Inferno

Am 13.10.2016 erschien die inzwischen dritte Verfilmung eines Dan Brown Romans in den deutschen Kinos. Diesmal hatte ich das Buch bereits im Vorfeld gelesen und war nun auf die filmische Umsetzung gespannt. Daher gibt es hier wieder sowohl die Buch- als auch die Filmkritik in einem Beitrag zusammen gefasst.

Der Symbologe Robert Langdon erwacht mit einer Kopfverletzung und damit einhergehendem Gedächtnisverlust, was die letzten Tage betrifft, in einem Krankenhaus in Florenz. Er hat keine Ahnung, wie er dahin gekommen ist. Kurz darauf sucht ihn eine Attentäterin auf und er muss zusammen mit der Ärztin Sienna Brooks fliehen. Dabei entdecken sie einen kleinen Projektor in Langdons Jackett, der Dantes Kreise der Hölle zeigt, zusammen mit einem Rätsel. Und schon befinden sie sich auf einer Jagd durch die Stadt auf der Suche nach weiteren Hinweisen und Rätseln. Was hat das Ganze mit Bertrand Zobrist zu tun, der das Ende der Menschheit durch Überbevölkerung vorhergesagt hat?

Das Buch:

Bereits 2013 erschien der inzwischen vierte Band über den Symbologen Robert Langdon aus der Feder von Dan Brown. Während er mit Illuminati und Sakrileg den Zorn der katholischen Kirche auf sich zog, war sein drittes Werk, das verlorene Symbol, sehr schwach geraten. Nun hat Brown sein viertes Langdon-Buch keiner Verschwörung innerhalb der katholischen Kirche gewidmet, sondern einem Meisterwerk der Literatur. Dante Alighieris „Göttliche Komödie“, bzw. zumindest dem ersten Drittel davon, nämlich dem „Inferno“-Teil. Hier beschrieb Dante seinen Weg durch die 10 Kreise der Hölle, jeden Kreis schrieb er einer anderen Art Sünde zu. Da Brown in diesem Film selbst keine Verschwörung finden oder hineininterpretieren konnt, nutzt er Inferno nur als Mittel für die Rätsel und Hinweise und nimmt sich im gleichen Atemzug noch einem ganz anderen Thema an: der Überbevölkerung. Dafür erfindet er die Figur des Bertrand Zobrist. Dieser hält nun die Pest und andere große Naturkatastrophen für einen Schutzmechanismus der Natur, um die Überbevölkerung aufzuhalten, und will selbst durch eine Seuche der Natur helfen. Davon ahnt unser Protagonist Robert Langdon zunächst aber noch nichts. Er hat nämlich mit einem Gedächtnisverlust zu kämpfen und der Tatsache, dass er sich nicht nur statt in Harvard in Florenz befindet, wo er auch noch beinahe einer Attentäterin zum Opfer fällt. Zusammen mit der Ärztin Sienna Brooks versucht er die letzten Tage zu rekonstruieren und stößt dabei vermehrt auf Hinweise, die allesamt mit Dantes Inferno in Verbindung stehen, und muss gleichzeitig feststellen, dass er von gut ausgebildeten Männern verfolgt wird.
Brown gibt seinem erfolgreichen Helden Langdon mal wieder viel zu tun und viel zu enträtseln. Dabei geht er diesmal aber anders vor, da Langdon nicht von vornherein bewusst in die Sache gezogen wird, weil seine Fähigkeiten als Symbologe gefragt sind, sondern Brown lässt Langdon und die Leser sehr lange im Dunkeln tappen und einzelne Hinweise aufspüren. Abgesehen von dieser Haupthandlung gibt Brown dem Leser immer wieder Einblicke in das Handeln anderer Charaktere, deren Rolle man lange Zeit nicht einordnen kann. Dadurch baut Brown zunächst sehr viel Spannung auf. Leider lässt er die Leser ein bisschen zu lange im Dunkeln tappen, so dass einem mitunter das Interesse die Rätsel zu lösen verloren geht. Auch merkt man, dass Brown in Vorbereitung auf das Buch einen ausgiebigen Urlaub in Florenz unternommen hat. Denn eine gewisse Liebe zur Stadt ist mehr als deutlich zu spüren. So lässt er Langdon immer wieder von der Stadt und seiner Geschichte schwärmen und dies teilweise ausschweifend während einer Verfolgungsjagd. Dadurch kommen Szenen, wie „Langdon und Sienna fliehen, können gerade noch durch Gang X entwischen, oh Gang X, hier hat der und der, das und das gemacht, und dann hat der dieses Gemälde gekauft und das ist so besonders, weil“, drei Seiten später, „Langdon und Sienna erreichen das Ende des Ganges“. Gerade im Mittelteil nimmt das Auswüchse an, die den Mittelteil nur sehr schwer ertragbar machen. Mitunter wurde eine Aufklärung zu einer bestimmten Inferno-Stelle so lange gerausgezögert, dass ein Gang zum Bücherregal unvermeidbar war, um die entsprechende Stelle einfach selbst in der Göttlichen Komödie nachzulesen. Während der Leser nun das Buch fast aufgegeben hat und kaum noch die Lust verspürte weiterzulesen, bringt Brown einen dazu im letzten Viertel des Buches dieses gar nicht mehr aus der Hand legen zu wollen. In einem einzigen Kapitel führt er eine so unvorhersehbare Wendung herbei, die alles bisher geglaubte auf den Kopf stellte. Und damit nicht genug. Brown schafft es von nun an die anfängliche Spannung wiederherzustellen und sogar zu erhöhen, in dem er neue Rätsel aufgibt, die aber nun wesentlich schneller gelöst werden und schafft es ein so packenden Showdown zu inzenieren, dass es unmöglich zu sein scheint den Leser an dieser Stelle aus der Welt des Buches zu reißen. Auch das Ende ist wieder absolut unvorhersehbar und stellt eine drastische Wendung der Ereignisse da. Dabei schafft es Brown gleich noch einen neuen Denkansatz in die Köpfe der Leser zu setzen und wirft gleichzeitig alle Regeln für ein Ende eines Buches über den Haufen. So wird der treue Leser doch noch für ein sehr langatmigen Mittelteil belohnt.

