Sisters

Am 11.02.2016 erschien ein neuer Film über etwas ungleiche Schwestern in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Maura und Kate Ellis sind zwar Schwestern, aber vom Charakter her sehr ungleich. Als ihre Eltern das Haus ihrer Kindheit verkaufen, müssen die beiden notgedrungen ihre früheren Kinderzimmer räumen. Allein in dem großen Haus kommt ihnen die Idee einer letzten großen berüchtigten Ellis Party. Schnell werden die Freunde von früher eingeladen und das Chaos kann beginnen.

Sisters scheint auf den ersten Blick alle Klischees eines typischen Schwesternfilms zu erfüllen. Zwei Schwestern, beide sehr unterschiedlich, treffen wieder auf einander und bäm herrscht Chaos. Doch so leicht ist Sisters nicht zu durchschauen. Denn hier werden auch noch ganz andere Geschichten erzählt: Die Verantwortungen beim Erwachsen werden, verschiedene Arten am Erwachsen werden zu scheitern und die Verantwortungen einer Mutter.
Amy Poehler übernimmt die Rolle der Maura Ellis. Sie arbeitet im Krankenhaus und hat ein schönes Haus. Doch sie ist geschieden und kommt darüber nicht hinweg und fühlt sich öfter einsam. Daher skyped sie beinahe täglich mit ihren Eltern. Von den beiden Schwestern war sie immer die bedachte, die alles doppelt und dreifach überdacht hat. Sie hat auf den Partys immer die Mutti gespielt, den anderen beim Kotzen die Haare gehalten und den Zerstörungsgrad in Grenzen gehalten. Bei der letzten Party im Elternhaus möchte sie einmal Kates Rolle übernehmen und richtig die Sau rauslassen.
Tina Fey übernimmt die Rolle der Kate Ellis. Sie hat eine Ausbildung zur Kosmetikerin gemacht, findet aber keine Anstellung, oder verliert diese sehr schnell wieder. Eine Wohnung kann sie sich für sich und ihre Tochter nicht leisten, sondern nistet sich immer wieder bei Freunden ein. Ihre Tochter scheint erwachsener als sie zu sein und verschwindet immer wieder auf unbestimmte Zeit, weil sie den Lebensstil Kates nicht erträgt. Von den beiden Schwestern war sie immer diejenige, die alles intuitiv entschieden hat und daher ohne Plan durchs Leben stolpert. Auf den Ellis Partys hat sie immer die Sau rausgelassen, Typen abgeschleppt und sich betrunken. Bei der letzten Party im Elternhaus soll sie einmal Verantwortung übernehmen und die Mutti spielen.
Sisters geht mit den angesprochenen Themen sehr locker um. Sie sind da, werden aber nicht zwangsläufig vertieft. Das sorgt für eine lockere Atmosphäre und ein einfaches Sehgefühl, aber es sorgt auch dafür, dass sich der Film von vergleichbaren abhebt. Der Spannungsaufbau ist sehr einfach gehalten. Zunächst werden die Charaktere und ihre Lebensweisen vorgestellt, dann erfolgt ein Settingwechsel zurück ins Elternhaus. Dort wird die Idee der letzten Party geboren, die dann auch ausladend gefeiert wird. Viele Handlungsteile sind vorhersehbar und natürlich wird auf der Party in allen Gebieten übertrieben. Trotzdem bleibt der Film spannend und einige Gags bringen neuen Wind ins Genre, denn sie schaffen es tatsächlich erst gegen Ende ins Übertriebene und unter die Gürtellinie abzudriften. Davor sind sie gut durchdacht und bringen das Publikum berechtigt zum lachen. Die Charaktere sind durchdacht und abseits der Stange zu finden. Natürlich werden auch hier Klischees bedient und nicht jeder Charakter bekommt eine Entwicklung, aber doch wird sich mehr Mühe gegeben als bei vergleichbaren Filmen. Am Ende schafft der Film es leider nicht das vorherige Niveau zu halten und sackt stark ab, was schade ist. Aber bis zum Ende kann man den Film gut ansehen. Das liegt vor allem auch an der unübersehbaren Dynamik zwischen den beiden Hauptdarstellerinnen, die dem Film einen ganz eigenen Charme geben.

Alles in allem ist Sisters ein Film, der versucht neuen Wind ins Genre zu bringen, gegen Ende aber stark abdriftet. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Eddie the Eagle – Alles ist möglich

Am 31.03.2016 erscheint ein Film über den britischen Skispringer Michael Edwards in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Michael „Eddie“ Edwards hat nur einen Traum. Er möchte zu den Olympischen Spielen. Nur ist er nicht wirklich dafür geeignet. Doch allen Kritikern zum trotz schafft er es sich für die olympischen Sommerspiele 1988 in Calgary zu qualifizieren und erobert durch seine einzigartige Art die Herzen aller.

