Verpasst im März 2017

Hallo ihr Lieben,
wir haben endlich April! Und ich sage endlich, weil es diesen Monat mit meiner besten Freundin nach London geht und ich mich bereits tierisch darauf freue! Aber hier erst einmal die monatliche Übersicht der Filme, die ich im März leider nicht im Kino sehen konnte.

1) der junge Karl Marx: Ein deutscher Film über den Verfasser des Kapitals und wie er auf Friedrich Engels traf. Vermutlich kein Film für die große Leinwand, deswegen habe ich den Film auf das Heimkino verschoben.

2) Moonlight: Der diesjährige wirkliche Oscargewinner. Vielfach gelobt und mit Preisen überhäuft. Trotzdem hat er nicht in meinen Terminplan gepasst, wird aber definitiv noch nachgeholt.

Und hier noch die Filme, die es ganz knapp nicht auf meine Liste geschafft haben:

Die rote Schildkröte, Die Schöne und das Biest, A united Kingdom

Power Rangers

Am 23.03.2017 erschien ein Film, der die Serie über die Power Rangers wieder aufgriff, in den deutschen Kinos.

Die Schüler Jason, Kim und Billy lernen sich beim Nachsitzen kennen. Zusammen mit Trini und Zack, die sie zufällig bei einer Goldmiene kennenlernen, finden sie besondere Steine, die sie mit neuen Fähigkeiten ausstatten. Bei ihrer Suche nach Antworten finden sie ein versunkenes Raumschiff und erfahren von ihrer Bestimmung Power Rangers zu sein. Zeitgleich taucht die böse Rita Repulsa auf.

Das Theme „Go go Power Rangers“ dürfte jedem auf die ein oder andere Art etwas sagen, auch wenn man die Serie selbst nie gesehen hat. Diese hat seit 1993 24 Staffeln und zuvor schon zwei Filme hervorgebracht. Dies ist nun der dritte und am größten inzinierte und dient als kompletter Reboot des Franchise. Gleichzeitig kündigte Serienschöpfer Saban insgesamt sechs Films an. Ob dies nach der Leistung des ersten Films wirklich vom Produktionsstudio genehmigt wird, bleibt fraglich.
Aber fangen wir ganz am Anfang an. Jason war einst einer der beliebtesten Schüler und sehr guter Footballspieler. Doch dann geriet er mit dem Gesetz in Konflikt und muss seitdem nachsitzen. Dort lernt er Kim, einst eine beliebte Cheerleaderin, nun von ihren Freundinnen ausgegrenzt, und Billy kennen, einen Autisten. Zunächst scheint sie nicht viel zu verbinden. Doch Billy überredet Jason ihn zu einer Goldmine zu fahren, an der Billy immer mit seinem inzwischen verstorbenen Vater gegraben hatte. Jason stimmt nach einigem Zögern zu. Während Billy einen Sprengsatz anbringt, trifft er durch Zufall auf Kim. Angelockt von Billys Explosion treffen sie auch noch auf Trini und Zack, die sich ebenfalls im Umfeld der Mine herumgetrieben haben. Billys Explosion hat jedoch merkwürdig schimmernde Steine zum Vorschein gebracht. In der Hoffnung damit reich zu werden, nimmt jeder der fünf einen der Steine mit. Doch am nächsten Tag wachen sie zu Hause auf, ohne zu wissen, wie sie nach Hause kamen und haben alle verstärkte Kräfte. Sie beschließen die Mine noch einmal aufzusuchen und zu untersuchen. Dabei finden sie ein verstecktes Raumschiff und erfahren, dass sie auserwählt wurden die neuen Power Rangers zu sein. Doch die Ruhe bleibt nicht lange erhalten, denn zeitgleich mit ihren Steinen ist auch die böse Rita Repulsor wieder erwacht. Und ihr Ziel die Rangers zu töten und die Erde zu vernichten ist noch immer in der Umsetzung.
Man könnte bei Power Rangers lobend erwähnen, dass der Film sich genug Zeit nimmt, um alle Charaktere vorzustellen und um ihnen Tiefe zu geben. Allerdings nimmt der Film sich nicht nur genug, sondern eher viel zu viel Zeit. Über zwei Drittel des Films befasst sich lediglich damit, dass die fünf Rangers Freunde werden müssen, um ihre Panzerung zu bekommen. Nun gut, könnte man denken, immerhin sollen sie noch fünf weitere Filme zusammen kämpfen, da ist es dann doch wichtig die Charaktere gut vorzustellen. Grundsätzlich ja, doch leider tut Power Rangers genau dies nicht. Denn ein Drittel lang, hört man von jedem Charakter ein “Ihr kennt mich gar nicht und ihr wisst nichts über mich”. Erst im zweiten Drittel des Films wird überhaupt versucht dies zu ändern. Leider sagen die Dialoge, in denen den Charakteren Tiefe gegeben werden soll, beinahe überhaupt nichts aus, so dass man sich hinterher immer noch fragte, wieso wer warum so gehandelt hat. So zieht sich der Film am Anfang doch stellenweise stark, weil man nun unbedingt die großen Geheimnisse wissen will, aber praktisch nichts ausgesagt wird.
Auch Rita Repulsor als Gegnerin der Rangers wird sehr eindimensional dargestellt. Sie ist einfach nur Böse. Keinen Hintergrund, weswegen sie so geworden ist. Auch wurden ihr sehr holprige Textpassagen zugesprochen, die ohne das schauspielerische Talent von Elizabeth Banks, die schon in den Tributen von Panem-Verfilmungen bewies, dass sie außergewöhnliche Rollen spielen kann, wohl eine einzige Lachnummer gewesen wäre. Doch Banks ist es wohl auch zu verdanken, dass Rita Repulsor immer als ernstzunehmende Verrückte wahrgenommen wird. Selbst als sie ein übergroßes Monster erschafft, wo sie gerade mal so groß wie dessen Fuß ist, bleibt sie Selbstsicher und wirkt so auch immer noch bedrohlich. Hier Chapeau vor der Schauspielerin, die einen schlecht geschriebenen Charakter doch noch vor der Lachnummer bewahren konnte.
Die Power Rangers selbst wurden mit jungen Nachwuchsschauspielern besetzt, die bisher eher wenig Erfahrung vor der Kamera hatten. Trotzdem spielen sie ihre Rollen sehr souverän, auch wenn ihnen noch die ein oder andere Feinheit in der Mimik fehlt.
Letztendlich bleibt zu Power Rangers nur zu sagen, dass das Drehbuch deutliche Schwächen aufweist, die Dialoge mitunter etwas holprig sind, durch die lange Einführungsphase der Film mit Längen kämpft und auch die gut gestaltete Endschlacht keine Spannung mehr mit sich brachte. So fehlt im Großteil des Films die Action, stattdessen entwickelte es sich mitunter zu einem Teenagerdrama. Trotzdem schafft der Film es einen ganz eigenen trashigen Humor zu entwickeln, der gerade im Zusammenspiel mit den Schwächen des Films funktioniert. Gerade weil Power Rangers sich stellenweise selbst nicht so ganz ernst nimmt, funktioniert er auf dieser Ebene sehr gut, so dass man sich über die Schwächen hinwegsehend doch gut amüsieren kann.

