Ich bin ein großer Fan von Alice im Wunderland und diversen Adaptionen. Dabei ist die Bandbreite der Möglichkeiten sehr groß, doch eine wirklich gute zu finden, ist dennoch schwierig. Bis ich auf Kristin Ullmanns Adaption gestoßen bin. Warum ich sie so gut fand, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Your soul in Wonderland
Die Handlung: Cat Ceshire ist eine royale Seelenfängerin in Wonderland. Doch bei einem Auftrag geht alles schief und sie muss nun nicht nur ihr eigenes, sondern auch die Leben ihrer Familie beschützen. Dabei scheint es mehr als nur eine Wahrheit zu geben.
Meine Meinung: Eine Alice im Wunderland-Adaption, wo die Grinsekatze in menschlicher Form die Protagonistin ist? Auch wenn ich auf meiner ersten Buch Berlin sehr lange um den ersten Band herumgeschlichen bin, bin ich nur froh, mich letztlich doch dafür entschieden zu haben. Denn gerade am Anfang gibt es sehr viel zu entdecken. Autorin Kristin Ullmann schafft es bekannte Figuren aus dem Wunderland zu nehmen und geschickt in ihre eigene Version einzubauen. Und auch, wenn die Geschichte sich Zeit nimmt, um sich aufzubauen, so war sie doch von Beginn an so spannend, dass ich das Buch innerhalb eines Tages komplett durchgelesen habe. Der locker und leichte Schreibstil war super flüssig zu lesen, was das nochmal begünstigt hat. Lediglich das Ende war dann etwas wirr erzählt, was mich das ein oder andere Mal etwas rausgebracht hat. Aber dennoch war ich sehr bereit für den nächsten Band.
Our souls in your Dreams
Die Handlung: Um ihre Schwester Maddie zu retten, muss sich Cat Ceshire mit dem Prinzen Gil und dem Mirriner Al zusammen tun und in ihren Traum eintauchen, um sie aufzuwecken. Doch vorher muss sie sich ihrem eigenen Traum stellen. Und dieser will sie nicht so einfach loslassen.
Meine Meinung: Nach dem gelungenen Auftakt war ich sehr gespannt, was uns im zweiten Band erwarten würde. Denn dieser ist in vielen Trilogien lediglich ein Füllband, um das Finale im dritten Band vorzubereiten. Doch auch hier wurde ich positiv überrascht, denn die Handlung wird zeitgleich vorangetrieben und durch die Traumsequenz hat der Band auch eine große eigene Geschichte, die schon für sich allein genommen sehr spannend ist. Wir lernen dadurch nochmal einiges über unsere Charaktere, was sonst vielleicht nir zur Sprache gekommen wäre. Zudem sind die verschiedenen Träume sehr kreativ gestaltet und bieten vieles zum entdecken. Auch hier bin ich wieder innerhalb weniger Tage durchgeschlittert und konnte es kaum aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Und gerade das Ende konnte dann nochmal sehr viel rausholen, was die Balance zwischen den Charakteren eindeutig verändert hat. Ich war sehr gespannt auf alles, was im Finale noch kommen sollte.
My soul in your hands
Die Handlung: Um den Krieg Wonderlands gegen Mirror zu verhindern, müssen die Verbündeten rund um Cat Cheshire hinter die Spiegel reisen. Dort erwarten sie allerlei neue Abenteuer. Doch der größte Kampf steht noch bevor.
Meine Meinung: Mein Hauptproblem bei Reihen ist, dass ich manchmal einfach nicht die Zeit finde sie zeitnah hintereinander zu lesen oder mir bewusst Pausen nehme. Allerdings war dadurch zwischen Band Zwei und Drei eine Pause von über einem Jahr. In der Zwischenzeit habe ich viele Bücher gelesen und viele Namen und Geschichten kennengelernt. Weswegen mir der Einstieg in Band Drei sehr schwer fiel. Natürlich hätte ich die anderen Bände auch vorher einfach nochmal lesen können, aber bei meinem wachsenden SuB war das dann doch keine Option. War es mir in den Bänden zuvor gar nicht so aufgefallen, doch gab es inzwischen einfach sehr viele Charaktere. Bis ich die alle wieder richtig zuordnen konnte, verging doch etwas Zeit. Den ein oder anderen eingebauten Hinweis in der Geschichte wäre gut gewesen. Aber letztendlich konnte die wieder sehr spannende Geschichte auch davon gut ablenken. Denn wir haben hier ein Abenteuer hinter den Spiegeln, dann die Vorbereitungen zum Finale und dann natürlich noch den Endkampf, der an Spannung nochmal alles von den Lesenden abverlangt. Denn hier werden alle Charaktere, die einem über drei Bände ans Herz gewachsen sind, einer großen Gefahr ausgesetzt und alles ist möglich. Ich werden den Ausgang hier nicht vorweg nehmen, denn die Reihe ist es wert, gelesen zu werden!
Das Fazit
Wer eine gute Alice im Wunderland-Adaption sucht, die zwar bekannte Charaktere und Motive aufgreift, daraus aber eine komplett eigene Geschichte macht, mit einem super flüssigen Schreibstil, der ist hier genau richtig. Aber lest die Reihe am besten direkt hintereinander weg, da sie doch viele Charaktere bietet.
Normalerweise schaue ich Krimi-Serien gern im Herbst. Aber eine Serie, die im tropischen Paradies in der Karibik spielt, kann man auch gut in Vorbereitung auf den Frühling schauen, oder? Warum Death in Paradies nicht nur durch das Setting punkten konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Die beschauliche Karibikinsel Saint Marie hat ein sehr übersichtliches Polizeirevier. Lediglich drei ortsansässige Mitarbeitende sind angestellt. Dabei bekommen sie Hilfe von einem Detective – der alle paar Staffeln wechselt – aus Großbritannien, die allesamt brilliante Köpfe im Ermitteln sind, doch so ihre Schwierigkeiten mit den karibischen Bedingungen haben. Doch auch im Paradies gibt es Morde.
Meine Meinung
Nachdem ich mit vielen Pausen es irgendwann endlich geschafft hatte The Mentalist zu beenden, stellte sich für mich die Frage nach einer neuen Krimi-Serie zum wegbingen. Und ganz ehrlich: ich wollte wirklich nur eine kleine, überschaubare Serie, die mir klassisch den Mord der Woche bietet und nicht ständig mit noch größeren und noch schlimmeren Morden aufwarten muss. Mit einem sympathischen Ermittlungsteam, bei dem man nicht ständig darauf warten muss, dass sie ab einer gewissen Staffel zusammen kommen und es sich nur noch um die Beziehung dreht. Aber wo so eine Serie finden? Zum Glück hatte der Pärchengatte genau die richtige Serie kurz vorher weggebinged. Und so hatte ich bereits Ausschnitte aus Death in Paradise gesehen und wollte ihr nun ebenfalls eine Chance geben. Und es war genau die Serie, die ich gesucht hatte! Mit dem Mord der Woche bzw. der Folge. Bis auf wenige Ausnahmen war der Fall mit Ende der Folge auch abgeschlossen. Gleichzeitig haben wir in jeder Folge das klassische Whodunnit. Am Anfang der Folge werden ein paar Charaktere gezeigt, einer davon stirbt und man kann die Verdächtigen genau auf diese Gruppe gezeigter Charaktere eingrenzen. Doch damit ist die Serie keineswegs langweilig! Mehr als einmal bin ich absolut daran verzweifelt, wer es sein könnte, weil man sich nie sicher sein konnte, selbst wenn Charaktere als zu verdächtig oder zu unschuldig dargestellt wurden, konnte es noch immer jeder sein. Die Methode einfach die am wenigsten verdächtige Person zu nehmen, geht hier keineswegs auf. Und selbst, wenn sich mein Verdacht am Ende als richtig erwies, so konnte ich doch nie vorhersagen, wie der Mord ausgeführt wurde. Kommen wir also zum Ermittlungsteam. Hier haben wir an erster Stelle immer einen Ermittler aus England, der sich erst an die Zustände in Saint Marie gewöhnen muss. In den bisherigen 12 Staffeln hat dieser ingesamt dreimal gewechselt. Dabei waren es stets sehr außergewöhnliche Charaktere, die sich aber untereinander doch stark unterschieden. Dann gibt es immer noch drei ortansässige Ermittelnde, eine in Zivil, zwei in Uniform. Auch diese haben im Laufe der Staffeln immer mal gewechselt, um neue Charaktere einzubringen. Dabei waren manche sympathischer als andere, aber insgesamt hat die Dynamik immer gut funktioniert. Hier wurde sich vermutlich am Erfolgskonzept von Doctor Who orientiert, denn durch den regelmäßigen Wechsel der Charaktere kam man gar nicht dazu die Geschichten immer weiter künstlich aufzubauschen, denn die Charaktere sorgten für eine gute Dynamik und viel Witz und Spaß. Zwar sind die Folgen sehr gleich aufgebaut, dennoch bietet jede auf ihre Art Witz, Charme und Spannung. Und sie lässt sich auch wunderbar nach einem stressigen Tag schauen zum abschalten, sie kann einem nach einem miesen Tag wieder aufbauen und sie funktioniert eben auch wunderbar für Krimi Fans. So ist ein Blick hier auf jeden Fall wert.
