Crimson Peak

Am 15.10.2015 erschien ein Drama-Horrorfilm mit Mia Wasikowska und Tom Hiddleston in den Hauptrollen in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Ende des 19. Jahrhunderts stirbt die Mutter der kleinen Edith Cushing. Doch kurz darauf taucht der Geist der Mutter immer wieder auf und warnt Edith vor einem einzigen Ort „Crimson Peak“. Jahre später, Edith versucht sich inzwischen als Autorin, trifft sie auf den charmanten Thomas Sharpe. Schnell ist Edith ihm verfallen, wäre da nicht ihr zweifelnder Vater, denn Sharpe ist komplett verarmt. Erst nach einer Tragödie heiraten die beiden und Shape nimmt Edith mit nach Schottland, nach Allerdale Hale. Dort wohnt auch Shapes Schwester Lucille. Doch in dem alten Gemäuer spukt es.

Der Film ist nicht das, was der Trailer verspricht. Wer sich auf eine romantische Geschichte mit zwei sympathischen Personen in einem Spukhaus erhofft hat, wird doch etwas enttäuscht. Nicht zwangsläufig, weil der Film schlecht ist, sondern einfach weil das Spukhaus nicht der gruselige, schaurige Part des Films ist. Denn das schaffen die Menschen in dem Film selbst. Schon am Anfang merkt man, dass mit dem Geschwisterpaar Thomas und Lucille Sharpe etwas nicht stimmen kann. Thomas gibt sich doch etwas zu interessiert an Edith und dem Vermögen ihres Vaters. Dies überspielt er mich einer Menge Charme, dem wahrscheinlich nicht nur Edith, sondern auch das halbe Publikum verfallen ist. Seine Schwester Lucille dagegen, wirkt abgebrühter und erst in den Dialogen mit ihr, fällt Thomas‘ zweites Gesicht auf. Auch nach der Hochzeit weiß man lange Zeit nicht, was für ein Spiel in Allerdale Hale gespielt wird. Thomas scheint sich zum einen gut um sie zu kümmern, ist aber auch des Nachts immer wieder verschwunden. Lucille scheint Edith hingegen von Anfang an als Eindringling wahrzunehmen. Hinzu kommt das Haus, dass von der Grundausstrahlung schon gruselig wirkt, ein Geheimnis birgt. Doch Edith kann Geister sehen. Und erkundet damit immer mehr die verborgenen Geheimnisse des Hauses.
Mia Wasikowska übernimmt die Rolle der Edith Cushing. Edith ist in gut behütetem Haus aufgewachsen mit einem erfolgreichen Vater. Daher hat es ihr nie an irgendetwas gefehlt und sie konnte sich immer ungestraft ihrer Träumerei hingeben. Nie musste sie Konsequenzen fürchten und konnte sich als Frau an einer Karriere als Schriftstellerin versuchen. Umso schneller konnte sie Sharpe verfallen, denn sie sah etwas in ihm, dass andere nicht sahen. Ebenso wie sie als einzige die Geister sieht.
Tom Hiddleston übernimmt die Rolle des Thomas Sharpe. Während selbst das Publikum am Anfang seinem Charme erliegt, zeigt er bald, dass er zwei Gesichter hat. Der perfekte Janus, so dass seine Handlungen nicht vorhersehbar sind. Schnell entwickelt man ein ungutes Gefühl bei ihm, will es aber doch nicht glauben, weil er weiterhin charmant ist. Bis zum Ende weiß man nicht, was seine genauen Absichten sind.
Jessica Chastain übernimmt die Rolle von Lucille Sharpe. Man lernt sie kennen mit ständig schlechter Laune und merkt schnell, dass sie nicht zu den Guten gehört. Sie versucht immer wieder auf ihren Bruder einzuwirken, aber will gleichzeitig an das Geld von Edith kommen. Man spürt ihre Missbilligung und den Drang ihr Heim zu beschützen vor ungewollten Eindringlingen. Doch wie tief ihre Abgründe sind, merkt man erst viel zu spät.
Wer sich wieder einmal so richtig gruseln möchte, ist bei diesem Film leider falsch. Denn die gruseligen Elemente basieren allein auf den Geistern und der Grundatmosphäre im Haus. Stattdessen wirkt es wie ein Drama, nur dass die Menschen nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. Das Haus schafft es schnell dem Zuschauer eine leichte Gänsehaut zu verpassen. Ein großes, altes, halb verfallenes Herrenhaus, gebaut auf einer Tongrube, das gerne einmal flüssigen roten Ton „blutet“ und immer weiter versinkt. Das Dach ist in der Eingangshalle sehr undicht, was im Herbst zu Laubhaufen und im Winter zu Schneehaufen in der Eingangshalle führt. Schaurige Geräusche werden mit dem Ostwind erklärt und in den verwinkelten Gängen kann man sich gut und gerne verlaufen. Die Geister sind auch allesamt schaurig und atmosphärisch inzeniert, verlieren aber schon bald ihren Gruselfaktor, denn die Handlung wird doch allzu vorhersehbar. Gerade gegen Ende verliert sich der Film in Klitschees und lässt das große Finale im Gegensatz zum Versteckspiel vorab sehr klein und unbedeutend wirken.

Alles in allem schafft der Film es nicht als Horrorfilm, beeindruckt aber doch durch Atmosphäre und Handlungsort. Daher gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

A walk in the woods – Picknick mit Bären

Am 15.10.2015 erschien eine Buchverfilmung von Bill Bryson, mit ihm als zentraler Figur, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Bill Bryson ist erfolgreicher Reisebuchautor und hat nicht vor noch einmal ein Buch zu schreiben. Doch inzwischen ist er im fortgeschrittenen Alter und muss an den ersten Beerdigungen teilnehmen. Bei einem Spaziergang entdeckt er den Appalachian Trail und sucht kurzerhand einen Freund, der ihn mit ihm besucht. Doch nur sein Schulfreund Steven Katz erklärt sich bereit die 3.500km mit ihm zu wandern.

