Horrorctober #9: My bloody Valentine

Hey, da spielt ja Jensen Ackles mit! Gut der Film kommt auf die Horrorctober-Liste!

Ein Jahr nach einem schweren Minenunglück wacht der einzige überlebende der eingeschlossenen Kumpel wieder auf. Um zu Überleben hatte er alle Kumpel mit einer Spitzhacke getötet, um die Luft für sich zu haben. Er will nun den Schuldigen des Unglücks Tom Hanniger töten, hinterlässt aber schon im Krankenhaus einen Berg aus Leichen. Der Polizei gelingt es Tom zu retten und den Attackiere zu verletzen. 10 Jahre bleibt alles ruhig. Bis Tom in seine Heimatstadt zurückkehrt und das Morden gleichzeitig wieder von vorne losgeht.

My bloody Valentine ist der Film auf meiner Liste, der bisher die meisten Leichen zu bieten hatte. Zudem hat er, was ein guter Film braucht, um schaurig zu sein: ein düstere Atmosphäre durch die Mine und einen blutdürstigen Psychopathen. Und dazu hat der Film noch etwas, nämlich ein unvorhersehbares Ende. Bis zum Ende bleiben nämlich der Verdacht und die Vermutungen in einer ganz anderen Richtung. Trotzdem schafft die Handung es nicht einen durchgehend mitzureißen. Das liegt vor allem an der unausweichlichen Liebesgeschichte zwischendurch und dem Rivalenverhalten zweier Möchtegern-Erwachsener. Ansonsten ist der Film relativ gut gespielt, aber gerade Jensen Ackles konnte als Tom Hanniger überzeugen (und das war ja auch mein Grund den Film zu sehen 😉 )

Gruselfaktor: 3/5
Handlung: 4/5
Umsetzung: 4/5
Gesamt: 4/5

Horroroctober #8: Smiley – das Grauen trägt ein Lächeln

Manchmal muss man auch Filme in eine Liste aufnehmen, einfach nur weil das Vorschaubild einen so nett anlächelt. Auch wenn das Lächeln in diesem Film nicht aus Freundlichkeit ist.

Ashley zieht von zu Hause aus, da sie jetzt aufs College geht. Eigentlich ist sie eher unscheinbarer und möchte sich aufs Lernen konzentrieren. Trotzdem lässt sie sich von ihrer coolen Mitbewohnerin Proxy überreden auf eine Party mitzukommen. Dort erfährt sie von dem neuen „Spiel“. Es wird mit einer Zufallsbekanntschaft gechattet und irgendwann dreimal „I did it for the lulz“ eingetippt. Dann erscheint Smiley, ein Gestalt mit genähten Augen und Lächeln hinter der Person und schneidet ihr die Kehle durch. Keiner weiß, ob das echt oder fake ist und die Polizei scheint sich auch nicht zu kümmern. Also probiert Ashley es einfach einmal selbst aus und findet sich schließlich in einem Strudel wieder, den sie nicht aufzuhalten vermag.

Stell dich vor den Spiegel und sag dreimal „Bloody Mary“ oder sag einfach so dreimal Beetlejuice und schon kommen übernatürliche Wesen. Dem gleichen Prinzip folgt auch Smiley – das Grauen trägt ein Lächeln, nur das dieser Film im modernen Zeitalter angekommen ist und die Nachricht „I did it for the lulz“ (zu deutsch: ich tat es für das Lachen) in einen Chatroom eingetippt wird. Auch besucht das übernatürliche Wesen dann nicht einen selbst, sondern eben das zufällig augewählte Opfer. Doch ist das ganze wirklich echt? Wieso gibt es dann keine Leichen und wieso unternimmt die Polizei nichts? So spannend wie sich das ganze anhört, ist der Film leider nicht. Denn auch wenn Protagonistin Ashley glaubt, von Smiley verfolgt zu werden, ist doch die spürbare Bedrohung sehr klein. Gerade das Ende bestätigt die Theorie, die man während des Films aufbaut, anstatt einen zu überraschen, und so verliert sich der Film sehr schnell in einen langweiligen Thriller, der keine Spannung, keine Überraschung und auch keine Horrorelemente zu bieten hat. Stattdessen wird Ashley lediglich immer paranoider und hysterischer, so dass der Zuschauer das Interesse an ihr verliert und fast betet, dass ihr endlich etwas passiert, damit im Film überhaupt etwas passiert. Und somit ist Smiley wieder ein Film, den man zwar auf den Streamingdiensten unter Horror findet, der aber auch kein richtiger Vertreter des Horrorgenres ist.