Das Fazit
Death in Paradise bietet das klassische Whodunnit mit dem Mord der Folge, einem tollen und neuen Setting, wobei mehr auf klassische Ermittlungsarbeit gesetzt wird als große moderne Technologien, einem tollen und sympathischen Cast und sie umgeht vorallem die klassischen Fehler anderer Krimiserien. Nicht nur eine Empfehlung für Krimifans!
Streift man durch die Romance/New Adult-Abteilung in den Buchhandlungen gibt es doch oft die gleichen Settings. Aber wie wäre es mal mit einem Survival-Trip durch eine paradiesische Insel? Oder doch lieber eine Ranch in Texas? Beides bietet uns Ana Woods Finding-Reihe und kommt gleich noch mit einigen wichtigen Botschaften zu Natur- und Tierschutz um die Ecke. Wieso ich aber auch noch großen Spaß hatte die Reihe zu lesen, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Finding Paradise
Die Handlung: Kim wollte eigentlich mit ihrer besten Freundin ein Survival-Camp auf einer einsamen Insel in der Nähe von Sri Lanka besuchen. Doch diese sagte kurzfristig ab und Kim ist nun auf sich gestellt. In der Gruppe findet sie schnell Anschluss. Nur der gut aussehende Aidan scheint sie so gar nicht zu mögen.
Meine Meinung: Ein Buch, das wortwörtlich im Paradies spielt? Ich war sofort begeistert und schlug direkt zu. Mit der Protagonistin Kim und ihrer Freundschaft zu ihrer besten Freundin bin ich auch direkt warm geworden. Mochte sehr die Idee hinter dem Freundschaftsarmband, wo sie Anhänger aus gemeinsamen Erlebnissen sammeln. Mit Aidan dagegen hatte ich so meine Anfangsschwierigkeiten. Auch wenn die im Laufe der Geschichte abnahmen, aber ich bin auch einfach nicht der größte Fan von Enemies to lovers. Nach einem guten Einstieg mit vielen interessanten Infos, die zeigen, dass der Autorin das Thema wirklich am Herzen lag, kam leider ein etwas zäherer Mittelteil. Auch hier mochte ich die kleinen Einschübe mit wichtigen Infos zum Artenschutz bzw. Naturschutz. Dabei kamen sie nie belehrend rüber, sondern waren eben das: wichtige kleine Informationen, die gut in die Geschichte eingearbeitet waren. Und gerade gegen Ende holt das Buch noch einmal alles aus der Geschichte raus. Die Konflikte zwischen Aidan und Kim waren gut rausgearbeitet und das Drama auch nachvollziehbar und nicht künstlich aufgebauscht. Umso gespannter war ich nun auf den zweiten Band.
Finding Home
Die Handlung: Holly reist nach Texas, um das Erbe ihrer verstorbenen Großmutter anzunehmen. Dabei erfährt sie, dass der attraktive Scott Teilerbe der Ranch ist und nicht nur das: er hat große Pläne. Denn er will die Ranch zu einer Wildtierauffangstation umbauen. Dagegen hat vor allem ihr Nachbar etwas. Ist Holly bereit ihre bisherigen Träume aufzugeben?
Meine Meinung: Bei dem Setting mit der Ranch in Texas war ich vorab nicht so sehr begeistert, wie zuvor bei der paradiesischen Insel. Doch nach dem guten ersten Band war es für mich klar, dass ich auch den zweiten Band lesen wollte, zumal im ersten Band schon ein wenig die Thematik angeteasert wurde. Und ich muss sagen, dass schnell feststand, dass ich Band Zwei noch viel besser fand als den bereits guten ersten. Denn auch wenn eine Ranch in Texas nicht mein bevorzugtes Setting war, ist die Geschichte rund um Holly doch alles, was ich an dem Genre liebe. Wir haben eine tolle Liebesgeschichte, die sich zwar langsam aufbaut, aber immer genau die richtige Spannung liefert. Wir haben mit dem Umbau der Ranch zu einer Wildtierauffangsation auch hier wieder ein spannendes Thema und lernen viel über die Zustände auf anderen Ranches. Auch hier ist die Kritik an bestehenden Systemen wieder deutlich zu merken, aber es wird sich mehr auf die Liebe zu den Tieren konzentriert als ständig den erhobenen Zeigefinger zu zücken. So ist Ana Woods auch hier wieder die Balance zwischen notwendigen Infos und gute Einarbeitung in die Geschichte gelungen. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen und hier fiel mir auch nochmal mehr der sehr flüssige und gut lesbare Schreibstil der Autorin auf.
Das Fazit
Ana Woods schafft in ihrer Finding-Reihe eine gute Balance zwischen wichtigen Themen, tollen Settings und spannenden Liebesgeschichten. Gerade im zweiten Band hat sie mich auf jeder Seite abgeholt und ich habe die Bücher sehr genossen. Gerne mehr mit solchen Thematiken!
Willkommen zur zweiten Ausgabe der serientastischen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einer Stadt voller Gefängnisse, einer Monarchie, Pokemon im Urlaub, Rehabilitation in der Hölle und Feen in Norwegen.
Mayor of Kingstown – Staffel 1
Die Handlung: In der kleinen Stadt Kingstown gibt es kaum Jobs, außer in den Gefängnissen. Hier versucht Mike McLusky dem Erbe seines Bruders gerecht zu werden und als Bindeglied zwischen Insassen, Gangs auf der Straße und den Wärtern zu agieren. Dabei gerät er selbst immer wieder ins Fadenkreuz.
Meine Meinung: Eine Serie so absolut außerhalb meiner bevorzugten Genres und meiner comfort zone? Ja, ihr habt es richtig erraten, es ist eine Serie mit Jeremy Renner in der Hauptrolle, weswegen ich zumindest mal einen Blick riskieren wollte – zumal ich eh gerade ein Paramount+ Probeabo hatte. Aber die Serie ist definitiv nichts für schwache Nerven, denn hier gibt es kaum eine Szene ohne Gewalt. Warum überhaupt noch jemand in dieser Stadt wohnt ist mir ein absolutes Rätsel. Dabei ist das Drehbuch durchaus gut geschrieben und weiß die Charaktere gut einzusetzen. Aber ich konnte es einfach nicht mehr sehen. Zumal es auch eine ordentliche Portion Gewalt gegen Frauen inklusive Vergewaltigungen gab. Auch wenn die Kamera hier nicht unbedingt direkt drauf hält, war das Leid der Charaktere teilweise nur schwer auszuhalten, weswegen ich auch beschlossen habe, nach der ersten Staffel nicht weiterzuschauen. So sehr ich mich auch über eine neue Serie mit Mr. Renner gefreut habe, so ist es einfach nicht meine Serie.
