Eine Handvoll Serien – 3/24 – K-Drama Special

Herzlich Willkommen zur dritten Ausgabe der serientastischen Handvoll und dem zweiten K-Drama Special in diesem Jahr. Heute mit: ungewöhnlicher Hochzeit, Idols als Marktleitung, lächelnden Hotelangestellten, Geschichte, die sich wiederholt und einer Dämonenhochzeit.

So I married the Anti-Fan

Die Handlung: Lee Geun-Young ist Reporterin und soll von einer Cluberöffnung berichten, auf der auch das angesehene Idol Hoo Joon eingeladen ist. Dabei beobachtet sie vermeintlich sein schlechtes Verhalten gegenüber seiner Ex-Freundin und gerät mit ihm aneinander. Als sie kurz darauf ihren Job verliert, ist sie sich sicher, dass das Idol dahinter steckt und beschließt seine Lügen Publik zu machen. Dabei gerät sie ins Visier seiner Fans, nachdem sie sich öffentlich als Anti-Fan platziert hat. Doch ein Sender sieht darin Potential und schließt mit Geun-Young und Joon einen Vertrag über eine Reality Show, in der Idol und Anti-Fan zusammenleben. Doch die beiden sind wie ein Pulverfass kurz vorm explodieren.

Meine Meinung: Was als Handlungsbeschreibung super witzig klang, war leider eher anstrengend. Ich fand den Aspekt mit dem Anti-Fan und allgemein ein weiteres Drama in der Welt der Idols total spannend. Leider sind durchweg alle Charaktere unsympathisch – von vielleicht ein oder zwei Nebencharakteren abgesehen. Die Zickereien zwischen Geun-Young und Joon wollen einfach nicht aufhören. Immer, wenn man denkt, dass sie sich ein bisschen angenähert haben, kommt wieder die Kehrtwende und wir durchleben alles wieder von vorne. Manchmal kommen kurze Momente durch, in dem man mit den Charakteren Mitleid empfindet und kurz darauf wird es wieder durch ihr Verhalten zu nichte gemacht. Toxischer als dieser Beziehungsanfang ist nur die Geschichte der beiden Nebencharaktere in Form von Joons früheren Mittrainees. Hier wird sich solange terrorisiert, bis sogar Suizid im Raum steht. So hatte die Serie mit ihrer Idee viel Potential, die leider so gar nicht genutzt wurde. Schade.

CEO-dol Mart

Die Handlung: Die fünfköpfige Idol Gruppe Thunder Boys haben leider den großen Durchbruch verpasst, nachdem ihr erster Erfolg von einer Tragödie überschattet wurde. Nun fünf Jahre später sind sie alle getrennte Wege gegangen, doch bekommen unerwartet einen Supermarkt vererbt, den sie nicht so leicht verkauft kriegen. Also beschließen sie sich wieder zusammen zu tun und den Supermarkt selbst zu leiten. Doch das ist gar nicht so einfach.

Meine Meinung: Als großer Monsta X Fan habe ich die Serie eigentlich nur angefangen, weil Hyungwon einen Teil der Thunder Boys spielt. Geblieben bin ich, weil mich die Serie absolut mitreißen konnte. In gerade mal 10 für koreanische Verhältnisse mit ca. 40 Minuten, sehr kurzen Folgen wird eine Geschichte erzählt über Freundschaft, über Trauer, über Träume, über Hoffnung und über Neuanfänge. Das alles wird wunderbar als Komödie verpackt, weiß aber auch mit den Emotionen der Zuschauenden zu spielen. Gerade, weil hier mal die Freundschaft im Vordergrund stand und nicht die große Liebe, die hier fast gar nicht vorhanden ist, war es mal eine schöne Abwechslung zu den anderen Dramen. Schauspielerisch waren hier zwar nicht die größten Profis am Werk, aber auch das hatte Charme und machte die Serie noch sympathischer. Wer also mal ein K-Drama probieren möchte, aber von dem ganzen Romance Kram abgeschreckt ist, der findet hier den perfekten Einstieg ins Genre.

King the Land

Die Handlung: Gu Won ist Erbe der King Group und leitet den luxuriösen Teil des King Hotels. Dabei steht er in direkter Konkurrenz zu seiner Halbschwester, die darauf aus ist Alleinerbin zu werden. Cheon Sa-Rang träumte schon immer von einer Anstellung im King Hotel und hat sich durch ihr einnehmendes Lächeln und ihre Kompetenz schnell hochgearbeitet. Doch Won kann das aufgesetzte Lächeln überhaupt nicht ausstehen und gerät daher öfter mit ihr aneinander. Doch sie treffen immer wieder aufeinander und nähern sich langsam an. Hat ihre Liebe eine Chance?

Meine Meinung: Am Anfang war ich sehr skeptisch was die Serie anging. Sie wurde mir wärmstens empfohlen und so gab ich ihr eine Chance, doch gerade die ersten Folgen waren etwas chaotisch, vor allem weil einige Zeit zwischen den Episoden verging, ohne, dass die Darstellenden sich groß geändert haben. Nach ein paar Folgen war ich jedoch drin und dann konnte sie mich durchaus mitreißen. Sie schafft es eine gute Mischung aus Drama, Komödie, Romance und Freundschaft aufzubauen. Sa-Rang und ihre Freundinnen bekommen viel Zeit, um ihre tiefe Freundschaft zu festigen und auch ihre Freundinnen bekommen ihre eigene Geschichte. Dadurch gibt es immer einen guten Ausgleich zum vielen Drama und die Geschichte kommt gut voran. Zwischendurch gab es zwar immer mal wieder die Szenen, wo man sich an den Kopf fasst und sich fragt, wie falsch man Entscheidungen treffen kann, aber das hat eher zur Komödie beigetragen, als wirklich zu stören. Gegen Ende gab es dann vielleicht eine Wendung zu viel, da hier einfach kein Abschluss gefunden wurde, sondern die Serie partout auf die üblichen 16 Folgen gestreckt werden musste. Das war ein bisschen überflüssig, aber auch das war letztlich verzeihbar.

Born Again

Die Handlung: In den 1980er Jahren sind Cha Hyung-Bin, ein Polizist, und Jung Ha-Eun, eine Buchladenbesitzerin mit Herzfehler, verliebt und planen zu heiraten. Der schüchterne und aus schwierigen Verhältnissen stammende Gong Ji-Chul hat ebenfalls ein Auge auf Ha-Eun geworfen und mordet nach dem Vorbild seines Vaters, einem psychopathischem Massenmörder, um seiner großen Liebe ein gesundes Herz zu besorgen. Doch in den Wirrungen sterben alle drei. In der Gegenwart sind sie alle wiedergeboren. Ha-Eun ist inzwischen forensische Medizinerin, Hyung-Bin ist ein skurpeloser Staatsanwalt und Ji-Chul ist Medizinstudent. Das Schicksal führt sie alle wieder zusammen. Wird es diesmal ein Happy-end geben?