In Eddie the Eagle geht es um den Traum eines Jungens, der niemals aufgab. Das schönste an dieser überaus berührenden Geschichte: Sie ist wahr. Eddie Edwards möchte schon als Kind zu den olympischen Spielen. Doch durch seine Beinschiene ist er gehandicapted. Also möchte er zu den Paralympics. Doch ein paar Jahre später kommt die Schiene ab und nun scheint nichts mehr Eddie zu stoppen. Außer der Tatsache, dass er sportlich nicht begabt ist. Als ihm sein Vater das in aller Deutlichkeit erklärt, hört Eddie zwar aufmerksam zu, versteht aber nur, dass er viel geeigneter für die olympischen Winterspiele ist. Auf den Skiern qualifiziert er sich beinahe für die Disziplin Abfahrt. Doch der britische Sportbund will ihn nicht dabei haben. Denn durch seine eigene Art, die eine große Naivität aufweist und einen gewissen Grad an Tollpatschigkeit hat, wird er von Kollegen gemieden und ist nicht gerade ein Vorzeigesportler. Doch statt aufzugeben, beschließt Eddie nun Skispringer zu werden. Dafür fährt er mit seinen Skiern im Gepäck nach Deutschland. Dort springt er ohne Erfahrung und ohne eine Technik vom 15m Turm. Da er den Sprung ohne weiteres schafft, versucht er sich nun am 30m Turm. Doch da stürzt er und zieht sich erste Verletzungen zu. Also beschließt er einen Lehrer zu suchen und findet diesen in dem ehemaligen Skispringer Bronson Peary, der in Ungnade viel und daher mit dem Springen aufhören musste. Mit Edwards und Peary trafen Welten aufeinander, aber trotz vieler Hindernisse schafft Eddie es und qualifiziert sich für die olympischen Winterspiele 1988 in Calgary.
Eddie the Eagle hat zu Recht den deutschen Beinamen „Alles ist möglich“. Denn der Film erzählt zwar die Geschichte von Eddie Edwards, hat aber auch die Aussage, dass man alles schaffen kann, wenn man es nur wirklich versucht. Eddie schafft es innerhalb von zwei Jahren vom unsportlichen Tollpatsch zum Teilnehmer an den olympischen Spielen. Und das nur weil er einen großen Traum hatte und niemals aufgab. Er akzeptierte keine Neins und versuchte alles. Es ging ihm nie ums Gewinnen, sondern immer nur darum teilzunehmen. Die Geschichte wird im Film sehr liebevoll und respektvoll erzählt. Der Zuschauer kann sich leicht in Eddie hineinversetzen und er ist ein so sympathischer Charakter, dass man ihn nicht belächelt, sondern höchstens über die ein oder andere Aussage. Der Film bleibt trotz einer sehr lockeren Erzählweise ohne großen Spannungsbogen durchgehend spannend. Der Zuschauer hofft, fühlt, bangt mit Eddie und nicht selten werden die Augen zugehalten, wenn Eddie wieder einen neuen Sprung ausprobiert.
Einen großen Beitrag zu der sympathischen Figur trägt Taron Egerton, der den Eddie Edwards verkörpert. Er schafft es die Rolle authentisch herüberzubringen und Eddies naive Art nicht lächerlich erscheinen zu lassen, was eine sehr starke schauspielerische Leistung ist. Doch mit viel eigenem Charme und Witz kam ein Charakter heraus, den man einfach nur knuddeln möchte.
Als sein Trainer und Gegenpol wurde Hugh Jackman gecastet, der durch seine coole und lässige Art ebenfalls überzeugt. Er übernimmt die Rolle des Bronson Peary einem ehemaligen Skispringer, der in Ungnade fiel und daher vom Skispringen ausgeschlossen wurde. Er jobbte nun auf einer Skischanze, wo er Eddie kennenlernte, der nicht locker ließ und Peary als Trainer wollte. Dieser will davon nichts wissen, bis er Eddies unbrechbaren Willen kennenlernt. Immer mit einem Flachmann bewaffnet und immer einen sarkastischen Spruch auf den Lippen, und trotzdem ist auch Peary eine Sympathiefigur des Films.

