Kong – Skull Island

Am 09.03.2017 erschien ein neuer Film über King Kong in den deutschen Kinos.

Ein Forschungsteam bricht zusammen mit einer Militäreskorte zu einer bisher unentdeckten Insel auf. Doch dort finden sie nicht nur einen rießigen Affen vor, der ihre Hubschrauber vom Himmel holt, sondern noch ganz andere Geschöpfe. Werden sie es von der Insel lebend wieder herunterschaffen?

Über King Kong wurden bereits unzählige Filme gedreht. Immer wieder drehte es sich um seine Vorliebe für die eine Frau, die er auf das Empire State Buildung entführte. Doch mit Kong wurde nicht die gleiche Geschichte wieder erzählt, sie wurde aber auch nicht komplett neu eingefangen. Aber immerhin blieb diesmal das Empire State Building verschont. Bereits 2014 wurde mit Godzilla ein altes Monster neu belebt. In diesem neu geschaffenem „Universum“, soll nun auch Kong spielen, damit es in ein paar Jahren dann den Zweikampf der Giganten geben kann: King Kong vs. Godzilla.
Aber zunächst zu Skull Island. Im Jahr 1972 ist der Vietnam-Krieg so gut wie beendet und die Erfahrung ist noch schmerzlich im Kopf der amerikanischen Bevölkerung. Diesen Moment nutzen Bill Randa und sein Assistent Houston Brooks von der Regierungsorganisation Monarch, um finanzielle Hilfen und eine Militäreskorte zu einer erst durch Zufall entdeckten Insel zu erhalten, die sie erforschen wollen. Lieutenant Colonel Packard und seine Truppe werden aus dem Vietnam direkt zu diesem Einsatz abberufen. Gleichzeitig verpflichten Randa und Brooks den Pfärtenleser und Söldner Captain James Conrad für eine großzügige Summe für ihre Mission. Um den Trupp zu vervollständigen schließt sich selbstständig noch die Kriegsfotografin Mason Weaver an. Alle zusammen durchfliegen den Sturm, der dauerhaft um die Insel kreist, nur um zu merken, dass sie dir Insel besser nicht betreten hätten. Denn der rießige Affe Kong, der sie begrüßt und alle Hubschrauber vom Himmel holt, ist nur der Anfang der Schrecken der Insel.
Zu viele Namen in der Filmbeschreibung? Das könnte daran liegen, dass Kong – Skull Island mit viel zu vielen Haupt/Nebencharakteren auffährt. Dabei wird keiner richtig charakterisiert, aber bei jedem wird es versucht. Das für diese halbherzigen Charaktere aber viele durchaus bekannte und erfolgreiche Schauspieler gecastet wurden, beweist eher das Geschick der Marketingabteilung als der Castingabteilung. Denn Namen wie Tom Hiddleston, Brie Larson, Samuel L. Jackson, John Goodman und John C. Reilly lassen eigentlich auf ein sehr gute schauspielerische Qualität im Film schließen. Ihre Rollen hat auch keiner schlecht gespielt, allerdings waren die Aufgaben sehr eingeschränkt und klar verteilt. Larson war lediglich dafür da, um eine Frau im Team zu haben und ständig die Kamera vor das Gesicht zu halten, Hiddleston war als sympathischer Schönling engagiert, der regelmäßig ein paar Personen rettet und den Gegenpol zu Samuel L. Jackson gab, der wiederum nur dafür da war böse zu gucken und die Dynamik des Teams zu brechen. Hier wurden gute Schauspielnamen eindeutig verschleudert, da die Charaktere auch einfach von unbekannteren Darstellern hätte übernommen werden können.
Auch die Handlung ist sehr einfach gestrickt. Lasst uns die Insel erforschen, wir hätten nie herkommen sollen, wie kommen wir jetzt wieder runter von der Insel. Damit ist alles zusammengefasst. Was allerdings nicht heißen soll, dass es sich bei Kong – Skull Island um einen schlechten Film handelt. Denn bildgewaltige Action, Kämpfe mir riesigen „Monstern“ und einer Menge netter Oneliner, die einen zum schmunzeln brachten, waren in Hülle und Fülle vorhanden. Und genau dies war nach Beschreibung und Trailer zu erwarten. So erfüllt er letztendlich die Erwartungen, durch einige „Schönheitsfehler“, wie beispielsweise die Schnittweise wechselnde Tageszeit, und teilweise sehr klitscheehafte Entwicklungen, schafft er aber nicht den Sprung zu einem wirklich herausragenden Film. Trotz einiger schöner Klitscheebrecher und unvorhersehbaren Wendungen, hält sich Kong ein bisschen zu sehr an dem bereits Bekannten.

Alles in allem erfüllt Kong – Skull Island die Erwartungen, schafft aber nicht den Sprung darüber hinaus. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Eine Million Minuten

Neulich wanderte nach Empfehlung wieder ein neues Buch in mein Regal, bei dessen Titel ich immer wieder überlegen muss, wie viele Nullen nun diese gewaltige Zahl hat.

Wolf Küper ist Tropenforscher und Gutachter bei den vereinten Nationen. Er jettet regelmäßig rund um die Welt und verpasst dabei das Leben zu Hause in Bonn, wo Frau Vera, Baby Simon und seine Tochter Nina auf ihn warten. Bis Nina sich eines Abends wünscht, dass sie eine Million Minuten zur Verfügung hätten, nur für die schönen Dinge im Leben. Daraus resultierte eine Reise, die die ganze Familie veränderte.

Natürlich weiß ich, dass eine Million sechs Nullen hat. Aber trotzdem ist es eine Zahl, die man nur schwer fassen kann. Als ich das Buch anfing zu lesen, dachte ich, dass eine Million Minuten eine gar nicht soo lange Zeit sein kann, immerhin geht eine Minute relativ schnell vorüber. Bis ich zum Taschenrechner griff. Eine Million Minuten sind fast 2 Jahre, also doch eine ziemlich lange Zeit. Was kann man alles machen, wenn man eine Million Minuten nur für die schönen Dinge im Leben Zeit hätte? Und was sind die schönen Dinge? Und wie verläuft die Erziehung, wenn das eigene Kind eine Behinderung hat? Genau diesen Fragen stellt sich das Buch bzw. Wolf Küper als Autor und Protagonist. Denn dies ist eine zu 100% wahre Geschichte.
Wolf Küper hat viele Jahre studiert, überall auf der Welt Praktika absolviert und jede Menge geforscht, um seinen Traum als Tropenforscher wahr zu machen. Endlich ist er auf der Karriereleiter so weit, dass er als Berater für die vereinten Nationen arbeiten kann. Er verdient ein Haufen Geld, kann sich die teuersten und schönsten Sachen leisten und arbeitet an immer anderen Stellen auf der Welt. Klingt nach einem spannenden und erstrebenswerten Leben? Das dachte Wolf auch, bedachte dabei aber nicht, dass seine Familie damit weniger glücklich ist. Denn seine Frau Vera ist oft wochenlang mit den beiden Kindern alleine zu Hause. Simon, noch ein Baby, ist dabei das kleinere Problem, denn die vierjährige Nina ist sehr grobmotorisch veranlagt und auch geistig ein bisschen zurückgeblieben. Das würden die Ärzte allerdings nie so ausdrücken, sondern verstecken sich lieber hinter einem großen Haufen Fachvokabular. So beschließt Wolf zunächst seine große Beförderung aufzugeben und zurück zu der Familie nach Bonn zu ziehen. Aber selbst da ist das Leben von Hektik und Terminen bestimmt, was mit einem Kind, das fünf Minuten zum Anziehen einer Socke braucht, nicht unbedingt erleichtert wird. Eines Abends erzählt Tochter Nina Wolf, dass sie sich eine Million Minuten wünscht, nur für die schönen Dinge im Leben. Die schönen Dinge im Leben sind für Wolf erst ein Rätsel, doch letztendlich lassen er und seine Frau Vera sich auf das Experiment ein. Und verlassen Deutschland für eine Million Minuten. Dabei lassen sie zunächst nur das alte Leben hinter sich, bald aber auch ihre alten Denkmuster und lernen das Leben noch einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel kennen.
Wolf Küper hat eine ganz eigene Art seine Geschichte zu erzählen. Denn statt vieler lustiger Anekdoten von ihrer Reise oder einem ganz genauen Bericht, wann sie wo waren, beschränkt er sich eher auf die Ereignisse, die sein Denken verändert haben. So lernt man zunächst den zielstrebigen Businessmann kennen und erlebt ganz langsam, wie sich seine Denkweise ändert und ganz unterschwellig ändert sich auch die eigene Sicht auf bestimmte Themen. Ganz nebenbei lernt man verschiedene Personen kennen, die einem immer wieder schöne Lektionen mit auf den Weg geben. Auch wenn man das Buch aus den Händen legt, trägt man irgendwo noch einen Gedanken mit sich herum, der aus dem Buch entsprang. Als zweites großes Thema, neben dem Freimachen vom Alltag, ist die Erziehung von Nina. Denn auch sie hat viele Träume, beispielsweise wäre sie später gerne Feuerwehrfrau. Aber mit ihrer Behinderung wird ihr Traum wohl kaum in Erfüllung gehen. Aber wie bringt man dies einem Kind bei? Zerstört man sofort all ihre Träume und sieht zu, wie sie immer sofort aufgibt, wenn etwas nicht beim ersten Versuch funktioniert? Oder sieht man zu, wie sie sich für den Versuch quält? Auch hier findet Küper genau den richtigen Ton, um mögliche Erziehungswege abzuwiegen und gerade hieraus resultieren die schönsten Gedankenwege.
Eine Million Minuten ist mit ca. 250 Seiten sehr kompakt erzählt und hat so keine Längen, ist aber auch nicht zu kurz geraten. Ein richtiger Spannungsbogen kommt hier nicht auf, ist für die Art des Buches aber auch nicht nötig. Wer sich von der Grundhandlung nicht angesprochen fühlt, sollte die Finger vom Buch lassen, denn mehr hat es nicht zu bieten. Aber wer sich gerne einmal andere Denkmuster anhören will oder sich einfach nur von Nina verzaubern lassen möchte, dem lege ich das Buch nah. Mein Herz hat es berührt.