The Crown – Staffel 6
Die Handlung: Nach der Scheidung von Prinz Charles und Diana gibt diese den Avancen von Dodi Fayed nach. Doch die Paparazzi verfolgen sie schamlos überall hin, was schließlich zum bekannten Unglück führte. Doch auch danach schwebt die Familie zwischen Feierlichkeiten und Verlusten. Schließlich rückt der Fokus auf Prinz William, der an der Uni Kate Middleton kennenlernt.
Meine Meinung: Der Abschluss der Serie, die ich über die Staffeln sehr genossen habe, ist seltsam ernüchternd. Als ob der Serie auf den letzten Metern die Luft ausgegangen wäre. In der ersten Hälfte befassen wir uns nochmal mit vorangig mit Charles und Diana, was insgesamt einfach zu viel Platz einnahm. Es gab zu dem Zeitpunkt auch noch andere Themen, die viel zu sehr am Rand nur erwähnt wurden, um wieder ins Liebesdrama einzutauchen. Und sobald der Teil auserzählt wurde, gelingt der Serie nicht so richtig die Wendung zu anderen Themen. Sie versucht sich nun auf William und Kate zu konzentrieren, doch schweift davon immer wieder ab, hat aber eigentlich auch ansonsten wenig zu erzählen. Am enttäuschendsten ist dann jedoch die finale Folge. Hier wurden extra nochmal Claire Foy und Olivia Coleman als frühere Darstellerinen der Queen dazugeholt, um einen inneren Konflikt der Queen über die Zukunft zu skizzieren, was aber so gar nicht funktioniert. Wir haben noch Charles und Camillas Hochzeit, die aber einfach ins Leere läuft. Es wirkt einfach nicht wie ein runder Abschluss einer Serie, die über die Staffeln so viel aufgebaut hat, deren Staffeln ich immer sehr entgegen gefiebert habe und lässt auch den Cast ein bisschen ungenutzt zurück. Schade.
The Pokemon Congierce – Staffel 1
Die Handlung: Haru kommt frisch im Pokemon-Resort an, einer Insel, wo Reisende mit ihren Pokemons entspannend können. Sie fängt als Concierge an und lernt nicht nur den Umgang mit den verschiedenen Pokemon, sondern lernt auch viel über sich selbst. Dabei erlebt sie allerlei Abenteuer.
Meine Meinung: So kurzweilig die Serie mit ihren gerademal vier Folgen auch ist, so guttuend ist sie auch. Im Prinzip ist es nur ein Serie über ein Resort, mit dem Unterschied, dass hier halt auch Pokemon leben. Mit der Stop-Motion Knetoptik ist alles sehr liebevoll gestaltet, wodurch gerade die kleinen Monster einen schnell ans Herz wachsen – wenn sie das nicht ohnehin schon sind. Mit der Protagonistin habe ich etwas länger gebraucht, um warm zu werden, doch auch das ist schnell geschafft – zumal es halt auch einfach nicht viel Zeit ist. In jeder Folge sind kleine Lebenslektionen verborgen, die sich viel mit den Themen Entspannend und Freundschaft befassen und so zeitgleich auch noch gute Themen umfasst. Dabei wird hier jedoch keineswegs der Finger belehrend erhoben, sondern die Lektionen sind gut in der Serie eingebaut, so dass man sie zwar bemerkt, sie aber die cozy Grundstimmung nicht stören. So freu ich mich auf jeden Fall auf noch viele weitere Folgen.
Hazbin Hotel – Staffel 1
Die Handlung: Charlie Morningstar, die Tochter des Höllenfürsten Lucifer, hat einen einmaligen Plan, um gegen die Überbevölkerung der Hölle vorzugehen: Ein Hotel, in dem Dämonen rehabilitiert werden, um dann in den Himmelaufsteigen zu können. Das würde auch die jährliche Säuberung durch den Himmel in der Hölle überflüssig machen. Doch davor stehen ihr noch allerlei Schwierigkeiten bevor.
Meine Meinung: Definitiv die abgedrehteste Serie, die ich seit langem gesehen habe und das hat nur teilweise etwas mit dem außergewöhnlichem Zeichenstil zu tun. Nachdem die Pilotfolge bereits auf Youtube ein großer Erfolg war, hat sich nach Jahren endlich ein Studio gefunden, um die Geschichte serientechnisch umzusetzen. Und das lohnt sich defintiv, auch wenn es besser ist, die Pilotfolge zu kennen, da man sonst eher kalt in die Geschichte geschmissen wird. So haben wir eine abgedrehte Serie über Rehabilitation in der Hölle, die so wunderbare Karikaturen erschafft, dass für jeden ein Lieblingscharakter dabei ist. So viele originelle Ideen, die man sonst im Einheitsbrei eher vergeblich sucht und das immer mit einigen flotten Musicalnummern versehen. Dabei ist die Serie aber auch sehr explizit, was nicht jeden abholen dürfte, aber dennoch empfehle ich eigentlich jedem zumindest mal einen Blick drauf zu werfen. Auf jeden Fall hatte ich nach der Serie auch wieder große Lust auf ein Cosplay.
Hilda – Staffel 3
Die Handlung: Bei Hilda steht ein Besuch bei ihrer Tante an, doch dort scheint einiges merkwürdig zu sein. Später taucht auch ihr Vater auf, der einiges durcheinander wirft. Doch das ist nicht das einzige Familienproblem, um das sich Hilda in dieser Staffel kümmern muss. Denn eine Offenbarung stellt ihre komplette Identität auf den Kopf.
Meine Meinung: Leider die schwächste Staffel der Serie. Es fehlte einfach der typische Charme, die kleinen Witze und irgendwie auch der Flair, die die Serie zuvor so gut gemacht hat. Das beginnt schon damit, dass wir in der ersten Folge die bekannten Gefilde verlassen und zu Hildas Tante reisen. Hier scheinen einige Geheimnisse zu liegen. Und das taucht in der ganzen Staffel immer wieder auf. Wir lernen Hildas Vater kennen, die Thematik zieht sich ebenfalls durch die restliche Staffel, bevor wir mit der letzten Folge in Filmlänge praktisch alles vorher da gewesene zunichte machen. Leider ziehen sich die einzelnen Folgen auch noch wie Kaugummi, es kann wenig überraschen, bekannte Figuren werden nicht mehr gut genutzt und am Ende war ich einfach nur froh, als ich die Serie durch hatte. Das ist besonders enttäuschend, weil die vorherigen Staffeln da eindeutig ein anderes Niveau versprochen haben. So ist es eher ein unwürdiges Ende der Serie.
Wann genau ist eigentlich schon wieder ein ganzes Quartal passiert? Ich habe mich noch immer nicht daran gewöhnt 2024 hinter die Beiträge zu schreiben. Dennoch ist es bereits Zeit für den ersten Quartalsrückblick des Jahres.Wie gewohnt in Top 5 Listen (außer, es gab keine fünf Highlights, dann wie gewohnt reduziert). Und damit ohne groß weitere Worte zu verlieren:
Meine drei Kinohighlights
All of us strangers: Adam lebt in einem fast leeren Hochhaus und arbeitet an einem Buch. Dabei trifft er auf Harry, den einzig anderen Bewohner des Hauses. Sie kommen sich schnell näher und Adam beschließt sich seiner Vergangenheit zu stellen und reist zu seinem Elternhaus. Doch obwohl diese bereits vor vielen Jahren verstorben sind, ist es bewohnt. – Unglaublich berührender Film, der ganz tief unter die Haut geht und mit seiner Melancholie und Traurigkeit ansteckend ist. Denkt also an Taschentücher!