Gruselfaktor: 0/5
Handlung: 1/5
Umsetzung: 2/5
Gesamt: 1/5

Downton Abbey

Vor kurzem konnte ich meinen Freund doch überzeugen, zusätzlich zu unseren anderen Abonnements, uns auch noch Amazon Prime zuzulegen. Dabei entdeckte ich eine Serie, die ich zwar vom Namen her kannte, aber nicht so ganz wusste, worum es denn geht. Auf gut Glück schaute ich einmal herein. Diese Kritik befasst sich mit den Staffeln 1-5.

Downton Abbey ist ein Herrschaftssitz in Yorkshire. Dort lebt die Familie Crawley mit ihren Angestellten zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es werden historische Ereignisse, wie der Untergang der Titanic und der erste Weltkrieg, politische Umbrüche, wie Frauenwahlrecht und die erste Labour-Partei, sowie persönliche Schicksale behandelt.

Seit langem hat mich keine Serie mehr so in den Bann gezogen, wie Downton Abbey. Ich verschlang die Serie regelrecht und konnte mich selten dazu bewegen, sie auszuschalten, was dazu führte, dass ich teilweise bis 3Uhr morgens in einer anderen Welt feststeckte. Das liegt vorallem daran, dass sich Downton Abbey auf keinen Charakter wirklich konzentriert, sondern einem eine Vielzahl von verschiedenen Geschichten bietet. So konnte man sich immer Charaktere aussuchen, die man mag und mit denen man mitfieberte und betete, dass ihnen nichts schlimmes passierte. Und dann gab es eben auch die Charaktere, denen man einen frühen Serientod wünschte – die Wünsche wurden aber nicht immer erhört. Allein die Hauptfamilie hat drei Töchter, die unterschiedlicher nicht sein könnten: die zynische und arrogante Mary, die sich permanent selbstbemitleidende Edith und die immer herzliche und freundliche Sybill. Doch auch diese drei machen Wendungen durch, so dass man am Ende vielleicht doch mit jemandem sympathisiert, was man am Anfang der Serie für unmöglich hielt. Unvorhersehbare Wendungen schaffen es die Serie durchgehend spannend zu halten, auch wenn es sich im weitesten Sinne lediglich um ein Familiendrama handelt. Hinzu kommen die Einbindungen historischer Ereignisse und politischer Umbrüche, die das Haus regelmäßig erschüttern. Die Serie schafft es vor allem durch Detailgenauigkeit zu punkten, da die Sitten und Geflogenheiten sehr realistisch dargestellt werden. Auch werden immer wieder neue Erfindungen vorgestellt, so werden zu Anfang der Serien noch Kutschen genutzt, die immer weniger werden und zunehmend durch die ersten Automobile ersetzt werden. Auch Telefone und Radios werden im Laufe der Serie als neue Erfindungen vorgestellt. So schafft Downton Abbey es mehr als Familiendrama zu sein, nämlich auch eine kleine Geschichtsstunde.
Die Serie zieht sich über mehrere Jahre. So beginnt die erste Staffel im Jahr 1912 mit dem Untergang der Titanic und erstreckt sich bis Staffel 5 ins Jahr 1924. Dadurch sind mitunter große Zeitsprünge von Nöten. Leider verfehlt hier die Serie manchmal den richtigen Augenblick. So passiert es, dass zwei Charaktere über ein Thema einen Streit haben. Dann kommt ein Zeitsprung von zwei Jahren und die gleichen zwei Charaktere streiten noch immer über das gleiche Thema, ohne das in den zwei Jahren die vergangen sind, jemand die richtigen Argumente vorbringen konnte. Es scheint fast so, als wäre in der Zwischenzeit überhaupt nichts passiert. Die Serie setzt genau an den gleichen Handlungssträngen wieder an, als wären nicht inzwischen zwei Jahre vergangen. Lediglich die geschichtlichen Hintergrundinformationen wurden an das neue Jahr angepasst. Das ist nicht immer ganz passend und hätte geschickter gelöst werden können. Auch der Schnitt allgemein ist nicht immer passend. So haben beispielweise zwei Charaktere gerade einen wichtigen Dialog und mittendrin wird dann zu anderen Charakteren geschnitten. Wäre grundsätzlich kein Problem, wenn der wichtige Dialog der ersten beiden irgendwann auch wieder aufgegriffen würde. Doch genau das passiert nicht, sondern irgendwann wird in einem Nebensatz der erste Dialog in einem anderen erwähnt und nur so erfährt der Zuschauer teils wichtige Informationen. Ansonsten verfügt Downton Abbey über einen sehr flüssigen Erzählstil und erlaubt einen in eine andere Zeit abzutauchen. Die Länge der Folgen variiert je nach Staffel zwischen 46 und 96 Minuten. Auch die Anzahl der Folgen variiert von 6-10 je nach Staffel.

