Edison – Ein Leben voller Licht

Ein Vorwort

Nach Marie Curie scheint es die Zeit der Filmographien zu sein. Denn fast zeitgleich lief dann auch Edison mit dem Beititel „Ein Leben voller Licht“ in den deutschen Kinos an. Dieser wird dann indirekt weitergeführt von Tesla. Warum ich jedoch so meine Probleme mit Edison hatte, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Quelle

Die Handlung

Thomas A. Edison (Benedict Cumberbatch) setzt bei seinem Versuch die Stromanschlüsse in den USA auszubauen und das ganze Land mit elektrischem Licht zu versorgen auf Gleichstrom. Dies nutzt sein Konkurrent George Westinghouse (Michael Shannon) und entwickelt ein ähnliches System, allerdings mit Wechselstrom. Und so geben sich die beiden Herren in den 1880er Jahren ein Wettrüsten.

Meine Meinung

Während Marie Curie mit dem Beititel Elemente des Lebens aufschlug, wusste man mit dem deutschen Titel so ziemlich, dass es sich um eine vollumfängliche Filmographie handelte. Hingegen wurde man mit dem englischen Titel ‚Radioactive‘ ein wenig in die Irre geführt, glaubte man doch den Schwerpunkt auf der Entdeckung der Radioaktivität zu finden. Nun verhält es sich bei Edison genau anders herum. Der deutsche Titel ‚Edison – Ein Leben voller Licht‘ lässt einen glauben, hier ebenfalls eine allumfassende Filmographie zu finden oder auch nur ansatzweise eine Filmographie. Hier ist der Originaltitel deutlich präziser. Mit ‚The current war‘, übersetzt ‚der Stromkrieg‘, konnte man sich darauf einstellen, dass es zwar viel um Edison geht, aber eben hauptsächlich um das Wettrüsten. So ging ich leider mit falschen Vorstellungen an den Film. Was aber nicht weiter schlimm wäre, wenn der restliche Film eben diesen ‚Krieg‘ auch spannend erzählt hätte. Leider kränkelt der Film bereits genau hier.
Aber fangen wir zunächst mit einem positiven Aspekt an. Hier ist auf jeden Fall das Casting zu nennen. Wahrscheinlich wäre es niemandem so gut gelungen Edisons aufbrausendem Charakter irgendwo gerecht zu werden und dennoch ein Fünkchen Sympathie einzubringen, wie Benedict Cumberbatch. Auch Nicholas Hoult als Nikola Tesla, der hier zwar eine kleinere Rolle hat, aber trotzdem ausreichend Screentime, um seinen Charakter zu definieren, sticht eindeutig positiv hervor. Ein bisschen blasser hingegen wirkt Michael Shannon als George Westinghouse, was aber auch daran liegen kann, dass Westinghouse eher zurückhaltend agierte und weniger Starstatus hatte, wie Edison.
Kommen wir nun aber zum großen Problem des Films, selbst wenn man sich von dem Gedanken einer Filmographie verabschiedet hat: Die Erzählweise. Denn leider schafft Edison es nicht Spannung, geschweige auch nur Interesse, am Stromkrieg beim Zuschauer zu erzeugen. Denn leider vergisst er über seine inbrünstigen Dialoge über Gleich- und Wechselstrom dem Zuschauer das Geschehene zu erklären. Das beginnt bereits am Anfang. Edison ist unterwegs um mit seinem Geldgeber über neue Zuschüsse zu verhandeln, um eben jene Versorgung des Landes mit Strom zu starten. Wer im Physikunterricht nicht aufgepasst hat, steigt bereits hier aus, weil man keine Ahnung hat, was Edison bisher eigentlich genau gemacht hat. Kurz darauf wird im Labor Edisons ein großes Schaubild mit den USA installiert, wo für jede Stadt, die einen Vertrag mit Edison abschließt, eine Glühlampe eingedreht wird. Nachdem sich Westinghouse für das Konkurrenzprodukt entschließt, wird für jede Stadt die mit Westinghouses Wechselstrom arbeitet, eine rote Glühlampe eingedreht. Leider sieht man das Schaubild immer nur ausschnittsmäßig, kann als Zuschauer also nicht einschätzen, wer jetzt im Stromkrieg die Nase vorne hat. Auch wird nicht versucht dem Zuschauer die Vor- und Nachteile von Gleich- oder Wechselstrom erklärt, sondern nur Edisons Beteuerung, dass Gleichstrom die Leute töten wird, und Westinghouses Gegenargument, dass Wechselstrom effektiver sei. Keine Chance für den Zuschauer sich ein eigenes Urteil zu bilden, außer man hat früher Im Physikunterricht zu dem Thema aufgepasst und nach der Schule nicht wieder alles vergessen. Kurzum der Film vergisst den Zuschauer irgendwo an die Hand zu nehmen und ihm ein bisschen was zu erklären. Dadurch kommt allerdings auch keine Spannung auf, denn letztlich ist es dem Zuschauer einfach auch egal, wer gewinnt.
Und so ziehen sich 103 Minuten viel zu sehr in die Länge und man verfolgt den Film, wie er von Dialog zu Dialog rennt. Irgendwo kann man zwar den groben Sinn des ganzen verstehen, aber Erklärungen und/oder aussagekräftigere Bilder wären hier eindeutig angebracht gewesen.