Alles in allem ist Eddie the Eagle ein durch und durch sympathischer Film, der gute Laune versprüht und zudem noch eine schöne Botschaft übermittelt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Erschütternde Wahrheit

Am 18.02.2016 erschien ein Film über eine wahre Geschichte, die zu einem Skandal beim NFL sorgte, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Bennet Omalu ist ein Gerichtsmediziner mit etwas eigenartigen Methoden. Doch als ein berühmter ehemaliger Footballspieler bei ihm auf dem Tisch landet, entdeckt er eine Krankheit, die bei Footballspielern durch die ständigen Erschütterungen im Gehirn verursacht wird. Die Spieler machen kurz vorher eine große Charakterveränderung durch, ehe sie entweder Herzinfarkten sterben oder sogar Selbstmord begehen. Als Omalu seine Forschungen veröffentlich, streitet die NFL alles ab und greifen Omalu öffentlich an. Ein Kampf um die Wahrheit entbrennt.

Bennet Omalus Vorgehensweise in den Sälen der Gerichtsmedizin erscheinen auf dem ersten Blick sehr merkwürdig. Er spricht mit seinen Patienten, die aber ja bereits tot sind. Dabei bittet er immer um ihre Mithilfe, ihren Tod aufzuklären. Und es hilft. Doch als er einen ehemaligen Footballspieler auf dem Tisch hat und entdeckt, dass dieser in Folge der vielen vielen Kopfstöße in seiner Profikarriere gestorben ist, stößt er an seine Grenzen. Denn die Veröffentlichung zieht einen Skandal bei der NFL nach sich. Dieser lässt die Vorwürfe natürlich nicht auf sich sitzen und wettert gegen Omalu und ist als riesige Instition weitaus mächtiger als Omalu. Hilfe findet Omalu in Dr. Julian Bailes, einem ehemaligen Mannschaftsarzt.
Der Film ist in zwei Hälften geteilt. In der ersten Hälfte geht es um die Entdeckung der Krankheit und ihrer Folgen. Hier wird die Diagnose bis ins letzte Detail geprüft. In der zweiten Hälfte geht es um die „Schlacht“ gegen die NFL, der natürlich alles abstreitet und gegen Omalu wettert. Zwar ist die eigentliche Thematik spannend und wie der Titel schon sagt erschütternd, aber der Film ist es nicht. Das liegt vor allem an einem sehr schlechten Schnitt. Auf unwichtige Szenen wird die Kamera ewig gehalten, während entscheidende Szenen nur kurz gezeigt werden und dann ein abrupter Schnitt erfolgt. Dadurch wird jeglicher Bezug zum eigentlichen Thema verloren. Als bestes Beispiel ist hier die Szene, in der Omalu seiner Freundin anhand eines Apfels in einem Glas versucht zu zeigen, was mit dem Gehirn bei ständigen Stößen passiert. Omalu schüttelt und schüttelt, man wartet auf die Pointe, aber stattdessen gibt es einen Cut. Und man bleibt zurück mit einem „Was sollte mir das jetzt sagen?“. Auch die Nebengeschichte mit Omalus späterer Frau scheint einfach nur unpassend und fehl am Platz. Zwar wurde sie wahrscheinlich aus biographischer Richtigkeit aufgenommen und um Omalus Charakter ein wenig Tiefe zu geben, aber im Endeffekt verlängert sie den Film unnötig und bietet keinen großen Einblick in Omalus Wesen. Stattdessen ist sie wieder eine Liebesgeschichte, die vom eigentlichen Thema ablenkt. Hier hätte statt auf biogrphischer Genauigkeit lieber auf gute Filmtechnik der Augenmerk liegen sollen.  Allgemein sympathisiert man nicht mit Omalu, was für den Film kontraproduktiv ist, da er als der „Held“ der Geschichte gilt. Will Smith in der Rolle des Bennet Omalu brilliert durch seinen angelernten nigerianischen Akzent, überzeugt ansonsten aber nicht. Seine Mimik bleibt auch in Schlüsselszenen ausdruckslos und gibt dem Publikum durch durchgehende Distanz keinen Anlass ihm zu trauen.

Alles in allem ist der Film ein netter Versuch die Thematik aufzugreifen, überzeugt aber nicht. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Zoomania

Am 03.03.2016 erschien ein neuer Disney-Pixar Film in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Judy Hopps hat sein Kindheitstagen nur einen Traum: Sie möchte Polizistin werden. Nur leider ist sie als Hase sehr klein und daher stehen ihre Chancen sehr schlecht. Doch sie schafft die Ausbildung und zieht nach Zoomania, wo „jeder alles werden kann“. Doch auch dort trifft sie auf viele Vorurteile. Als sie einen ausweglos scheinenden Fall zugeteilt bekommt, für den sie nur 48 Stunden Zeit hat und von dem ihre Karriere abhängt, braucht sie Hilfe und findet sie in einem kleinkriminellen Fuchs.

