Manchester by the Sea: Bei den Golden Globes bereits gut ausgezeichnet und auch Oscaranwärter. Bei mir steht der Film noch vor der Verleihung auf dem Plan.

4) Hacksaw Ridge – Die Entscheidung: Ein junger Mann wird an die Front gerufen, doch er weigert sich jemanden zu töten. Stattdessen rettet er seinen verwundeten Kameraden das Leben. Oscaranwärter und auch noch auf meiner Liste.

5) Jackie: Die Geschichte von Jackie Kennedy, die mit ansehen muss, wie ihr Mann erschossen wird und dann so im Medienrummel steht, dass sie keine Zeit hat richtig zu trauern. Natalie Portmann ist für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert.

6) Kundschafter des Friedens: Eine Reihe ehemaliger DDR-Spione werden vom BND um Hilfe gebeten. Der Trailer hat mich bereits gut zum Schmunzeln gebracht und ich bin gespannt, ob der Film noch mehr schafft.

Cinemathek: Café Society

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: Café Society. Der Film lief ursprünglich ab dem 10.11.2016 in den deutschen Kinos.

In den 1930er Jahren versucht der junge Bobby zunächst in Hollywood und später in New York seinen Weg zu finden. Doch auf seinem Weg trifft ihn die Liebe.

Hollywood in den 1930er Jahren, das goldene Zeitalter. Filmpläne werden auf rauschenden Partys besprochen und es ist ein reines Sehen und Gesehen werden. Genau in diese Zeit entführt uns Woody Allen mit seinem neuen Film.
Bobby will nicht in das Geschäft seines Vaters einsteigen und verlässt daher New York und zieht nach Los Angeles. Auf Bitte seiner Mutter nimmt sein Onkel Phil ihn ein bisschen unter seine Fittiche. Phil führt eine erfolgreiche Casting-Agentur in Hollywood und hat wenig Zeit für Bobby. Dieser verliebt sich in Phils Sekretärin Vonnie, die ihm die Stadt zeigt. Nach anfänglichem Zögern erwidert sie seine Gefühle. Doch es gibt kein Happy-End für die beiden und nach einer Entscheidung Vonnies kehrt Bobby dem Leben in Los Angeles den Rücken zu und kehrt nach New York zurück. Dort eröffnet er mit Hilfe seines Bruders Ben, der viel Geld durch kriminelle Machenschaften verdiente, einen Club, der sehr schnell sehr bekannt wird. Doch Vonnie kann er nicht vergessen.
Café Society ist ein Film, der praktisch ohne große Aussage bleibt. Auch ist es schwierig eine Handlungszusammenfassung zu schreiben, weil der Film gemütlich vor sich hin plätschert und eher ein Gefühl als eine Handlung vermittelt. Grundsätzlich wird der Kontrast zwischen Los Angeles bzw. der schillernden Welt von Hollywood und New York und deren Gangsterszene dargestellt, obwohl beide Seiten gleichwertig und urteilsfrei dargestellt werden. Hollywood wird immer sonnig und in eher goldenen Farbtönen dargestellt. Hier werden viele Partys gefeiert, auf der sich alles was Rang und Namen in der Filmbranche hat, trifft. Es lockt das große Geld mit scheinbar wenig Aufwand. New York wird im starken Kontrast dazu eher grau dargestellt. Hier gibt es weniger Gartenpartys, hier leben eher die echten Arbeitstiere. Die Grundeinstellung ist hier: Wer sich anstrengt, kann es ganz nach oben schaffen. Unser Protagonist Bobby stolpert im Laufe des Films in beide Leben einmal hinein. Während sein Onkel Phil in Hollywood voll und ganz aufgeblüht ist, findet er seinen Weg eher in New York.
So plätschert die Handlung vor sich hin, beschäftigt sich mit Phil und seinen Geschäften in Los Angeles, beschäftigt sich mit Ben, Bobbys Bruder, und seine kriminellen Machenschaften in New York und vor allem mit unserem Protagonisten Bobby und seiner großen Liebe Vonnie, zeigt uns von allen Seiten das Leben zu der Zeit. Der Film möchte auch gar nichts groß aussagen. Er möchte einfach nur einen Querschnitt durch die Zeit machen. Und mit seiner gemütlichen Art und dem Witz an angebrachten Stellen schafft er es auch den Zuschauer irgendwo abzuholen und 96 Minuten zu unterhalten. Ein Film für Kinogänger, die einmal wenig Action und trotzdem nicht viel nachdenken wollen, sondern sich einfach nur an eine ganz andere Zeit zurückdenken wollen.
Mit einem guten Cast u.a. mit Steve Carell und Jesse Eisenberg lässt sich der Film gut angucken. Lediglich Kristen Stewart sticht einmal mehr negativ hervor, da ein Gesichtsausdruck auch für diesen Film nicht ausreicht.