Alles in allem ist Downton Abbey einfach nur ein Sehvergnügen. Ich habe selten so oft den Fernseher angeschrien, Charaktere gehässig ausgelacht und vor Freude mit den Beinen gestrampelt, wenn endlich etwas so kam, wie es ich es wollte, wie in dieser Serie. Und wenn ihr mich jetzt entschuldigt, ich habe meine Liebe für English Breakfast Tea wieder entdeckt und werde mir jetzt eine Tasse kochen – muss ich leider selbst machen, habe ja keine Diener und Butler.

Horroroctober #7: I spit on your grave

Ein Film, den ich einfach nur auf die Liste gesetzt habe, weil ich den Namen öfter schon einmal gehört habe. Ansonsten wusste ich überhaupt nicht worum es ging.

Die junge, attraktive Autorin Jennifer Hills mietet ein kleines verlassenes Häuschen in Louisiana, um ihren zweiten Roman zu schreiben. Dort wird sie von ein paar Einheimischen überrascht und erniedrigt. Kann sie ihren Peinigern entkommen?

Hätte ich mich vorher genauer über den Film informiert, hätte ich wohl einen weiten Bogen um den Film gemacht. Denn er spielt mit vielen Vorurteilen, die ich für die heutige Zeit nicht mehr angemessen halte. Zum einen leben in den Südstaaten natürlich nur Hinterwäldler, die etwas einfältig sind und sobald sie eine schöne Frau sehen diese natürlich sofort erniedrigen müssen. Zum anderen ist Hills natürlich eine Frau aus der Stadt, die sich überhaupt nicht verteidigen kann und daher das perfekte Opfer darstellt. Abgesehen davon hat der Film nicht mehr sonderlich viel Handlung (wenn ich darauf genauer eingehen würde, würde ich leider alles spoilern), dafür aber ein sehr intensives Ende, was wohl das Horrorgenre rechtfertigen will. Spannung kommt kaum auf, da man sich mit keinem Charakter identifizieren kann.

Gruselfaktor: 0/5
Handlung: 1/5
Umsetzung: 1/5
Gesamt: 1/5

Rückblick 3. Quartal 2016: Die Highlights und Enttäuschungen

Hallo ihr Lieben,
ich bin fast einen ganzen Monat zu spät dran mit meinem Rückblick für das 3. Quartal. Das liegt vor allem daran, dass ich viele Filme erst Ende September gesehen habe und bisher immer noch damit beschäftigt war, die fehlenden Kritiken zu schreiben. Im dritten Quartal habe ich 21 Filme gesehen (7 im Juli, 5 im August, 9 im September).

Die Enttäuschungen:

Platz 5: Independence Day

20 Jahre hat es gedauert, um eine Fortsetzung des beliebten Filmes aus den 90er Jahren zu drehen. Doch auch wenn es heißt „Was lange währt, wird endlich gut“, konnte Independence Day – die Wiederkehr nicht überzeugen. Zu wenig wurde sich auf eine vernünftige Handlung besonnen und zu sehr auf gutes Bildmaterial. Das ist jedoch gelungen.

Platz 4: Verräter wie wir

Eine John le Carré Verfilmung, die vor allem daran krankt, dass sie als Thriller nicht spannend ist. Die Handlung plätschert nur so vor sich hin und das kann auch der hervorragende Cast nicht mehr retten. Zudem funktioniert Stellan Skarsgard in seiner Rolle als russischer Bösewicht nicht.

