Mockingjay 2 – Die Tribute von Panem 4

Am 19.11.2015 erschien der vierte und letzte Teil der Tribute von Panem-Reihe in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Der finale Kampf steht kurz bevor. Präsident Snow hat Großteile des Kapitols evakuiert und in ein Mienenfeld aus Fallen entwickelt. Dabei scheinen die Fallen der Hungerspiele ein Kinderspiel dagegen. Doch Katniss soll nicht an vorderster Front kämpfen, wie sie es gerne hätte, sondern eine Nachhut, um weiterhin die Propos – kurze Propagandavideos – an ganz Panem zu schicken. Gleichzeitig muss sich Katniss aber auch noch um Peeta kümmern, der nach einer Gehirnwäsche im Kapitol nicht die Realität von seiner Wahnvorstellung unterscheiden kann.

Viel Kritik hagelte es, weil das dritte Buch der Panem-Reihe wieder einmal  in zwei Filme gespalten wurde. Doch angesichts der Fülle des Buches und der guten Umsetzung beider Filme scheint die Wahl die richtige zu sein, da ansonsten zu viel der Handlung hätte geschnitten werden müssen.
Der Film beginnt nahtlos am Ende des dritten Teils. Peeta wurde aus dem Kapitel befreit, doch wurde dort einer harten Gehirnwäsche ausgesetzt. Er ist wochenlang mit dem Gift der Jägerwespe – bekannt aus dem ersten Teil – behandelt worden, die Halluzinationen hervorruft. Gepaart mit diesen entwarf das Kapitol für ihn eine alternative Realität, in der Katniss grundsätzlich und vorsätzlich böse ist und deswegen versuchte Peeta sie umzubringen. Fast hätte er geschafft Katniss zu erwürgen, die nun noch immer mit einem geschwollenen Hals und geschwollenen Stimmbändern zu kämpfen hat. Doch sie muss sich schnell erholen, denn der finale Schlag der Rebellen gegen das Kapitol steht kurz bevor. Doch zuvor muss der letzte noch kapitoltreue Distrikt, Distrikt 2, überzeugt werden. Notfalls wird die komplette Vernichtung und damit der Tod der Bewohner in Betracht gezogen. Doch ist dieser Schritt wirklich nötig? Katniss wagt erste Zweifel an den Taktiken der Rebellen. Als sie schließlich auch noch nicht an der Schlacht teilnehmen soll, reicht es Katniss. Trotz ihres Traumas schmuggelt sich Katniss direkt an die Front im Kapitol, was von der Propagandamaschinerie District 13 natürlich sofort als eigener Schachzug gehandhabt wird. Allerdings wird Katniss nicht wie gewünscht an vorderster Front eingesetzt, sondern bildet mit ihrem Team bestehend aus Gale, Finnick, ein paar Kämpfern und ihrem Proposteam, die man im dritten Teil kennengelernt hat. Sie sollen sich ebenfalls durch das Mienenfeld kämpfen, dabei aber regelmäßig die Propos drehen, um an der Front für Stimmung zu sorgen. Doch Katniss hat nur das Ziel Snow persönlich umzubringen. Wirklich problematisch wird es, als Peeta dem Team zugeteilt wird. Er kann noch immer nicht zwischen Realität und Wahnvorstellung unterscheiden und scheint daher ein großes Hindernis zu sein.
Lange sowohl erwartet als auch gefürchtet wurde nun der vierte und letzte Teil der Panem-Reihe präsentiert. Hier gaben die Macher noch einmal alles, um ein würdiges Ende zu finden. Und das ist ihnen gelungen! Fans wirklich zufrieden zu stellen ist immer schwierig. Vor allem die Fans, die zuvor die Bücher gelesen haben, sind nicht immer leicht zufrieden zu stellen. Doch in diesem Film wurde das relativ einfach gelöst. Es wurde sich sehr stark an die Buchvorlage gehalten. Somit war die Handlung bereits bekannt und konnte nicht zum Kritikpunkt genommen werden. Trotzdem sind kleinere Kritikpunkte anzubringen. Zum einen wurde sich sehr stark auf die bildgewaltigen Actionszenen gestützt, die dadurch sich allerdings anfangen zu ziehen, weil selbst kurze Szenen im Buch, aufgegriffen und ausgebaut wurden, um so mehr auf die Leinwand bringen zu können. An dieser Stelle merkte man doch, dass es ein Buch war, dass in zwei Filme geteilt wurde. Hier hätte man diese kürzen können und stattdessen die neuen Charaktere richtig einführen und vorstellen können, denn das kam leider ziemlich zu kurz. Sie waren auf einmal da und verschwanden wieder von der Leinwand. Dabei waren es stellenweise auch wichtige Figuren für das Ende. Zum anderen wurde die Dreiecksbeziehung zwischen Katniss, Gale und Peeta stellenweise zu stark thematisiert. Das Thema kam zwar auch im Buch vor, aber da war es nicht so aufdringlich und konnte so gut ignoriert werden. Denn was ein halbes Beziehungsdrama in einer Kriegssituation zu suchen hat, erschließt sich nicht.
Nach vier Filmen ist dies nun das Ende der Panem-Reihe. Umso bedauerlicher ist es, dass einige Endszenen – auch Szenen, die Auslöser für manche Entscheidungen sind – sehr gekürzt gezeigt wurden und der Zuschauer die Tragweite so erst sehr spät erfassen konnte. Die Leinwandzeit hierfür war da.
Jennifer Lawrence übernahm einmal mehr die Rolle der Katniss Everdeen. Souverän zeigte sie, dass sie eine großartige Schauspielerin ist und zeigt uns die Zerissenheit Katniss‘. Sie wurde in die Rolle der Heldin gepresst, von allen Seiten nur benutzt und versucht noch immer ihre eigenen moralischen Entscheidungen durchzusetzen. Doch im Krieg scheint es keine Regeln mehr zu geben.
Josh Hutcherson übernahm einmal mehr die Rolle des Peeta Mellark. Er überrascht in seiner Rolle wohl am meisten. Eher zurückhaltend spielend, so lernte der Zuschauer Hutcherson in den ersten drei Filmen kennen. Doch im vierten zeigt er nun, was wirklich in ihm steckt. Durch das Gift der Jägerwespe weiß Peeta nicht mehr, was real ist und was nicht. Diese Zerissenheit steht bei ihm im Vordergrund. Hutcherson zeigt die verschiedensten Gefühlsregungen auf einer großzügigen Palette, so dass dem Zuschauer selbst seine Gedanken klar erscheinen. Damit sticht er den sehr blass spielenden Liam Hemsworth komplett aus. Denn dieser scheint den ganzen Film über nur die verbitterte Miene im Repertoir zu haben. An einigen Stellen mag es zwar passend sein, aber trotzdem sollte ein guter Schauspieler seine Miene auch wechseln können. Denn gerade in seiner letzten Szene ist es überhaupt nicht mehr passend und nimmt der Szene wichtige Gefühle, die Lawrence allein nicht ausfüllen kann.