Alles in allem ein sehr ruhiger Film, der lediglich von der Zielgruppe der ruhesuchenden Kinogänger angesehen werden sollte. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Split

Am 26.01.2017 erschien ein Thriller über DIS in den deutschen Kinos.

Kevin hat eine dissoziative Identitätsstörung (DIS). Das bedeutet, dass 23 verschiedene Persönlichkeiten in seinem Körper wohnen und ans Licht treten können. Eines Tages entführt eine dieser Persönlichkeiten drei Mädchen und sperrt sie ein. Sie sollen vorbereitet werden auf die Ankunft “der Bestie”. Schnell erkennen Sie, dass sie nicht immer mit der gleichen Persönlichkeit sprechen und versuchen dies für ihren Fluchtversuch zu nutzen.

Schizophrenie ist vielen ein Begriff, DIS dagegen eher nicht. Ursachen können traumatische Erlebnisse in der Kindheit sein. Wie geht man mit diesen verschiedenen Persönlichkeiten um? Und was passiert, wenn mindestens eine ein Eigenleben entwickelt und damit eine Gefahr für Andere wird?
Kevin war einst ein ganz normaler Junge, der unter seiner zu strengen Mutter litt. Diese traumatischen Erlebnisse sorgten dafür, dass er immer mehr verschiedene Persönlichkeiten entwickelte, die nun versuchen Kevin in seinem Körper zu beschützen. Verfolgt wird das Phänomen von seiner Psychiaterin Dr. Fletcher, die ihn inzwischen so gut kennt, dass sie anhand seines Auftretens weiß, mit welcher Persönlichkeit sie gerade spricht. Meistens wird sie besucht von Kevin in Form von Barry, einem Modedesigner. Doch eines Tages entführt die Persönlichkeit Dennis drei Mädchen und sperrt sie ein seiner Wohnung ein. Während Claire und Marcia hysterisch versuchen irgendeinen Fluchtplan zu finden, ist Casey merkwürdig ruhig. Durch Einblicke in ihre Vergangenheit versteht man auch schnell wieso. Doch warum entführte Dennis die Mädchen? Und kann Hedwig, die Persönlichkeit eines 9-jährigen Jungen, ihnen bei der Flucht helfen?
In Split werden natürlich nicht alle 23 verschiedenen Persönlichkeiten, die in Kevins Körper wohnen, gezeigt. Das hätte auch den Rahmen gesprengt. Länger gezeigt werden Barry, der Modedesigner, Kevin, der einen Ordnungstick hat, Hedwig, ein 9-jähriges Kind und Patricia, die gute Seele des Hauses. Weitere drei Persönlichkeiten werden kurz aufgezeigt. Hier zeigt James McAvoy sein ganzes schauspielerisches Talent. Er schafft es seine Gestik und Mimik für jede Persönlichkeit zu ändern, so dass man als Zuschauer auch schnell erkennt, wen man gerade vor sich hat, ohne dabei ins Overacting zu verfallen. Visuell unterstützt wird der Wechsel der Persönlichkeit meistens durch den Wechsel der Kleidung. Doch auch wenn dies in einer Szene nicht möglich ist, oder bewusst ein anderes Outfit zur Verwirrung genutzt wird, erkennt man an McAvoys Schauspiel sofort welche Persönlichkeit er gerade darstellt. Und genau von diesem Talent profitiert der Film. Denn ohne überzeugendes Schauspiel des Protagonisten wäre Split wohl kaum ein so überzeugender Film geworden.
Split bringt das Spannungslevel schnell auf ein hohes Niveau. Dennis entführt die Mädchen und keiner weiß, wieso er das tat und welches Ziel er verfolgt. Durch die Fluchtversuche der Mädchen gibt es immer wieder Spannungsnachschub, ebenso entdeckt der Zuschauer nach und nach die verschiedenen Persönlichkeiten in Kevins Körper. Das Ende wird dann noch einmal zu einer Zerreißprobe für die Nerven, geht aber leider auch einen Schritt zu weit und zerstört die vorher aufgebaute Atmosphäre. Denn vorher wurde der Film sehr ernst und wissenschaftlich gehalten, als könnte das alles so wirklich passieren. Aber das Ende ist dann doch einen Schritt zu abgefahren, um noch in die Erklärungen zu passen.
Während Kevin als Protagonist ausführlich vorgestellt und analysiert wird, bleiben die meisten anderen Charaktere sehr blass. Casey wird noch ein bisschen näher beleuchtet und ihre Vergangenheit erklärt und wieso sie sich verhält, wie sie sich verhält. Dennoch wird auch hier einiges offen und Raum für Interpretationen gelassen. C und Marcia stellen die typischen beliebteren Mädchen vor, die sich gerne modisch kleiden und in so einer Situation kaum mehr als Jammern, Kreischen und Heulen können. Daher werden ihre Rollen auch nicht näher analysiert. Als vierte größere Rolle ist Betty Buckley als Dr. Fletcher zu sehen, Kevins Psychiaterin. Auch ihre Beweggründe werden erwähnt, aber nicht groß ausgeführt. Split konzentriert sich wirklich hauptsächlich auf Kevin.