Das Fazit

Edison – ein Leben voller Licht verpasst es leider den Zuschauer in den vielen Dialogen über das wirklich Wichtige aufzuklären und lässt diesen daher eher im Dunkeln zurück als zu erhellen. Trotz starker Schauspieler wirkt der Film so ungemein zäh. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Edison – Ein Leben voller Licht läuft seit dem 23.07.2020 in den deutschen Kinos

P.S.: Wenn ihr wissen wollt, warum ich den Film letztlich doch verstanden habe, dann schaut doch am Freitag wieder rein, wenn ich euch von Tesla berichte.

Sherlock – Staffel 4 – Kurzkritik

Das ab und an auch gute Serien im öffentlich-rechtlichen Fernsehen laufen, bewies zuletzt wieder die ARD, die am Pfingstwochenende und dem darauffolgenden Sonntag die vierte Staffel der Serie um den Detektiv aus der Baker Street 221b ausstrahlte. Diese Kritik ist spoilerfrei und daher sehr schwammig formuliert.

Sherlock Holmes und Dr. John Watson stellen sich neuen Fällen in ihrem Detektivbüro und helfen der Polizei, wann immer diese nicht weiterkommen. Doch nach der mysteriösen “Miss me” Meldung eines bekannten Gegners, steht Sherlock unter Strom und wartet geduldig auf den ersten Zug seines Gegners. Doch neben seinen alltäglichen Fällen muss er sich auch nach vielen Jahren endlich seinem Familiengeheimnis stellen.

Das Grundprinzip der Serie Sherlock – für diejenigen, die noch nie etwas von dieser Serie gehört haben – ist, dass der berühmte Detektiv Sherlock Holmes aus den Romanen und Kurzgeschichten von Sir Arthur Conan Doyle im modernen London der heutigen Zeit lebt und dort Fälle löst. Einige Folgen basieren direkt auf Doyles Geschichten, andere nehmen lediglich einige Elemente auf und verknüpfen diese mit freien Erzählungen.
Vom Erzählrhythmus orientiert sich Staffel 4 an der dritten Staffel, so dass viele wirre Einzelstränge zwischen den eigentlichen Handlungen der Folgen platziert werden. Dadurch fällt es dem Zuschauer immer schwerer sich auf die eigentliche Lösung der Fälle zu konzentrieren, weil zu viel daneben erzählt wird. Dies war in den ersten beiden Staffel noch kaum vorhanden und erst in Staffel drei sehr präsent. Nebenbei kommen auch wieder die sozialen Verpflochtenheiten zum Tragen mit viel Drama.
Benedict Cumberbatch als Sherlock und Martin Freeman als Dr. Watson geben wieder ein wunderbares Paar und entwickeln ihre Dynamik noch einmal weiter. Die Figuren selbst haben keine große Entwicklung, sondern bleiben auf dem Stand der dritten Staffel.
Die Staffel besteht weiterhin aus drei Folgen, wobei die dritte Folge wieder den größten dramatischen Effekt hat. Spannungsgeladen sind sie alle, auch wenn in der zweiten Folge durch zu viele Einzelstränge die Übersichtlichkeit stark zu Wünschen übrig lässt.