Nach uns Pixar im letzten Jahr mit „Alles steht Kopf“ gezeigt hat, wie es bei uns im Kopf aussieht, geht es diesmal um unsere Träume. Mit der Geschichte der Judy Hopps zeigt uns Pixar, dass wir groß träumen dürfen und mit viel Mühen auch unseren Traum leben können. Zunächst lernt der Zuschauer Judy Hopps in Kindheitstagen kennen. Zusammen mit ihrer sehr großen Familie lebt sie in einem kleinen Dorf und träumt davon Polizistin zu werden. Dabei wird sie von allen Seiten belächelt, denn ein kleines Tier, wie ein Hase, hat keine Chance Polizistin zu werden. Doch Hopps beweist es allen und besteht als Jahrgangsbeste die Polizeiakademie. Sie wird in Zoomania eingesetzt, die Stadt mit dem Motto „Wo jeder alles sein kann“. Doch schnell lernt Hopps, dass es nicht der Realität entspricht. Wieder muss sie sich den gängigen Vorurteilen stellen. Aber Judy Hopps wäre nicht Judy Hopps, wenn sie nicht weiter nach der Erfüllung ihres Traumes streben würde. Allen Widrigkeiten zum Trotz.
Zoomania ist ein Film, der sehr ernste Themen anspricht und sie in eine Hülle aus Humor packt. Die Hauptthemen sind Benachteiligung und Rassismus. Jemand, der klein ist, kann kein Polizist werden. Ein Fuchs kann nicht anständig sein. Raubtiere können von Natur aus nicht gutartig sein, sondern irgendwann bricht immer ihre böse Natur aus. Der Film greift diese Themen auf und verpackt sie in eine süße Geschichte, die trotzdem zum nachdenken anregt. Dies scheint ein Versuch zu sein, aktuelle Themen aufzugreifen und auch schon der jüngsten Generation näher zu bringen. Ob diese die Themen dann wirklich verstehen oder sich eher über das liebevolle Setdesign und die vielen witzigen Einlagen freuen, ist fraglich. Doch Zoomania ist auch ein Film, der bei dem erwachsenen Publikum punkten kann, gerade mit Anspielungen auf den Paten und Breaking Bad. Doch leider wollte der Film ein bisschen zu viel. Durch die beiden großen Themenkomplexe wirkt der Film sehr vollgestopft, auch wenn am Ende versucht wurde beide zu verbinden. Hier hätte es ein Thema – Benachteiligung oder Rassismus – durchaus auch getan. Trotzdem schafft der Film es das Publikum durchweg gut zu unterhalten. Gerade die vielen kleinen Nebencharaktere machen das gewisse Etwas aus und bringen viel frischen Wind auf die Kinoleinwand. Es wird mit einigen Klitschees gespielt, die die Vielfalt der Tiere zeigen.

Alles in allem ist Zoomania ein Film, der gut unterhält aber ein bisschen zu viel wollte. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Zoolander 2 (Kurzkritik)

Am 18.02.2016 erschien ein neuer Film mit Ben Stiller und Owen Wilson in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Derek Zoolander lebt nach dem Unfall, bei dem seine Frau starb, und nachdem ihm sein Sohn weggenommen wurde, zurückgezogen. Doch als immer mehr Popstars sterben und dabei einen unverwechselbaren Blick posten, werden Zoolander und sein bester Freund Hansel gerufen, um bei der Aufklärung der Fälle zu helfen.

Zoolander 2 ist die Fortsetzung eines normalen Klamauk-Filmes. Und auch dieser Teil lässt wenig bis keine Ernsthaftigkeit aufkeimen. Ein abgedrehter Gag jagt den anderen und dabei wird vor allem die Modewelt und das Klitschee der dummen Models aufs Korn genommen. Doch abgesehen von ein paar One-Linern und ein paar abgedrehten Star-Auftritten, allen voran Benedict Cumberbatch als Alles und Kiefer Sutherland, hat der Film wenig bis gar nichts zu bieten. Die Witze sind größtenteils nicht lustig und zudem noch völlig übertrieben. Ben Stiller sieht völlig fehl am Platz aus, Owen Wilson bringt noch die lustigere Nebengeschichte und auch Penelope Cruz kann den Film nicht mehr retten. Was vom Film hängen bleibt ist einzig die erste Szene, in der Justin Bieber ermordet wird – das Kino ist lange bei keinem Film mehr in so große Jubelstürme ausgebrochen.

Alles in allem ist Zoolander 2 ein reiner Klamauk-Film, der nicht überzeugen kann. Lediglich für One-Liner und die Ermordung Justin Biebers gibt es 02 von 10 Punkten.