“Eine Million Minuten” wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!

Aus dem Tagebuch einer Kranken #1

Hallo ihr Lieben,
gerne würde ich euch hier Kritiken aus dem aktuellen Kinogeschehen präsentieren, aber leider hatte mich eine garstige Erkältung ans Bett gefesselt. Damit ihr aber nicht komplett auf Kritiken von mir verzichten müsst, will ich euch nun in Kurzform meine Krankenbett Unterhaltung präsentieren. Also was DVD-Regal, Netflix und Co. zu bieten hatten.

Die Filme:

Das brandneue Testament:

Eine relative Neuerwerbung in meinem DVD-Regal, nachdem ich den Film damals im Kino verpasst hatte. Gott existiert. Er lebt in Brüssel und ist ein tyrannisches Arschloch, der Spaß daran hat, die Menschheit ins Unglück zu stürzen. Bis eines Tages seine Tochter die Todesdaten an die Menschheit schickt, seinen Computer lahm legt und auf die Erde kommt, um sich sechs neue Apostel zu suchen.
So wirklich die Komödie, die ich erwartet hatte, habe ich leider nicht bekommen (verflucht seist du unrealistischer Trailer). Aber glücklicherweise gab es trotz der Suche nach Aposteln wenig Geschwafel über Glauben und Religion. Stattdessen werden eher sehr seltsame Menschen vorgestellt, die den Film aber einen gewissen Charme geben.

Der kleine Prinz:

Die Verfilmung des Bestsellers. Jedoch wird hier eine neue Geschichte gesponnen, um dann immer episodenartig aus dem Buch zu erzählen. Eine Kurzkritik habe ich bereits hier geschrieben.

Die Hexe und der Zauberer:

Einer meiner liebsten Disneyklassiker hat endlich seinen Weg in mein DVD-Regal gefunden (und das ganz ohne Hokedipokedi 😉 ). Die Disney Variante der Artussage, zumindest wie Arthur als Knappe auf Merlin trifft und schließlich das Schwert im Stein findet. Das ganze ein bisschen ausgeschmückt mit neuen Charakteren und wichtigen Lektionen (Hin und her, leicht und schwer, ja so ist der Lauf der Welt *sing*) macht einen absolut herrlichen, charmanten und lustigen Film, den ich mir seit meiner Kindheit immer wieder ansehen kann.

DUFF – Hast du keine bist du eine

Ein Film über das Schubladendenken an Highschools. Kein absolut neues Material, aber doch brachte er etwas neuen Wind ins Genre. Auch hier schrieb ich bereits eine etwas ausführlichere Kritik.

The Expendables

Vorsichtig wagte ich mich auch an einen der Filme, die mein Freund mit in die Beziehung brachte. So kam es, dass ich mir den Film ansah, von dem ich nur wusste, dass die ganzen „alten“ Actionhelden zusammengetrommelt wurden. Da ich aber von den „guten alten Actionfilmen mit den guten alten Actionshelden“ á la Rambo und co. aber nichts gesehen habe, konnte ich auch mit den Gesichtern nur wenig anfangen. Vielleicht fehlte mir dadurch der Nostalgiefaktor, denn ich bekam einen sehr durchschnittlichen Actionfilm geliefert. Schön gefilmte Actionszenen, aber wenig Handlung und irgendwo doch zu viele Charaktere, um komplett durchblicken zu können.

xXx – The next Level

Nachdem ich neulich den dritten Teil im Kino sah,beschloss ich, dass es Zeit wurde endlich auch einmal den zweiten Teil der Triple-X Reihe mit Ice Cube statt Vin Diesel in der Hauptrolle anzusehen. Hier merkt man deutlich, dass Diesel doch irgendwo den Charme der Reihe ausmachte und er mit Cube nicht so Recht funktionieren will. Das liegt allerdings weniger am Schauspiel, als vielmehr an der etwas plumpen Handlung, der Witz und Originalität fehlt. Selbst Schauspielnamen wie Samuel L. Jackson, Scott Speedman und Willem Dafoe konnten hier nichts retten. Dafür waren die Actionsequenzen auch wieder gut choreographiert und gefilmt.

Wild Things

Auf Empfehlung landete dieser Film übergangsweise in meinem DVD-Regal und wartete nun darauf gesehen zu werden. Zwei Schülerinnen werfen aus heiterem Himmel einem allseits beliebten Lehrer Vergewaltigung vor. Die Polizei ermittelt und die Meinung scheint schnell überall festzustehen. Doch was ist wirklich passiert? Über den Film kann man nicht viel sagen, ohne nicht gleich zu spoilern. Zunächst scheint der Film sehr einfach gestrickt zu sein und auch beim Zuschauer steht schnell eine Meinung fest. Doch dann dreht sich der Film um 180° und alles, was man vorher zu wissen glaubte, wird auf den Kopf gestellt. Dadurch wird der Film aber weder wirklich spannend, noch wirklich Originell.

Die Serien:

Lucifer
Staffel 1

Lange Zeit war ich großer Fan von Crimeserien. Sei es Lie to me, Bones, CSI New York, ich habe sie verschlungen. Doch irgendwann fehlte mir das gewisse Etwas und ich habe mich aus dem Genre Crime verabschiedet. Doch nun lächelte mich eine neue Serie an. Ihr Name Luzifer. Benannt nach ihrem Protagonisten dem Fürst der Hölle höchstpersönlich. Doch dieser hat die Nase von der ewigen Folterei voll und hängt seine Aufgabe an den Nagel gehängt. Während er sich eine Bar aufgebaut hat, lernt er durch Zufall Detective Chloe Decker kennen. Sie scheint die einzige zu sein, die nicht auf seine teuflischen Beeinflussungen reagiert. Um diesem Phänomen genauer nachzugehen, hängt sich Lucifer immer wieder an ihre Fersen und geht ihr damit gewaltig auf die Nerven.
Lucifer bewegt sich irgendwo zwischen Humor und Crime und bietet damit endlich neuen Stoff im Crimebereich. Die Charaktere sind alle interessant und vielschichtig gezeichnet. Gerade Chloe Decker ist eine schöne Bereicherung im Feld der starken Serienfrauen. Denn sie packt ihren stressigen Beruf, ist alleinerziehende Mutter und kriegt irgendwie noch ihre komplizierte Familie unter einen Hut. Aber sie ist trotzdem nicht allmächtig oder perfekt. Sie hat ihre Ecken und Kanten, ihre Stärken und auch einige Schwächen, macht Fehler wie jeder andere, hadert mit den Erziehungsmethoden und hält trotzdem immer die Ohren steif.
Der größte Pluspunkt ist jedoch Lucifers großes Ego und seine oftmals schwarzhumorigen Sprüche. Ich wurde in der ersten Staffel definitiv gut unterhalten und warte nun begierig auf mehr.