Der Film:

Nach Sakrileg und Illuminati war sehr schnell klar, dass auch weitere Bücher von Dan Brown verfilmt werden. Doch dann sprang Regisseur Ron Howard für das Folgeprojekt „das verlorene Symbol“ ab, da er im Buch keinen Reiz für eine Verfilmung fand. So lag das Projekt brach, bis Inferno erschien und Ron Howard sich sofort wieder begeistern konnte. Also wurde filmisch „das verlorene Symbol“ einfach übersprungen, und es wurde sich „Inferno“ gewidmet. Tom Hanks wurde wieder als Robert Langdon besetzt, den er wieder mit seiner bekannten souveränen Art spielt. An seine Seite wurde Felicity Jones als Sienna Brooks gestellt. Das Problem an Jones ist, dass sie zwischen sehr guten Perfomances, wie in „Die Entdeckung der Unendlichkeit“, und sehr schlechten, wie in „Collide“, hin und her springt. Auch Inferno zählt gemessen an den Möglichkeiten nicht gerade zu ihrer Glanzleistung. Star Wars-Fans können daher nur hoffen, dass sie sich im bald erscheinden „Rogue One“ wieder ein bisschen mehr anstrengt.
Die Verfilmung an sich betrachtet ist ein souveräner Film, mit vielen Rätseln, Verfolgungsjagden und Spannung. Doch das kann man nur genießen, wenn man das Buch nicht gelesen hat. Denn der Film überspringt zwar die vielen Liebesbekundungen an die Stadt Florenz, schafft es aber die großen unvorhersehbaren Wendungen im Buch und das brilliante Ende komplett zu zerstören. Denn die erste 180° Wendung des Buches wurde nach nur fünf Minuten durch die Einblendung eines Untertitels zerstört. Der Showdown selbst ist zwar auch im Film sehr spannend und man hängt gebannt an der Leinwand, aber die Auflösung am Ende des Showdown wurde im Drehbuch komplett umgeschrieben, so dass ein ganz anderes Ende dabei herauskommt. Für Buchleser ein sehr unbefriedigendes, für Filmgucker ein sehr vorhersehbares. Und durch das Umschreiben des Endes, bleibt auch die letzte unerwartete Wendung des Buches aus, gerade das diskuttiertwürdige Ende, das Ende das Inferno als Buch zu etwas besonderem macht. Zwar wurde der Grundgedanke des Buches, irgendwo in der Mitte des Films mal in einem Nebensatz erwähnt, aber hat bei Weitem nicht die Gewichtung, wie im Buch.
Hat man das Buch vorher nicht gelesen, dann ist der Film und auch das Ende wohl für einen rund und auch trotzdem spannend, aber trotzdem bleibt der Film weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Hier wollten die Macher wohl längere Erklärdialoge am Ende vermeiden.

Alles in allem sollte man als perfekte Kombination, zunächst anfangen das Buch zu lesen, den Mittelteil dann mit dem deutlich spannenderen Mittelteil des Films abkürzen und den großen Showdown und das Ende dann wieder lesen. Für den Film gibt es aber trotzdem nur 05 von 10 möglichen Punkten.

The Night Manager

Der Reiz einer Kurzserie erschloss sich mir, als ich meine viel zu lange Liste mit Serien betrachtete, die ich entweder noch anfangen möchte zu sehen, oder bei denen inzwischen neue Staffeln erschienen sind. Also warum nicht eine Serie abarbeiten, die nur 8 Folgen umfasst und nach dieser einen Staffel komplett fertig erzählt ist?

Jonathan Pine arbeitet als Nachtmanager in einem Nobelhotel in Kairo zur Zeit des arabischen Frühlings 2011. Dort wird seine Geliebte getötet, die in Verbindung zu einer mächtigen Familie stand. Jahre später trifft er auf den Mann, der die Ermordung vielleicht angeordnet hat: Richard Roper. Er wendet sich an Angela Burr, die eine kleine Konkurrenzabteilung des MI6 führt, und lässt sich in Ropers Organisation einschleusen, um Informationen zu bekommen.