Verpasst im Februar 2016

Hallo ihr Lieben,
manchmal glaube ich ja, dass mein Kalender mich belügt. Es war doch gerade erst Silvester und schon soll auch der Februar vorbei sein? Das geht nicht! Ich habe im Mai schon Abschlussprüfung und bei den starken Kinomonaten einfach keine Zeit zu lernen… und der März wird nicht besser… Aber genug gejammert hier erst einmal meine Filme, die ich im Februar leider nicht geschafft habe zu sehen:

1) The Forest: Natalie Dormer in einen Horrorfilm über den Selbstmordwald in Japan. Der Trailer sah einigermaßen spannend aus, leider kamen bisher kaum gute Kritiken. Aber davon habe ich mich ja noch nie abhalten lassen 😉

2) Where to invade next?: Ein neuer Film von Michael Moore. Er war bis zum Trailer gänzlich unbekannt, aber mein Freund „klärte mich auf“ und auch der Trailer über die 1-Mann-Armee, die auf friedliche Weise versucht die Welt zu erobern, sah sehr schön aus.

So das war es dann auch, denn ich habe ansonsten meine Liste komplett abhaken können. Hier noch ein paar Filme, die es nicht auf meine Liste geschafft haben, die ich aber nicht unerwähnt lassen möchte:

Suffragette, Dirty Grandpa, der geilste Tag, Mustang

Verpasst aber nicht vergessen – Teil 5 – Oscarspezial

Hallo ihr Lieben,
die Verleihung der legendären Academyawards findet in Kürze statt und ich habe noch schnell drei Filme nachgeholt, die nominiert wurden und möchte euch vorab noch schnell meine Meinung dazu nennen.

The Danish Girl

Am 07.01.2015 erschien ein Film, der sich mit der ersten Geschlechtsumwandlung befasst in den deutschen Kinos.
Das Künstlerpärchen Einar und Gerda Wegener leben ein glückliches Leben in Kopenhagen. Doch Einar fühlt sich nicht ganz wohl in seinem Körper, kann es aber nicht definieren, woher dieses Gefühl kommt. Bis Gerdas Model ausfällt und Einar ihre Strümpfe und ihr Kleid anzieht. Dadurch entwickelt er seine zweite Persönlichkeit Lili. Was als Spiel des Ehepaares beginnt, wird für Einar zu einer wahren Persönlichkeitsfrage. The Danish Girl ist ein Film, der den inneren Zwiespalt einer Person, das Unwohlfühlen im eigenen Körper so authentisch darstellt ohne darüber viele Worte verlieren zu müssen. Einar hat wenig Chancen mit jemanden darüber zu reden. Ärzte sehen in ihm eine gestörte Persönlichkeit, seine Frau Gerda weiß nicht, wie sie mit der Situation umgehen soll. Einerseits will sie ihren Mann glücklich sehen und ihn daher bei seiner Findung unterstützen, andererseits brauch sie auch ihren Mann als Stütze im Leben. Eddie Redmayne und Alicia Vikander harmonieren perfekt vor der Kamera und haben für ihre Leistung zu Recht Oscar-Nominierungen bekommen. Der Film hält einen hohen Spannungsgrad, auch wenn von Anfang an der Ausgang relativ klar ist. Trotzdem überrascht das Ende und rührt einen noch eine längere Zeit. Lediglich bei den Kostümen verfehlt der Film knapp das Ziel. Die Geschichte von Lili spielt in den 1920er Jahren, die Kostüme spiegeln aber eher die Jahrhundertwende wieder. Trotzdem sind die Schauplätze sehr schön, man fühlt den Kontrast des Kopenhageners und des Pariser Lebens zu der Zeit.
Alles in allem berührt der Film sehr und führt zu der ein oder anderen Träne im Auge und bekommt dafür 09 von 10 möglichen Punkten.

 Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten

Am 21.01.2016 erschien ein Film über das Heimatgefühl und wie schwierig es ist seine Heimat zu verlassen in den deutschen Kinos.
Die Irin Eilis hat in Irland keine Zukunft. Durch die Wirtschaftskrise gibt es keine Jobchancen und ihre Schwester organisiert daher, dass sie in die USA auswandern kann. Doch Heimweh plagt sie, trotz Job und Abendschule. Erst als sie sich in den Italiener Tony verliebt, fühlt sie sich besser. Als jedoch ihre Schwester stirbt, muss sie zurück nach Irland. Dort läuft es nun besser für sie, sie findet einen Job und lernt den netten Jim kennen. Doch ist Irland noch ihre Heimat?
Brooklyn ist ein herzerwärmender Film, der sich weniger um die klassische Liebe dreht, als viel mehr um die Liebe zur Heimat. Die Frage ist pernament: Wo gehör ich hin? Kann sich auch in einem fremden Land das Heimatgefühl aufbauen? Und was passiert, wenn die Gründe für die Auswanderung plötzlich wegfallen? Dabei dramatisiert der Film nicht großartig, sondern erzählt relativ langsam, aber auf sehr schöne Weise die Geschichte von Eilis. Auch Saoirse Ronan überzeugt durch ein minimalistisches Schauspiel. Sie überzeugt einen mit ihren Emotionen ohne offensichtliches Lachen oder der bebenden Unterlippe. Man fühlt mit Eilis mit und kann ihre innere Zerissenheit nachvollziehen. Obwohl der Film langsam und ruhig erzählt wird, ist er doch an keiner Stelle langweilig.
Alles in allem ist Brooklyn ein schöner Film über das Heimatgefühl und jetzt schon einer der schönsten Filme des Jahres. Dafür gibt es 09 von 10 Punkten.

