Eine Handvoll Serien 1/22

Willkommen zur ersten serientastischen Handvoll in diesem Jahr! Heute mit: realfiktiven Verschwörungstheorien, einer abenteuerlichen Reise, einer Hexenakademie, Menschen auf dem Mond und Wunderarbeitenden auf Reisen.

Inside Job – Staffel 1

Die Handlung: Reagan Ridley arbeitet als Wissenschaftlerin bei Cognito Inc., eine Firma, die sich mit Verschwörungstheorien befasst bzw. für deren Geheimhaltung zuständig ist. Zusammen mit ihrem Team hat sie dabei alle Hände voll zu tun.

Meine Meinung: Auch wenn man eigentlich nichts mehr von Verschwörungstherien hören will, hat mich die Serie sofort angesprochen. Denn was hilft gegen die ganzen abstrusen Theorien? Genau eine Serie, die genau das aufs Korn nimmt. In Inside Job sind sie alle wahr. Hohlerde, Echsenmenschen, alles. Und dann gibt es die Firma, die versucht genau das zu vertuschen. Das ganze wird vermischt mit der „Rick&Morty-Geheimformel“ (also überzeichnete Charaktere mit sehr expliziter Sprache) und in Einzelabenteuer verpackt. Dabei sind die Charaktere wirklich sehr übertrieben mitunter dargestellt und auch sehr auf wenige Wesenszüge reduziert. Tatsächlich brauchte ich ein paar Folgen, um mich an das Team zu gewöhnen. Da war es wirklich eher die Handlung und die vielen Kleinigkeiten, die es zu entdecken galt, die mich bei der Stange hielten. Und eben Reagean, die Protagonistin der Serie, die zwar regelmäßig kurz vorm verzweifeln ist, aber dafür noch am nahbarsten wirkt. So ist die Serie immer wieder für einen Schmunzler zu haben, die großen Lacher schafft sie jedoch nicht. Doch für die Unterhaltung zwischendurch birgt sie auf jeden Fall Potential.

In 80 Tagen um die Welt – Miniserie

Die Handlung: Phileas Fogg (David Tennant) wettet mit seinem Freund Bellamy (Peter Sullivan), dass er es in 80 Tagen um die Welt schafft. Da Fogg es bisher nicht einmal aus London herausgeschafft hat, sieht der finanziell angeschlagene Bellamy seine Chance die Schulden bei der Bank zurückzuzahlen. Doch Fogg bricht wirklich zur Reise auf. An seiner Seite Jean Passepartout (Ibrahim Koma) und die Journalistin Abigail „Fix“ Fortescue (Leonie Benesch).

Meine Meinung: Die Geschichte von Jules Verne ist inzwischen so oft verfilmt worden, dass wohl jeder schon irgendeine Variante gesehen hat. So war ich zunächst skeptisch als es hieß, dass es das ganze noch einmal in Serienform geben sollte. Da allerdings David Tennant die Hauptrolle übernehmen sollte, wurde ich doch neugierig. Und dann verbrachte ich die Weihnachtsfeiertage in der ZDF Mediathek. Dabei schafft es die Serie die bekannte Geschichte noch einmal ein bisschen aufzupeppen, vor allem durch den weiblichen Input, da diesmal keine Prinzessin irgendwo gerettet wird, sondern eine Journalistin von Anfang an dabei ist. Dadurch werden auch die Charaktere etwas greifbarer, Passepartout bekommt eine nachvollziehbare Hintergrundgeschichte und alles wirkt einfach etwas runder und moderner, obwohl es noch immer zur gleichen Zeit spielt, wie der ursprüngliche Roman. Trotz der Länge von 8 Folgen á ca. 50 Minuten, zieht sich die Serien an keiner Stelle, im Gegenteil, obwohl die Geschichte bekannt ist und auch der Ausgang, bleibt es durchgehend spannend. So habe ich die Serie innerhalb weniger Tage weggebinged.