Castle
Staffel 1&2

Die Serie wurde mir bereits vor Jahren empfohlen, aber Amazon hat sie erst jetzt in ihr Primeangebot aufgenommen. Zudem war ich nach Lucifer ganz begierig auf noch mehr Crime und das ganze bitte mit schön viel Humor gesalzen. Und genau das bekam ich geboten, so dass ich diese Serie noch schneller verschlang als Lucifer. Denn Rick Castle ist eigentlich erfolgreicher Autor mehrer Krimibestseller. Doch nach vielen Erfolgen gingen ihm letztendlich die Ideen aus und er brauchte neue Inspiration. Als er auf Detective Kate Beckett trifft, inspiriert diese ihn eher unfreiwillig für eine neue Romanfigur namens “Nikki Heat”. Durch seine Beziehungen zum Bürgermeister schafft Castle es, Beckett dauerhaft bei den Ermittlungen folgen zu dürfen. Dadurch entsteht ein etwas ungleiches Gespann, was umso mehr Witz mit sich bringt. Genauso wie bei Lucifer sind es hauptsächlich der Witz und die guten Dialoge, die den Reiz der Serie ausmachen und den Unterschied zur durchschnittlichen Crimeserie, auch wenn sich hier kaum schwarzer Humor wiederfindet. Definitiv eine Serie, die ich noch lange weiter suchten werde.

Black Mirror
Staffel 1

Viel zu lange lag diese Serie auf meiner Netflix Watchlist und wartete darauf, dass ich sie mir endlich ansah. Krankheiten haben eben doch etwas Gutes, nämlich dass man genau das aufarbeiten kann. So wagte ich mich letztendlich an diese Serie von der ich bisher nur wusste, dass es im Allgemeinen um Dystopien geht. Genauer kann man die Serie auch nicht wirklich beschreiben, da jede Folge mit ca. 60 Minuten ein eigener kleiner Minifilm ist. Neue Handlung, neues Setting, neue Darsteller. Die einzige Verbindung ist, dass man schnell merkt, dass irgendetwas faul ist und es sich daher immer um Dystopien handelt. Dabei sind die Erfindungen oder der Handlungsrahmen zwar immer stark überspitzt, aber trotzdem irgendwo doch denkbar und hat immer genug realitätsbezug um beängstigend zu sein. Black Mirror muss man mögen, um es zu sehen. Wer mit dieser Art der Geschichtenerzählung nichts anfangen kann, oder immer etwas braucht, um mit den Charakteren warm zu werden, dem ist diese Serie nicht zu empfehlen. Andererseits wenn einem eine Folge nicht gefällt, gibt es vielleicht eine andere Folge, die einem besser gefällt. Mir hat die Serie gefallen und die nächsten Staffeln warten nun wieder um gesehen zu werden.

Die Bücher:

Bei dir ist mein Herz

Entdeckt bei der lieben Mel und schon seit ein paar Monaten auf meinem E-Reader, wobei ich immer wieder ein bisschen weitergelesen habe, aber nie genug Zeit fand. Doch die Wartezeit beim Arzt habe ich genutzt, um nun doch endlich das große Finale zu lesen. Grundsätzlich gibt es drei Handlungsstränge. Einer spielt in den 1930er und 1940er Jahren und befasst sich mit Clara Chester, die durch finanzielle Schwierigkeiten nach dem Tod ihres Vaters das Gut ihrer Familie verliert und mit ihrer Schwester nach London zu ihrer gut situierten Tante ziehen muss. Der zweite Handlungsstrang befasst sich mit Leo Anfang der 2000er, der aus beruflichen Gründen von Deutschland nach New York ziehen musste und nun seine Freundin in Deutschland schmerzlich vermisst. Der dritte Handlungsstrang befasst sich mit den Freundinnen Martha und Cecilia. Martha hat ein kleines Haus an der englischen Küste geerbt und überredet ihre Freundin Cecilia, die nach dem Tod ihres Freundes vor über einem Jahr immer noch trauert, sie zu begleiten, um sie endlich einmal aus ihren vier Wänden zu kriegen. Nach und nach setzen sich die Puzzleteile zusammen und man erfährt, warum genau diese drei Geschichten erzählt werden. June Adams schreibt ihre Geschichte bittersüß mit Höhen und Tiefen, aber leider auch immer wieder mit erheblichen Längen. Stellenweise scheint es als würden alle Charaktere auf der Stelle treten und die Beschreibungen von vergangenen Ereignissen nehmen immer wieder überhand. Aber abgesehen von diesem kleinen Makel liest sich das Buch sehr flüssig und berührt das Herz. Gerade am Anfang des Buches kommen die Wechsel zwischen den Charakteren etwas abrupt, dies bessert sich aber im Laufe des Buches. Für alle, die lachen, weinen und das gleichzeitig wollen.

Black Rabbit Hall

Um dieses Buch bin ich immer wieder herumgeschlichen, konnte mich aber nicht durchringen es wirklich zu kaufen. Umso gelegener kam es mir, als mich der Verlag anschrieb und es mir als kostenloses Testexemplar anbot (Vielen Dank dafür und an Jellybooks als Kooperationspartner!). Black Rabbit Hall heißt eigentlich Pembroke Hall, aber keiner der Familie Alton nennt es so. Hier verbringen sie ihre Sommer und entkommen so der staubigen Luft Londons. Bis zu jenem schicksalshaften Sommer. Viele Jahre später sucht das junge Paar John und Lorna eine gute Location für ihre Hochzeit an der Küste Cornwalls und treffen auch auf Black Rabbit Hall. Von der ersten Sekunde an fühlt sich Lorna merkwürdig verbunden mit diesem Haus. Ein großes Familiengeheimnis und das junge Hochzeitspaar. Gegenwart und Vergangenheit wechseln sich hier gleichmäßig ab, aber natürlich immer genau dann, wenn man unbedingt in der anderen Zeit wissen will, wie es weitergeht. Auch eine Methode die Leser am Weglegen zu hindern. Aber genau das musste ich mehrfach tun, denn die endlosen Beschreibungen von Umfeld oder irgendwelchen Kleinigkeiten ging mir schnell auf die Nerven. Das Buch wurde künstlich verlängert und das obwohl der Ausgang der Handlung schon im ersten Drittel eindeutig wurde. Es gab wenig originelle Ideen, stattdessen wurde sich stark an Stereotype gehalten. Da es aber wirklich starke Vertreter in diesem Genre gibt (ich empfehle gerne immer wieder die Bücher von Kate Morton), fällt Black Rabbit Hall leider eher negativ auf. Zumal es auch keinen Charakter gibt, der wirklich sympathisch rüberkommt und mit dem man mitfiebern wollte. Eigentlich wollte ich am liebsten alle ständig eine gepfefferte Ohrfeige geben, damit sie alle mal wieder zu Vernunft kommen. Selbst für Genrefans ist dieses Buch leider keine Empfehlung.

Weltgeschichte to Go

Für längere Autofahrten bevorzugen mein Freund und ich oftmals ein gutes Hörbuch als Alternative zum Radio. Nachdem wir die Regale des ortsansäßigen Buchladens durchstöberten, fanden wir schließlich dieses Hörbuch und Christoph Maria Herbst als Sprecher war ein nicht ganz unentscheidener Faktor.

Wo liegt der Anfang der Menschheitsgeschichte? Was waren die wichtigsten Entwicklungen, die größten Schurken und die wahren Helden der Weltgeschichte? Auf nur 280 Seiten bzw. in unter sechs Stunden schafft Weltgeschichte to Go die wichtigsten Stationen aufzugreifen und pointiert wiederzugeben.