Bill Brysons Reisebücher sind weltweit bekannt. Doch eine seiner Geschichten mit dem festen Vorsatz „Ich schreibe kein Buch“ zu sehen, gibt dem ganzen einen ganz neuen Charme. Am Anfang fühlt man mit Bryson mit. In die Jahre gekommen, muss er sich damit abfinen, dass Menschen in seinem näheren Umfeld sterben. Er selbst fühlt sich aber noch sehr lebendig und kann das Rentnerdasein nicht akzeptieren. Also flüchtet er in die Idee den Appalachian Trail entlang zu wandern. All die Warnungen seiner Frau ignoriert er und sucht nun nach einer Begleitung. Doch 3.500km sind eine sehr abschreckende Zahl. Nur sein alter Schulfreund Steven Katz bietet ihm an, ihn zu begleiten. Das sie nicht immer das beste Verhältnis zueinander hatten ist auch schnell vergessen. Doch als Katz für die Wanderung zu Besuch kommt, stellt sich heraus, dass er ein Alkoholiker frisch auf Entzug ist und vor einer Haftstrafe flieht. Doch Bryson ist das alles egal, solange er nicht alleine wandern muss. Die beiden fliegen zum Ausgangspunkt des Wanderweges. Doch bereits nach wenigen Metern ist Katz außer Atmen, was die beiden aber nicht von ihrer Wanderung abhält. Auf ihrem Weg treffen sie freundliche Menschen, hilfsbereite Menschen, übermotivierte Menschen und Bären. Dabei hilft ihnen eine gesunde Portion Zynismus und Sarkasmus. Gepaart mit zusätzlichen humorvollen Elementen wird Picknick mit Bären zu einem amüsanten Filmerlebnis. Man verfolgt mit tränendem Auge vor Lachen, wie die beiden alten Herren sich durch die Wildnis kämpfen, während man selbst gemütlich in dem Kinositz sitzt und die sehr schönen Landschaftsaufnahmen genießt.
Robert Redford übernimmt die Rolle des Bill Bryson. In die Jahre gekommen, aber immer noch abenteuerlustig, wagt er mit guter Laune die Wanderung. Doch im Laufe des Films merkt man immer mehr, dass er vor dem Rentnerdasein wegläuft. Selbst im jungen Alter kann man sich mit der Angst vor dem Altwerden identifizieren. Die Flucht aus dem Alltag mit einer verrückten Idee kommt bis zu einem gewissen Grad bestimmt jeden bekann vor. Robert Redford ist auch sehr glaubwürdig in seiner Rolle.
Nick Nolte übernimmt die Rolle des Steven Katz. Dieser flüchtet vor einer Haftstrafe und ist frisch nüchtern. Zusätzlich zu seinem Alter und dem Alkoholentzug macht ihm beim wandern auch sein Übergewicht zu schaffen. Während Bryson locker vorweg wandert, schleicht Katz mit zynischen Kommentaren hinterher. Trotzdem hält er gut durch und überrascht damit die Zuschauer. Ohne ihn wäre das Abenteuer wahrscheinlich nur halb so lustig geworden.
Ein negativer Punkt an dem Film ist die sehr langsame Erzählweise. Bis der Film ein wenig in Fahrt kommt, dauert es ca. eine halbe Stunde, was für eine Einführung deutlich zu lange dauert. Für jede einzelne Szene nimmt sich der Film Zeit und erzählt sie sehr ausführlich, teilweise zu ausführlich. Aber der Humor schafft es dies zu überspielen.

Alles in allem ist der Film vielleicht kein Film, den man unbedingt im Kino sehen will, aber ein Muss für einen gemütlichen DVD-Abend ist. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst aber nicht vergessen – Teil 3

Hallo ihr Lieben,
es ist ‚mal wieder soweit. Ich habe einige Filme meiner Reihe „Verpasst im …“ nachgeholt zu sehen. Viel Spaß also bei den folgenden Kurzkritiken 🙂

  1. Die Entdeckung der Unendlichkeit: Eddie Redmayne gewann für seine Darstellung des Stephen Hawking seinen ersten Oscar. Und das völlig zurecht. Seine Darstellung ist so überzeugend, dass man hinterher glaubt, dass Redmayne selbst während des Drehs an ALS erkrankt ist. Gleichzeitig wird die Geschichte sehr rührend erzählt, man fühlt mit allen Charakteren mit, vor allem auch mit Hawkings Frau, die immer hinter ihm stand, obwohl sie selbst irgendwann am Rande ihrer Kräfte war. Für diesen außergewöhnlichen Film gebe ich 08 von 10 möglichen Punkten.

2. Nightcrawler: Jake Gyllenhaal verkörpert Louis Bloom, einem Kleinkriminellen. In einer Nacht entdeckt er einen sogenannten Nightcrawler. Ein Kameramann, der den Polizeifunk abhört, um an einem Unfall- bzw. Tatort als erstes zu sein und das gesammelte Filmmaterial dann an die Fernsehsender zu verkaufen. Völlig begeistert von dieser Idee kauft sich Bloom eine Kamera und fängt an den Polizeifunk abzuhören. Schnell wird er als Nightcrawler erfolgreich, doch auch immer größtenwahnsinniger. Der Film braucht ein bisschen, um in Fahrt zu kommen und erzählt die eigentlich spannende Geschichte in einem sehr gemächlichen Tempo. Dem gegenüber steht jedoch ein brilliant spielender Jake Gyllenhaal, so dass es am Ende schwierig ist zu sagen, ob er Film nun gut oder eher schlecht ist. Von mir gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

3. Im August in Osage County: Wenn in einem Cast gleichzeitig Meryl Streep, Julia Roberts, Ewan McGregor und Benedict Cumberbatch auftauchen, dann verspricht es ein sehr guter Film zu werden. Umso ernüchtender war dieses Familiendrama. Drama war zwar sehr viel vorhanden, aber undurchsichtiges und ausgetragen wurde es fast pausenlos in einem Haus zu immer dem selben Thema. Ab einem gewissen Punkt wollte man dem Film einfach nicht mehr folgen. Daher gibt es trotz guter Schauspielleistungen enttäuschte 03 von 10 möglichen Punkten.

