Eine Handvoll Serien – 5/22

Herzlich Willkommen zur fünften serientastischen Handvoll in diesem Jahr! Heute mit einer Trennung, feenbesetzen Soldat*innen, Tricks beim Backen, einem True Crime Podcast und einer Vampir-WG.

Uncoupled – Staffel 1

Die Handlung: Michael und Colin sind das Traumpaar schlechthin. Doch nach jahrelanger glücklicher Beziehung trennt sich Colin unerwartet auf seiner Überraschungs-Geburtstags-party. Vom Singleleben in New York völlig überfordert versucht Michael mit seiner Trauer und Enttäuschung zurecht zu kommen.

Meine Meinung: Als es hieß die Macher von Sex and the City und Modern Family tun sich zusammen und produzieren eine neue Serie mit Neil Patrick Harris in der Hauptrolle, wusste ich, ich musste die Serie sehen. Als die ersten Resonanzen durchweg positiv waren, wusste ich, ich musste die Serie sehr dringend sehen. Als ich die Hälfte der Serie durchgeschaut hatte, wusste ich: Die Serie ist einfach nichts für mich. Und damit möchte ich ihr bewusst nicht die Qualität absprechen und schon gar nicht die Relevanz einer Sitcom mit einem homosexuellen Hauptcharakter, der sich durch das Datingleben in New York kämpft. Ich bin nur einfach nicht mit der Serie warm geworden. Die Witze haben bei mir nicht gezündet, es war mir zu viel aufgebauschtes Drama, sei es nun beim Protagonisten oder bei den Nebencharakteren. Die Handlung hat sich ab einem gewissen Punkt im Kreis gedreht und trotz einem vergleichbar starken Finale – auch wenn das Ende ziemlich vorhersehbar wurde – hatte mich die Serie irgendwo auf der Strecke verloren.

Uncoupled ist bei Netflix im Abo enthalten

Fairygone – Staffel 1

Die Handlung: Nach einem langen Krieg gibt es nur noch wenige Feensoldaten, denen Feenorgane eingepflanzt wurden, um diese als Waffen beschwören zu können. Die Organisation Dorothea hat die Aufsicht über diesen. Nachdem Maria Noel von einer Fee besessen wird, wird sie in das Team aufgenommen. Nach und nach entdeckt sie Geheimnisse der Regierung, die bis in ihre Kindheit zurückreichen.

Meine Meinung: Nachdem ich mich langsam immer mehr den Anime Serien geöffnet habe und mit Attack on Titan wohl eine meiner all-time favourites entdeckt habe, ergab ich mich den endlosen Weiten des Streaminganbieters Crunchyroll. Auf der Suche nach einer neuen Serie stellte ich aber eins wieder einmal fest: Es gibt im Anime Bereich sehr viel Auswahl und nur die wenigste spricht mich an. Dennoch blieb ich bei Fairygone hängen, sagte mir doch die Beschreibung am meisten zu. An das Japanische mit Untertitel musste ich mich erst gewöhnen (obwohl es bei den K-Dramen kein Problem für mich ist) und auch der Zeichenstil war für mich Gewöhnungssache. Die Handlung wurde zwar etwas wirr erzählt und überfordert einen zunächst mit vielen Ortsnamen, die vielleicht oder vielleicht auch nicht nochmal relevant werden. Die Geschichte des Reiches wird nach und nach enthüllt, dennoch war sie mir bis zum Ende zu undurchsichtig. Die Spannung hat sich aber trotzdem durch die ganzen Folgen gehalten, da es immer wieder neue Hinweise und Rätsel gab, die es zu entschlüsseln galt. Gleichzeitig verrennt sich die Serie immer wieder in vermeintlichen Höhepunkten, sodass ganz am Ende noch einmal alles getoppt werden musste, was einfach zu viel war. Ein paar Gänge runter oder einfach ein paar Folgen weniger, wären hier ratsam gewesen.

Fairygone ist bei Crunchyroll im Abo enthalten

Easy-Bake-Battle – Staffel 1

Die Handlung: Moderator Antoni Porowski sucht die besten Hobbykochenden. Wichtigstes Kriterium: Die Kandidat*innen müssen die Rezepte möglichst einfach, mit vielen Tricks und doch sehr kreativ umsetzen. Denn die Zeit ist knapp.