Bei „to Go“ denkt bestimmt jeder erst einmal an einen Kaffee, den man sich unterwegs schnell kauft und damit weiterhetzt. Doch klappt das auch mit der Weltgeschichte – also per Definition die gesamte Geschichte seit dem Urknall? Die Geschichte, die grundsätzlich in mehreren Tausende von Seiten dicken Buchbänden beschrieben wird? Und selbst in diesen werden meist nur die Hochkulturen bzw später die westliche Welt berücksichtigt. Doch Alexander von Schönburg hat sich davon nicht beeindrucken lassen und auf nur 280 Seiten das wichtigste zusammengefasst und somit die Weltgeschicht zum mitnehmen erschaffen. Schon im Vorwort hat macht er deutlich, dass sein Buch sich nur wenig mit Jahreszahlen beschäftigt und schon gar nicht als vollständiger Überblick genutzt werden kann. Stattdessen erzählt er Episodenartig zu verschiedenen Themen. So befasst er sich mit den ersten Hochkulturen, mit den größten Schurken, den wahren Helden, räumt mit Geschichtsirrtümern auf und schafft es sogar die Kunstgeschichte miteinzubeziehen. Dabei betont er immer wieder, dass es sich um seine sehr subjektive Auffassung der Geschichte handelt. Am Ende jedes Kapitels hat er immer noch zu einem neuen Thema eine Top 10 Liste, zu einem immer passenden Thema zum Vorgängerkapitel.
Weltgeschichte to Go ist kein Buch für jemanden, der sich effektiv mit Geschichte auseinander setzen möchte, denn die beschriebenen Fakten sind sehr wenige. Auch dient es keinesfalls als Lehrbuch. Aber wer sich pointiert mit einzelnen „Events“ aus der Geschichte befassen möchte, der sich auf eine sehr subjektive Aufassung von der Weltgeschichte einlassen kann und wer durchaus gewillt ist auch einmal etwas über die Geschichte zu schmunzeln, der ist mit Weltgeschichte to Go gut bedient. Denn der Reiz des Buches liegt gerade in seiner Kürze. So taucht man als Leser/Hörer für eine Weile in vergangene Zeiten ein, ohne sich gleich darin zu verlieren.
Christoph Maria Herbst als Sprecher ist grundsätzlich eine gute Idee, schließlich hat erst seine Stimme „Er ist wieder da“ zu einem unverwechselbaren Hörerlebnis gemacht. Doch diesmal hat er so seine Probleme bei der Betonung. Die Konsonanten stößt er praktisch heraus, so dass man beim Hören regelmäßig aufschreckt. So gut er eigentlich vorlesen kann, hier stört seine Art definitiv das Hörvergnügen.

Alles in allem ein kurzes humorvolles Werk, das die Geschichte einmal aus einem ganz anderen Winkel zeigt, wobei das Hörbuch selbst nicht zu empfehlen ist.

A Cure for Wellness

Am 23.02.2017 erschien eine neue deutsch-amerikanische Koproduktion in den deutschen Kinos.

Mr Lockhart wird von seiner Firma beauftragt das Vorstandsmitglied Mr Pembroke aus einem Wellness-Resort in den Schweizer Alpen abzuholen. Doch sobald Lockhart in der Schweiz ankommt, scheint Mr Pembroke verschwunden zu sein und er findet sich nach einem Autounfall selbst in dem Resort wieder. Dort geht er den merkwürdigen Vorkommnissen auf den Grund.

Viele denken bei Urlaub an Sonne Strand und Meer. Auch bei Urlaub in der Schweiz gehen die Gedanken schnell einen genauen Weg. Lange Wanderungen durch die Alpen, Skiurlaub und ähnliches. Das Wellness-Resort in A Cure for Wellness passt auf dem ersten Blick nicht in unser Bild von einem schönen Urlaub. Denn zum einen liegt das luxuriöse Resort sehr abgeschieden und die Dorfbewohner am Rande des Berges, scheinen einen regelrechten Groll gegen die Besucher zu haben. Zum anderen wirkt das Resort nicht sehr einladend. Diesen Eindruck erweckt das Resort auch auf den Protagonisten des Films Mr. Lockhart. Jung, ehrgeizig und hart arbeitend, versucht er in seinem Unternehmen schnell aufzusteigen. Als eine Fusion bevorsteht, wird das Vorstandsmitglied Mr Pembroke benötigt. Dieser befindet sich jedoch in einem Wellness-Resort in der Schweiz. Auf den Rückruf für die Fusion antwortet Pembroke mit einem sehr undurchsichtigen Brief, dem nur zu entnehmen ist, dass er wohl nicht mehr zurückkehren wird. So wird Mr Lockhart losgeschickt, um Mr Pembroke zurück zu holen. Dies gestaltet sich jedoch als schwieriger als zunächst angenommen, zumal Mr Pembroke kurz nach Lockharts Ankunft scheinbar spurlos verschwindet. Auf der Rückreise ins Dorf wird Lockhart jedoch in einen Autounfall verwickelt und wacht am nächsten Tag mit eingegipsten Bein wieder im Resort auf. Dort lernt er den Leiter des Resorts Dr. Volmer kennen, der sich zuvorkommend und verständnisvoll gibt. Doch sobald Lockhart anfängt etwas zu graben, stößt er auf Ungereimtheiten und merkt schnell, dass hier irgendetwas nicht stimmt.
A Cure for Wellness baut sehr schnell eine starke Atmosphäre auf, bei der ein leichtes Gruseln einen immer begleitet. Dafür sind kein gruseliger Soundtrack oder andere beliebte Horrorelemente nötig, sondern es ist eher dieses Gruseln, weil man sofort merkt, dass dort etwas nicht stimmt.
Die Handlung ist verstrickt, so dass man das Ende nicht gleich vorhersehen kann. Auch am Anfang vermutete Parallelen zu ähnlichen Filmen bewahrheiten sich nicht, was dem Film einen eigenen Stellenwert gibt. Nach jeder scheinbaren Lösung bzw. Nach jedem Hinweis, verstrickt sich die Handlung weiter und man weiß erst am Ende, wie genau jetzt alles zusammenhängt. Das Ende selbst ist zwar ein wenig abgedreht, bleibt aber im Bereich des Akzeptablen. Grundsätzlich unterscheidet es sich aber von der im Vorhinein aufgebauten Stimmung her stark.
Neben der Atmosphäre wird der Film vor allem von den guten schauspielerischen Leistungen getragen. Während man bei Hauptdarsteller Dane deHaan als Mr Lockhart immer wieder zwischen Sympathisch und Arschloch (vor allem am Anfang) schwankt, ist es vor allem Jason Isaacs als Dr. Volmer, der mit seiner ganz eigenen Art überzeugen kann. Wer ihn in Harry Potter als Lucius Malfoy erlebt hat, weiß, wie leicht Isaacs mit ein bisschen Mimik und wohl gewählten Worten eine ganz eigene Stimmung verbreiten kann. Mia Goth als Hannah hingegen merkt man an, dass sie noch Schauspielerfahrung sammelt. Sie spielt ihre Rolle durchaus souverän, aber es fehlt ihr etwas an Mimik und erinnert stellenweise leider sehr an Kristen Stewarts ausdrucksloses Spiel.
Die Spannung im Film wird sehr schnell durch die Atmosphäre im Wellness-Resort aufgebaut. Obwohl der Film mitunter etwas ruhig erzählt wird, hält sich die Spannung durch die offenen Fragen auf einem guten Niveau und steigert sich immer wenn Mr Lockhart kurz davor ist, wieder ein neues Geheimnis aufzudecken oder eine vorher im Raum stehende Frage beantworten will. So bleibt man trotz der relativ langen Spielzeit von 150 Minuten permanent an den Kinostuhl gefesselt und merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht.

Alles in allem ein spannender und sehr atmosphärischer Film. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst, aber nicht vergessen – Oscarspecial

Hallo ihr Lieben,
die Oscarverleihung steht kurz bevor, und bei mir laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Da leider die meisten Oscar nominierten Filme erst im Januar und Februar in Deutschland anlaufen, sind diese Monate bei mir immer sehr voll mit Kinobesuchen. Da das Kino in meiner neuen Heimatstadt mich leider etwas im Stich gelassen hat (hier läuft gefühlt nur Star Wars und Fifty Shades of Grey), waren mitunter auch längere Anfahrtswege zu den Kinos nötig, die die Filme zeigen. Lange Rede kurzer Sinn, ich habe versucht noch die wichtigsten Filme nachzuholen, ehe es heute Nacht zur großen Verleihung kommt.