Alles in allem ist Mockingjay 2 ein würdiger Abschluss für die Reihe und erhält dafür 08 von 10 möglichen Punkten.

Arlo und Spot

Am 26.11.2015 erschien ein neuer Film aus dem Hause Disney/Pixar in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Arlo, ein kleiner Dinosaurier, lebt zusammen mit seiner Familie auf einer Maisfarm. Während sich seine Geschwister gut in die Farmarbeit einfügen, stehen Arlo seine Ängste regelmäßig im Weg. Als er von seinem Vater die Aufgabe bekommt, den Maisdieb zu fangen, will er zumindest dies nicht vermasseln. Doch durch seine tollpatschige Art und seiner Angst vor so ziemlich allem, landet er im Fluss und wird weit von zu Hause weggeschwemmt. Nun muss Arlo sich seinen Ängsten stellen und den Heimweg antreten. Dabei trifft er auf den verwilderten Menschenjungen Spot. Eine ungewöhnliche Freundschaft beginnt.

Einmal mehr zeigt Pixar, dass sie Meister sind in der Erschaffung liebevoller Charaktere und einer gleichzeitig herzerwärmenden und herzzerreißenden Handlung. Der Film führt auf einer Gradwanderung zwischen Drama und Komödie vor einer wunderschönen Kulisse.
Der Film beginnt an jedem Tag, der so schicksallastig hätte sein können. Ein Komet löst sich und rast auf die Erde zu. Doch im Gegensatz zu den in unseren Geschichtsbüchern beschriebenen Ereignissen, verfehlt er die Erde und löst damit  keine Kettenreaktion aus, die zu dem Aussterben der Dinosaurier führte. Viele Millionen Jahren haben sich neben den Dinosauriern trotzdem auch andere Arten entwickelt. Doch auch die Dinosaurier haben sich weiterentwickelt. So haben der Langhals-Dinosaurier Henry und seine Frau eine Maisfarm erbaut. Zufrieden blicken sie auf die frisch schlüpfenden Eier. Doch während zwei der Jung-Dinos gut genährt und voller Tatendrang auf die Welt kommen, traut sich der kleine Arlo nicht einmal wirklich aus der Eierschale hervor. Während die drei Geschwister aufwachsen bleibt die Rollenverteilung gleich. Seine Geschwister fügen sich gut in die Farmarbeit ein. Arlo dagegen bekommt immer nur leichte Aufgaben. Durch seine Tollpatschigkeit und seine vielen Ängste misslingen ihm aber selbst diese. Gekränkt durch die Sticheleien seiner Geschwister wird Arlo von seinem Vater regelmäßig wieder aufgemuntert und mit neuen Aufgaben versehen. Als sich regelmäßig ein Dieb in den Wintermaissilo schleicht und daher das Futter für den Winter für die Familie langsam knapp wird, glaubt Henry endlich eine geeignete Aufgabe für Arlo gefunden zu haben. Doch bei der Fallenstellung und der Jagd im Anschluss geht einiges schief. Bei der Verfolgung stürzt Arlo letztendlich in den reißenden Fluss. Doch er überlebt und wird weit entfernt wieder an das Ufer gespült. Allein und voller Angst hat er nur einen Wunsch. Er möchte zurück nach Hause. Etwas hilfsbedürftig baut er einen notdürftigen Unterstand. Am nächsten Morgen findet ihn der verwilderte Menschenjunge Spot und bringt ihm etwas zu Essen. So beginnt eine ungleiche Freundschaft. Auf dem Weg nach Hause treffen sie die verschiedensten Charaktere. Dabei treffen die bekannten Vorurteile der verschiedenen Dinosaurier-Arten nicht immer zu.
Es ist das erste Mal, dass Pixar zwei Filme in einem Jahr veröffentlicht hat. Mit „Alles steht Kopf“ hat Pixar dieses Jahr schon ein absolutes Meisterwerk für Groß und Klein abgeliefert. Bei Arlo und Spot merkt man dabei, dass den Machern dieses Jahr wohl die Puste ausgegangen ist. Die Charaktere sind zwar auch liebevoll gestaltet, aber weniger durchdacht, wie noch Angst, Freude, Ekel, Kummer und Wut. Auch die Handlung ist bei Arlo und Spot auf das einfachste zusammengeschnitten. Nur an einem wurde nicht gepart. Die übliche Portion Drama, Trauer und Witzmomente. Vor allem die Landschaft kann bei Arlo und Spot dann doch noch überzeugen, die spektakulär aussieht und mit Liebe zum Detail konstruiert wurde. Während „Alles steht Kopf“ beim jungen wie beim etwas älteren Publikum sehr gut ankam, zielt Arlo und Spot eindeutig auf eine jüngere Zielgruppe ab. Dabei ist jedoch ein eindeutiger Fehler passiert. Denn der Film zeigt einige Gewaltszenen sehr ausführlich, sehr brutal und sehr blutig. Im Überlebenskampf mag dies zwar notwenig, aber es in jedem Detail zu zeigen, ist für einen Kinderfilm dann doch ungerechtfertigt und stört das Filmgefühl.
Während der Film viele unvorhersehbare Wendungen hatte und so den Spannungsbogen halten konnte, wirkt das Ende wieder sehr künstlich konstruiert und war sehr vorhersehbar. Nichtsdestotrotz war es wieder einmal ein sehr trauriges Ende, so dass das eigentliche Happy End nur unter Tränen genießbar war.