Meine Meinung: Auch hier wollte ich nochmal ein neues Genre ausprobieren und mich von der Fantasy und Romance, die ich sonst oft bevorzuge zu trennen. Das es dann ein Psychothriller wurde, lag dann doch eher an Lee Soo-Hyuk und Jin Se-Yeon, da mir beide sehr sympathisch sind und ich es spannend fand sie beide mal in einem gemeinsamen Drama zu sehen. Leider war meine Grundeinschätzung leider doch richtig: Ich bin nicht für Psychothriller gemacht. Doch das Drama hat noch ein anderes großes Problem. Während die ersten Folgen in der Vergangenheit spielen und die Charaktere da gut vorgestellt werden und auch sinnvoll agieren, und man somit ihre Handlungen nachvollziehen kann, ist es in der Gegenwart das reinste Chaos. Die Charaktere werden zwar vorgestellt, aber irgendwie eher mit den unwichtigen Informationen, so dass man sich im Laufe des Dramas viel erarbeiten muss. Und dann fängt die Geschichte leider an sich immer wieder im Kreis zu drehen und nicht so wirklich vorwärts zu kommen. Und wenn die Charaktere endlich wieder in der passenden Ausgangssituation sind und man einen Showdown einleiten könnte, kommt ein Zeitsprung und wir fangen wieder bei Null an uns in die Geschichte einzuarbeiten. So kommt man vielleicht auf die geplante Folgenanzahl, aber der Spannung und der Geschichte allgemein hat es defintiv nicht gut getan. Auch war die Motivation der Charaktere teilweise sehr unklar und teilweise auch an den Haaren herbeigezogen. Blutig und voller Leichen war die Serie aber auf jeden Fall, trifft also das Genre. Ich mache dann aber doch wieder einen größeren Bogen darum.

My Demon

Die Handlung: Jeong Gu-Won ist ein 200 Jahre alter Dämon, der ständig neue 10-Jahres-Verträge abschließt, um Seelen für die Hölle zu sammeln. Dabei trifft er auf die CEO Do Do-Hee, die mit Intrigen in der Firma zu kämpfen hat. Bei einem Unfall übertragt sich das Tattoo, das Gu-Won seine Kräfte gibt, ausversehen auf Do-Hee. Fortan müssen sie zusammen arbeiten, um ihre Ziele zu erreichen und den Tausch rückgängig zu machen. Doch dann kommen auch noch Gefühle ins Spiel.

Meine Meinung: Es hätte das Drama des Jahres werden können. Es sah gut aus, die Handlung klang gut und bot genau die Mischung aus Drama und Fantasy, die mich in K-Dramen bisher meist gut überzeugen konnte. Noch das wunderbare Doom at your Service aus dem letzten Jahr im Kopf, war My Demon leider ein Reinfall. Waren die Charaktere am Anfang vielleicht nicht unbedingt sympathisch, aber charismatisch, verwischt das immer weiter und das Drama leidet schnell daran, dass sie für die 16 Folgen einfach nicht genug Handlung hatten – ein Phänomen, was ich leider immer öfter beobachte. So ist gerade Do-Hee bis zum Ende ziemlich unsympathisch und ihre Beziehung zu Gu-Won kauft man beiden nicht so wirklich ab. Es wirkt einfach gestellt und dreht sich auch immer wieder im Kreis, weswegen sich das Drama einfach unendlich zieht. Dabei sind es gerade die Nebencharaktere, die ordentlich Schwung reinbringen. Die beiden Assistent*innen der Protagonist*innen haben wunderbare Geschichten, das Marketing-Team ist immer wieder für einen Gag da und eine gewisse Straßengang ist wohl das humorvolle Highlight des ganzen Dramas. Mit allen habe ich mehr mitgelitten als mit den beiden Hauptcharakteren. Irgendwo wollte ich doch wissen, wie es aus geht, und wenn die ganzen langweiligen Füllerszenen zwischendurch nicht gewesen wären, hätte das Drama wohl auch wesentlich besser funktioniert. So bin ich nur froh, dass es zu Ende ist.

Habt ihr eins davon gesehen? Wie hat es auch gefallen?

Eine Handvoll Serien – 2/23 – K-Drama Special

Herzlich Willkommen zur zweiten Handvoll Serien in diesem Jahr. Und dem ersten K-Drama Special in diesem Jahr! Heute mit: einer engagierten Anwältin, einer modernen Märchen-Adaption, einer Ärztin und einem Soldaten, Agenten aus dem Jenseits und dem Problem des Nicht-Lügen-Könnens.

Extraordinary Attorney Who

Die Handlung: Woo Young-woo (Park Eun-bin) hat ihre Anwaltsprüfung mit Auszeichnung bestanden, bekommt aber nirgends einen Job, da ihre autistische Spektrums-Störung alle Kanzleien abschreckt. Doch dann nimmt eine sie doch noch nachträglich auf und sie darf fortan das Team von Jung Myeong-seok (Kang Ki-young) unterstützen. Dabei fällt sie durch ihre kreative Herangehensweise auf, allerdings auch durch ihre Probleme im sozialen Kontakt. Dabei sind ihr nicht alle wohlgesonnen.

Meine Meinung: Abgesehen davon, dass Autismus ein breites Spektrum ist und unmöglich ganzflächig abzubilden, wird in diversen Serien wenn überhaupt autistische Charaktere auftauchen immer das Klischee der superintelligenten, aber sozial inkompetenten verwendet. Diese Befürchtung hatte ich zunächst auch bei diesem K-Drama, doch nach einigen positiven Stimmen, habe ich mich doch herangewagt. Selten habe ich eine so gut umgesetzte Darstellung des Spektrums bekommen. Natürlich brilliert Young-Woo hier durch ihr fotografisches Gedächtnis, doch es wird nur als eine Ausprägung dargestellt und sie wird nicht darauf reduziert. Sie darf mit Freund*innen, aber auch mit Fremden interagieren. Dabei erklärt sie ihre Schwierigkeiten damit. Es wird aber auch immer wieder betont, dass es bei ihr so ausgeprägt ist, dass sie aber nicht die Vorlage für alle Autist*innen sein kann. Dass es auch ganz andere Ausprägungen geben kann, wird in einer Folge dargestellt, wo ein anderer Autist auftritt, dessen Spektrum ein ganz anderes ist. Generell können die Folgen mehr oder weniger in „Der Fall der Woche“ eingeteilt werden. Manchmal gibt es Doppelfolgen, und es gibt übergreifende Handlungen, aber die einzelnen Fälle sind in 1-2 Folgen gelöst. Das mag ich ja sehr gern an Serien und dadurch konnte man die Serie noch besser wegbingen, weil es immer wieder neues zu entdecken gab, ohne, dass ein Fall eine ganze Staffel einnimmt. Insgesamt ein zuckersüßes Drama, dass ich sehr gern gesehen habe.

