Eine Handvoll Bücher – 7/22

Herzlich Willkommen zur sechsten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einem einer Introvertierten, Morden nach Achtsamkeitsritus, zwei Lehrerinnen auf Mörderjagd, einem Tod mit Herz und Rapunzel als Steampunk.

Das Herz des Todes

Die Handlung: Durch ein Missverständnis ist der Tod bei Arus Geburt anwesend und segnet sie. Doch alle in Jui fürchten den Tod und meiden dadurch Aru, die auf seltsame Weise mit dem Tod verbunden ist. Doch nach und nach kommt sie hinter seine Geheimnisse und ist gewillt sie gegen ihn einzusetzen. 

Meine Meinung: Bisher habe ich nur gute Erfahrungen mit dem Gedankenreich-Verlag gemacht. Als mir auf der Buch Berlin dieses vorgestellt wurde, mit dem Hinweis, dass es auf Legenden aus dem westafrikanischen Raum basiert, musste ich es einfach haben. Ich bin auch schnell in die Geschichte eingestiegen und fand Gefallen an dem seltsam gewöhnlichem Tod und Aru, die ihr Leben lang zu kämpfen hat. Mit der Zeit kristallisiert sich immer mehr heraus, dass wir hier keinen typischen Dramaaufbau haben und der Erzählstil daher seltsam gewöhnungsbedürftig wirkt, obwohl er an keiner Stelle schlecht ist. Er ist einfach nur unerwartet und darauf muss man sich einlassen. Daher waren die Wendungen aber stets überraschend. Die Charaktere sind wunderbar vielschichtig gezeichnet und dürfen sich während der Geschichte gut weiterentwickeln. Einige Ideen waren einfach so erfrischend und überraschend, dass ich das Buch mit einer seltsamen Faszination verschlungen habe, die ich gar nicht richtig in Worte fassen kann.

Achtsam Morden

Die Handlung: Björn Diemel ist ein stets gestresster Anwalt, der vor allem mit einem Klienten viel Ärger hat. Da dadurch auch seine Ehe kriselt, schickt ihn seine Frau zu einem Achtsamkeitsseminar. Kurz darauf nimmt er die Lektionen jedoch etwas zu wörtlich und tötet seinen Problemklienten.

Meine Meinung: Hörbucher schaffe ich generell nur im Auto auf längeren Fahrten zu hören. So brauchte ich auch für dieses  Hörbuch mehrere Anläufe und hatte größere Lücken dazwischen. Dabei funktioniert der Aufbau ziemlich gut. Die Geschichte beginnt bei der Achtsamkeits-Sitzung. Von da auf wird diese immer wieder als Aufhänger genutzt, um die Krimigeschichte voran zu treiben und ihr eine herrliche sarkastische Note zu geben. So fliegt man praktisch durch die Geschichte, denn sie ist zeitgleich spannend und witzig und trifft damit bei mir genau den richtigen Nerv. Zwischendurch befürchtete ich zwar ein sehr vorhersehbares Maleur mit einem gewissen defekten Aufnahmegerät, doch überraschenderweise war dies eine Finte des Autors. Das hat mich wirklich positiv überrascht und nur noch mehr für das Buch begeistert. Denn dadurch werden wirklich einige Klischees ausgelassen, was herrlich erfrischend ist. So richtig weiß ich nicht, ob das Konzept wirklich über die ganzen bisher erschienenden Bücher funktioniert, aber in diesem durchaus abgeschlossenen ersten Band hat es gut funktioniert.

Übertrieben Tod – Frl. Krise und Frau Freitag ermitteln

Die Handlung: Fräulein Krise und Frau Freitag sind mit ihren Schüler*innen auf Klassenfahrt. Dabei kämpfen sie jedoch mit den Alleingängen zweier Schüler, für die sich jedoch eine nicht ganz legale Lösung findet. Leider taucht dann auch noch eine Leiche im See auf und schon sind die beiden Lehrerinnen wieder mitten drin und landen ungewollt in den Ermittlungen.