4. Der Chor – Stimmen des Herzens: Stet hat es nicht leicht im Leben. Sein Vater interessiert sich nicht für ihn, weil er das Resultat einer Affäre ist, seine Mutter ist alkoholkrank. Nur seine Direktorin interessiert sich für sein Schicksal. Da sie von seiner gut ausgeprägten Gesangsstimme weiß, lädt sie den National Boychoir ein und organisiert ein Vorsingen. Von dem Stet jedoch ausreißt. Durch traurige Umstände landet er aber letztendlich doch an der Chorschule und kämpft dort gegen die Vorurteile seiner Lehrer und seiner Mitschüler. Eine absolut rührende Geschichte mit dem richtigen Hang für Dramatik und unfassbar schönen Stimmen. Vielleicht nicht für jeden etwas, aber wem die Handlung zusagt, der sollte unbedingt ins Kino gehen. Ich gebe 08 von 10 möglichen Punkten.

5. Man lernt nie aus: Anne Hathaway als überforderte Geschäftsführerin und Robert de Niro als ihr 70-jähriger Praktikant. Die Geschichte einer ungleichen Freundschaft, die berührt. Leider in einem etwas schleppenden Tempo erzählt, dafür mit einer gesunden Portion Witz und einer Extra-Portion Lebensbejaendes Gefühl, dass den Film so mitfühlend macht. Der Film verbindet die Angst seine Familie zu verlieren mit der Tatsache, dass wir alle irgendwann einmal sterben, schafft es aber dieses Thema anzuschneiden, ohne das der Zuschauer es bewusst wahr nimmt. Ab einem gewissen Punkt hätte mir eine andere Entwicklung besser gefallen, aber trotzdem ist der Film sehr rund und bekommt daher 06 von 10 möglichen Punkten.

6. Coming In: Tom ist ein schwuler Starfriseur. Glücklich in seiner Beziehung und mit seinem Job hat er ein neues Shampoo für Männer entwickelt, dass sich gut verkauft. Nun soll er auch den Gegenpart für Frauen entwickeln. Nur das er absolut keine Ahnung von Frauen hat. Also versteckt er sich als heterosexuellen Horst im „Bel Hair“ und schneidet dort auch Frauen die Haare. Dabei lernt er Heidi kennen und mag sie irgendwie doch mehr als beabsichtigt. Und stellt auf einmal seine Sexualität wieder in Frage. Eine deutsche Komödie mit Kostja Uhlmann in der Hauptrolle hat immer einen gewissen Reiz, schafft es aber auch diesmal nicht über die klassischen Klitschees und Witze heraus und verfängt sich in vorhersehbaren Dialogen und Handlungen. Trotz allem trifft der Film genau meinen Humor und ich habe ihn unglaublich genossen zu sehen. Stark kritisiert wurde er, da er Homosexualität nicht genug ernst zu nehmen weiß und ein „Coming In“ die falsche Botschaft sei. Jedoch sollte man den Film in dieser Hinsicht einfach nicht allzu ernst nehmen und sich eher über ein paar Klitschees kaputt lachen, als sie als homophob darzustellen. Von mir gibt es trotzdem nur 03 von 10 möglichen Punkten, da der Film objektiv betrachtet nun doch nicht als gut bewertet werden kann.

Maze Runner – die Auserwählten in der Brandwüste

Am 24.09.2015 erschien die Fortsetzung der Jugenbuchverfilmung in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Die Auserwählten haben es geschafft aus dem Labyrinth zu fliehen. In der Hoffnung endlich WCKD entkommen zu sein, lassen sie sich vom undurchsichtigen Jensen vermeintlich retten. Doch schon bald merken sie, dass auch in der Einrichtung, in der sie sich nun befinden, etwas nicht stimmt. Teresa wird von der Gruppe getrennt und Thomas freundet sich mit Aris, einem Jungen aus einem anderen Labyrinth an. Letztendlich bleibt ihnen nur die Flucht in die Brandwüste.