Cinderella and the four knights

Die Handlung: Eun Ha-won (Park So-dam) arbeitet neben der Schule in unzähligen Nebenjobs, um sich das Geld für ihr Studium zu finanzieren. Nach dem Tod ihrer Mutter ist der Vater oft abwesend und ihre Stiefmutter und –schwester machen ihr das Leben schwer. Durch Zufall trifft sie den reichen Erben Kang Hyeon-min (Ahn Jae-hyun), der sie als Date mit auf die Hochzeit seines Großvaters nimmt. Dieser ist CEO einer einflussreichen Firma und versucht verzweifelt nach dem Tod seiner drei Söhne seine Enkel zu einer Familie zu machen. Doch diese wehren sich dagegen, da sie in sehr unterschiedlichen Welten leben. Daher bringt CEO Kang Ha-won dazu, im Haus der drei Enkel zu leben und diese dazu zu bringen, Zeit miteinander zu verbringen. Dabei gibt es eine wichtige Bedingung: Sie darf sich in keinen seiner Enkel verlieben.

Meine Meinung: Als mir meine beste Freundin dieses Drama vorschlug war ich skeptisch. Das Cinderella Thema war mir zu ausgelutscht, gleich drei hübsche Erben, die die Protagonistin umschwärmen, war mir zu platt und auch ansonsten reizte es mich nicht wirklich. Nach der ersten Folge, die wirklich absoluter cringe war, hätte ich wohl von alleine nicht weitergeguckt. Doch ich vertraute meiner beste Freundin und bekam eine Geschichte, die sich nach wenigen Folgen zu einer wirklich süßen und vor allem sehr witzigen Romanze entwickelte. Mehr als einmal ertappte ich mich dabei den Fernseher abzumaulen, weil die Charaktere wieder nicht so reagiert haben, wie ich es gerne hätte, aber das gehört dazu. Aus dem Cinderella-Thema wurde schnell ein „Aufwachsen in zwei verschiedenen Welten“, was hier gut umgesetzt war. Ich hatte viel Spaß beim Sehen und habe viel gelacht. Die ein oder andere Wendung war dann vielleicht doch etwas viel, aber da K-Dramen oft auf ihre 16 Folgen kommen, habe ich das schon häufiger beobachtet und irgendwie macht es auch das Genre aus. Es gab auf jeden Fall viel Herzschmerz, aber trotzdem in einer guten Dosis. Ein lockeres Drama, das sich gut wegbingen lässt.

Descendants of the sun

Die Handlung: Captain Yoo Si-Jin (Song Joong-Ki) und Master Sergeant Seo Dae-Yeong (Jin Goo) gehören bei der koreanischen Armee zu einer speziell ausgebildeten Sondereinheit für besonders schwierige Einsätze. Alles ist gut, bis Si-Jin durch einen Zufall auf die Ärztin Dr. Kang Mo-Yeon (Song Hye-Kyo) trifft und sich verliebt. Doch durch seinen Job scheitert eine Beziehung. Ein paar Monate später treffen sie sich unfreiwillig in Uruk wieder, wo die koreanische Armee zur Stabilisierung beitragen soll. Und das Kribbeln zwischen ihnen beiden kehrt zurück.

Meine Meinung: Kriegsdramen sind ja grundsätzlich etwas schwieriger, aber ich beschloss mich davon nicht abschrecken zu lassen und gab dem mehrfach empfohlenen Drama eine Chance. Und zunächst kam ich auch gut rein. Ich war gespannt, wie sie es aufbauen wollten und tatsächlich brauchte die Geschichte ein wenig, um in Gang zu kommen. Doch sobald alle in Uruk versammelt sind, überschlagen sich die Ereignisse. Und genau das ist das Problem, dass ich mit der Serie hatte. Denn Drama wurde hier sehr ernst genommen. So reichte es nicht in ein instabiles Land zu reisen und dort eine Hintergrundgeschichte mit illegalem Waffenhandel zu starten, es gab innerhalb weniger Folgen noch ein großes Erdbeben, Epidemie, Menschenhandel, die Charaktere strandeten im Minenfeld, unsere Protagonistin stürzte nicht nur einmal mit dem Auto von einer Klippe und noch so vieles mehr. Es war einfach zu viel. Es war irgendwann nicht mehr dramatisch, dass etwas passierte, sondern es gab nur noch ein genervtes Augenrollen, wenn dem ganzen noch eine Schippe draufgesetzt werden musste. Dabei bietet das Drama unter der Prämisse der Soldatengeschichte eine süße Romanze und auch die Nebencharaktere bekommen gut Platz eingeräumt. Das Finale musste dann dem ganzen noch einmal eine Schippe drauf setzen und war dann der Teil, wo ich komplett ausstieg.

Tomorrow

Die Handlung: Choi Jun-woong (Kim Rowoon)hat einen Unfall, während er versucht einen Suizid zu verhindern, und fällt ins Koma. Dabei wurde er von zwei Sensenmenschen beobachtet. Er bekommt ein verlockendes Angebot. Er muss sechs Monate ebenfalls als Sensenmann arbeiten und darf dann in sein Leben zurückkehren. Dabei kommt er in die Abteilung zur Verhinderung von Suiziden. Und dabei kommt das kleine Team immer wieder an ihre Grenzen.

Meine Meinung: Absolute Triggerwarnung hier gleich vorweg. In jeder Folge wird sich mit dem Thema Suizid, Beweggründe, Versuche, etc. auseinander gesetzt. Dazu zählen auch vorbereitende Themen, wie Mobbing, Totgeburt, etc. Die Serie ist also definitiv nichts für schwache Nerven. Was sie aber ohne Zweifel hinbekommt ist ein respektvoller Umgang mit dem Thema und erzählt die Geschichten, ohne zu verurteilen. Und sie versucht Auswege zu finden, ohne die Probleme der Betroffenen klein zu reden. Die einzelnen Episoden sind ein wenig nach dem Fall der Woche aufgebaut, haben aber eine übergeordenete Handlung im Hintergrund, die gerade gegen Ende an Bedeutung zu nimmt. Dadurch fiel es aber auch wesentlich leichter nach den einzelnen Episoden eine Pause zu machen und die brauchte ich danach auch. Denn so gut die Serie gemacht ist, mit tollen Charakteren, an passenden Stellen wird durch ein paar Witze die Stimmung aufgelockert, so schwer ist doch die Thematik. Dabei ist es wichtig, dass wir uns dem Thema nähern und dieses so gut aufgearbeitet bekommen.

Pinocchio

Die Handlung: Choi Dal-po (Lee Jong-Suk) hat eine große Abneigung gegen Journalisten seit eine seine Familie zerstörte. Seine Adoptivschwester Choi In-ha (Park Shin-Hye) hingegen versucht trotz ihres Pinocchio-Syndroms, durch das sie nicht lügen kann, Journalistin zu werden. Da er sie nicht davon abhalten kann, versucht er ihr zu helfen und wird dadurch in dem Job angenommen, den er nie wollte. 