Meine Meinung: Nachdem mir das erste Hörbuch „Der Altmann ist tot“ so gut gefallen hat, hatte ich mir relativ zeitnah auch das zweite Abenteuer der beiden Lehrerinnen zugelegt. Allerdings war der Einstieg dann so mühsam, dass ich ziemlich wenig Lust hatte, es weiterzuhören. Doch auf der letzten Autofahrt habe ich mich doch durchgerungen und bin tatsächlich auch wieder gut in die Geschichte reingekommen – nach über der Hälfte war einfach noch nicht so viel wichtiges passiert. Die zweite Hälfte war dann auch deutlich spannender und funktionierte wieder besser, auch wenn es viele Wiederholungen gab und sich die Geschichte lange Zeit immer wieder im Kreis drehte. Trotz eines spannenden Finales war die Geschichte grundsätzlich viel zu lang gezogen und der Kriminalfall irgendwie am Ende zu verstrickt und wirkt dadurch zu künstlich gestrickt. Über all das trösten die gut harmonierenden Stimmen von Caroline Kebekus und Joseline Gassen hinweg, die auch den zweiten Fall wieder zusammen eingesprochen haben.

Wie Sterne so golden – Luna Chroniken 3

Die Handlung: Crescent Moon lebt seit Jahren allein in einem Satelliten. Als verstoßene Lunarierin soll sie für Königin Levana die geflohene Cinder finden. Doch stattdessen hilft sie dieser. Doch beim Kontaktversuch geraten sie in eine Falle. Cress und Kapitän Thorne drohen mit dem Satelliten auf die Erde zu stürzen.

Meine Meinung: Trotz einer längeren Pause zwischen Band zwei und drei, bin ich wieder gut in die Geschichte eingestiegen. Die wichtigsten Informationen werden ganz nebenbei nochmal eingestreut, so dass der Anschluss gut zu finden war. Die Geschichte geht auch spannend weiter. Mit Crescent gibt es einen neuen wichtigen Charakter. Ihre Geschichte ist an Rapunzel angelegt. Mit ihrem Satelliten wird das Motiv wunderbar in das Steampunksetting eingebettet und dadurch, dass sie relativ rasch auf die anderen Hauptcharaktere trifft, geht auch die Geschichte rasch voran. Da die Luna-Chroniken nicht wie gewohnt als Trilogie konzipiert ist, sondern aus vier Bänden besteht (und damit eine Tetralogie bildet), fehlte hier das ganz große Finale, auch wenn es zwischendurch fast so wirkt bei der Spannungskurve! Dafür wird das Finale angeteasert, was durchaus nochmal spannend zu werden verspricht. So bin ich gespannt, wie es mit Crescent und den anderen weitergeht und ob die finale Schlacht gegen Luna geschlagen werden kann.

Quiet Girl

Die Handlung: Debby ist introvertiert. In kurzen Comicstrips erzählt sie ihren Alltag und wieso manche Situationen sie vor Herausforderungen stellen.

Meine Meinung: Es war vor nicht allzu langer Zeit, dass ich durch eine Buchhandlung streifte  und an dem Regal mit den Graphic Novels hängen blieb. Ich hatte schon fast zum hochgelobten Heartstopper gegriffen, als mein Blick auf Quiet Girl fiel. Und es war Liebe auf den ersten Blick. Denn endlich gab es einmal ein Buch über Introvertierte. In kurzen, aber liebevoll gezeichneten, Strips gibt es Einblicke in die alltäglichen Probleme, wobei ich mich mit vielen identifizieren konnte. Das Problem, dass Menschen schnell anstrengend sein können. Die Erholung durch die Ruhe in den eigenen vier Wänden. Das übliche Drama, wenn Extrovertierte nicht verstehen, dass es dauert, bis man sich öffnet und rege an Diskussionen beteiligt. Das Ganze aber mit gewisser Selbstironie verpackt und dabei so herzlich witzig, dass ich es innerhalb kürzester Zeit inhaliert habe. Für alle Introvertierten, die sich ebenfalls verstanden fühlen wollen und für alle Extrovertierte, die uns endlich verstehen wollen, sei diese Graphic Novel herzlich empfohlen.

Habt ihr eins davon gelesen? Wie hat es euch gefallen?

Eine Handvoll Bücher – 06/22

Herzlich Willkommen zur sechsten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einem K-Pop Star, Spannung im Shinkantsen, einem sarkastischen Dämon, einem geisterhaften Zimmer und  einer schaurigen Eiskönigin.

More than a star

Die Handlung: Allison bekommen einen Job in Seoul. Trotz aller Unwahrscheinlichkeiten trifft sie dort auf ihr großes K-Pop Idol Wooyeong. Und obwohl sie nicht zusammen sein dürfen, weil es seine Karriere zerstören könnte, können sie nichts gegen ihre aufkommenden Gefühle unternehmen. 