Alles in allem sollte man den Film nicht zu ernst nehmen. Durch die deutlichen Schwächen ist es aber unwahrscheinlich, dass er den erwünschten Erfolg bringt, um wirklich noch fünf Fortsetzungen zu drehen. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Rammstein – Live aus Paris

Am 23.03.2017 brachten über 1000 Kinos Weltweit den neuen Rammstein-Livefilm auf die große Leinwand. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen.

2012 war Rammstein auf Tournee und spielte auch mehrere Konzerte in Paris. Jonas Åkerlund hat bei zwei dieser Konzerte über 40 Kameras installiert und das ganze Spektakel gefilmt. Nun fünf Jahre später ist der Film endlich fertig geschnitten und konnte auf die große Leinwand gebracht werden.

Rammstein ist für drei Dinge bekannt. Zum einen für ihren sehr eigenen Musikstil, den sie selbst als “neue deutsche Härte” bezeichnen. Zum anderen für ihre umstrittenen Texte, bei denen sie Themen ansprechen, diese aber in ihren Texten immer unkommentiert lassen, so dass sie jeder für sich selbst interpretieren kann. Und zu guter Letzt für ihre spektakulären Bühnenshows. Schon seit ihren ersten Konzerten versuchten Rammstein immer eine gute Show zu liefern, egal, wie viele Menschen im Publikum stehen. Inzwischen ist jedes ihrer Konzerte innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Mit ihren stolzen Ticketpreisen – eine große Pyroshow muss auch finanziert werden – schaffen sie es ihre Show jedes Mal noch etwas aufregender zu gestalten, auch wenn sie viele Grundelemente regelmäßig übernehmen.
Doch wie schafft man es nun diese Show, die auch zum großen Teil von den Emotionen des Liveschauens lebt, auf die Leinwand zu bannen. Und wo liegt der Mehrwert für den Zuschauer – außer das der Eintrittspreis im Kino deutlich geringer ist? Jonas Åkerlund, der bereits für mehrere Musikvideos mit Rammstein zusammen arbeitete, stellte sich nun dieser Herausforderung. So vereinte er die Bühnenshow mit Elementen des Musikvideos und versuchte durch seine über 40 Kameras, die er vor der Show installierte, alles einzufangen und durch verschiedene Winkel, Weit- und Nahaufnahmen eine abwechslungsreiche Sicht auf die Dinge zu geben. Dies gelingt ihm sehr gut, so dass man sich immer wie mittendrin statt nur dabei fühlt. Zudem schafft er es durch gelungene Überblendungen das Kunstwerk Rammstein noch mehr in den Vordergrund zu stellen.
Und was ist nun der Vorteil für den Zuschauer das ganze Spektakel im Kino zu sehen? Nun für mich mit meinen 1,55m ist es wohl an erster Stelle, dass ich alles sehen konnte. Denn in der Menge beim Konzert wäre ich komplett untergegangen und hätte daher wenig von der Show gehabt. Zum anderen natürlich der Preis. Und zu guter Letzt ist die Sicht uneingeschränkt, heißt man ist nicht vom Blickfeld seines Standpunktes abhängig, sondern sieht alles von der Show, mit den zusätzlichen Elementen, die Akerlund einbaute. Der Vorteil den Film im Kino und nicht später zu Hause auf DVD zu sehen, ist natürlich die Größe der Leinwand und die gute Soundanlage eines jeden guten Kinos.
Während ich zum Kinoevent “Rammstein in Amerika” einige Kritikpunkte am Publikum losließ, muss ich bei diesem zweiten Event einiges loben. Da ich bekanntermaßen nicht mehr in Leipzig wohne, habe ich bei diesem zweiten Event auch nicht mehr im Cinestar Leipzig gesessen. Mein neues Kino hielt es zum Glück für überflüssig eine zweite Securitykontrolle einzuführen und beließ es beim einfachen Karten einscannen, was das Hineingehen viel entspannter gestaltete. Während in Leipzig größtenteils ein sehr junges Publikum bei Rammstein in Amerika zu finden war, bevölkerte nun die “ältere” Generation das Kino. Das brachte den Vorteil mit sich, dass alle viel mehr Lust auf das Konzert hatten. Dies spürte man auch während der einzelnen Lieder. Es stand zwar auch diesmal keiner auf, aber trotzdem wurden diesmal die Köpfe geschwenkt, applaudiert und Jubelpfiffe ertönten. So kam zumindest leichte Konzertatmosphäre auf.

Logan

Am 02.03.2017 kam der finale Teil der Wolverine-Trilogie in die deutschen Kinos.

Viele Jahre nach seinem letzten Abenteuer ist Wolverine gealtert und seine Heilungsmutantenkräfte funktionieren nicht mehr richtig. Mutanten gibt es kaum noch. Nur Charles Xavier vegetiert in einem alten Tank vor sich hin, seine Mutantenkräfte hat er auch nicht mehr richtig unter Kontrolle. Bis eines Tages eine junge Frau in aufsucht und um Hilfe bittet. Widerwillig wird Wolverine der Beschützer der kleinen Laura, die seltsamerweise ähnliche Kräfte, wie er zu haben scheint.

Bei den X-Men Filmen ist es immer ein bisschen schwierig die Zeitlinie zu verstehen, da es sich inzwischen um drei verschiedene Trilogien handelt, die sich auch noch teilweise überschneiden. Logan gehört zur Wolverine-Trilogie und bildet den Abschluss. Der erste Teil “X-Men Origins: Wolverine” kam 2009 in die Kinos und erzählte die Geschichte vom Mutanten Wolverine ehe er zu den X-Men stieß. Hier wurde vor allem stark kritisiert, dass der Film sehr verweichlicht sei, da er unbedingt zur Zielgruppe passen wollte und daher eine “Ab 12 Jahren”-Freigabe brauchte. 2013 folgte der zweite Teil “Wolverine: Wege des Kriegers” und spielte in Japan. Damit unterschied er sich stark von allen vorherigen X-Men Filmen und brachte das Thema der Sterblichkeit zum ersten Mal zur Sprache. Nun haben wir das Jahr 2017 und der letzte Teil trägt den passenden Namen Logan und schlägt zum ersten Mal im Superhelden-Genre einen ganz anderen Ton an und traut sich als zweiter Teil nach Deadpool an eine “Ab 16 Jahren”-Freigabe

