Eine Handvoll Serienkritiken

Was im Buchbereich gut funktioniert hat, versuche ich nun auch mit Serien, wobei es hier jeweils nur um einzelne Staffeln geht. Auch hier weiß ich noch nicht, ob sich die Kategorie durchsetzt.

The Crown – Staffel 3

Die Handlung: Queen Elisabeth II. (Olivia Coleman) muss sich neuen Herausforderungen stellen. Ein Spitzle des KGB soll sich in ihren Reihen aufhalten, ein neuer Premierminister wurde gewählt, mit dem sie zunächst nicht richtig warm wird. Ihr Sohn Prinz Charles (Josh O’Connor) hat sich zum ersten Mal verliebt, in niemand geringeren als Camilla Parker Bowles, gleichzeitig steht Wales kurz vor einem Aufstand. Prinzessin Margaret (Helena Bonham Carter) steht vor den Scherben ihrer Ehe.

Meine Meinung: Alles neu in Staffel 3, vor allem die Darsteller. Denn nachdem Claire Foy und Matt Smith zwei Staffeln lang das royale Paar gaben, wurden sie nun von Olivia Coleman und Tobias Menzies abgelöst. Das liegt vor allem daran, dass jede Staffel ca. 10 Jahre der Regenschaft abhandeln will und Foy und Smith inzwischen zu jung sind für das fortgeschrittene Alter des royalen Paares. In den ersten Szenen der ersten Folge wird dies durch die Präsentation neuer Briefmarken noch einmal kurz verdeutlicht. Während Coleman sich beinahe nahtlos in Foys brilliantem Spiel fügt und die Rolle mit der gleichen Eleganz verkörpert, ist der Wechsel zu Menzies etwas holpriger. Das liegt aber wohl auch daran, dass Phillip sich selbst geändert hat und mitten in einer Mid-Life Crisis zu stecken scheint. Noch unglücklicher ist wohl nur der Wechsel von Vanessa Kirby zu Helena Bonham Carter. Während ich Bonham Carter als Darstellerin eigentlich schätze, schafft sie es nicht mir die unglückliche Prinzessin Margaret stilvoll zu verkörpern. Ansonsten hat sich vom Stil her wenig verändert. Die einzelnen Folgen widmen sich noch immer ausschnittsweise den wichtigsten Themen der Regenschaft, verbunden mit den persönlichen Verstrickungen der Familie. So wird eine zusammenhängende Geschichte erzählt, jedoch auf einzelne Ereignisse größeren Wert gelegt. Die Mischung der verschiedenen Themen, macht einen spannenden Wechsel der Thematiken aus und man kann sich jeder Folge für sich widmen. Noch immer eine sehr starke Serie, die nach jüngsten Informationen nach der fünften Staffel enden soll.

Batwoman – Staffel 1

Die Handlung: Kate Kane (Ruby Rose) kehrt nach Gotham zurück. Nachdem sie von der Militärakademie wegen homosexueller Neigungen geflogen ist, hat sie die Stadt gemieden und sich bei privaten Lehrern einer kompletten Kampfausbildung unterzogen. Ihr Vater Jacob Kane (Dougray Scott) hat, da Batman seit drei Jahren verschwunden ist, die private Einheit „The Crow“ gegründet, die fortan Gotham beschützen sollen. Doch bei der Zeremonie zur Abstellung des Batscheinwerfers wird seine Mitarbeitein und Kates Ex-Freundin Sophie (Meagan Tandy) als Geisel genommen. Kate rettet sie und nimmt fortan Batmans Identität an, merkt aber, dass sie sich von ihm differenzieren muss und wird zu Batwoman. In Alice (Rachel Skarsten), der neuen Untergrundchefin, entdeckt sie ihre für tot gehaltene Zwillingsschwester Beth. Der Kampf um Gotham hat begonnen.

