Die Highligen 3 Könige

Am 26.11.2015 erschien der erste Weihnachtsfilm des Jahres in den deutschen Kino.

Kurz zur Story: Ethan, Isaac und Chris sind seit Kindheitstagen beste Freunde. Seit Ethans Eltern an einem Weihnachten tödlich verunglückten und seine besten Freunde ihn aufmunterten, haben sie feste Weihnachtstraditionen. Jedes Jahr ziehen sie um die Häuser und trinken zu viel. Doch alle drei sind älter geworden und Isaac erwartet ein Kind. Also soll dieses Weihnachten das letzte der Tradition und damit auch das beste werden.

Die Highligen 3 Könige sind ein Film mit der wohl unpassensten Titelübersetzung seit langem. Aus „The night before“, die sich darauf bezieht, dass der Film immer an Heilig Abend spielt, hat das deutsche Übersetzterteam ein unlustiges Wortspiel verwendet, was den Film auf einen Part reduziert. Drogenkonsum.
Alles beginnt an einem Weihnachtsfest kurz nach dem Tod von Ethans Eltern. Seine Freunde Chris und Isaac kommen zu Besuch und wollen ihn aufheitern. Also beginnen sie in der Stadt umher zuziehen und es entsteht eine Weihnachtstradition, die sie viele Jahre aufrecht erhalten. Dabei nehmen sie gerne einmal ein paar Drogen, aber hauptsächlich trinken sie viel zu viel. In dieser ersten Nacht erfahren sie von dem legendären Nussknackerball. Doch so sehr sie sich auch bemühen in all den Jahren danach suchen sie jedes Jahr wieder nach diesem Ball, doch er bleibt unauffindbar. Nun, viele Jahre später, soll sich aber einiges ändern. Alle älter geworden, soll es nun das letzte Weihnachten mit dieser Tradition werden. Chris ist inzwischen ein erfolgreicher Sportler und Isaac erwartet ein Kind. Nur Ethan scheint nicht weitergekommen zu sein im Leben. Die Vorweihnachtszeit jobbt er als Elf und seine Freundin hat ihn gerade frisch verlassen. Für ihn ist es schwerer die Tradition beruhen zu lassen und weiterzuziehen. Durch einen Zufall bekommt er doch genau in diesem Jahr drei Karten für den Nussknackerball in die Hände. Und damit ist sicher, es wird das beste Weihnachten, dass sie je hatten. Doch die Konzentration scheint zu fehlen. Chris möchte unbedingt einen Kollegen beeindrucken und bemüht sich eher darum, als um seine Freunde, und Isaac bekommt von seiner Frau eine Schachtel voller Drogen, weil er sie in der Schwangerschaft so gut unterstützt hat.
Die Highligen drei Könige nutzt eine nett konstruierte Grundgeschichte und eine leicht weihnachtliche Vorstimmung und versucht hier gut zu unterhalten, schafft es aber einfach nicht. Durch den Cast mit Anthony Mackie und Joseph Gordon-Levitt erwartete man zumindest ein einigermaßen gehobenes Level an Humor, mit ein bisschen Tiefgang. Doch stattdessen handelte es sich um Fäkalhumor, der  sich auf zwei Themen konzentrierte: Penisse und Juden. Anstatt herzhaft zu lachen und sich wirklich unterhalten zu fühlen, war es eher ein Reflexlachen. Das heißt, dass es im ersten Moment vielleicht lustig erscheint und man lacht. Das würde aber nicht passieren, wenn man den Film noch einmal ansieht.
Seth Rogen übernimmt die Rolle des Isaac. Wie schon in Bad Neighbors übernimmt er die Rolle eines Familienvaters, bzw. eines werdenden Vaters, der aber trotzdem gerne Drogen nimmt. Auch hier stopft er sich praktisch damit zu. Die Szenen, die aus seiner Sicht spielen und sich mit der Wahrnehmung im Drogenrausch befassen, sind gut umgesetzt, tragen aber wenig zur eigentlichen Handlung bei.
Anthony Mackie übernimmt die Rolle des Chris. Seine Sportlerkarriere hat seit neustem einen ganz neuen Aufwind bekommen. Daher belügt er auch seine Mutter, dass er nicht an Weihnachten nach Hause kommen kann, obwohl er mit seinen Freunden umherzieht. Auch scheinen seine Sportlerkollegen auf einmal Vorang zu haben vor den Traditionen seiner Freunde.
Joseph Gordon-Levitt übernimmt die Rolle des Ethan. Er ist der einzige, der noch wirklich an der Tradition hängt und diese auch gerne noch viele weitere Jahre durchführen würde. Hinzu kommt, dass sich seine Freundin gerade von ihm getrennt hat. Dieses Thema wird immer wieder aufgefriffen und die Ex-Freundin taucht auch mehrfach auf. Scheinbar soll die Frauenquote gewahrt werden, also wird die unglückliche Liebesgeschichte der beiden immer wieder aufgewärmt und zieht sich wie ein roter Faden durch den Film.
Einziger Anreiz am Film bleiben die beiden Nebendarsteller James Franco und Miley Cyrus, die sich selbst spielen und ein bisschen neuen Wind in die einschläfernde Handlung bringen. Aber auch sie konnten den Film nicht mehr retten. Als weiterer Nebencharakter wird Mr. Green vorgestellt, der Jungs an drei Stellen im Film Drogen verkauft. Dabei lässt er sie immer vorher probieren und im kurzfristigen Drogenrausch nimmt der Film Bezug auf Charles Dickens Weihnachtsgeschichte und lässt den Geist der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht aufleben. Diese drogenvernebelte Vergewaltigung eines Klassikers hebt weder das Niveau noch schafft es eine Aussage im Film zu finden.