Hidden Figures – unerkannte Heldinnen

Noch vor dem Civil Rights Act 1964, stellte die NASA, eine von weißen Männern dominierte Branche, auch Frauen und auch schwarze Frauen als Mathematiker ein. Beide wurden nicht so ganz ernst genommen und die schwarzen Frauen dabei auch noch diskriminiert. Doch beim Mercury-Projekt braucht die NASA genau diese Frauen und ihren brillanten Verstand. In Hidden Figures geht es um die wahren Geschichten von Katherine Goble, Dorothy Vaughan und Mary Jackson, die alle drei in eben jener Zeit ihren Weg bei der NASA fanden und damit mitunter auch schon erste Antidiskriminierungsakte hervorriefen. Bei wahren Geschichten muss man natürlich immer unterscheiden, dass in einem Film auch viel Fiktion mit hineinfließt. Aber trotzdem schafft Hidden Figures es einen spannenden Film über das Wettrüsten der NASA mit der russischen Konkurrenz zu erschaffen, dabei das Leben der Afroamerikanischen Bevölkerung zu dieser Zeit widerzuspiegeln und trotzdem immer hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken. So entsteht trotz der schweren Thematik ein Film, der ein gutes Gefühl zurücklässt. Statt die Charaktere pausenlos über ihre schlechte Situation jammern zu lassen, wird immer wieder nach Möglichkeiten gesucht, um diese zu verbessern. Natürlich treten auch viele Rückschläge auf, aber unsere unerkannten Heldinnen lassen sich davon nicht unterkriegen. Neben dem Hauptdrehort im NASA Gebäude, wird auch ein wenig aus dem Privatleben der drei Heldinnen erzählt, so dass neben komplizierten Rechenaufgaben, auch etwas für das Herz dabei ist.
Alles in allem ein sehr schöner Film, der Hoffnung spendet und doch an eine grauere Zeit erinnert. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Jackie

Die Geschichte der Jackie Kennedy, die miterleben musste, wie ihr Mann direkt neben ihr erschossen wurde und dann trotz starker Trauer noch immer als die first Lady fungierte. Kernstück des Films ist ein Interview, das Jackie 1963 nur eine Woche nach der Ermordung ihres Mannes gab. Daraus resultieren dann einzelne Rückblenden über das Verhalten direkt nach der Ermordung bis zur Beerdigung. Natalie Portman ist hier für ihre Rolle als Jackie Kennedy für die beste Hauptrolle nominiert. Sie trägt mit ihrer Leistung auch den gesamten Film, da es selten eine Szene gibt, in der die Kamera nicht ihrem Gesicht folgt. Dabei fängt sie gut die Emotionen ein, die jemand in so einer Situation wohl fühlen muss. Die Trauer und die Verzweiflung sind selbst in den ruhigeren Momenten deutlich auf ihrem Gesicht zu lesen, ohne dass Portman dabei ins overacting verfällt. Obwohl ihr Mann gerade aus nächster Nähe erschossen wurde, darf sie sich nur selten erlauben wirklich zu weinen, denn sie muss Stärke dem Volk gegenüber zeigen. Die Handlung selbst ist sehr ruhig erzählt und mit dem Score zusammen wirkt der Film beinahe erstarrt, was die Gefühlslage der Protagonistin widerspiegeln dürfte. Aufregende und spannende Szenen sucht man hier vergeblich, es geht hier ausschließlich um ein Filmportrait der Jackie Kennedy in der Woche nach dem Attentat.
Alles in allem ein ruhiger Film mit einer starken Performance von Natalie Portman. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Lion

Auch Lion basiert auf einer wahren Geschichte. Der junge Saroo, 5 Jahre alt, lebt in einem kleinen Dorf in Indien. Eines Tages sucht er seinen größeren Bruder Guddu, steigt dabei in einen Zug, der ihn über 1.600km weit nach Kalkutta bringt. Nachdem er sich dort wochenlang als Bettler durchgeschlagen hat, kommt er in ein Waisenhaus und wird von den australiern Sue und John adoptiert. Nach vielen Jahren sucht er noch immer nach seiner Heimatstadt und nach Mutter und Bruder. Lion ist ein packender und gleichzeitig trauriger Film über die Suche nach einem Weg nach Hause. Dabei spielt sich der erste Teil des Films ausschließlich in Indien ab und begleitet den jungen Saroo. Man erlebt seine Angst ganz alleine im Zug, auf der Flucht vor Menschenhändlern und dann im großen Kalkutta versucht zu überleben. Der zweite Teil des Films befasst sich dann mit Saroo nach der Adoption von Sue und John, und spielt damit hauptsächlich in Australien bzw. Tasmanien. Als Erwachsener versucht er immer wieder mit Hilfe von Google Earth Ansatzpunkte herauszufinden, um seine ursprüngliche Heimat wiederzufinden. Seine Freundin versteht sein starkes Verlangen nicht.
Lion ist ein sehr emotionaler Film über die Suche nach Saroos Zuhause. Dabei wird der Film trotzdem sehr ruhig erzählt. Er geht grundsätzlich auf die Probleme der Armut in Indien ein, thematisiert dieses aber nicht übermäßig. Stattdessen wird sich hier zentral rein mit Saroos Schicksal auseinander gesetzt. Dev Patel spielt dabei sehr glaubhaft den erwachsenen Saroo und seine innere Zerrissenheit. Am überzeugendsten spielt  hier jedoch Sunny Pawar als junger Saroo. In seinen Augen sehen wir die Verlassenheit und das Unglück. Dann sehen wir die Freude nach seiner Adoption. Dies in seinem jungen Alter so gut rüberzubringen, zeugt von großem Talent.
Alles in allem ist Lion ein packender und trauriger Film, der aber durchaus sehenswert ist. Dafür bekommt er 08 von 10 möglichen Punkten.

Manchester by the Sea

Lee Chandler arbeitet als Hausmeister in einem Wohnblock. Er begnügt sich mit einer schlechten Unterkunft und einer miesen Bezahlung und ist grundsätzlich sehr in sich gekehrt. Eines Tages bekommt er die Nachricht, dass sein Bruder nach langer Krankheit verstorben ist. Er fährt in seine Heimatstadt und versucht alles zu regeln. Dabei erfährt er, dass er als Vormund für seinen Neffen … eingetragen ist. Von jetzt auf gleich müssen beide miteinander klarkommen und doch Platz für ihre Trauer finden. Manchester by the Sea fängt etwas träge an. Lee Chandler reagiert sehr pragmatisch auf die Nachricht des Todes seines Bruders und zeigt grundsätzlich wenig Emotionen. Erst nach der ausführlichen Vorstellung der beiden Hauptcharaktere, fängt der Film an Rückblenden zu zeigen und schon bald ist dem Zuschauer das ganze Ausmaß der Tragödie bewusst. Ab hier nimmt Manchester by the Sea einen ganz anderen Ton an und nimmt an Fahrt auf. Der Grundton bleibt trotzdem sehr ruhig. Am störendsten am Film ist das sehr abrupte Ende. Es eröffnete sich eine neue Lösung für das zu lösende Problem und schon wird der Abspann gezeigt. So wird der Zuschauer etwas ratlos zurückgelassen und brauch ein paar Minuten, um sich wieder zu sammeln. Die passende Zielgruppe dürfte sein, wenn man auf einen sehr unhektischen Film steht und wenn man Trauerbewältigung ohne viele Tränen sehen möchte und ohne große emotionale Reden.
Alles in allem ist Manchester by the Sea eine sehr erschütternde Geschichte, der einen durch die ruhige Erzählweise nur noch unfassbarer zurücklässt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Hell or high Water

