Netflix Original: Day Shift

Ein Vorwort

Netflix Filme haben ja das Problem, das sie zwar mit viel Budget, aber oftmals doch über schwach nicht hinauskommen, auch wenn sie gerade zur Oscarsaison dann doch wieder das Gegenteil beweisen. Warum Day Shift nur ein weiteres Beispiel für ersteren Fall ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Bud Jablonski (Jamie Foxx) nutzt seinen Job als Poolreiniger zur Tarnung für seinen eigentlichen Job: Vampirjäger. Da er für die Zähne auf dem Schwarzmarkt kaum noch Geld bekommt, das Schulgeld seiner Tochter jedoch fällig wird, schließt er sich wieder der Gewerkschaft an. Da er dort vorher aber rausgeflogen war, bekommt er Seth (Dave Franco) als Aufpasser. Doch nach seinem letzten Auftrag hat er sich mächtige Feinde gemacht.

Meine Meinung

Dass Netflix mit schwindenden Abozahlen zu kämpfen hat, ist wohl kein Geheimnis mehr. Also wird mit Großproduktionen versucht gegenzuhalten, wodurch Hollywoodstars angeworben werden. Dass diese in einfachsten Drehbüchern dann vollkommen verbraten werden und so die Zuschauenden immer enttäuschter sind, scheint Netflix gekonnt zu ignorieren. Während gerade Serienproduktionen, wie zuletzt Sandman, beweisen, dass Netflix Stärke im Serienbereich liegt, werden regelmäßig neue mittelmäßige bis schlechte Filme produziert.
Day Shift ist da leider nur ein weiteres Beispiel – und ja, ich habe ab und an noch die Hoffnung eines besseren belehrt zu werden. So startet der Film relativ vielversprechend. Wir haben die Vampirthematik, die sehr auserzählt wirkt, doch mit der Gewerkschaft wird hier ein ganz interessantes Setting aufgebaut. Leider wird es relativ schnell zunichte gemacht, da die Handlung absolut stoisch ist. Das übliche ungleiche Paar, muss zusammenarbeiten, werden am Ende Freunde, nebenbei muss noch rasch die Familie gerettet werden. Die Ex-Freundin, die eigentlich noch in den Protagonisten verliebt ist und die Tochter, die natürlich mit ihrem zarten Alter schon total tough ist und der Antagonistin Widerworte gibt. Alles schon gesehen.
Statt sich also auf den Vampiraspekt zu konzentriereren und da was eigenes draus zu machen, wird lieber der gleiche Pipi-Witz dreimal wiederholt, auch wenn er nicht einmal witzig ist. Aber unser Protagonist ist nun einmal der „harte Kerl“ und sein Zwangsbuddy das „überkorrekte Weichei“. Sobald sich Day Shift ein wenig von allen Klischees abwendet, schafft er es doch ein paar wenige überzeugende Momente einzubauen. Snoop Dog als Big J kann für einzelne witzige Elemente einbringen und auch der Endkampf bringt schließlich etwas Spannung rein, was vorher stark zu wünschen übrig lässt.
Schauspieler*innentechnisch wirbt der Film mit großen Namen wie Jamie Foxx, was durchaus noch funktioniert. Einen Oliver Masucci jedoch in einer absolut belanglosen Rolle verroten zu lassen, ist dann doch Verpulverung guter Schauspieler*innen. Da wäre vom Cast her mehr möglich gewesen. Die Effekte passen grundsätzlich auch. Es mangelt also eher am Drehbuch. Warum Netflix genau da spart, bleibt ein Rätsel.

Das Fazit

Day Shift hat mitunter interessante Ansätze und einen guten Cast. Leider strotzt das Drehbuch nur so vor Klischees und ist der Inbegriff einer 08/15 Handlung, wodurch gute Schauspieler*innen verbraten werden. Einzelne gute Ideen können hier nichts mehr retten.  Der immergleiche Pipi-Witz spiegelt dann auch das endgültige Niveau wieder. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Day Shift ist seit dem 12.08.2022 auf Netflix verfügbar