Wonder Woman 1984

Ein Vorwort

Den ewigen Wettstreit zwischen Marvel und DC dürfte ersterer zumindest mit dem erfolgreicheren Cinematic Universe gewonnen haben. Dafür schaffte es DC 2017 mit der ersten titelgebenden weiblichen Heldin aufzufahren. Wonder Woman war für viele ein gelungener Film, mich konnte er nur bedingt überzeugen. Als allerdings Justice League und Aquaman folgten, war man für den Wonder Woman Film schon fast wieder dankbar. Nun reihte sich die Fortsetzung, die einen großen Zeitsprung in das Jahr 1984 macht, in die unzähligen Filme in, die aufgrund geschlossener Kinos immer weiter verschoben wurden. Durch einen Deal zwischen Warner und HBO, sollte der Film nun beim HBOMax landen. Durch einen früheren Deal zwischen HBO und Sky landete er nun genau dort und ist vor Kinostart im Sky Cinema Paket enthalten. Warum mir die Fortsetzung deutlich besser gefiel als der erste Teil, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Quelle

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

In Wonder Woman lernen wir Diana Prince zum ersten Mal kennen. Sie wächst auf einer versteckten Insel namens Themyscira bei einem Amazonenstamm auf. Als sich der Pilot Steve Trevor auf die Insel verirrt, erfährt Diana zum ersten Mal etwas über die Welt außerhalb. Sie schließt sich ihm an und kämpft mit ihm Seite an Seite im ersten Weltkrieg. Am Ende muss sie niemand geringerem als dem Kriegsgott Ares entgegen treten. Doch beim finalen Kampf stirbt Steve.
In Justice League wird Wonder Woman von Batman rekrutiert, um gegen Steppenwolf zu kämpfen, der in Besitz der Mutterboxen kommen will, wovon sich eine auf Themyscira befindet.

Die Handlung

Diana Prince (Gal Gadot) pendelt zwischen ihren Leben als leitende Antropologin und Wonder Woman hin und her. Als ein geheimnisvoller Gegenstand vom FBI zur Untersuchung bei ihrer Kollegin Barbara Ann Minerva (Kristen Wiig) landet, überschlagen sich die Ereignisse. Denn der Gegenstand scheint Wünsche erfüllen zu können. Was genau hat der Geschäftsmann Maxwell Lord (Pedro Pascal) damit zu tun?

