Cinemathek: Die Wahlkämpferin

Willkommen in der Cinemathek, heute mit „Die Wahlkämpferin“. Der Film lief am 21.01.2016 in den deutschen Kinos an.

Jane Bodine unterstützte bereits viele Wahlkämpfe und konnte vielen zum Sieg verhelfen. Doch ein Ereignis in der Vergangenheit ließ sie sich aus dem Geschäft zurückziehen. Bis sie um Hilfe bei dem bolivianischen Präsidentschaftswahlkampf gebeten wird. Bodine will ablehnen, doch der Wahlkämpfer der Opposition ist ein ihr nur zu gut bekannter Feind. So beginnt ein Kampf, um die Präsidentschaft.

Wahlkämpfe hat bestimmt schon jeder einmal miterlebt. Man kommt ja auch nicht umhin die vielen Plakate mit den „gut fotografierten“ Politikern, die einfach überall aufgehängt werden, zu sehen. Doch was wirklich hinter den Kulissen abgeht, weiß wohl kaum einer. Die Wahlkämpferin führt den Zuschauer hinter die Kulissen und zeigt auf, wie weit viele Politiker gehen, nur um zu gewinnen und wie sehr sie dabei von ihrem Wahlteam beeinflusst werden.
Der Film beginnt mit einem Interview mit Jane Bodine, in der wir ihr eiskaltes und berechnendes Wesen kennenlernen. Doch schon in der nächsten Szene bietet sich ein ganz anderes Bild. Bodine lebt zurückgezogen in der Einsamkeit und beschäftigt sich mit dem Töpfern. Bis sie als letzte Hoffnung zu dem bolivianischen Präsidentschaftswahlkampf hinzugezogen wird. Erst hat sie kein Interesse, bis sie den Mann hinter dem gegnerischen Kandiaten erkennt. Pat Candy ist Bodines stärkster Rivale. Also reist sie nach Bolivien und versucht das Unmögliche möglich zu machen. Mitunter scheint es ihr jedoch weniger um die Politik zu gehen, als vielmehr ihrem Feind Candy eins auszuwischen.
Die Grenze zwischen Politik und persönlichem Disput ist in diesem Film fließend. Bodin und Candy haben beide ihren Kandidaten, den sie zum Präsidenten machen wollen, doch gleichzeitig wollen sie auf keinen Fall gegen den anderen verlieren. Was für politische Ziele die beiden Kandidaten verfolgen, wird im Film kaum behandelt und meist nur im Nebensatz erwähnt. Die Handlung wird chronologisch erzählt und nach jedem „Sieg“ folgt unweigerlich der Gegenschlag der Gegenseite. Dabei werden die Sympathien ganz klar verteilt. Der Zuschauer ist sofort auf der Seite von Bodine und ihrem sympathischen Team und deren Kandidaten. Candy hingegen scheint der perfekte Antagonist zu sein, obwohl er die gleiche Arbeit macht wie Bodine. Doch gerade das Ende des Films zeigt, dass nur weil Bodine für den Kandidaten kämpft, dieser auch gleichzeitig der beste Präsident für Bolivien sein muss. Doch diese Tatsache wird während des ganzen Films verdrängt. Es geht nur darum, dass Bodine gewinnt.
Der Spannungsbogen des Films ist über seine Gesamtlaufzeit von 108 Minuten leider nichts ausreichend und obwohl man als Zuschauer mitfiebert, wie die Wahl am Ende ausgeht und was sich Bodine und Candy als nächstes ausdenken, zieht sich der Film mitunter und schmückt einzelne Szenen ohne Aussage zu lange aus. Die schauspierlischen Fähigkeiten sind durchgehend gut, gerade Sandra Bullock kann mit dem Wechsel aus starker Wahlkämpferin und Nervenbündel überzeugen. Die Handlung spielt leider zu viel in kleinen Räumen und zeigt daher wenig von Bolivien an sich und auch das Volk wird kaum gezeigt. Der Fokus des Films ist klar auf den Wahlkampf an sich gerichtet.

Alles in allem gibt der Film eine solide Leistung ab, verliert aber leider zwischendurch immer wieder an Tempo. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im Juli 2016

Hallo ihr Lieben,
ich bin erfolgreich umgezogen und so geht es auch hier wieder weiter (unabhängig von den vielen vielen Kisten, die noch ausgepackt werden wollen). Hier nun etwas verspätet die Übersicht der Filme, die ich im Umzugschaos leider nicht sehen konnte.

