Eine Handvoll Serien – 6/21 – Reportagenspecial

Herzlich Willkommen zur sechsten Ausgabe der serientastischen Handvoll in diesem Jahr – einem Reportagenspecial. Heute mit dabei: Eine chaotische Köchin, einem fancy Motel, Aufräumen mal anders, traumhaften Häusern und Zickenkrieg in Australien.

Cooking with Paris – Staffel 1

Die Handlung: Paris Hilton hat ihren Ruf als IT-Girl und Partymaus hart erarbeitet. Doch nun will sie es ruhiger angehen lassen und sesshaft werden. Damit sie ihren Verlobten auch kulinarisch verwöhnen kann, versucht sie sich an einigen Rezepten. Dabei bekommt sie prominente Unterstützung.

Meine Meinung: Man kann von Paris Hilton halten, was man möchte, aber die Frau weiß sich zu vermarkten. Wie viel von der hilflosen Blondine in gewagten Designeroutfits gespielt ist und wie viel wirklich sie, vermag ich nicht zu sagen. Auf jeden Fall versteht sie etwas von gewagtem Auftritt. Auch die Kochshow selbst wirkt wie eine einzige Selbstinszenierung. Daneben wirkt Kim Kardeshian wie die Vorzeigehausfrau schlechthin. Wenn man die Serie aber mit einem gewissen Augenzwinkern betrachtet, funktioniert sie erstaunlich gut. Die Rezepte sind abwechslungsreich und aufwendig. Die grundsätzliche Überforderung beim Kochen für Anfänger*innen ist oftmals durchaus nachvollziehbar. Es ist eher das drum herum – ich meine wer kocht freiwillig im Abendkleid und mit Seidenhandschuhen? – das so herrlich abstrus wirkt. Sagen wir für die leichte Unterhaltung zwischendurch funktioniert die Serie erstaunlich gut. Man sollte nur keine Erwartungen an sie haben.

Motel Makeover – Staffel 1

Die Handlung: Die Freudinnen April und Sarah haben bereits ein Motel zusammen eröffnet. Nun wollen sie ein weiteres übernehmen. Dafür suchen sie sich ein heruntergewirtschaftetes und verpassen ihm ihren ganz eigenen Stil.

Meine Meinung: Eigentlich hatte ich nur durch Zufall auf die Serie geklickt, wollte nur kurz reinschauen. Dann war ich kurzzeitig abgeschreckt, weil es um ein Renovierungsprojekt über eine ganze Staffel geht. Ich befürchtete, dass es sich dadurch ziehen könnte. Doch schon nach einer Folge konnte ich nicht mehr wegschalten und habe die Staffel in drei Tagen durchgebinged. Dabei ist es vor allem die positive Art der beiden Freundinnen, die mich immer wieder mitgerissen hat. Ihre Vorliebe für gewisse Farben und einem guten Rosé sorgte fast dafür, dass ich meinen Weinvorrat aufgestockt hätte. Aber auch darüber hinaus ist es spannend, auch wenn die beiden sich eher durch überspielte Inkompetenz auszeichnen. Dennoch funktioniert es gut, da die beiden sich an den wichtigen Stellen Hilfe holen und genau wissen, wo ihre Stärken sind. Letztlich ziehen sich die Renovierungen tatsächlich aber eher Corona geschuldet. Mir hat die Serie gut gefallen und ich freu mich schon auf das nächste Projekt der beiden.

Glück und Freude mit Marie Kondo – Staffel 1

Die Handlung: Nach ihrem Aufräumerfolg ist Marie Kondo mit einer neuen Serie zurück. Auch diesmal geht es rund um das Thema Aufräumen. Sowohl am Arbeitsplatz als auch – und hier vorallem – im Leben der Teilnehmer*innen. Dabei will sie Glück und Freude verteilen.