Gleich zu Anfang des Films merken wir, dass einige Zeit zwischen dem zweiten und dem dritten Teil vergangen sein muss. Denn wir treffen auf einen Wolverine, der stark gealtert ist und sich mitunter kaum noch auf den Beinen halten kann – was allerdings auch an seinem starken Alkoholkonsum liegen kann. Gleichzeitig ist der erste Kampf sehr viel brutaler, als wir es bisher sahen. Logan ist inzwischen Chauffeur und versucht mit seinem Gehalt auf ein Boot zu sparen. Er pendelt regelmäßig zwischen seinem Arbeitsplatz und einer alten verlassenen heruntergekommenen Schmelzanlage. Hier versteckt er Prof. Charles Xavier, einst der brillianteste Kopf der X-Men und deren Anführer. Doch eine neurodegenerative Erkrankung macht aus dem einst brillanten Kopf eine unkontrollierbare Gefahr. Mutanten wurden schon seit Jahren keine mehr geboren und die beiden ehemaligen X-Men müssen einsehen, dass sie vielleicht doch nicht die nächste Evolutionsstufe waren, sondern nur eine Laune der Natur. Doch eines Tages sucht eine Frau Logan auf und bittet ihn um Hilfe. Er soll sie und ihre Tochter Laura an einen sicheren Ort nach North Dakota bringen. Obwohl er sich strikt weigert, wird Logan doch mit hineingezogen und muss mit Charles und Laura fliehen.
Filme aus dem Superhelden-Genre sind meist sehr bunt, sehr actionlastig und voller Humor. Die Humorschiene trifft vor allem das Marvel Cinematic Universe regelmäßig. Das DC Cinematic Universe hat bereits mehrfach versucht einen düsteren Ton anzustimmen, ist aber meistens über ihre eigenen Bemühungen gestolpert – wie zuletzt bei Suicide Squad. Die X-Men Filme standen meist im Schatten des großen Vorbildes Marvel, bedienten aber auch die gängigen Klischees. Logan jedoch ist in gelb und brauntönen gehalten und hat nur wenig Farbanteile, hat auch einige gute Actionszenen, aber bei weitem weniger als noch die Vorgängerfilme und auch der Humor wurde stark gedrosselt. So bricht Logan mit allen Erwartungen und schafft eine neue Art des Superhelden, nämlich der Gealterte.
Kann man noch ein Superheld sein, wenn man langsam gebrechlich wird? Wie soll man die rasanten Kämpfe ausfechten, wenn einem die eigenen Kräfte, sowohl Mutantenkräfte, als auch die ganz normale Kraft eines jeden Menschen, die mit dem Alter immer geringer wird, verlassen? Kann man dann noch immer ein Held sein? Genau dies ist das Hauptthema in Logan. Wir erleben von der ersten Sekunde an einen geschwächten Wolverine. Seine Klingen fahren nicht mehr ganz korrekt aus, seine Heilungskräfte versagen und auch seine restliche Muskulatur ist geschwächt. Er wehrt sich dagegen, doch muss immer mehr feststellen, dass er teilweise auch auf Hilfsmittel angewiesen ist. Die ganze Situation, gepaart mit der Tatsache, dass die Mutanten so gut wie ausgestorben sind, lässt Logan immer mehr Alkohol konsumieren. So spiegelt er irgendwo auch den resignierten Held wieder. Trotzdem handelt es sich bei Logan um einen Superheldenfilm, denn Wolverine wird, obwohl er alles versucht, um es zu vermeiden, in einen Auftrag hineingezogen. Jetzt muss er beweisen, was noch in ihm steckt und wie viel er noch immer aushalten kann.
Das zweite große Thema ist das Familienleben. Wolverine versuchte bereits häufiger häuslich zu werden, doch gelang es ihm nicht. Das Leben als richtige Familie hat er nicht kennengelernt. Umso bizarrer ist es, als er auf der Flucht immer wieder Laura als seine Tochter und Xavier als seinen Vater ausgeben muss. Wie stellt man eine Familie da, wenn man eigentlich keine ist? Und können trotzdem familiäre Gefühle auftreten? Das sind weitere Fragen, die Logan versucht zu beantworten.
Natürlich muss es auch in Logan wieder einen Bösewicht geben, der die drei verfolgt. Hier wurde wieder einmal auf das Klitschee des bösen Wissenschaftler zurückgegriffen, womit sich auch der Kreis seit dem ersten Wolverine-Solofilm schließt. Dort erhielt Wolverine nämlich durch Experimente seine Alamantium-Klingen. Zeitgleich bringt Logan noch neue Ideen mit ein, was das Klitschee des Bösewichts zwar verstärkt, sich aber von den anderen X-Men Filmen wieder abhebt.
Trotz der düsteren Grundstimmung schafft es Logan auch immer wieder hoffnungsvolle Momente einzubringen und durch einen exzellent ausgewählten Soundtrack, der überwiegend auf ruhigere Klänge setzt, immer die passende Stimmung zu vermitteln. Durch die Anpassung der Freigabe auf “Ab 16-Jahren” wurden die einzelnen Kämpfe zwar brutaler als die Vorgängerfilme und es wurde bei weit weniger Szenen weggeblendet. Trotzdem trifftet Logan nicht ins Übertriebene ab, sondern zeigt eher die brutale Wahrheit bei Kämpfen mit Alamantium-Klingen. Die Schauspielleistungen bleiben auf dem bekannten Niveau, vor allem vom Hugh Jackman und Patrick Stewart. Die neuen Darsteller reihen sich mit ein und treffen in der Darstellung genau den richtigen Ton.
So schafft es Logan eine gute Leistung abzuliefern, nebenbei das Superheldengenre auf ein ganz neues Niveau zu bringen und trotzdem Spannung zu schaffen. Trotzdem hängt der Film an manchen Stellen. Ich fühlte mich nicht richtig abgeholt und an manchen Stellen nimmt der Film sich auch einfach zu ernst bzw. wird zur schweren Kost. Vielleicht lastete auf mir auch einfach nur die Tatsache, dass ein lange existierender Held, immerhin erschien der erste X-Men Film bereits 2000, nun alt ist und ebnet den Weg für das Unausweichliche. Irgendwann werden auch meine anderen Helden alt sein.

Alles in allem ein gelungener und runder Abschluss der dritten X-Men-Reihe. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Kong – Skull Island

Am 09.03.2017 erschien ein neuer Film über King Kong in den deutschen Kinos.

Ein Forschungsteam bricht zusammen mit einer Militäreskorte zu einer bisher unentdeckten Insel auf. Doch dort finden sie nicht nur einen rießigen Affen vor, der ihre Hubschrauber vom Himmel holt, sondern noch ganz andere Geschöpfe. Werden sie es von der Insel lebend wieder herunterschaffen?