1) Mit besten Absichten: Eine Mutter zieht zu ihrer Tochter mit besten Absichten. Und sorgt dabei doch ein wenig für Chaos. Ein Film, der als Komödie getarnt ist, aber vielleicht doch mehr birgt. Ich hoffe, ich finde es noch heraus.

2) Big friendly Giant: Steven Spielberg verfilmte das bekannte Buch von Roald Dahl und schon der Trailer zeigt, dass es sich um eine sehr liebevolle Geschichte handelt mit einer ungewöhnlichen Freundschaft. Noch ein wichtiger Film auf meiner Liste.

Und hier noch kurz die Filme, die es ganz knapp nicht auf meine Liste geschafft haben, aber nicht unerwähnt bleiben sollen:

The Legend of Tarzan, Zeit für Legenden, Mullewapp – eine schöne Schweinerei, Liebe Halal

Independance Day – Die Wiederkehr

Am 14.07.2016 erschien nach 20 Jahren die Fortsetzung zum erfolgreichsten Film des Jahres 1996 in den deutschen Kinos.

20 Jahre nach der Alien Invasion am amerikanischen Unabhängigkeitsttag, glaubt sich die Menschheit durch die erweiterte Technik in Sicherheit. Doch die Zeichen deuten auf einen erneuten Angriff der Aliens. Und diesmal ist die Gefahr noch größer.

1996 versammelten sich viele Zuschauer in den Kinos der Welt, um den ersten Angriff der Aliens zum amerikanischen Unabhängigkeitstag zu bestaunen. Nun 20 Jahre später, kommen die Aliens zurück, mit noch größeren Schiffen und noch gefährlicheren Waffen. Und wieder versammeln sich die Zuschauer in den Kinos der Welt, um auch diesmal wieder den Kampf mitzuerleben. Eins wird als erstes deutlich: Die Technik der Filmemacher mit den CGI Möglichkeiten hat sich stark weiterentwickelt. Independence Day – Die Wiederkehr versucht erst gar nicht einen nahtlosen Übergang zum ersten Teil zu schaffen. Die Schauspieler sind gealtert, die Technik hat sich weiterentwickelt und Will Smith ist nicht mehr an Bord. Stattdessen greift der Film gerade dies auf. Der Präsident aus dem 1. Teil ist im Ruhestand, die Luftwaffe der Menschen hat es bis auf den Saturn geschafft und Will Smith wird durch eine jüngere Ausgabe „ersetzt“. Jessie T. Usher spielt seinen Sohn Dylan Hiller, der das Erbe als Führungsperson bei der intergalaktischen Abwehr einnimmt.
Am Anfang des Films wird der Zuschauer erst einmal grob aufgeklärt, was mit den Charakteren aus dem ersten Teil passiert ist. Wir sehen den gealterten Präsidenten Whitmore, der noch immer unter den Nachwirkungen seiner „Besessenheit“ im ersten Teil leidet. Wir lernen als Neues seine Tochter kennen. Es wird zu deren Verlobten auf den Mond geschaltet. Hier bekommt man einen ersten Eindruck, wie weit die Menschheit, was die intergalaktische Abwehr angeht, inzwischen ist. Es wird wieder zurückgeschaltet auf die Erde. 20 Jahre sind seit dem Angriff der Aliens vergangen. Die Erde bereitet sich auf die Feierlichkeiten zum ehemaligen amerikanischen Unabhängigkeitstag vor. Fernab der Feierlichkeiten treffen wir wieder auf David Levinson. Er untersucht in Afrika den Absturz eines Alien-Raumschiffs, der den dort ansässigen Warlord stark zu schaffen gemacht hat. Nachdem alle Beteiligten des Films mindestens einmal gezeigt wurden, geht dann auch schon die eigentliche Geschichte los. Die Erde wird erneut von Aliens angegriffen, die dem Hilferuf der vor 20 Jahren angreifenden Aliens gefolgt sind. Nur das sie diesmal noch mehr sind, ein noch größeres Raumschiff haben – es landet auf dem gesamten Atlantik – und die Waffen denen der Erde noch immer weit überlegen sind. Nun muss sich die Erde für eine letzte große Schlacht bereit machen. Wie schon im ersten Film scheint die Menschheit angesichts der Übermacht keine Chance zu haben.
Obwohl es in diesem fiktiven 2016 keine Länder mehr gibt, sondern sich alle Staaten dem Weltsicherheitsrat unterordnen, wird ganz schnell klar, in welchem Land der Film gedreht wurde. In jeder zweiten Einstellung wird die amerikanische Flagge gezeigt und der Film trieft nur so vor Patriotismus. Die Handlung ist sehr vorhersehbar und enthält wenig neues. Die Menschheit greift mit ihren neuen Waffen lieber erst einmal an, anstatt abzuwarten. Aber der Film zielt gar nicht darauf an Neues zu schaffen. Stattdessen möchte der Film zeigen, dass 20 Jahre später viel mehr CGI benutzt werden kann, als 1996. Und so ist der Film vor allem eins: Bildgewaltig. Und so wird der Zuschauer wieder einmal unterhalten und in Staunen versetzt. Leider ist diese Wirkung nicht langfristig, denn beim Verlassen des Kinos stellt sich das Gefühl ein, dass man diesen Film nicht unbedingt noch ein zweites Mal sehen muss.
Die Mischung aus alten und neuen Charakteren gibt der Geschichte mehr Handlungsspielraum und sorgt mitunter auch für humorvolle Einlagen. Vor allem der Kontrast zwischem dem Warlord Dikembe Umbutu und dem Journalisten Floyd Rosenberg sorgten für mehrere Lacher. Ansonsten wird der Film leider sehr ernst und sehr patriotisch erzählt. Die schauspielerischen Leistungen bleiben alle auf dem gleichen Niveau und sind solide.