Alles in allem bleibt der Film hinter den Erwartungen, zielt eindeutig auf das junge Publikum als Zielgruppe ab, ist hierfür aber stellenweise zu brutal. Daher gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im November 2015

Hallo ihr Lieben,
bilde ich es mir ein oder ist der November etwas langsamer vergangen als die Monate zuvor? Naja trotzdem bin ich einmal mehr spät dran mit meiner Übersicht der Filme, die ich im Monat November verpasst habe zu sehen und die deswegen in meiner nicht Enden wollenden Liste von Filme landen, die ich unbedingt noch sehen will. Im November habe ich zwar wieder einmal ganze 8 Filme gesehen, aber leider wieder nicht alle. Aber bevor es losgeht: Ich wünsche allen einen schönen Nikolaus 🙂

  1. Ich, Earl und das Mädchen: Der Film lief leider nicht wie gehofft in der Sneak Preview und in meinen normalen Terminplan hat er leider nicht mehr gepasst. Aber die Handlung reizt mich immer noch. Ein Junge, der nicht gut dadrin ist Freundschaften zu schließen und von seiner Mutter dazu gebracht wird ein Mädchen zu besuchen, dass Krebs hat, wodurch eine ungewöhnliche Freundschaft entsteht.

2. Highway to Hellas: Christoph Maria Herbst als Deutscher, der in Griechenland nach einem faulen Kredit forschen soll. Klingt nach den ganzen Krisen und Pressediskussionen dieses Jahres Makaber, aber wird mit viel Humor vorgestellt. Von der Umsetzung möchte ich mich noch überzeugen, daher hier in meiner Liste.

Das war es dann auch schon wieder für diesen Monat, ein paar letzte Kritiken fehlen noch. Keine Angst ich arbeite daran 😉

Die Highligen 3 Könige

Am 26.11.2015 erschien der erste Weihnachtsfilm des Jahres in den deutschen Kino.

Kurz zur Story: Ethan, Isaac und Chris sind seit Kindheitstagen beste Freunde. Seit Ethans Eltern an einem Weihnachten tödlich verunglückten und seine besten Freunde ihn aufmunterten, haben sie feste Weihnachtstraditionen. Jedes Jahr ziehen sie um die Häuser und trinken zu viel. Doch alle drei sind älter geworden und Isaac erwartet ein Kind. Also soll dieses Weihnachten das letzte der Tradition und damit auch das beste werden.

Die Highligen 3 Könige sind ein Film mit der wohl unpassensten Titelübersetzung seit langem. Aus „The night before“, die sich darauf bezieht, dass der Film immer an Heilig Abend spielt, hat das deutsche Übersetzterteam ein unlustiges Wortspiel verwendet, was den Film auf einen Part reduziert. Drogenkonsum.
Alles beginnt an einem Weihnachtsfest kurz nach dem Tod von Ethans Eltern. Seine Freunde Chris und Isaac kommen zu Besuch und wollen ihn aufheitern. Also beginnen sie in der Stadt umher zuziehen und es entsteht eine Weihnachtstradition, die sie viele Jahre aufrecht erhalten. Dabei nehmen sie gerne einmal ein paar Drogen, aber hauptsächlich trinken sie viel zu viel. In dieser ersten Nacht erfahren sie von dem legendären Nussknackerball. Doch so sehr sie sich auch bemühen in all den Jahren danach suchen sie jedes Jahr wieder nach diesem Ball, doch er bleibt unauffindbar. Nun, viele Jahre später, soll sich aber einiges ändern. Alle älter geworden, soll es nun das letzte Weihnachten mit dieser Tradition werden. Chris ist inzwischen ein erfolgreicher Sportler und Isaac erwartet ein Kind. Nur Ethan scheint nicht weitergekommen zu sein im Leben. Die Vorweihnachtszeit jobbt er als Elf und seine Freundin hat ihn gerade frisch verlassen. Für ihn ist es schwerer die Tradition beruhen zu lassen und weiterzuziehen. Durch einen Zufall bekommt er doch genau in diesem Jahr drei Karten für den Nussknackerball in die Hände. Und damit ist sicher, es wird das beste Weihnachten, dass sie je hatten. Doch die Konzentration scheint zu fehlen. Chris möchte unbedingt einen Kollegen beeindrucken und bemüht sich eher darum, als um seine Freunde, und Isaac bekommt von seiner Frau eine Schachtel voller Drogen, weil er sie in der Schwangerschaft so gut unterstützt hat.
Die Highligen drei Könige nutzt eine nett konstruierte Grundgeschichte und eine leicht weihnachtliche Vorstimmung und versucht hier gut zu unterhalten, schafft es aber einfach nicht. Durch den Cast mit Anthony Mackie und Joseph Gordon-Levitt erwartete man zumindest ein einigermaßen gehobenes Level an Humor, mit ein bisschen Tiefgang. Doch stattdessen handelte es sich um Fäkalhumor, der  sich auf zwei Themen konzentrierte: Penisse und Juden. Anstatt herzhaft zu lachen und sich wirklich unterhalten zu fühlen, war es eher ein Reflexlachen. Das heißt, dass es im ersten Moment vielleicht lustig erscheint und man lacht. Das würde aber nicht passieren, wenn man den Film noch einmal ansieht.
Seth Rogen übernimmt die Rolle des Isaac. Wie schon in Bad Neighbors übernimmt er die Rolle eines Familienvaters, bzw. eines werdenden Vaters, der aber trotzdem gerne Drogen nimmt. Auch hier stopft er sich praktisch damit zu. Die Szenen, die aus seiner Sicht spielen und sich mit der Wahrnehmung im Drogenrausch befassen, sind gut umgesetzt, tragen aber wenig zur eigentlichen Handlung bei.
Anthony Mackie übernimmt die Rolle des Chris. Seine Sportlerkarriere hat seit neustem einen ganz neuen Aufwind bekommen. Daher belügt er auch seine Mutter, dass er nicht an Weihnachten nach Hause kommen kann, obwohl er mit seinen Freunden umherzieht. Auch scheinen seine Sportlerkollegen auf einmal Vorang zu haben vor den Traditionen seiner Freunde.
Joseph Gordon-Levitt übernimmt die Rolle des Ethan. Er ist der einzige, der noch wirklich an der Tradition hängt und diese auch gerne noch viele weitere Jahre durchführen würde. Hinzu kommt, dass sich seine Freundin gerade von ihm getrennt hat. Dieses Thema wird immer wieder aufgefriffen und die Ex-Freundin taucht auch mehrfach auf. Scheinbar soll die Frauenquote gewahrt werden, also wird die unglückliche Liebesgeschichte der beiden immer wieder aufgewärmt und zieht sich wie ein roter Faden durch den Film.
Einziger Anreiz am Film bleiben die beiden Nebendarsteller James Franco und Miley Cyrus, die sich selbst spielen und ein bisschen neuen Wind in die einschläfernde Handlung bringen. Aber auch sie konnten den Film nicht mehr retten. Als weiterer Nebencharakter wird Mr. Green vorgestellt, der Jungs an drei Stellen im Film Drogen verkauft. Dabei lässt er sie immer vorher probieren und im kurzfristigen Drogenrausch nimmt der Film Bezug auf Charles Dickens Weihnachtsgeschichte und lässt den Geist der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht aufleben. Diese drogenvernebelte Vergewaltigung eines Klassikers hebt weder das Niveau noch schafft es eine Aussage im Film zu finden.