Das ich nicht viel mit Western anfangen kann, dürfte inzwischen jedem Leser meines Blogs klar sein. Trotzdem habe ich mich an den „modernen“ Western Hell or high Water herangewagt. Toby und Tanner Howard waren ihr ganzes Leben über arm. Während Tanner im Gefängnis seine Strafe absaß, hat sich Toby um die kranke Mutter der beiden gekümmert, die nun verstarb. Zurück ließ sie einen Kredit, der zurückgezahlt werden muss. Und so beschließen die beiden Brüder Banken auszurauben. Verfolgt werden sie von den beiden Rangers Hamilton und Parker.
Hell or high Water kommt auf den ersten Blick wie ein alter Western daher, was vorallem am Schauplatz Texas liegen dürfte. Man könnte sich die Brüder Howard gut auf einem Pferd reitend vorstellen und die Kuhherde zusammenhalten – um einmal alle Klitschees anzusprechen – doch für Pferde reicht ihr Geld bei weitem nicht aus. Stattdessen versuchen sie dem System eins auszuwischen, dass sie ihr ganzes Leben klein gehalten hat. So entsteht eine Kapitalismuskritik der ganz anderen Art. Erst durch die starken Dialoge des Films werden aus Kleinkriminellen Kapitalismusgegner. Und hier liegt die Stärke des Films. Denn die Dialoge heben den ansonsten sehr gewöhnlich wirkenden Film auf ein ganz neues Niveau. Trotzdem fehlt dem Film irgendwo die Spannung und die Nähe zu den Charakteren.
Alles in allem ein interessanter Vertreter des Genres Western. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Fences

Das Fences ursprünglich als Theaterstück inzeniert wurde, merkt man sehr schnell. Denn die Schauplätze selbst in rar gesät, dafür sprudelt der Film nur so voller Dialoge. Auch in der filmischen Variante wurden wieder Denzel Washington und Viola Davis als Hauptdarsteller ausgewählt. Troy und Rose Maxon leben in den 1950er Jahren in den USA. Troy muss als Müllmann hart kämpfen, um das Einkommen der Familie zu sichern. Gleichzeitig kämpft er gegen den Rassismus seiner Zeit, da er Schwarz ist. Hauptschauplatz des Films ist der Garten der Familie, um den Troy einen Zaun – auf englisch fences – bauen möchte. So geht es in diesem Film um Rassismus, Armut und familiäre Probleme. Troy ist durch seine harte Arbeit so gezeichnet, dass er seine Launen gerne an seiner Frau und seinem Sohn auslässt. Auch ist er tief verbittert, weil er einst eine Sportlerkarriere anstrebte. Fences wird auch sehr ruhig erzählt und ist durch die Theaterstückbasis sehr dialoglastig. Das stört aber wenig, denn Washington und Davis treten hier in Bestform auf und beweisen, wieso sie so geschätzte Schauspieler sind. Von ihrem Spiel und denen der übrigen Darsteller hängt auch das Gelingen des Films ab, denn sie bringen die eigentlich sehr ernste Stimmung des Films lockerer rüber, so dass man sich den Film gut ansehen kann. Die Dialoge selbst sind gut geschrieben, wenn sie auch teilweise sehr hart rüberkommen. Das beste Beispiel dürfte die bereits im Trailer gezeigte Rede Washingtons gerichtet an den Sohn der Familie sein, in der er dem Sohn erklärt, dass er ihn als Vater nicht lieben müsse, sondern ihn lediglich ernähren müsse.
Alles in allem eine gute Umsetzung eines Theaterstücks mit starkem Cast. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Elle

Manche Filme mag man eigentlich von der Thematik her gar nicht ansehen. Denn Vergewaltigung ist ein Thema, dass ich grundsätzlich zu vermeiden suche. Trotzdem war ich interessiert, wie Isabelle Huppert die Rolle des Opfers spielt. Ihr Charakter Michele Leblanc ist bereits stark durch ihre Vergangenheit gekennzeichnet. Mühsam hat sie sich ein Konstrukt im Alltag zurecht gelegt, das jedoch zu zerbröckeln scheint, als ein Vermumter Mann in ihr Haus eindringt und sie vergewaltigt. Doch durch die Ereignisse in ihrer Vergangenheit will Michele nicht zur Polizei gehen und versucht selbst mit dem Geschehen klar zu kommen.
Elle ist ein Film, der einzig auf die gute Leistung der Hauptdarstellerin Michelle Huppert baut, denn die Handlung selbst ist sehr durcheinander und wird von zu vielen Charakteren getragen. Michele Leblanc ist ein Charakter, mit dem man zunächst starkes Mitleid empfindet durch die Vergewaltigung. Doch ihr Charakter ist so undurchschaubar und unnahbar, dass dies bald verfliegt. Auch ihre Taten versteht man nicht so richtig. Zunächst wollte ich positiv hervorheben, dass man die Vergewaltigung an sich am Anfang nicht richtig sieht, sondern sich eher mit der Reaktion der Charaktere befasst wird, als das Entsetzen und den Schmerz in Hupperts Gesicht sehen zu müssen, während der Tat. Leider gab es dann doch mehrfach Rückblenden, die die Vergewaltigung in ganzer Fülle zeigen, was den anfänglich positiven Teil des Films wieder zunichte machte. Hier ergötzt sich der Film praktisch an dem Leid seiner Protagonistin. Weniger ist manchmal eben doch mehr. Ansonsten bietet die Handlung auch wenig Material, um den Zuschauer abzuholen, sondern baut eher eine Wand zwischen Publikum und Leinwand auf. Lediglich Hupperts Spiel ist die Oscarnominierung wert, schafft es aber auch nicht diese Wand zu durchbrechen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Ein Mann namens Ove

Das erste Mal, dass ich sogar mehr als einen Film gesehen habe, der als bester fremdsprachiger Film nominiert ist. Ein Mann names Ove ist dieses Jahr sogar der dritte Film und geht für Schweden ins Rennen.
Eigentlich möchte sich Ove nur umbringen. Er hat seine Arbeit verloren und seine Frau Sonja ist bereits vor einiger Zeit verschieden. Doch seine Siedlung bekommt neue Nachbarn, die es immer wieder schaffen sein Vorhaben unbewusst zu vereiteln. Ove ist sehr wortkarg und sehr auf die selbstaufgestellten Regeln bedacht, die in seiner Siedlung herrschen. In Rückblenden, die sich über den ganzen Film verteilen, sieht man, wie Ove so sehr verbittern konnte. Während ich nach der Sichtung des Trailers auf eine Komödie setzte, wurde mir schon nach kurzer Zeit die Tragik im Film bewusst, die immer wieder mit humorvollen Einfällen aufgelockert wird. Denn ein Mensch verbittert nicht so stark von jetzt auf gleich.
Ein Mann namens Ove ist ein herrlicher, aber kurzweiliger Film, über die Steine, die einem im Laufe des Lebens in den Weg gelegt werden können. Durch interessante Charaktere hebt er sich von der grauen Masse ab und nimmt einen für eine kurze Zeit in den Bann. Nach dem Sehen verfliegt der Film jedoch schnell wieder aus dem Gedächtnis.
Alles in allem eine gute Komödie, mit starkem Drang zur Tragikkomödie, die nach dem Sehen aber nicht dauerhaft im Gedächtnis bleibt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Daughter of Smoke and Bone

Das erste was einem an einem Buch auffällt, dürfte wohl das Cover sein. Und das Cover von Daughter of Smoke and Bone hat mich zugleich in den Bann gezogen. Eine ausführliche Empfehlung und ein Blick auf den Klappentext später und schon stand es willig gelesen zu werden auf meinem Nachttisch.

Die 18 jährige Kunststudentin Karou lebt in Prag und würde eigentlich gerne ganz normal leben. Aber sie ist bei einem Wunschhändler und Chimären – halb Mensch halb Tier – aufgewachsen und muss für ihn immer wieder Aufträge erfüllen, was ihr Leben immer wieder sehr ungeregelt wirken lässt. Doch eines Tages tauchen merkwürdige Brandzeichen auf der Tür zu Brimstones Laden auf.