Über King Kong wurden bereits unzählige Filme gedreht. Immer wieder drehte es sich um seine Vorliebe für die eine Frau, die er auf das Empire State Buildung entführte. Doch mit Kong wurde nicht die gleiche Geschichte wieder erzählt, sie wurde aber auch nicht komplett neu eingefangen. Aber immerhin blieb diesmal das Empire State Building verschont. Bereits 2014 wurde mit Godzilla ein altes Monster neu belebt. In diesem neu geschaffenem „Universum“, soll nun auch Kong spielen, damit es in ein paar Jahren dann den Zweikampf der Giganten geben kann: King Kong vs. Godzilla.
Aber zunächst zu Skull Island. Im Jahr 1972 ist der Vietnam-Krieg so gut wie beendet und die Erfahrung ist noch schmerzlich im Kopf der amerikanischen Bevölkerung. Diesen Moment nutzen Bill Randa und sein Assistent Houston Brooks von der Regierungsorganisation Monarch, um finanzielle Hilfen und eine Militäreskorte zu einer erst durch Zufall entdeckten Insel zu erhalten, die sie erforschen wollen. Lieutenant Colonel Packard und seine Truppe werden aus dem Vietnam direkt zu diesem Einsatz abberufen. Gleichzeitig verpflichten Randa und Brooks den Pfärtenleser und Söldner Captain James Conrad für eine großzügige Summe für ihre Mission. Um den Trupp zu vervollständigen schließt sich selbstständig noch die Kriegsfotografin Mason Weaver an. Alle zusammen durchfliegen den Sturm, der dauerhaft um die Insel kreist, nur um zu merken, dass sie dir Insel besser nicht betreten hätten. Denn der rießige Affe Kong, der sie begrüßt und alle Hubschrauber vom Himmel holt, ist nur der Anfang der Schrecken der Insel.
Zu viele Namen in der Filmbeschreibung? Das könnte daran liegen, dass Kong – Skull Island mit viel zu vielen Haupt/Nebencharakteren auffährt. Dabei wird keiner richtig charakterisiert, aber bei jedem wird es versucht. Das für diese halbherzigen Charaktere aber viele durchaus bekannte und erfolgreiche Schauspieler gecastet wurden, beweist eher das Geschick der Marketingabteilung als der Castingabteilung. Denn Namen wie Tom Hiddleston, Brie Larson, Samuel L. Jackson, John Goodman und John C. Reilly lassen eigentlich auf ein sehr gute schauspielerische Qualität im Film schließen. Ihre Rollen hat auch keiner schlecht gespielt, allerdings waren die Aufgaben sehr eingeschränkt und klar verteilt. Larson war lediglich dafür da, um eine Frau im Team zu haben und ständig die Kamera vor das Gesicht zu halten, Hiddleston war als sympathischer Schönling engagiert, der regelmäßig ein paar Personen rettet und den Gegenpol zu Samuel L. Jackson gab, der wiederum nur dafür da war böse zu gucken und die Dynamik des Teams zu brechen. Hier wurden gute Schauspielnamen eindeutig verschleudert, da die Charaktere auch einfach von unbekannteren Darstellern hätte übernommen werden können.
Auch die Handlung ist sehr einfach gestrickt. Lasst uns die Insel erforschen, wir hätten nie herkommen sollen, wie kommen wir jetzt wieder runter von der Insel. Damit ist alles zusammengefasst. Was allerdings nicht heißen soll, dass es sich bei Kong – Skull Island um einen schlechten Film handelt. Denn bildgewaltige Action, Kämpfe mir riesigen „Monstern“ und einer Menge netter Oneliner, die einen zum schmunzeln brachten, waren in Hülle und Fülle vorhanden. Und genau dies war nach Beschreibung und Trailer zu erwarten. So erfüllt er letztendlich die Erwartungen, durch einige „Schönheitsfehler“, wie beispielsweise die Schnittweise wechselnde Tageszeit, und teilweise sehr klitscheehafte Entwicklungen, schafft er aber nicht den Sprung zu einem wirklich herausragenden Film. Trotz einiger schöner Klitscheebrecher und unvorhersehbaren Wendungen, hält sich Kong ein bisschen zu sehr an dem bereits Bekannten.

Alles in allem erfüllt Kong – Skull Island die Erwartungen, schafft aber nicht den Sprung darüber hinaus. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

A Cure for Wellness

Am 23.02.2017 erschien eine neue deutsch-amerikanische Koproduktion in den deutschen Kinos.

Mr Lockhart wird von seiner Firma beauftragt das Vorstandsmitglied Mr Pembroke aus einem Wellness-Resort in den Schweizer Alpen abzuholen. Doch sobald Lockhart in der Schweiz ankommt, scheint Mr Pembroke verschwunden zu sein und er findet sich nach einem Autounfall selbst in dem Resort wieder. Dort geht er den merkwürdigen Vorkommnissen auf den Grund.

Viele denken bei Urlaub an Sonne Strand und Meer. Auch bei Urlaub in der Schweiz gehen die Gedanken schnell einen genauen Weg. Lange Wanderungen durch die Alpen, Skiurlaub und ähnliches. Das Wellness-Resort in A Cure for Wellness passt auf dem ersten Blick nicht in unser Bild von einem schönen Urlaub. Denn zum einen liegt das luxuriöse Resort sehr abgeschieden und die Dorfbewohner am Rande des Berges, scheinen einen regelrechten Groll gegen die Besucher zu haben. Zum anderen wirkt das Resort nicht sehr einladend. Diesen Eindruck erweckt das Resort auch auf den Protagonisten des Films Mr. Lockhart. Jung, ehrgeizig und hart arbeitend, versucht er in seinem Unternehmen schnell aufzusteigen. Als eine Fusion bevorsteht, wird das Vorstandsmitglied Mr Pembroke benötigt. Dieser befindet sich jedoch in einem Wellness-Resort in der Schweiz. Auf den Rückruf für die Fusion antwortet Pembroke mit einem sehr undurchsichtigen Brief, dem nur zu entnehmen ist, dass er wohl nicht mehr zurückkehren wird. So wird Mr Lockhart losgeschickt, um Mr Pembroke zurück zu holen. Dies gestaltet sich jedoch als schwieriger als zunächst angenommen, zumal Mr Pembroke kurz nach Lockharts Ankunft scheinbar spurlos verschwindet. Auf der Rückreise ins Dorf wird Lockhart jedoch in einen Autounfall verwickelt und wacht am nächsten Tag mit eingegipsten Bein wieder im Resort auf. Dort lernt er den Leiter des Resorts Dr. Volmer kennen, der sich zuvorkommend und verständnisvoll gibt. Doch sobald Lockhart anfängt etwas zu graben, stößt er auf Ungereimtheiten und merkt schnell, dass hier irgendetwas nicht stimmt.
A Cure for Wellness baut sehr schnell eine starke Atmosphäre auf, bei der ein leichtes Gruseln einen immer begleitet. Dafür sind kein gruseliger Soundtrack oder andere beliebte Horrorelemente nötig, sondern es ist eher dieses Gruseln, weil man sofort merkt, dass dort etwas nicht stimmt.
Die Handlung ist verstrickt, so dass man das Ende nicht gleich vorhersehen kann. Auch am Anfang vermutete Parallelen zu ähnlichen Filmen bewahrheiten sich nicht, was dem Film einen eigenen Stellenwert gibt. Nach jeder scheinbaren Lösung bzw. Nach jedem Hinweis, verstrickt sich die Handlung weiter und man weiß erst am Ende, wie genau jetzt alles zusammenhängt. Das Ende selbst ist zwar ein wenig abgedreht, bleibt aber im Bereich des Akzeptablen. Grundsätzlich unterscheidet es sich aber von der im Vorhinein aufgebauten Stimmung her stark.
Neben der Atmosphäre wird der Film vor allem von den guten schauspielerischen Leistungen getragen. Während man bei Hauptdarsteller Dane deHaan als Mr Lockhart immer wieder zwischen Sympathisch und Arschloch (vor allem am Anfang) schwankt, ist es vor allem Jason Isaacs als Dr. Volmer, der mit seiner ganz eigenen Art überzeugen kann. Wer ihn in Harry Potter als Lucius Malfoy erlebt hat, weiß, wie leicht Isaacs mit ein bisschen Mimik und wohl gewählten Worten eine ganz eigene Stimmung verbreiten kann. Mia Goth als Hannah hingegen merkt man an, dass sie noch Schauspielerfahrung sammelt. Sie spielt ihre Rolle durchaus souverän, aber es fehlt ihr etwas an Mimik und erinnert stellenweise leider sehr an Kristen Stewarts ausdrucksloses Spiel.
Die Spannung im Film wird sehr schnell durch die Atmosphäre im Wellness-Resort aufgebaut. Obwohl der Film mitunter etwas ruhig erzählt wird, hält sich die Spannung durch die offenen Fragen auf einem guten Niveau und steigert sich immer wenn Mr Lockhart kurz davor ist, wieder ein neues Geheimnis aufzudecken oder eine vorher im Raum stehende Frage beantworten will. So bleibt man trotz der relativ langen Spielzeit von 150 Minuten permanent an den Kinostuhl gefesselt und merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht.

