Bridge of Spies

Am 26.11.2015 erschien ein neuer Film von Steven Spielberg, der sich mit einer anderen Seite des Kalten Krieges befasst, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: James B. Donovan ist Versicherungsanwalt. Doch als der CIA einen vermeintlichen russischen Spion fängt, soll er um dessen Strafe verhandeln. Für Donovan ist es ein normales Menschenleben, um das er verhandelt, weswegen er gegen die Todesstrafe ist. Dafür wird er im ganzen Land angefeindet. Doch kurz darauf wird ein Spionageflugzeug der USA über russischem Boden abgeschossen. Nun soll ein Austausch stattfinden über den Donovan ebenfalls verhandeln soll. Mit gemischten Gefühlen tritt er seinen Weg nach Ostberlin an.

Bridge of Spies ist ein Film, der einmal die andere Seite der Spionageaktivitäten des Kalten Kriegs zeigt. Während viele Filme sich mit den Aktivitäten an sich befassen, wie auch zuletzt Codename U.N.C.L.E., befasst sich Bridge of Spies mit den Spionen, wenn ihre Mission nicht erfolgreich war und sie vom Gegenspieler gefangene genommen wurden. So erging es auch Rudolf Abel. Als sowjetischer Spion wird er vom CIA gefangen genommen. Kurz darauf lernen wir James B. Donovan kennen. Ein brillianter Versicherungsanwalt, der von seinen Kollegen und Klienten geschätzt wird. Bis er von oberster Stelle aufgesucht wird. Er soll Abel verteidigen, der zur Todesstrafe verurteilt werden soll. Etwas widerwillig, aber pflichtbewusst, meldet sich Donovan im Gefängnis. Schnell sieht er, dass es sich bei Abel auch nur um einen Menschen handelt, der die gleichen Rechte wie jeder andere haben sollte. Also baut er eine solide Verteidigung auf. Doch das stößt im ganzen Land auf Missgunst. Donovan wird angefeindet, weil er es wagt einen Spion zu verteidigen. Doch kurz nach dem Urteilsspruch gibt es eine entscheidende Wendung. Der Pilot Francis G. Powers wird bei einem Spionageflug über der Sowjetunion abgeschossen. Schnell wird er zur Haftstrafe verurteilt. Nun soll Donovan nach Berlin fliegen, um da über einen Austausch von Powers und Abel zu verhandeln.
Tom Hanks übernimmt die Rolle des James B. Donovan. Er liefert, wie aus seinen Filmen bekannt, eine solide Leistung ab und harmoniert mit Spielbergs Film. Donovan ist ein brillianter Anwalt, der jedes Menschenleben für wichtig hält. Egal, was die Allgemeinheit sagt, er hört nur auf sein Gewissen und spürt dafür auch die Auswirkungen.
Ihm an die Seite gestellt ist Mark Rylance als Rudolf Abel. Rylance ist der Geheimtipp des Films. Mit seiner Theatererfahrung legt er viel Wert in sein Spiel. Abel strahlt durchgehend eine gewisse Ruhe aus, als seie er bei all seinen Taten mit sich selbst im Reinen. Durch die Verhandlungen baut sich eine Art Freundschaft zwischen Abel und Donovan auf.
Der Film zeigt die verschiedenen Facetten des Kalten Krieges. Dabei besinnt er sich auf alte Filme zurück. Gerade die Anfangssequenz, die viel aussagt, ohne das auch nur ein Wort gesprochen wurde, erinnert sehr an die alten Hitchcock-Filme. Während in der Bevölkerung die Spione im anderen Land geduldet werden, ist das Geschrei groß, wenn Spione im eigenen Land gefunden werden. Schnell soll das Todesurteil her und wer ein gerechtes Rechtssystem fordert, wie Donovan, wird als Aussätziger behandelt. Dabei schafft der Film es gleich einen hohen Grad an Spannung aufzubauen und diesen auch zu halten. Leider zieht der Film sich gegen Ende, da er mit einer Länge von 2,5 Stunden doch ca. eine halbe Stunde zu lang geraten ist. Durch eine Kürzung der Verhandlungen am Anfang hätte der Film gestrafft und somit die Längen genommen werden können. Denn so sitzt der Zuschauer am Ende im Kino und möchte nur noch wissen, wie es nun ausgeht, obwohl gerade hier noch ein Potenzial für hohen Nervenkitzel ist.
Ein weiteres Highlight des Film ist das Setting. Die realen Schauplätze in den USA und in Deutschland statt Green Screen sorgen für den gewissen Charme des Films.

Alles in allem schafft der Film eine ganz neue Atmosphäre und eine ganz neue Sicht auf den Kalten Krieg. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Jahresrückblick 2015 – die Highlights des Jahres

Hallo ihr Lieben,
nachdem ich euch nun schon meine Enttäuschungen des Jahres gezeigt habe, soll es nun in positiver Form um meine Highlights des Jahres gehen. Ausgenommen sind auch hier die Filme, die ich dieses Jahr noch sehen werde, die aber noch nicht erschienen sind. In den Titeln verlinke ich euch meine Kritiken, falls ihr zu einem Film mehr erfahren wollt.