Etwas gezögert habe ich bei dieser Serie, als ich las, dass es sich um eine Serienverfilmung eines John le Carré Buches handelt. Nach der Verfilmung von Verräter wie wir diesen Jahres, die mich sehr enttäuschte, war ich doch etwas vorsichtig. Aber die Besetzungsliste mit Tom Hiddleston und Hugh Laurie überzeugte mich dann doch.
Während die erste Folge etwas holprig startet, da hier versucht wird sehr viel Handlung unterzubringen, um schnell zum eigentlichen Thema vorzudringen. Dadurch wird sehr viel mit Zeitsprüngen gearbeitet und gleichzeitig brasseln unzählige Namen auf einen ein. Dies entspannt sich aber schon ab der zweiten Folge, wenn Pine es schafft in Ropers Organisation unterzukommen. Trotz des nun relativ langsamen Erzähltempo kommt es immer wieder zu brenzligen Situation, so dass die Spannung trotzdem permanent aufrecht erhalten wird. Auch hat man wenig das Gefühl eine Serie zu sehen, da die einzelnen Folgen stringent hintereinander erzählt werden. So kommt es einem viel eher so vor, als würde man einfach einen sehr langen Film sehen. Allerdings lädt dies auch zum Binge-Watching ein, da man selbst am Ende einer Folge immer wissen möchte, wie es weitergeht und dann zwischendurch auszuschalten, fällt sehr schwer.
The Night Manager handelt mit vielen Charakteren und Namen, so dass man eine Weile braucht, um die Zusammenhänge richtig einordnen zu können. Doch auch nach acht Folgen überlegt man mitunter immer wieder, in welchem Zusammenhang in Dialog genannte Namen zur Handlung stehen. Dabei handelt es sich aber eher um die verzweigten Geschäftspartner Ropers, den Kreis der Hauptfiguren kann man sich durchaus merken. Hierbei ist vorallem die Besetzung wichtig. Dabei spielen alle Darsteller ihre Charaktere mit einer Hingabe, die die Serie auszeichnet. Hierzu zählen neben Hiddleston und Laurie, von denen man diese Leistung erwartet, auch Tom Hollander, Olivia Colman und Elizabeth Debicki.
Während die ursprüngliche Handlung von Carrés Roman „Der Nachtmanager“ zur Zeit des Endes des Kalten Krieges spielte, wurde die Handlung in der Serie aktualisiert und spielt nun während des arabischen Frühlings. Dadurch arbeitet Pine am Anfang zum Beispiel auch in Kairo und nicht wie im Roman in der Schweiz. Dadurch bekommt die Serie noch einmal eine Aktualität, die einen viel mehr mitnimmt. Durch verschiedene Handlungsorte, wie in Spanien, Ägypten, England und der Türkei, hat das Ganze einen sehr internationalen Touch, der einem nicht die Augen vor realen Fakten verschließen lassen kann.
Besonders gut gelungen ist auch das Intro der Serie. Hier werden Stilmittel des Prunks immer wieder umgewandelt zu Stilmitteln des Krieges. Zusammen mit einer zwar ruhigen, aber doch eindringlichen musikalischen Untermalung, trifft das Intro zu 100% den Ton der Serie und ist auch ästethisch sehr gut anzusehen.

Alles in allem eine absolute Empfehlung, aber vorsicht! Die Serie hat Suchtfaktor und sollte vielleicht an einem freien Wochenende gesehen werden.

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Am 17.11.2016 erschien ein neuer Film aus dem Harry Potter Universum in den deutschen Kinos.

Newt Scamander reist 1926 in die USA ein. Mit dabei ein Koffer voller magischer Tierwesen. Durch eine Kofferverwechselung können ein paar dieser Tierwesen entkommen und streifen durch die Stadt. Gleichzeitig scheint noch etwas anderes sein Unwesen in der Stadt zu treiben. Dies könnte die Magierwelt enttarnen und den No-Majs offenbaren.