Dune Part II: Paul Atreides hat sich bei den Fremen bewiesen, doch er muss seine Zugehörigkeit festigen. Zusammen greifen sie regelmäßig die Harkonnen an und stellen sicher, dass sie ihre Spice-Produktion nicht in gewohntem Ausmaß erfüllen können. Gleichzeitig versucht seine Mutter ihne zu einem Messias zu machen, was Paul jedoch abzulehnen versucht. Doch als die Harkonnen immer unerbitterlich werden, müssen sich auch die Fremen zur finalen Schlacht um Arrakis aufmachen. – Bildgewaltig, erzählt erstaunlich gut zusammengefasst die zweite Hälfte des Buches, auch wenn einiges sehr schnell geht, und steht lediglich im Schatten des grandiosen ersten Parts.
The Zone of Interest: Familie Höß, dass sind Vater Rudolf, Mutter Hedwig und ihre fünf Kinder. Rudolf ist Lagerkommandant in Auschwitz und daher hat seine Familie ein Haus direkt an den Mauern des Konzentrationslagers. Tag und Nacht dringt die Geräuschkulisse des Lagers zur Familie, die ihrem normalen Alltag nachgehen. – Beklemmend und doch sehr gut atmosphärisch eingefangen. Konzept funktioniert gut über die gesamte Laufzeit.
Meine fünf filmischen Highlights
BTS: Yet to come: 2022 geben BTS ein kostenfreies Konzert in Busan und liefern dabei wieder eine wahnsinnige Show. – Wie immer eine Wahnsinnsshow und eine gute Auswahl aus ihrem Repertoire.
Alice im Wunderland: Alice sollte eigentlich den Lektionen ihrer großen Schwester lauschen, doch ist viel zu abgelenkt. Als sie dann auch noch einem weißen Kaninchen folgt und in ein Kaninchenloch fällt, landet sie im Wunderland, was mit allerlei kuriosen Bewohnern aufwartet. Wird sie ihren Weg zurück finden? – Immer wieder ein schöner Disneyfilm, der hinter jede Ecke neue Überraschungen bereit hält. Einer meiner liebsten Disneyfilme aller Zeiten.
BTS Muster: Happy ever after: Konzertfilm. 2018 schaffen es BTS bereits auf ihr viertes alljährliches Fankonzert unter dem Motto Happy ever after. Neben dem Konzert gibt es kurze Interviewformate und kleinere Spiele. Ebenso kurze Filme, die während der Outfitwechsel abgespielt werden. – Mal ein etwas älteres Konzert von BTS, wodurch ich tatsächlich einige Lieder auch nicht so kannte. Dennoch stimmt Konzept und Charme einfach überein.
MX Friends: Konzertfilm. Das 7. alljährliche Fankonzert der koreanischen Idolgruppe Monsta X stand unter dem Motto „Friends“. Mit einigen Anspielungen auf die beliebte Sitcom verbindet die Gruppe Konzert und kleinere Filme bzw. Interviews. – Meine liebste K-Pop Band ist Monsta X und daher konnte mich das Konzert natürlich absolut mitreißen.
Dune Part I: Haus Atreides wird vom Imperator dazu aufgefordert den Planeten Arrakis von Baron Harkonnen zu übernehmen und die Produktion des allseits beliebten Gewürzes Spice sicherzustellen. Der Planet ist jedoch eine einzige Wüste und spärlich besiedelt, abgesehen von den einheimischen Fremen. Paul Atreides, Sohn des Herzogs, hat vor der Abreise seltsame Träume und fürchtet sich um die Zukunft. Sind es nur Träume oder ist seine Familie in Gefahr? – Ein optischer grandioser, spannender, gut besetzter, also einfach perfekter Film.
Meine fünf serientastischen Highlights
Death in Paradise – Staffel 1-12 – Die beschauliche Karibikinsel Saint Marie hat ein sehr übersichtliches Polizeirevier. Lediglich drei ortsansässige Mitarbeitende sind angestellt. Dabei bekommen sie Hilfe von einem Detective – der alle paar Staffeln wechselt – aus Großbritannien, die allesamt brilliante Köpfe im Ermitteln sind, doch so ihre Schwierigkeiten mit den karibischen Bedingungen haben. Doch auch im Paradies gibt es Morde. – Nachdem der Pärchengatte sie bereits durchgebinged hatte, bin ich auch dieser britischen Krimiserie verfallen, die durch das karibische Setting, tolle Charaktere und interessante Fälle nach klassischem Whodunnit überzeugen kann
In the Soop – Staffel 2: BTS, das sind Jin, RM, Suga, J-Hope, Jimin, V und Jungkook. 2020 machte die Pandemie ihre Tourpläne zunichte und so hatten sie endlich mal Zeit für eine Auszeit. Dafür wurde ein Ferienhaus gemietet, mit allerlei Annehmlichkeiten ausgestattet, die sich die Jungs vorher wünschen durften und dann hieß es einfach mal nur ausspannen. Auch im Jahr 2021 durften sie für eine zweite Staffel wieder entspannen. – Wie kann es nur so entspannend sein sieben Jungs aus Korea in ihrem Entspannungsurlaub zu begleiten? Kürzer, mit neuer Location, aber der Charme bleibt erhalten.
CEO-dol Mart – K-Drama – Die fünfköpfige Idol Gruppe Thunder Boys haben leider den großen Durchbruch verpasst, nachdem ihr erster Erfolg von einer Tragödie überschattet wurde. Nun fünf Jahre später sind sie alle getrennte Wege gegangen, doch bekommen unerwartet einen Supermarkt vererbt, den sie nicht so leicht verkauft kriegen. Also beschließen sie sich wieder zusammen zu tun und den Supermarkt selbst zu leiten. Doch das ist gar nicht so einfach. – Ein sehr sympathisches Drama, wo es mal nicht um die große Liebe geht. Kann trotz der Kürze sehr überzeugen und hat mich mehrfach herzlich zum lachen gebracht
Attack on Titan – The Final: Die Walze wurde in Gang gesetzt und droht alles Leben zu zerstören. Die letzten Überlebenden vom Aufklärungstrupp müssen sich ausgerecht mit ihren Feinden verbünden, um die Walze zu stoppen. – Der Abschluss der Serie in zwei Folgen in Spielfilmlänge. Ich war emotional nicht dafür bereit und bin noch immer am verarbeiten. Aber sie bringen die Serie zu Ende, ob es einem nun gefällt, oder nicht
Queer Eye – Staffel 8: Die Fab 5 sind Antoni, Tan, Karamo, Bobby und Jonathan. Sie sind alle homosexuell bzw. non-binär und haben jede Woche die gleiche Aufgabe. Sie reisen zu unterschiedlichen Menschen in New Orleans, verbringen eine Woche mit ihnen und helfen ihnen wieder in Form zu kommen. Dazu gehört zum einen den Kleiderschrank auszumisten und die Körperpflege voranzutreiben, aber auch die Wohnung neu zu gestalten, das Kochverhalten zu überprüfen und die kulturellen und sozialen Kontakte zu überprüfen. – Auch in der achten Staffel schaffen die Fab 5 es wieder so viel Lebensfreude zu verströmen, dass man automatisch davon angesteckt wird. Tolle Geschichten dabei, die sehr berühren
Meine fünf buchigen Highlights
Boris: Boris, ein Vampir, hat seine Ausbildung beim thaumaturgischen Notdienst beendet und fängt in der Abteilung von Martin van Helsing, ein Werwolf, an. Gleich an seinem ersten Tag gibt es einen Anschlag auf eine Blutbank und kurz darauf eine gescheiterte Vampirverwandlung. Boris lassen beide Fälle nicht los. Gibt es eine größere Verschwörung? – Ein Spin-off der Mona-Reihe, die ich schon sehr geliebt habe. Diesmal im Krimi-Genre und doch wieder mit einem unfassbar gutem Gespür für Charaktere. Das Jahr begann also schon mit einem Highlight.