Platz 3: Pets

Was habe ich mich auf diesen Film gefreut. Die ersten Teaser ließen eine gute Komödie vermuten. Doch dann die Enttäuschung. Denn Pets schafft es einfach keine Handlung zu erzeugen, verliert dabei viel Witz und hat auch keine eindeutige Botschaft über Freundschaft, wie man sie vom großen Konkurrenten Disney kennt.

Platz 2: Collide

Ein Hollywoodstreifen, der komplett in Deutschland spielt. Rasante Verfolgungsjagden auf der deutschen Autobahn. Und trotzdem kaum Handlung und auch die Verfolgungsjagden sind für einen Thriller nicht spannend genug und irgendwann auch einfach zu unglaubwürdig. Auch hier kann der gute Cast nichts mehr retten.

Platz 1: Captain Fantastic

Kein Superheldenfilm, sondern über eine Familie, die sich komplett vom digitalen, aber auch vom sozialen Leben abgekabelt hat und im Wald lebt. Irgendwo sind versteckte Kritiken an der heutigen Gesellschaft zu finden, aber irgendwo auch nicht ausgereift. Der Film versucht daher als Feel-Good-Movie daher zu kommen, schafft es aber auch nicht diesen Ton wirklich zu treffen und dümpelt so ohne klare Linie vor sich hin.

Die Highlights:

Platz 5: Bad Moms

Endlich ein Film über die Mütter, in denen ihre Sorgen, Ängste und auch ihr Alltag ernst genommen wird. Trotzdem schafft der Film es eine Komödie daraus zu bauen, der erstaunlich niveauvolle Witze loslässt.

Platz 4: Big friendly Giant

Steven Spielberg wagte sich nach E.T. wieder an einen Kinderfilm. Als Vorlage diente der Roman von Roald Dahl, der gespickt ist mit liebevollen Figuren. Auch schafft der Film es auf eine kindgerechte Art die Themen Einsamkeit und Ausgrenzung anzusprechen, den Grundton des Films aber doch positiv zu halten.

Platz 3: Snowden

Die Geschichte von Edward Snowden ging um die Welt, der Whisteblower, der uns allen vor der kompletten Überwachung durch die USA warnte. Diese Verfilmung der wahren Ereignisse bilden, im Gegensatz zum Dokumentarfilm Citizenfour, auch die privaten Ereignisse mit ein und schaffen es so einen neuen Blickwinkel zu geben. Joseph Gordon-Levitt schafft es dabei Snowden so gut darzustellen, dass man denken könnte, Snowden selbst spiele mit.

Platz 2: Frühstück bei Monsieur Henri

Die etwas planlos durchs Leben stolpernde Constance zieht bei einem mürrischen alten Herren ein mit sehr strengen Regeln. Trotzdem entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Die liebevoll gezeichneten Figuren machen den Film aus. Trotz einer sehr geringen Gag-Dichte, schafft der Film es eine Komödie zu sein, durch sehr pointierten Witz.

Platz 1: SMS für dich

Das Regiedebüt von Karoline Herfurth, das sehr tief ins Herz geht. Ein Film über Verlust und Trauer und über den Weg zurück ins Leben in Kombination mit einer Liebesgeschichte. Eine Romanze auf sehr hohem Niveau mit Witz und liebevollen Figuren, bei der wohl kaum ein Auge trocken bleiben dürfte.

Horroroctober #6: Der Fluch

Irgendwie habe ich von den meisten Horrorfilmen immer nur einen zweiten oder dritten Teil gesehen. Auch hier habe ich vor einigen Jahren durch Zufall im Fernsehen einmal den zweiten Teil gesehen und hab den Horroroctober als Anlass genommen nun endlich auch einmal den ersten zu sehen.

In Japan glaubt man, dass wenn jemand durch rasende Wut getötet wird, ein Fluch geboren wird, der fortan jeden, der den Schauplatz des Mordes betritt, ebenfalls tötet. Karen und Doug sind Austauschstudenten in Japan. Nachdem die Pflegerin einer kranken Frau nicht mehr auftaucht, wird Karen darum gebeten nach dem Rechten zu sehen. Dabei trifft sie auf merkwürdige Phänomene und einen stetig wachsenen Leichenberg.