Alles in allem bietet Independance Day – Die Wiederkehr genau das, was der Trailer verspricht. Einfache Handlung, aber dafür bildgewaltig umgesetzt. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Demolition – Lieben und Leben

Am 16.06.2016 erschien ein neuer Film, der sich mit Trauerbewältigung befasst, in die deutschen Kinos.

Davis ist Investmentbanker und sein Leben scheint perfekt zu sein. Bis er bei einem Autounfall seine Frau verliert. Doch anstatt zu trauern verstrickt er sich in neue Bekanntschaften und neue merkwürdige Hobbys.

 Demolition beschäftigt sich zwar mit der Trauerbewältigung, kommt aber trotzdem nicht klassisch daher. Es wird nicht nach dem Lichtblick am Horizont gesucht, es wird sich nicht in neuen Liebschaften verrannt, die einem über die Trauer hinweghelfen sollen, ja es gibt nicht einmal den typischen besten Freund, der immer für einen da ist. Nein Demolition kommt sehr untypisch daher. Denn Davis Mitchell scheint gar nicht zu trauern. Am Tag, als seine Frau stirbt, schafft er es nicht einen Schokoladenriegel aus dem Automaten auf der Intensivstation zu bekommen. Also schreibt er einen höflichen Beschwerdebrief an die Betreiberfirma des Automaten. Diese Briefe in denen er nur minimal auf das Problem mit dem nicht erhaltenen Schokoladenriegel eingeht und vielmehr große Teile seiner Lebensgeschichte erzählt und auch auf die Ehe mit seiner verstorbenen Frau eingeht, werden zu einem Ventil für ihn, denn er schafft es nicht zu trauern. Er kann über den Tod seiner Frau keine Träne vergießen. Stattdessen entwickelt er eine Vorliebe kaputte Sachen auseinander zu nehmen. Der Kühlschrank funktioniert nicht, also wird er in die Einzelteile zerlegt, um zu gucken, ob man ihn reparieren kann. Dies passiert Mitchell mehr als einmal und letztendlich wird er von seiner Arbeitsstelle vorläufig freigestellt, da er nicht mehr so funktioniert, wie früher. Gleichzeitig versucht Karen Moreno, die seine Beschwerdebriefe bezüglich des Automaten bekam, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Seine Briefe haben sie berührt und sie entwickeln eine Art Freundschaft Plus, ohne das es einer von beiden wirklich ernst meint.
Demolition ist ein Film, der sehr ruhig erzählt wird und daher keinen großen Spannungsbogen hat. Durch seine sehr spezielle Thematik spricht er nicht das große Publikum an und doch kann er überzeugen. Der Film lebt von Jake Gyllenhall als David Mitchell. Er schafft es, den nicht trauernden Ehemann trotzdem sympathisch zu verkörpern und braucht dafür keine großen Gesten, sondern schafft es durch kleine Veränderungen in der Mimik, den Zuschauer mitfühlen zu lassen. Auch der Verzicht auf typische Handlungsstränge, die bereits oft benutzt wurden, ist positiv aufzuführen. Zwischenzeitlich scheint es jedoch, dass der Film die eigentliche Aussage aus den Augen verloren hat. Denn in dem Wahn Mitchells alles, was nicht zu 100% funktioniert auseinander zu nehmen, wird es mitunter sehr abgedreht und der Zuschauer weiß nicht mehr, worauf der Film eigentlich hinauswill. Wenn dann noch die Themen Mobbing und Homosexualität mit dazu kommen, muss der Fokus des Films hinterfragt werden. Aber im Endeffekt schafft Demolition noch die Kurve und begeistert mit einem runden Ende.