Bronwick Hall 1-2: Die magische Schule und Universität Bronwick Hall bildet junge Hexende aus. Blaine, die wegen des Hochverrats ihres Vaters in Ungnade fiel, versucht möglichst unauffällig zu bleiben und sucht in der Verlobung mit Karan Schutz. Doch Henry Saints, ein neuer Professor, lockt sie aus ihrer Deckung. Nach einem Rebellenangriff, bei dem Karan schwer verletzt wurde, setzt sie alles auf ein Gegenmittel. Doch dafür braucht sie Saints Hilfe. – Ein weiteres magisches Werk von Laura Labas mit einem tollen Weltenbau und Charakteren. Voller Twists und baut die Handlung sehr stark auf. Ich war sehr froh, den zweiten Band bereits da zu haben und gleich auch das Anschlussabenteuer verschlingen zu können.
Love Game: Hallie und Jack haben nach einer Hochzeit einen One-Night-Stand. Danach wird beiden klar, dass sie eher die große Liebe suchen und sie melden sich unabhängig bei einer Dating-App an. Dadurch treffen sie wieder aufeinander und schließen Freundschaft. Gleichzeitig schließen sie eine Wette ab: wer zuerst die Liebe findet, gewinnt. – Habe die Geschichte praktisch inhaliert. Sie ist zwar sehr vorhersehbar, aber ich mochte die Charaktere einfach.
Bride: Misery ist die Tochter eines einflussreichen Vampirs. Nachdem sie in ihrer Kindheit bereits einmal als Pfand in die Menschenwelt geschickt wurde, soll sie nun ein neues Opfer eingehen: Sie soll den neuen Werwolf-Alpha heiraten, um die verfeindeten Spezies zu einem Frieden zu zwingen. Doch Misery hat ihre ganz eigenen Gründe, um der Hochzeit zuzustimmen. – Ich habe es innerhalb von zwei Tagen inhaliert. Ali Hazelwood beweist, dass sie altbekannte Fantasytropes zu nutzen weiß, um eine spannende Geschichte draus zu basteln, bei der natürlich auch die Romantik – und der Spice – nicht fehlen darf.
Finding Home: Holly reist nach Texas, um das Erbe ihrer verstorbenen Großmutter anzunehmen. Dabei erfährt sie, dass der attraktive Scott Teilerbe der Ranch ist und nicht nur das: er hat große Pläne. Denn er will die Ranch zu einer Wildtierauffangstation umbauen. Dagegen hat vor allem ihr Nachbar etwas. Ist Holly bereit ihre bisherigen Träume aufzugeben? – Hat mir noch besser gefallen als Band 1, auch wenn das Drama am Ende ein wenig gezwungen wirkte. Aber davor eine sehr süße Geschichte und viel Tierliebe.
Schindlers Liste, Son of Saul, Das Leben ist schön. So unterschiedlich die Filme in ihrer Herangehensweise sind, so widmen sie sich alle dem gleichen dunklen Abschnitt in der Geschichte. The Zone of Interest zieht uns ebenfalls an die Mauern von Auschwitz, macht aber vor den Toren halt und erzählt die Geschichte der Familie eines deutschen Offiziers. Warum der Perspektivwechsel gut funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Familie Höß, dass sind Vater Rudolf (Christian Friedel), Mutter Hedwig (Sandra Hüller) und ihre fünf Kinder. Rudolf ist Lagerkommandant in Auschwitz und daher hat seine Familie ein Haus direkt an den Mauern des Konzentrationslagers. Tag und Nacht dringt die Geräuschkulisse des Lagers zur Familie, die ihrem normalen Alltag nachgehen.
Meine Meinung
Ein Film über das KZ Auschwitz aus der Sicht eines der leitenden Offiziere und seiner Familie, konnte das funktionieren? Ein Film, in dem es keine einzige explizite Szenen aus dem Lager selbst gab, sondern lediglich das Familienidyll außerhalb der Mauern gezeigt wird. Ein Film, in dem dennoch Auschwitz immer im Hintergrund ist und die Geräusche des Lagers dauerhaft zu hören sind. Die Antwort ist Ja. Es funktioniert, denn der Film spielt viel mit unseren Sinnen. Wir kennen die Geschichte, wir wissen, was hinter den Mauern passiert. Wir wissen woher die Schreie kommen, warum ab und an Schüsse und Hundegebell zu hören ist. Wir müssen es nicht sehen, um das Grauen zu verstehen. Ich hatte zuvor Bedenken, ob diese Prämisse auch über die Laufzeit von 106 Minuten funktioniert und auch hier ist die Antwort eindeutig: Ja! Vordergründig die Geschichte der Familie, ohne eine direkte Handlung, eher immer wieder einzelne Szenen aus dem Alltag. Die Familie beim Baden. Die Familie bekommt neue „Fundsachen“ aus dem Lager. Ein Sommerfest. Alles wirkt irgendwie belanglos und doch erschafft der Film eine einzigartige Atmosphäre der Beklemmung. Denn wir müssen die Gräuel hinter den Mauern nicht sehen, um zu wissen, dass sie da sind. Auch wird viel über Perspektiven gearbeitet. Während sich die Familie selbst an ihre Umgebung gewohnt hat und das meiste nicht mehr wirklich wahrzunehmen scheint, ändert sich dies, als die Mutter von Hedwig zu Besuch kommt. Während sie Anfangs noch sehr abgebrüht über das Thema sprechen kann, wird es ihr gerade in der Nacht zu viel. Denn zu wissen, dass die Lager existieren und der damaligen Meinung über Juden zuzustimmen, war eben doch etwas anderes, als die Rauchfahnen und Feuer permanent zu sehen und die Schreie täglich zu hören. Durch solche Einschübe in den normalen Familienalltag wird sehr viel Handlung vermittelt, ohne, dass es ausgesprochen werden musste. Durch die Familie wird auch gut beleuchtet, was die Nähe zum Lager mit ihnen machte. Harmlose Spielereien der Kinder können schnell einen erschreckenden Twist nehmen. Asche, die von den Kindern geschrubbt werden muss und Gespräche der Erwachsenen, bei denen man sich am liebsten die Ohren zuhalten möchte. Lediglich gegen Ende geht der Film einen Schritt zu weit und inszeniert Höß nicht mehr als Menschen, sondern erhebt ihn zum Monster, was die Aussage des Films ein bisschen überreizt, da er gerade verdeutlicht, dass die Lageroffiziere Menschen mit Familienleben waren. Tagsüber Juden vergast, abends den Kindern Gute-Nacht-Geschichten vorgelesen. Das ist aber auch nur ein Kritikpunkt an einem sehr starken Film. Die Liebe zum Detail merkt man dem Film auch an, dass nicht nur versucht hat das Haus der Familie so Originalgetreu wie möglich nachzubauen, es gab auch allein für die Vertonung ein 600 Seiten Dossier, um abschätzen zu können, welche Geräusche in welcher Lautstärke bis zum Haus der Familie gedrungen sind. Kein Wunder, dass dies nicht nur mit dem Oscar für den besten Ton, sondern auch für den besten internationalen Film belohnt wurde.
Das Fazit
The Zone of Interest ist erschreckend, beklemmend und doch unfassbar wichtig, die Geschichte aus deutscher Perspektive zu sehen, ohne, dass die Gräueltaten versteckt oder kleingeredet werden. Der Alltag der Menschen, die sie nicht nur tolerierten, sondern aktiv mitgestalteten. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.
The Zone of Interest läuft seit dem 20.02.2024 in den deutschen Kinos
Nachdem mich Autorin Laura Labas bereits mit Hexen und einer Parallelwelt in New Orleans begeistern konnte, mich absolut begeistern konnte mit Hexen in Seoul und der Dämonenwelt Koreas, wurde es nun Zeit in die Welt der Magiebegabten unter London und an die mysteriöse Bronwick Hall Academy einzutauchen. Warum ich auch diesmal nicht enttäuscht wurde, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Band 1 – Dornengift
Die Handlung: Die magische Schule und Universität Bronwick Hall bildet junge Hexende aus. Blaine, die wegen des Hochverrats ihres Vaters in Ungnade fiel, versucht möglichst unauffällig zu bleiben und sucht in der Verlobung mit Karan Schutz. Doch Henry Saints, ein neuer Professor, lockt sie aus ihrer Deckung. Nach einem Rebellenangriff, bei dem Karan schwer verletzt wurde, setzt sie alles auf ein Gegenmittel. Doch dafür braucht sie Saints Hilfe.