Die Fortsetzung ist bestimmt gelungen, sofern man nicht das Buch gelesen hat! Während sich der erste Film sehr an die Buchvorlage hält und man auch als Buchleser auf seine Kosten kommt, darf man für den zweiten Film die anderen Bücher nicht kennen, um ihn genießen zu können. Denn der zweite Film pickt sich einzelne Elemente aus dem zweiten und dritten Buch würfelt diese wild durcheinander und überlegt sie mit eigenen Elementen. Daraus entwickelt sich eine ganze neue Handlung, die Fans der Bücher nun doch sehr enttäuschen.
Davon einmal abgesehen schließt der Film direkt an den ersten an und behält den Spannungsbogen, den er im ersten Teil kreierte, bei und hält diesen fast durchgängig. Die neue Einrichtung, in die die Auserwählten „gerettet“ werden, scheint von Anfang an nicht gerade vertrauenserweckend. Militärisch gesichert und vom Aussehen her eine umgebaute Fabrik. Dort treffen sie auf andere Jungs und Mädchen in ihrem Alter, die aus anderen Labyrinthen kamen.  Einer von ihnen ist der sehr stille Aris, der sich nur Thomas zu öffnen scheint und bereits die halbe Anlage durch die Lüftungsschächte heimlich ausgespäht hat. Den anderen aus Thomas Gruppe vertraut er nicht und sie Aris auch nicht. Thomas lässt sich schließlich überreden mit Aris die Anlage zu erkunden. Doch das, was er dabei herausfindet gefällt ihm gar nicht. Also holt er seine Freunde und sie versuchen zu fliehen. Natürlich passiert dies nicht reibungslos und sie müssen ja auch erst noch Teresa retten, die verlegt wurde. Die Flucht gelingt natürlich, aber die Welt draußen ist nicht mehr die, die wir kennen. Ständig auf der Flucht suchen sie einen Ausweg aus der Brandwüste und einen Weg es WCKD heim zu zahlen.
Der Film wirft schon wie der erste Film eine Menge Fragen auf. Jedoch werden weiterhin keine beantwortet und man tappt weiterhin im Dunkeln. Es werden neue Charaktere vorgestellt, aber man hat keinen wirklichen Bezug zu ihnen, weil sich nicht mehr die Zeit genommen wird, sie genauer vorzustellen. Dadurch gewinnen sie nicht an Tiefe und wirken komplett austauschbar. Im Endeffekt wirkt der Film wie eine Aneinanderreihung von Action-Szenen, die sehr ausgereift sind und den Film durchgehend spannend gestalten. Jedoch bleibt der Film weit hinter den Erwartungen zurück, nach dem gelungenen ersten Teil. Dabei bot die Buchvorlage eigentlich genügend Stoff, um sowohl den Spannungsbogen zu halten, als auch die Charaktere genügend vorzustellen.

Alles in allem empfehle ich den Film zu meiden und sich eher der Buchvorlage zu widmen. Wer nicht der Lesetyp ist und sich wenig auf Aufklärung als vielmehr um gut gestaltete Action kümmert, kann im Film doch noch auf seine Kosten kommen. Dafür gibt es nur 04 von 10 möglichen Punkten.

Grace and Frankie

Hallo ihr Lieben,
heute möchte ich euch eine Serie vorstellen, die ich durch Zufall auf Netflix entdeckt habe, die mich aber sofort und unwiederruflich mit ihrem Charme in den Bann gezogen hat.

Kurz zur Story: Grace und Robert. Frankie und Sol. Zwei befreundete Ehepaare, die beide seit über 40 Jahren verheiratet sind. Doch dann eröffnen Robert und Sol ihren Ehefrauen, dass sie nicht nur Partner in ihrer Anwaltskanzlei sind, sondern auch seit 20 Jahren eine Affäre haben. Geschockt über ihre schwulen Ehemänner, müssen Grace und Frankie nun hinnehmen, dass sie sich scheiden lassen, damit Robert und Sol heiraten können.

Nach 40 Jahren Ehe und dem Großziehen von jeweils zwei Kindern, sollte man meinen, dass so eine Ehe nichts mehr zerstören kann. Doch diese Serien belehrt uns eines besseren. Denn Robert und Sol haben 20 Jahre ihre Beziehung geheim gehalten. Aber nun wollen sie heiraten und dafür müssen erst ihre Ehen geschieden werden. Da es beide im eigenen Heim nicht mehr aushalten, zieht es sowohl Grace als auch Frankie ins Standhaus. Dort treffen sie aufeinander und müssen sich trotz des gleichen Schicksals erst einmal aneinander gewöhnen. Denn beide könnten nicht unterschiedlicher sein.
Lily Tomlin übernimmt die Rolle der Frankie. Diese ist sehr alternativ. Immer gekleidet in sehr weite Stoffe und im Kopf jung geblieben. Sie probiert sich an neuen Heilmitteln aus, die sie selbst in der Küche gezaubert hat und unterrichtet Ex-Häftlinge in Kunst. Durch ihre flippige Art bringt sie Grace mehr als einmal an den Rand ihrer Nerven.Dem gegenüber steht Jane Fonda, die die Rolle der Grace übernimmt. Gründerin eines Kosmetikimperium, hat sie das Geschäft inzwischen an ihre Tochter abgegeben. Doch noch immer ist gutes Aussehen und das Ansehen der Menschen in ihrem Umkreis alles, was für sie zählt. Immer top gestylt und immer in Highheels, versucht sie ihre Würde zusammenzuhalten. Nachdem ihre Welt durch die Scheidung zusammenbricht, ist die größte Strafe für sie mit der flippigen Frankie zusammen zu leben. Doch schon bald erkennt sie ihren Wert.
In der Serie geht es darum, was man im Alter macht, wenn die Ehe doch nicht hält und zeigt auf liebevolle Weise eine ganz außergewöhnliche Freundschaft, die es ohne die Umstände so nie gegeben hätte. Dabei bringt die Serie die Thematik immer genau auf den Punkt, nimmt ihr aber durch viel Humor die Schärfe. Denn Homosexualität ist noch immer ein schwieriges Thema, gerade in angesehenderen Kreisen und Robert und Sol sind nicht nur einmal in Erklärnot, wie genau sie ihre Beziehung zueinander bezeichnen würden. Doch während man diese Serie sieht, denkt man darüber gar nicht so genau nach, sondern lässt sich eher von der flippigen Frankie mitreißen und von Grace wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Es zeigt einem, dass jede Situation zu meistern ist und hat genau die richtige Dosis Lebensfreude.

Alles in allem ist die Serie eine lustige, lebensbejaende und flippige Serie, die einen ab der ersten Folge mitreißt und die ich daher nur wärmstens empfehlen kann!