Meine Meinung

Bevor wir uns mit dem Film befassen, nur ein paar kurze Worte zu Spoiler. Ich versuche meine Beiträge grundsätzlich spoilerfrei zu halten. Allerdings kann man Spoiler ganz unterschiedlich auslegen. Ich werde in diesem Beitrag nur auf Dinge eingehen, die man bereits durch den Trailer wusste. Da ich aber mit einer Freundin gesprochen habe, die den Trailer nicht kannte und ich ihr daher ein Element des Films gespoilert habe, wollte ich es vorab noch einmal kurz erwähnt haben.
Wonder Woman 1984 beginnt, wie bereits der Vorgängerfilm, mit einer Szene auf Themyscira. Hier lernt Diana eine wichtige Lektion, die zunächst einmal banal erscheint, aber für den Film noch einmal wichtig wird. Mir hat auch gut gefallen, dass es noch einmal eine Szene auf Themyscira gab, da Diana ja nun dort seit einiger Zeit nicht mehr lebt. Weiter geht es ins Jahr 1984. Hier darf zunächst Wonder Woman einmal in Aktion treten, was sehr beeindruckend ist und den Film sofort gut Fahrt aufnehmen lässt. Im folgenden werden zentrale Charaktere vorgestellt, wie Barbara oder Maxwell Lord. Nach der kurzen Einführung geht es dann auch direkt in die Vollen.
Wenn man mal betrachtet, was mir am ersten Teil nicht gefiel, wie zum Beispiel der unpassende Charakterwandel Dianas von Amazonenkriegerin zum naiven Dickkopf, dann wurden diese Punkte im neuen Film deutlich aufgebessert. Diana ist nun ein gesetzter Charakter und handelt durchaus durchdachter. Auch haben wir hier keine Kriegssituation mehr, also kein reines Gut und Böse Szenario, was dem Film auch gut tut. Auch Gal Gadot hat sich weiter entwickelt und schafft es nun gekonnt  auch feine Nuancen zu spielen.
Aber warum gefällt mir nun der zweite Teil besser, außer, dass er Fehler des ersten ausgebügelt hat? Nun an erster Stelle gefällt mir die ganze Dynamik des Films. Es ist immer etwas los, aber die einzelnen Szenen sind stets zielführend. Er schafft es die Balance zwischen Spannung, Charakterentwicklung und auch Humor zu halten. Als ich den Trailer sah, habe ich mit einer Vollkatastrophe gerechnet, weil irgendwie Steve wieder da war, aus heiterem Himmel, und man keine richtige Handlung erkennen konnte. Doch mit der Geschichte rund um das Artefakt, das vermeintlich Wünscher erfüllt, gibt es für die oben genannten Elemente genug Spielraum. So kann man sich Zeit lassen für eine Szene, in der Steve die 80er erkundet. Während die bisherigen DC Filme oft an ihren zu hohen Ambitionen und der damit einhergehenden Fülle der Handlung scheiterten, reduziert Wonder Woman genau das auf ein überschaubares Maß. Hier geht es nicht darum, das Extended Universe voranzutreiben, gefühlt 1000 Charaktere auftauchen zu lassen und dann den Überboss zu bekämpfen. Sondern hier geht es um die Geschichte an sich. Und die konzentriert sich auf das Artefakt und die damit einhergehenden Konsequenzen.
Natürlich kann man die Konsequenzen irgendwann als zu sehr ausgeartet oder als übertrieben ansehen und normalerweise bin ich diejenige, die so etwas anprangert, aber hier hat es einfach in die lockere Atmosphäre gepasst. Lediglich das Ende war mir dann doch etwas zu abrupt. Für die Rolle, die mit Maxwell Lord aufgebaut wurde, war der Wandel dann ein wenig erzwungen. Aber selbst das ist hier irgendwo verzeihbar.
Die neu eingeführten Rollen sind dann wohl auch so ein Streitthema für sich. Während ich Kirsten Wiigs Figur und ihren Wandel gut nachvollziehen kann, verstehe ich Pedro Pascals Figur nur bedingt. Seine Rolle ist auf zwei wesentliche Merkmale reduziert, um ihn einfach nur zum Bösewicht zu machen. Zwischendurch wird noch versucht seiner Rolle etwas Tiefe zu geben, aber so richtig funktiniert es nicht.
So das war jetzt für meine Verhältnisse ganz schön viel Text, aber gefühlt habe ich immer noch nicht alles gesagt, was ich zu sagen habe. Ich versuche es trotzdem nochmal auf ein paar wenige Sätze runterzubrechen. Wonder Woman 1984 hat mir gut gefallen, weil er eben nicht Perfektion anstrebt und dann an allen Ecken scheitert, wie andere Filme des DCEU. Man kann dem Film vieles ankreiden, aber letztlich ist es wichtig ihn immer mit einem gewissen Augenzwinkern zu sehen und genau dann macht der Film einfach Spaß. Am Ende hat er sich in eine Ecke gespielt, aus der er nicht mehr ohne Plottloch herauskam, aber auch das ist irgendwo verschmerzbar. Für mich bisher einer der besten Filme des DCEU.

Das Fazit

Wonder Woman 1984 hat aus den Fehlern des ersten Teils gelernt und präsentiert und voller Selbstbewusstsein, aber auch mit einem Augenzwinkern. Man sollte die Handlung nicht zu akribisch verfolgen, sonst landet man zwangsläufig in Plottlöchern, aber der Charme und die gut genutzte Spannung des Films machen diese wieder wett. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Wonder Woman 1984 ist bei Sky im Cinema Paket oder bei Sky Ticket enthalten