Das zweite, was mich an dem Buch gereizt haben dürfte, nach dem Cover, war wohl der Haupthandlungsort Prag. Während viel zu viele Bücher, die einen realen Handlungsort haben meistens irgendwo in den USA oder teilweise zumindest noch in Großbritannien spielen, reizte mich dieser “exotische” Ort in einer Fantasy-Geschichte sehr. Zumal ich erst 2015 mir einen eigenen Eindruck von der “goldenen Stadt” verschaffen konnte.
So schlug ich begeistert die ersten Seiten des Buches auf und lernte zunächst die 18 jährige Karou kennen. Sie schien auf dem ersten Blick sehr normal, studiert Kunst an der Hochschule in Prag, hat die gleichen Männerprobleme, die jeder von uns sehr gut kennen dürfte und hat ihre beste Freundin, die sie bei allem unterstützt. Die größte Auffälligkeit an ihr dürfte das strahlend blaue Haar sein. Doch Karou pendelt immer wieder zwischen zwei Welten. Die zweite Welt lernt der Leser als nächstes kennen. Wir gehen mit Karou durch eine versteckte Tür in den Brimestones Laden. Hier lebt der Chimäre – eine Mischung aus Mensch und Tier – zusammen mit drei Helfern. Auch Karou ist hier aufgewachsen und kannte lange Zeit nichts anderes als diesen Laden. Brimstone ist Wunschhändler. Er tauscht Zähne gegen Wünsche ein. Und Karou geht für ihn immer wieder auf kleine Missionen, um Zähne in aller Welt zu erstehen. Durch die gleiche Tür, durch die sie von Prag aus eintrat, kann sie in alle anderen Städte der Welt gehen. Durch diese kleinen Missionen, die sich immer mehr zu häufen scheinen, gerät jedoch Karous erste Welt immer wieder etwas aus dem Gleichgewicht. Eines Tages taucht der Engel Akiva auf. Er markiert die Tür zu Brimstones Laden mit einem flammenden Handabdruck. Doch dann trifft er auf Karou und für beide ändert sich einiges.
Daughter of Smoke and Bone überzeugt durch einen sehr flüssigen Schreibstil und einer unglaublich spannenden Geschichte, die einen das Buch verschlingen lässt. Nach der ausführlichen Einführung der wichtigsten Charaktere, gewinnt die Handlung zunehmend an Fahrt. Zwischendurch gibt es leider immer wieder kleine Durchhänger, in denen man sich fragt, was die Charaktere damit genau bezwecken. Aber das große Geheimnis um Karous Herkunft, das sie selbst nicht kennt, schwebt immer wieder über der Handlung und lässt einen begierig weiterlesen.
Der größte Kritikpunkt an Laini Taylors Werk dürfte ihre Verliebtheit in die Charaktere sein. Karou ist nämlich nicht nur außergewöhnlich hübsch, sie ist auch noch klug, natürlich die Begabteste an der Kunsthochschule, in allem, was sie tut, sehr geschickt und ihr einziger “Makel” ist ihr schlecht gewählter Ex-Freund. Bei der ausführlichen Beschreibung ihrer Person, wollte ich das Buch zunächst im hohen Bogen aus dem Fenster werfen, denn so perfekte Frauen gibt es nirgendwo, auch nicht im Laden eines Wunschhändlers. Ich gab dem Buch aber noch eine Chance und dies blieb auch der größte Fehler des Buches. Die anderen Charaktere wurden im Laufe des Buches mit weitaus mehr Tiefgang beschrieben.
Daughter of Smoke and Bone wird aus der Sicht von Karou und Akiva geschrieben. So erfährt man von beiden Protagonisten die Gedankenwelt und hilft auch bei der Erzählung der Geschichte von beiden Seiten. So ist kein eindeutiges Einteilen in Gut und Böse möglich, sondern alle Seiten werden mit Vor- und Nachteilen versehen. Nur das die Sichtwechsel mitunter sehr plötzlich passieren und man dann sehr schnell umdenken muss, ist auf Dauer etwas nervig, stört letztendlich aber nicht den Lesefluss.
Prag ist als Hauptort der Geschichte gut gewählt und schmiegt sich sehr passend in die Handlung ein. Auch die übrig besuchten Städte, wie Marrakesch in Marokko passen zum Flair der Geschichte. Die fiktiven Orte der Chimären sind gut beschrieben und man kann es sich beim Lesen gut vorstellen, wie es dort aussehen soll.

Alles in allem ein sehr spannender Einstieg in eine neue Fantasy-Trilogie. Ich bin gespannt, was die Fortsetzungen zu bieten haben.

The Lego Batman Movie

Am 09.02.2017 erschien der Nachfolgefilm von The Lego Movie diesmal mit Batman in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Batman, der Held von Gotham, rühmt sich damit ein Eigenbrödler zu sein und jeden Bösewicht im Alleingang platt zu machen. Dabei hat er immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Doch als Commissioner Gordon in den Ruhestand geht und seine Tochter sich weigert nur immer das Batsignal zu drücken, nimmt sein Leben eine drastische Wendung. Zugleich hat der Joker natürlich auch wieder einen unschlagbaren Plan.

Im Jahr 2014 erschien The Lego Movie und begeisterte mit guter Animation und einer schönen Geschichte über den Meisterbauer Emmett. Heimlicher Star des Films war jedoch Batman, der durch seine kühle und selbstverliebte Art die meisten Lacher für sich gewinnen konnte. Da lag es nah, dass Batman zeitnah auch seinen Solo-Lego-Film bekommt. Die ersten Trailer ließen uns groß hoffen.
Zunächst wird der Zuschauer gleich in die erste große Actionsequenz gestoßen. Der Joker und so ziemlich alle anderen Batman-Bösewichte, u. a. Poison Ivy, der Pinguin, der Riddler, Harley Quinn, etc, versammelt und versucht – mal wieder – Gotham einzunehmen. Diesmal scheint er wirklich an alles gedacht zu haben, denn er hat sogar das Batsignal blockiert, um Batman daran zu hindern, seinen Plan zu vereiteln. Doch dieser ist natürlich wie immer zur Stelle und rettet die Stadt. Während die Stadt seinen Sieg feiert und die Bösewichte wieder einmal ins Arkham Asylum einsperrt, zieht sich Batman auf sein Anwesen zurück und suhlt sich in seiner Einsamkeit. Doch während der Joker schon wieder einen neuen Plan schmiedet und Batman aus versehen ein Waisenjungen adoptiert, geht Commissioner Gordon in den Ruhestand. Er übergibt den Knopf für das Batsignal an seine Tochter, die jedoch gleich klarstellt, dass sie den Knopf für das Batsignal nicht drücken wird, sondern die Polizei darauf schulen will, dass sie sich selbst wehren können. Das gefällt Batman ganz und gar nicht und er trifft eine folgenschwere Entscheidung.
Während The Lego Movie gut funktionierte und Batman dort durch seine eingebildeten Sprüche aufgefallen ist und viele Lacher auf seiner Seite hatte, muss Batman nun die Handlung tragen, weiter für Witze sorgen und eigentlich auch mehr drauf haben, als nur ein paar Sprüche abzulassen. Leider war dies nicht der Fall. Dadurch war der Film leider überhaupt nicht mehr lustig, abgesehen von ein paar Szenen, die leider alle schon im Trailer zu sehen waren. Die Handlung selbst hatte ein paar gute Einfälle, so dass der Film zumindest ein bisschen auch spannend wurde, aber im großen und ganzen war der Handlungsverlauf sehr vorhersehbar. The Lego Batman Movie ist an sich vor allem eins: ein großer Fansupport. So wurden die wichtigsten DC Superhelden und DC Bösewichte mindestens einmal gezeigt, es gab Anspielungen auf die ganzen Batman-Filme und auch aus anderen großen Fandoms wurden zumindest die Bösewichte aufgegriffen. So freute man sich doch jedes Mal wieder, wenn man ein “bekanntes Gesicht” sah oder einen Charakter direkt erkannt hat.
Was The Lego Batman Movie aber vor allem kann, ist bildgewaltige Action mit Legofiguren zu erstellen. Denn das Bildmaterial, das geliefert wird, kann sich sehen lassen und rechtfertigt sogar den Besuch im Kino, um das Ganze auf der großen Leinwand auf sich wirken zu lassen. Die Spezialeffekte haben sich in den zwei Jahren seit The Lego Movie noch einmal stark verbessert.
Im Film werden die Themen Einsamkeit und Freundschaft bzw. Feindschaft angesprochen und sehr groß thematisiert. Leider stellen beide Parteien meist nur Behauptungen auf und liefern keine direkten Argumente, so dass der Erziehungswert für Kinder auch sehr gering sein dürfte.