Meine Meinung: Ein absolutes Highlight K-Drama! Die erste Folge ist zwar etwas wirr, weil wir mehrfach Zeitsprünge machen, aber damit werden dann auch die Weichen gestellt und die wichtigsten Informationen für den Kontext gedroppt. Danach wird die Geschichte wesentlich geordneter erzählt und nur mit erklärenden Rückblenden ergänzt. Obwohl das Drama ungewöhnliche 20 Folgen hat, so hat doch jede ihre Daseins Berechtigung. Die Handlung bietet genug Ansatzpunkte, um von vorne bis hinten spannend zu bleiben. Teilweise fiel es mir sehr schwer auszuschalten und es wurde fortlaufend immer schwieriger verantwortungsvoll zu sein und schlafen zu gehen, statt weiterzubingen. Die Charaktere sind unglaublich toll aufgearbeitet und bekommen alle ihre verschiedenen Facetten und auch wenn es zwischendurch doch ganz schön viele Figuren und Namen waren, wird die Übersicht gewahrt. Mit Journalismus-Ethik und dem Pinocchio-Syndrom werden gleich zwei schwierige Themen behandelt, doch die Serie schafft es die Balance zu finden und beide Themen gut aufzuarbeiten. Dabei kommen verschiedene Positionen zu Wort und Meinungen können sich dabei auch ändern. Auch für die Herzschmerz-Front wurde gut gesorgt, aber in einem guten Maß zu den anderen Themen. Lee Jong-Suk kannte ich bereits aus W und Romance is a bonus book, hier gefiel er mir in seiner Rolle noch einmal besser, da er den Zwiespalt seiner Rolle sehr überzeugend rübergebracht hat. Auf jeden Fall eine große Sehempfehlung!

Habt ihr ein Drama davon gesehen? Wie hat es euch gefallen? Und was sind eure Dramen-Empfehlungen?

Emerald Witches

Ein Vorwort

Im Zusammenhang mit der zunehmenden Popularität von K-Pop und K-Dramen auch im deutschsprachigen Raum, haben auch die Geschichten aus Fernost zugenommen. Bisher habe ich überwiegend Romance/New Adult aus dem Bereich gelesen. Umso mehr habe ich mich gefreut, als die Reihe um die Hexenzirkel in Seoul von Laura Labas angekündigt wurde. Nachdem ich Band 1 absolut verschlungen habe, ist nun endlich auch der zweite Band erschienen. Warum ihr die Reihe unbedingt auf dem Schirm haben solltet, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Ahnenmond

Die Handlung: Kang Hana ist die Erbin des Smaragdzirkels, einer der sieben Hexenzirkel von Seoul. Beim Ahnenmond soll sie sich gegen ihre Konkurrentinnen durchsetzen, um den Vorsitz wieder vom Opalzirkel zu ihrem zu lenken. Doch die Opalhexen betrügen und kurz darauf muss sich Hana mit dem Dämon Bobby einlassen, um ihr Leben zu retten.

Meine Meinung: Der Einstieg hat gut funktioniert, da uns mit Kang Hana als Protagonistin zunächst die wichtigsten Informationen über das Zirkelsystem vermittelt werden. Die Spannung baut sich nach und nach auf, ehe es sehr zeitnah beim Ahnenmond-Ritual zum ersten großen Ereignis kommt. Mit der anschließenden Flucht wird ordentlich Tempo aufgebaut. So fliegt man durch die ersten Seiten nur so durch und es fällt schwer das Buch zur Seite zu lesen. Danach gibt es aber Zeit zum durchatmen. Hier nimmt sich Laura Labas die Zeit, um ihre Charaktere auszubauen und die Welt weiterzuentwickeln. Alte Muster werden hinterfragt und es gibt einige gute Denkanstöße. Hier zeigt sich, wie gut für das Buch recherchiert wurde, denn Mythen und Legenden verweben sich zu einer spannenden und gleichzeitig faszinierenden Geschichte. Der Showdown hat es dann auch noch einmal ordentlich in sich. Hier durfte man mich keinesfalls stören, weil ich unbedingt wissen musste, wie es weitergeht. Der folgende Cliffhanger war dann eindeutig Folter, war es bis zum Release von Band 2 noch deutlich zu lang dafür. Hier half nur ein Schwelgen und der verzweifelte Versuch noch ein wenig in der Welt zu verbleiben. Und die verzweifelte Suche nach einem Adoptionsvertrag für Bacon.

Seidenblume

Die Handlung: Diese Inhaltsangabe enthält Spoiler zu Band 1. Nach ihrer verzweifelten Flucht wird Kang Hana doch vom freigelassenen Dämonenfürst Woong eingefangen. Ihr Bewacher ist niemand anderes als der totgeglaubte Bobby, der sein Gedächtnis verloren zu haben scheint. Gefangen zwischen ihren Gefühlen für Bobby und der Angst vor Woongs Macht, versucht sie einen Ausweg zu finden und muss dafür bis zu ihren Wurzeln zurück finden.

Meine Meinung: Was hatte ich nach dem Cliffhanger in Band 1 auf dieses Buch hingefiebert. Daher hatte ich zu Beginn auch mit meinen typischen Problemen zu kämpfen, wenn die Vorfreude zu groß ist. Ich bin einfach nicht wieder in die Geschichte reingekommen. Hatte mir der Schrittweise Spannungsaufbau in Band 1 noch super gefallen, zog es sich hier zunächst ein wenig, auch wenn kleinere Spannungsausschläge dabei waren. Dabei würde ich das gar nicht zu sehr auf Schreibstil und Handlung schieben, sondern eher auf mein eigenes ungeduldiges Wesen, dass nach der Auflösung lechzte und der der Weg nicht schnell genug gehen kann. Denn mit Woong wurde ein faszinierender Antagonist geschaffen, der mächtig, aber auch vielschichtig ist. Grundsätzliche gesellschaftliche Probleme werden adaptiert und auf das Zirkelsystem gelegt, so dass sich die Spannung gerade gegen Ende wieder ins unermessliche steigert. Der Sog der Geschichte aus Band 1 war zurück und der Schauplatz Seoul wurde einmal mehr gekonnt eingesetzt. Das Ende ist absolut rund und löst alle losen Handlungsfäden zu einem gelungenen Finale auf. So war der Abschied zwar viel zu schnell, zumal die Welt Platz für mehr Geschichten bieten würde, aber dennoch war das Schließen des Buches sehr befriedigend.

Das Fazit

Emerald Witches ist eine gelungene Dilogie, die gekonnt eine spannende Handlung, gut ausgearbeitete Protagonist*innen und Gesellschaftskritik in eine faszinierende Fantasywelt mit Mythen und Legenden aus Südkorea verbindet. Kleinere Längen zu Beginn des zweiten Bandes schmälern das Lesevergnügen keineswegs. Der einzige Haken an den Büchern ist, dass sie das Fernweh nach Korea und besonders Seoul noch mehr anfeuern.

Eine Handvoll Serien – 04/22 – K-Drama Special

Willkommen zur vierten serientastischen Handvoll in diesem Jahr! Heute mit: einer fangirlenden Kuratorin, einer Band im Krankenhaus, der Suche nach der Liebe, einem dem Tod nahem Hotel und  einem musikalischem Zauberer.