Alles in allem ist der Film maximal etwas für Anhänger des Filmes „Das ist das Ende“, versagt aber ansonsten auf ganzer Linie. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

31 Tage – 31 Songs: Part 2

Tag 02 – Welcher Song macht dich glücklich?

Auch wenn es vom Text her überhaupt nicht passen mag, mich macht dieser Song glücklich. Das liegt daran, dass ich There for Tomorrow und vor allem dieses Lied immer dann höre, wenn es entweder gerade Sommer wird oder schon Sommer ist und die Kombination aus Sommer und dieser Musik macht mich gkücklich.

Geburtstagsspezial

Hallo ihr Lieben,
vor genau einem Jahr entschloss ich mich kurzfristig diesen Blog zu gründen und die Internetwelt um Kritiken zu erweitern. Heute über 170 Beiträge später kann mein Blog Geburtstag feiern!

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Lange habe ich überlegt, was ich spezielles machen kann. Sollte ich eine neue Rubrik einführen? Aber das wäre zu gewöhnlich. Sollte ich wie an Halloween mir einen Geburtstagsfilm, -Serie und -Buch raussuchen? Da bin ich jedoch an Mangel an Ideen gescheitert. Sollte ich einfach still für mich feiern?

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Ich habe mich entschlossen eine Verlosung zu starten.
In Ermangelung von mehr Wohnzimmerwand für Poster stehen ein paar unbenutzt bei mir herum. Damit diese nicht einstauben, möchte ich sie verlosen

Der erste Preis ist ein Bundle aus drei Postern.
Der zweite Preis ein Poster.

Alle Filme haben eine Kritik auf meinem Blog.

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Voraussetzung, um in den Lostopf zu kommen ist meinem Blog zu folgen und unter diesen Beitrag zu tippen, was euch an meinem Blog gefällt/nicht gefällt.
Unter allen Teilnehmern lose ich dann die beiden Gewinner aus.

Auf ein weiteres Jahr!

Eure Shalima

The Gift

Am 26.11.2015 erscheint ein neuer Film, der das Verhältnis von Täter und Opfer in einem neuen Licht betrachtet.

Kurz zur Story: Simon und Robyn Callen versuchen einen Neuanfang und eine Familiengründung in ihrem neuen Heim in einem Vorort Los Angeles. Dort treffen sie auf Gordo, einem ehemaligen Klassenkameraden Simons. Kurz nach dem Treffen taucht Gordo immer wieder plötzlich bei den Callens zu Hause auf oder stellt ihnen Geschenke vor die Tür. Bald fühlt sich vor allem Robyn verfolgt.