Alles in allem ein spannender und sehr atmosphärischer Film. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im Februar 2017

Hallo ihr Lieben,
nicht nur die Oscarverleihung ist vorbei, sondern auch der Februar und so kommt hier meine allmonatige Übersicht der Filme, die ich leider nicht sehen konnte.

) Den Sternen so nah: Ich stell mir eine süße kleine Geschichte über die erste große Jugendliebe vor, nur das er auf dem Mars lebt.

2) Boston: Die Verfilmung über das Attentat auf den Boston Marathon. Ich bin gespannt, ob der Film einen Mehrwert zu einer einfachen Dokumentation bietet.

Und hier noch kurz die Übersicht der Filme, die es ganz knapp nicht auf meine Liste geschafft haben:

Die irre Heldentour des Billy Lynn, Madame Christine und ihre unerwarteten Gäste

Verpasst, aber nicht vergessen – Oscarspecial

Hallo ihr Lieben,
die Oscarverleihung steht kurz bevor, und bei mir laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Da leider die meisten Oscar nominierten Filme erst im Januar und Februar in Deutschland anlaufen, sind diese Monate bei mir immer sehr voll mit Kinobesuchen. Da das Kino in meiner neuen Heimatstadt mich leider etwas im Stich gelassen hat (hier läuft gefühlt nur Star Wars und Fifty Shades of Grey), waren mitunter auch längere Anfahrtswege zu den Kinos nötig, die die Filme zeigen. Lange Rede kurzer Sinn, ich habe versucht noch die wichtigsten Filme nachzuholen, ehe es heute Nacht zur großen Verleihung kommt.

Hidden Figures – unerkannte Heldinnen

Noch vor dem Civil Rights Act 1964, stellte die NASA, eine von weißen Männern dominierte Branche, auch Frauen und auch schwarze Frauen als Mathematiker ein. Beide wurden nicht so ganz ernst genommen und die schwarzen Frauen dabei auch noch diskriminiert. Doch beim Mercury-Projekt braucht die NASA genau diese Frauen und ihren brillanten Verstand. In Hidden Figures geht es um die wahren Geschichten von Katherine Goble, Dorothy Vaughan und Mary Jackson, die alle drei in eben jener Zeit ihren Weg bei der NASA fanden und damit mitunter auch schon erste Antidiskriminierungsakte hervorriefen. Bei wahren Geschichten muss man natürlich immer unterscheiden, dass in einem Film auch viel Fiktion mit hineinfließt. Aber trotzdem schafft Hidden Figures es einen spannenden Film über das Wettrüsten der NASA mit der russischen Konkurrenz zu erschaffen, dabei das Leben der Afroamerikanischen Bevölkerung zu dieser Zeit widerzuspiegeln und trotzdem immer hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken. So entsteht trotz der schweren Thematik ein Film, der ein gutes Gefühl zurücklässt. Statt die Charaktere pausenlos über ihre schlechte Situation jammern zu lassen, wird immer wieder nach Möglichkeiten gesucht, um diese zu verbessern. Natürlich treten auch viele Rückschläge auf, aber unsere unerkannten Heldinnen lassen sich davon nicht unterkriegen. Neben dem Hauptdrehort im NASA Gebäude, wird auch ein wenig aus dem Privatleben der drei Heldinnen erzählt, so dass neben komplizierten Rechenaufgaben, auch etwas für das Herz dabei ist.
Alles in allem ein sehr schöner Film, der Hoffnung spendet und doch an eine grauere Zeit erinnert. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Jackie

Die Geschichte der Jackie Kennedy, die miterleben musste, wie ihr Mann direkt neben ihr erschossen wurde und dann trotz starker Trauer noch immer als die first Lady fungierte. Kernstück des Films ist ein Interview, das Jackie 1963 nur eine Woche nach der Ermordung ihres Mannes gab. Daraus resultieren dann einzelne Rückblenden über das Verhalten direkt nach der Ermordung bis zur Beerdigung. Natalie Portman ist hier für ihre Rolle als Jackie Kennedy für die beste Hauptrolle nominiert. Sie trägt mit ihrer Leistung auch den gesamten Film, da es selten eine Szene gibt, in der die Kamera nicht ihrem Gesicht folgt. Dabei fängt sie gut die Emotionen ein, die jemand in so einer Situation wohl fühlen muss. Die Trauer und die Verzweiflung sind selbst in den ruhigeren Momenten deutlich auf ihrem Gesicht zu lesen, ohne dass Portman dabei ins overacting verfällt. Obwohl ihr Mann gerade aus nächster Nähe erschossen wurde, darf sie sich nur selten erlauben wirklich zu weinen, denn sie muss Stärke dem Volk gegenüber zeigen. Die Handlung selbst ist sehr ruhig erzählt und mit dem Score zusammen wirkt der Film beinahe erstarrt, was die Gefühlslage der Protagonistin widerspiegeln dürfte. Aufregende und spannende Szenen sucht man hier vergeblich, es geht hier ausschließlich um ein Filmportrait der Jackie Kennedy in der Woche nach dem Attentat.
Alles in allem ein ruhiger Film mit einer starken Performance von Natalie Portman. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Lion