Her private life

Die Handlung: Seong Duk-Mi (Park Min-Young) arbeitet in einer renommierten Kunstgalerie und muss dort mit ihrem neuen Chef Ryan Gold (Kim Jae-Wook) zurecht kommen. Gleichzeitig ist sie großer Fan einer K-Pop Band und vorallem vom Sänger Cha Si-An (Jung Je-Won), doch diese Leidenschaft muss sie im Geheimen ausleben. Nach einem Vorfall mit einer Jacke, muss sie eine Beziehung mit ihrem Chef faken, um die Fans Si-Ans zu beruhigen. Doch dann schleichen sich noch andere  Gefühle ein. 

Meine Meinung: Dass einige K-Pop Bands es inzwischen international zur Bekanntheit geschafft haben und sich auch hierzulande riesige Fangruppen gebildet haben, ist eine Entwicklung, die deutlich zu beobachten ist. Doch wie ist es mit den Fans aus dem eigenen Land? Dafür bietet Her private life einen wunderbaren Einblick. Was es mit Verkäufen auf sich hat und wieso sich manche mehr als einmal ein Album kaufen, war mir vorher gar nicht bewusst. Doch auch neben dem Thema Fangirling bietet die Serie allerhand Stoff. Wir haben das Thema Kunst und die Arbeit in der Kunstgalerie. Wir haben eine enemys to lovers Geschichte voller toller romantischer Momente und wir haben eine ganz tolle Freundschaft, die erzählt wird. Die Serie habe ich zusammen mit meiner besten Freundin angeguckt und mehr als einmal, haben wir uns versichert „Ja, das würde ich auch für dich tun!“ Die Serie schleicht sich schnell ins Herz rein und macht sich dort breit. Man fiebert mit der Protagonistin richtig mit und in der nächsten Szene liegt man wieder auf dem Boden vor Lachen, weil die Serie es einfach immer wieder schafft aus kleinen Momenten richtige Pointen zu formen. Lediglich das Ende gerät etwas holprig, da die Handlung partout auf 16 Folgen gestreckt werden musst und dadurch nochmal Wendungen eingebaut wurden, die überhaupt nicht mehr nötig waren. Aber das ist tatsächlich Jammern auf sehr hohem Niveau. 

Hospital Playlist

Die Handlung: Die Ärzt*innen Lee Ik-Joon (Jo Jung-Suk), Ahn Jeong-Won (Yoo Yeon-Seok), Kim Joon-Wan (Jung Kyung-Ho), Yang Seok-Hyung (Kim Sae-Myung) und Chae Song-Hwa (Jeon Mi-Do) sind beste Freund*innen und arbeiten zusammen im Krankenhaus, in verschiedenen Abteilungen. Neben ihren persönlichen Geschichten und ihrer Arbeit im Krankenhaus, gründen sie eine Band und versuchen Zeit für die Proben zu finden.

Meine Meinung: Bei Krankenhausserien bin ich bis auf wenige Ausnahmen raus. Scrubs kann ich mir immer wieder angucken und Dr. House habe ich bis zur sechsten Staffel (oder so) verfolgt. Aber gerade, wenn Krankenhaus auf Liebesdrama stieß, wie zum Beispiel Greys Anatomie, war ich raus. Dennoch hat mit Netflix sehr energisch Hospital Playlist immer wieder vorgeschlagen, bis ich nachgab und einen Blick wagte. Und dann war ich im Sog der Serie gefangen (wie es mir bei K-Dramen eigentlich ständig passiert). Die fünf Protagonist*innen sind alle herrlich anders und doch ist ihre Freundschaft der rote Faden der Serie. Etwas überfordert war ich zunächst mit den ganzen Nebencharakteren, wo jetzt welche Assistenzärzt*innen hingehörten und wo welches Pflegepersonal. Die Serie besticht zum einen durch mitreißende Fälle, die dennoch nicht unrealistisch sind. Es sind also nicht wie bei Dr. House immer die Krankheiten, auf die natürlich niemand anderes gekommen wäre, und dennoch spannende Diagnosen. Natürlich dürfen auch die ein oder andere Liebesromanze nicht fehlen, unerwiderte Gefühle und das übliche Drama. Dabei wird das ganze aber sehr liebevoll verpackt und steht im guten Verhältnis zum medizinischen Teil. 

Lovestruck in the City

Die Handlung: Als sich der Architekt Park Jae-Won (Ji Chang-Wook) von seiner Arbeit eine Auszeit gönnt und einen längeren Surferurlaub macht, trifft er auf Lee Eun-O (Kim Ji-Won), die dort vor ihrem Leben geflohen ist. Als beide wieder in ihr Leben zurückkehren, bricht sie den Kontakt plötzlich ab. Jae-Won versucht daraufhin verzweifelt sie wiederzufinden.

Meine Meinung: Mit vergleichbar kurzen Folgen lockte dieses K-Drama, ist bisher aber auch das Schwächste, was ich gesehen habe. Die Handlung baut sich noch langsamer auf als in anderen Dramen und einige Folgen lang, wusste ich nicht, worauf es hinauslief. Zudem waren mir beide Protagonist*innen sehr unsympathisch, so dass ich wenig Interesse an ihrer Suche hatte. Im Laufe der Serie wird dies ein wenig besser, aber gerade durch die nebenbei geführten Interviews, wodurch die Serie ins Mockumentary-Genre fallen dürfte, dreht sich die Handlung immer und immer wieder im Kreis. Erst ganz gegen Ende, wenn das Geheimnis der Protagonistin gelüftet wird, klärt sich einiges auf und ich bin mit der Serie etwas versöhnlicher geworden. Doch davor habe ich mich durch viele Folgen nur durchgequält. Hier ist mir wieder einmal zum Verhängnis geworden, dass ich ganz selten Serien abbreche. Leider haben es die Nebencharaktere auch nur bedingt aufgelockert, auch wenn hier mitunter die schönere Geschichte zu finden war. 

Hotel del Luna

Die Handlung: Go Chan-Seong (Yeo Jin-Gu) kehrt nach seinem Auslandsstudium der Hotellerie zurück nach Korea, da er denkt mit seinem Geburtstag einem von seinem Vater verschuldeten Fluch entkommen zu sein. Doch die mysteriöse Jang Man-Wol (Lee Ji-eun) spürt ihn auf und zwingt ihn im Hotel del Luna, einem Hotel für die Toten, zu arbeiten.

Meine Meinung: Nach Mystic Pop-up Bar wusste ich, dass ich nochmal ein K-Drama in die mystische Richtung sehen wollte. Hotel del Luna kam mir da gerade Recht. Hier fiel mir der Einstieg in die Serie auch etwas einfacherer als bei Mystic Pop-up Bar, auch wenn da letztlich die Charaktere etwas sympathischer waren. Dennoch konnte ich auch hier mich schnell in die Charaktere einfinden und mitfiebern. In den einzelnen Folgen hat man nicht nur einzelne Nebenhandlungen, ein wenig den „Todesfall der Woche“, sondern erfährt auch immer wieder Stücke aus dem früheren Leben der Hotelleiterin, die sich in die Haupthandlung einfügen. Auch wenn nach und nach der Fokus immer weiter auf die Haupthandlung rutscht und hier die potenzielle Liebesgeschichte mehr Platz einnimmt, so gibt es dennoch genügend Platz für weitere Nebenhandlungen. Gerade die Nebencharaktere bilden hier einen großen Mehrwert, sorgen sie doch für viel Witz, aber bieten auch tolle Nebenhandlungen, mit denen man ebenso mitfiebert, wie mit der Haupthandlung. So bietet Hotel del Luna Mystik, Horror, Drama, Romantik und Komödie in einem, wodurch so einige auf ihre Kosten kommen dürften. Auch hier eine große Empfehlung. 