In the Gift trifft man zunächst auf die Callens, die gerade in die Vorstadt von Los Angeles gezogen sind. In ihrer Heimat muss etwas vorgefallen sein, dass man während des Films immer nur erahnen kann, in deren Folge Robyn eine Fehlgeburt hatte. Simon bekommt schnell einen guten Job in einer großen Firma, während Robyn von zu Hause aus nur ein bisschen ihrer alten Firma zuarbeitet. Beim Einkaufsbummel treffen sie auf Gordo, der Simon sofort wiedererkennt, hingegen dieser eine Weile braucht, um ihn zuordnen zu können. Gordo ist ein ehemaliger Klassenkamerad Simons. Ein paar Tage später steht Gordo das erste Mal unerwartet vor der Tür der Callens mit einem ersten Geschenk. Robyn, die ihn zwar als eigenartigen Sonderling, aber als netten Kerl empfindet, lädt ihn spontan zum Essen ein. Als Simon nach Hause kommt, ist er nicht begeistert. Denn selbst zu Schulzeiten waren die beiden keine Freunde. Immer wieder taucht Gordo bei den Callens auf oder stellt einfach nur Geschenke vor ihre Tür. Letztendlich lädt Gordo die Callens zum Essen bei sich ein. Nach langen Diskussionen setzt Robyn sich durch und sagt zu. Nach einem komischen Abend in einer großen Villa, hat Simon die Nase voll. Er bittet Gordo jeglichen Kontakt abzubrechen. Doch das scheint nicht so leicht. Kurz darauf sind die Fische der Callens vergiftet und der Hund verschwunden. Sofort fällt der Verdacht auf Gordo. Robyn, die die meiste Zeit allein zu Hause ist, fühlt sich letztendlich regelrecht verfolgt und hat Panikanfälle. Doch irgendwann hört jeglicher Kontakt von Gordo einfach auf. Und die Callens versinken wieder in ihrem scheinbar perfekten Leben. Doch auch das trügt. Denn Simon verschweigt mehr über seine Vergangenheit mit Gordo, als gut ist. Und Robyn fängt an nachzuforschen.
The Gift ist ein Film, der auf starkes Charakterspiel setzt und sich sehr langsam aufbaut. Dadurch zieht sich der Film an einigen Stellen und schafft es nur wenig Spannung aufzubauen. Umso erschreckender sind die beiden Schreckmomente („Jump Scares“), die der Zuschauer absolut nicht vorhersehen kann und daher sogar für vereinzelte Schreie gesorgt hat. Das hat in letzter Zeit nicht einmal mehr ein Horrorfilm geschafft. Trotzdem ist der Film vom Genre her eher ein Drama, da er mehr auf eine starke Charakterisieung und Figuren mit Tiefgang als auf durchgehende Spannung setzt.
Jason Bateman übernimmt die Rolle des Simon Callen. Auf dem ersten Blick scheint er der perfekte Ehemann. Hingebungsvoll richtet er mit seiner Frau das neue Haus ein, scheint eine Vorzeigeehe zu führen und schafft es schnell in seiner neuen Firma Fuß zu fassen. Man nimmt ihn auf Anhieb als sympathischen Mann war.
Rebecca Hall übernimmt die Rolle der Robyn Callen. Auch sie scheint auf dem ersten Blick wie eine sympathische Ehefrau, doch bei ihr merkt man schnell, dass das eine Fassade ist. Sie hatte in der letzten Stadt eine Fehlgeburt und dies noch nicht komplett überwunden. Daher kann sie ihren Job nur noch teilweise von zu Hause aus nachgehen. Das ist auch der Grund, weswegen sie meistens alleine zu Hause ist.
Joel Edgerton übernimmt die Rolle des Gordo und ist zeitgleich auch Drehbuchautor und Regisseur des Filmes. Gordo ordnet man schon vom ersten Treffen als einen Sonderling ein. Sein Verhalten trieft von Unsicherheit. Auch die ständigen Besuche und Geschenke machen das Gefühl ihm gegenüber nicht besser.
Der Film spielt mit den Gefühlen und Vorurteilen der Zuschauer. Durch gewisse Informationen weiß Edgerton genau, was die Zuschauer denken werden und mit welchen Vorurteilen sie die Charaktere beurteilen werden. Genau damit spielt er und erzeugt so ein Verwirrspiel, dass seines gleichen sucht. Alle drei Schauspieler schaffen es ein starkes Charakterspiel zu liefern und die Rollen so glaubhaft herüberzubringen. Lediglich am Ende nimmt das Verwirrspiel Überhand und wirft so den guten Aufbau des Filmes über den Haufen. Das ist Schade und hätte nicht sein müssen.