Im Sommer wohnt er unten

Am 29.10.2015 erscheint der Film, der bei der Berlinale die Sektion Perspektive Deutsches Kino eröffnete, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Matthias lebt in dem Ferienhaus seiner Eltern in Frankreich zusammen mit seiner Freundin Camille und deren Sohn Etienne. Dort macht er sich ein schönes Leben, ohne Job und auf den Kosten seiner Eltern. Alles wirkt idyllisch, bis sein Bruder David und dessen Frau Lena eine Woche früher als geplant zu Besuch kommen. Da David ein erfolgreicher Bänker ist, sind für ihn die Machtverhältnisse klar geklärt. Doch Camille mag das Familienspiel nicht mitspielen.

Ein Film, der auf der Berlinale läuft, hat meistens den Charakter ein Nischenfilm zu sein, der für eine ganz bestimmte Zielgruppe nur geeignet ist. So auch dieser Film. Denn ohne Untertitel ist er nur zu genießen, wenn man fließend Deutsch, Englisch und Französich spricht. Die Sprachen wechseln sich ständig ab und teilweise auch mitten im Satz. Das hat den Hintergrund, dass es sich um eine deutsche Familie handelt, die das Ferienhaus in Frankreich hat. Doch Camille und ihr Sohn sind Franzosen und sprechen daher ihre Muttersprache. Da Matthias‘ Französischkenntnisse begrenzt sind, wechselt er gerne einmal ins englische und David und Lena sprechen erst gar kein französisch und kommunizieren daher mehr schlecht als recht auf englisch mit Camille. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase stört der Sprachwechsel aber kaum noch und die Untertitel helfen weiter, wenn man etwas doch nicht versteht.
Im Sommer wohnt er unten beschreibt den typischen Familienkonflikt. Die Eltern sind Bänker und leben daher einen gewissen Lebensstandart vor. Der ältere Bruder lebt dieses Vorbild und befindet sich damit als besser als sein jüngerer Bruder Matthias. Denn dieser möchte gerne einen kleinen Laden in Frankreich eröffnen. Doch seine Eltern wollen ihn bei diesem Wunsch nicht unterstützen, also liegt er lieber weiter auf ihren Kosten auf der faulen Haut. Als David, der ältere Bruder, im Sommer auch seinen Urlaub im Ferienhaus verbringen möchte, werden gleich die Rollen wieder geklärt. Matthias muss in das kleine Zimmer nach unten ziehen, weil David das größere beanschlagt. Etienne, Camilles Sohn, muss zu seinem Vater, weil David sich durch seine Anwesendheit gestört fühlt. David findet, dass das Gras zu hoch ist, also muss Matthias umgehend Rasen mähen. Dieser ist auch noch so unterwürfig und lässt das alles mit sich machen. Einzig Camille macht den Mund auf und gibt David konter. Da sie aber auf taube Ohren stößt, versucht sie es dann doch genau andersrum und schafft es schnell David um den Finger zu wickeln. Lena, Davids Frau, hingegen, ist unglücklich über die Entwicklung. Denn sie versucht schon seit längerem schwanger zu werden. Das wird dem Zuschauer auch immer wieder deutlich gemacht. Mal liest sie ein Buch über das schwanger werden, dann steckt sie sich ein Kissen unter das Oberteil, um einen Babybauch zu imtieren, und dann wiederum misst sie ihre Temperatur und teilt David freudig mit, dass sie heute wieder einen fruchtbaren Tag hat. Ein Stilmittel hätte hier ausgereicht.
Wer sich ein spannendes, lustiges Familiendrama wünscht ist bei diesem Film an der ganz falschen Adresse. Der Film plätschert mit der Handlung nur so vor sich hin, greift hier und da einmal ein Thema auf, springt dann wieder zum nächsten, erzählt aber alles in einer zähen Ruhe. Also müde sollte man den Film nicht gucken. Auch an der Komik spart der Film sehr. Einzelne Szenen sind wirklich auf Lacher angelegt, andere sind eher unfreiwillig komisch. Lediglich der Punkt Familiendrama ist erfüllt.

Alles in allem ist der Film definitiv nur etwas für Cineasten, die der Plot absolut anspricht. Von mir gibt es dafür 03 von 10 möglichen Punkten.

Liebster Award

Hallo ihr Lieben,
der liebe Ma-Go von Magofilmtipps hat mich für den liebsten Award nominiert! Erst einmal ganz herzlichen Dank dafür! (Und wenn wir immer einer Meinung wären, wäre es doch auch langweilig 😉 )

liebster_award

Meine Aufgabe ist es nun Ma-Gos Fragen zu beantworten, dann ebenfalls zu nominieren und neue Fragen zu stellen 🙂
Also ‚ran ans Werk!

Eine Bestsellerverfilmung kommt ins Kino, die du noch nicht kennst. Schaust du lieber den Film, oder liest du lieber das Buch? Oder beides? Und wenn, in welcher Reihenfolge?

Wenn ich sie wirklich noch nicht kenne, dann geh ich wahrscheinlich erst ins Kino, zumindest wenn mich das Buch oder der Film auch interessieren. Ich komme nämlich nicht so oft zum lesen und befürchte daher bis ich das Buch durchgelesen habe, läuft der Film nicht mehr Kino. Aber da die aktuellen Bestseller meistens eine Trilogie sind, hab ich wahrscheinlich zunächst den Film gesehen, dann das erste Buch gelesen und dann schnell die nächsten beiden Teile gelesen, weil ich wissen muss, wie es weiter geht.

Von welchem/r Schauspieler/in würdest du dir ungeachtet des Inhalts wahrscheinlich jeden Film anschauen?

Jeremy Renner! Nicht nur, weil er umwerfend aussieht (*schmacht*), sondern auch weil ich ihn als Schauspieler schätze.
Und da ich eine Frau bin ist meine Liste natürlich lang… (Theo James, Benedict Cumberbatch, Karl Urban, Michael Ealy, Jensen Ackles, David Tennant, Eddie Redmayne… – und ich betone manche sind mit wirklich sympathisch von den Rollen her! Die anderen wegen dem Aussehen 🙂 )

In welcher Figur aus der Filmgeschichte erkennst du dich am ehesten wieder?