Meine Meinung: Als K-Pop Fan (inzwischen hat es mich erwischt) hat mich das Buch direkt angesprochen. Doch schon der Einstieg verlief eher holprig. Ich hatte das Gefühl in einer Fanfiction gelandet zu sein. Keine vernünftige Charakterisierung, stattdessen ist die Protagonistin das übliche graue Mäuschen ohne Seele, die natürlich sich gar nicht hübsch findet, aber der Love Interest sieht sofort ihre Einzigartigkeit. Das war für mich absolut nicht nachvollziehbar beschrieben. Die Handlung selbst war auch eher ein „Das muss jetzt passieren, sonst funktioniert die Geschichte hinten raus nicht“, statt eines logischen Aufbaus. Die üblichen Dramapunkte wurden in Rekordgeschwindigkeit abgearbeitet, es gab kaum Überraschungen. Dennoch war das Buch nicht direkt schlecht. Mir gefielen einige Punkte und der Schreibstil war sehr flüssig. Es ist nur einfach so, dass es wirkte, als hätte die Geschichte nicht ein einziges Lektorat gehabt. Und von einem Verlagsbuch erwarte ich eigentlich genau das (eigentlich auch  beim Selfpublishing, aber das ist ein anderes Thema).

Bullet Train

Die Handlung: Der als Marienkäfer bekannte Auftragskiller bekommt den Auftrag einen Koffer aus einem Shinkansen zu klauen. Doch er scheint vom Pech verfolgt und so landet er zusammen mit vier anderen Killern in dem Zug.

Meine Meinung: Meistens ist die Reinfolge Buch lesen und dieses wird dann irgendwann verfilmt, weswegen ich mir den Film ansehe. Manchmal passiert es allerdings auch, dass ich erst den Film sehe und mich dann die Buchvorlage interessiert. Meistens weil ich hoffe noch mehr zu Gedanken oder zu Weltenbau zu erfahren. Diesmal allerdings weil ich gehört hatte, dass das Buch eine ganz andere Grundstimmung haben sollte als der Film. Und das ist tatsächlich richtig. Zwar bleibt die Grundhandlung erhalten und auch die Dialogszenen sind gut übernommen, doch gibt es auch einige Änderungen. Während der Rahmenhandlung kann man sich nun streiten, in wie weit die Änderungen notwendig waren, gerade was einzelne Charaktere und deren Motiv angeht, doch grundsätzlich funktionieren beide Medien in ihrer Form. Das Buch ist einfach wesentlich ruhiger erzählt, dennoch wird ein guter Spannungsbogen aufgebaut, so dass man regelrecht durch die Seiten fliegt. Das große Manko vom Buch ist generell – und erst recht, wenn man den Film gesehen hat – das Ende. Es ist sehr abrupt, abgehackt und lässt die Geschichte ins Leere laufen. Kein großes Ganzes, keine Erklärungen, nichts. Das hat mich sehr enttäuscht. Aber davor war das Buch ziemlich gut.

Die Clans von Tokito

Die Handlung: Sechs Clans gehören zu Tokito, wer zu keinem gehört, ist Freiwild. Erin hat ihren Job und damit ihren Clan verloren. In der Gewalt von Organhändlern lässt sie sich auf einen Deal mit einem Dämon ein. Doch die Macht, die sie dadurch erlangt, hat einen Preis. 

Meine Meinung: Sehr viele positive Bewertungen, viele Schwärmereien und allein ein Cover, das mich magisch anzog und doch hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich es nicht mehr aushielt und mir das Buch zulegte (eventuell hat eine gewisse Buchhandlung Graff und der Aufkleber von der Autorin signiert den letzten Ausschlag gegeben). Der Schreibstil war sehr flüssig, ich bin sehr schnell in die Welt reingekommen und konnte doch immer noch etwas entdecken. Auch die Dreiteilung der Erzählperspektive hat sehr gut funktioniert, weil wir so immer an allen wichtigen Punkten dabei waren und die Welt aus dreierlei Augen betrachten konnten. Das ganze Buch ist durchweg spannend und birgt zugleich eine gute Mischung aus Drama und Humor, so dass es für mich fast schade war diesen Einzelband aus den Händen legen zu müssen. Doch die Geschichte war auserzählt, nicht gehetzt, aber auch nicht künstlich gezogen. Einfach eine wunderbare Fantasywelt mit ostasiatischem Einfluss.

Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall

Die Handlung: Colin soll den Sommer bei seiner Mutter verbringen, die die Familie verlassen hat, als er noch ein Kind war. Dort lernt er den verschlossenen Theodore kennen. Kurze Zeit später stirbt Colin unerwartet und findet sich in einer Geisterwelt wieder. Ihm bleiben drei Tage, um das verborgene Zimmer von Thornhill Hall zu finden, um ins Leben zurückzufinden.