Alles in allem ist der Film maximal etwas für Anhänger des Filmes „Das ist das Ende“, versagt aber ansonsten auf ganzer Linie. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

The Gift

Am 26.11.2015 erscheint ein neuer Film, der das Verhältnis von Täter und Opfer in einem neuen Licht betrachtet.

Kurz zur Story: Simon und Robyn Callen versuchen einen Neuanfang und eine Familiengründung in ihrem neuen Heim in einem Vorort Los Angeles. Dort treffen sie auf Gordo, einem ehemaligen Klassenkameraden Simons. Kurz nach dem Treffen taucht Gordo immer wieder plötzlich bei den Callens zu Hause auf oder stellt ihnen Geschenke vor die Tür. Bald fühlt sich vor allem Robyn verfolgt.

In the Gift trifft man zunächst auf die Callens, die gerade in die Vorstadt von Los Angeles gezogen sind. In ihrer Heimat muss etwas vorgefallen sein, dass man während des Films immer nur erahnen kann, in deren Folge Robyn eine Fehlgeburt hatte. Simon bekommt schnell einen guten Job in einer großen Firma, während Robyn von zu Hause aus nur ein bisschen ihrer alten Firma zuarbeitet. Beim Einkaufsbummel treffen sie auf Gordo, der Simon sofort wiedererkennt, hingegen dieser eine Weile braucht, um ihn zuordnen zu können. Gordo ist ein ehemaliger Klassenkamerad Simons. Ein paar Tage später steht Gordo das erste Mal unerwartet vor der Tür der Callens mit einem ersten Geschenk. Robyn, die ihn zwar als eigenartigen Sonderling, aber als netten Kerl empfindet, lädt ihn spontan zum Essen ein. Als Simon nach Hause kommt, ist er nicht begeistert. Denn selbst zu Schulzeiten waren die beiden keine Freunde. Immer wieder taucht Gordo bei den Callens auf oder stellt einfach nur Geschenke vor ihre Tür. Letztendlich lädt Gordo die Callens zum Essen bei sich ein. Nach langen Diskussionen setzt Robyn sich durch und sagt zu. Nach einem komischen Abend in einer großen Villa, hat Simon die Nase voll. Er bittet Gordo jeglichen Kontakt abzubrechen. Doch das scheint nicht so leicht. Kurz darauf sind die Fische der Callens vergiftet und der Hund verschwunden. Sofort fällt der Verdacht auf Gordo. Robyn, die die meiste Zeit allein zu Hause ist, fühlt sich letztendlich regelrecht verfolgt und hat Panikanfälle. Doch irgendwann hört jeglicher Kontakt von Gordo einfach auf. Und die Callens versinken wieder in ihrem scheinbar perfekten Leben. Doch auch das trügt. Denn Simon verschweigt mehr über seine Vergangenheit mit Gordo, als gut ist. Und Robyn fängt an nachzuforschen.
The Gift ist ein Film, der auf starkes Charakterspiel setzt und sich sehr langsam aufbaut. Dadurch zieht sich der Film an einigen Stellen und schafft es nur wenig Spannung aufzubauen. Umso erschreckender sind die beiden Schreckmomente („Jump Scares“), die der Zuschauer absolut nicht vorhersehen kann und daher sogar für vereinzelte Schreie gesorgt hat. Das hat in letzter Zeit nicht einmal mehr ein Horrorfilm geschafft. Trotzdem ist der Film vom Genre her eher ein Drama, da er mehr auf eine starke Charakterisieung und Figuren mit Tiefgang als auf durchgehende Spannung setzt.
Jason Bateman übernimmt die Rolle des Simon Callen. Auf dem ersten Blick scheint er der perfekte Ehemann. Hingebungsvoll richtet er mit seiner Frau das neue Haus ein, scheint eine Vorzeigeehe zu führen und schafft es schnell in seiner neuen Firma Fuß zu fassen. Man nimmt ihn auf Anhieb als sympathischen Mann war.
Rebecca Hall übernimmt die Rolle der Robyn Callen. Auch sie scheint auf dem ersten Blick wie eine sympathische Ehefrau, doch bei ihr merkt man schnell, dass das eine Fassade ist. Sie hatte in der letzten Stadt eine Fehlgeburt und dies noch nicht komplett überwunden. Daher kann sie ihren Job nur noch teilweise von zu Hause aus nachgehen. Das ist auch der Grund, weswegen sie meistens alleine zu Hause ist.
Joel Edgerton übernimmt die Rolle des Gordo und ist zeitgleich auch Drehbuchautor und Regisseur des Filmes. Gordo ordnet man schon vom ersten Treffen als einen Sonderling ein. Sein Verhalten trieft von Unsicherheit. Auch die ständigen Besuche und Geschenke machen das Gefühl ihm gegenüber nicht besser.
Der Film spielt mit den Gefühlen und Vorurteilen der Zuschauer. Durch gewisse Informationen weiß Edgerton genau, was die Zuschauer denken werden und mit welchen Vorurteilen sie die Charaktere beurteilen werden. Genau damit spielt er und erzeugt so ein Verwirrspiel, dass seines gleichen sucht. Alle drei Schauspieler schaffen es ein starkes Charakterspiel zu liefern und die Rollen so glaubhaft herüberzubringen. Lediglich am Ende nimmt das Verwirrspiel Überhand und wirft so den guten Aufbau des Filmes über den Haufen. Das ist Schade und hätte nicht sein müssen.