Spotlight

Am 25.02.2016 erschien die Verfilmung der mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnete Journalismusarbeit um den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche in den deutschen Kinos.
Der Boston Globe hat ein spezielles Team für investigativen Journalismus: Spotlight. Der neue Chefredakteur des Globe setzt dieses Team auf einen Missbrauchsfall von einem katholischen Priester an einem Jungen an. Doch bald merkt das Team, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. Auch Anwälte sind mit in den Skandal verwickelt, die immer zwischen der Kirche und den „Opfern“ vermitteln.
Spotlight ist ein Film, dessen Ausgang man schon kennt. Man weiß, dass die Story veröffentlicht wurde und das es einen riesen Skandal auslöste. Aber trotzdem ist der Film durchgehend spannend. Er zeigt in allen Ausführlichkeiten die Recherchearbeiten des Teams mit allen Steinen, die ihnen in den Weg gelegt wurden und mit allen moralischen Fragen. Dabei decken sie immer mehr auf und man entdeckt das eigentliche Ausmaß. Die Schauspielleistungen sind durchgehend gut, was auch daran liegt, dass ein sehr starker Cast gewählt wurde. Die Oscar-Nominierungen für Mark Ruffalo und Rachel McAdams sind jedoch unbegründet, da sie keine herausragenden Leistungen zeigen, sondern standarisierte gute Leistungen. Gerade Ruffalo fällt teilweise fast ins Overacting und steigert sich sehr in seine Rolle hinein. Die Handlung ist, obwohl das meiste bereits bekannt ist, packend und mitreißend, allerdings sollte man sich schon für das Thema interessieren.
Alles in allem ist der Film eine packende Umsetzung der Recherchearbeiten mit einem starken Cast und erhält daher 08 von 10 Punkten.

Deadpool

Am 11.02.2016 erschien ein neuer Film aus dem Hause Marvel mit einem etwas anderen Helden in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Wade Wilson ist ein Söldner und führt eine glückliche Beziehung zu der Prostituierten Vanessa. Bis bei ihm Krebs diagnostiziert wird. Im Kampf ums Überleben gibt er sich in die Hände einer zwielichtigen Organisation, die ihm verspricht den Krebs zu heilen und ihn zu einem Superheld zu machen. Doch etwas geht gehörig schief und Wilson hat zwar Superheilungskräfte, ist aber auch komplett entstellt. In dem bekannten roten Anzug geht er auf die Suche nach dem Kopf der Organisation für seine Rache.