Alles in allem nicht für das große Publikum geeignet, aber wer selbst seinen eigenen Weg der Trauer gefunden hat, findet in diesem Film viel Sympathie. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Central Intelligence

Am 16.06.2016 erschien ein neuer Film mit Kevin Hard und Dwayne Johnson in den deutschen Kinos.

Calvin Joyner war der beliebteste Schüler an der High-School. Bob Stone dagegen ein dicker Junge, der gemobbt wurde. Doch Jahre später scheint sich das Blatt gewendet zu haben. Stone ist inzwischen muskelbepackt und bei der CIA. Und versucht Joyner zu rekrutieren.

Central Intelligence spielt mit dem Thema der Erwartungen an die Zukunft, wenn man in der Schule ist. Joyner haben sie in der Schule immer gesagt, dass er einmal richtig erfolgreich wird. Der beliebteste Schüler des Abschlussjahrgangs, der mit der hübschesten Schülerin zusammen ist. Stone dagegen war ein großer pummeliger Junge, der in der Schule immer gehänselt wurde. Gerade nach einem Vorfall in der letzten Woche traut er sich nicht noch einmal hin. Viele Jahre später treffen wir wieder auf Hard. Er ist noch immer mit seiner damaligen Freundin zusammen, die aber beruflich wesentlich erfolgreicher ist als er. Lustlos gammelt er in seinem Job als Buchhalter und verpasst immer wieder wichtige Beförderungen. Auch seine Ehe ist nicht so erfolgreich, wie vorausgesagt wurde, denn seine Frau pocht immer wieder auf eine gemeinsame Paartherapie. Doch auf einmal will sich ein alter Freund – Stone- wieder mit ihm treffen. Ohne groß nachzudenken stimmt Joyner zu. Doch anstatt des erwarteten Pummels trifft er auf einen wahren Muskelberg. Stone hat sich stark verändert, aber sieht in Joyner noch immer den Held seiner Schulzeit an, den einzigen, der ihn damals verteidigt hat. Das Chaos ist perfekt, als am nächsten Morgen die CIA vor Joyners Tür steht und sich nach Stone erkundigt, der zwar inzwischen eigentlich für die CIA arbeitet, aber suspendiert ist, da er im Verdacht steht seinen früheren Partner umgebracht zu haben. Ein Katz und Mausspiel beginnt, bei dem sich Joyner entscheiden muss, auf welcher Seite er steht.
Central Intelligence hätte eine lustige Buddy-Komödie werden können. Leider schafft der Film dies nicht, weil einfach kein Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Hard und Johnson aufkommt. Hard bleibt während des ganzen Films ein Feigling, der eigentlich nur einen Ausweg sucht, um wieder in sein altes Leben zurückkehren zu können. Seine fehlende Loyalität und sein Mangel an Ausdruck nehmen ihm viele Sympathien. Johnson hingegen wird zwar als der knallharte Muskelberg von der CIA dargestellt, jedoch merkt man schnell, dass er nicht sonderlich viel denkt, sehr naiv ist und auch nicht richtig zuhören kann. Die daraus entstehenden Situationen sind zwar mitunter witzig anzusehen, schaffen es aber nicht einen richtigen Komödienfaktor herzustellen. Stattdessen plätschert der Film von einer Actionszene zur nächsten und vermittelt zwischendurch nur wenig Inhalt. Auch kann kein Spannungsbogen entstehen. Lediglich die Actionszenen sind mitunter gut choreographiert, was aber den langen Zeitraum dazwischen nicht rechtfertigt. Weder Hard noch Johnson überzeugen durch eine großartige schauspielerische Leistung. Die Charaktere sind alle sehr stumpf gezeichnet und lieblos nach bestehenden Klitsches kreiert.