Der Fluch gehört zu den Filmen, die eine japanische Vorlage haben und für das westliche Publikum neu verfilmt wurden. Trotzdem ist Japan weiterhin der Schauplatz des Films. Die Handlung selbst erinnert ein bisschen an das haunted house-Genre, interpretiert das Genre aber sehr eigenwillig und schafft es daher eine neue und eigene Geschichte zu erzählen. Dem Zuschauer werden erst nach und nach die Zusammenhänge genauer dargestellt, so dass auch ein Rätsellös-Prozess während des Films stattfindet. Dadurch bekommt er eine ganz eigene Spannung und schafft es mit den Gruselelementen die passende Stimmung aufzubauen. Die Zeitsprünge, wenn vergangenes dargestellt wird, werden leider nicht klar gekennzeichnet und als Zuschauer braucht man ein paar Minuten, ehe man begreift, dass die Geschehnisse vergangenes darstellen. Auch kommen einige Charaktere vor, so dass einem die Namen in den Dialogen nicht immer direkt präsent sind, um sie einem Gesicht zuzuordnen.

Gruselfaktor: 4/5
Handlung: 3/5
Umsetzung: 3/5
Gesamt: 3/5

Verpasst, aber nicht vergessen – Teil 7

Hallo ihr Lieben,
der Oktober ist zwar vollgepackt mit dem Horroroctober, aber trotzdem habe ich mal wieder einige Filme meiner Verpasst-Listen nachgeholt und berichte hier, wie gewohnt, nun in Kurzkritiken darüber.

1) Big friendly Giant
Roald Dahl ist für seine Kinderbücher bekannt, dessen bekanntestes Werk bisher wohl Charlie und die Schokoladenfabrik war. Nun hat Steven Spielberg sich nach vielen Jahren wieder an einen Kinderfilm getraut, der nach E.T. wieder einmal die Herzen von Groß und Klein höher schlagen lässt. Mit liebevoll gezichneten Figuren, geht es darum Kindern die Themen Einsamkeit und Ausgrenzung näher zu bringen. Dies wurde geschafft und dabei so viel Witz und Charme erzeugt, dass man noch Stunden später ein erwärmtes Herz hat. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

2) Findet Dorie
2003 entführte uns Findet Nemo in die kunterbunte Welt des Ozeans, der aber auch voller Gefahren ist. Bereits dort lernten wir Dorie kennen, der Pailettendoktorfisch ohne Kurzzeitgedächtnis. Nun 13 Jahre später erschien endlich die ersehnte Fortsetzung. Viele bekannte Gesichter sind wieder mit dabei, aber auch viele neue Charaktere. Dabei geht es im groben darum, dass Dorie immer wieder Erinnerungsfetzen sieht, die ihre Vergangenheit betreffen. Auf einmal erinnert sie sich an ihre Eltern und will sie unbedingt finden. Auch das zweite große Abenteuer im Ozean ist wieder voller Witz und liebenswerter Charaktere. Dabei war Hank, der siebenarmige Oktopus, wohl der liebenswerteste. Ein Film voll mit Witz, Spannung und unvergessbaren Charakteren, dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

3) Raum
Joy und ihr fünfjähriger Sohn Jack sind in einen nur 9qm großen Raum gesperrt und das schon seit vielen Jahren. Joy wurde entführt und seitdem als Objekt der Begierde genutzt. Dadurch ist auch Jack entstanden, den Joy nun versucht jeden Tag wieder fit, gesund und vor allem bei Laune zu halten. Dabei erfindet sie immer Geschichten, da Jack nun einmal nicht mehr als die 9qm kennt. Raum ist ein emotional geladener Film, der vorallem von der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind lebt. Die Geschichte nimmt einen mit und gleichzeitig bewundert man Joys Durchhaltevermögen. Brie Larson hat zu Recht sowohl Oscar als auch Golden Globe für diese Film gewonnen. Raum bekommt 08 von 10 möglichen Punkten.