Alles in allem ist der Film ein bodenständiger Film, der mehr auf starke Charakter als auf Spannung setzt. Dafür gibt es solide 07 von 10 Punkten.

Youth – Ewige Jugend (Kurzkritik)

Am 26.11.2015 erscheint ein Film, der das älter werden philosophisch betrachtet, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Der Komponist Fred Ballinger und der Regisseur Mick Boyle verbringen ihre Ferien in einem Luxus-Wellnesshotel in der Schweiz. Dort beschäftigen sie sich damit, die anderen Gäste zu beobachten. Doch die Vorstellungen des Ruhestandes gehen bei beiden weit auseinander. Während Ballinger nicht mehr komponiert, und sogar den Auftrag der britischen Queen, vor ihr seine Werke zu dirigieren, ablehnt, steckt Mick mitten in den Vorbereitungen für einen neuen Film.

Youth ist einer der Filme, die bei Cineasten und Liebhabern von Kunstfilmen sehr gut ankommen, vom durchschnittlichen Publikum aber gemieden werden sollte. Der Film verläuft sich in einer aneinander Reihungen von philosophischen Fragen und Antworten. Im großen und ganzen geht es um zwei alte Männer, die im Alter nicht mehr glücklich sind, wie sie ihre Jugend verbracht haben. Fred Ballinger bereut vor allem das schlechte Verhältnis zu seiner Tochter, da er zu viel Zeit seiner Musik gewidmet hatte. Das Verhältnis der beiden wird auf das genauste durchleuchtet. Mick Boyle hingegen versucht sich an noch einem großen Film, eine Homage an alle seine vorherigen Werke. Nur seine Hauptdarstellerin spielt nicht so ganz mit. Doch trotz der ganzen Philospohie schafft der Film es nicht eine klare Aussage zu treffen oder einer direkten Struktur zu folgen. Stattdessen plätschert der Film so vor sich hin und vertraut darauf, dass die starke Besetzung des Filmes darüber hinweghilft. Aber selbst Michael Caine scheint in diesem Film sehr schwach und unpointiert. Erst im letzten Drittel erfährt man langsam seine Beweggründe und geht ganz anders mit seiner Rolle um.
Dadurch, dass dem Film die wirkliche Aussage und Pointe fehlt, ist dem Zuschauer nicht klar, wo genau das Ende ist. Während der Film sich immer weiter zieht, gibt es gefühlte 10 Szenen, die perfekt als einen runden Abschluss dienen. Nur das nur einer letztendlich wirklich als Abschluss dienen.

Alles in allem ist der Film nur für die oben genannte Zielgruppe und selbst dann unpointiert. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Spectre

Am 05.11.2015 erschien ein neuer Film der James Bond-Reihe in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Die Agenten der 00-Reihe sollen aussortiert werden, nachdem Mi5 und Mi6 zusammengelegt werden sollen. M versucht alles, um das zu verhindern. Doch James Bond spielt dagegen, in dem er in Mexiko City einen Alleingang wagt. Dabei stößt er auf die Organisation Spectre, die er nun verfolgen will. Um der Bürokratie aus dem Weg zu gehen, bittet er Q ihn verschwinden zu lassen und macht sich selbst auf die Suche nach Spectre.