Auch Lion basiert auf einer wahren Geschichte. Der junge Saroo, 5 Jahre alt, lebt in einem kleinen Dorf in Indien. Eines Tages sucht er seinen größeren Bruder Guddu, steigt dabei in einen Zug, der ihn über 1.600km weit nach Kalkutta bringt. Nachdem er sich dort wochenlang als Bettler durchgeschlagen hat, kommt er in ein Waisenhaus und wird von den australiern Sue und John adoptiert. Nach vielen Jahren sucht er noch immer nach seiner Heimatstadt und nach Mutter und Bruder. Lion ist ein packender und gleichzeitig trauriger Film über die Suche nach einem Weg nach Hause. Dabei spielt sich der erste Teil des Films ausschließlich in Indien ab und begleitet den jungen Saroo. Man erlebt seine Angst ganz alleine im Zug, auf der Flucht vor Menschenhändlern und dann im großen Kalkutta versucht zu überleben. Der zweite Teil des Films befasst sich dann mit Saroo nach der Adoption von Sue und John, und spielt damit hauptsächlich in Australien bzw. Tasmanien. Als Erwachsener versucht er immer wieder mit Hilfe von Google Earth Ansatzpunkte herauszufinden, um seine ursprüngliche Heimat wiederzufinden. Seine Freundin versteht sein starkes Verlangen nicht.
Lion ist ein sehr emotionaler Film über die Suche nach Saroos Zuhause. Dabei wird der Film trotzdem sehr ruhig erzählt. Er geht grundsätzlich auf die Probleme der Armut in Indien ein, thematisiert dieses aber nicht übermäßig. Stattdessen wird sich hier zentral rein mit Saroos Schicksal auseinander gesetzt. Dev Patel spielt dabei sehr glaubhaft den erwachsenen Saroo und seine innere Zerrissenheit. Am überzeugendsten spielt  hier jedoch Sunny Pawar als junger Saroo. In seinen Augen sehen wir die Verlassenheit und das Unglück. Dann sehen wir die Freude nach seiner Adoption. Dies in seinem jungen Alter so gut rüberzubringen, zeugt von großem Talent.
Alles in allem ist Lion ein packender und trauriger Film, der aber durchaus sehenswert ist. Dafür bekommt er 08 von 10 möglichen Punkten.

Manchester by the Sea

Lee Chandler arbeitet als Hausmeister in einem Wohnblock. Er begnügt sich mit einer schlechten Unterkunft und einer miesen Bezahlung und ist grundsätzlich sehr in sich gekehrt. Eines Tages bekommt er die Nachricht, dass sein Bruder nach langer Krankheit verstorben ist. Er fährt in seine Heimatstadt und versucht alles zu regeln. Dabei erfährt er, dass er als Vormund für seinen Neffen … eingetragen ist. Von jetzt auf gleich müssen beide miteinander klarkommen und doch Platz für ihre Trauer finden. Manchester by the Sea fängt etwas träge an. Lee Chandler reagiert sehr pragmatisch auf die Nachricht des Todes seines Bruders und zeigt grundsätzlich wenig Emotionen. Erst nach der ausführlichen Vorstellung der beiden Hauptcharaktere, fängt der Film an Rückblenden zu zeigen und schon bald ist dem Zuschauer das ganze Ausmaß der Tragödie bewusst. Ab hier nimmt Manchester by the Sea einen ganz anderen Ton an und nimmt an Fahrt auf. Der Grundton bleibt trotzdem sehr ruhig. Am störendsten am Film ist das sehr abrupte Ende. Es eröffnete sich eine neue Lösung für das zu lösende Problem und schon wird der Abspann gezeigt. So wird der Zuschauer etwas ratlos zurückgelassen und brauch ein paar Minuten, um sich wieder zu sammeln. Die passende Zielgruppe dürfte sein, wenn man auf einen sehr unhektischen Film steht und wenn man Trauerbewältigung ohne viele Tränen sehen möchte und ohne große emotionale Reden.
Alles in allem ist Manchester by the Sea eine sehr erschütternde Geschichte, der einen durch die ruhige Erzählweise nur noch unfassbarer zurücklässt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Hell or high Water

Das ich nicht viel mit Western anfangen kann, dürfte inzwischen jedem Leser meines Blogs klar sein. Trotzdem habe ich mich an den „modernen“ Western Hell or high Water herangewagt. Toby und Tanner Howard waren ihr ganzes Leben über arm. Während Tanner im Gefängnis seine Strafe absaß, hat sich Toby um die kranke Mutter der beiden gekümmert, die nun verstarb. Zurück ließ sie einen Kredit, der zurückgezahlt werden muss. Und so beschließen die beiden Brüder Banken auszurauben. Verfolgt werden sie von den beiden Rangers Hamilton und Parker.
Hell or high Water kommt auf den ersten Blick wie ein alter Western daher, was vorallem am Schauplatz Texas liegen dürfte. Man könnte sich die Brüder Howard gut auf einem Pferd reitend vorstellen und die Kuhherde zusammenhalten – um einmal alle Klitschees anzusprechen – doch für Pferde reicht ihr Geld bei weitem nicht aus. Stattdessen versuchen sie dem System eins auszuwischen, dass sie ihr ganzes Leben klein gehalten hat. So entsteht eine Kapitalismuskritik der ganz anderen Art. Erst durch die starken Dialoge des Films werden aus Kleinkriminellen Kapitalismusgegner. Und hier liegt die Stärke des Films. Denn die Dialoge heben den ansonsten sehr gewöhnlich wirkenden Film auf ein ganz neues Niveau. Trotzdem fehlt dem Film irgendwo die Spannung und die Nähe zu den Charakteren.
Alles in allem ein interessanter Vertreter des Genres Western. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Fences

Das Fences ursprünglich als Theaterstück inzeniert wurde, merkt man sehr schnell. Denn die Schauplätze selbst in rar gesät, dafür sprudelt der Film nur so voller Dialoge. Auch in der filmischen Variante wurden wieder Denzel Washington und Viola Davis als Hauptdarsteller ausgewählt. Troy und Rose Maxon leben in den 1950er Jahren in den USA. Troy muss als Müllmann hart kämpfen, um das Einkommen der Familie zu sichern. Gleichzeitig kämpft er gegen den Rassismus seiner Zeit, da er Schwarz ist. Hauptschauplatz des Films ist der Garten der Familie, um den Troy einen Zaun – auf englisch fences – bauen möchte. So geht es in diesem Film um Rassismus, Armut und familiäre Probleme. Troy ist durch seine harte Arbeit so gezeichnet, dass er seine Launen gerne an seiner Frau und seinem Sohn auslässt. Auch ist er tief verbittert, weil er einst eine Sportlerkarriere anstrebte. Fences wird auch sehr ruhig erzählt und ist durch die Theaterstückbasis sehr dialoglastig. Das stört aber wenig, denn Washington und Davis treten hier in Bestform auf und beweisen, wieso sie so geschätzte Schauspieler sind. Von ihrem Spiel und denen der übrigen Darsteller hängt auch das Gelingen des Films ab, denn sie bringen die eigentlich sehr ernste Stimmung des Films lockerer rüber, so dass man sich den Film gut ansehen kann. Die Dialoge selbst sind gut geschrieben, wenn sie auch teilweise sehr hart rüberkommen. Das beste Beispiel dürfte die bereits im Trailer gezeigte Rede Washingtons gerichtet an den Sohn der Familie sein, in der er dem Sohn erklärt, dass er ihn als Vater nicht lieben müsse, sondern ihn lediglich ernähren müsse.
Alles in allem eine gute Umsetzung eines Theaterstücks mit starkem Cast. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Elle