Alles in allem ist Split eine interessante Charakterstudie in Form eines Thrillers. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Mein Blind Date mit dem Leben

Am 26.01.2017 erschien ein deutscher Film über das Erfüllen von Träumen auch mit Behinderung in den deutschen Kinos.

Saliya Kahawatte steht kurz vor seinem Abitur, als er durch eine Netzhautabtrennung 95% seines Sehvermögens verliert. Trotzdem lässt er sich nicht unterkriegen, schafft sein Abitur und möchte nun seinen Traum erfüllen und Hotelfachmann werden. Doch aufgrund seiner Behinderung nimmt ihn kein Hotel. Also bewirbt er sich beim Bayrischen Hof, einem 5-Sterne-Luxus-Hotel, und verschweigt seine Behinderung einfach. Doch wie schafft man es zu verheimlichen, dass man nur 5% seiner Umgebung sehen kann?

Dass Menschen mit Behinderungen großartiges leisten können, ist inzwischen sehr bekannt. Sei es auf sportlicher Ebene, wie regelmäßig die Paralympics zeigen, oder auf geistlicher Ebene, wie beispielsweise Stephen Hawking zeigt. Doch wie schafft man es den ganz normalen Alltag mit einer Behinderung zu meistern? Und muss man automatisch auf alle seine Träume verzichten?
Saliya Kahawatte hat nur einen Traum: Er möchte nach seinem Abitur unbedingt in einem Hotel lernen. Doch mitten im Abitur bemerkt er plötzlich immer mehr verschwommene Flecken in seinem Blickfeld. Eine Untersuchung ergibt, dass Saliya einen angeborenen Sehfehler hat, der nun dazu beigetragen hat, dass sich die Netzhaut abgetrennt hat. Eine Notoperation soll zumindest noch einen gewissen Prozentsatz seines Sehvermögens retten. Am Ende bleibt ihm eine Sehkraft von 5%. Damit kann er sehr stark verschwommen gerade einmal Umrisse seiner Umgebung erkennen. Doch Saliya ist ein Kämpfer und lässt sich davon nicht unterkriegen. Mit Hilfe seiner Schwester und der Toleranz seiner Lehrer schafft er sein Abitur. Doch nun steht er vor dem nächsten großen Problem. Wie soll er mit 5% Sehvermögen seinen Traum in einem Hotel zu lernen wahr machen? Und so flattern eine Absage nach der nächsten ins Haus, egal wie viele Bewerbungen Saliya auch schreibt. So beschließt er das unmögliche zu versuchen. Er bewirbt sich in München am Bayrischen Hof und lässt seine Behinderung unerwähnt. Und schon bekommt er ein Vorstellungsgespräch. Mit viel Vorbereitung besteht er auch dieses und ist von nun an auf sich alleine gestellt. Eigene Wohnung, die Ausbildung und keiner darf merken, dass er nichts sehen kann. Schnell findet er einen guten Freund in der Ausbildung, der ihm von nun an mit Tat und Rat zur Seite steht. Doch die Ausbildung ist schon für Leute mit vollständigem Sehvermögen sehr schwer durchzuhalten.