Annarasumanara

Die Handlung: Yoon Ah-Yi (Lisa Yamada) wurde von allen im Stich gelassen und lebt allein mit ihrer Schwester zusammen. Neben der Schule versucht sie Geld für Miete und Essen zusammen zu kratzen, was ihr in der Schule einen Außenseiterstatus einbrachte. Dann trifft sie auf einem verlassenen Jahrmarkt einen mysteriösen Zauberer (Ji Chang-Wook), der ihr eine neue Welt zeigt.

Meine Meinung: Wohl das K-Drama, das mich mit den gemischtesten Gefühlen zurückgelassen hat. Denn wir haben zum einen schillernde Szenen voller Magie und ein schönes Musical, wir haben aber auch untypisch viel Leid und schwere Schicksale. Für Ah-Yi scheint nur zu gelten, wie man ihr das Leben noch schwerer machen kann. Nicht nur haben die Eltern sie und ihre Schwester zurückgelassen, auch erdrückt die Geldnot sie fast. Die Situation in der Schule mit dem Mobbing macht es nicht gerade besser. Da dies bei mir tendenziell ein Trigger ist, fiel es mir immer schwerer die Serie weiter zu schauen, doch sie ist gleichzeitig so spannend gestaltet, dass ich doch irgendwie dran geblieben bin. Den Namen Musical-Serie macht sie gerade am Anfang alle Ehre, mit tollen Liedern und tollen Inszenierungen. Leider nimmt dies über den Verlauf der Serie immer mehr ab  und die Lieder wurden auch einseitiger. Bei gerade einmal sechs Folgen keine gute Entwicklung. Letztlich ist es aber das Ende, was irgendwie rund ist und doch so viele Fragen offen lässt, dass ich nicht genau weiß, was ich final von der Serie halten soll.

S(e)oul Duett

Ein Vorwort

Ich greif ja gern mal zu einem guten New Adult Buch. Als ich hörte, dass dieses auch noch in Korea spielt und keinen K-Pop Bezug hat, wusste ich, ich musste es haben. Warum ich die Reihe bedingungslos weiterempfehlen kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Blue S(e)oul Nights

Die Handlung: Nach dem Tod ihres Vater sucht Jade nach einem Neuanfang. Sie bekommt ein Jobangebot als Englischlehrerin in Korea und lässt ihr altes Leben hinter sich. In Seoul findet sie nicht nur neue Freunde, sondern lernt auch Hyun-Joon kennen. Und auch, wenn beide nur wenig Zeit haben, kommen sie sich langsam näher.

Meine Meinung: Sehnsuchtsziel Korea aus der Perspektive der Protagonistin Jade kennenzulernen, die sich dort langsam aber sicher einlebt, war eine schöne Abwechslung zum Setting in den USA und auch war es mal keine Universität, sondern verschiedene Stellen. Die Liebe zur Kunst und zur Fotografie werden hier vereint und zusammen mit den wunderbaren Protagonist*innen Jade und Hyun-Joon erleben wir eine zauberhafte Geschichte. Allerdings auch eine Geschichte mit ernsten Themen, die Triggerwarnung ist ernstzunehmen. Denn Autorin Kara Atkin schafft es die Balance zwischen ernsten Themen und leichter Liebesgeschichte zu schaffen und holt einen von der ersten Seite an ab. Die Geschichte baut sich relativ langsam auf, so dass wir viel Zeit haben die beiden kennenzulernen. Auch wenn es im Bereich New Adult angesiedelt ist, wirken die Protagonist*innen wesentlich reifer, da sie einige schmerzliche Erfahrungen schon machen mussten, die sie prägten. Der leichte Schreibstil lässt einen nur so durch die Seiten fliegen. Das Ende ließ mich dann doch sehr unzufrieden zurück, weswegen ich den zweiten Band kaum erwarten konnte.

Achtung, die Inhaltsangabe von Band 2 spoilert das Ende von Band 1!

Golden S(e)oul Days

Die Handlung: Nach drei Jahren in Singapur reist Jade zurück nach Korea. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen trifft sie wieder auf Hyun-Joon und ihre Gefühle kehren heftiger zurück als zuvor. Doch nach seiner Zeit beim Militär hat er sich geändert. Gibt es für beide eine gemeinsame Zukunft?

Meine Meinung: Das Ende von Band 1 hat mich ziemlich unbefriedigt zurückgelassen, wusste man doch nicht, wie die finale Entscheidung der beiden ausfiel. In Band 2 werden wir dann direkt in die Zeit drei Jahre später katapultiert und erfahren nach und nach, was zwischen den Bänden passiert ist. Der zweite Band ist wesentlich schwerer, da auch hier die ernsten Themen (auch hier unbedingt auf die Triggerwarnung achten!) nochmal deutlich zunehmen. Und auch, wenn die Lockerheit der Liebesgeschichte aus dem ersten Band fehlt, habe ich jede Seite aufgezogen, habe mitgefiebert und war mir doch uneinig, was ich von den Veränderungen gerade bei Hyun-Joon halten sollte. Doch nach und nach klärt sich alles auf und sein Verhalten wird immer nachvollziehbarer. Auch hier trägt der leichte Schreibstil durch die Geschichte und die Hoffnung auf ein Happy-End hält einen am Ball. Die Geschichte findet einen runden Abschluss, doch auch danach bleibt die Sehnsucht nach dem Land und eine kleine Traurigkeit, da ich mich von den Charakteren verabschieden musste.

Das Fazit

Das S(e)oul Duett überzeugt durch einen leichten Schreibstil, das Sehnsuchtsziel Korea und tolle Charaktere. Eine schöne Liebesgeschichte vor allem in Band eins geht in eine Auseinandersetzung mit wichtigen Themen in Band 2 über. Eine schöne New Adult Reihe, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

When we Dream – Fall – Hope

Ein Vorwort

Als ich den ersten Band auf meine 21 für 2021 Liste packte, ahnte ich nicht, dass ich etwas über ein Jahr später durch diverse K-Dramen wesentlich intensiver in der koreanischen Kultur und auch das Phänomen K-Pop wesentlich besser verstehen konnte. So konnte ich die beiden Folgebände in diesem Jahr noch wesentlich mehr genießen. Wie mir die Reihe darüber hinaus gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

When we Dream

Die Handlung: Ella lebt seit dem Tod ihrer Eltern mit ihren beiden Schwestern zusammen in Chicago. Sie liest viel und zieht sich aus der Außenwelt zurück. Dann lernt sie Jae-Yong kennen. Beide haben sofort einen Draht zueinander. Doch Jae-Yong ist ein weltweit berühmer K-Pop-Star. Und sein Vertrag verbietet ihm eine Freundin zu haben.