Platz 25: Dark Places

Die Buchverfilmung des Bestsellers von Gillian Flynn überzeugte mich erst kürzlich mit einem hohen Spannungsbogen und verschiedenen Charakteren. Lange habe ich nicht mehr so gerätselt, wer denn als Mörder in Frage kommt.

Platz 24: Mission Impossible: Rogue Nation

Der ersehnte fünfte Teil der Saga, kam nicht mehr an den vierte heran – der die Messlatte aber auch sehr hoch legte – aber übertrumpfte die ersten drei Teile doch grandios. Mit einem „Best-of“ der Charaktere war wieder für gute Wortspiele gesorgt und auch an Action mangelte es nicht.

Platz 23: A walk in the woods – Picknick mit Bären

Bill Bryson, der auf keinen Fall noch ein Buch schreiben wird, muss sich damit abfinden älter zu werden und daher die ersten Freunde zu Grabe zu tragen. Doch dann entschließt er sich einen Wanderweg quer durch die USA abzulaufen. Dabei entsteht eine Komödie, die von den meisten wohl nicht beachtet wurde, aber mit einem unheimlich hohen Charme punkten kann.

Platz 22: Codename U.N.C.L.E.

Wenn ein Agent des CIA und des KGB währen des zweiten Weltkrieges zusammenarbeiten sollen, dann kann das nur schief gehen. In diesem Film trafen zwei Charaktere aufeinander, die sich an Charme und Witz das Wasser reichen konnten und so ein spannender, aber auch sehr abgedrehter, Film entstanden ist.

Platz 21: Sicario

Ein packender Thriller, der einem das Elend in den von Drogenkartellen kontrollierten Grenzgebieten zwischen den USA und Mexiko nahe bringt und gleichzeitig mit den Vorurteilen des Zuschauers spielt. Ein Vorbild für das Genre.

Platz 20: Er ist wieder da

Was passiert, wenn Adolf Hitler im 21. Jahrhundert wieder auftaucht? Wie reagieren die Menschen? Hat er trotz unserer Geschichtsaufklärung wieder eine Chance? Mit diesen Fragen setzt sich dieser Film auseinander und kreiert so eine Komödie mit leicht bitterem Beigeschmack.

Platz 19: Ant-Man

Nach der eher enttäuschenden Fortsetzung von The Avengers, brachte uns Marvel einen neuen Held auf die Leinwand. Der eher unbekannte Ant-Man wurde zunächst etwas skeptisch betrachtet: bis er im Kino anlief und einfach nur begeisterte. Mit einer Liebe zum Detail und dem typischen Marvel-Humor eroberte ein neuer Superheld die Kinoleinwand.

Platz 18: Southpaw

Zu Eminems „Phenominal“ kämpfte Jake Gyllenhall nicht nur im Ring, sondern auch mit dem Tod seiner Frau und um das Sorgerecht seiner Tochter. Während viele Kritiker den Film als den tränenreichsten Sportlerfilm abtaten, hat der Film auf dem zweiten Blick doch mehr zu bieten und liefert eine gute Leistung ab.

Platz 17: Baymax – Riesiges Robowabohu

Anfang des Jahres eroberte ein Roboter die Herzen der Kinozuschauer. Typisch für Disney hatte Baymax liebevolle Charaktere, eine gewisse Portion Traurigkeit und vor allem viel Witz. Nach dem Film hätte wohl jeder gerne so einen Gesundheitsroboter.

Platz 16: Mockingjay 2

Der gelungene Abschluss zur Tribute von Panem-Reihe konnte wieder mit viel Spannung punkten. Katniss letzter Marsch gegen das Kapitol, die finale Schlacht, für ein freies Panem.

Platz 15: Die Frau in Gold

Was genau passierte mit den von den Nazis gestohlenen Kunstgegenständen? Der mitreißende und emotionale Kampf einer Frau, um ein Gemälde ihrer geliebten Tante. Eine hinreißend spielende Helen Mirren und ein liebenswürdiger Ryan Reynolds perfektionieren den Film.

Platz 14: The Voices

Die schrägste Horrorkomödie des Jahres. Ein schizophrener Ryan Reynolds, der seine Welt sehr bunt und fröhlich sieht, und ausversehen die ein oder andere Frau umbringt.

Platz 13: Bridge of Spies

Steven Spielsbergs neues Meisterwerk mit einem Tom Hanks, der im kalten Krieg um die Freiheit mehrer Menschen verhandelt. Dramatisch, spannend, mitreißend.

Platz 12: Ex_Machina

In einer abgeschiedenen Villa erforschen zwei Männer, ob es möglich ist einen Roboter menschlich wirken zu lassen. Doch aus dem harmlos klingenden Experiment entwickelt sich bald mehr und fesselt den Zuschauer trotz Kammerspiel an den Sitz.