Mein Blind Date mit dem Leben basiert auf den wahren Ereignissen und dem Leben von Saliya Kahawatte. Die Möglichkeiten, die er ausschöpft, um sich durch die Ausbildung zu mogeln sind faszinierend. Trotzdem verläuft die Handlung selbst sehr nach dem altbekannten Schema ab. Ein Problem taucht auf, dass wird mit aller Macht versucht zu bekämpfen oder es wird zumindest versucht damit zu leben, doch dann nehmen die Hindernisse immer mehr Überhand, bis alles eskaliert und hinterher die Scherben wieder aufgesammelt werden müssen. Dieser Ablauf ist altbekannt, aber der Film konzentriert sich auch viel mehr auf Menschsein. Wie gehen Menschen mit einer Behinderung um, wie gehen sie damit um, wenn sie erfahren, dass jemand den sie kennen eine Behinderung hat. Bekommt man ewig eine Sonderbehandlung und wenn nicht mit welchen Mitteln muss man sich dann durchbeißen? Das faszinierende am Film ist hier, wie Saliya immer wieder neue Methoden findet, um Sachen durch Fühlen, Riechen und Tasten zu erlernen. Wie er Schritte zählt, um Abstände herauszufinden, und dabei so souverän geht, wie manch einer mit normalem Sehvermögen nicht.
Kostja Ullmann schlüpft ja gerne einmal auch in Rollen, die einen Migrationshintergrund haben, wie zuletzt auch in Drei Türken und ein Baby, in dem er einen Türken spielte. Er selbst ist in Deutschland geboren, aber seine Mutter ist ursprünglich Inderin. So war er die passende Besetzung für die Rolle des Saliya Kahawatte, dessen Vater Singhalese ist. Auch spielt Ullmann seine Rolle sehr souverän und bringt so das Leid und den Traum Saliyas dem Zuschauer nahe.
Der Film schafft es die Thematik Leben mit einer Behinderung respektvoll aufzugreifen und trotzdem einige humorvolle Momente einzubauen. So wird dem Zuschauer vermittelt, dass das Leben oder auch eine normale Ausbildung zu machen erschwert wird, eine Behinderung aber kein Grund ist das Leben nicht mehr in vollen Zügen zu genießen und seine Träume zu leben. So geht man am Ende des Films mit einem positiven Gefühl aus dem Kinosaal.

Alles in allem ist Mein Blind Date mit dem Leben eine gefühlvolle Komödie zu schaffen, die aber durch das typische Schema etwas zu vorhersehbar wurde. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.