Alles in allem schrammt der Film am Thema vorbei und ist dabei nicht wirklich witzig und nicht wirklich spannend. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Rückblick 2. Quartal 2016: Die Highlights und Enttäuschungen

Hallo ihr Lieben,
frisch aus dem Urlaub zurück, möchte ich mit euch noch einmal das zweite Quartal Revue passieren lassen. Ich habe 23 Filme gesehen (7 im April, 7 im Mai und 9 im Juni).

Die Enttäuschungen

Platz 5: Hardcore

Der Film, der komplett in der Ego-Shooter-Perspektive gedreht wurde und dabei leider sehr wacklig, was zu Begegnungen mit der Kinotoilette führte. Idee gut, Umsetzung leider noch nicht. Auch die Handlung an sich kann nicht fesseln, da der Film nur auf die Bilder setzt.

Platz 4: Alice im Wunderland – Hinter den Spiegeln

Ein missglückter Versuch eine Fortsetzung zu Tim Burtons Alice im Wunderland aus dem Jahr 2010 zu schaffen. Leider ist die Handlung des Films ziemlich überflüssig und auch die Bilder und die bekannten Figuren können nicht mehr überzeugen.

Platz 3: Bad Neighbours 2

Wieder Studenten in der Nachbarschaft. Während der erste Kleinkrieg zwischen Familie und Studenten noch lustig war, schafft es der zweite Teil kaum noch einen einzigen Witz zu machen und schafft es auch nicht die eigentlichen Probleme im Film richtig anzusprechen.

Platz 2: The Neon Demon

The Neon Demon ist ein Film, der viel aussagen will, aber doch nichts aussagt. Die Handlung kommt durch die langen Sequenzen zu kurz und dadurch kommt auch kein Spannungsbogen auf. Ein Film, der auf Kunst setzt, aber keine Aussage trifft.

Platz 1: A bigger Splash

Vor der atemberaubenden Kulisse Süditaliens kam der bisher langweiligste Film des Jahres. Kaum Handlung, dafür aber eine Spielzeit von über 2 Stunden, in denen die Schauspieler eigentlich nur damit beschäftigt waren, sich auszuziehen. Trotz Starbesetzung kann der Film nur enttäuschen.

Die Highlights

Platz 5: Ein Hologramm für den König

Tom Hanks, der in Saudi-Arabien ein neues Hologramm-System vorstellen soll, aber extrem lange warten muss. Währendessen hat er genug Zeit seine eigenen Probleme zu überdenken und sein Leben neu zu ordnen. Dabei ist der Film ruhig und sympathisch erzählt. Zwischendurch driftet er ein wenig ab, kriegt aber am Ende noch die Kurve.

Platz 4: Bastille Day

Keine neue Handlung, aber dafür eine spannende und in sich schlüssige. Gutes Schauspiel und nur die Hälfte aller Klitschees, dass zeigte Bastille Day. Kein harmonisches Duo, das mit Madden und Elba präsentiert wird, und auch der Eiffelturm ist nicht dauerhaft zu sehen. All das macht den Reiz des Filmes aus.

Platz 3: The Jungle Book

Da kamen die Kindheitserinnerungen wieder hoch, als wieder in einem Film das Theme zu Probier’s mal mit Gemütlichkeit lief. Die Geschichte ist bekannt und doch konnte der Film überraschen und kam wesentlich düsterer daher, als die Disney Verfilmung von 1967 und konnte wieder neu begeistern.

Platz 2: Money Monster

Jodie Foster brachte uns den bisher spannendsten Film des Jahres. Obwohl er lange Zeit als Teil-Kammerspiel inzeniert ist, schaffen es die Thematik und das Spiel mit Gut und Böse zu überzeugen. Julia Roberts tut in ihrer Rolle das restliche.