1997 erschien „Harry Potter und der Stein der Weisen“ erstmals in den Regalen der Buchläden. Es folgten sechs Folgebände, die allesamt weltweit mit Rekordzahlen verkauft wurden. Damals entführte uns J. K. Rowling in eine abenteuerliche Welt voller Magie, in der ein Junge namens Harry Potter nicht nur entdeckt, dass er ein Zauberer ist und fortan auf die Hogwarts Schule für Zauberei gehen wird, sondern auch, dass er eine ganz besondere Rolle in dieser Welt spielt. Nach sieben Büchern, die in acht Filmen verfilmt wurden, entließ uns Rowling wieder in die normale „Muggle“-Welt ohne Zauberei. Doch in diesem Jahr erschien nicht nur ein achtes Buch, das viele Jahre nach dem siebten spielt, nein Rowling hat wieder ordentlich in die Tasten gehauen. Das Ergebnis ist diesmal kein neues Buch, sondern ein Drehbuch, das nun verfilmt wurde. Hintergrund ist das Lehrbuch „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, welches Harry Potter in seinem ersten Lehrjahr in Hogwarts brauchte. Geschrieben wurde es von der fiktiven Figur Newt Scamander – und ist inzwischen auch in unseren Buchläden zu finden – um die es nun in den neuen Filmen geht. Das ganze spielt diesmal aber nicht in den 1990er Jahren in Großbritannien, sondern 1926 in New York.
Die Fans der Harry Potter-Filme dürften schon in den ersten Minuten Gänsehaut bekommen, wenn das altbekannte Harry Potter-Theme durch die Boxen des Kinosaals hallt. Dann fallen über den Zuschauer erst einmal viele verschiedene Zeitungsartikel über Gellert Grindelwald herein. Und dann lernen die Zuschauer auch schon den Hauptcharakter Newt Scamander kennen. Dieser verlässt gerade die Fähre, die ihn nach New York brachte und muss sich nun durch die Muggle-Einreiseformalitäten kämpfen. Mit dabei hat er einen Koffer voller phantastischer magischer Tierwesen. In New York lernt er zunächst die Muggle kennen, die vor Zauberei warnen, und vor genau denen sich die Zaubererwelt versteckt. In Folge einiger unglücklicher Umstände vertauschen sich die Koffer von Scamander und dem Muggle Jacob Kowalski. Dieser Irrtum fällt leider erst im MACUSA – dem magischen Kongress der USA – auf, zu dem Scamander von Tina Goldstein, einer ehemaligen Aurorin geschleift wurde. Da das MACUSA gerade größere Sorgen hat, versuchen Scamander und Goldstein Kowalski nun auf eigene Faust zu finden. Dem sind wiederum inzwischen ein paar Tierwesen abhanden gekommen. Zusammen mit Goldsteins Schwester Queenie Goldstein versuchen sie diese nun fangen. Gleichzeitig gibt es mehrere Zerstörungen in der Stadt, die von einem unbekannten Wesen herrühren. Aus Angst die Magierwelt könnte auffliegen, wurde der Auror Percival Graves darauf angesetzt.
Phntastische Tierwesen und wo sie zu finden sind ist als Auftakt für eine fünfteilige Reihe geplant. Das merkt man dem Film bisher wenig an. Zunächst nimmt er sich alle Zeit der Welt, um die neuen Charaktere vorzustellen und eine sehr humorvolle Suche nach den entlaufenden Tierwesen zu inzenieren. Das ist zwar sehr schön anzusehen und sorgt auch für viele humorvolle Momente, scheint aber im Nachhinein nicht so recht in ein größeres Ganzes zu passen. Dafür nimmt die zweite Hälfte umso mehr Fahrt auf und baut die Spannung groß auf und gipfelt in einem spannenden Showdown. Gerade das Ende lässt Spekulationen offen, wie es weitergehen kann.
Rowling schafft es auch hier wieder die verschiedensten Charaktere zu kreieren. Dafür hat sie zwar diesmal weniger Zeit, denn in einem Film wollen die Charaktere schneller vorgestellt werden als in einem Buch, aber trotzdem gibt sie allen die nötige Tiefe. Dadurch hat man am Ende des Films das Gefühl auch diese Charaktere schon sehr lange zu kennen. Für die einzelnen Rollen wurden sehr passende Darsteller gecastet, die allesamt gute schauspielerische Leistungen abgeben.
Abgesehen von der zeitlichen Komponente versucht Rowling auch durch Kleinigkeiten den Unterschied zwischen der Welt Harry Potters in Großbritannien und der Scamanders in den Staaten. So werden die Muggle nun No-Majs genannt (was für Fans sehr gewöhnungsbedürftig sein dürfte) und statt des Zaubereiministeriums gibt es den MACUSA. So fühlt man sich zwar wieder in die magische Welt versetzt, was mitunter nostalgische Gefühle hervorruft, aber trotzdem gibt es eine klare Abgrenzung zwischen den Welten.
Die Musik unterstützt den Film an allen Stellen und teilweise trägt sie ihn sogar. Mindestens 50% des Spannungsaufbaus wurde durch die sehr dominante Musik geprägt.
Die Namensgebende Tierwesen spielen im Film mitunter eine etwas untergeordnete Rolle, aber wenn sie einen Auftritt haben, sind sie der eindeutige Star. Hier sind wieder einmal die Weiten von Rowlings Fantasie zu bewundern, die wirklich grenzenlos zu sein scheint. Vom Publikumsliebling den Niffler bis zur paarungswilligen Erumpent die Tierwesen sind trotz größerer Hintergrundhandlung doch noch immer die Stars des Films.

Alles in allem ist Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind trotz holprigem Einstieg ein schöner Auftakt mit spannendem Ausblick auf die kommenden Teile. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Doctor Strange

Am 27.10.2016 erschien ein neuer Held des Marvel Universums in den deutschen Kinos.

Dr. Stephen Strange ist ein brillianter Arzt, das er gerne durch protziges und arrogantes Auftreten heraushängen lässt. Als ein schwerer Unfall seine Hände sehr schwer schädigt und kein Arzt ihn heilen kann, erleidet er einer Krise und sucht Hilfe in Kathmandu zu dem geheimnisvollen Ort Kamar-Taj. Dort lernt er jedoch noch viel mehr als sich zu heilen.