Meine Meinung: Christian Handel hat es schon wieder getan. Zwei Tage verweilte ich in Thornhill Hall, dann hatte ich es einfach schon komplett durchgelesen. Denn sein „Downton Abbey mit Geistern“ begeistert einfach in allen Facetten. Auch wenn ich historische Romane eher ungern lese, war ich sofort in der Welt von Thornhill Hall gefangen. Ich lernte Colin kennen und verstand ihn und seine Gefühlslage sofort. Zusammen lernten wir Theodore kennen und ich freute mich schon auf den queeren Touch. Wir kamen in die Geisterwelt und lernen dort die zweite Ebene kennen. Und hier passierte genau das, was ich an Christian Handels Büchern so liebe: Die konsequente Spannung, das ständige Fragen, was als nächstes passiert und das ganze trotzdem in so einer Wohlfühlatmosphäre, dass sich jede Zeile wie nach Hause kommen anfühlt. Der dezente Witz, der alles auflockert, das kribbeln bei der Liebesgeschichte, die dennoch nicht aufdringlich ist. Die Verschmelzung von Geisterfantasy mit Familiendrama harmoniert wunderbar. Die Auflösung am Ende holt noch einmal alles raus, was geht. Das war die Phase, in der ich nicht mehr ansprechbar war, weil ich wissen musste, wie es weitergeht. Kurzum: Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall ist einfach wieder ein Herzensbuch und Christian Handel beweist einmal mehr, warum er mein Lieblingsautor ist.

Hinter den Spiegeln so kalt

Die Handlung: Finja trauert um ihre Tochter, die plötzlich verschwand. Zurück blieben nur Eiskristalle am Spiegel. Finja macht sich auf die Suche und muss dabei erkennen, dass ihre Angst vor Spiegeln eine reale Ursache hat. 

Meine Meinung: Liza Grimm hat bereits mit Talus bewiesen, dass Bücher nicht immer ewig lange Kapitel haben müssen, um zu funktionieren. Waren es da noch regelmäßige Perspektivwechsel, hat ihre moderne Eisköniginenadaption so die Zeitsprünge verarbeitet. Gerade für mich als Zwischendurchleserin, war es so schön die Möglichkeit zu haben, das Buch regelmäßig weglegen zu können. Allerdings kam dadurch auch kein so richtiger Lesefluss auf, da man sich immer wieder neu orientieren musste, in welchem Zeitstrang man sich gerade befand. Dennoch holt die Geschichte einen immer wieder zurück, denn das große Rätsel um das Verschwinden von Finjas Tochter ist bis zum Ende spannend. Das Thema aus der Triggerwarnung sollte man ernst nehmen, denn das Finale schlägt dort mit aller Brutalität zu. Das soziale Dilemma ist gut aufgearbeitet und es kommen verschiedene Meinungen zu Wort. Dabei verkommt es nicht zu reiner Debatte, sondern kombiniert die Märchenadaption, die Spannung und den Meinungsaustauscht in ein spannendes Finale. Der allerletzte Schliff fehlt vielleicht am Ende in dem Aufeinertreffen der Charaktere, da hier einzelne Nebencharaktere zu stereotypisch geraten sind. Dennoch ist die Geschichte an sich rund und zeigt einmal mehr Grimms Faszination für Hexen.

Habt ihr eins davon gelesen? Wie fandet ihr es?

Eine Handvoll Serien – 5/22

Herzlich Willkommen zur fünften serientastischen Handvoll in diesem Jahr! Heute mit einer Trennung, feenbesetzen Soldat*innen, Tricks beim Backen, einem True Crime Podcast und einer Vampir-WG.

Uncoupled – Staffel 1

Die Handlung: Michael und Colin sind das Traumpaar schlechthin. Doch nach jahrelanger glücklicher Beziehung trennt sich Colin unerwartet auf seiner Überraschungs-Geburtstags-party. Vom Singleleben in New York völlig überfordert versucht Michael mit seiner Trauer und Enttäuschung zurecht zu kommen.