Manche Filme mag man eigentlich von der Thematik her gar nicht ansehen. Denn Vergewaltigung ist ein Thema, dass ich grundsätzlich zu vermeiden suche. Trotzdem war ich interessiert, wie Isabelle Huppert die Rolle des Opfers spielt. Ihr Charakter Michele Leblanc ist bereits stark durch ihre Vergangenheit gekennzeichnet. Mühsam hat sie sich ein Konstrukt im Alltag zurecht gelegt, das jedoch zu zerbröckeln scheint, als ein Vermumter Mann in ihr Haus eindringt und sie vergewaltigt. Doch durch die Ereignisse in ihrer Vergangenheit will Michele nicht zur Polizei gehen und versucht selbst mit dem Geschehen klar zu kommen.
Elle ist ein Film, der einzig auf die gute Leistung der Hauptdarstellerin Michelle Huppert baut, denn die Handlung selbst ist sehr durcheinander und wird von zu vielen Charakteren getragen. Michele Leblanc ist ein Charakter, mit dem man zunächst starkes Mitleid empfindet durch die Vergewaltigung. Doch ihr Charakter ist so undurchschaubar und unnahbar, dass dies bald verfliegt. Auch ihre Taten versteht man nicht so richtig. Zunächst wollte ich positiv hervorheben, dass man die Vergewaltigung an sich am Anfang nicht richtig sieht, sondern sich eher mit der Reaktion der Charaktere befasst wird, als das Entsetzen und den Schmerz in Hupperts Gesicht sehen zu müssen, während der Tat. Leider gab es dann doch mehrfach Rückblenden, die die Vergewaltigung in ganzer Fülle zeigen, was den anfänglich positiven Teil des Films wieder zunichte machte. Hier ergötzt sich der Film praktisch an dem Leid seiner Protagonistin. Weniger ist manchmal eben doch mehr. Ansonsten bietet die Handlung auch wenig Material, um den Zuschauer abzuholen, sondern baut eher eine Wand zwischen Publikum und Leinwand auf. Lediglich Hupperts Spiel ist die Oscarnominierung wert, schafft es aber auch nicht diese Wand zu durchbrechen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Ein Mann namens Ove

Das erste Mal, dass ich sogar mehr als einen Film gesehen habe, der als bester fremdsprachiger Film nominiert ist. Ein Mann names Ove ist dieses Jahr sogar der dritte Film und geht für Schweden ins Rennen.
Eigentlich möchte sich Ove nur umbringen. Er hat seine Arbeit verloren und seine Frau Sonja ist bereits vor einiger Zeit verschieden. Doch seine Siedlung bekommt neue Nachbarn, die es immer wieder schaffen sein Vorhaben unbewusst zu vereiteln. Ove ist sehr wortkarg und sehr auf die selbstaufgestellten Regeln bedacht, die in seiner Siedlung herrschen. In Rückblenden, die sich über den ganzen Film verteilen, sieht man, wie Ove so sehr verbittern konnte. Während ich nach der Sichtung des Trailers auf eine Komödie setzte, wurde mir schon nach kurzer Zeit die Tragik im Film bewusst, die immer wieder mit humorvollen Einfällen aufgelockert wird. Denn ein Mensch verbittert nicht so stark von jetzt auf gleich.
Ein Mann namens Ove ist ein herrlicher, aber kurzweiliger Film, über die Steine, die einem im Laufe des Lebens in den Weg gelegt werden können. Durch interessante Charaktere hebt er sich von der grauen Masse ab und nimmt einen für eine kurze Zeit in den Bann. Nach dem Sehen verfliegt der Film jedoch schnell wieder aus dem Gedächtnis.
Alles in allem eine gute Komödie, mit starkem Drang zur Tragikkomödie, die nach dem Sehen aber nicht dauerhaft im Gedächtnis bleibt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

The Lego Batman Movie

Am 09.02.2017 erschien der Nachfolgefilm von The Lego Movie diesmal mit Batman in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Batman, der Held von Gotham, rühmt sich damit ein Eigenbrödler zu sein und jeden Bösewicht im Alleingang platt zu machen. Dabei hat er immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Doch als Commissioner Gordon in den Ruhestand geht und seine Tochter sich weigert nur immer das Batsignal zu drücken, nimmt sein Leben eine drastische Wendung. Zugleich hat der Joker natürlich auch wieder einen unschlagbaren Plan.

Im Jahr 2014 erschien The Lego Movie und begeisterte mit guter Animation und einer schönen Geschichte über den Meisterbauer Emmett. Heimlicher Star des Films war jedoch Batman, der durch seine kühle und selbstverliebte Art die meisten Lacher für sich gewinnen konnte. Da lag es nah, dass Batman zeitnah auch seinen Solo-Lego-Film bekommt. Die ersten Trailer ließen uns groß hoffen.
Zunächst wird der Zuschauer gleich in die erste große Actionsequenz gestoßen. Der Joker und so ziemlich alle anderen Batman-Bösewichte, u. a. Poison Ivy, der Pinguin, der Riddler, Harley Quinn, etc, versammelt und versucht – mal wieder – Gotham einzunehmen. Diesmal scheint er wirklich an alles gedacht zu haben, denn er hat sogar das Batsignal blockiert, um Batman daran zu hindern, seinen Plan zu vereiteln. Doch dieser ist natürlich wie immer zur Stelle und rettet die Stadt. Während die Stadt seinen Sieg feiert und die Bösewichte wieder einmal ins Arkham Asylum einsperrt, zieht sich Batman auf sein Anwesen zurück und suhlt sich in seiner Einsamkeit. Doch während der Joker schon wieder einen neuen Plan schmiedet und Batman aus versehen ein Waisenjungen adoptiert, geht Commissioner Gordon in den Ruhestand. Er übergibt den Knopf für das Batsignal an seine Tochter, die jedoch gleich klarstellt, dass sie den Knopf für das Batsignal nicht drücken wird, sondern die Polizei darauf schulen will, dass sie sich selbst wehren können. Das gefällt Batman ganz und gar nicht und er trifft eine folgenschwere Entscheidung.
Während The Lego Movie gut funktionierte und Batman dort durch seine eingebildeten Sprüche aufgefallen ist und viele Lacher auf seiner Seite hatte, muss Batman nun die Handlung tragen, weiter für Witze sorgen und eigentlich auch mehr drauf haben, als nur ein paar Sprüche abzulassen. Leider war dies nicht der Fall. Dadurch war der Film leider überhaupt nicht mehr lustig, abgesehen von ein paar Szenen, die leider alle schon im Trailer zu sehen waren. Die Handlung selbst hatte ein paar gute Einfälle, so dass der Film zumindest ein bisschen auch spannend wurde, aber im großen und ganzen war der Handlungsverlauf sehr vorhersehbar. The Lego Batman Movie ist an sich vor allem eins: ein großer Fansupport. So wurden die wichtigsten DC Superhelden und DC Bösewichte mindestens einmal gezeigt, es gab Anspielungen auf die ganzen Batman-Filme und auch aus anderen großen Fandoms wurden zumindest die Bösewichte aufgegriffen. So freute man sich doch jedes Mal wieder, wenn man ein “bekanntes Gesicht” sah oder einen Charakter direkt erkannt hat.
Was The Lego Batman Movie aber vor allem kann, ist bildgewaltige Action mit Legofiguren zu erstellen. Denn das Bildmaterial, das geliefert wird, kann sich sehen lassen und rechtfertigt sogar den Besuch im Kino, um das Ganze auf der großen Leinwand auf sich wirken zu lassen. Die Spezialeffekte haben sich in den zwei Jahren seit The Lego Movie noch einmal stark verbessert.
Im Film werden die Themen Einsamkeit und Freundschaft bzw. Feindschaft angesprochen und sehr groß thematisiert. Leider stellen beide Parteien meist nur Behauptungen auf und liefern keine direkten Argumente, so dass der Erziehungswert für Kinder auch sehr gering sein dürfte.