Meine Meinung: Abgesehen von 1,5 Staffeln Arrow bin ich in DCs „Arrowverse“ nicht weiter involviert. Aus Arrow entstand die Serie The Flasch, hinzu kamen noch Supergirl, Legends of Tommorow und nun Batwoman. Einmal jährlich gibt es eine große Crossoverfolge. In Crisis on Infinty Earth hat Batwoman nun ebenfalls einen Auftritt, der sich jedoch an die erste Staffel anschließt. Eigentlich hätte mich auch Batwoman wenig interessiert, da ich schon mit der Figur Batman wenig anfangen kann. Aber habe ich mal erwähnt, dass ich Ruby Rose total heiß finde und daher ganz gerne Werke mit ihr gucke? Egal, auf jeden Fall hat mich Frau Rose zu der Serie geführt und ich habe es an keiner Stelle bereut mich mit Batmans Cousine auseinander zu setzen. Denn Batwoman ist eine düstere Serie, die mit Alice als Staffelbösewichtin einen so faszinierenden Charakter gewählt hat, die mit Rachel Skarsten auch noch besten besetzt ist, dass es Spaß macht ihren neuesten Plan zu verfolgen. Gleichzeitig ist Batwoman wohl auch die erste offen homosexuelle Superheldin, was dem Genre eindeutig mal guttut. Allgemein gibt es viele interessante Charaktere, bei denen es spannend bleibt, wo sie sich in den nächsten Staffeln noch hinentwickeln. Wer also mal eine schöne düstere Superheldenserie möchte und sich auf echt abgedrehte Charaktere einlassen kann, dem sei Batwman wärmstens empfohlen.

Bones – Staffel 12

Die Handlung: Die 11. Staffel endete mich einem großen Cliffhanger, als sich Dr. Temperance „Bones“ Brennan (Emily Deschanel) plötzlich als Gefangene von Dr. Zack Addy (Eric Millegan) wiederfindet, der einst ihr Mitarbeiter war und in früheren Staffeln als Mörder überführt wurde und sich in einer psychischen Einrichtung befand. Er kann sie von seiner Unschuld auch bei dem früheren Verbrechen überzeugen. Die Wiederaufnahme des Falls wird in der Staffel immer wieder aufgenommen. Zudem bekommt das Team des Jeffersonian regelmäßig wieder neue Leichen auf den Tisch.

Meine Meinung: Während ich die ersten Staffeln der Serie sehr gerne gesehen habe, wurde es – wie bei allen Serien, die keinen Abschluss finden – immer abstruser. Die Serienauftakte und -finale wurden immer größer und mussten sich doch immer wieder übertreffen. Nach Staffel 9 hatte ich dann keine Lust mehr auf die Serie. Doch gab ich ihr irgendwann doch noch einmal eine Chance und habe sie nun komplett zu Ende gesehen, da Staffel 12 gleichzeitig das Serienfinale bildet. Und ich muss auch zugeben, dass sich die Serie nach Serienfinale Staffel 9 und Serienauftakt Staffel 10 wieder gefangen hat. Staffel 12 kam nun mit verkürzter Folgenanzahl daher, und macht eigentlich keine großen Geschichten mehr auf. Stattdessen werden Stränge, die in den vorherigen Staffeln aufgemacht wurde, zusammengefügt und in ein großes Finale gesteckt. Auch wenn das Ende dann doch etwas überstürzt kam. Dennoch war es ein gutes Ende einer Serie, die schon längst ihren Zenit überschritten hatte.

Grace & Frankie – Staffel 6

Die Handlung: Grace (Jane Fonda) hat am Ende der fünften Staffel endlich Nick (Peter Gallagher) geheiratet. Nun müssen sie und Frankie (Lily Tomlin) damit zurecht kommen, dass sie nicht mehr zusammen wohnen. Zum Glück haben sie eine neue Geschäftsidee, die sie oft zusammenführt. Saul (Sam Waterston) und Robert (Martin Sheen) planen ihre Flitterwochen nachzuholen. Brianna (June Diane Raphael) hat damit zu kämpfen, dass ihr Freund Samenspender für ein befreundetes lesbisches Pärchen sein will und Coyote (Ethan Embry) hat eine Freundin, leider handelt es sich um die Ex-Freundin seines Bruders.