Alles in allem ist der Film ein bodenständiger Film, der mehr auf starke Charakter als auf Spannung setzt. Dafür gibt es solide 07 von 10 Punkten.

Youth – Ewige Jugend (Kurzkritik)

Am 26.11.2015 erscheint ein Film, der das älter werden philosophisch betrachtet, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Der Komponist Fred Ballinger und der Regisseur Mick Boyle verbringen ihre Ferien in einem Luxus-Wellnesshotel in der Schweiz. Dort beschäftigen sie sich damit, die anderen Gäste zu beobachten. Doch die Vorstellungen des Ruhestandes gehen bei beiden weit auseinander. Während Ballinger nicht mehr komponiert, und sogar den Auftrag der britischen Queen, vor ihr seine Werke zu dirigieren, ablehnt, steckt Mick mitten in den Vorbereitungen für einen neuen Film.

Youth ist einer der Filme, die bei Cineasten und Liebhabern von Kunstfilmen sehr gut ankommen, vom durchschnittlichen Publikum aber gemieden werden sollte. Der Film verläuft sich in einer aneinander Reihungen von philosophischen Fragen und Antworten. Im großen und ganzen geht es um zwei alte Männer, die im Alter nicht mehr glücklich sind, wie sie ihre Jugend verbracht haben. Fred Ballinger bereut vor allem das schlechte Verhältnis zu seiner Tochter, da er zu viel Zeit seiner Musik gewidmet hatte. Das Verhältnis der beiden wird auf das genauste durchleuchtet. Mick Boyle hingegen versucht sich an noch einem großen Film, eine Homage an alle seine vorherigen Werke. Nur seine Hauptdarstellerin spielt nicht so ganz mit. Doch trotz der ganzen Philospohie schafft der Film es nicht eine klare Aussage zu treffen oder einer direkten Struktur zu folgen. Stattdessen plätschert der Film so vor sich hin und vertraut darauf, dass die starke Besetzung des Filmes darüber hinweghilft. Aber selbst Michael Caine scheint in diesem Film sehr schwach und unpointiert. Erst im letzten Drittel erfährt man langsam seine Beweggründe und geht ganz anders mit seiner Rolle um.
Dadurch, dass dem Film die wirkliche Aussage und Pointe fehlt, ist dem Zuschauer nicht klar, wo genau das Ende ist. Während der Film sich immer weiter zieht, gibt es gefühlte 10 Szenen, die perfekt als einen runden Abschluss dienen. Nur das nur einer letztendlich wirklich als Abschluss dienen.

Alles in allem ist der Film nur für die oben genannte Zielgruppe und selbst dann unpointiert. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Spectre

Am 05.11.2015 erschien ein neuer Film der James Bond-Reihe in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Die Agenten der 00-Reihe sollen aussortiert werden, nachdem Mi5 und Mi6 zusammengelegt werden sollen. M versucht alles, um das zu verhindern. Doch James Bond spielt dagegen, in dem er in Mexiko City einen Alleingang wagt. Dabei stößt er auf die Organisation Spectre, die er nun verfolgen will. Um der Bürokratie aus dem Weg zu gehen, bittet er Q ihn verschwinden zu lassen und macht sich selbst auf die Suche nach Spectre.