Motherland: Fort Salem – Staffel 1

Die Handlung: Die Hexen Raelle Collar (Taylor Hickson), Abigail Bellweather (Ashley Nicole Williams) und Tally Craven (Jessica Sutton) kommen neu an die Hexenakademie, wo sie militärisch ausgebildet werden, um die Welt zu beschützen. Denn die Plage, eine radikale Hexengruppierung, inszeniert immer wieder Anschläge auf die Bevölkerung. Dabei müssen sie einiges durchmachen.

Meine Meinung: Ich hatte die Serie bereits in meiner Watchlist, als sie mir immer wieder ans Herz gelegt wurde. Also beschloss ich sie zu befreien und endlich zu sehen. Der Einstieg fiel mir vergleichsweise schwer, da es zwar in den USA spielt, aber eben in einer Welt, in der es Hexen gibt und diese das Militär unterstützen. Man bekommt immer wieder Brocken aus dem Weltenbau zugeworfen, aber nicht genug, um das große Ganze zu fassen. Dann wird sich viel auf die Charaktere an der Akademie konzentriert, bis diese immer mal aus der vertrauten Umgebung gerissen werden, damit wieder ein paar Brocken Weltenbau betrieben wird. Dabei sind die Charaktere an sich greifbar und passen gut zusammen, doch dann haben sie sich immer wieder in den Haaren und man weiß nicht, wieso. So sind sie in einer Szene gute Freundinnen und halten zusammen, nur um sich eine Szene später wieder aus dem Weg zu gehen. Insgesamt ist die Handlung und damit auch der Charakterbau etwas chaotisch erzählt. Damit bin ich bis zum Schluss nicht richtig zurecht gekommen. Was die Serie aber hat, ist ein spannender Ansatz, wie Hexen in unsere Gesellschaft passen können und trotz der vielen Zickereien sind spannende und interessante Charaktere dabei, deren Geschichte einen bei der Stange hält. So war jede Folge eine Überwindung zu gucken und gleichzeitig wollte ich wissen, wie es weitergeht. Gerade nach dem Cliffhanger am Ende der ersten Staffel wird die zweite wohl doch irgendwann geschaut werden.

Space Force – Staffel 1

Die Handlung: Die neugegründete Space Force soll wieder Menschen auf den Mond bringen und dort wissenschaftliche Untersuchungen anordnen. Mark R. Naird (Steve Carell) bekommt die Führung zugeteilt. Zusammen mit dem wissenschaftlichen Leiter Dr. Adrian Mallory (John Malkovich) hat er alle Hände voll zu tun, zumal sich Militär und Wissenschaft gerne gegenseitig im Weg stehen.

Meine Meinung: Es begab sich vor einigen Wochen, als ich auf der Suche nach einer neuen Comedyserie war, dass Netflix mir sehr penetrant Space Force vorschlug. Ich las mir die Beschreibung durch und sah die erste Folge. So richtig überzeugt war ich nicht, aber das passiert mir oft nach einer Pilotfolge. Also schaute ich mir die nächste an. Ich kam weder an die Charaktere heran, noch an den Humor. Er funktionierte für mich einfach nicht. So waren in der ganzen Staffel lediglich vereinzelte Szenen oder zwischendurch mal eine Folge wirklich interessant. Vor allem das Mond-Trainingscamp hat mich sehr erheitert. Letztlich war mir die ganze Serie einfach zu sehr konstruiert. Man merkte, wo bewusst welche Gags eingebaut wurden, die aber bei mir nicht zündeten. Das Ganze Militär gegen Wissenschaft, aber arbeitet mal zusammen, hätte funktionieren können und hätte mich eigentlich auch abholen können. Hat es aber einfach nicht geschafft. Ob ich der zweiten Staffel noch einmal eine Chance gebe, kann ich noch nicht sagen.

Miracle Workers – Staffel 3

Die Handlung: Nach einigen sehr harten Jahren beschließt ein Dorf sich auf den Weg nach Oregon zu machen. Reverend Ezekiel Brown (Daniel Radcliffe) ist zwiegespalten, ob sie die Reise wirklich schaffen können, doch der Revolverheld Benny the Teen (Steve Buscemi) verspricht ihnen den Weg zu weisen – allerdings versucht er damit eher der Hand des Gesetzes zu entgehen. So ist es an Prudence Aberdeen (Geraldine Viswanathan) und dem Reverend halbwegs für Ordnung zu suchen. Denn der Weg ist lang und beschwerlich.