Platz 1: Ein ganzes halbes Jahr

Romantik, Drama, Tragödie. Der Film vereint sie alle. Er versucht Hoffnung zu spenden und spielt doch mit dem Unausweichlichen. Kein Kritikpunkt zu finden, gute schauspielerische Leistungen und eine gute Buchumsetzung treffen in dem Film aufeinander und schafft es damit ich in mein Herz zu spielen und die 10 von 10 Punkten abzuräumen.

Was waren eure Highlights und Enttäuschungen im 2. Quartal des Jahres?

High Rise

Am 30.06.2016 erschien ein neuer Film über eine dystopische Vergangenheit in den deutschen Kinos.

Robert Laing zieht in ein Hochhaus, in dem die Gesellschaftsstrukturen klar gezogen sind. Während die Wohlhabenden sich in den oberen Stockwerken ausbreiten, wurden Familien und Menschen mit weniger Einkommen in die unteren Stockwerke verbannt. Doch schon schnell kommen Krisen auf.

High Rise basiert auf einen Buch von J.G. Ballard, dass 1975 erschien und damals eine dystopische Moderne entwarf. Die Ausgangsidee ist, dass alle Gesellschaftsschichten in einem Hochhaus zusammen wohnen. Die oberen Etagen sind von den Wohlhabenden bezogen. Hier dominieren ausschweifende und teure Partys das Leben. Die unteren Etagen hingegen gehören den wenig Verdienenen und den Familien mit Kindern. Ziemlich mittig zieht Robert Laing ein. Hin- und hergerissen, da er sich zum einem mit einer Familie aus den unteren Stockwerken anfreundet und zum anderen aber vom Schöpfer des Hochhauses Anthony Royal fasziniert ist. So kauft er zwar in den unteren Stockwerken ein, wird aber mitunter auch auf die Partys in den oberen Stockwerken eingeladen. Nach permanenten Stromausfällen, die vorallem die unteren Stockwerke betrifft, gibt es eine Rebellion, die schnell in Anarchie ausbricht.
High Rise ist ein Film, der versucht gesellschaftskritisch darzustellen, was passiert, wenn einem durchgängig vor Augen geführt wird, dass es Menschen gibt, denen es besser als dir geht. Eine Grundidee mit hohem Potential. Der Look ist an die 1970/1980er Jahre angelehnt. Leider schafft der Film es am Anfang nicht richtig in die Thematik einzuführen und verliert sehr schnell den Faden und scheint ab der zweiten Hälfte nur noch ein Bild der Verwüstung, des Chaos und der Anarchie zu zeigen. Abstruse Handlungen, viele Tote und ein Leben im Chaos – und trotzdem bleiben die Bewohner in ihrem Hochhaus. Teilweise fahren sie nicht einmal mehr zur Arbeit. Der Spannungsbogen, der sich am Ende der ersten Hälfte aufbauen wollte, ist schnell vergessen. Kopfschüttelnd sieht man sich das Chaos an und doch findet der Film einfach kein Ende. Die Gesellschaftskritik, die sich zunächst andeutet, ist schnell in den Hintergrund geraten. Das ist sehr schade, denn aus der Idee hätte man defintiv mehr machen können.
Tom Hiddlestone übernimmt die Rolle des Protagonisten Robert Laing. Als Neurologe findet er das „Experiment“ im Hochaus sehr spannend und gerät gleichzeitig direkt zwischen die Fronten. Obwohl auch er merklich immer verrückter wird, scheint er noch der Normalste im Hochhaus zu sein. Hiddlestone meistert souverän die Rolle und zeigt seine ausgezeichneten Schauspielkünste.
Auch der übrige Cast gerade mit Jeremy Irons und Luke Evans brillieren in ihren Rollen. Hier fällt keiner negativ auf. Trotzdem kann letztendlich die Handlung des Films nicht überzeugen. Der Film bietet zwar großen Interpretationsspielraum, erzählt aber letztendlich zu wenig, um den Zuschauer die Handlung verständlich zu machen.

Alles in allem hatte High Rise eine gute Grundidee, die aber schlecht umgesetzt wurde. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im Juni 2016

Hallo ihr Lieben,
ihr kennt das Format, also diesmal das ganze ohne viele Worte!

