Hello Spring

Ein Vorwort

Frühling ist meine liebste Jahreszeit. Wenn die Tage endlich wieder länger werden, die Sonne öfter scheint, die ersten Blumen aus der Erde kriechen und einfach alles langsam wieder besser wird. Doch während ich im Sommer meine Sommerlektüren brauche, im Winter eher mal zu einem Krimi oder Thriller greife und im Herbst für den Oktober meine Monsterwochen vorbereite, habe ich für den Frühling keine festen Vorlieben. Doch manchmal kommt es vor, dass ich einen Film/eine Serie schaue oder zu einem Buch greife und mir denke: Das passt wunderbar zu meiner Frühlingsfreude. Und genau darum soll es heute gehen! Tatsächlich ist der gemeinsame Nenner dieses Jahr wohl der Tee, aber lasst euch überraschen!

Filmfabelhafte Frühlingsgefühle: Tea with the Dames

Quelle

Die Handlung: Eileen Atkins, Judi Dench, Joan Plowright und Maggie Smith sind alle Schauspielerinnen, die schon ein paar Jährchen in der Branche sind. Doch sie eint noch eine weitere Sache: Sie alle haben den Ritterschlag der Queen erhalten und haben nun den Titel ‚Dame‘. Einmal im Jahr treffen sich die Dames zum Tee, um über alles Mögliche zu quatschen. Diesmal ist ein Kamerateam dabei.

Meine Meinung: Wer so viele Jahre in der Filmbranche dabei ist, wie diese Damen, hat durchaus Geschichten zu erzählen. Dabei kommt so einiges informatives, aber auch unterhaltsames bei raus. Die Gespräche werden ein bisschen gelenkt, in dem immer mal wieder Fragen vom Kamerateam eingeworfen werden. Größtenteils reden die Damen aber sehr frei. Es gibt Geschichten über ihre Anfänge, Höhepunkte, Tiefpunkte, Arbeiten mit dem eigenen Mann und bei Maggie Smith und Judi Dench durften natürlich auch die Fragen zu den „Filmgroßprojekten“ Harry Potter und James Bond nicht fehlen. Das alles geschieht bei einer (oder vielleicht doch ein paar mehr) entspannter Tasse Tee. Dabei sind die Damen einfach grundsympathisch. Man muss sich allerdings auf die Atmosphäre und die Geschichten einlassen, sonst kann der Film schnell langweilig werden. Aber so fühlt es sich einfach nach einer netten Teestunde an. Daran kann auch der zwischendurch einsetzende Platzregen nichts ändern.

Serientastische Frühlingsgefühle: Nadiyas Backwelt

Die Handlung: Nadiya Hussain verzaubert wieder. Diesmal backt sie in jeder Größenordnung und hat dabei auch wieder allerlei nützliche Tipps. In jeder Folge wird zudem ein*e Bäcker*in aus Großbritannien vorgestellt, der/die herausragende Dinge kreiert.

Meine Meinung: Aufmerksam geworden bin ich auf Nadiya durch ihre erste Netflixserie „Foodhacks mit Nadiya Hussain“, in der es darum ging, mit möglichst wenig Aufwand tolle Gerichte zu zaubern. Dabei war vor allem ihr sonniges Gemüt und ihre ehrliche Art unglaublich erfrischend. In Nadiyas Backwelt gehen wir nun weg vom Kochen und hin zum Backen. Aber auch hier verzaubert sie wieder mit ihrer sympathischen Art. Im Vergleich zu anderen Koch- und Backsendungen geht es hier nicht darum, dass geübte Bäcker auch die schwierigsten Sachen ganz leicht aussehen lassen, sondern wirklich Tipps zu geben, damit auch dem Laien die gezeigten Sachen gelingen. Mir zaubern beide Serien immer ein Lächeln ins Gesicht und die angedeuteten Gartenpartys oder Picknicke, bei denen man dann die Kreationen präsentieren kann, macht mir viel Vorfreude auf den Frühling, wenn endlich alles blüht, oder direkt auf den Sommer.

Buchzauberhafte Frühlingsgefühle: Eine Leiche zum Tee

Die Handlung: Ashford-on-Sea ist ein beschauliches Küstenstädtchen in England. Doch beim alljährlichen Dorffest wird eine Leiche gefunden. Es ist ausgerechnet Amys verhasste Klavierlehrerin. Die Polizei geht von einem Unfall aus, doch Amys Tante Clarissa ist sich sicher, dass es Mord ist. So beruft sie ihren Buchclub ein, die stets für einen guten Krimi zu haben sind. Amy behagt das jedoch nicht, hat doch ihr heimlicher Schwarm Finn ein Motiv.