Das Marvel Cinematic Universe wird nicht nur jährlich um ein paar Fortsetzungen erweitert, sondern mitunter werden auch neue Helden in eigenen Filmen vorgestellt. Während im letzten Jahr Ant-Man in einem eigenen Film vorgestellt wurde und später in Civil War erneut auftrat, wurde dieses Jahr ein Film mit Doctor Strange auf die große Leinwand gebracht. Strange tauchte das erste Mal im Juli 1963 in einem Marvel-Comic auf und ist seitdem fester Bestandteil des Marvel Universums.
Doctor Stephen Strange ist ein brillianter Neurochirurg. Durch seinen Erfolg verdiente er nicht nur viel Geld, welches er durch einen extravaganaten Lebenstil zur Schau stellte, sondern entwickelte auch eine gewisse Arroganz. Die verwickelte ihn letztendlich auch in den verhängnisvollen Unfall bei dem seine Hände irreparabel geschädigt wurden. Da er in seinem Job seine Erfüllung sieht und diesen nun nicht mehr ausführen kann, dreht er praktisch durch und steckt all sein Geld in mögliche Heilmethoden, die alle ohne Erfolg bleiben. In seiner Verzweiflung steigert er sich immer mehr in die Sache hinein, bis er auch noch die letzte Verbündete verschreckt. Doch dann erzählt ihm sein Physiotherapeut von einem Patienten, der querschnittgelähmt und an den Rollstuhl gefesselt war und dann eines Tages wieder laufen konnte. Der Name des Mannes ist Pangborn und dieser erzählt Strange von einem ganz besonderen Ort in Kathmandu, dem Kamar-Taj. Von seinem letzten Geld kauft sich Strange daraufhin ein Flugticket und sicht in Nepal das Kamar-Taj. Dabei wird er von Mordo entdeckt, der ihn in diese geheime Welt führt. Dort lernt er die Älteste kennen, die ihm erklärt, dass es verschiedene Dimensionen und Magie gibt. Nach kurzen Startschwierigkeiten wird Strange als Schüler akzeptiert und lernt nun eine ganz neue Welt kennen. Doch das Lernen ist nicht von langer Dauer, denn ein abtrünniger ehemaliger Schüler namens Kaecilius hat Pläne.
Doctor Strange scheint auf dem ersten Blick wie eine Mischung aus Iron Man und Inception. Doch schon auf dem zweiten Blick erkennt man, dass Doctor Strange mehr kann. Benedict Cumberbatch ist für Rolle des Strange die ideale Besetzung. Er verkörpert sowohl die arrogante Seite, als auch die verletzliche sehr gut. Gleichzeitig bringt er Witz und Spannung in die Rolle, die kaum einer so gut hätte herüberbringen können. Dafür hat es sich gelohnt den Drehzeitraum zu verschieben. Auch der restlliche Cast ist gut gewählt, vorallem Tilda Swinton als die Älteste kann in ihrer Rolle überzeugen. Nachdem es durch ihre Besetzung einen großen Aufschrei gab – „the ancient one“ ist eigentlich ein alter Tibetaner – und Hollywood wieder einmal „whitewashing“ vorgewurfen wurde, zeigte Swinton, dass Änderungen nicht immer schlecht sein müssen und hat gleichzeitig die ansonsten sehr mickrig ausfallende Frauenquote erhöht. Mads Mikkelsen, der vielen als Hannibal Lector aus der gleichnamigen Serie bekannt sein dürfte, übernimmt die Rolle des „Bösewichten“ Kaecilius. Trotz einiger plumper Dialoge spielt Mikkelsen souverän und schafft es allein durch seine Mimik Ehrfurcht zu gebieten. Leider hat Marvel es wieder verpasst seinem Bösewicht mehr Entfaltungsraum zu geben und war stattdessen der Ansicht noch einen zweiten „Überbösewicht“ dazunehmen zu müssen, der am Ende erscheint, dann aber doch erstaunlich einfach besiegt werden konnte. Immerhin war dieser „Endkampf“ mit reichlich Humor bestückt und so doch irgendwo rund.
Der Humor nimmt Marvel-typisch eine relativ große Rolle ein und konnte wieder gut unterhalten, lenkte aber nicht von der eigentlichen Handlung ab und minderte die Spannung an keiner Stelle. Die zweite große Rolle bilden die Spezialeffekte vorallem die durch Magie veränderten Dimensionen, die zwar an Inception erinnern, aber weit über das dort gezeigte hinausgeht.
Da es sich bei Doctor Strange um eine neue Figur im Marvel Cinematic Universe handelt, wurde am Anfang des Films Platz eingeräumt, um die Figur anständig einzuführen und vorzustellen. Dabei wurde genau die richtige Zeitspanne gewählt und rechtzeitig in den Spannungsaufbau umgestellt, so dass die zweite Hälfte mitunter eine Zerreisprobe für die Nerven darstellt.

Alles in allem ähnelt Doctor Strange zwar den anderen Filmen des Marvel Cinematic Universe, bringt aber trotzdem durch die Magie einen zwischen Wind hinein. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Die Insel der besonderen Kinder

Am 06.10.2016 erschien eine Buchverfilmung mit Tim Burton als Regisseur in den deutschen Kinos. Nach Betrachtung des Films konnte ich es mir nicht nehmen lassen, auch das Buch in kürzester Zeit zu verschlingen. Beide Kritiken teilen sich diesmal diesen Beitrag.

Jakes Großvater hat ihm immer wieder die tollsten Geschichten über ganz besondere Kinder auf einer Insel vor Wales erzählt. Später glaubte Jake diesen Geschichten aber nicht mehr. Erst als sein Großvater getötet wird und Jake sich auf die Suche nach Antworten macht, entdeckt er, dass es eine ganz eigene Welt auf der besagten Insel gibt.

Der Film:

Tim Burton ist zurück und zeigt wieder einmal, dass er auch eine düstere Grundstimmung trotz farbenfrohes Setting schaffen kann. So wirft er uns zunächst in das ganz alltägliche und absolut durchschnittliche Leben von Jake in einem kleinen Ort in Florida. Nach und nach erfährt man von den Geschichten, die sein Großvater ihm immer erzählte. Von Kindern mit ganz besonderen Fähigkeiten, von einem ganz besonderen Ort, aber auch von ganz schrecklichen Monstern. Als Jake eines Tages seinen Großvater tot auffindet und feststellt, dass es kein natürlicher Tod war, hinterfragt er alles. Ist vielleicht doch mehr an den Geschichten seines Großvaters dran? Die Suche nach Antworten führt ihn bis nach Wales, auf eine kleine vorgelagerte Insel. Dort findet er seine Antworten, und eine ganz eigene Welt.
Die Besonderheiten der Kinder in „die Insel der besonderen Kinder“ sind vielleicht nicht ganz so besonders, vor allem, wenn man sich öfter im Fantasy-Bereich aufhält, dafür sind die Charaktere selbst breit gefächert und interessant gezeichnet. Das Erzähltempo ist relativ langsam und schafft es doch an den richtigen Stellen Neugierde und Spannung zu erzeugen. In erster Linie geht es darum mit Jake eine neue und ungeahnte Welt zu entdecken, als eine von vorne bis hinten spannende Geschichte zu erzählen. Im letzten Drittel zieht das Tempo jedoch stark an und schafft es einen starken Endkampf hinzulegen, in dem sich die Begabungen der Kinder erst richtig zum Vorteil entfalten. Einige leicht trashig wirkende Szenen sorgen dabei noch für eine Extra-Portion Humor.
Die Weltenzeichnung von Tim Burton ist altbekannt und doch wieder sehr wirksam. Während die „reale“ Welt sehr grau und wenig attraktiv erscheint, ist die Welt der besonderen Kinder umso bunter gestaltet. Dabei wirkt sie aber keinesfalls übertrieben, sondern kommt in der typischen Burton-Optik daher. Hauptdarsteller Asa Butterfield spielt auf gewohntem guten Niveau. Herausstechend ist aber Eva Greens Darstellung der Madame Peregrine, die ihrer Rolle eine ganz besondere Note gibt. Samuel L. Jackson funktioniert als Bösewicht sehr gut und man merkt ihm an, dass er hier wieder einmal richtig Spaß am Spiel hatte.