Meine Meinung: Als es hieß die Macher von Sex and the City und Modern Family tun sich zusammen und produzieren eine neue Serie mit Neil Patrick Harris in der Hauptrolle, wusste ich, ich musste die Serie sehen. Als die ersten Resonanzen durchweg positiv waren, wusste ich, ich musste die Serie sehr dringend sehen. Als ich die Hälfte der Serie durchgeschaut hatte, wusste ich: Die Serie ist einfach nichts für mich. Und damit möchte ich ihr bewusst nicht die Qualität absprechen und schon gar nicht die Relevanz einer Sitcom mit einem homosexuellen Hauptcharakter, der sich durch das Datingleben in New York kämpft. Ich bin nur einfach nicht mit der Serie warm geworden. Die Witze haben bei mir nicht gezündet, es war mir zu viel aufgebauschtes Drama, sei es nun beim Protagonisten oder bei den Nebencharakteren. Die Handlung hat sich ab einem gewissen Punkt im Kreis gedreht und trotz einem vergleichbar starken Finale – auch wenn das Ende ziemlich vorhersehbar wurde – hatte mich die Serie irgendwo auf der Strecke verloren.

Uncoupled ist bei Netflix im Abo enthalten

Fairygone – Staffel 1

Die Handlung: Nach einem langen Krieg gibt es nur noch wenige Feensoldaten, denen Feenorgane eingepflanzt wurden, um diese als Waffen beschwören zu können. Die Organisation Dorothea hat die Aufsicht über diesen. Nachdem Maria Noel von einer Fee besessen wird, wird sie in das Team aufgenommen. Nach und nach entdeckt sie Geheimnisse der Regierung, die bis in ihre Kindheit zurückreichen.

Meine Meinung: Nachdem ich mich langsam immer mehr den Anime Serien geöffnet habe und mit Attack on Titan wohl eine meiner all-time favourites entdeckt habe, ergab ich mich den endlosen Weiten des Streaminganbieters Crunchyroll. Auf der Suche nach einer neuen Serie stellte ich aber eins wieder einmal fest: Es gibt im Anime Bereich sehr viel Auswahl und nur die wenigste spricht mich an. Dennoch blieb ich bei Fairygone hängen, sagte mir doch die Beschreibung am meisten zu. An das Japanische mit Untertitel musste ich mich erst gewöhnen (obwohl es bei den K-Dramen kein Problem für mich ist) und auch der Zeichenstil war für mich Gewöhnungssache. Die Handlung wurde zwar etwas wirr erzählt und überfordert einen zunächst mit vielen Ortsnamen, die vielleicht oder vielleicht auch nicht nochmal relevant werden. Die Geschichte des Reiches wird nach und nach enthüllt, dennoch war sie mir bis zum Ende zu undurchsichtig. Die Spannung hat sich aber trotzdem durch die ganzen Folgen gehalten, da es immer wieder neue Hinweise und Rätsel gab, die es zu entschlüsseln galt. Gleichzeitig verrennt sich die Serie immer wieder in vermeintlichen Höhepunkten, sodass ganz am Ende noch einmal alles getoppt werden musste, was einfach zu viel war. Ein paar Gänge runter oder einfach ein paar Folgen weniger, wären hier ratsam gewesen.

Fairygone ist bei Crunchyroll im Abo enthalten

Easy-Bake-Battle – Staffel 1

Die Handlung: Moderator Antoni Porowski sucht die besten Hobbykochenden. Wichtigstes Kriterium: Die Kandidat*innen müssen die Rezepte möglichst einfach, mit vielen Tricks und doch sehr kreativ umsetzen. Denn die Zeit ist knapp.

Meine Meinung: Wenn das Konzept stimmt, bin ich ja durchaus mal für eine gute Koch-/Backshow zu haben. Auch wenn das Ganze Wettkampfcharakter hat, mit dem richtigen Konzept schau ich mir sowas gern mal an. Das Schöne an Easy-bake-Battle ist, dass es hier mal nicht um Vollprofis geht, deren Kreationen immer höher, größer, weiter gehen müssen. Sondern es sind die ganz normalen Leute von nebenan, die sich darum batteln möglichst einfache, aber doch ausgefallene Gerichte zu machen. Das Ganze immer mit begrenzter Zeit und meist mit begrenzten Mitteln lässt die Kandidat*innen ganz schön ins Schwitzen kommen. Dabei gibt es zwischendurch immer wieder Tipps und Tricks, wie man Vorgänge vereinfachen kann, wo so mancher guter Hinweis dabei war. Die Kirsche auf der Torte ist dann aber Host Antoni Porowski, bekannt unter anderem aus Queer Eye (jop, einer meiner absoluten Lieblingsserien, ihr wisst also, warum ich unbedingt in diese Serie reinschauen musste). Zusammen mit den Gastjuroren bringt er Stimmung in die Serie und schafft es alle mit viel Respekt zu behandeln. Also auch wenn es ein Wettbewerb ist, gibt es viele Feel-Good-Vibes. 