Meine Meinung: Während Netflix zunächst ankündigte, dass die sechste Staffel die finale sein soll, wurde sie nun doch um eine siebte verlängert – gut, dass ich die Nachricht gelesen habe, nachdem ich meinem Lebensgefährten mehrere Tage vollgeheult habe, dass die Serie nun zu Ende ist. Für eine finale Staffel wäre das Ende aber auch ziemlich enttäuschend gewesen, das zu viele Fragen noch offen ließ und sehr aprupt endete. Im Laufe der Staffel jedoch gab es die typischen Höhen und Tiefen und zwei weiterhin hochmotivierte Damen, namens Jane Fonda und Lily Tomlin. Diesmal bekamen jedoch die Kinder mehr Screentime und deren Geschichten wurden etwas ausgeschmückt. Letztlich merkt man aber weiterhin in jeder Folge die Herzlichkeit der Serie. Die Probleme der Darsteller werden nie langweilig, auch wenn sich vieles im Kreis dreht. Das Thema Alter wird weiterhin behandelt und holt so geschickt mehrere Generationen ab. So warte ich nun gespannt auf die wirklich finale siebte Staffel.

Barry – Staffel 1

Die Handlung: Barry Berkman (Bill Hader) ist nach seiner Militärkarriere Autragskiller geworden. Er arbeitet für den zwielichtigen Momroe Fuchs (Stephen Root). Ein Auftrag führt ihn nach L.A. und dort in eine Schauspielschule. Obwohl er sich nicht gerade gut anstellt, darf er bleiben und findet fortan seine Passion im Schauspiel. Doch Fuchs will ihn nicht ziehen lassen und so pendelt er zwischen Aufträgen und der Schule hin und her.

Meine Meinung: Barry Berkman ist einer dieser unscheinbaren Männer, die man auf dem ersten Blick kaum wahrnimmt, eher schüchtern und zurückhaltend. Das dieser Mann Auftragskiller ist, beweist wieder einmal, dass man es den Menschen einfach nicht ansieht. Das er eigentlich aussteigen will, um Schauspieler zu werden ist eine absolut geniale Ausgangsbasis für die Handlung. So muss die Serie gar nicht durch billige Gags oder Dosengelächter irgendetwas erzwingen, die Abstrusität der Situationen, in die Barry gerät, sprechen für sich. So spielt Bill Hader genau die richtige Dosis Zerstreutheit und Unsicherheit und zeigt gleichzeitig, dass Barry durchaus sein Handwerk versteht. Es zeigt einerseits das Elend der Schauspielschulen, in denen so viele übermotivierte junge Leute sitzen, die unbedingt Hollywoods nächstes großes Ding werden und deswegen natürlich jede Rolle, die sie darbieten sollen, eine absolute Wichtigkeit beimessen. Auch die Gangsterfamilie, für die Barry einige Aufträge ausführt, ist so überzogen dargestellt, dass sie witzig ist, ohne das große Gags eingeplant werden mussten. Ich bin hier absolut gespannt auf die zweite Staffel.

Kurzgedanken zu ein paar fortgesetzten Serien

Meistens schreibe ich hier Rezensionen zu abgeschlossenen Serien oder wenn ich gerade eine neue entdeckt habe und unbedingt davon berichten muss. Danach erwähne ich jedoch meist nur in meinen Monatsrückblicken, das ich wieder mehr Staffeln gesehen habe. Daher soll es hier nun um ein paar fortgesetzte Serien gehen – über manche habe ich vielleicht auch schon geschrieben – über die ich nicht in einem einzelnen Beitrag schreiben möchte.

Game of Thrones – Staffel 8

spoilerfrei!