Meine Meinung: Marie Kondo hat für eine weltweite Welle gesorgt. Entweder mochte man ihren Aufräumstil und hat ihre Tipps und Tricks auch gleich umgesetzt, sowie bei mir, oder man konnte damit wenig anfangen. Doch ihre Standardfrage „Does it spark joy?“ (Deutsch = Entfacht es Freude?) ist noch immer in aller Munde. Nun kam keine direkte zweite Staffel, sondern eine neue Kurzserie mit drei Folgen. Diesmal geht es primär um Arbeitsplätze, die es gilt aufzuräumen. Dabei geht Marie jedoch tiefer und packt Probleme an der Wurzel, die meistens im familiären liegen. So schafft sie es mit ihren Aufräumaktionen Glück und Freude ins Leben der Teilnehmer*innen zu bringen. Dabei sind es die Geschichten, die einen mitnehmen und mitfiebern lassen. Gespickt wird es auch hier mit einigen schönen Aufräumtipps, die man gut umsetzen kann. Denn am Arbeitsplatz ist vieles einfach nötig, entfacht aber nicht unbedingt Freude. Dabei ist Marie mit ihrer Art wieder ein wichtiger Bestandteil der Serie, drängt sich jedoch nicht in den Vordergrund, sondern lässt die Geschichten für sich sprechen.

Traumhaus Makeover – Staffel 1-2

Die Handlung: Shea McGee hat zusammen mit ihrem Mann eine Renovierungsfirma gegründet. Egal, ob das ganze Haus oder nur einzelne Zimmer, egal ob großes oder kleines Budget, die McGees kümmern sich um alle Wünsche. Mit ihrem unvergleichlichen Einrichtungsstil treffen sie dabei immer ins Schwarze. 

Meine Meinung: Nachdem mir Motel Makeover so gut gefiel, bin ich bei den Empfehlungen bei den Traumhäusern gelandet. Bereits nach einer Folge hatte mich auch diese Serie gefangen und ich habe in kürzester Zeit beide bereits erschienen Staffeln durchgebinged. Auch hier sind es vor allem die McGees, die durch ihre grundsympathische Art einen gefangen nehmen. Hinzu kommt auch, dass die Projekte teilweise wirklich spannend sind und man das Endergebnis sehen will. Hier wird im Gegensatz zum Motel in jeder Folge ein anderes Projekt vorgestellt. Dabei reicht die Palette von einzelnem Raum zu ganzem Haus. Alles ist möglich. Interessant fand ich auch, dass es diesmal auch alle möglichen Budgets gab. Also auch kleine Budgets berücksichtigt wurden. Demnach gab es dann eher kleinere Änderungen, aber sie wurden nicht von vornherein abgelehnt. In Staffel zwei ist dann auch Corona und die Auswirkungen wieder mit enthalten, da es sich mit den Dreharbeiten überschnitten hat. Auch hier ist es interessant, wie in der Branche und den USA damit umgegangen wurde.

Instant Hotel – Staffel 1-2

Die Handlung: In Australien wird es immer mehr zur Mode das eigene Heim auch als Hotel anzubieten, also daraus ein sogenanntes Instant Hotel zu machen. Verschiedene Besitzer*innen treten gegeneinander an, um herauszufinden, wer Australiens bestes Instant Hotel hat.

Meine Meinung: Nachdem mir die beiden Makeover Serien so gut gefielen, hat mir Netflix diese Serie vorgeschlagen.Durch einen Fehler auf der Streamingplattform begann ich mit Staffel 2. Hier lernen wir vier Paare kennen, die ihre Instant Hotels nach einander präsentieren. Die besten zwei kommen ins Finale. Neben den anderen Paaren gibt es eine Jury aus zwei professionellen Bewerter*innen. Das hat vergleichsweise gut geklappt, auch wenn ein paar ziemlich arrogant und zickig war, aber hey, das hat zumindest für Stimmung gesorgt. Wirklich schlimm wurde es erst, als ich mir danach noch die erste Staffel ansah. Denn hier gab es zwei Runde mit je fünf Paaren und nur einer professionellen Jurymeinung. War ich schon über die Zickereien in der ersten Runde erstaunt, versetzte die zweite der Serie den Todesstoß. Nur Intrigen, Lügen, Bevorteilung und Zickereien. Es war echt ein Armutszeugnis. Für so ein Niveau kann ich auch nachmittags ins Privatfernsehen schalten. Hätte ich mit der Staffel angefangen, hätte ich die zweite wohl nie gesehen. Wer auf niveauvolle Unterhaltung steht, sollte von dieser Serie die Finger lassen.