Nach dem Erfolg von Skyfall waren die Erwartungen an Spectre sehr hoch. Skyfall schaffte es mit den bestehenden Klitschees spielerisch umzugehen („Was haben Sie erwartet? Explodierende Kugelschreiber? So etwas machen wir eigentlich nicht mehr“) und eine neue Zeit einzuläuten. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an Spectre.
Wie gewohnt wirft uns auch Spectre sofort mitten in eine Szenerie, in der Bond sich schnell mitten in nervenaufreibender Action wiederfindet. Vor der schönen Kulisse des „Tag der Toten“ in Mexiko-City, verfolgt er ein paar Männer, hört Informationen ab und sprengt schließlich den ganzen Blog in die Luft, um die Männer umzubringen. Das ganze endet in einem Kampf in einem Hubschrauber direkt über dem zentralen Ort des „Tag der Toten“. Überblende ins Intro, dass diesmal weder mit der Musik noch mit den Bildern überzeugen kann. Das Lied ist aussagelos und die Bilder setzen zu sehr auf halb nackte Frauen. Lediglich das wiederkehrende Bild eines Octopus lässt auf einen direkten Bezug zum Film schließen. Zurück in London muss sich Bond der Bürokratie stellen, denn M ist von Bonds Alleingang alles andere als begeistert. Der geplante Zusammenschluss des Mi5 und Mi6 mit der möglichen Auflösung der 00-Reihe zerrt an Ms Nerven und durch das von Bond verursachte Chaos fällt es ihm immer schwerer gegen die Argumentation seines Gegeners C anzukommen. Doch Bond hat eine eigene Mission. Eingeweiht werden Moneypenny und Q, die helfen sollen Bond verschwinden zu lassen. Dieser folgt den Spuren von Spectre, die ihn zu Ernst Stavro Blofeld führen, dem Kopf von Spectre. Ein Bösewicht, der schon immer dagewesen ist, und laut eigener Aussage, für all das Leid, dass Bond jemals wiederfahren ist, Schuld sein soll.
Spectre schürte Erwartungen in diesem Film einen Übergegner zu kreieren, jemand der sich wie ein roter Faden durch die Filme zieht. Nach kurzer Recherche findet der interessierte Zuschauer heraus, dass dies auch stimmt. Blofeld tauchte schon in den Filmen Liebesgrüße aus Moskau, Feuerball, Man lebt nur zweimal, Im Geheimdienst Ihrer Majestät, Diamantenfieber, In tödlicher Mission und Sag niemals nie auf. Leider verpasst Spectre auf diese Filme Bezug zu nehmen und scheint einen neuen Superbösen vorstellen zu wollen. Erwähnt werden die Filme Casino Royale und Skyfall, und auch die werden nur kurz angeschnitten. Der Zuschauer bekommt keine näheren Erklärungen, sondern soll die Tatsache einfach kommentarlos akzeptieren. Denn dafür hat Spectre keine Zeit. Der Film möchte nämlich nur eins: Eine bildgewaltige Actionszene nach der anderen sinnfrei aneinanderreihen und möglichst viel in möglichst kurzer Zeit