Meine Meinung: Den ersten Band habe ich Ende letzten Jahres gelesen und hatte ihn mir nur wegen der ganzen positiven Rezensionen zugelegt. Mit K-Pop konnte ich wenig anfangen, aber das ist bei dem Werk  auch gar nicht schlimm, denn im Prinzip könnte es auch ein Rockmusiker oder ähnliches sein, es geht primär um die verschiedenen Welten, Paparazzi und die Vorteile und Bürden des berühmten Lebens. Aber dennoch eben anders und neu und mit einer schönen Portion koreanischer Kultur (auch wenn die in den Folgebänden noch stärker wird). Der Schreibstil ist sehr leicht und flüssig zu lesen und so bin ich schnell in dem Buch versunken und konnte es fast nicht mehr aus den Händen legen. Da es diesmal in allen drei Bänden um das gleiche Paar geht, war mir klar, dass es mir etwas dramatischem enden musste, aber hier hat es mich nicht gestört. Normalerweise mag es nicht, wenn Liebesgeschichten sich zu lange ziehen und zu viele Wendepunkte haben, aber hier war es gut ausgearbeitet und das Kennenlernen ist langsam von statten gegangen und auch die Gefühle haben sich langsam aufgebaut, was mir gut gefallen hat. Die Charaktere waren sehr sympathisch, auch wenn man bei der ein oder anderen Sache ein Auge zudrücken musste (Ihre kleine Schwester ist ein riesen NXT Fan und Ella kennt nicht einen der Mitglieder?).
Da die Folgebände auf diesem aufbauen sind kleine Spoiler gerade in der Inhaltsangabe nicht zu vermeiden. Wer also gar nicht mehr wissen möchte, sollte hier aufhören zu lesen.

When we Fall

Die Handlung: Ella und Jae-Yong sind nach dem Skandal in New York getrennt. Doch beide kommen damit nicht gut klar. Zaghaft bauen sie ihren Kontakt wieder auf, doch die Probleme bleiben die gleichen. Schaffen sie es diese zu überwinden? 

Meine Meinung: When we fall ist zwar im großen und ganzen ein typischer Mittelband, der den Bogen zwischen Aufbau in Band eins und Finale in Band 3 schließen muss, aber trotzdem hat es sich nicht wie ein reiner Füllband angefühlt. Er hatte genug eigene Handlung, um eine Daseinsberechtigung zu haben und baut die Beziehung zwischen Ella und Jae-Yomg langsam und realistisch wieder auf. Den zweiten Band habe ich im Mai diesen Jahres gesehen, als ich bereits mitten im K-Drama Fieber war und daher auch vermehrt K-Pop gehört habe. War es für mich vorher in Band 1 nicht störend, war die Thematik jetzt ein großer Pluspunkt für mich. Man merkt, dass sich die Autorin mit der Branche befasst hat und neben den positiven Seiten, eben auch die Schattenseiten aufzeigt. Die Geschichte konnte mich noch immer mitreißen und so flog ich nur die Seiten.

When we Hope

Die Handlung: Ella und Jae-Yong sind sich in den letzten Wochen wieder näher gekommen. Doch noch immer trennen sie tausende von Kilometern und auch sein Management ist noch strikt gegen die Beziehung. Können sie alle Hindernisse überwinden und ihr gemeinsames Glück finden?

Meine Meinung: Auch im dritten Teil wurde es noch einmal spannend. Wir lernen endlich Jae-Yongs Leben in Korea kennen, es wird noch einmal dramatisch mit dem Management und einige andere Hindernisse gilt es zu überwinden. Als Abschluss der Reihe funktioniert der Band sehr gut und auch wenn die Geschichte schon zwei Bände dauert, sind keine Längen vorhanden, es gibt genug Handlung und die Geschichte ist einfach nur toll. Vor allem merkt man auch die Entwicklungen nicht nur in der Beziehung, sondern auch der Charaktere allgemein. Ich mochte die Schwesterndynamik, die Dynamiken innerhalb von NXT und konnte auch Band 3 nicht mehr aus der Hand legen. Ein schöner Abschluss einer unvergesslichen Reihe, die einen großen Platz in meinen Herzen bekommt.

Das Fazit

Ob K-Pop Fan oder nicht, die Geschichte ist einfach nur zuckersüß, tolle Charaktere, der Aufbau hat gut über drei Bände funktioniert und der Schreibstil war super flüssig. Ich habe die Bände nur inhaliert.

 

Eine Handvoll Serien – 3/22 – K-Drama Special

Willkommen zur dritten serientastischen Handvoll in diesem Jahr! Heute mit: einer Ärztin in einer Comicwelt, Liebesgeflüster in einem Verlag, einem funkelnden Stern, dem Lindern von Grollen und einer besonderen Freundschaft.

W – Two worlds apart

Die Handlung: Oh Yeon-joo ist Assistenzärztin und Tochter des berühmten Comicautors Oh Sung-moo. Als sie ihren Vater besucht landet sie aus Versehen in seinem Comic W und trifft auf den Protagonisten Kang Cheol. Während sie zunächst nur versucht in ihre Welt zurückzukehren, verstrickt sie sich immer mehr in Kang Cheols Suche nach dem Mörder seiner Familie. 

Meine Meinung: Nach Extraordinary You stand die Frage im Raum, ob es mein erstes und letztes K-Drama bleibt. Doch irgendwo war der Reiz da und nachdem mir W empfohlen wurde, da es ebenfalls (unter anderem) in einer Comicwelt spielt, war die Entscheidung gefallen. Am Anfang baut es sich etwas merkwürdig auf, ebenfalls wie bei Extraordinary You hat mir die erste Folge überhaupt nicht gefallen. Danach wurde es aber immer besser und die Spannung baute sich sehr stark auf, so dass Folge um Folge verschlungen wurde. Gleichzeitig war aber auch ein gewisser Humor immer mit dabei, so dass die einzelnen Folgen auch einfach Spaß machten zu sehen. Die Verschmelzung von realer und Comicwelt harmonierte gut und sorgte immer wieder für neue Ideen. Mehr als einmal verzweifelte ich durch die Wendungen und auswegslos erscheinenden Situationen. Doch es wurde immer auch eine realistische Lösung gefunden. Nach hinten raus ist die Serie vielleicht ein/zwei Folgen zu lang, so dass es hin und wieder eine Wendung zu viel gab, aber am Ende  kam ein stimmiges Drama heraus. Große Empfehlung auch als Einstieg in die K-Drama Welt.

Romance is a bonus book

Die Handlung: Cha Eun-ho und Kang Dan-i sind schon ewig befreundet. Doch traut sie sich nicht ihm vom Scheitern ihrer Ehe zu erzählen. Da sie jedoch droht auf der Straße zu landen, schleicht sie sich wieder in sein Leben. Als im Verlag, bei dem Eun-ho Cheflektor ist, eine Stelle frei wird, fälscht Dan-i ihren Lebenslauf. Doch im Verlag versuchen beide ihre Freundschaft zu verbergen – oder ist da mehr?