Easy-Bake-Battle ist bei Netflix im Abo enthalten

Only murders in the building – Staffel 2

Die Handlung: Bunny Folger wurde ermordet und das True Crime Trio Mabel, Charles und Oliver sind die Hauptverdächtigen. Um ihre Unschuld zu beweisen, beschließen die selbst zu ermitteln. Doch diesmal haben sie einen konkurrierenden Podcast. Und die Betreiberin ist von ihrer Schuld überzeugt.

Meine Meinung: Staffel 1 von Only murders in the building war bereits ein absolutes auf und ab. Ein toller Einstieg, ein langatmiger Mittelteil, um dann mit einem spannenden Finale und leider einem ziemlich miesen Cliffhanger zu enden. Diesen greift Staffel 2 nun wieder auf. Dabei hat die Serie ein großes Problem. Bei gleicher Folgenanzahl fällt diesmal aber die Charaktervorstellung komplett weg. Die Akteur*innen sind bekannt, nur ab und taucht ein neues Gesicht auf. Damit kommen wir wesentlich schneller an den Punkt, wo die Langatmigkeit beginnt. Durch einige schöne Einfälle wird es ein bisschen entzerrt und so kommt man gut durch die Serie. Dennoch kommt hier immer mal wieder die Langatmigkeit auf, vor allem wenn sich die Handlung immer wieder im Kreis dreht, weil es einfach keine neuen Erkenntnisse gibt. Neu von der Partie ist unter anderem Cara Delavigne. Ist sie auch noch immer eine miserable Schauspielerin, so scheint sie im Vergleich zu Selena Gomez regelrecht aufzublühen. Diese ist auch noch immer das große Manko an der Serie. Statt eine Schauspielerin zu nehmen, die die ganzen inneren Konflikte der Rolle auch irgendwie rüberbringen kann, wurde erneut Gomez gewählt, die über ihren einen nichtssagenden Ausdruck nicht hinauskommt. Die Auflösung am Ende ist überraschend und nicht vorhersehbar, dennoch auch irgendwie enttäuschend, bei den ganzen aufgebauten Hinweisen. Den Cliffhanger auf Staffel 3 hätte man sich dann auch schenken können, wirkt er doch zu sehr inszeniert und schreckt eher ab, als dass er Lust auf die Fortsetzung macht.

Only murders in the building ist bei Disney+ im Abo enthalten

What we do in the shadows – Staffel 1

Die Handlung: In einer Villa in Staten Island leben vier Vampire seit über 100 Jahren zusammen. Geholfen wird ihnen von einem Vertrauten, der die Brücke zu den Menschen bildet. Ein Dokumentarfilmteam sucht diese auf und begleitet sie in ihrem Alltag.

Meine Meinung: Die Grundidee von fünf Zimmer, Küche, Sarg mochte ich sehr. Der Film war absolut in Ordnung, wenn auch etwas zu ruhig erzählt für meinen Geschmack. Bei einer Serienadaption des Films war ich skeptisch. Konnte die Idee auch über mehrere Folgen funktionieren? Die Antwort ist leider: Nicht wirklich. Zwischendurch gab es die ein oder andere Folge oder manchmal auch nur die ein oder andere Szene, die ich wirklich mochte. Doch für eine Komödie war die Serie ziemlich unlustig, die Folgen haben sich gezogen und die Charaktere haben mich einfach nicht überzeugt. Das liegt daran, dass sie irgendwie schon zu ähnlich angelegt waren. Bis auf einen waren sie so ziemlich auf den gleichen Humor ausgelegt, mal schlüpfriger, mal ernster, aber irgendwie doch gleich. Viele Dialoge haben sich wiederholt, die Handlung dreht sich im Kreis und doch gab es dann immer wieder die eine Szene, die mich weiterschauen ließ. Ob ich mich an Staffel 2 wage, ist dann aber doch noch fraglich.

What we do in the shadows ist bei Disney+ im Abo enthalten

Eine Handvoll (oder mehr) Bücher – Pride Month Special

Es ist Juni und damit Pride Month. Bedeutet, dass jedes Jahr im Juni die LGBTQIAP+ Gemeinde zu verschiedenen Veranstaltungen, inkl. dem Christopher Street Day, aufruft und so für ihren Kampf auf Gleichberechtigung aufmerksam macht. Beginnend waren die Stonewall Unruhen von 1969, die als Beginn des Kampfes für Rechte und Gleichberechtigung angesehen wird. Wir haben seitdem einen wunderbaren Wandel in vielen Ländern erlebt, aber noch immer sind wir weit von realer Gleichberechtigung entfernt. In diesem Beitrag soll es um ein paar Lesetipps gehen, die sich mit LGBTQIAP+ befassen. Es handelt sich lediglich um eine kleine Auswahl, gerne könnt ihr mit eure liebsten Bücher zu diesem Thema nennen.

Love with Pride

Die Handlung: Stella hat keine guten Erfahrungen an ihrer Highschool gemacht. Nun soll es am College ganz anders laufen. In Haydensburgh will sie einen Neustart wagen und mutig sein. Trotz ihrer sozialen Ängste bewirbt sie sich bei den Zeta Kappa Sigmas. Dort trifft sie auf Ellie, die ihr ruhiges Leben ganz schön auf den Kopf stellt.

Warum das Buch so wichtig ist: Lesbische Repräsentation ist noch immer schwierig zu finden. Hier ein New Adult Buch zu haben, das dies von vornherein preis gibt, dass es sich damit befasst und neben den wichtigen Themen zu Outing und Co eine wunderschöne Liebesgeschichte kreiert, ist einfach ein Jackpot. Zumal Lea Kaib hier eine Own Voice Geschichte zeigt. Stella und Ellie sind in ihrem Wesen auch sehr unterschiedlich, so dass es verschiedenes Identifikationspotential gibt und auch der Umgang mit der eigenen Sexualität auf verschiedene Art gezeigt wird. Bitte mehr davon.

Die Götter müssen sterben

Die Handlung: Im Schatten des Trojanischen Krieges prophezeit die Göttin Artemis den Fall Trojas und dem Tod der Götter. Dafür reist sie zu den Amazonen und segnet dort aber ausgerechnet Areto, die keine Kriegerin ist. Dennoch machen sich die Amazonen auf die lange Reise, um Troja im Krieg zu unterstützen.

Warum das Buch so wichtig ist: Bei diesem Werk von Nora Bendtzko ist nicht die Frage, welche LGTBQIAP+ Repräsentation vorkommt, sondern welche nicht. Und das Schönste ist, das es sich spielerisch in den historischen Hintergrund einarbeiten lässt. Die Geschichte selbst fand ich zwar etwas zäh, was vor allem mit dem Erzählstil zusammenhängt. Wer jedoch auf diesen historisch angehauchten Schreibstil steht, bekommt hier die volle Ladung Repräsentation. Das wirkt jedoch keinesweg überladen oder erzwungen, sondern immer passend eingearbeitet. Durch den grundsätzlichen Kampf Amazonen gegen Helden, werden auch hier Vorurteile, Outing und Co miteingearbeitet. So zeigt Bendtzko, dass sich historische Stoffe und LGBTQIAP+ wunderbar ergänzen, statt auszuschließen. Nebenbei geht es auch um Rassismus, Sexismus und Menthal Health, also auch darüber hinaus von den Themen durchaus empfehlenswert.

Der Orden des geheimen Baumes

Die Handlung: Ein gespaltener Kontinent. Während im Osten Drachen verehrt werden und die junge Anwärterin Tané darauf hofft eine Drachenreiterin zu werden, lebt der Westen in ständiger Angst, dass die großen Erhabenen wieder erwachen und die Welt in Dunkelheit stürzen. Dies soll Königin Sabran verhindern, in dem sie ein Kind gebährt und damit die Blutlinie fortführt. An ihrer Seite die geheimnisvolle Ead, die ganz eigene Ziele verfolgt.

Warum das Buch so wichtig ist: Hier muss ich tatsächlich beide Bände in einem nennen. Zum einen ist das Original auch nur ein Band und wurde im deutschen aufgespalten, zum anderen kommt der LGBTQIAP+ Aspekt erst am Ende des ersten Bandes durch und nimmt dann im zweiten eine größere Rolle ein. Hier möchte ich aus Spoilergründen nicht sagen, welcher Buchstabe hier repräsentiert wird. Aber für ein High Fantasy Epos ist es passend eingearbeitet, nimmt genügend Raum ein, um ein wichtiger Teil der Geschichte zu sein und sich mit Vorurteilen und Konsequenzen auseinander zu setzen, ohne das komplette Augenmerk auf diesen Teil der Geschichte zu setzen. Also praktisch eine perfekte Mischung ohne ganz allgemein einen großen Wert auf die Liebesgeschichte zu legen.

Palast aus Gold und Tränen

Die Handlung: Die Dämonenjägerinnen Muireann und Rose reisen unter ihren Decknamen Schneeweißchen und Rosenrot ins Zarenreich auf der Suche nach der Baba Yaga, die ihnen bei der Jagd nach der Hexe aus Band eins und dem Fluch, der auf Muireann lastet, helfen soll. Doch ihre Liebe könnte ihnen im Zarenreich den Kopf kosten.

Warum das Buch so wichtig ist: Kein Pride Month Special ohne Christian Handel. Diesmal mit dem zweiten Band der Hexenwald-Chroniken. Die Geschichte von Schneeweißchen und Rosenrot als lesbische Dämonenjägerinnen aufzuziehen, finde ich noch immer genial. Diese Geschichte in einem zweiten Band so weiterzuspinnen, dass es ins Zarenreich geht, wo ihre Liebe verboten ist, finde ich umso besser. So geht die Thematik noch einmal in die Tiefe. Dennoch haben wir hier eine wunderbar ausgearbeitete Geschichte mit viel magischem, vielen Märchenreferenzen und einem hohen Spannungsgrad. So zeigt Handel auch hier wieder, dass sich Fantasy und LGBTQIAP+ Charaktere wunderbar ergänzen und präsentiert uns zeitgleich zwei starke Frauenfiguren, wie ich sie gern öfter lesen möchte.

The gender of Mona Lisa

Die Handlung: In einer Welt, in der Babys geschlechtlos geboren werden und meist im Alter von 12 sich selbst für ein Geschlecht entscheiden, ist Hinase mit 17 Jahren noch immer geschlechtslos. Als gleich zwei Freund*innen ihre Gefühle vortragen, ist Hinase noch verwirrter.

Warum das Buch so wichtig ist: Ich freue mich diesmal eine Manga-Reihe mit dabei zu haben, sie sich mit Non-Binarität beschäftigt. Die Frage, welches Geschlecht für einen das richtige ist bzw. wie man so eine Entscheidung fällt oder ob man überhaupt ein Geschlecht braucht, zieht sich durch die Bände. Dabei geht es hier auch um den Abbau von typischen Klischees und überholten Geschlechterrollen. Das Ganze gespickt mit absolut liebenswerten Charakteren und auf so liebevolle Weise gestaltet, dass ich die Geschichte nur so am inhalieren bin.

Zusatz: Cyberempathie

Die Handlung: Leon ist ein Erinnerungskonstrukteur in der Oberstadt von Skyscrape, wo alle durch das Cybernet gefühlsmäßig miteinander verbunden sind. Doch nach einem Vorfall wird er in die Unterstadt verbannt, wo raue Sitten herrschen. Nur mit Hilfe von Rade, einem Ex-Soldaten, überlebt er und findet sich in die neue Umgebung ein. Doch die Trennung vom Cybernet macht ihm schwer zu schaffen. Leon muss neu lernen Emotionen zu erkennen.

Warum das Buch so wichtig ist: Warum Zusatz? Weil hier der LGBTQIAP+ Anteil vergleichsweise gering ist bzw. erst gegen Ende überhaupt durchkommt. Warum es mit drin ist? Weil wir hier ein Sci-Fi Buch haben, das sich viel mit Menschlichkeit, Gefühlen und was einen Mensch ausmacht auseinander setzt und gegen Ende dies auch noch mit einem queeren Anteil – aus Spoilergründen will ich nicht sagen welchen – auseinander setzt.

Zusatz: My genderless Boyfriend

Die Handlung: Meguru ist ein Influencer mit einem genderlosen Stil, bekannt für seine Mode und Make-up Tipps. Doch seine Freundin Wako hält er lieber aus der Öffentlichkeit heraus oder versucht es zumindest. Denn was würde seine Fans sagen, würden sie von der Beziehung wüssten? 

Warum das Buch so wichtig ist: Warum Zusatz? Weil es nicht direkt einen queeren Anteil hat, da die beiden Protagonist*innen hetero und cis sind. Aber durch den Abbau von Geschlechterklischees und dem spielen damit und dadurch gewissen falschen Schlüssen anderer, die den beiden dann eine homosexuelle Beziehung unterstellen, befasst sich die Manga-Reihe auch mit tollen Themen und sorgt somit indirekt auch für den Abbau von Vorurteilen.

Was sind eure Bücher zum Thema Pride? Gerne her mit dem Empfehlungen!