zerstören. Das die eigentliche Handlung darunter leidet, scheint egal. Zwischendurch muss noch schnell die Frauenquote erfüllt werden, also wird eine Monica Belucci auf die Leinwand gezerrt mit max. 10 Minuten Leinwandzeit, aber Hauptsache Bond hat schnell jemanden zum verführen – wobei hier nicht einmal mehr von Verführung gesprochen werden kann. Beluccis Rolle ist wahllos austauschbar und erfüllt nur den Zweck Bond in eine Richtung zu schicken. Das hätte auch ein Zettel mit einem Hinweis drauf geschafft. Lediglich der Dialog zwischen Bond und Mr. White scheint tiefgründiger zu sein und verrät ein paar Details über Spectre.
Daniel Craig übernimmt die Rolle des James Bond. Gewohnt souverän, aber auch wortkarg stürzt er sich in eine Verfolgungsjagd nach der nächsten. Frauen muss er nicht einmal mehr verführen, ein ausdrucksloser Gesichtsausdruck scheint zu reichen. Für mehr ist auch keine Zeit, denn das Drehbuch drängt, es muss wieder mehr Action passieren. Die gewohnte coole, elegante Art von Bond kann nicht durchkommen.
Lea Seydoux übernimmt die Rolle des Bondgirls Madeleine Swann. Bekannt wird sie wohl eher als nervigste und unentschlossenste Bondgirl. Sie ändert ihre Meinung teilweise minütlich und scheint eher ein Klotz am Bein als eine wirkliche Hilfe für Bond. Von „fass mich nicht an“ zu „schlaf mit mir“ zu „aber ich liebe dich“ in einem Handgefecht und einer Entführung ist aber auch ein Rekord. Eine wirkliche Charakterentwicklung ist nicht erkennbar.
Christoph Waltz übernimmt die Rolle des übermächtigen Gegeners Blofeld. Aber mit gefühlten 10-15 Minuten Leinwandzeit von 150 Minuten schafft auch ein Christoph Waltz nicht irgendetwas im Film zu reißen. Das Markenzeichen Blofelds ist aus den alten Bonds Glatze und Katze. Während die Glatze komplett fehlt, wird zumindest die Katze zweimal kurz eingeblendet. Zwar völlig aus dem Zusammenhang gerissen, aber sie ist zu sehen. Wie oben erwähnt, wird die Rolle nichts genutzt, sondern viel zu schnell abgehandelt und auch letztendlich viel zu schnell besiegt.
Ben Whishaw übernimmt die Rolle des Q. Und damit die einzige Rolle, die etwas dynamik in den einschläfernden Film bringt. Seine sehr steife, britische Art steht im direkten Gegensatz zu Bond und somit führen die Dialoge zur einzigen Erheiterung im Film. Die einzige Rolle, die sich ebenfalls weiterentwickelt ist Ralph Fiennes als M. In Skyfall wusste man noch nicht genau, was man von ihm halten sollte, und auch in Spectre scheint das positive Bild wieder zu kippen, da M kaum hinter dem Schreibtisch hervorkommt. Erst im letzten Drittel schafft er es auszubrechen und dort findet man das sympathische an dem neuen M wieder.