Meine Meinung: Dark Academia ist gerade voll im Trend und macht auch vor der Fantasy nicht halt. Denn was bietet sich mehr an als altehrwürdige Universitäten und Magie? So lernen wir hier zunächst Blaine kennen, die aus verschiedenen Gründen eine Außenseiterin ist. Wir lernen Bronwick Hall kennen, wie es aufgebaut ist und welche Magiearten es gibt. Dafür wird sich zwar viel Zeit genommen, doch wird es durch Blaines Vergangenheit und ihre Problem damit, nicht langweilig. Stattdessen werden wir bereits an einer frühen Stelle mit den Rebellen und einem Angriff konfrontiert und lernen im Zuge dessen noch viel mehr von der Welt kennen. Der Weltenbau ist sehr gelungen und es gab genug Szenen, die Spannung erzeugten, welche die die Welt erklärten, aber auch genügend zwischenmenschliches. Aber inzwischen wusste ich gut genug, dass Laura Labas es versteht, einen in Sicherheit zu wiegen, man fühlt sich in die schöne Geschichte ein, vielleicht habe ich auch einen leichten Crush auf Henry Saints entwickelt, nur um dann mit einem Cliffhanger abgestraft zu werden. Wobei dieser im Vergleich zu den Emerald Witches fast human war. Dennoch war es gut, dass ich diesmal erst mit Band 1 angefangen habe, nachdem Band 2 bereits bei mir einziehen durfte.
Band 2 – Dornenkrone
Die Handlung: Nach dem letzten Rebellenangriff muss Blaine die Scherben ihres Lebens zusammensuchen. Ihr bleiben nur ihre Freundin Linden und ihr noch immer Verlobter Karan. Doch sie hat den Entschluss gefassen, sich bei den Rebellen einzuschleusen, um den Anführer Smoke zu vernichten. Doch wo soll sie ansetzen?
Meine Meinung: Nach dem nervenaufreibendem Finale von Band 1 fängt Band 2 erstaunlich langsam an. Wieder baut sich die Geschichte langsam auf, diesmal allerdings fast zu langsam. Nach über 300 Seiten war noch immer nicht so viel passiert, dass ich mir vorstellen konnte, dass auf den letzten 150 Seiten das komplette Finale passen sollte. Versteht mich nicht falsch, die Geschichte bis dahin war nicht langweilig und es war viel Platz für Charakterentwicklung, aber es stand dann eben doch im ungünstigen Verhältnis zum Finale. So dachte ich bis zu dem Zeitpunkt jedenfalls, denn das Finale war auserzählt rund und hat mich komplett zerstört. Hier sind Dinge passiert, die ich überhaupt nicht vorherseh und die mich bittere Tränen der Verzweiflung haben weinen lassen. Auf das noch kommende wurde ich dadurch jedoch in keiner Weise vorbereitet. Auf den letzten ca. 100 Seiten durfte mich keiner ansprechen, Hunger und Zeitgefühl waren komplett vergessen. Es gab nur noch mich und das Buch. Um mich dann am Ende wieder komplett zu zerstören. Um mich mit dem Epilog wieder zu besänftigen. Um mir ein rundes Ende zu geben, dass ich nach der Achterbahnfahrt aber auch verdient hatte. Nur um dann mit dem allerletzten Satz wieder alles kaputt zu machen. Wie fies möchte eine Autorin sein? Laura Labas hat sich wohl einen Platz auf dem Treppchen der fiesesten letzten Sätze gesichert.
Das Fazit Bronwick Hall war eine runde Reihe, mit tollen Charakteren, mit einem faszinierendem Weltenbau und Laura Labas hat wieder einmal bewiesen, warum ich bei Büchern über Hexen und Magie auf ihre Bücher setzen kann. Ich freue mich auf weitere Werke aus ihrer Feder.
Herzlich Willkommen zur zweiten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: vielen Crushes, einer buchigen Buchhandlung, K-Pop in Seoul, Liebe zum Schach und dem Verschwinden.
The 99 boyfriends of Micah Summers
Die Handlung: Micah hatte in seinem Leben bereits 99x einen Crush auf einen Jungen. Diese hat er auf seinem Instagramkanal als Zeichnungen festgehalten. Leider hatte er aber noch nie ein Date bzw eine Beziehung. Mit Crush 100 soll alles anders werden. Und als er in der Bahn den perfekten Jungen trifft, ist er sich sicher. Das ist Crush 100. Aber sie wurden getrennt, ehe er auch nur den Namen erfahren konnte. Und so beginnt eine Suche durch Chicago.
Meine Meinung: Ich hab das Buch gesehen, mich in Titel und Cover verliebt, Klappentext hat auch gepasst und schwupps durfte es bei mir einziehen. Habe mich auch direkt zu Anfang in die Geschichte und die Charaktere verliebt und bin nur so durch die Seiten geflogen. Ich mochte Micah, ich mochte seine Suche und die Idee hinter seinem Instagram Account. Allerdings haben wir nach ca. 150 Seiten gefühlt den Höhepunkt des Buches bereits erreicht. Ich war gespannt, was danach noch kommen sollte, hatte ich doch noch einige Seiten vor mir. Die Wendung des Buches hat mir dann leider eher weniger gefallen. Da sie so früh im Buch stattfand, war leider ziemlich offensichtlich worauf es hinauslief und ich hatte das Gefühl, dass es dem Anfang einfach nicht gerecht wurde. Als ob ich ein wenig um die Geschichte betrogen wurde. Ich möchte nichtmal sagen, dass es unlogisch oder schlecht war, es war einfach nur nicht das, worauf ich mich bei der Geschichte gefreut habe. Und das hat meine anfängliche sehr starke Begeisterung zu dem Buch leider getrübt. Dennoch eine deutliche Empfehlung!
Die Buchhandlung in der Baker Street
Die Handlung: Valentina ist seit ihrer Kindheit entfremdet von ihrer Mutter, die sie früh verlassen hat. Umso überraschter ist sie, als sie die Buchhandlung in London von ihrer Mutter erbt. So verlässt sie Seattle und will eigentlich das Erbe so schnell wie möglich verkaufen. Doch in London lernt sie Menschen kennen, die ihr schnell ans Herz wachsen und sie lernt Dinge über sich und ihre Mutter, die ihre Entscheidung stark ins Wanken bringen.
Meine Meinung: Ein Zufallsfund in einer Buchhandlung. Nach dem Titel und Cover habe ich eine deutlich andere Geschichte erwartet und war daher zunächst etwas enttäuscht. Doch nachdem ich dem Buch eine richtige Chance gab, bin ich schnell in die Geschichte eingetaucht, die sowohl die Geschichte der Mutter, als auch die der Tochter erzählt. Mit diesen Perspektivwechseln hatte ich auch nicht gerechnet, aber beide Geschichten ergeben nur zusammen Sinn und so hab ich mich freudig auf beide gestürzt. Hier ist eine Menge Liebe zu Büchern und Geschichten zu spüren, auch wenn hier wieder einmal eine Buchhandlung gerettet wird, die außerhalb der Buchwelten wohl so gar nicht existieren, geschweige denn überleben würde. Eine Buchhandlung rein auf Sammler ausgelegt, ohne den aktuellen Buchmarkt zu berücksichtigen? Aber davon mal abgesehen, war es eine sehr schöne Geschichte, die mir trotz einiger dramatischer Aspekte stets ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte. Und ganz im Sinne der Geschichte: Manchmal sucht man Bücher nicht, manchmal finden sie einen.
Chasing Melodies
Die Handlung: June lebt mit ihrer Mutter in New York und versucht durch Jobs diese finanziell zu unterstützen. Doch als sie ein Praktikum bei Blossom Entertainment, einem Musikmanagement in Seoul, bekommt, ergreift sie die Chance ihren Vater wiederzusehen. Gleichzeitig kommt sie ihren liebsten Idols ganz nah. Über eine Dating-App lernt sie Alexander kennen, mit dem sie sich sofort verbunden fühlt, nichtsahnend, um wen es sich dabei wirklich handelt.