Alles in allem konnte The Lego Batman Movie zwar durch seine Optik ein bisschen überzeugen, enttäuschte aber dadurch, dass er einfach nicht lustig war. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

John Wick – Chapter 2

Am 16.02.2017 erschien der zweite Teil um den Agenten John Wick in den deutschen Kinos.

John Wick hat seine Rache bekommen und möchte nun eigentlich wieder aussteigen. Doch da kommt Santino D’Antonio vorbei und überreicht Wick eine Schuldmünze. Damit ist Wick verpflichtet den Auftrag von D’Antonio anzunehmen. Doch dieser weigert sich und D’Antonio sprengt daraufhin sein Haus in die Luft. Wick reist daraufhin nach Rom, um die Schuldmünze doch noch einzulösen, nicht ahnend welche Kettenreaktion er losgetreten hat.

2015 trat ein neuer Actionheld auf die Kinoleinwand. Keanu Reeves als gebrochener Mann, der nicht über den Tod seiner Frau hinwegkommt, traf gleich alle ins Herz. Als dann auch noch sein Auto gestohlen und sein Hund ermordet wurde, schwört er Rache. Eigentlich war er vor Jahren aus seinem Business ausgestiegen, nimmt aber für seinen Rachefeldzug wieder seine alten Tätigkeiten auf. John Wick konnte durch trockenen Humor und vor allem vielen sehr gut choreographierten Kampfsequenzen überzeugen. Zudem dürfte es wohl auch der erste Actionfilm sein, der sich permanent auf das Nachladen konzentriert hat und Wick daher keine Magazine mit unendlicher Munition zur Verfügung hatte. Da der erste Film großen Erfolg feierte, schien ein zweiter Teil unausweichlich, auch wenn der erste Teil für sich alleine durchaus bestehen könnte.
Der zweite Teil mit dem passenden Namen Chapter 2, schließt beinahe nahtlos an den ersten an. John Wick will noch immer sein Auto zurück haben. Nach erfolgreicher “Schlacht” versucht er sich auszuruhen. Doch die Nachricht, dass “der schwarze Mann” zurück sei, macht schnell die Runde und schon steht Santino D’Antonio vor seiner Tür. Dieser ist ein alter Bekannter und half Wick damals auszusteigen, damit er mit seiner Frau ein normales Leben führen konnte. Dafür hat Wick ihm eine Schuldmünze gegeben, die ihn dazu verpflichtet jeden Auftrag anzunehmen, den ihm D’Antonio aufträgt. Doch Wick ist müde und wollte eigentlich nach seiner Rachetour wieder komplett aussteigen. Nach seiner Ablehnung sprengt D’Antonio jedoch kurzentschlossen Wicks Haus in die Luft. Dieser reist daraufhin nach Rom, um seine Schuld zu begleichen. Doch damit tritt er ungewollt eine Kettenreaktion los, die sich nicht mehr aufhalten lässt.
Chapter 2 ließ als Titel für den zweiten Teil großes Erwarten. Der Film orientiert sich auch zunächst stark am ersten Teil und bietet wieder grandiose Action, perfekt durch choreographierte Kampfszenen und auch hier wird wieder penibel darauf geachtet, dass Wick regelmäßig nachladen muss, bzw. auch einfach mal die Waffe wechseln muss, weil er keine Patronen mehr hat. Ansonsten versucht der zweite Teil nun natürlich eine ordentliche Schippe drauf zu legen. Darunter leidet dann aber leider die Glaubwürdigkeit. Während man Wick im ersten Teil angesehen hat, dass er immer erschöpfter wurde, je länger ein Kampf dauerte und er dann auch durch seine Verletzungen nicht mehr so gut kämpfen konnte, wie am Anfang, wird dieser Fakt im zweiten Teil ziemlich vernachlässigt und außer Acht gelassen. Stattdessen wird aus John Wick praktisch eine Maschine, den man auch mehrmals anschießen kann, ohne dass er aufhört zu kämpfen. Das wirkt sich natürlich negativ auf den Spannungsbogen aus, der zunächst wieder sehr hoch ansetzte und das Publikum in Atem hielt. Doch weil dann irgendwann die Glaubwürdigkeit immer mehr nachließ, leidete auch die Spannung darunter, weil man irgendwann nicht mehr mitfieberte, sondern sich dachte “Egal, er überlebt es ja doch”.
Während man auch im zweiten Teil ein paar altbekannte Gesichter wiedersieht, wurden doch hauptsächlich neue Charaktere geschaffen, um so einen klaren Schnitt zum ersten Teil zu ziehen. Die Darsteller wurden sehr bewusst gewählt, auch wenn Laurence Fishbourne wieder eine sehr kleine Rolle spielt. Die schauspielerischen Leistungen können sich durch die Reihe weg sehen lassen, auch wenn Keanu Reeves wieder heraussticht.
Zusammenfassend kann man sagen, dass John Wick Chapter 2 auch wieder vieles Richtig macht und ein Actionfilm vom Feinsten ist. An das Niveau vom ersten Teil kommt er leider nicht mehr heran und durch das offene Ende, gibt er wohl auch den Startschuss für einen dritten Teil.

Alles in allem ein guter Actionfilm, auch wenn er ein wenig über das Ziel hinausschießt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.