Meine Meinung: Wenn das Konzept stimmt, bin ich ja durchaus mal für eine gute Koch-/Backshow zu haben. Auch wenn das Ganze Wettkampfcharakter hat, mit dem richtigen Konzept schau ich mir sowas gern mal an. Das Schöne an Easy-bake-Battle ist, dass es hier mal nicht um Vollprofis geht, deren Kreationen immer höher, größer, weiter gehen müssen. Sondern es sind die ganz normalen Leute von nebenan, die sich darum batteln möglichst einfache, aber doch ausgefallene Gerichte zu machen. Das Ganze immer mit begrenzter Zeit und meist mit begrenzten Mitteln lässt die Kandidat*innen ganz schön ins Schwitzen kommen. Dabei gibt es zwischendurch immer wieder Tipps und Tricks, wie man Vorgänge vereinfachen kann, wo so mancher guter Hinweis dabei war. Die Kirsche auf der Torte ist dann aber Host Antoni Porowski, bekannt unter anderem aus Queer Eye (jop, einer meiner absoluten Lieblingsserien, ihr wisst also, warum ich unbedingt in diese Serie reinschauen musste). Zusammen mit den Gastjuroren bringt er Stimmung in die Serie und schafft es alle mit viel Respekt zu behandeln. Also auch wenn es ein Wettbewerb ist, gibt es viele Feel-Good-Vibes. 

Easy-Bake-Battle ist bei Netflix im Abo enthalten

Only murders in the building – Staffel 2

Die Handlung: Bunny Folger wurde ermordet und das True Crime Trio Mabel, Charles und Oliver sind die Hauptverdächtigen. Um ihre Unschuld zu beweisen, beschließen die selbst zu ermitteln. Doch diesmal haben sie einen konkurrierenden Podcast. Und die Betreiberin ist von ihrer Schuld überzeugt.

Meine Meinung: Staffel 1 von Only murders in the building war bereits ein absolutes auf und ab. Ein toller Einstieg, ein langatmiger Mittelteil, um dann mit einem spannenden Finale und leider einem ziemlich miesen Cliffhanger zu enden. Diesen greift Staffel 2 nun wieder auf. Dabei hat die Serie ein großes Problem. Bei gleicher Folgenanzahl fällt diesmal aber die Charaktervorstellung komplett weg. Die Akteur*innen sind bekannt, nur ab und taucht ein neues Gesicht auf. Damit kommen wir wesentlich schneller an den Punkt, wo die Langatmigkeit beginnt. Durch einige schöne Einfälle wird es ein bisschen entzerrt und so kommt man gut durch die Serie. Dennoch kommt hier immer mal wieder die Langatmigkeit auf, vor allem wenn sich die Handlung immer wieder im Kreis dreht, weil es einfach keine neuen Erkenntnisse gibt. Neu von der Partie ist unter anderem Cara Delavigne. Ist sie auch noch immer eine miserable Schauspielerin, so scheint sie im Vergleich zu Selena Gomez regelrecht aufzublühen. Diese ist auch noch immer das große Manko an der Serie. Statt eine Schauspielerin zu nehmen, die die ganzen inneren Konflikte der Rolle auch irgendwie rüberbringen kann, wurde erneut Gomez gewählt, die über ihren einen nichtssagenden Ausdruck nicht hinauskommt. Die Auflösung am Ende ist überraschend und nicht vorhersehbar, dennoch auch irgendwie enttäuschend, bei den ganzen aufgebauten Hinweisen. Den Cliffhanger auf Staffel 3 hätte man sich dann auch schenken können, wirkt er doch zu sehr inszeniert und schreckt eher ab, als dass er Lust auf die Fortsetzung macht.

Only murders in the building ist bei Disney+ im Abo enthalten

What we do in the shadows – Staffel 1

Die Handlung: In einer Villa in Staten Island leben vier Vampire seit über 100 Jahren zusammen. Geholfen wird ihnen von einem Vertrauten, der die Brücke zu den Menschen bildet. Ein Dokumentarfilmteam sucht diese auf und begleitet sie in ihrem Alltag.

Meine Meinung: Die Grundidee von fünf Zimmer, Küche, Sarg mochte ich sehr. Der Film war absolut in Ordnung, wenn auch etwas zu ruhig erzählt für meinen Geschmack. Bei einer Serienadaption des Films war ich skeptisch. Konnte die Idee auch über mehrere Folgen funktionieren? Die Antwort ist leider: Nicht wirklich. Zwischendurch gab es die ein oder andere Folge oder manchmal auch nur die ein oder andere Szene, die ich wirklich mochte. Doch für eine Komödie war die Serie ziemlich unlustig, die Folgen haben sich gezogen und die Charaktere haben mich einfach nicht überzeugt. Das liegt daran, dass sie irgendwie schon zu ähnlich angelegt waren. Bis auf einen waren sie so ziemlich auf den gleichen Humor ausgelegt, mal schlüpfriger, mal ernster, aber irgendwie doch gleich. Viele Dialoge haben sich wiederholt, die Handlung dreht sich im Kreis und doch gab es dann immer wieder die eine Szene, die mich weiterschauen ließ. Ob ich mich an Staffel 2 wage, ist dann aber doch noch fraglich.