Meine Meinung: Ein Buch, das ich unbedingt direkt zum Erscheintermin haben und lesen wollte, habe ich mich doch im Vorfeld schon sehr auf die Geschichte gefreut. Am Anfang braucht sie zwar ein bisschen, aber sobald wir mit June in Seoul ankommen, gibt es kein Halten mehr. Es ist tatsächlich ein realistisches Kennenlernen und auch, dass June sich mit den Sitten und der Sprache so gut auskennt, ist gut erklärt. Dennoch nimmt sich das Buch Zeit, um die Geschichte in aller Ruhe auszubreiten, was mir manchmal ein wenig zu sehr slow burn war, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Auch dass das obligatorische Drama ausfiel, bzw. auf ein gutes Maß geschrumpft wurde, hat mir gut gefallen. Es ist immer noch eine gut getroffene K-Pop-Romance, aber es wurden dennoch einige Klischees ausgelassen. Auch die wichtigsten Begrifferklärungen am Anfang helfen, um es zu einer guten Einstiegslektüre ins Genre zu machen. Und selbst, wenn man nichts mit K-Pop anfangen kann, ist es eine funktionierende Liebesgeschichte.
Check & Mate
Die Handlung: Mallory hat Schach einst geliebt, doch inzwischen scheint es ihr ein Fluch zu sein. Doch als sie in einem Wohltätigkeitsturnier ausversehen den amtierenden Weltmeister Nolan Sawyer schlägt, wird sie wieder in die Welt des Profischachs gerissen. Denn Nolan will unbedingt erneut gegen sie antreten und Mallory braucht Geld für ihre Familie.
Meine Meinung: Ich liebe die Bücher von Ali Hazelwood. Zumindest die beiden mit den sehr langen deutschen Titeln, die ich bereits gelesen und verschlungen habe und die sogar Jahresghighlight waren. Dabei habe ich besonders ihre Liebe zur Wissenschaft und ihre doch etwas älteren Protagonist*innen genossen. Nun ging es diesmal um Schach, ein Spiel, das ich zwar beherrsche, aber nie sonderlich gut drin war, und die Hauptcharaktere sind diesmal wieder jünger. Herausgekommen ist wieder ein Werk, das ich einfach nur verschlungen habe – der Schreibstil macht es einem auch sehr leicht – dass dennoch etwas gewöhnungsbedürftiger war. Um ehrlich zu sein, habe ich die Liebesgeschichte bis zum Ende nicht so ganz verstanden, da es viel mit Schachanalogien erzählt wurde, bzw. sich auch viel beim Schachspielen entwickelt wurde. Aber das zieht die Geschichte keineswegs hinab, die sich auch viel über die klassische Liebesgeschichte hinwegsetzt und Mallorys Leben in allen Facetten erzählt und dabei bereits genug Drama bietet. Ihre besondere Beziehung zu Schach, ihrer Familie und ihre Rolle als Frau im Profischach reicht allein, um das Buch zu füllen. Dennoch ist es nicht überfüllt, sondern erzählt rund alles aus. Beziehungsweise fast alles. Gerade am Ende lässt es einiges offen, was irgendwie zur Geschichte passte, mir aber missfiel. Nun, man kann eben nicht alles haben.
Die Kunst des Verschwindens
Die Handlung: Nico trifft durch Zufall die Schauspielerin Ellen Kirsch und freundet sich mit ihr an. Während jede Begegnung mit ihr, sich beinahe magisch anfühlt, scheint Ellen etwas zu bedrücken. Und dann verschwindet die Schauspielerin ohne ein Wort. Doch Nico kommt mit der Leere, die ihr Verschwinden hinterlassen hat, nicht zurecht.
Meine Meinung: Ein Buch, das ich geschenkt bekam, ansonsten wäre ich wohl nie darüber gestolpert. Und erstaunlicherweise ist es auch ein Buch mit einem Schreibstil, den ich normalerweise meide, mit einer Geschichte, die mir normalerweise viel zu langsam erzählt wurde, mit Protagonistinnen, die mir normalerweise zu ruhig wären. Doch Die Kunst des Verschwindens schafft es eine Geschichte zu erzählen, die mich zu faszinieren wusste, bei der ich wie im Fiebertraum immer weiter gelesen habe und mich immer weiter in Vermutungen verstrickt habe. Eine Geschichte, die mich immer wieder zu überraschen wusste, die mich immer wieder zu schocken wusste, die einfach nicht vorhersehbar war. Wir starten bei einer Zufallsbekanntschaft in Berlin, doch landen irgendwie sogar in den Pariser Untergrund und ich kann gar nicht so genau beschreiben, wie dieses Buch es hinbekommen hat, dass das alles sinnvoll und logisch erscheint, obwohl es eigentlich sehr wild wirkt und doch so eine Ruhe ausstrahlt, die auf einen übergeht. Es war definitiv mal eine ganz andere Leseerfahrung und hat mich aus meiner üblichen Komfortzone geholt.
Habt ihr eins der Bücher gelesen? Wie fandet ihr sie?
Dass Hollywood auch gut japanische Romane verfilmen kann, hat vorletztes Jahr bereits Bullettrain eindrucksvoll bewiesen. Da wurde jedoch der eher ruhige Grundton des Buches, wie bei japanischen Romanen auch üblicher, bewusst ins Hollywood-Actiongenre gesteckt. Bei All of us strangers, das lose auf dem Buch von Taichi Yamada basiert, ist genau dies nicht der Fall. Warum der Film auf ganz andere Art berührt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Adam lebt in einem fast leeren Hochhaus und arbeitet an einem Buch. Dabei trifft er auf Harry, den einzig anderen Bewohner des Hauses. Sie kommen sich schnell näher und Adam beschließt sich seiner Vergangenheit zu stellen und reist zu seinem Elternhaus. Doch obwohl diese bereits vor vielen Jahren verstorben sind, ist es bewohnt.
Meine Meinung
Einsamkeit ist wohl eine der gemeinsten Emotionen. Wir empfinden sie in den unterschiedlichsten Situationen. Alleine und verlassen, aber auch umringt von Menschen. All of us strangers widmet sich genau dieser Emotion in all seinen Facetten. Ein Hochhaus mitten in der Großstadt, wo man meinen sollte, so umringt von Menschen kann man gar nicht einsam sein, und doch gleich zwei einsame Seelen allein in dem neuen Komplex. Sie finden zusammen und doch bleibt ein Gefühl von Einsamkeit. All of us strangers ist ein Film, der über seine komplette Länge sehr ruhig erzählt wird. Kaum ein wirklich „aufregender“ Moment ist dazwischen. Er lullt einen mit seinem langsamen Aufbau ein und wiegt einen gleichzeitig in Sicherheit. Doch Sicherheit ist etwas, was dieser Film nicht bietet. Denn jede Szene ist lediglich ein Anlaufnehmen, um einem immer wieder die kleinen Momente um die Ohren zu hauen. Die einem das Gefühl von Familie und gleichzeitig von Verlust vermittelt. Vom Finden und vom wieder Verlieren. Ein Film, der einen in den Arm nimmt und doch zitternd alleine lässt. Je weniger man vorher von dem Film weiß, desto erbarmungsloser ist er. Wir haben eine Liebesgeschichte, die einem so viel gibt und doch wieder so viel nimmt. Die Szenen mit Adams Eltern berühren einen und lassen einen im Film ankommen, nur um dann wieder mit Einsamkeit und Verlust konfrontiert zu werden. Und während ich all meine Empfindungen während dieses Film hier versuche in Worte zu fassen, kann ich die Essenz des ganzen doch nicht ausreichend formulieren, um dieser kleinen Perle gerecht zu werden. Dies ist kein Feelgood Film. Dies ist ein Film, bei dem man eine Menge Taschentücher braucht, obwohl er nie offensichtlich auf die Tränendrüse drückt. Aber er weiß, wo er ansetzen muss und einzelne Aspekte beinahe im Nebensatz erwähnt, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen. Es ist ein Film, der einen nicht einfach ziehen lässt. Er verändert einen und aus dem Kinosaal zu kommen und auf einmal wieder von einer lärmenden Menschenmenge umgeben zu sein, war so surreal, wie ich es sonst selten nach einem Film empfinde. Während die Bilder meist eher einfach gehalten wurden, sind es gerade die Schauspielenden, die hier alles geben und alles aus dem Film rausholen. Man hätte keinen besseren Cast für den Film finden können und das weder Film noch Darsteller*innen bei den Oscars berücksichtigt wurden, ist eine Schande.