Meine Meinung: Die erste Staffel der Wunderarbeitenden fand ich super, ich habe mich sehr unterhalten gefühlt und lag mehr als einmal vor Lachen auf dem Boden. Die zweite kam für mich da nicht mehr ganz ran, auch wenn sie versucht haben durch die Anthologie noch einmal etwas neues herauszukitzeln. Dennoch habe ich mich sehr auf die dritte Staffel gefreut, die nach dem Himmel und dem Mittelalter, diesmal amerikanische Siedler auf dem Oregon Trail begleitete. Der Hauptcast war wieder versammelt und es war schon ein Fest sie alle in ihren neuen Rollen zu entdecken. Auch wenn das Setting mehr der zweiten denn der ersten Staffel ähnelt, so funktioniert sie wieder deutlich besser. Auch hier sind die Charaktere wieder herrlich überzeichnet und die Gags sitzen einfach. Alles wirkt ein bisschen überdreht und doch in einem Maß, dass es einfach nur mega witzig ist. Ich konnte einfach teilweise nicht anders, als laut über alles zu lachen. Die Serie macht gute Laune und bestimmt auch ein paar Bauchmuskeln vom vielen Lachen (bitte nehmt mir nicht diesen Glauben).

Habt ihr eine davon gesehen? Wie fandet ihr sie?

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Miracle Workers

Ein Vorwort

Manchmal passiert es, dass ich von einer Serie zuvor noch nie gehört habe, sie durch Zufall anklicke und auf einmal kann ich nicht mehr ohne sie. So passiert zuletzt bei Miracle Workers. Ich wollte eigentlich nur eine kleine Serie für zwischendurch, sie sollte möglichst ein bisschen witzig sein, aber sich doch irgendwie von anderen Serien unterscheiden. Beim durchscrollen bot mit Sky Miracle Workers an. Und schon nach dem Trailer wusste ich, ich würde diese Serie lieben. Es handelt sich übrigens um eine Anthologieserie und ich werde euch die beiden bereits erschienenen Staffeln vorstellen.

Miracle Workers – Staffel 1

Die Handlung

Der Himmel ist eine große Fabrik. Es gibt verschiedene Abteilungen, die alle für einen kleinen Teil der Abläufe auf der Erde zuständig sind. Es gibt eine Abteilung für Polöcher, eine für Schmutz, eine für Donner und so weiter und so fort. Eliza (Geraldine Viswanathan) hat bisher in der Schmutzabteilung gearbeitet, bittet nun aber nach einer Versetzung. Sie landet in der Abteilung für Wunder und trifft dort auf Craig (Daniel Radcliffe), der mit Müh und Not pro Tag eine Handvoll Wunderanfragen bearbeiten kann. Die meisten gelten jedoch als unerfüllbar und werden auf direktem Weg zu Gott geschickt. Eliza ist darüber so entrüstet, dass sie um eine Audienz bei Gott (Steve Buscemi) bittet. Gott ist jedoch ganz anders, als gedacht. Da er sowieso gerade eine neue Idee für die Erde hat – er will daraus ein großes Restaurant machen – beschließt er das Ende der Welt einzuleiten. Eliza schafft es gerade noch einen Deal auszuhandeln. Wenn es der Wunderabteilung innerhalb von zwei Wochen gelingt ein unerfüllbares Wunder zu vollbringen, bleibt die Erde so wie sie ist. Eliza und Craig geben alles und versuchen das unmögliche wahr zu machen. Doch dafür werden sie Hilfe brauchen.