1) Whisky Tango Foxtrott: Tina Fey als freche Journalistin in Afghanistan. Der Film lief in keinem einzigen der unzähligen Kinos in Leipzig! Schade, denn ich wollte ihn wirklich gerne sehen.

Das war auch der einzige Film, den ich von meiner Liste in diesem Monat verpasst habe. Dafür gibt es noch eine ganze Reihe von Filmen, die es ganz knapp nicht auf meine Liste geschafft haben, die ich aber trotzdem noch kurz erwähnen möchte:

Der Moment der Wahrheit, Seitenwechsel, Vor der Morgenröte, Vor ihren Augen, Das Talent des Genesis Potini

Green Room

Am 02.06.2016 erschien einer der letzten Filme mit Anton Yelchin in den deutschen Kinos.

Die Punkrock Band „Ain’t Rights“ tourt ohne Budget durch die USA. Unterwegs bekommen sie einen Gig in einem Nazi-Schuppen, der sie mitten in die Einöde führt. Nach ihrem erfolgreichen Gig werden sie jedoch Zeuge eines Mordes und werden in den Proberaum gesperrt. Ein Katz und Maus Spiel beginnt.

Star Trek – The next Generation trifft auf das Reboot von Star Trek. Patrick Stewart als Nazi-Führer gegen Anton Yelchin als Kopf der Band „Ain’t Rights“. Nazis gegen Punks. So ist das Thema des Films. Das Sehvergnügen dürfte jedoch getrübt sein durch den schweren Unfall Anton Yelchins, den er mit dem Tod bezahlte.
Der Traum einer jeder Band ist eine eigene große Tour. Wenn jedoch der große Vertrag und damit auch die Sponsoren fehlen, muss es halt ohne Geld gehen. „Ain’t rights“ lassen sich jedenfalls nicht von ihrem Traum abbringen und touren im alten Bus durch die USA, immer versucht mit kleinen Auftritten ein wenig Geld zu verdienen, um sich Essen und Benzin kauen zu können. Nach einem gescheiterten Gig bekommen sie das Angebot abseits des Weges einen Ersatzgig in einem Nazi-Schuppen halten zu können. Da sie dringend Geld brauchen, nehmen sie an. Es scheint auch vorerst alles glatt zu gehen. Doch als sie gehen wollen, werden sie Zeuge eines Mordes. Die Organisatoren geraten in Panik und sperren die Band kurzerhand in einen Raum ein, aus dem es keinen zweiten Ausweg gibt. Ein gnadenloses Katz und Maus Spiel beginnt, denn der Mord soll nun der Band angehangen werden.
Green Room kommt überraschend brutal und entgültig daher, dass lässt sich auf dem erste Blick nicht abschätzen. Ihn deswegen aber als Horrorfilm zu betiteln, ist übertrieben. Die Bezeichnung Thriller trifft es eher. Die Handlung braucht ein wenig, um in Schwung zu kommen. Am Anfang weiß man nicht genau, wohin der Film eigentlich führen will und auch nachdem der Mord passierte, baut sich einige Zeit keine Spannung auf. Erst nach über einem Drittel beginnt letztendlich die Jagd der Skinheads auf die Punks, die wiederum versuchen zu fliehen. Erst hier baut sich eine gewissen Spannung auf. Allerdings kommen schnell die üblichen Klitschees auf, bei denen sich das halbe Kino gegen die Stirn klatschte. Vom Setting her ist der Film sehr einfach gehalten, aber doch auch authentisch. Schauspieltechnisch wurde eine gute Auswahl getroffen. Gerade Patrick Stewart als Nazi-Führer war gut gewählt. Berühmtheit erlangte Stewart durch seine Rollen als Captain Pickard in Star Trek – The next Generation und als Professor Xavier in den X-Men Filmen. In beiden Rollen spielt er einen weisen, väterlichen Charakter. Auch in Green Room will man ihn zunächst damit assoziieren, weswegen es länger dauert, bis man ihn als den Hauptbösewicht identifiziert.

Alles in allem birgt Green Room leider wenig Spannung für einen Thriller. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Alice im Wunderland – Hinter den Spiegeln

Am 26.05.2016 erschien der zweite Teil der Tim Burton Verfilmung von Alice im Wunderland in den deutschen Kinos.