Das Fazit
All of us strangers ist ein Film, der einem gerade durch seine ruhige Erzählart zerstört. Man wird eingelullt durch die unaufgeregten Bilder und den tollen Cast, nur damit einem die Geschichte dann den Boden unter den Füßen wegzieht. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.
All of us strangers läuft seit dem 08.02.2024 in den deutschen Kinos
Eigentlich hatten die Marvel Serien bisher immer einen eigenen Beitrag. Nachdem nun aber wieder in kürzester Zeit gleich drei Serien erschienen sind, wobei es sich bei What if und Loki um die zweiten Staffeln handelt und bei Echo um den Auftakt der Spotlight-Reihe, wurde es einfach zu viel. Daher nun hier alles nochmal im Schnelldurchlauf.
Loki – Staffel 2
Die Handlung: Nachdem Sylvie Jenem, der bleibt, getötet hat, bricht Chaos in der TVA aus, da zu viele neue Abzweigungen entstehen. Loki springt zeitgleich unkontrolliert in der Zeit, was sich als „Zeitzerrung“ herausstellt. Zusammen mit Mobius, dem Techniker Ouroboros und Hunter B-15 versuchen sie das Zusammenbrechen des Webstuhls der Zeit zu verhindern. Dafür müssen sie Sylvie finden, die jedoch gar nicht daran denkt, etwas zu ändern. Doch das Ende der Zeit steht bevor.
Meine Meinung: Die erste Staffel von Loki war als dritte Serie noch erstaunlich erfrischend und kam noch vor der völligen Übersättigung raus. So gehört sie wohl auch mit zum besten, was Disney serientechnisch im MCU rausbrachte. Die zweite Staffel war damit irgendwie die Hoffnung auf nochmal ein bisschen guten Content. Aber sie hatte das gleiche Problem, wie viele Serien im MCU: Sie hatte nicht genügend Handlung für eine ganze Staffel. Und so kommt Loki in der zweiten Staffel eigentlich mit einer spannenden Geschichte, tollen Einfällen und vor allem einer faszinierenden Optik da, verennt sich aber gleichzeitig in Wiederholungen und irgendwie endet jede Folge so im Nichts. Das ändert sich erst im Staffelfinale, dass erzählerisch nochmal alle Register zieht und im wohl epischsten Finale der MCU Serien endet. Da wird man durchaus nochmal positiv auf die Serie gestimmt, der Weg ist aber lang und steinig. Nicht nur mit dem Auftauchen von Ke Huy Quan als Ouroboros, auch mit den allgemeinen Wirrungen der Zeit-Geschichte wird wohl versucht den Hype um Everything, Everywhere all at once anzuknüpfen, schafft es aber nicht die Zeit-Geschichten logisch zu halten bzw. so abgedreht zu werden, dass die Logik auch wieder egal ist. So bleibe ich bei der zweiten Staffel deutlich unentschlossen, ob sie mir gefallen hat oder nicht, obwohl sie wohl die stärkste Staffel war, die Marvel seit Hawkeye hervorgebracht hat.
What if… – Staffel 2
Die Handlung: Eine weitere Reihe von alternativen Geschichten aus dem MCU. Was wäre zum Beispiel, wenn Nebula für das Nova Corps rekrutiert worden wäre? Oder wenn Iron Man auf den Grandmaster treffen würde?
Meine Meinung: Eine weitere zweite Staffel, die wohl zu erwarten war, hat die erste zwar nicht überzeugt, aber bietet sie gefühlt unendliche Möglichkeiten, was passieren könnte. Leider funktionieren die einzelnen Folgen auch hier nur bedingt, da die Geschichten meist wenig innovativ sind. Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber meist sind es normale Geschichten, die wir bereits kennen, nur dass ein Charakter ausgetauscht wurde. So war Iron Man beim Grandmaster doch einfach nur Thor 3, nur eben mit Iron Man und in Kürzer – was die Geschichte aber auch nicht besser gemacht hat. Abgesehen von einer neuen Originalgeschichte, die irgendwie für Echo eine Bedeutung zu haben schien, aber irgendwie dort auch wieder nicht aufgegriffen wurde, bleiben wir auch bei den altbekannten Charakteren. Selbst das Finale ist irgendwie wieder eine Art des Finales der ersten Staffel und kommt daher sehr unspannend daher. Wirklich gefallen hat mir nur eine Folge, in der Hera auf Shang-Chi traf, alle andere hat man halt irgendwie gesehen, ohne sie richtig wahrzunehmen.
Echo – Staffel 1
Die Handlung: Maya Lopez hat Kingpin erschossen. Nun versucht sie seine Institution, der sie selbst einmal anhörte, zu destabilisieren. Dabei macht sie sich jedoch eine Menge Feinde. Für Unterstützung muss sie in ihre Heimatstadt zurückkehren. Doch nicht alle dort, nehmen sie mit offenen Armen wieder auf.
Meine Meinung: Hawkeye gehört bisher noch immer zu meiner liebsten MCU Serie, drehte sie sich doch um meinen Lieblingsavenger und hatte eine funktionierende Handlung. So richtig die Notwendigkeit aus der Figur Mara Lopez eine eigene Serie zu machen, hat sich mir nicht erschlossen, war sie doch eher blass geblieben, nachdem feststand, dass sie nicht die Hauptantagonistin in Hawkeye war. Dennoch hatte sie eigentlich spannende Aspekte, die man bestimmt gut ausarbeiten konnte. Aber nicht so, wie es passiert ist. Denn auch Echo hat das gleiche Problem, wie viele Serien des MCU. Sie erzählt zeitgleich zu viel und zu wenig. Also sie macht viele Handlungsstränge auf, beendet aber kaum einen. Stattdessen hält sie sich viel zu lange mit wenig sinnvollen Szenen auf und dreht sich permanent im Kreis. Und auch wenn Vincent D’Onofrio als Kingpin bisher super funktioniert hat, war die Wiederbelebung nach Hawkeye leider nicht gut durchdacht, wird die Figur des Kingpin doch immer blasser. Sie lebt mehr von ihrem Mythos, aufgebaut in der vor MCU Zeit in Daredevil, als dass sie hier noch erschrecken kann. Leider ist die Geschichte in Echo auch voller Logiklöcher und widerspricht sich im zeitlichen Ablauf immer wieder selbst. So gern ich auch die Repräsentation der indigenen Bevölkerung und der Gehörlosen hier hervorhoben möchte, so wurden doch beide Themen entweder kaum angesprochen oder es wurde sich sehr leicht gemacht. Wenn die eine Gehörlose Person seit Jahrzehnten nicht mehr im Dorf ist und trotzdem noch alle perfekt Gebärde können, klingt das leider nicht sehr logisch. Vielleicht hätte Echo als Fernsehfilm gut funktioniert, weil sie sich dann auf das wichtigste hätte beschränken müssen und sie wäre nicht so lang gezogen worden, oder vielleicht hätten mehr Folgen geholfen, dass alles angedeutete auch richtig umgesetzt worden wäre. Aber so wie es abgeliefert wurde, ist es einfach nur eine weitere Enttäuschung aus dem Hause Marvel.
Habt ihr eine oder mehrere davon gesehen? Wie fandet ihr sie?