Holly Golightly aus Frühstück bei Tiffany! Immer etwas verrückt, immer etwas neben der Spur und immer nur am durch das Leben stolpern, aber trotzdem irgendwie eine Lebenskünstlerin.

Früher Cowboys, Monster und Aliens – heute handelt gefühlt jeder zweite Film von einem Comic-Helden. Was könnte der nächste große Trend werden, wenn Spider Man und Co. irgendwann wieder in der Marvel-Kiste verschwinden?

Als Marvel-Fan hoffe ich natürlich, dass die Marvel-Kiste noch ganz ganz lange geöffnet bleibt und uns mit vielen vielen weiteren Filmen begeistert!
Aber ansonsten bemerke ich derzeit auch einen Trend zu Dystopien (Tribute, Bestimmung, Maze Runner, Hüter der Erinnerung…). Aber was kommt, wenn Marvel dicht macht und einem die Dystopien ausgehen, da bin ich echt überfragt.

Ebenfalls angesagt sind Reboots und Re-Makes. Welcher Klassiker sollte dringend noch mal aufgewärmt werden?

Welcher Klassiker wurde denn bisher noch nicht wieder aufgewärmt? Die ganzen Disney-Klassiker werden real verfilmt und die ganzen alten Action-Filme haben nun schon ihr Re-Make. Noch übrig wäre Der Pate oder Zurück in die Zukunft. Wobei ich diesen Neuaufwärm-Trend eher mit Besorgnis entgegenblicke.

Was war der beste Film den du in den letzten, sagen wir mal 3 Jahren gesehen hast?

DER beste Film ist jetzt echt schwer zu sagen. Das schließt ja die Jahre 2013, 2014 und 2015 ein. In meiner Top 3 tauchen Still Alice, Kingsman und Das Schicksal ist ein mieser Verräter auf. Und wenn ich mich dann entscheiden müsste… wähle ich Das Schicksal ist ein mieser Verräter.

Wo und mit wem schaust du dir am liebsten Filme an?

Ich bin ein absoluter Kinogänger! Also das wo ist mit „Kino“ zu beantworten. Das mit wem ist schwieriger. Denn ich geh sowohl gerne mit meinem Freund, als auch mit Freunden ins Kino (oder auch alle gemeinsam, das muss ja auch kein entweder oder sein). Wenn ich jetzt wirklich wählen müsste, würde ich sagen am liebsten mit meiner besten Freundin Alice, weil wir einfach absolut den gleichen Humor haben und selbst nicht so gute Filme für uns gut machen können.

Welche fünf Filme (inklusive Wiedergabemedium und Stromanschluss) würdest mit auf eine einsame Insel nehmen?

Das müssten ja Filme sein, die ich wirklich immer und immer wieder gucken kann, ohne sie je über zu haben. Da würde ich auf jeden Fall The Avengers mitnehmen, da ich ihn schon gefühlte 100x gesehen habe und ihn noch immer gerne sehe. Dann Kingsman (für die gute Laune), das Schicksal ist ein mieser Verräter (für den Herzschmerz), Die Unfassbaren (für den Glauben an das Übernatürliche) und Alice im Wunderland (für meinen durch die Einsamkeit ausgeprägten Wahnsinn).

Wieso sollte man Filme eigentlich im (englischen) Originalton anschauen?

Weil in manchen Filmen ansonsten gewissen Betonungen und Bedeutungen verloren gehen. Die besten Beispiele sind Still Alice und The King’s Speech. Die deutschen Synchronsprecher können noch so gut sein, bei den brilliantesten Schauspielleistungen (bezogen auf die Sprache) können sie doch nicht mithalten.

Welchen Film, den sonst alle gut finden, findest du so richtig scheiße?

Wenn wir ein aktuelles Beispiel nehmen wollen, dann wäre es Fack ju Göhte 2. Die Fortsetzung hat für mich absolut nicht gezogen. Hinzu kommen ein paar Klassiker, denen ich einfach nichts abgewinnen kann, wie z.B. der englische Patient. Ansonsten gibt es bestimmt noch ein paar Beispiele, die mir aber gerade einfach nicht einfallen wollen.

Provokant gefragt: Was soll das eigentlich mit der Blogerei? Hast du kein Leben?

Doch, aber das verbringe ich zu größten Teilen im Kino und möchte daher andere mit Teil haben lassen an meinem Leben und kritisiere daher die Filme 😉

Soviel zu den Fragen von Ma-Go. Nun bin ich dran mit nominieren!

Ich nominiere für den liebsten Award:

Meine Sneakmädels von Inkunabel, die mich montags immer fleißig ins Kino begleiten und mich auf ihrem Blog mit immer neuen Büchern/Filmen/Serien/Spielen entzücken!

Frau Margarete, deren Blog mich begeistert und deren Serienblogparade ich verfallen bin

und

natürlich die Frau, die mich überhaupt erst zum bloggen inspiriert hat und mich zu WordPress führte. Meine liebste Lila und ihr Blog voller Kunst.