Nach dem Erfolg von Skyfall waren die Erwartungen an Spectre sehr hoch. Skyfall schaffte es mit den bestehenden Klitschees spielerisch umzugehen („Was haben Sie erwartet? Explodierende Kugelschreiber? So etwas machen wir eigentlich nicht mehr“) und eine neue Zeit einzuläuten. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an Spectre.
Wie gewohnt wirft uns auch Spectre sofort mitten in eine Szenerie, in der Bond sich schnell mitten in nervenaufreibender Action wiederfindet. Vor der schönen Kulisse des „Tag der Toten“ in Mexiko-City, verfolgt er ein paar Männer, hört Informationen ab und sprengt schließlich den ganzen Blog in die Luft, um die Männer umzubringen. Das ganze endet in einem Kampf in einem Hubschrauber direkt über dem zentralen Ort des „Tag der Toten“. Überblende ins Intro, dass diesmal weder mit der Musik noch mit den Bildern überzeugen kann. Das Lied ist aussagelos und die Bilder setzen zu sehr auf halb nackte Frauen. Lediglich das wiederkehrende Bild eines Octopus lässt auf einen direkten Bezug zum Film schließen. Zurück in London muss sich Bond der Bürokratie stellen, denn M ist von Bonds Alleingang alles andere als begeistert. Der geplante Zusammenschluss des Mi5 und Mi6 mit der möglichen Auflösung der 00-Reihe zerrt an Ms Nerven und durch das von Bond verursachte Chaos fällt es ihm immer schwerer gegen die Argumentation seines Gegeners C anzukommen. Doch Bond hat eine eigene Mission. Eingeweiht werden Moneypenny und Q, die helfen sollen Bond verschwinden zu lassen. Dieser folgt den Spuren von Spectre, die ihn zu Ernst Stavro Blofeld führen, dem Kopf von Spectre. Ein Bösewicht, der schon immer dagewesen ist, und laut eigener Aussage, für all das Leid, dass Bond jemals wiederfahren ist, Schuld sein soll.
Spectre schürte Erwartungen in diesem Film einen Übergegner zu kreieren, jemand der sich wie ein roter Faden durch die Filme zieht. Nach kurzer Recherche findet der interessierte Zuschauer heraus, dass dies auch stimmt. Blofeld tauchte schon in den Filmen Liebesgrüße aus Moskau, Feuerball, Man lebt nur zweimal, Im Geheimdienst Ihrer Majestät, Diamantenfieber, In tödlicher Mission und Sag niemals nie auf. Leider verpasst Spectre auf diese Filme Bezug zu nehmen und scheint einen neuen Superbösen vorstellen zu wollen. Erwähnt werden die Filme Casino Royale und Skyfall, und auch die werden nur kurz angeschnitten. Der Zuschauer bekommt keine näheren Erklärungen, sondern soll die Tatsache einfach kommentarlos akzeptieren. Denn dafür hat Spectre keine Zeit. Der Film möchte nämlich nur eins: Eine bildgewaltige Actionszene nach der anderen sinnfrei aneinanderreihen und möglichst viel in möglichst kurzer Zeit zerstören. Das die eigentliche Handlung darunter leidet, scheint egal. Zwischendurch muss noch schnell die Frauenquote erfüllt werden, also wird eine Monica Belucci auf die Leinwand gezerrt mit max. 10 Minuten Leinwandzeit, aber Hauptsache Bond hat schnell jemanden zum verführen – wobei hier nicht einmal mehr von Verführung gesprochen werden kann. Beluccis Rolle ist wahllos austauschbar und erfüllt nur den Zweck Bond in eine Richtung zu schicken. Das hätte auch ein Zettel mit einem Hinweis drauf geschafft. Lediglich der Dialog zwischen Bond und Mr. White scheint tiefgründiger zu sein und verrät ein paar Details über Spectre.
Daniel Craig übernimmt die Rolle des James Bond. Gewohnt souverän, aber auch wortkarg stürzt er sich in eine Verfolgungsjagd nach der nächsten. Frauen muss er nicht einmal mehr verführen, ein ausdrucksloser Gesichtsausdruck scheint zu reichen. Für mehr ist auch keine Zeit, denn das Drehbuch drängt, es muss wieder mehr Action passieren. Die gewohnte coole, elegante Art von Bond kann nicht durchkommen.
Lea Seydoux übernimmt die Rolle des Bondgirls Madeleine Swann. Bekannt wird sie wohl eher als nervigste und unentschlossenste Bondgirl. Sie ändert ihre Meinung teilweise minütlich und scheint eher ein Klotz am Bein als eine wirkliche Hilfe für Bond. Von „fass mich nicht an“ zu „schlaf mit mir“ zu „aber ich liebe dich“ in einem Handgefecht und einer Entführung ist aber auch ein Rekord. Eine wirkliche Charakterentwicklung ist nicht erkennbar.
Christoph Waltz übernimmt die Rolle des übermächtigen Gegeners Blofeld. Aber mit gefühlten 10-15 Minuten Leinwandzeit von 150 Minuten schafft auch ein Christoph Waltz nicht irgendetwas im Film zu reißen. Das Markenzeichen Blofelds ist aus den alten Bonds Glatze und Katze. Während die Glatze komplett fehlt, wird zumindest die Katze zweimal kurz eingeblendet. Zwar völlig aus dem Zusammenhang gerissen, aber sie ist zu sehen. Wie oben erwähnt, wird die Rolle nichts genutzt, sondern viel zu schnell abgehandelt und auch letztendlich viel zu schnell besiegt.
Ben Whishaw übernimmt die Rolle des Q. Und damit die einzige Rolle, die etwas dynamik in den einschläfernden Film bringt. Seine sehr steife, britische Art steht im direkten Gegensatz zu Bond und somit führen die Dialoge zur einzigen Erheiterung im Film. Die einzige Rolle, die sich ebenfalls weiterentwickelt ist Ralph Fiennes als M. In Skyfall wusste man noch nicht genau, was man von ihm halten sollte, und auch in Spectre scheint das positive Bild wieder zu kippen, da M kaum hinter dem Schreibtisch hervorkommt. Erst im letzten Drittel schafft er es auszubrechen und dort findet man das sympathische an dem neuen M wieder.

Alles in allem sollte man Spectre nicht zu zu später Stunde sehen, denn es droht trotz viel Action Einschlafgefahr. Für die schwache Leistung gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Pan

Am 08.10.2015 erschien die Vorgeschichte zu den Peter Pan Filmen in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Peter lebt in einem Waisenhaus, immer in der Hoffnung, dass seine Mutter eines Tages zurück kommt und ihn holt. Als kleiner Rebel legt er sich regelmäßig mit den Schwestern des Waisenhauses an. Bis er mitbekommt, dass diese Waisen an Piraten auf einem fliegenden Schiff verkaufen. Auch er gerät in die Hände der Piraten und wird im Nimmerland in eine Miene gesteckt, die dem Piraten Blackbeard gehört. Doch als er herausfindet, dass er Fliegen kann, ändert sich die Lage. Denn nun scheint Peter der Verheißene zu sein.