4) Die Winzlinge – Operation Zuckerdose
Nach einem Picknick lässt ein Pärchen ein paar Sachen zurück. Die werden sofort von den Wald- und Wiesenbewohnern beschlagnahmt. Auch ein kleiner Marienkäfer, der von seinen Eltern getrennt wurde, sucht Schutz in einer Zuckerdose. Am nächsten Morgen entdecken die roten Ameisen die Dose und wollen sie zu ihrer Königin bringen. Doch auch die schwarzen Ameisen sind an der Zuckerdose interessiert. Ein Film, in dem kein einziges Wort wirklich gesprochen wird. Intentionen werden lediglich durch tierische Geräusche dargestellt. Trotzdem ist der Film voller Witz, Charme und guter Botschaften über Freundschaft. Der Film ist durchgehend spannend und voller interessanter Charaktere. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

5) #Zeitgeist
Der Film stellt einige Stereotype im Umgang mit der digitalen Welt vor und zeigt eigentlich eher, wie man es nicht machen sollte. Dabei gibt es immer die Elternseite und die Kinderseite. Zum Beispiel gibt es die Mutter, die alle digitalen Schritte ihrer Tochter kontrolliert, alle Nachrichten, alle besuchten Seiten, alle geposteten Inhalte. Als krasses Gegenteil gibt es die Mutter, die ihrer Tochter gerne eine Karriere als Star ermöglichen möchte und daher eine Website angelegt hat, auf der sie Fotos ihrer Tochter postet, teilweise sogar in aufreizender Wäsche. Die verschiedenen Handlungsstränge überschneiden sich nur selten, spielen aber alle in der gleichen Stadt. Alle Charaktere sind stark überzeichnet, aber trotzdem bleibt der Film irgendwo realistisch und zeigt den falschen Umgang mit der digitalen Welt. Ein spannender und mitreißender Film, der seine Botschaft nicht mit dem Vorschlaghammer auf den Zuschauer einprügelt, sondern durch seine ruhige Erzählweise zum Nachdenken anregt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Horroroctober #5: The Eye

Ich glaube ich hätte mir mit dem Horroroctober nicht so viel Zeit lassen sollen, denn irgendwie ist in 1,5 Wochen schon der 31. und ich bin gerade einmal beim fünften Film. Aber na gut, merk ich mir für das nächste Jahr.

Sydney Wells ist seit ihrem fünften Lebensjahr blind. Durch die Hornhauttransplantation einer Toten kann sie nun nach vielen Jahren endlich wieder sehen. Doch nach ihrer anfänglichen Euphorie, merkt sie langsam, dass etwas nicht stimmen kann. Sie sieht Tote und findet sich manchmal an fremden Orten wieder, obwohl sie eigentlich in ihrer Wohnung ist. Um dem ganzen auf den Grund zu gehen, muss sie die frühere Besitzerin ihrer Hornhaut finden.

Die Geschichte von The Eye ist nun nicht gerade neu, zumal es ein Remake eines Hongkonger Horrorfilms ist. Auch habe ich bereits ähnliche Geschichten gehört, z. B. bei X-Faktor das Unfassbare. Trotzdem wurde hier noch einmal eine neue Geschichte weitergesponnen, so dass das Ende in keinster Weise vorhersehbar war. Im Gegenteil konnte der Film am Ende noch einmal mit einer nicht geahnten Wendung sehr überraschen. Trotzdem muss man sagen, dass The Eye abgesehen von ein paar Totenerscheinungen wenig von einem Horrorfilm hat und eigentlich eher in die Kategorie Thriller gehört, denn spannend ist der Film auf alle Fälle. Der Film wird von Jessica Alba als Protagonistin solide getragen, auch wenn sie vielleicht noch mehr aus der Rolle hätte machen können. Leider werden die Geister, die sie zwischendurch sieht, nie so richtig erklärt, sie sind einfach da, um den Gruselfaktor zu erhöhen. Hierfür hätten ruhig noch ein paar Minuten geopfert werden können.

Gruselfaktor: 1/5
Handlung: 4/5
Umsetzung: 3/5
Gesamt: 3/5

War Dogs

Am 29.09.2016 erschien ein Film über die etwas anderen Waffenschieber in den deutschen Kinos.

Efraim Diveroli und David Packouz nutzen eine Lücke im amerikanischen Waffengesetz aus und können so kleine Waffendeals an Land ziehen. Das ganze funktioniert ganz gut, bis sie einen 300 Millionen Dollar Deal für den Irakkrieg bekommen und sich dabei auf dubiose Geschäftspartner einlassen.