Meine Meinung

Stellt euch vor, ihr sterbt und kommt in den Himmel. Und auf einmal seid ihr mitten in einem Vorstellungsgespräch, und werden kurz darauf einer Abteilung bei der Heaven Inc zugeteilt. Dort müsst ihr bis in alle Ewigkeit eurer Arbeit nachgehen. Willkommen bei Miracle Workers. Und ja, auch ich freute mich zunächst mit Eliza, als sie von der Schmutzabteilung in die Wunderabteilung versetzt wurde. Doch das ist so ziemlich die deprimierendste Abteilung und es gibt immerhin eine für Polöcher. Während Eliza lernt, was möglich ist und was nicht, löst sie auch evtl. eine verherrende Naturkatastrophe aus. Und genau, dass ist es, was die Serie so unfassbar witzig macht! Ein falscher Knopf und schon wird wieder der Nachrichtensprecher eingeblendet, der von neuen unfassbaren Dingen erzählt. Ich musste einfach die ganze Staffel über so richtig herzhaft lachen.
Natürlich kann die Serie nicht nur Fans haben. Gerade die Darstellung von Gott, dürfte vielen nicht gefallen. Denn hier ist er eher ein großes weinerliches Baby, dessen Spielzeug – die Erde – außer Kontrolle geraten ist. Aber Steve Buscemi gibt hier absolut alles, um seinen Gott dennoch irgendwie liebevoll zu machen.
Letztlich ist es das Zusammenspiel der Charaktere, die Idee der Heaven Inc, und vor allem einfach der absolut böse Humor, der aber so unglaublich gut passt, was diese Serie zu etwas unglaublich gutem macht. Man wartet eigentlich nur auf die nächste große Katastrophe und dann passiert trotzdem wieder etwas unvorhergesehenes.

Miracle Workers: Dark Ages – Staffel 2

Die Handlung

Alexandra „Al“ Shitshoveler (Geraldine Viswanathan) ist einfach zur falschen Zeit geboren. Ihr größter Traum ist es zur Uni zu gehen, zu studieren und als Frau ihren eigenen Weg zu gehen. Aber sie lebt im Mittelalter. Es wird von ihr verlangt, dass sie den Beruf ihres Vaters nachgeht, der – daher auch der Nachname – Scheißeschaufler ist. Gleichzeitig ist Prinz Chauncley der Ziemlich Coole (Daniel Radcliffe) mit seiner Rolle als Prinz und Sohn eines blutgierigen Königs ebenfalls sehr unglücklich.

Meine Meinung

Die Serie konnte nach der absolut genialen ersten Staffel nur verlieren. Zumal die Geschichte nach der ersten Staffel auch einfach fertig erzählt war. Also wurde einfach der Großteil der Besetzung genommen und in ein ganz neues Setting mit einer ganz frischen Idee gesteckt. Und es funktioniert. Man braucht vielleicht ein bis zwei Folgen, ehe man sich an das neue Setting gewöhnt hat, aber dann hat Miracle Workers wieder allerlei gute Ideen, witzige Charaktere und vor allem eine Menge schwarzen Humors. So spaßig war wohl noch keine Darstellung des Mittelalters.
Das fängt schon damit an, dass alle eigentlich die Berufe ihrer Vorfahren ausüben sollen und der Nachname praktisch aussagt, was man mal werden wird. Und wer mit dem Nachnamen ‚Shitshoveler‘ gezeichnet ist, hat dabei wohl nicht allzuviel zu lachen. Aber auch hier sind es vor allem wieder die kleinen Details, die die Serie so wunderbar machen. Das Spiel mit der Naivität der damaligen Zeit. Statt des Nachrichtensprechers gibt es diesmal den örtlichen Herold, der immer wieder in den passendsten Momenten irgendwo auftaucht und Nachrichten verkündet.
Doch auch, wenn sich die zweite Staffel wirklich Mühe gibt, sie kommt einfach nicht an die erste heran. Das ist aber auch völlig in Ordnung, denn die zweite bringt einen trotzdem zum lachen, hat tolle Charaktere und bitte ich brauche eine dritte Staffel!

Das Fazit

Falls es noch nicht klar wurde: Schaut diese Serie! Sie hat tolle Ideen, schwarzen Humor, wunderbare Charaktere, unvorhersehbare Wendungen, bringt einen dauerhaft zum lachen und ist einfach noch einmal etwas ganz anderes!