Alles in allem ein gelungener Auftakt, nachdem man zu hoffen wagt, dass auch die Folgeromane verfilmt werden. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Das Buch:

Direkt nach dem Film war ich so in die Welt der besonderen Kinder versunken, dass ich es mir nicht nehmen lassen konnte auch das Buch zu lesen (woher das Verlangen kommt Film und Buch gesehen/gelesen zu haben, weiß ich nicht).

Das Buch selbst schafft es den Leser durch einen sehr flüssigen Lesestil schnell zu bannen und bis zum Ende nicht mehr loszulassen. Obwohl ich die Handlung durch den Film bereits kannte, wurde ich noch einmal neu verzaubert. Das Buch ist gespickt mit alten Fotos, die die Kinder und andere Charaktere zeigen. Diese sind jedoch als und in schwarz-weiß und bilden daher einen stark düsteren Kontrast zum sehr bunten Film, was aber grundlegend nicht störend ist. Über die Verwendung von Bildern der Charaktere in einem Buch kann man sich streiten, da viele Leser sich dadurch in ihrer Fantasie eingeschränkt fühlen. Letztendlich kann man die Bilder aber auch gut überblättern und ignorieren, um die eigene Fantasie zu nutzen. Für die anderen sind sie ein schönes Feature.
Während sind die ersten zwei Drittel des Films fast wörtlich an das Buch halten, ist das Ende stark umgeschrieben worden. So konnte ich trotz des Films am Ende des Buches noch einmal stark mitfiebern. Trotzdem sind beide Enden rund und stehen in keinem Widerspruch. Etwas irritierender war eher, dass der Film zwei Charaktere in ihren Besonderheiten vertauschte. Aber trotzdem ist dies kein Kritikpunkt.

Die Insel der besonderen Kinder ist ein flüssig zu lesendes Buch, das den Leser in eine andere Welt entführt und zum Träumen anregt. Für Filmmuffel eine absolute Empfehlung.

Abschließend ist zu sagen, dass man den Film gut sehen kann, ohne das Buch zu kennen, das Buch aber natürlich mehr über Jake und sein Innerstes verrät. Film und Buch stehen also in Ergänzung zueinander da, bei dem man nicht sagen könnte, ob Film oder Buch besser ist. Wer gerne liest, sollte sich das Buch vornehmen, wer lieber Filme sieht, kann in Burtons Werk versinken.

Cinemathek: Toni Erdmann

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: Toni Erdmann. Der Film lief ursprünglich ab dem 14.07.2016 in den deutschen Kinos.

 Winfried Conradi ist pensioniert und hat ein Faible für Scherze. Als sein Hund stirbt, beschließt er endlich eine bessere Beziehung zu seiner Tochter zu bekommen. Diese arbeitet derzeit als Unternehmensberaterin in Rumänien und versucht dort als Frau in einer Männerdomäne Fuß zu fassen. Als ihr Vater eines Tages einfach so vor ihrer Tür steht, passt ihr das gar nicht.

Toni Erdmann ist ein Film über eine Vater-Tochter-Beziehung, die zum Anfang des Films eigentlich gar keine Beziehung mehr ist. Winfried Conradi lebt in Deutschland und ist inzwischen in Pension gegangen. Freude im Leben findet er eigentlich nur noch an seinen Scherzen, denn er ist getrennt, seine Tochter arbeitet in fernen Ländern und selbst sein letzter Klavierschüler ist der Ansicht ihn nicht mehr zu brauchen. Als dann auch noch sein Hund stirbt, hält ihn gar nichts mehr in Deutschland. Also versucht er die praktisch nicht existente Beziehung zu seiner Tochter aufzubessern, in dem er sie in Rumänien besucht. Ines Conradi arbeitet aktuell in Bukarest als Unternehmensberaterin und muss sich nicht nur in einer Männerdomäne behaupten, sondern versucht auch verzweifelt einen wichtigen Kunden an Land zu ziehen. Daher schläft sie kaum und ist praktisch den ganzen Tag am arbeiten. Darunter leidet ihr Privatleben und wirklich glücklich ist sie mit allem auch nicht. Aber als auf einmal ihr Vater in der Lobby ihrer Firma steht, scheint dies ihr größtes Problem zu sein. Trotzdem nimmt sie ihn zu diversen Terminen mit, ist aber ziemlich pikiert über die Äußerungen ihres Vaters über ihre viele Arbeit vor wichtigen Kunden. Es kommt zu mehreren Auseinandersetzungen, weil ihr Winfried ihren Lebensstil einfach nicht begreifen will. Als er endlich abreist, scheint wieder Normalität bei Ines einzutreten. Bis ein ominöser Toni Erdmann immer wieder in ihrer Nähe auftaucht und sich immer wieder als jemand anderer ausgibt, mal als Coach von ihrem Klienten, dann wieder als deutscher Botschafter. Natürlich erkennt sie ihren Vater unter der Maskerade, spielt aber doch immer wieder mit. Auch Ines und Toni Erdmann geraten immer wieder aneinander, trotzdem scheint die Beziehung zwischen Vater und Tochter sich zu bessern.
Toni Erdmann ist ein Film, der trotz einer Lauflänge von 162 Minuten beinahe ohne aussagekräftige Dialoge auskommt. Es wird immer nur „um den heißen Brei“ herumgeredet, weil keine Partei sich eine Schwäche eingestehen möchte. Dadurch ist ein sehr realistischer Film entstanden, denn wie oft im Leben wollte oder konnte man einfach nicht das sagen, was einem auf den Lippen lag und versteckte sich daher hinter Floskeln? Allerdings bringt dies den Film gleichzeitig auf eine Ebene, in der man Aussagen und Handlung interpretieren muss, um sie zu verstehen. Doch auch wenn die Interpretation nicht gelingt, schafft Toni Erdmann es, eine lockere Erzählweise an den Tag zu legen und durch sehr punktuierten Witz zu überzeugen. Die Gagdichte ist zwar sehr gering, dafür haben die Witze es aber in sich und schafft es das alle Generationen, ob jung ob alt, beinahe auf dem Boden lagen vor Lachen. Die 162 Minuten Spielzeit sind kaum zu merken.
Toni Erdmann geht als Oscarkandidat für Deutschland ins Rennen. Ob es zu einer Nominierung kommt, wird im Januar 2017 bekannt gegeben. Für seine Leistung gibt es hier 07 von 10 möglichen Punkten.