Alles in allem konnte The Lego Batman Movie zwar durch seine Optik ein bisschen überzeugen, enttäuschte aber dadurch, dass er einfach nicht lustig war. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

John Wick – Chapter 2

Am 16.02.2017 erschien der zweite Teil um den Agenten John Wick in den deutschen Kinos.

John Wick hat seine Rache bekommen und möchte nun eigentlich wieder aussteigen. Doch da kommt Santino D’Antonio vorbei und überreicht Wick eine Schuldmünze. Damit ist Wick verpflichtet den Auftrag von D’Antonio anzunehmen. Doch dieser weigert sich und D’Antonio sprengt daraufhin sein Haus in die Luft. Wick reist daraufhin nach Rom, um die Schuldmünze doch noch einzulösen, nicht ahnend welche Kettenreaktion er losgetreten hat.

2015 trat ein neuer Actionheld auf die Kinoleinwand. Keanu Reeves als gebrochener Mann, der nicht über den Tod seiner Frau hinwegkommt, traf gleich alle ins Herz. Als dann auch noch sein Auto gestohlen und sein Hund ermordet wurde, schwört er Rache. Eigentlich war er vor Jahren aus seinem Business ausgestiegen, nimmt aber für seinen Rachefeldzug wieder seine alten Tätigkeiten auf. John Wick konnte durch trockenen Humor und vor allem vielen sehr gut choreographierten Kampfsequenzen überzeugen. Zudem dürfte es wohl auch der erste Actionfilm sein, der sich permanent auf das Nachladen konzentriert hat und Wick daher keine Magazine mit unendlicher Munition zur Verfügung hatte. Da der erste Film großen Erfolg feierte, schien ein zweiter Teil unausweichlich, auch wenn der erste Teil für sich alleine durchaus bestehen könnte.
Der zweite Teil mit dem passenden Namen Chapter 2, schließt beinahe nahtlos an den ersten an. John Wick will noch immer sein Auto zurück haben. Nach erfolgreicher “Schlacht” versucht er sich auszuruhen. Doch die Nachricht, dass “der schwarze Mann” zurück sei, macht schnell die Runde und schon steht Santino D’Antonio vor seiner Tür. Dieser ist ein alter Bekannter und half Wick damals auszusteigen, damit er mit seiner Frau ein normales Leben führen konnte. Dafür hat Wick ihm eine Schuldmünze gegeben, die ihn dazu verpflichtet jeden Auftrag anzunehmen, den ihm D’Antonio aufträgt. Doch Wick ist müde und wollte eigentlich nach seiner Rachetour wieder komplett aussteigen. Nach seiner Ablehnung sprengt D’Antonio jedoch kurzentschlossen Wicks Haus in die Luft. Dieser reist daraufhin nach Rom, um seine Schuld zu begleichen. Doch damit tritt er ungewollt eine Kettenreaktion los, die sich nicht mehr aufhalten lässt.
Chapter 2 ließ als Titel für den zweiten Teil großes Erwarten. Der Film orientiert sich auch zunächst stark am ersten Teil und bietet wieder grandiose Action, perfekt durch choreographierte Kampfszenen und auch hier wird wieder penibel darauf geachtet, dass Wick regelmäßig nachladen muss, bzw. auch einfach mal die Waffe wechseln muss, weil er keine Patronen mehr hat. Ansonsten versucht der zweite Teil nun natürlich eine ordentliche Schippe drauf zu legen. Darunter leidet dann aber leider die Glaubwürdigkeit. Während man Wick im ersten Teil angesehen hat, dass er immer erschöpfter wurde, je länger ein Kampf dauerte und er dann auch durch seine Verletzungen nicht mehr so gut kämpfen konnte, wie am Anfang, wird dieser Fakt im zweiten Teil ziemlich vernachlässigt und außer Acht gelassen. Stattdessen wird aus John Wick praktisch eine Maschine, den man auch mehrmals anschießen kann, ohne dass er aufhört zu kämpfen. Das wirkt sich natürlich negativ auf den Spannungsbogen aus, der zunächst wieder sehr hoch ansetzte und das Publikum in Atem hielt. Doch weil dann irgendwann die Glaubwürdigkeit immer mehr nachließ, leidete auch die Spannung darunter, weil man irgendwann nicht mehr mitfieberte, sondern sich dachte “Egal, er überlebt es ja doch”.
Während man auch im zweiten Teil ein paar altbekannte Gesichter wiedersieht, wurden doch hauptsächlich neue Charaktere geschaffen, um so einen klaren Schnitt zum ersten Teil zu ziehen. Die Darsteller wurden sehr bewusst gewählt, auch wenn Laurence Fishbourne wieder eine sehr kleine Rolle spielt. Die schauspielerischen Leistungen können sich durch die Reihe weg sehen lassen, auch wenn Keanu Reeves wieder heraussticht.
Zusammenfassend kann man sagen, dass John Wick Chapter 2 auch wieder vieles Richtig macht und ein Actionfilm vom Feinsten ist. An das Niveau vom ersten Teil kommt er leider nicht mehr heran und durch das offene Ende, gibt er wohl auch den Startschuss für einen dritten Teil.

Alles in allem ein guter Actionfilm, auch wenn er ein wenig über das Ziel hinausschießt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Der Lauf des Lebens

Neulich zog mich ein Buch an, das ich auf dem Blog der lieben Mel gefunden habe. Ein Buch über die Geschichten der einzelnen Lebensstationen, bzw. die wichtigsten davon.

Einschulung, eigene Wohnung, Hochzeit, Tod. Dies sind nur vier der im Buch aufgeführten Stationen. Stationen im Leben, die man entweder selbst schon erlebt hat, oder vielleicht noch erleben wird. Dies sind die Stationen von Paul und Anna.

Was vereint uns im Leben so verschieden wir auch sind? Wir haben doch bestimmte Stationen, die wir alle einmal erlebt haben oder erleben werden. Was waren unsere ersten Gedanken im Leben? Was werden unsere letzten sein? Jeder hat seine eigene Geschichte und seine eigene Erlebnisse, doch viele ähneln sich auch. Ich erinner mich auch nach all den Jahren noch sehr genau an meine Einschulung, an meinen Auszug von zu Hause, an meinen ersten Arbeitstag. Dabei habe ich gleiche oder ähnliche Erfahrungen gemacht, wie Paul und Anna unsere Protagonisten, aber teilweise auch ganz andere. Andere Stationen habe ich noch nicht erlebt, wie die Hochzeit oder Kinder kriegen. Wieder andere möchte ich eigentlich auch gar nicht erleben, wie Scheidung und Depression. Und doch sind sie so fest in unserer Gesellschaft verankert, dass sie einfach ihren Platz in einem Buch mit dem Titel “der Lauf des Lebens” brauchen.
Mona Jaeger beschreibt uns die einzelnen Stationen entweder aus der Sicht von Paul oder von Anna. Dabei lernen wir von beiden Eltern, Freunde und Partner kennen, konzentrieren uns aber immer auf Paul und Anna. Wobei sich diese beiden selbst nie kennenlernen, sondern getrennte Leben führen und sich nur bei den Kapiteln mehr oder weniger abwechseln. Dadurch, dass die Sicht auf diese beiden Charaktere begrenzt ist, und nicht jedes Kapitel aus der Sicht von jemand anderem geschrieben wurde, lernt man die beiden auch ein bisschen genauer kennen und kann sich dadurch ein bisschen  in sie hineinversetzten. Andererseits sind zwischen den einzelnen Kapiteln meist große Zeitsprünge, da sie versuchen ein ganzes Leben abzudecken.
Der Schreibstil von Jaeger ist an sich sehr flüssig. Dadurch, dass sehr viele Gedanken und sehr wenig Handlung die Kapitel bestimmen, wird das Buch mitunter etwas monoton und wirkliche Spannung kommt auch nicht auf. Dafür gibt es hier interessante Gedankenansätze über das Leben.

Wer gerne kurze Anekdoten und Gedankengänge über den Lauf des Lebens lesen möchte, ist mit diesem Buch gut bedient. Wer sich eine richtige Handlung oder Spannung verspricht, sollte vielleicht doch lieber die Finger davon lassen.

 „Der Lauf des Lebens“ wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!