Es hat doch jeder schon einmal davon geträumt, etwas besonderes zu sein. Doch Peter hat nur einen anderen Wunsch. Aufgewachsen in einem heruntergekommenen Waisenhaus und unter der harten Hand und dem Rohrstock der Schwestern, träumt er jeden Tag davon, dass seine Mutter wiederkommt und ihn aus dem Leben befreit. Egal, wie viele Jahre ins Land ziehen, er glaubt daran, dass sie irgendwann wiederkommt. Mitten in den Geschnissen des zweiten Weltkrieges, findet er jedoch heraus, dass die oberste Schwester des Waisenhauses ein Geheimnis hat. In ihrem Zimmer versteckte sie unmengen an Gold und anderen Schätzen. Durch die Enthüllung des Geheimnisses muss die oberste Schwester handeln. Anstatt immer nur zwei, verkauft sie also gleich alle Jungen an ein fliegendes Piratenschiff. Mitten in einem Luftangriff manövrieren die Piraten das Schiff durch Bomben in die abenteuerliche Welt von Neverland. Dort wird der kleine Peter in die große Miene von dem Piraten Blackbeard gesperrt. Dort muss er den ganzen Tag über arbeiten. Der einzige, der sich für ihn interessiert ist der undurchsichtige Hook, der sich eigentlich für niemanden interessiert. Aber Peter schafft es in einer Notsituation zu fliegen. Und es gibt eine alte Prophezeiung, die einen fliegenden Jungen als den Retter der Eingeborenen und der Feen vorhersagt. Auf einmal ist Blackbeard doch mehr an ihm interessiert, gleichzeitig sieht Hook seine Chance auf Flucht in Peter. Letztendlich gelingt den beiden auch die Flucht und sie finden die Eingeborenen, die auf Peter als Retter hoffen. Doch die Piraten sind ihnen dicht auf den Fersen.
Levi Miller übernimmt in seiner ersten großen Leinwandrolle, die Rolle des Peter Pan. Konsequent spielt er den kleinen Traufgänger, der nie um einen Spruch verlegen ist. Man merkt jedoch, dass es sein Leinwanddebut ist, da ihm eine Auswahl an Gesichtsausdrücken fehlt. Diese fehlen jedoch auch den anderen Darstellern. Während es bei Hook noch passt, wirkt das übertriebene, aber aussagelose Schauspiel Hugh Jackmans als Blackbeard relativ ermüdend. Er spielt zwar einen Exzentriker und nimmt auch die Eigenschaften an, spielt aber entweder übertrieben oder zu leicht. Die Figur des Blackbeard hat absolut keinen Tiefgang und wird nur als gierigen Bösewicht dargestellt.
Garett Hedlund übernimmt die Rolle des ewig gelangweilten Hooks. Während alle anderen in ein klares gut und böse Schema eingeteilt werden, ist er der einzige Charakter, der nicht eindeutig zuzuordnen ist. An sich interessiert er sich nur für sich selbst, aber irgendwie scheint er doch an dem Schicksal Neverlands interessiert zu sein. Damit ist er der einzige Charakter, der für Wendungen Sorgen kann.
Pan ist ein Film, der wunderschön und sehr farbenfroh anzusehen ist und von der Verrücktheit der Welt lebt. Allerdings weiß er nicht diese auszunutzen. Die Figuren sind teilweise naiv und nervig dargestellt und keiner beweist Tiefgang. Zudem ist der Film sehr langsam erzählt und scheint nicht auf den Punkt zu kommen. Es gibt miteinander verwobene Handlungsstränge und jedem wird nur die halbe Aufmerksamkeit zu Teil, so dass eine Verwirrung innerhalb der Handlung erfolgt und der Film dauerhaft nicht auf den Punkt kommt. Man geht aus dem Kino und weiß immer noch nicht, was der Film einem mitteilen möchte. Das einzig positive war, als Blackbeard alle Mienenmitarbeiter dazu brachte zur Ankunft des Schiffes mit den Waisenkindern Smells like teen spirit zu singen.
Der Film vermag es nicht den Zuschauer abzuholen. Der Film zieht sich und sagt doch nichts aus. Man merkt, dass Spielraum für einen zweiten Teil gelassen wurde.

Alles in allem sagt der Film nichts aus und wird dadurch zu einem optisch schönen, aber langweiligem Filmereignis. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

The Walk

Am 22.10.2015 erschien ein Film, der den Gang des Philippe Petit über ein Drahtseil, dass zwischen den zwei Türmen des World Trade Centers gespannt wurde, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Der Artist Philippe Petit hat nur ein Ziel im Leben. Immer einen neuen Ort finden, an dem er sein Drahtseil spannen kann. Eines Tages liest er beim Zahnarzt über den Bau des World Trade Centers. Von nun an ist er regelrecht besessen zwischen den zwei Türmen ein Drahtseil zu spannen und darüber zu laufen. Immer mehr Unterstützer findet er für seinen Traum, bis er schließlich oben am Rand steht und auf das gespannte Seil blickt.

Die Geschichte des Philippe Petit verkörpert von Joseph Gordon-Levitt. Doch wer denkt, dass der Film an der spannenden Stelle, nämlich in den USA am World Trade Center, einsetzt, hat weit gefehlt. Denn erst einmal bekommt man die gesamte Geschichte erzählt, wie Petit zum Drahtseil kam, in seiner Heimat in Frankreich. Er begann als kleiner Artist, als Straßenkünstler, immer auf der Flucht vor der Polizei und es reichte kaum zum überleben. Dies ändert sich auch nicht, als er das Drahtseil für sich entdeckt und Lektionen bei dem Zirkusdirektor Rudy lernt. Nur das seine anfängliche Faszination für das Seil schnell in eine Art Wahn umschlägt. Immer neue Plätze sucht er für seinen Seilgang, nicht zuletzt schritt er zwischen den beiden Türmen von Notre Dame über ein Seil. Schließlich findet er seinen Traum in den zwei Türmen des World Trade Centers. Kurzentschlossen sucht er nach Verbündeten und reist mit diesen in die USA. Eine halbsbrecherische Nacht- und Nebel-Aktion beginnt, denn ein Drahtseil zwischen die noch nicht fertigen Türme zu spannen ist illegal.
Joseph Gordon-Levitt übernimmt die Rolle des Philippe Petits. Er ist zwar ohne Frage ein brillianter Schauspieler, aber der gefakte französische Akzent wirkt doch etwas störend, hier wäre die Wahl eines echten Franzosen besser gewesen. Petit ist ein Träumer. Er selbst erzählt die Geschichte vom Kopf der Freiheitsstatue aus. Er kann keine Gründe für sein Faible für das Drahtseil oder für seinen lebensgefährlichen Traum nennen. Er scheint keine Angst vor dem Tod zu haben, ja er nimmt ihn sogar auf die leichte Schulter. Von seiner Erzählung aus, wirkt der Film sehr märchenhaft und realitätsfern. Gleichzeitig merkt man schnell, dass diese realitätsferne Petit zu einem unangenehmen Zeitgenossen machen. Seine Arroganz und Selbstsicherheit legt er selbst gegenüber seinen Helfern an den Tag und kann diese nur kritisieren, aber ihnen nicht danken.
Der Film schafft es an keiner Stelle richtige Spannung aufzubauen. Anstatt zwischen dem Aufbau des Seils und der Hintergrundgeschichte hin und her zu springen, um so zumindest Abwechslung in die Geschichte zu bringen, wird der Film in strenger Chronologie erzählt. Dadurch ist der Zuschauer nach der Hälfte schon fast eingeschlafen, als der vermeintlich spannende Part geginnt. Das Seil wird in einer Nacht und Nebel-Aktion gespannt, was mehr wie ein Banküberfall wirkt. Doch auch hier baut der Film keine Spannung auf, denn die Sequenz wird zu lang erzählt und zu oft müssen die Charaktere warten, weil irgendwo ein Wachmann seine Tour macht. Dies mag vielleicht realistisch sein, hätte aber doch kürzer gehalten werden können. Auch der Abschluss, der Gang über das gespannte Seil lässt keinen Nervenkitzel spüren, was auch daran liegen könnte, dass der Trailer einem schon verraten hat, dass Petit wirklich das Seil betritt. Doch selbst dort lässt er seine selbstgefällige Art heraus hängen und erzählt mit einer Arroganz von den Geschehnissen auf dem Seil, dass man ihm regelrecht wünscht zu fallen oder von einem Sturm überrascht zu werden.
Letztendlich hat der Vorfall es in die Zeitungen geschafft, aber ob Petit nun zufrieden ist, bleibt am Ende des Films abzuwarten.