Geek Pray Love

Vor einigen Jahren las ich das Buch Eat Pray Love und sah den dazugehörigen Film. Beides gefiel mir sehr gut. Als ich nun auf der German Comic Con über ein Buch mit ähnlichem Titel stolperte war mein Interesse doch geweckt.

Geeks. Was sind das für Lebewesen? Wieso geben sie all ihr Geld auf Conventions für Merchandise aus? Was hat es mit ihren Stammtischen auf sich? Welche Fehler sollte man im Umgang auf keinen Fall machen? Diese und viele weitere Fragen werden in diesem Buch von Geeks für Geeks und „Muggle“ beantwortet.

Geek Pray Love hat den passenden Beinamen „Ein praktischer Leitfaden für das Leben, das Fandom und den ganzen Rest“. Denn das Buch befasst sich von vorne bis hinten mit Geeks. Dabei werden alle gängigen Formen vorgestellt und genauer beleuchtet. Das Buch richtet sich dabei in manchen Kapiteln an die Geeks selbst und führt praktisch ein Gespräch unter Gleichgesinnten. In anderen Kapiteln wiederrum wendet sich das Buch direkt an die Menschen, die die Geeks gerne verstehen würden. Sei es weil das Kind/der Partner/jemand im Freundeskreis ein Geek ist und man seine Handlungen einfach nicht nachvollziehen kann.
Geek Pray Love besteht zum einen aus einer kleinen Geschichte über den Neugeek Lukas Lang, der in der Schule gemobbt wird, von den Eltern nicht verstanden wird und eines Tages durch Zufall in den Film „Krieg der Welten“ stolpert. Von da an ändert sich seine Welt und er lernt einen Phantastikstammtisch kennen und wird das erste Mal in seinem Leben von anderen Menschen richtig verstanden und akzeptiert. Die Geschichte wird Kapitelweise erzählt und taucht immer wieder im Buch auf. Leider spielt die Geschichte mit vielen Klitschees, nachdem ein Neugeek, wie Lukas, natürlich in der Schule gemobbt werden muss. Hier wäre ein ganz normaler Junge vielleicht wirksamer gewesen. Aber die Idee Lukas nach und nach verschiedene „Geek-Erfahrungen“ machen zu lassen, ist dann doch unterhaltsam, um die anderen Kapitel zu unterstreichen.
Die anderen Kapitel sind Erklärungen und Leitfäden für Geek und Nicht-Geek durch das Leben von Geeks. Vom Besuchen von Conventionen, über Cosplay, Rollenspiele, Stammtische, Magazine ist einfach alles vertreten. Dabei macht das Lesen dem Geek genauso viel Spaß, wie dem Nicht-Geek, der so einen guten Einblick in die Welt des Geeks bekommt. Der Schreibstil ist locker und sehr flüssig, wodurch man das Buch in zwei Tagen durchgelesen haben kann. Zwischendurch kommt der Geek dann doch immer mal wieder zum schmunzeln, wenn er bekannte Sachen wiedererkennt und sich die Hinweise für Nicht-Geeks durchliest. Trotzdem kann man mit dem Buch auch nach vielen Jahren als Geek immer noch etwas dazu lernen.

Eine schöne Lektüre für Zwischendurch, die das Verständnis von Geek und „Muggle“ verbessert.

Cinemathek: The Lady in the Van

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: The Lady in the Van. Der Film lief ursprünglich ab dem 14.04.2016 in den deutschen Kinos.

Die wahre Geschichte von Alan Bennett, einem Theaterautor, der einer für ihn unbekannten Miss Shepherd einen Stellplatz für ihren Van vor seiner Haustür gab. Eigentlich sollte dies nur eine vorübergehende Lösung sein, denn Miss Shepherd lebt in diesem Van, doch sie blieb 15 Jahre.