Alles in allem sollte man Spectre nicht zu zu später Stunde sehen, denn es droht trotz viel Action Einschlafgefahr. Für die schwache Leistung gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Pan

Am 08.10.2015 erschien die Vorgeschichte zu den Peter Pan Filmen in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Peter lebt in einem Waisenhaus, immer in der Hoffnung, dass seine Mutter eines Tages zurück kommt und ihn holt. Als kleiner Rebel legt er sich regelmäßig mit den Schwestern des Waisenhauses an. Bis er mitbekommt, dass diese Waisen an Piraten auf einem fliegenden Schiff verkaufen. Auch er gerät in die Hände der Piraten und wird im Nimmerland in eine Miene gesteckt, die dem Piraten Blackbeard gehört. Doch als er herausfindet, dass er Fliegen kann, ändert sich die Lage. Denn nun scheint Peter der Verheißene zu sein.

Es hat doch jeder schon einmal davon geträumt, etwas besonderes zu sein. Doch Peter hat nur einen anderen Wunsch. Aufgewachsen in einem heruntergekommenen Waisenhaus und unter der harten Hand und dem Rohrstock der Schwestern, träumt er jeden Tag davon, dass seine Mutter wiederkommt und ihn aus dem Leben befreit. Egal, wie viele Jahre ins Land ziehen, er glaubt daran, dass sie irgendwann wiederkommt. Mitten in den Geschnissen des zweiten Weltkrieges, findet er jedoch heraus, dass die oberste Schwester des Waisenhauses ein Geheimnis hat. In ihrem Zimmer versteckte sie unmengen an Gold und anderen Schätzen. Durch die Enthüllung des Geheimnisses muss die oberste Schwester handeln. Anstatt immer nur zwei, verkauft sie also gleich alle Jungen an ein fliegendes Piratenschiff. Mitten in einem Luftangriff manövrieren die Piraten das Schiff durch Bomben in die abenteuerliche Welt von Neverland. Dort wird der kleine Peter in die große Miene von dem Piraten Blackbeard gesperrt. Dort muss er den ganzen Tag über arbeiten. Der einzige, der sich für ihn interessiert ist der undurchsichtige Hook, der sich eigentlich für niemanden interessiert. Aber Peter schafft es in einer Notsituation zu fliegen. Und es gibt eine alte Prophezeiung, die einen fliegenden Jungen als den Retter der Eingeborenen und der Feen vorhersagt. Auf einmal ist Blackbeard doch mehr an ihm interessiert, gleichzeitig sieht Hook seine Chance auf Flucht in Peter. Letztendlich gelingt den beiden auch die Flucht und sie finden die Eingeborenen, die auf Peter als Retter hoffen. Doch die Piraten sind ihnen dicht auf den Fersen.
Levi Miller übernimmt in seiner ersten großen Leinwandrolle, die Rolle des Peter Pan. Konsequent spielt er den kleinen Traufgänger, der nie um einen Spruch verlegen ist. Man merkt jedoch, dass es sein Leinwanddebut ist, da ihm eine Auswahl an Gesichtsausdrücken fehlt. Diese fehlen jedoch auch den anderen Darstellern. Während es bei Hook noch passt, wirkt das übertriebene, aber aussagelose Schauspiel Hugh Jackmans als Blackbeard relativ ermüdend. Er spielt zwar einen Exzentriker und nimmt auch die Eigenschaften an, spielt aber entweder übertrieben oder zu leicht. Die Figur des Blackbeard hat absolut keinen Tiefgang und wird nur als gierigen Bösewicht dargestellt.
Garett Hedlund übernimmt die Rolle des ewig gelangweilten Hooks. Während alle anderen in ein klares gut und böse Schema eingeteilt werden, ist er der einzige Charakter, der nicht eindeutig zuzuordnen ist. An sich interessiert er sich nur für sich selbst, aber irgendwie scheint er doch an dem Schicksal Neverlands interessiert zu sein. Damit ist er der einzige Charakter, der für Wendungen Sorgen kann.
Pan ist ein Film, der wunderschön und sehr farbenfroh anzusehen ist und von der Verrücktheit der Welt lebt. Allerdings weiß er nicht diese auszunutzen. Die Figuren sind teilweise naiv und nervig dargestellt und keiner beweist Tiefgang. Zudem ist der Film sehr langsam erzählt und scheint nicht auf den Punkt zu kommen. Es gibt miteinander verwobene Handlungsstränge und jedem wird nur die halbe Aufmerksamkeit zu Teil, so dass eine Verwirrung innerhalb der Handlung erfolgt und der Film dauerhaft nicht auf den Punkt kommt. Man geht aus dem Kino und weiß immer noch nicht, was der Film einem mitteilen möchte. Das einzig positive war, als Blackbeard alle Mienenmitarbeiter dazu brachte zur Ankunft des Schiffes mit den Waisenkindern Smells like teen spirit zu singen.
Der Film vermag es nicht den Zuschauer abzuholen. Der Film zieht sich und sagt doch nichts aus. Man merkt, dass Spielraum für einen zweiten Teil gelassen wurde.

Alles in allem sagt der Film nichts aus und wird dadurch zu einem optisch schönen, aber langweiligem Filmereignis. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

The Walk

Am 22.10.2015 erschien ein Film, der den Gang des Philippe Petit über ein Drahtseil, dass zwischen den zwei Türmen des World Trade Centers gespannt wurde, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Der Artist Philippe Petit hat nur ein Ziel im Leben. Immer einen neuen Ort finden, an dem er sein Drahtseil spannen kann. Eines Tages liest er beim Zahnarzt über den Bau des World Trade Centers. Von nun an ist er regelrecht besessen zwischen den zwei Türmen ein Drahtseil zu spannen und darüber zu laufen. Immer mehr Unterstützer findet er für seinen Traum, bis er schließlich oben am Rand steht und auf das gespannte Seil blickt.