Deadpool ist vielleicht nicht der typische Held und der Film kein typischer Film aus dem Hause Marvel, aber dafür kann er noch mehr begeistern als andere. Deadpool ist brutal, sorgt für beinahe pausenlose Lachanfälle und hat so viel Charme, wie kaum ein Film vor ihm. Das ganze beginnt schon am Anfang. Anstatt mit einer Großaufnahme einer überflogenen Stadt oder irgendetwas ähnlichem Belanglosen anzufangen, beginnt Deadpool mit einem Standbild. Zunächst werden nur kleine Teile gezeigt, doch während des gesamten Vorspanns wird das Bild von allen Seiten gezeigt, wodurch sich ein sehr obstruses Bild ergibt. Doch viel Zeit zum Wundern bleibt nicht, denn die Beteiligten am Film werden genannt, nur halt nicht wie üblich mit Namen. Und schon liegt das Publikum halb auf dem Boden vor Lachen. Schnell wird der Film ein bisschen zurückgedreht und der Zuschauer erkennt, wie Deadpool in die Situation kam. Die Zeitachse wechselt sich nun ab. Zum einen wird das „aktuelle“ Geschehen gezeigt und zum anderen Deadpools Vorgeschichte. Dabei fällt es schwer zu entscheiden, welche Zeitebene einem besser gefällt, denn beide sind so voller Witz, Humor und Charme, dass beide Geschichten wunderbar funktionieren. Selbst die Liebesgeschichte stört kaum, denn sie wird im Schnelldurchlauf erzählt und Deadpool hatte schon vor seinem „Unfall“ eine große Klappe. Der Film bietet einige brutalen Szenen, die ungeschnitten gezeigt werden, aber nie zu Übertrieben sind. Das Publikum liegt in jeder zweiten Szene auf dem Boden vor Lachen, aber trotzdem punktet der Film als Actionfilm und auch anrüchige Witze landen nie unter der Gürtellinie. Es gibt unzählige Anspielungen auf das Marvel Cinematic Universe, die X-Men Filme, Green Lantern, etc, die für Fans zu noch mehr Erheiterung führte. Aber auch ohne vorher einen einzigen Marvel Film gesehen zu haben ist Deadpool in vollen Zügen zu genießen.
Ryan Reynolds übernimmt die Rolle des Wade Wilson bzw. des Deadpools. Er spielte die Rolle bereits im X-Men Universum in X-Men Origins: Wolverine. Dort hatte Deadpool aber eher einen kleinen Auftritt und konnte nicht überzeugen. Dafür gibt Reynolds in diesem Film alles. Wilson ist ein sarkastischer Söldner und wird zu einem sarkastischen… Held? Das bestreitet Deadpool die ganze Zeit und wirklich ein Held ist er nicht. Aber auf der Suche nach dem Mann, der ihn bei der Krebsheilung entstellt hat. Zur Seite stehen ihm mehrere Sidekicks, die ebenfalls alle ihren eigenen Charme und Humor haben.
Ed Skrein übernimmt die Rolle des Francis bzw. des Ajax. Damit übernimmt er die Rolle des Antagonisten also im Prinzip des Bösen (Kann man Deadpool daher als den Guten bezeichnen?). Eiskalt und mit einem sehr trockenen Humor ist er der perfekte Gegenspieler.
Auch die anderen Rollen sind alle sehr durchdacht besetzt. Es gibt keine Rolle, die nicht wie die Faust aufs Auge in den Film passt. Mit einer Spielzeit von unter 2 Stunden ist Deadpool für Marvel Verhältnisse ein kurzer Film. Dadurch wirkt aber auch keine Szene künstlich in die Länge gezogen, sondern der Film nimmt sich genau die Zeit, die er braucht, um die Geschichte zu erzählen. Die Vorgeschichte, die Suche nach Rache und natürlich die obligatorische Endschlacht. Alles hat eine gute Länge und braucht nicht mehr Zeit, um erzählt zu werden. Die Schauplätze sind gut gewählt und auch an den Effekten ist nichts auszusetzten.

Alles in allem überzeugt Deadpool in allen Blickpunkten und lässt keinen Raum für Kritik. Dafür gibt es 10 von 10 möglichen Punkten.

Legend

Am 07.01.2016 erschien ein neuer Film über die berüchtigten Kray-Zwillinge mit Tom Hardy in einer Doppelrolle in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Die Zwillinge Ron und Reggie Kray beherrschen in den 60er Jahren die Unterwelt Londons. Doch dabei haben sie einige Probleme. Denn Reggie Kray muss seiner Ehe zuliebe den Anschein wahren, dass seine Geschäfte komplett legal sind und sich gleichzeitig um seinen unter Schizophrenie leidenden Bruder Ron kümmern, der leicht außer Kontrolle gerät.