Alles in allem ist die vierte Staffel nur für diejenigen geeinigt, die auch mit Staffel 3 etwas anfangen konnten. Wer Staffel 3 nicht mochte, hat auch an Staffel 4 wenig Spaß. Trotzdem lässt das Staffelfinale auf eine schöne fünfte Staffel hoffen, die sich vielleicht wieder ein bisschen mehr auf das Grundprinzip zurückbesinnt.

Doctor Strange

Am 27.10.2016 erschien ein neuer Held des Marvel Universums in den deutschen Kinos.

Dr. Stephen Strange ist ein brillianter Arzt, das er gerne durch protziges und arrogantes Auftreten heraushängen lässt. Als ein schwerer Unfall seine Hände sehr schwer schädigt und kein Arzt ihn heilen kann, erleidet er einer Krise und sucht Hilfe in Kathmandu zu dem geheimnisvollen Ort Kamar-Taj. Dort lernt er jedoch noch viel mehr als sich zu heilen.

Das Marvel Cinematic Universe wird nicht nur jährlich um ein paar Fortsetzungen erweitert, sondern mitunter werden auch neue Helden in eigenen Filmen vorgestellt. Während im letzten Jahr Ant-Man in einem eigenen Film vorgestellt wurde und später in Civil War erneut auftrat, wurde dieses Jahr ein Film mit Doctor Strange auf die große Leinwand gebracht. Strange tauchte das erste Mal im Juli 1963 in einem Marvel-Comic auf und ist seitdem fester Bestandteil des Marvel Universums.
Doctor Stephen Strange ist ein brillianter Neurochirurg. Durch seinen Erfolg verdiente er nicht nur viel Geld, welches er durch einen extravaganaten Lebenstil zur Schau stellte, sondern entwickelte auch eine gewisse Arroganz. Die verwickelte ihn letztendlich auch in den verhängnisvollen Unfall bei dem seine Hände irreparabel geschädigt wurden. Da er in seinem Job seine Erfüllung sieht und diesen nun nicht mehr ausführen kann, dreht er praktisch durch und steckt all sein Geld in mögliche Heilmethoden, die alle ohne Erfolg bleiben. In seiner Verzweiflung steigert er sich immer mehr in die Sache hinein, bis er auch noch die letzte Verbündete verschreckt. Doch dann erzählt ihm sein Physiotherapeut von einem Patienten, der querschnittgelähmt und an den Rollstuhl gefesselt war und dann eines Tages wieder laufen konnte. Der Name des Mannes ist Pangborn und dieser erzählt Strange von einem ganz besonderen Ort in Kathmandu, dem Kamar-Taj. Von seinem letzten Geld kauft sich Strange daraufhin ein Flugticket und sicht in Nepal das Kamar-Taj. Dabei wird er von Mordo entdeckt, der ihn in diese geheime Welt führt. Dort lernt er die Älteste kennen, die ihm erklärt, dass es verschiedene Dimensionen und Magie gibt. Nach kurzen Startschwierigkeiten wird Strange als Schüler akzeptiert und lernt nun eine ganz neue Welt kennen. Doch das Lernen ist nicht von langer Dauer, denn ein abtrünniger ehemaliger Schüler namens Kaecilius hat Pläne.
Doctor Strange scheint auf dem ersten Blick wie eine Mischung aus Iron Man und Inception. Doch schon auf dem zweiten Blick erkennt man, dass Doctor Strange mehr kann. Benedict Cumberbatch ist für Rolle des Strange die ideale Besetzung. Er verkörpert sowohl die arrogante Seite, als auch die verletzliche sehr gut. Gleichzeitig bringt er Witz und Spannung in die Rolle, die kaum einer so gut hätte herüberbringen können. Dafür hat es sich gelohnt den Drehzeitraum zu verschieben. Auch der restlliche Cast ist gut gewählt, vorallem Tilda Swinton als die Älteste kann in ihrer Rolle überzeugen. Nachdem es durch ihre Besetzung einen großen Aufschrei gab – „the ancient one“ ist eigentlich ein alter Tibetaner – und Hollywood wieder einmal „whitewashing“ vorgewurfen wurde, zeigte Swinton, dass Änderungen nicht immer schlecht sein müssen und hat gleichzeitig die ansonsten sehr mickrig ausfallende Frauenquote erhöht. Mads Mikkelsen, der vielen als Hannibal Lector aus der gleichnamigen Serie bekannt sein dürfte, übernimmt die Rolle des „Bösewichten“ Kaecilius. Trotz einiger plumper Dialoge spielt Mikkelsen souverän und schafft es allein durch seine Mimik Ehrfurcht zu gebieten. Leider hat Marvel es wieder verpasst seinem Bösewicht mehr Entfaltungsraum zu geben und war stattdessen der Ansicht noch einen zweiten „Überbösewicht“ dazunehmen zu müssen, der am Ende erscheint, dann aber doch erstaunlich einfach besiegt werden konnte. Immerhin war dieser „Endkampf“ mit reichlich Humor bestückt und so doch irgendwo rund.
Der Humor nimmt Marvel-typisch eine relativ große Rolle ein und konnte wieder gut unterhalten, lenkte aber nicht von der eigentlichen Handlung ab und minderte die Spannung an keiner Stelle. Die zweite große Rolle bilden die Spezialeffekte vorallem die durch Magie veränderten Dimensionen, die zwar an Inception erinnern, aber weit über das dort gezeigte hinausgeht.
Da es sich bei Doctor Strange um eine neue Figur im Marvel Cinematic Universe handelt, wurde am Anfang des Films Platz eingeräumt, um die Figur anständig einzuführen und vorzustellen. Dabei wurde genau die richtige Zeitspanne gewählt und rechtzeitig in den Spannungsaufbau umgestellt, so dass die zweite Hälfte mitunter eine Zerreisprobe für die Nerven darstellt.