Alles in allem schafft Regisseur Zemeckis es diesmal leider nicht einen Film zu schaffen, der zu einem zeitlosen Klassiker mutieren kann, sondern eher die Zuschauer zu langweilen. Lediglich für die gute Optik gibt es von mir 03 von 10 möglichen Punkten.

American Ultra

Am 15.10.2015 erschien ein Film über eine kiffende Killermaschine mit Jesse Eisenberg in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Mike Howell führt mit seiner Freundin Phoebe ein ziemlich verkifftes Leben. Er arbeitet die Nachtschichten in einem Supermarkt und ist so tollpatschig, dass es ein Wunder scheint, dass Phoebe bei ihm bleibt. Doch eines Tages taucht eine Frau im Laden auf und sagt einen Code vor ihm auf. Kurz darauf wird er überraschenderweise angegriffen und entdeckt dabei versteckte Fähigkeiten in ihm.

American Ultras ist noch viel traschiger als sein Trailer vermuten lässt. Am Anfang lernt man Mike kennen, der sich selbst als Versager und Tollpatsch darstellt. Gleichzeitig kifft er viel und oft. Er stellt seine Freundin Phoebe vor, die seiner Aussage nach viel zu gut für ihn ist. In der nächsten Szene sieht man sie zusammen in ihrer heruntergekommenen Wohnung kiffen und denkt sich, da haben sich aber zwei gefunden. Mike ist voller Unsicherheiten und Selbstzweifel und schafft es nicht einmal in ein Flugzeug zu steigen und in den bereits bezahlten Urlaub zu fliegen. Phoebe ist enttäuscht, scheint aber alles hin zu nehmen, was Mike tut. Alles ändert sich als eine Frau Mike in den 24 Stunden offenen Supermarkt, in dem er arbeitet, besucht und irgendeinen komischen Code vor ihm aufsagt. Als kurz darauf der Supermarkt und Mike angegriffen werden, schafft er es die Gegener elegant zu überwältigen, nur um im nächsten Monat fast einen Zusammenbruch zu erleiden und panisch Phoebe anzurufen. Als diese die beiden überwältigten Männer sieht, denkt sie sofort, dass Mike wieder Mist gebaut hätte, da dieser auch schon wieder zugekifft ist. Doch die beiden sind in einen Strudel geraten, der sich nicht mehr aufhälten lässt. Denn jemand möchte Mike tot sehen.
Jesse Eisenberg übernimmt die Rolle des ewig zugekifften Mikes. Mike identifiziert sich praktisch über das kiffen, denn seine Charaktereigenschaften sind Unsicherheit und Selbstzweifel. Um diese zu überspielen, dreht er sich ständig neue Joints, auch in den absolut unpassendsten Momenten. Er verkörpert den Wunsch jeder Menschen, die mit ihrem eigenen Leben unzufrieden sind. Der Traum etwas besonderes zu sein. Nur das sein Traum in Erfüllung geht und man ihn deswegen umbringen möchte. Jesse Eisenberg scheint wie für die Rolle gemacht. Er nimmt sich seines Charakters an und bringt uns alle Gefühle, Gedanken und Emotionen glaubhaft herüber.
Kristen Stewart übernimmt die Rolle der Phoebe. Ihr Schauspiel wirkt wie immer, eingerostet, einschläfernd und absolut emotionslos. In den kiffenden Szenen passt es vielleicht, dass sie nie den Mund zu zukriegen scheint, doch gerade in den emotionsgeladenen Szenen merkt man wie weit sie hinter Eisenberg liegt. Daher ist ihr Charakter Phoebe auch etwas undurchsichtig. Ohne sichtbare Emotionen ist es schwierig zu deuten, was sie denkt oder wieso sie sich in bestimmten Situationen so verhält. Hier hätte man definitiv stärker besetzen können.
American Ultra ist ein Film, der in der Grundidee bestimmt funktionieren könnte, aber so langsam erzählt wird, dass jeder Spannungsbogen verloren geht. Lediglich der Humor kann etwas punkten, wobei die meisten Szenen eher durch die Kifferei komisch werden, als wirklich einen humorvollen Gehalt zu haben. Heißt, dass der Zuschauer im ersten Moment lachen muss, weil der Film teilweise so absurd ist, aber sich im Endeffekt nicht unterhalten fühlt. Bis auf einige Ausnahmen sind viele Szenen vorhersehbar oder zumindest erahnbar, so dass der Film keinen Wiedererkennungswert hat.

Alles in allem liefert der Film eine schlechte Leistung ab, die auch durch ein paar witzige Szenen und der Schauspielleistung von Jesse Eisenberg nicht mehr gerettet werden kann. Daher gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.