In den USA gibt es ein Gesetzt, dass die Regierung nicht alle Waffendeals an die größten Firmen gehen dürfen, sondern auch einige an die Allgemeinheit ausgeschrieben werden müssen. Dabei werden meistens nur kleinere Deals ausgeschrieben, doch wenn man gut genug sucht, findet sich manchmal auch eine kleine Goldgrube.
Dass er einmal Waffenschieber wird, hat sich David wohl nie auch nur träumen lassen. Nach der Schule weiß er nicht so wirklich, was er mit seinem Leben anfangen soll und massiert reiche Leute und versucht sich immer wieder an neuen Verkaufsprojekten, die aber nie so richtig funktionieren wollen. Als seine Freundin schwanger wird, steht er vor dem Problem, wie er seine Familie ernähren soll. Da taucht sein bester Freund aus Kindertagen wieder auf. Efraim gehört zu den kleinen Waffenschiebern, die die Gesetzeslücke der USA ausnutzen. Zusammen mit David möchte er das ganze ausbauen. Schnell finden sie genug Deals, um in Saus und Braus zu leben. Dann entdecken sie den Deal ihres Lebens und schaffen es einen 300 Millionen Dollar Deal an Land zu ziehen. Dafür brauchen sie jedoch neue Geschäftspartner und damit nimmt das Unheil seinen Lauf.
War Dogs basiert auf wahren Ereignissen, was die Geschichte noch unglaublicher macht. Der Film erinnert ein bisschen an „Lord of War“, hat aber einen noch weniger ernsten Ton. Der Film versucht einen Spagat zwischen Komödie und Thriller, schafft diesen aber nicht ganz, so dass die erste Hälfte eher zur Komödie und die zweite Hälfte eher zum Thriller wird. Das liegt vor allem daran, dass das Ende sehr vorhersehbar ist. Aber der Weg ist im typischen fünfstufigen Dramastil gehalten und funktioniert da sehr gut. Die Geschichte ist wenig bekannt und daher bietet sie immer wieder etwas neues und unvorhersehbare Wendungen, auch wenn der Trailer leider schon wieder viel vorwegnimmt.
War Dogs hat mit seiner Castingentscheidung alles richtig gemacht. Miles Teller und Jonah Hill stellen gut die beiden Gegensätze der Geschäftspartner dar und harmonisieren perfekt auf der Leinwand. Hill übernimmt die Rolle des Ephraim Diveroli, ein jähzorniger Lebemann, der einfach nur schnell viel Geld machen will. Teller übernimmt die Rolle des David Packouz, der zurückhaltende und bedachtere der beiden. Diese Gegensätze werden geschickt genutzt, um Teller/Packouz die Geschichte erzählen zu lassen und Hill/Diveroli für die Witze zu nutzen.
Mit einer Spiellänge von 114 Minuten wurde genau die richtige Zeit abgepasst, um die Geschichte mit allen Hoch- und Tiefpunkten zu erzählen, ohne Längen aufkommen zu lassen. Durch regelmäßige Wendungen in der Geschichte bleibt das Spannungslevel oben und die Erfolgsgeschichte der beiden kleinen Waffenschieber kann mitreißen.

Alles in allem eine mitreißende Komödie, auch wenn das Ende sehr vorhersehbar ist. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Snowden

Am 22.09.2016 erschien ein Film über die realen Ereigisse um Edward Snowden in den deutschen Kinos.

Edward Snowden arbeitete bei verschiedenen Geheimdiensten, unter anderem der CIA und der NSA. Dort fand er heraus, dass die USA heimlich fast die ganze Welt ausspionierten und die Legalität dafür fast erfanden. Bis er es nicht mehr aushält und der ganzen Welt davon erzählt. Und dafür als Verbrecher angesehen wird.