Alice Kingsleigh ist nach ihrem letzten Abenteuer im Unterland über die Weltmeere gereist. Zurück in London muss sie feststellen, dass die Gesellschaft ihre Ansichten über eine Frau in Führungspositionen nicht geändert hat. Doch ein Hilferuf aus Unterland lässt sie alles stehen und liegen lassen, denn der Hutmacher ist sehr krank. Alice muss durch die Zeit reisen, um ihn heilen zu können.

2010 inzenierte Tim Burton seine Variante von Alice im Wunderland. Ein düsteres und trübsinniges Unterland erwartete den Zuschauer, denn das Reich stand unter der Regierung der bösen Herzkönigin. Durch ein einmaliges Setdesign, knallbunte Kostüme und eine gute Auswahl an Schauspielern konnte der Film begeistern. Seine Handlung war angelehnt an das zweite Buch von Lewis Caroll, dem Autor von Alice im Wunderland, das den Titel „Alice hinter den Spiegeln“ trug. Aber wenn schon der erste Burton-Film die Handlung des zweiten Buches hatte, was wurde nun im zweiten Film verfilmt? Eine gänzlich neue Geschichte! Bezeichnend für den Film ist auch, dass Burton nicht mehr Regie führte, sondern lediglich als Produzent agierte.
Alice Kingsleigh lehrte uns im ersten Teil, dass man schon vor dem Frühstück an 7 unglaubliche Dinge glauben kann. Nach ihren Abenteuern in Unterland kehrte sie zurück in ihre Welt, lehnte die Verlobung mit Hamish ab und verfolgte den Traum ihres Vaters weiter. Sie bereiste die 7 Weltmeere. Dort setzt nun der zweite Film an. Alice kehrt gerade von ihrer letzten Reise nach London zurück und muss feststellen, dass ihr Traum zu zerplatzen droht. Ihre Mutter ist verarmt und ist kurz davor das Schiff verkaufen zu müssen. Alices früherer Geschäftspartner ist verstorben und Hamish, ihr einst Verlobter, hat die Geschäfte übernommen. Er grollt noch immer über die geplatzte Verlobung und versucht Alice ganz zu verdrängen. In dieser ausweglosen Situation bekommt Alice Nachricht aus Unterland und entkommt der Realität durch einen Zauberspiegel. Dort muss sie feststellen, dass der Hutmacher sehr krank ist. Leider kann sie ihm nicht sofort helfen. Die weiße Königin rät ihr ins Reich der Zeit zu gehen und dort einen Gegenstand zu stehlen, mit dem sie in die Vergangenheit reisen kann, um dort die Familie des Hutmachers zu retten. Zeit, ein mürrischer Mann, ist von der Idee nicht begeistert und sieht das Gefüge der Zeit in Gefahr.
Alice im Wunderland – Hinter den Spiegeln versprach vom Trailer her ein Wiedersehen mit den bekannten geliebten Figuren und eine neue spannende Handlung. Leider hat der Film einfach nur versucht mit den bekannten Figuren viel Geld zu machen. Die Handlung ist lieblos zusammengeschustert, voller Logiklöcher und wie sich am Ende herausstellt auch ziemlich überflüssig. Es gibt einen permanenten Wechsel zwischen London und Unterland, weswegen man sich auf keine Handlung richtig einlassen kann. Es folgt Zeitreise auf Zeitreise und es wird alles immer absurder, was das Sehvergnügen sehr stark trübt. Es kommt keine Spannung auf, da das Ende sehr vorhersehbar war.
Auch die Charaktere waren nur noch ein Abklatsch ihrer selbst. Es gab kaum lustige Dialoge, jede Szene wirkte gestellt und auch die Darsteller wirkten mitunter unmotiviert. Gerade Johnny Depp als der verrückte Hutmacher fiel weiter hinter seine Leistung von 2010 zurück und enttäuschte auf ganzer Linie. Selbst Helena Bonham Carter konnte als Rote Königin nicht mehr überzeugen. Lediglich Sascha Baron Cohen als Zeit lieferte eine gute Performance ab, was für Cohen eher untypisch ist. Zeit übernahm praktisch den Part des verrückten Hutmachers und brachte wenigsten ein wenig Witz in den Film.

Alles in allem enttäuschte der Film auf ganzer Linie und schien nur noch auf die bekannten Figuren zurückzugreifen. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.