15 Jahre sind eine sehr lange Zeit. Würde man so lange einer alten Dame einen Stellplatz für ihren Van geben, in dem sie gleichzeitig lebt, während sie selbst sehr unfreundlich auftritt und nichts von sich preisgibt? Alan Bennett hat dies getan und seine Erfahrungen in einem Theaterstück niedergeschrieben, das nun verfilmt wurde. Alles beginnt damit, dass Mr Bennett sich ein neues Haus suchte, nachdem er einige erfolgreiche Theaterstücke geschrieben und aufgeführt hatte. Kurz nach seinem Einzug taucht eine merkwürdige ältere Lady, die in einem Van wohnt, in der gleichen Straße auf und parkt ihren Wagen auf der Straße. Die Anwohner kennen die Lady bereits von Erzählungen aus der Nachbarschaft und alle hoffen, dass sie bald weiter zieht und nicht ihre Straße „beschmutzt“. Nachdem sie eine Zeit lang für allerhand Klatsch und Tratsch sorgte, lernt sie Mr Bennett etwas genauer kennen. Beide kommen öfter in ins Gespräch und schließlich bietet Mr Bennett ihr sogar an den Van von der Straße und in seine Einfahrt zu stellen. Über die Jahre entwickeln sie ein etwas eigenartiges Verhältnis zueinander.
The Lady in the Van ist ein Film über eine etwas eigenartige Freundschaft, wenn man es denn so nennen kann. Denn über Miss Shepherd erfährt man so gut wie gar nichts den ganzen Film über. Dies lässt sich zwar darauf zurückzuführen, dass der Film auf realen Ereignissen basiert und auch der reale Mr Bennett nur wenig über die reale Miss Shepherd herausfinden konnte. Trotzdem ist es für den Zuschauer des Film ein wenig unbefriedigend kaum Informationen zu bekommen. Der Mangel an Informationen wird versucht durch nichtssagende Dialoge zu überbrücken, die trotzdem sehr gut funktionieren.
Maggie Smith ist für die Rolle wohl die ideale Besetzung. Sie spielt die exzentrische Miss Shepherd mit einer glaubhaften Überzeugung und kann alle Emotionen gut verkörpern. Auch Alex Jennings spielt die Doppelrolle des Alan Bennett sehr überzeugend. Alan Bennett wird als zwei Figuren dargestellt. Einmal als „der Lebende“ also der reale Mr Bennett, der mit den Leuten spricht, aus dem Haus geht und im Theater auftritt. Und einmal als „der Autor“, ein erdachtes zweites Ich, das die Geschnisse aufschreibt und als Dialogpartner für Mr Bennett dient. Auch wird „der Autor“ als Off-Stimme genutzt, die die Geschichte erzählt.
Die Handlung wird sehr ruhig erzählt, Spannung selbst kommt nicht direkt auf. Trotzdem ist es eine Geschichte, die irgendwo den Zuschauer berührt und auch unterhalten kann. Auch kommen während des Films keine Längen auf.

Alles in allem ist The Lady in the Van eine interessante und unterhaltsame Geschichte, der aber irgendwo das Gewisse Etwas fehlt. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Horrorctober #11: Let me in

Während bei manchen Filmen die Besetzungsliste ausschlaggebend war, hätte ich mir bei diesem Film die Darsteller vielleicht vorher ansehen sollen, dann hätte ich um Let me in einen weiten Bogen machen können.

Owen wird in der Schule regelmäßig verprügelt und leidet unter der Scheidung seiner Eltern, während er bei seiner alkoholkranken Mutter wohnt. Sein Leben ändert sich, als nebenan ein Mädchen in seinem Alter einzieht. Doch irgendetwas an ihr ist merkwürdig, zumal Owen sie immer nur bei Nacht antrifft.

Let me in ist ein Remake des schwedischen Films „So finster die Nacht“. Während die Grundstimmung bekannt aus skandinavischen Filmen ist, so ist er hier einfach nur fehl am Platz. Denn der Film wird mit einer Ruhe erzählt, die den Zuschauer beinahe einschlafen lässt. Zudem sind Chloe Grace Moretz und Kodi Smith-McPhee die perfekte Mischung für einen schlechten Film, denn das Schauspielern haben beide nicht erfunden. Der Film versucht vielmehr das Schicksal Owens darzustellen, als wirklich ein Horrorfilm zu sein, so ist im Film weder Spannung vorhanden, noch eine gruselige Atmosphäre.

Gruselfaktor: 0/5
Handlung: 1/5
Umsetzung: 0/5
Gesamt: 0/5

Horrorctober #10: Cry_Wolf

Nach Jensen Ackles hat es auch sein Supernaturalkollege Jared Padalecki irgendwie in meine Liste geschafft. Vielleicht weil die DVD dazu durch Zufall auf meinem Schreibtisch lag.

Owen kommt neu an ein Elite-Internat, nachdem er von seiner letzten Schule geflogen ist. Er findet schnell Freunde in dem sogenannten „Lügenclub“, die er schnell in deren eigenem Spiel schlägt. Da gleichzeitig eine Schülerin vermisst und später ermordet aufgefunden wird, beschließt der Club die Sage vom „Wolf“ zu erfinden, einem Serienmörder. Letztendlich glaubt Owen sich aber selbst verfolgt und denkt, dass der Mörder des Mädchens dahinter steckt.

Cry_Wolf verfolgt ein ähnliches Prinzip, wie schon Smiley – das Grauen trägt ein Lächeln. Hier wird ein vermeintlicher Serienkiller erschaffen, der wenig später wirklich auftaucht. Nur leider mangelt es dem Film an guten Ideen, die zur Spannung beitragen könnten. So verläuft er sich in eine Aneinanderreihung von vorhersehbaren Ereignissen ohne Spannung zu erzeugen und schafft eine so große Distanz zwischen Charaktere und Publikum, dass einem selbst der Ausgang des Films komplett kalt lässt.

Gruselfaktor: 0/5
Handlung: 2/5
Umsetzung: 1/5
Gesamt: 1/5