Die Geschichte des Whistleblowers Snowden erschütterte die Welt. Die USA soll fast die ganze Welt ausspionieren und auch die eigene Bevölkerung. Es soll zwar den Kampf gegen Terrorismus unterstützen, wurde aber in vielen Fällen missbraucht und sich auch gegen die Regierungen anderer Länder richten. Nach diesen Enthüllungen gab es in den Medien kaum noch ein anderes Thema. Doch was hat sich wirklich verändert? Die USA fanden viele Ausreden und Beschönigungen und zumindest die deutsche Regierung hat es sehr schnell auf sich beruhen lassen. Bereits 2014 gab es einen Dokumentarfilm über Snowden von Laura Poitras, in dem Snowden selbst seine Geschichte erzählt. Nun zwei jahre später wurde die Thematik wieder aufgegriffen, diesmal aber nicht als Dokumentation, sondern als Drama/Thriller für die Kinoleinwand.
Im Jahr 2013 wandte sich Snowden, der bereits aus den USA nach Hongkong geflüchtet war, an die Dokumentarfilmerin Laura Poitras und Glenn Greenwald, einem Journalisten des Guardian. Diesen erzählt er für den später veröffentlichten Dokumentarfilm Citizenfour seine Geschichte. Wie er schon immer seinem Land dienen wollte, aber bei den Special Forces ausgemustert wurde, aber durch seine guten IT-Kenntnisse schnell einen Posten in den Geheimdiensten CIA und später auch NSA bekam. Dies dient als Rahmenerzählung des Films und wird gepaart mit der persönlichen Ebene Snowdens. Wie er seine Freundin Lindsay Mills kennenlernt und wie sich ihre Beziehung zu seinen steigenden Erkenntnisse verhält. Wie er letztendlich aussteigt und aus den USA flüchtet, um seine Geschichte publik zu machen.
Die Schwierigkeit bei Biographien ist immer, dass eine große Anzahl des Publikums die Geschichte bereits kennt. Vorallem das Ende dürfte jedem bekannt sein. Trotzdem schafft Snowden es die Spannung hochzuhalten, da der Film nicht nur die Fakten aufzählt, sondern auch die persönliche Komponente hochhält. man erfährt mehr von Snowdens innerer Zerrissenheit, weil er seinem Land dienen will, aber gleichzeitig die vollkommene Überwachung nicht mit seinem Gewissen vereinen kann. Auch wird zum ersten Mal seine Beziehung zu Lindsay Mills thematisiert. Er durfte ihr nichts von seiner Arbeit erzählen, weswegen seine Beweggründe für sie immer schwer nachvollziehbar waren. Snowden versuchte sie vor der Spionage zu warnen, ohne etwas preisgeben zu können. Dadurch erweitert der Film die Erzählungen aus Citizenfour. Leider leiden darunter Fakten zur eigentlichen Arbeit Snowdens, die im Film nicht klar dargestellt wurden, sondern meistens nur angedeutet wurden. Der Film versucht die Jahre 2003 bis 2013 abzudecken, kann daher jede Station in Snowdens Leben immer nur anreißen, was irgendwann etwas unübersichtlich wirkt. Die wesentlichen Etappen sind jedoch klar erkennbar und so hilft Snowden dem Zuschauer die wahren Ereignisse nahe zu bringen.
Einen großen Teil zum erfolgreichen Gelingen des Filmes tragen die Schauspieler, die überwiegend herausragende Leistungen abliefern. Gerade Joseph Gordon-Levitt überzeugt als Edward Snowden. Er traf sich vor Drehbeginn mehrfach mit Sowden in dessen Exil in Russland, um Gestik und Mimik möglichst detailgetreu wiedergeben zu können. Dies gelang ihm auch, so dass man in keiner Sekunde des Films zweifelte, wen er darstellen möchte. Auch Shailene Woodley zeigte einmal mehr, dass sie eine herausragende Schauspielerin ist. Auch der weitere Cast ist mit bekanten Schauspielern besetzt, die ihre Rollen alle sehr souverän spielen, wie Melissa Leo, Zachary Quinto, Tom Wilkinson, Nicolas Cage und Rhys Ifans.
Snowden geht über eine Spielzit von 135 Minuten und schafft es beinahe ohne Längen auszukommen. Nur im Mittelteil, wenn es praktisch nur noch um die persönliche Ebene geht, zieht der Film sich etwas. Hier hätte man ihn um ca. 15 Minuten einkürzen können. Das Ende wurde noch einmal sehr rührend gestaltet, als es um die Enthüllungen und die Reaktion der USA ging. Leider zielt der Film sehr stark auf Präsident Obama als Bösewicht ab, praktisch als wäre er alleine Schuld an der Spionage. Das er als Präsident wenig Macht hat und die meisten Entscheidungen der Kongress fällt, wird nicht berücksichtigt.

Alles in allem ist Snowden ein bewegender und überzeugender Film, der einem wieder die Enthüllungen ins Gedächtnis ruft. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.