Die finale Staffel einer der beliebesten Serien der letzten Jahren ist ganz frisch erschienen und hat dem Publikum einiges abverlangt. Von Petitionen, die einen kompletten Neudreh der Staffel fordern, überschattet, lief nun letzten Montag die wirklich letzte Folge der Serie. Grundsätzlich habe ich kein Problem damit, wie die Serie aufgelöst wurde. Ich muss sogar sagen, dass ich mit sehr viel gerechnet habe, aber der/die finale König/in über Westeros hat mich dann doch komplett überrascht. Man kann nun sagen, dass es daran liegt, dass er nicht in den Plotaufbau der vorherigen Staffeln passte, aber dennoch ist es eine Auflösung, mit der ich leben kann.
Dennoch schließe ich mich vielen Kritiken über die Staffel an. Denn sie versucht einen Schlussstrich in sechs Folgen hinzubekommen, hatte aber sieben Staffeln lang viel zu viel Handlung aufgebaut, um die nun vernünftig unterzubekommen. Daher wirkt vieles sehr gehetzt und Entwicklungen kamen wie aus dem Nichts, damit sie dann wieder zum Ende passten. Das wir auch schon vorher schwächere Staffeln hatten, wird bei den Kritiken gerne unter den Tisch fallen gelassen, jedoch ist es hier natürlich besonders enttäuschend, weil es einfach die letzte Staffel ist.
Grundsätzlich hat mich die letzte Folge wieder besänftigt, weil viele von mir befürchtete Handlungen nicht eingetreten sind. Dennoch ist es schade, dass eine Serie, die sich am Anfang für jeden winzigen Handlungsstrang genug Zeit genommen hat und dennoch ikonische Schlachten bieten konnte, nun auf einmal genau das nicht mehr hatte: Zeit.

American Gods – Staffel 2

meine Meinung zur ersten Staffel

Alles neu bei American Gods, nachdem Bryan Fuller ausgestiegen ist? Prägte Fullers Handschrift doch sehr die erste Staffel, war dadurch jedoch der Handlungsbogen nie richtig erkennbar. Nun ja, die zweite Staffel erfindet die Serie nun nicht noch einmal neu, zu sehr ist Fullers Vermächtnis in vielen Bildern noch zu sehen. Dennoch versucht die Serie mit ihren Charakteren stärker einen Handlungsstrang aufzubauen und – wenn man den Meinungen anderer Kritiker glauben darf – orientiert sie sich wohl auch mehr an der Buchvorlage. Dabei geraten diesmal die Hintergrundgeschichten der alten Götter sehr in den Hintergrund. Schade, waren diese doch mitunter der spannendste Teil der ersten Staffel. Mit acht Folgen ist auch die zweite Staffel eine der kürzeren Serienstaffeln, vermag es diesmal im großen Finale aber nicht mehr Freude auf die nächste aufzubauen. Immerhin kann man diesmal erkennen, worauf die Serie am Ende hinaus will, aber wenn sie in ihrem Tempo weitermacht, brauch sie dafür noch viele Staffeln und wird unterwegs immer mehr Zuschauer verlieren.

Queer Eye – Staffel 3

meine Meinung zu Staffel 1&2

Die Fab 5 mit Anthony, zuständig für Essen & Wein, Tan, zuständig für Mode, Karamo, zuständig für Kultur, Bobby, zuständig für das Design, und Jonathan, zuständig für die Pflege, haben ihre Station in Georgia der ersten beiden Stationen verlassen und sind nach Kansas City, Missouri aufgebrochen, um dort wieder im Leben der verschiedensten Menschen ein wenig aufzuräumen. Dabei treffen sie wieder auf die verschiedensten Geschichten, die teilweise schon zu Tränen rührten. Mit ihrer üblichen quirligen Art schaffen sie es wieder das Lächeln aus das Gesicht der Zuschauer zu bringen. Trotzdem merkt man, dass Netflix hier sehr gewollt auch abweichende Szenarien von denen der ersten Staffeln erstellt, um der Monotonie vorzubeugen. Das ist aber nur ein kleines Manko an einer weiterhin brillianten Serie. Gerne ganz schnell viel mehr hiervon!

Luzifer – Staffel 3

meine Meinung zur ersten Staffel

Die letzte Staffel vor der vorübergehenden Absetzung, ehe Netflix die Serie rettete, und uns nun ganz frisch die vierte Staffel präsentiert. Hier merkt man deutlich, dass sich die Serie von dem Kriminalfall der Woche abgewandt hat und mit Marcus Pierce – einem seit Smallville deutlich gealtertem Tom Welling – einen „Gegenspieler“ für Lucifer eingeführt hat, der aber nicht so richtig funktionieren will. Laura Germans Figur des Detective ist auch nur noch ein emotionsbelasteter Charakter, der zwischen Gefühle für Pierce und Lucifer hin und herspringen muss. Dabei verliert die Serie einiges ihres bisherigen Schwungs, da sie zu viel Wert auf ihre große Hintergrundhandlung legen, was vorher subtiler eingearbeitet wurde. Dennoch bin ich froh, dass die Serie gerettet wurde und bin sehr auf die neue Staffel gespannt.

The Crown – Staffel 2

meine Meinung zur ersten Staffel

Die Geschichte rund um Königin Elisabeth II. geht in die nächsten Jahre und bewahrt sich dabei die Tonalität zwischen ernsten geschichtlichen Entwicklungen und dem üblichen Königshaustratsch, gerade rund um ihre Schwester Margaret. Dabei brillieren die Hauptdarsteller und allen voran Claire Foy erneut in ihren Rollen. Auch die zweite Staffel schafft es wieder Spannung aufzubauen und dennoch mit ihren Themen mehrere Zielgruppen zu bedienen. Die Handlung hängt sich mitunter wieder an Einzelerereignissen auf, versucht aber gleichzeitig wieder die Entwicklungen eines ganzen Jahrzehnts unterzubringen, so dass mitunter viele Zeitsprünge drin sind.
Kulisse, Make-up und Kostüm haben sich auch hier wieder selbst übertroffen und das weiterhin hohe Budget der Serie wird an den richtigen Stellen eingesetzt.
Die zweite Staffel war gleichzeitig auch das Ende der bisherigen Darsteller, da die angekündigte dritte Staffel nun mit einem älteren Cast besetzt wurde. Hier freue ich mich vorallem auf Olivia Coleman, die Claire Foy beerben wird – was schon nicht leicht wird.

Downton Abbey – Staffel 6

meine Meinung zu Staffel 1-5

Die finale Staffel Downton Abbey hatte sich nur noch zum Ziel gemacht, die Geschichte der Familie Crowley und ihrer Angestellten zu Ende zu erzählen. Dennoch versuchen sie noch ein paar neue Handlungsstränge einzubauen, um die Spannung auch über die letzte Staffel noch zu erhalten. Trotzdem merkt man, wie vieles auf das Ende der Serie hinausläuft. Dabei wird sich für jeden Charakter – und die Serie hat bekanntlich sehr viele – versucht ein passendes Ende zu finden, mit der die Fans auch leben können. Auch hier wirken Entwicklungen der letzten beiden Folgen dann doch etwas übereilt, aber letztlich passt es zu den Charakterentwicklungen der vorherigen Staffeln.
Ein würdiges Ende einer schönen Serie. Bleibt nur zu hoffen, dass der angekündigte Kinofilm hier nicht zu viel verpfuscht.

 

 

The Crown

Netflix ist bekannt immer wieder selbst teure und aufwändige Serien zu produzieren. Nach Downton Abbey wollte ich wieder vom englischen Adel verzaubert werden. Und so entführte mich The Crown in die Zeit der Regentschaft von Königin Elisabeth II., der noch immer amtierenden Königin von England.

Prinzessin Elisabeth muss nicht nur mit dem unerwarteten Tod ihres Vaters des Königs zurecht kommen, sondern wird auf einmal überflutet mit den Verantwortungen einer Königin. Gleichzeitig wird ihr Ehemann Philipp immer wieder in seine Schranken verwiesen und seine Freiheit auf ein Minimum eingeschränkt und ihre Schwester Marguerite versucht eine unmögliche Hochzeit durchzusetzen. Dies und viele Sorgen mehr lasten auf der jungen Königin.

The Crown begleitet in der ersten Staffel Elisabeth von ihrer Hochzeit mit Philipp über ihre Krönung bis zur Abdankung Churchills. Dabei wird das Leben der Königin sowohl in ihrer Form als Königin als auch in ihren privaten Entscheidungen dargestellt. Dabei hat man von Elisabeth bald einen ganz anderen Eindruck, als man ihn vor der Serie hatte. Bisher kannte man sie nur aus dem Fernsehen bei Paraden oder ähnlichem. Aber die Seite, die immer hinter der schützenden Mauer des Buckingham Palace zum Vorschein trat, ist vor den Medien immer gut abgeschirmt geblieben. Man lernt ihre rebellische und ihre verletzliche Seite kennen. Gleichzeitig erfährt man aber auch einiges über ihre Wegbegleiter, über Winston Churchill, über ihre Schwester Marguerite und über den Mann an ihrer Seite Philipp.
Mit einem Budget von ca. 80 Millionen US-Dollar ist The Crown bis dato das teuerste Projekt von Netflix. Und das sieht man der Serie auch an. In jeder Kulisse und in jedem Kostüm stecken viel  Arbeit und eine Liebe zum Detail, die ihresgleichen sucht. Gleichzeitig wurden sehr passende Darsteller gefunden. Hier sticht vor allem Claire Foy als Königin Elisabeth II. heraus. Ihre Mimik spiegel immer pointiert ihre Gedanken wieder, ohne das sie dabei auf altbekannte Muster zurückgreifen muss. Meist reicht schon eine kleine Variation in ihrem Blick aus, um dem Zuschauer verständlich zu machen, dass sie gerade dabei ist ihre Meinung den Umständen anzupassen. Etwas gewöhnungsbedürftiger dürfte da Matt Smith als Philipp sein, vor allem für alle, die ihn als elften Doktor aus der beliebten Serie Doctor Who kennen. Er spielt den Philipp sehr gewählt, aber doch schleicht sich bei mir immer wieder das Bild von ihm mit Fliege und Fez ein, was etwas hinderlich ist. Den restlichen Cast konnte ich jedoch ohne Vorurteile genießen und jeder spielte seine Rolle auf seine ganz eigene Art faszinierend und passend.
Die Handlung selbst ist ein ewiges auf und ab mit Highlights und Erschütterungen. So ist die Krönung natürlich ein absolutes Highlight, gleichzeitig aber der Tod des früheren Königs eine Erschütterung. Nebenbei erfährt man auch noch einiges über die Geschichte und Politik Englands nach dem zweiten Weltkrieg, beispielsweise die große Smogwelle, die London in einen Nebel packte und tagelang festhielt. Gleichzeitig bekommt man einen Einblick, inwieweit die Krone Einfluss auf die aktuelle Politik hat, bzw. Inwieweit die Politik versucht Dinge vor der Krone geheim zu halten. Da die britische Monarchie eigentlich nur noch Repräsentationszwecken dient, zumindest laut Schulunterricht, so ist es doch interessant zu sehen, dass die Monarchie doch irgendwo ihre Hand in der Politik hat.
Trotz mitunter längerer Dialoge und einigen längeren Szenen ohne Aussage, bleibt die Serie durchgehend sehr spannend. Trotzdem ist die Serie nur zu empfehlen, wenn man sich zumindest ein bisschen für die Thematik interessiert. Das Intro ist schön gestaltet und führt mit stimmungsvoller Musik entlang der Krone. Zu den inspirierendsten Intros zählt es aber nicht.

Eine sehr empfehlenswerte Serie, die eine große Vorfreude auf die zweite Staffel schürt.