Alles in allem ähnelt Doctor Strange zwar den anderen Filmen des Marvel Cinematic Universe, bringt aber trotzdem durch die Magie einen zwischen Wind hinein. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

The Imitation Game

Der diesjährige Oscargewinner für das beste adaptierte Drehbuch erschien am 22. Januar 2015 in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Alan Turing wird während des zweiten Weltkrieges für das Enigma-Projekt eingeteilt. Er und sein Team sollen die verschlüsselten Nachrichten der Enigma der Nazis entschlüsseln. Dafür baut Turing eine neue Maschine, muss jedoch mit vielen Hindernissen kämpfen.

Der Film hält, was er verspricht. Eine absolut spannende und packende Story voller unerwarteter Wendungen, erzählt über drei Zeitebenen, die ineinander verwoben werden und so ein Zeitkonstrukt erstellen, dass ich selten so gelungen bei einem Film gesehen habe. Gleichzeitig glänzen durchgängig alle Schauspieler in ihren Rollen, allen voran Benedict Cumberbatch als Alan Turing. Man fiebert von Anfang an mit Turing, obwohl er mit seiner unsozialen Art sehr arrogant herkommt und trotzdem schließt man ihn sofort ins Herz. Über den historischen Wahrheitsgehalt wird seit Premiere gestritten. Der Film basiert auf Andrew Hodges Biografie „Alan Turing – Enigma“. Doch dieser soll Fakten falsch wiedergegeben haben. Das Sehvergnügen des Filmes schmälert diesä keineswegs. Schade ist es nur, dass der Film von seinen acht Nominierungen nur einen Oscar gewinnen konnte.

Alles in allem ist der Film ein absolutes Muss für alle Film- und Geschichtsfans und bekommt daher von mir 9 von 10 möglichen Punkten.