Habt ihr eine davon gesehen? Wie fandet ihr sie?

Aufräumen – mit Marie Kondo

Ein Vorwort

Netflix haut inzwischen eine Serie nach der nächsten raus, so dass man schon ganz schön aussortieren muss, welche Serie man wirklich sehen möchte. Welche Serie bereitet einem wirklich genug Freude, damit man sie ausführlich sieht. Und genau das ist meine – vielleicht etwas schlechte – Überleitung zu Netflix neustem Streich. Tiding up with Marie Kondo, wie die Serie im Original heißt, entfacht einen neuen Hype rund um das Thema Aufräumen. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr hier.

Die Handlung

Die Beraterin und Aufräumexpertin Marie Kondo besucht in regelmäßigen Abständen Familien, die im Chaos ertrinken und hilft ihnen mit ihrer Kon-Mari Methode Ordnung zu schaffen. Dabei gibt es verschiedene Anlässe, wie Aufräumen nach einem Trauerfall oder in Vorbereitung auf den Familiennachwuchs.

Meine Meinung

Nachdem die Serie auf einmal in aller Munde war, wurde ich doch neugierig. Was genau hatte es damit auf sich. Und eines schönen Sonntagmorgens schaute ich dann doch mal rein. Da jede Folge ihr eigenes „Thema“ hat, bzw. ihren eigenen Anlass, wählte ich gezielt eine interessant klingende Folge aus. Nach dieser einen Folge dachte ich mir, dass das Prinzip ja schon ganz interessant sei, aber ich keine ganze Staffel darüber gucken müsste. Doch kurz darauf stand mir die Laune nach einer weiteren Folge. Und schon kurz darauf hatte ich auf einmal die ganze Staffel gesehen und erwischte mich dabei, wie ich meinen Lebensgefährten dazubrachte unsere Kleiderschränke auszumisten.
Doch was verbirgt sich genau hinter dieser Serie? Das Prinzip ist ganz einfach. Marie Kondo kommt als Aufräumexpertin in einen Haushalt. Kurz wird die Vorgeschichte angerissen, bzw. die Familie vorgestellt. Dann begrüßt Marie das Haus und erklärt das weitere Vorgehen. Kurzum gibt es fünf Kategorien, die in einer bestimmten Reihenfolge aufgeräumt werden: Kleidung, Bücher, Unterlagen, Komono (Küche, Bad, Garage, Sonstiges), und zu guter Letzt die Dinge mit emotionalem Wert. Dabei soll jeder Gegenstand in die Hand genommen werden und kritisch hinterfragt werden. Die berühmte Frage „Does it sparks joy?“ oder im deutschen „entfacht es Freude?“ ist dabei zu stellen. Wenn die Frage mit Ja beantwortet werden kann, dann soll man es behalten, ansonsten loslassen, dabei sich am besten bei dem Gegenstand bedanken. Einzige Ausnahme sind die Unterlagen, da diese nur selten bei jemandem Freude entfachen. Hier soll sich eher die Frage gestellt werden, ob sie noch benötigt werden.
Gleichzeitig werden immer wieder praktische Tipps und Tricks gezeigt, beispielsweise, wie man Kleidung anständig zusammenlegt.
Die Serie ist in gewohnt hoher Qualität von Netflix produziert mit sympathischen Familien und einer Marie Kondo, die mit ihrer positiven Art bereits beim Zusehen „Freude entfacht“. Die Serie ist bestens geeignet, um sie auch nebenbei zu schauen oder in Vorbereitung auf eine große Aufräumaktion.

Das Fazit

Vielleicht keine Serie für Jederman aber doch sehr interessant und in gewohnt hoher Netflix-Qualität produziert.

PS: James Corden hat sie Serie bereits aufs Korn genommen in dieser sehr lustigen Variante: