Herzlich Willkommen zur zweiten Ausgabe der serientastischen Handvoll. Nachdem wir uns das letzte Mal rein mit Animes befasst haben, geht es diesmal um Serien, bei denen ich weitere Staffeln gesehen habe. Heute mit: Reisen zwischen den Welten, Reisen zwischen New York und Hollywood, Reisen durch alternative Realitäten, Reisen in die Vergangenheit und Reisen in die Freiheit.

His Dark Materials – Staffel 3
Die Handlung: Lyra wurde von ihrer Mutter verschleppt und gleich vor mehreren Organisationen versteckt, die hinter ihr her sind. Auch Will gibt alles, um sie zu finden. Zeitgleich steht Lord Asriel vor einem großen Durchbruch, um gegen die Engel in den Krieg ziehen zu können.
Meine Meinung: Zwischen der zweiten und der dritten Staffel ist bei mir einiges an Zeit vergangen, dennoch bin ich relativ gut wieder im Geschehen drin. Der Anfang zieht sich leider etwas, da sich gefühlt alles immer wieder wiederholt. Doch sobald Lyra und Will wieder vereint sind, gibt es genug Wendungen, dass es wieder spannend wird und ich war wieder voll drin. Auch wenn die Geschichte, auf die es letztlich hinausläuft, irgendwie nicht die Richtung ist, die ich durch den Aufbau der Welten erwartet hatte – es war doch sehr biblische Schöpfungsgeschichte lastig. Aber es ist ein würdiger Abschluss einer fantastischen Serie, die auch hier wieder bildgewaltig daherkommt und dennoch die Charaktere und ihre Entwicklung nicht aus den Augen lässt. Gerade zwischendurch sollten die Taschentücher bereit liegen, denn die Staffel hält nochmal einige Schicksale bereit. Und dann, nachdem alles irgendwie geklärt zu sein schien, kam die letzte Folge. Sie ließ mich absolut gebrochen zurück und das war nicht in Ordnung! Zumal ich danach dringenden Redebedarf hatte, aber einfach niemand unter meinen Bekannten in der Serie weit genug war, so dass ich nicht gespoilert hätte.
Only Murders in the Building – Staffel 4
Die Handlung: Charles langjähriges Stuntdouble Sazz wird in seinem Appartement erschossen. Er ist sich sicher, dass der Anschlag eigentlich ihm galt. Das Trio beginnt zu ermitteln. Zeitgleich bekommen sie eine Anfrage aus Hollywood, wo die Geschichte ihres Podcasts verfilmt werden soll.
Meine Meinung: Wie viele Cameos kann man in einer Staffel unterbringen? Only murders in the building dachte sich wohl, nachdem sie schon Paul Rudd und Meryl Streep für die dritte Staffel gewinnen konnten, dass man dies noch deutlich toppen müsse. So geben sich hier allerhand Namen aus Hollywood die Klinke in die Hand. Was die Staffel aber nicht hat, ist eine interessante Handlung. Stattdessen wird sich an den gleichen Gags immer wieder abgearbeitet und noch mit einem weiteren Stargast wiederholt, um dann wieder genutzt zu werden, um … ich denke, ihr habt das Prinzip verstanden. Gleichzeitig wird zwischen New York mit dem Arconia und Hollywood hin und her gewechselt, da an beiden Standorten nach Hinweisen gesucht wird. Das fühlt sich zeitgleich überladen an, aber da es sowieso keine Handlung für die ganzen Folgen gab, war auch hier wieder einfach nur Lückenfüller. Da am Anfang eine Gruppe von Personen im Arconia als super verdächtig hingestellt wurde, musste auch hier immer wieder hingeschalten werden, egal, wie oft, die Truppe mit einer Erklärung und Alibis kam, sie mussten es einfach sein. Denn darüber hinaus hatte man einfach vergessen wirklich Leute mit Motiv und Möglichkeit einzubauen. So kam dann auch die Auflösung sehr aus heiterem Himmel und ergab so gar kein Sinn. Nach vielen Folgen voller Langeweile schien die Serie endgültig ihren Zenit überstanden zu haben. Der Cliffhanger und die bestätigte fünfte Staffel lassen mich jedoch skeptisch zurück.
What if… – Staffel 3
Die Handlung: Eine weitere Reihe von alternativen Geschichten aus dem MCU. Was wäre zum Beispiel, wenn Agatha Harkness nach Hollywood gegangen wäre, Howard the Duck Vater wird oder der Red Guardian den Winter Soldier versucht aufzuhalten?
Meine Meinung: Schon die erste Staffel What if… funktionierte nicht wirklich. Die Geschichten waren sehr uninspiriert, auch wenn sie zunächst interessant klangen. Die zweite brachte die gleichen Probleme mit. Doch wirklich schlimm wurde es jetzt in Staffel 3. Während viele Fans die vierte Phase des MCU am liebsten vergessen wollen (und ich teilweise auch ganze Charaktere und Handlungsstränge auch vergessen habe), werden gerade die hier wieder aufgegriffen. Niemand wollte die Eternals wieder in Aktion sehen. Dabei scheint diesmal auch die Animation noch einmal gelitten zu haben, die Bewegungen wirken hölzern und es kommt kein richtiger Fluss zu stande. Stellenweise sind die Charaktere so schlecht animiert, dass ich sie bis zum Ende nicht erkannt hätte, wenn nicht die Namen gedroppt wurden. Und das große Finale war gefühlt ein Abklatsch der beiden vorherigen Staffelfinalen. Absolut keine neue Idee, es war einfach nur ein Aufgreifen von Charakteren, die für die kommenden Filme und Serien wichtig werden könnten. Bitte liebes MCU lass die Finger von Animationen und verschone uns mit einer weiteren Staffel (die dann auch wieder Kanon ist, weswegen man sie sich doch wieder schaut).
A Discovery of Witches – Staffel 2
Die Handlung: Diana Bishop ist eine brilliante Historikerin, die sich gerne mit dem Themebereich Alchemie befasst. Das liegt wohl daran, dass sie aus einer Familie von Hexen und Hexern abstammt, selbst aber eher unterbewusste Fähigkeiten hat. Als sie eines Tages ein seltenes Buch in der Bibliothek ausleihen kann, sind auf einmal alle Wesen an ihr interessiert. Vor allem der Vampir Matthew Clairmont hängt seitdem an ihr. Doch wer will ihr wirklich helfen und wer sucht nur nach einem Weg einen Vorteil gegenüber der anderen Spezies zu gewinnen?
Meine Meinung: Am Ende der ersten Staffel haben wir gesehen, wie Diana und Matthew in die Vergangenheit reisten, um den Fängen des Rates zu entgehen. Daran wird nahtlos angeknüpft und wir folgen ihnen in ihrem neuen bzw. altem Leben. Denn Matthew hat zu dieser Zeit bereits gelebt. Dass sich hier diverse Paradoxen eröffnen, lassen wir mal außen vor. Denn die Probleme der Staffel sind schon viel früher spürbar. Denn es gibt kaum Handlung, so dass sich alles immer wieder im Kreis dreht. Diana versucht ihre Kräfte auszuweiten, Matthew will das nicht, weil er sie allein beschützen will, kämpft aber zeitgleich mit den Dämonen seiner Vergangenheit und so geht es immer weiter. Zwischendurch sind wir zurück in der Gegenwart, um zu sehen, wie es den Charakteren dort ergeht, aber irgendwie kommt auch hier nichts richtig in Schwung. Es wird alles immer abstrakter und mehr Charaktere, die man sich irgendwie merken soll, auch wenn es bei den meisten sehr verschwendet ist, weil sie erst Folgen später für ein paar Minuten auftauchen. Kurzum: Die ganze Staffel fühlt sich wie eine zu lang geratene Füllerfolge an. Mal schauen, ob ich der dritten Staffel noch eine Chance gebe.
Westworld – Staffel 4
Die Handlung: Calebs ruhiges Leben der letzten Jahre ist von jetzt auf gleich vorbei, als er und seine Familie angegriffen werden. Er muss sich mit Maeve zusammentun, um herauszufinden, was die feindlichen Hosts von ihm wollen. Zeitgleich fühlt sich die Programmiererin Christina verfolgt.
Meine Meinung: Westworld ist eine dieser Serien, die eine fantastische erste Staffel hatten und sich dann mit ihren hochtrabenen Ansprüchen selbst immer weiter kaputt geschrieben haben. Während die zweite Staffel noch spannende Elemente innerhalb des Parks hatte, sich aber mit viel zu wirren Zeitlinien disqualifizierte, ging es in der dritten Staffel zum ersten Mal aus dem Park raus. Die Host sind nun in der realen Welt und auch das funktionierte eher schlecht als recht. Die Geschichte wurde sehr wirr, aber hatte irgendwo noch ein Ziel. In Staffel 4 sollte nun alles nochmal getoppt werden. Dass die Zuschauenden schon beim vielen hin und her von Staffel 2-3 nicht mehr mitkamen, war egal. Eine noch größere Bedrohung musste her, aber irgendwo mussten auch wieder die bekannten Charaktere eingebunden werden, die sich vorher schon zahllos aufopferten. Kurzum: Die Motivationen waren nicht mehr glaubhaft und ich bin handlungstechnisch nicht mal im Ansatz mehr mitgekommen. Gefühlt bräuchte ich zu jeder Folge ein langes Erklärungsvideo, das alle Aspekte aufschlüsselt, aber so sollte eine Serie nicht laufen. Dabei habe ich kein Problem mit Serien, die auch ein wenig Denkleistung erfordern, aber bitte tut doch wenigstens so, als würdet ihr eure eigene Handlung noch verstehen.
Habt ihr eine der Serien gesehen? Wie fandet ihr sie?