What we do in the shadows ist bei Disney+ im Abo enthalten

Only Murders in the buiding

Ein Vorwort

True Crime Podcasts erfreuen sich großer Beliebtheit. Da war es nur noch eine Frage der Zeit, bis es zu dem Thema einen Film oder eine Serie gibt. Disney dachte sich dies wohl auch und hat ein Disney+ Original in Serienform konzipiert. Wie das funktioniert erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Schauspieler Charles-Haden Savage (Steve Martin), Theaterregisseur Oliver Putnam (Martin Short) und Mabel Mora (Selena Gomez) leben alle im Arconia Appartement Gebäude in New York. Während sie zuvor keine Berührungspunkte hatten, finden sie durch Zufall heraus, dass sie alle den gleichen Lieblings-True-Crime Podcast haben. Dann gibt es während eines Feueralarms eine Leiche. Während die Polizei Suizid vermutet, sind sich die drei einig: Es war Mord. 

Meine Meinung

Während ich mich mit dem Prinzip Podcast durchaus anfreunden kann und da auch so meine Favoriten habe, die ich regelmäßig höre, halte ich mich von True Crime Podcasts tendenziell fern. Allerdings zog mich die Serie Only murders in the building durchaus an. Ich hatte mich damit allerdings auch vorab nicht wirklich befasst und hielt es eher für eine Adaption von Cluedo oder ähnlichem „Wer ist der Mörder im großen Haus“. Enttäuscht wurde ich nicht, jedoch steht das Podcast Thema ebenfalls im Vordergrund.
Aber nochmal ganz von vorne. Am Anfang lernen wir die drei Charaktere Charles-Haden Savage, Oliver und Mabel kennen, wobei wir von letzterer noch am wenigsten erfahren. Das Arconia und ein grober Überblick über die Bewohnenden folgt.  Dann folgt der Feueralarm und die drei Charaktere treffen aufeinander und finden heraus, dass sie den gleichen Lieblings-True-Crime-Podcast haben. Als dann die Leiche von Tim Kono gefunden wird, machen sich die drei an die ersten Ermittlungen. Dies schweißt sie zusammen. Da Oliver chronisch Pleite ist, beschließt er durch einen eigenen Podcast wieder ein bisschen Geld zu machen, ein Sponsor ist auch relativ schnell gefunden.
Dies ist die Ausgangsbasis, auf der die weiteren Folgen aufbauen. Dabei ist es interessant, wie die Serie es schafft jede Folge aus der Perspektive bzw. den Schwerpunkt auf einen anderen Charakter zu setzen. So kommt es, dass eine Folge fast ohne Dialoge auskommt, da es aus der Sicht eines Gehörlosen erzählt wird.
Das Grundproblem der Serie ist jedoch, dass sie für das erzählte zu lang ist. 10 Folgen mit einer Länge von ca. 30 Minuten ergibt eben doch 5 Stunden Spieldauer. Dadurch wird die Geschichte oft sehr gestreckt, oder von den Charakteren zu viel unnötiges erzählt, um mehr Folgen zu generieren. Dadurch hat man jedoch das Gefühl, dass in den jeweiligen Folgen nichts passiert. Das Spannungslevel ist sehr niedrig und nach jeder Folge gab es diesen kurzen Moment, in der ich mich fragte, ob ich die Serie weiterschauen möchte. Dennoch bleibt es bis zum Ende spannend, wer jetzt schließlich der*die Mörder*in ist und da ich das unbedingt wissen wollte, bin ich eben doch dran geblieben.
Nach der anfänglichen sehr langen Findungsphase wird es auch ein bisschen besser mit den gestreckten Folgen, aber die Geschichte wäre auch in sechs Folgen erzählt gewesen und das merkt man leider auch. Schauspielerisch war die Serie okay, auch wenn Selena Gomez in vielen Szenen nicht zu wissen scheint, was sie genau machen soll. Das war ein wenig anstrengend zu sehen.

Das Fazit

Only murders in the building hat einen coolen Handlungsansatz und macht die Suche nach dem*der Mörder*in echt schwer. Leider ist die Handlung zu wenig für die Länge der Serie, weswegen viel gestreckt wird, was sich auf das Spannungsniveau negativ auswirkt. Dennoch lohnt sich ein Blick hier.