Meine Meinung: Krimis sind bei mir ähnlich heikel wie Thriller. Ich mag einfach keine Krimis mehr über einen gescheiterten Ermittler lesen. Keinen mehr mit Alkoholproblemen, der in irgendeiner Abwärtsspirale gefangen ist. Dafür doch lieber eine schöne Agatha Christie Geschichte mit einem etwas schrulligen Poirot. Alexandra Fischer-Hunold schafft es hier genau diesen Tonfall zu treffen. Und die Protagonistin Amy oder auch ihre Tante Clarissa sind zum Glück alles andere, als typische Krimiermittler. So hat die Geschichte einen wunderbar locker leichten Erzählstil, sympathische Charaktere und durch das Setting und dem Café von Tante Clarissa bei mir instant Fernweh ausgelöst. Es war irgendwo ein Buch zum dahinträumen, aber eben auch ein spannender Krimi. Grundsätzlich sollte man mit Amy als sehr junge Protagonistin warm werden, denn sie hat eben einen sehr anderen Blickwinkel auf vieles und so kommt halt auch immer wieder ihre Schwärmerei für Finn durch. Ich mochte diesen Aspekt sehr, aber wer junge Protagonisten nicht mag, findet hier wahrscheinlich nicht die gesuchte Erfüllung. Vielleicht schaffe ich es ja die Fortsetzung in einem Großbritannienurlaub zu lesen – je nach Situation da draußen. Oder ich nutze sie, um mich weiter in die Ferne zu träumen.

Was sind eure Frühlingshighlights? Machen euch bestimmte Dinge im Frühling glücklich?

Sherlock – Staffel 4 – Kurzkritik

Das ab und an auch gute Serien im öffentlich-rechtlichen Fernsehen laufen, bewies zuletzt wieder die ARD, die am Pfingstwochenende und dem darauffolgenden Sonntag die vierte Staffel der Serie um den Detektiv aus der Baker Street 221b ausstrahlte. Diese Kritik ist spoilerfrei und daher sehr schwammig formuliert.

Sherlock Holmes und Dr. John Watson stellen sich neuen Fällen in ihrem Detektivbüro und helfen der Polizei, wann immer diese nicht weiterkommen. Doch nach der mysteriösen “Miss me” Meldung eines bekannten Gegners, steht Sherlock unter Strom und wartet geduldig auf den ersten Zug seines Gegners. Doch neben seinen alltäglichen Fällen muss er sich auch nach vielen Jahren endlich seinem Familiengeheimnis stellen.

Das Grundprinzip der Serie Sherlock – für diejenigen, die noch nie etwas von dieser Serie gehört haben – ist, dass der berühmte Detektiv Sherlock Holmes aus den Romanen und Kurzgeschichten von Sir Arthur Conan Doyle im modernen London der heutigen Zeit lebt und dort Fälle löst. Einige Folgen basieren direkt auf Doyles Geschichten, andere nehmen lediglich einige Elemente auf und verknüpfen diese mit freien Erzählungen.
Vom Erzählrhythmus orientiert sich Staffel 4 an der dritten Staffel, so dass viele wirre Einzelstränge zwischen den eigentlichen Handlungen der Folgen platziert werden. Dadurch fällt es dem Zuschauer immer schwerer sich auf die eigentliche Lösung der Fälle zu konzentrieren, weil zu viel daneben erzählt wird. Dies war in den ersten beiden Staffel noch kaum vorhanden und erst in Staffel drei sehr präsent. Nebenbei kommen auch wieder die sozialen Verpflochtenheiten zum Tragen mit viel Drama.
Benedict Cumberbatch als Sherlock und Martin Freeman als Dr. Watson geben wieder ein wunderbares Paar und entwickeln ihre Dynamik noch einmal weiter. Die Figuren selbst haben keine große Entwicklung, sondern bleiben auf dem Stand der dritten Staffel.
Die Staffel besteht weiterhin aus drei Folgen, wobei die dritte Folge wieder den größten dramatischen Effekt hat. Spannungsgeladen sind sie alle, auch wenn in der zweiten Folge durch zu viele Einzelstränge die Übersichtlichkeit stark zu Wünschen übrig lässt.

Alles in allem ist die vierte Staffel nur für diejenigen geeinigt, die auch mit Staffel 3 etwas anfangen konnten. Wer Staffel 3 nicht mochte, hat auch an Staffel 4 wenig Spaß. Trotzdem lässt das Staffelfinale auf eine schöne fünfte Staffel hoffen, die sich vielleicht wieder ein bisschen mehr auf das Grundprinzip zurückbesinnt.