Eure Aufgabe ist es nun die folgenden 11 Fragen zu beantworten und euch dann ebenfalls für eure Nominierungen neue 11 Fragen auszudenken 😉

  1. Das Jahr 2015 ist fast vorbei. Was war euer Kinohighlight des Jahres bisher?
  2. Zeigt uns eure Kindheit! Was war euer Lieblingsbuch als Kind?
  3. Welches Buch/welcher Film haben euch im Leben wohl am meisten inspiriert?
  4. Aktuell werden Trilogien gerne in 4 Filmen verfilmt. Wie ist eure Meinung dazu?
  5. Brettspiele, Kartenspiele, Würfelspiele: Was ist euer liebstes Spiel?
  6. Hallo, hallo, ich bin dein Ohrwurm, sangen schon die Wise Guys. Was ist euer aktueller Ohrwurm?
  7. Hand aufs Herz: Was war das letzte Buch, bei dem ihr geweint habt?
  8. Das Ende eines Buches ist nicht immer so, wie es einem gefällt. Welches Buch wolltet ihr das letzte Mal aufgrund des Endes aus dem Fenster werfen?
  9. Jetzt wird’s poetisch. Welcher Spruch/welches Zitat motiviert euch am meisten?
  10. Die kalte Jahreszeit naht. Was ist euer Soundtrack für die kalten dunklen Tage?
  11. Welches Urlaubsziel wollt ihr unbedingt in eurem Leben noch einmal besucht haben und warum?

Magic Mike XXL

Am 23.07.2015 erschien die Fortsetzung des Films über den strippenden Channing Tatum in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Mikes hörte vor drei Jahren mit dem Strippen auf. Doch seine Freundin lehnte seinen Antrag ab und sein neu gegründetes Geschäft kann sich nur mühsam über Wasser halten. Als seine alte Strippergruppe – sichtlich geschrumpft- wieder auftaucht, willigt er schnell ein mit auf die Abschiedstour zur Stripperconvention zu fahren.

Schon der Plot lässt auf die Qualität des Films schließen. Wer den ersten Teil bereits mochte, wird diesen Teil lieben. Wer den ersten Teil nicht mochte, sollte auch um diesen einen weiten Bogen machen!
Im zweiten Teil treffen wir Mike wieder. Vor drei Jahren hörte er mit dem Strippen für seine Freundin auf. Diese hat sich inzwischen von ihm getrennt, aber Mike hat sich seinen Traum erfüllt und ein Geschäft gegründet, in dem er Möbeleinzelstücke herstellt. Leider kann er sich damit eher schlecht als recht über Wasser halten. Da kommt es ihm ganz recht, dass seine ehemaligen Stripperfreunde anrufen und ihn mitnehmen wollen auf ihre Abschiedstour. Da lässt sich Mike nicht zweimal fragen. Mit mehreren Zwischenstopps, auf denen sie auch längst vergessene Freunde treffen, fahren sie zur Stripperconvention, um ihren großen Abschied zu feiern.
Der Film versucht tiefer zu gehen. Er will die Gefühle und Gedanken der Stripper darstellen und ihrem dasein, dass aus Alkohol und Frauen besteht, einen tieferen Sinn geben. Doch der Film schafft es lediglich diese Themen anzukratzen, ohne das man sie näher wahr nimmt oder sich großartig Gedaken darüber macht. Man verfolgt eine ebenso plumpe Handlung, mit den gleichen plumpen Dialogen, wie bereits im ersten Teil. Alle Dialoge sind sehr gestellt und in die Szenen gepresst, ohne dort hineinzupassen. Hinzu kommen Schauspieler, die sich allein auf ihre Bauchmuskeln verlassen und dabei vergessen Ausdruck in ihre Gesichter zu bringen.
Jedoch, wenn man aufhört den Film ernst zu nehmen, kann der Film durchaus erheitern – wenn auch meist ungewollt. Wirklich lohnen tut sich der Film nur für die große Abschlussszene auf der Stripperconvention. Denn dort gipfelt der Film in gute Tanz- und Strippauftritte, die vor allem bei der Damenwelt gut ankamen. Diese sind aber im Gegensatz zum ersten Teil wirklich gut durchdacht und erzählen eine Geschichte. Dadurch wirken die Stripszenen nicht so sinnfrei aneinander gereiht, sondern künstlerisch gut inszeniert.

Alles in allem ist der Film definitiv nur etwas für Fans des ersten Teils und erhält von mir 03 von 10 Punkten.

Verpasst im September 2015

Hallo ihr Lieben,
der Monat ist schon wieder um, ich habe viele Filme gesehen (und bin bei den meisten aus Zeitmangel noch gar nicht dazu gekommen, eine Kritik zu schreiben 😦 ). Also folgt hier wieder meine Aufstellung der Filme, die ich trotz allem nicht geschafft habe zu sehen.

  1. Ricki – wie Familie so ist: Die Geschichte einer Mutter, die Rockstar ist und daher nie zu Hause war. Nun geht es ihrer Tochter nicht so gut und sie muss zum ersten Mal wirklich die Rolle der Mutter übernehmen. Gespielt von Meryl Streep sieht der Trailer nach einem lustigen, aber auch emotionsgeladenem Film aus und reizt mich daher noch zu sehen.

2. Der Vater meiner besten Freundin: Die Franzosen sind ja für ihre etwas schrägen Komödien bekannt. Mal machen sie richtig gute (Monsieur Claude und seine Töchter) mal welche, wo sie zu viel wollten (Mama gegen Papa). In diesem geht es um zwei Väter, die mit ihren beiden Töchtern Urlaub machen. Aber was passiert, wenn sich eine Tochter zum Vater der anderen hingezogen fühlt? Ich lasse mich überraschen, wenn ich es schaffe den Film zu sehen.

3. Man lernt nie aus: Anne Hathaway als junge, aber überforderte Geschäftsführerin, die Robert de Niro als Praktikanten bekommt. Eine Komödie um einen Generationskonflikt, aber bestimmt auch ein lebenbejaender Film, daher muss ich es definitiv noch schaffen diesen Film zu sehen.

Rammstein in Amerika

Am 24.09.2015 lief in aufgewählten Kinos ein Special-Screening zu einer der erfolgreichsten und umstrittensten Bands Deutschland: Rammstein.