Die Geschichte des Philippe Petit verkörpert von Joseph Gordon-Levitt. Doch wer denkt, dass der Film an der spannenden Stelle, nämlich in den USA am World Trade Center, einsetzt, hat weit gefehlt. Denn erst einmal bekommt man die gesamte Geschichte erzählt, wie Petit zum Drahtseil kam, in seiner Heimat in Frankreich. Er begann als kleiner Artist, als Straßenkünstler, immer auf der Flucht vor der Polizei und es reichte kaum zum überleben. Dies ändert sich auch nicht, als er das Drahtseil für sich entdeckt und Lektionen bei dem Zirkusdirektor Rudy lernt. Nur das seine anfängliche Faszination für das Seil schnell in eine Art Wahn umschlägt. Immer neue Plätze sucht er für seinen Seilgang, nicht zuletzt schritt er zwischen den beiden Türmen von Notre Dame über ein Seil. Schließlich findet er seinen Traum in den zwei Türmen des World Trade Centers. Kurzentschlossen sucht er nach Verbündeten und reist mit diesen in die USA. Eine halbsbrecherische Nacht- und Nebel-Aktion beginnt, denn ein Drahtseil zwischen die noch nicht fertigen Türme zu spannen ist illegal.
Joseph Gordon-Levitt übernimmt die Rolle des Philippe Petits. Er ist zwar ohne Frage ein brillianter Schauspieler, aber der gefakte französische Akzent wirkt doch etwas störend, hier wäre die Wahl eines echten Franzosen besser gewesen. Petit ist ein Träumer. Er selbst erzählt die Geschichte vom Kopf der Freiheitsstatue aus. Er kann keine Gründe für sein Faible für das Drahtseil oder für seinen lebensgefährlichen Traum nennen. Er scheint keine Angst vor dem Tod zu haben, ja er nimmt ihn sogar auf die leichte Schulter. Von seiner Erzählung aus, wirkt der Film sehr märchenhaft und realitätsfern. Gleichzeitig merkt man schnell, dass diese realitätsferne Petit zu einem unangenehmen Zeitgenossen machen. Seine Arroganz und Selbstsicherheit legt er selbst gegenüber seinen Helfern an den Tag und kann diese nur kritisieren, aber ihnen nicht danken.
Der Film schafft es an keiner Stelle richtige Spannung aufzubauen. Anstatt zwischen dem Aufbau des Seils und der Hintergrundgeschichte hin und her zu springen, um so zumindest Abwechslung in die Geschichte zu bringen, wird der Film in strenger Chronologie erzählt. Dadurch ist der Zuschauer nach der Hälfte schon fast eingeschlafen, als der vermeintlich spannende Part geginnt. Das Seil wird in einer Nacht und Nebel-Aktion gespannt, was mehr wie ein Banküberfall wirkt. Doch auch hier baut der Film keine Spannung auf, denn die Sequenz wird zu lang erzählt und zu oft müssen die Charaktere warten, weil irgendwo ein Wachmann seine Tour macht. Dies mag vielleicht realistisch sein, hätte aber doch kürzer gehalten werden können. Auch der Abschluss, der Gang über das gespannte Seil lässt keinen Nervenkitzel spüren, was auch daran liegen könnte, dass der Trailer einem schon verraten hat, dass Petit wirklich das Seil betritt. Doch selbst dort lässt er seine selbstgefällige Art heraus hängen und erzählt mit einer Arroganz von den Geschehnissen auf dem Seil, dass man ihm regelrecht wünscht zu fallen oder von einem Sturm überrascht zu werden.
Letztendlich hat der Vorfall es in die Zeitungen geschafft, aber ob Petit nun zufrieden ist, bleibt am Ende des Films abzuwarten.

Alles in allem schafft Regisseur Zemeckis es diesmal leider nicht einen Film zu schaffen, der zu einem zeitlosen Klassiker mutieren kann, sondern eher die Zuschauer zu langweilen. Lediglich für die gute Optik gibt es von mir 03 von 10 möglichen Punkten.