London in den 60er Jahren. Der Zuschauer lernt am Anfang erst einmal Reggie Kray kennen. Elegant im Anzug gekleidet, bietet er den beiden Inspectors, die in einem Wagen vor seiner Tür warten, eine Tasse Tee an. Man merkt gleich, dass er nicht ganz der nette Kerl sein kann, der er vorgibt zu sein. Die Inspectors sind natürlich nicht begeistert und lehnen ab. Im folgenden wird zunächst das Kennenlernen zwischen Reggie und seiner zukünftigen Frau Frances gezeigt, die auch als Off-Stimme den Film erzählt. Als nächstes wird Ron Kray vorgestellt. Er sitzt wegen Schizophrenie in einer Psychiatrischen Anstalt. Obwohl der Arzt davon abrät, setzt Reggie alles daran, Ron zu befreien und schafft es. Ab jetzt mischt er sich aber in die Geschäfte mit ein, misstraut treuen Partner und anstatt zu verhandeln und einzuschüchtern, möchte er lieber eine „ordentliche Schießerei“. Trotzdem schaffen sie es, andere „Banden“ zu vertreiben und sich ihr eigenes Imperium aufzubauen. Bis Reggie im Gefängnis landet und Ron die alleinige Führung übernimmt.
In Legend erleben wir einen zweigeteilten Film. Im ersten Teil haben wir einen etwas andere Gangster-Film. Die beiden Brüder bauen sich ein Imperium auf, man erfährt einzelne Sachen ihrer Machenschaften, aber nie wirklich viel, da die Geschichte durch die Off-Stimme von Reggies Frau Francis erzählt wird, die bis zum Schluss glaubt, dass Reggies Geschäfte größtenteils legal sind. Das ist etwas schade, hier hätte man mehr herausholen können. Umso enttäuschender ist es, dass die Machenschaften im zweiten Teil des Films nur noch am Rande thematisiert werden. Hier verkommt der Film zu einem Drama. Die Ehe zu Francis, die am scheitern ist wird in allen Facetten thematisiert und nebenbei noch Reggies komplizierte Beziehung zu seinem Bruder Ron. Das die beiden Gangster sind, wird nur noch am Rande thematisiert. Das ist schade, denn der Film klang sehr verheißungsvoll und fing auch so an, verliert sich aber während seiner langen Laufzeit. Die am Anfang aufgebaute Spannung hält nicht lange an. Nur wenig Unvorhergesehenes geschieht ab der zweiten Hälfte. Dadurch zieht sich der Film immer mehr. Auch das Ende will nicht so ganz rund gelingen.
Tom Hardy spielt sowohl Reggie als auch Ron Kray. Dabei nuanciert er beide Brüder so unterschiedlich, dass man beim Betrachten nicht auf die Idee kommt, dass die Brüder von nur einem Schauspieler gespielt wurden. Dabei beschränkt Hardy sich auf verschiedene Gestik und Mimik ohne bei einer von beiden Rollen ins Übertriebene zu verfallen. Auch die Dreh- und Schnittechniken sind gelungen, um die vollständige Illusion aufrecht zu erhalten. Lediglich in einer Kampfszene der beiden Brüder konnte man sehen, dass mit Stuntdoubeln gearbeitet wurde.
Auch die anderen Rollen wurden mit guten und überzeugend spielenden Schauspielern besetzt allen voran Christopher Eccleston und David Thewlis. Die Kulisse ist ebenfalls sehr gelungen. Man fühlt sich in der Zeitachse nach hinten in die 60er Jahre gezogen und sieht auch einmal andere Ecken von London.

Alles in allem ist der Film schauspielerisch top, verliert sich aber zu sehr in der Handlung und kann daher nicht überzeugen. Leider nur 06 von 10 möglichen Punkten.

Suite francaise (Kurzkritik)

Am 14.01.2016 erschien ein Film über eine ugewöhnliche Liebe zur Zeit des zweiten Weltkrieges in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Lucile lebt im Haus ihrer strengen Schwiegermutter Madame Angellier während ihr Mann an der Front gegen die Deutschen kämpft. Ihr Situation ändert sich, als die Deutschen in dem Ort stationiert werden und sich in den Häusern einquartieren. So auch Bruno von Falk im Haus der Angelliers. Doch Bruno scheint nicht wie die anderen Deutschen zu sein und teilt Luciles Hang zur Musik. Eine ungewöhnliche Liebe beginnt.

Der Film bietet einmal einen anderen Blick auf die Geschehnisse während des zweiten Weltkrieges. Es werden weder die Qualen an der Front, noch die Beratungen auf Führungsebene gezeigt. Stattdessen führt der Film uns in ein kleines französisches Dorf. Überwiegend sind nur noch Frauen vorzufinden, da die Männer an der Front sind. Nur noch Männer eines gewissen Alters oder mit körperlicher Einschränkung sind anzufinden. Bis die Deutschen kommen und den Ort besetzen. Nun setzt sich der Film mit der Frage auseinander, wie sich die Deutschen und wie die Bewohner verhalten. Beide Seiten wurden mehr oder weniger in den Krieg gezwungen, denn selbst die Deutschen wollten ihn nicht zwangsläufig. Einfühlsam wird beschrieben, wie unter der Besetzung gelitten wird und was passiert, wenn man doch Gefühle für einen Deutschen entwickelt. Dabei wird leider das Augenmerk ein wenig zu sehr auf die Liebesbeziehung und ein wenig zu wenig auf die Verhältnisse gelegt, was schade ist. Auch wird der Film sehr langsam erzählt, was nicht in jeder Szene angebracht ist. Daher zieht sich der Film ungewollt, was sehr schade ist.

Alles in allem behandelt der Film ein interessantes Thema, konzentriert sich aber auf die falschen Aspekte und verpasst es Spannung aufzubauen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.