Kurz zur “Story”: Rammstein wurde 1994 in der DDR gegründet. Doch nachdem sie in Deutschland bald schon viele Rekorde brachen und sehr erfolgreich waren, zog es die Band über das Meer in die USA. Doch als deutsche Band mit deutschsprachigen Texten und einem sehr eigenwilligen Musikgeschmack ist sehr schwierig in den USA Fuß zu fassen. Nach einer ca. 90 Minütigen Dokumentation folgte als Abschluss eine ca. 60 Minütige Live Fassung des Rammstein-Konzertes vom Madison Square Garden 2010.

Amerika. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Hier kann es jeder vom Tellerwäscher zum Millionär schaffen. Mit dieser Einstellung versuchte Rammstein in den USA Fuß zu fassen. Doch selbst für Bands mit englischen Texten ist es sehr schwer in den Staaten bekannt zu werden. Doch Rammstein lässt sich nicht unterkriegen und trifft immer wieder auf einflussreiche Leute, die an die Band glauben. Vor allem durch den vielen Einsatz von Pyrotechnik wird die Band als einzigartig verkauft. Doch um in den Staaten an Bekanntheit zu gewinnen muss man touren, touren und noch einmal touren. Denn das Land ist einfach riesig. Und genau das tun Rammstein. Sie schaffen es immer wieder auf Touren mit bekannten Bands, wie Korn, System of a Down, Anthrax und letztendlich sogar ihren großen Vorbildern KISS zu gehen. Auf ihrem Weg durch die USA gibt es immer wieder Höhen und Tiefen. Sie brechen alle Rekorde einer deutschen Band in den Staaten, geraten aber auch immer wieder mit ihren eigenwilligen Bühnenshows mit der Polizei aneinander und werden nicht nur einmal verhaftet. Während Rammstein kein Blatt vor den Mund nimmt und auch ihre Texte in den Shows widerspiegeln lässt, sind die USA doch noch immer sehr prüde. Als die Band 2001 auch noch 9/11 mitbekam, scheint die Verbindung zu den Staaten letztendlich doch noch zu brechen. Denn nach diesem Unglück ist die Feindseligkeit sehr hoch. Also bricht die Band in den Staaten die Zelte ab. Und es soll einige Jahre dauern bis sie den Höhepunkt ihrer Karriere feiern. Ein in 20 Minuten restlos ausverkauftes Konzert am Madison Square Garden!

Die ca. 90 Minütige Dokumentation erzählt die Bandgeschichte anschaulich mit exklusivem Material der Band selbst (bisher unveröffentlicht!), Interviews mit den einzelnen Mitgliedern und ein Gruppeninterview. Hinzu kommen Interviews mit Band- und Filmpersönlichkeiten aus den USA, wie Steve Tyler (Aerosmith), Kiefer Sutherland, Chad Tyler (Red Hot Chili Peppers) und Iggy Pop , die ihre eigenen Erfahrungen, die sie mit Rammstein gemacht haben mit dem Publikum teilen. Alles in allem war man der Band wohl noch nie so nah. Sie erzählen sehr persönlich und das ein oder andere Detail wäre wohl auch lieber verschwiegen worden. Nach der Dokumentation saß man schon mit Gänsehaut im Kino, weil einem die Geschichte und die eingespielten Lieder auf der großen Leinwand und dem phänomenalen Soundsystem nahe gingen. Doch als letztendlich noch 60 Minuten lang das Konzert vom Madison Square Garden 2010 gezeigt wurde, war es auch um den letzten Zuschauer geschehen. Denn die Musik war so laut, dass sie den Herzschlag im Takt der Musik schlagen ließ.

So genial auch die Dokumentation war, so kritisierbar war das Drumherum. Zwar hat man das Gefühl auf einem richtigen Konzert zu sein, wenn man direkt am Kinosaal kontrolliert wird, inklusive Taschenkontrolle, jedoch war die zweite Kontrolle bei dem Massenandrang doch sehr zeitaufwendig. Ich verstehe natürlich, dass für die Sicherheit gesorgt sein soll, aber vertraut das Kino Rammstein Fans so wenig? Denn diese intensive Kontrolle hatte ich bei noch keinem anderen Film bisher im Kino (und der Film Wacken 3D bediente nun ja auch die gleiche Zielgruppe). Darüber hinweggesehen und auch, dass ich natürlich wieder jemanden hinter mit sitzen hatte, der der Ansicht war, es wäre doch toll im Takt der Musik gegen meinen Sitz zu treten, was bereits nach der Hälfte der Dokumentation zu Rückenschmerzen führte, war ich doch vom Publikum selbst am meisten enttäuscht. Denn wohl entgegen der Befürchtungen der Kinoinhaber, was eine zweite Security-Kontrolle nötig machte, rührte sich das Publikum selbst beim Live-Konzert nicht aus ihren Sitzen. Vereinzelt wurden die Füße im Takt bewegt, doch währen meine Begleitung und ich uns kaum in den Sitzen halten konnten, weil wir laut jubelnd vor Begeisterung aufspringen wollten, den Kopf im Takt bewegen und dabei die Haare ordentlich schwingen, bewegten sich die  meisten gar nicht. Aus Rücksichtsnahme ließen meine Begleitung und ich es dann auch. Aber die Tatsache, dass selbst bei so einem Film das brave deutsche Publikum sich nicht rührt (”weil es sich nicht gehört”), finde ich einfach nur schade.

Alles in allem war die Sondervorführung zu Rammstein in Amerika ein einmaliges Erlebnis, weil spätestens das Konzert auf der großen Leinwand einfach nur Gänsehaut erregend war. Für alle, die es leider verpasst haben: Es gibt ein Heimkino-Release (Datum weiß ich leider nicht),so dass man es sich auch auf DVD oder BluRay holen kann.