Meine Meinung: Durch W wurde mir Romance is a bonus book immer wieder von Netflix vorgeschlagen, da Lee Jong-suk auch hier den Protagonisten spielt. Da ich sein Spiel mochte und mir die Handlung zusagte, entschied ich mich hierfür als nächstes Drama. Hier fiel mir der Einstieg jedoch noch einmal etwas schwerer. Denn die Freundschaft zwischen Eun-ho und Dan-i wirkt ziemlich merkwürdig auf mich. Sie benehmen sich gleichzeitig wie die besten Freunde seit Jahren, aber hatten doch so viele Jahre keinen richtigen Kontakt, dass zumindest er kaum etwas noch von ihr weiß. Sobald man sich jedoch an diese Ausgangssituation gewöhnt hat, bekommt man ein liebevolles Drama mit vielen tollen Charakteren, einem tollen Verlagsleben und neben der Liebesgeschichte auch ein großes Geheimnis, was es zu entdecken gab. Hier bleibt am Ende der ganz große Knall bzw. die ganz große Wendung zwar aus, aber es gab trotzdem genug Drama für alle Folgen, um sie spannend zu halten. Vor allem ist die Liebe zu Büchern hier sehr präsent, was ich sehr mochte.

Do Do Sol Sol La La Sol

Die Handlung: Auf der Hochzeit von Gu Ra-Ra stirbt ihr Vater. Dadurch mittellos geworden, platzt die Hochzeit und ihr bisher behütetes Leben. Einer Intuition folgend wagt sie einen Neustart in einer anderen Stadt und trifft dort auf den ebenfalls mittellosen Sunwoo Joon. Zusammen versuchen sie über die Runden zu kommen und Ra-Ra gründet schließlich eine eigene Klavierschule La La Land.

Meine Meinung: Wer über den Namen dieses K-Drama stolpert, sollte es versuchen zu singen, denn es handelt sich dabei um die Noten zu Funkel, Funkel kleiner Stern von Mozart. Dieses Lied spielt eine große Rolle in diesem Drama, generell geht es viel um Musik. Mir gefiel gut, dass wir uns hier mal außerhalb Seouls befinden, denn die kleine Hafenstadt war sehr entzückend. An die einzelnen Charaktere musste ich mich erst gewöhnen, gerade Ra-Ra war sehr gewöhnungsbedürftig. Angefangen habe ich das Drama auch eher wegen Lee Jae-wook, der mir schon in Extraordinary You sehr gut gefallen hat. Doch je länger die Serie lief, desto mehr wurde ich Teil der Gemeinschaft und desto mehr konnte ich mit den Charakteren mitfühlen und sie teilweise sogar verstehen. So hat die Serie einen sehr starken Mittelteil. Leider zerstört sie sich in der letzten Folge komplett selbst. Ich mochte die Entwicklung gegen Ende schon nicht, aber die letzte Folge reißt einem den Boden unter den Füßen weg, um dann mit der billigsten Erklärung überhaupt zu kommen. Das hat leider sehr viel kaputt gemacht, weswegen dieses Drama aktuell für mich zu den schwächsten zählt, die ich gesehen habe.

Mystic Pop-up Bar

Die Handlung: Han Kang-Bae stolpert in eine unauffällige Pop-Up-Bar.  Als die Besitzerin Weol-Ju erkennt, dass Kang-Bae durch Berührung Menschen unfreiwillig dazu bringt, ihm alle ihre Sorgen anzuvertrauen, wittert sie die Chance ihren 500 Jahre dauernden Fluch zur Erfüllung zu bringen. Immer an ihrer Seite ist Guibanjang. 

Meine Meinung: Hier war es tatsächlich der Name, der mich dazu bewogen hat das Drama zu sehen. Etwas verwirrt war ich nach der Zusammenfassung als mich die erste Folge ins historische Korea zurückreisen ließ. Hierzu gibt es auch immer wieder Rückblenden, doch glücklicherweise wird viel in der Gegenwart erzählt, denn ich mochte die Schauspieler*innen aus diesem Teil nicht unbedingt. Dafür ist der Rest jedoch umso besser! Die Geschichte ist übernatürlich und das wird auch vollständig ausgenutzt. Es gibt so viele tolle Ideen, allein die Jenseits-Olympischen-Spiele um die Lottozahlen war für mich ein absolutes Highlight. Zwar ist die Geschichte an sich übergeordnet und erstreckt sich über die ganze Serie, dennoch sind die meisten Folgen in sich relativ abgeschlossen, da es meist um den einen Fall der Woche geht. Das mag ich an Serien ja besonders gern und es konnte mich auch hier sehr begeistern. Generell waren es aber einfach die Charaktere, die Aufmachung, die Geschichte, die Witze, die mich alle mitreißend konnten. Hier stimmte einfach fast alles, weswegen die Serie auf jeden Fall unter meinen Top 3 landet. Allerdings sollte man die Serie (wie die meisten Dramas) nicht hunrig gucken.

Thirty Nine

Die Handlung: Cha Mi-jo, Jeong Chan-young und Jang Joo-hee sind seit ihrer Kindheit beste Freundinnen. Zusammen haben sie die  Krankheit von Joo-hees Mutter überstanden und Mi-jo auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter beigestanden. Jetzt sind sie 39 und überlegen, ob sie alles im Leben erreicht haben. Doch eine Nachricht reist ihnen den Boden unter den Füßen weg.

Meine Meinung: Das war wohl das traurigste Drama, das ich bisher gesehen habe. Die Geschichte dreht sich um die Nachricht, die relativ zu Anfang bekannt gegeben wird (aus spoilergründen möchte ich sie nicht verraten)  und zieht sich durch die ganze Serie. Die lockere Freundschaftsgeschichte, die mir versprochen wurde, war hier nicht vorhanden. Was ich jedoch bekommen habe, sind drei tolle Freundinnen, die zwar sehr unterschiedlich sind, aber gerade deshalb so gut miteinander funktionierten. Im Laufe der Geschichte bekommt jede auch noch ihre Liebesgeschichte – unter anderem mit Lee Tae-Hwan und möglicherweise sind öfter mal Schauspieler*innen der Grund für die Auswahl meiner Dramas. Dadurch entspannt sich die Handlung etwas, doch die getrübte Stimmung bleibt bestehen. Hier fehlten mir am meisten die leichten Witze, die oftmals in Dramas mit eingebaut werden. Generell war die Handlung sehr ruhig erzählt, was mir nicht unbedingt zusagte. Es ist dennoch eine gute Serie, aber mir fehlte von der Stimmung her das gewisse Etwas. Vielleicht  hatte ich auch einfach nur etwas anderes erwartet.

Was sind eure liebsten K-Dramas? Gern her mit euren Empfehlungen! Ansonsten arbeite ich bereits ganz fleißig an Ausgabe 2 des Specials…