Platz 11: Der Marsianer

Wie reagiert man, wenn man auf dem Mars zurückgelassen wird und nur alte Discosongs als Musik hat. Der Botaniker Mark Whatney weiß sich zu helfen und hat einige Tricks auf Lager. Dabei entsteht ein humorvoller Film, der die Spannung gekonnt halten kann und an den Kinositz fesselt.

Platz 10: Fury – Herz aus Stahl

In den Wirren des zweiten Weltkrieges hält eine Panzerbesatzung immer zusammen. Bis sie einen Frischling zugeteilt bekommen. Fury zeigt die rohe Gewalt des zweiten Weltkrieges ungeschönt und verliert sich nicht in hohlem Patriotismus.

Platz 9: Mad Max: Fury Road

Der Film mit einer der stärksten Frauenrollen seit langem, der die Diskussionen über Frauen im Film wieder ordentlich anheizte. Doch auch davon abgesehen bringt Fury Road schöne handgemachte Action auf die Leinwand und heizt dem Zuschauer ordentlich ein.

Platz 8: Learning to drive

Wendy ist Mitte 40 und wurde frisch von ihrem Mann verlassen. Um wieder auf die Beine zu kommen, versucht sie sich an Fahrstunden. Dabei entsteht eine wunderbare und lehrreiche Freundschaft zwischen ihr und dem Fahrlehrer Darwan. Ein Film zum träumen, aber auch zum Nachdenken.

Platz 7: Der Chor – Stimmen des Herzens

Die Mutter tot, der Vater hat eine neue Familie und keinen Platz für Stet. Also landet dieser beim National Boychoir, entdeckt seine Stimme und muss sich gegen arrogante Mitschüler behaupten. Gepaart mit der Musik geht der Film ganz tief unter die Haut.

Platz 6: Krampus

Ein Weihnachtshorrorfilm? Und dann auch noch eine Horrorkomödie? Man darf zurecht skeptisch sein, ob diese Kombination funktioniert. Aber herausgekommen ist ein amüsanter, spannender Film mit ulkigen Monstern, der einen so richtig schön in Anti-Weihnachtsstimmung versetzt.

Platz 5: John Wick

Gleich zu Anfang des Jahres präsentierte uns Keanu Reeves, dass es eine einfache Grundhandlung und gut choreographierte Actionszenen gepaart mit einem bittersüßen Humor braucht, um einen zeitlosen Actionfilm zu kreieren.

Platz 4: The Imitation Game

Benedict Cumberbatch als Alan Turing, der Mathematiker, der den zweiten Weltkrieg beeinflusste. Hoch dramatisch und einfach nur brilliant gespielt, reißt der Film mit, obwohl er weit ab des Schlachtfeldes stattfindet.

Platz 3: Alles steht Kopf

Was wenn in unserem Kopf fünf Emotionen sitzen, die die Knöpfe zu unseren Taten und Äußerungen drücken? In diesem Film sind es Freude, Angst, Kummer, Ekel und Wut, die Riley beleben. Doch was passiert, wenn zwei Emotionen durch einen Unfall im Gedächnis landen und nur noch drei die Kontrolle haben? Dieser Film zeigt interessante Ideen, wie es in unserem Kopf aussehen könnte.

Platz 2: Kingsman – The Secret Service

Elegant wie James Bond, knallhart wie John Wick und durchgeknallt wie schon lange kein Film mehr. Kingsman ist ein Best-of verschiedener Genres und brilliert bei der Zusammensetzung. So ganz ernst nimmt der Film sich nicht, um brillianter ist er.

Platz 1: Still Alice

Julianne Moore brilliert hier als Mutter, die frühzeitig an Alzheimer erkrankt. Ihr Umgang mit der Krankheit und wie sie versucht ihren Alltag zu halten ist mit so viel Liebe dargestellt und entsetzt einem trotzdem so sehr. Ein Film, den man gesehen haben muss und definitiv mein Highlight des Jahres 2015.

Und zu guter Letzt noch ein paar Filme, die ich nicht unerwähnt lassen möchte, die es aber von der Punktzahl her nicht in das Ranking geschafft haben:

The Transporter – Refueled: Das Auto! Der heiße Typ im perfekten Anzug!

Die Minions: Banana!

Pixels: Pac Man ist böse?

Wild Tales: Ich habe, glaube ich, noch Rattengift im Schrank.

Was sind eure Highlights des Jahres?

Hotel Transsilvanien 2 (Kurzkritik)

Am 15.10.2015 erschien die Fortsetzung des Hotels voller Monster in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Der Mensch Jonathan und das Vampir-Mädchen Mavis heiraten. Dracula ist übergücklich und gibt alles, um den Tag ganz besonders zu gestalten. Doch das Glück wird noch vergrößert, denn Mavis ist schwanger. Der kleine Dennis ist die große Hoffnung Draculas, endlich ein neues Monster in der Familie. Doch Dennis scheint mehr nach Jonathan zu kommen. Nichts, was Dracula mit seinen Freunden Frankenstein, der unsichtbare Griffin, die Mumie Murray und Werwolf Wayne, nicht ändern könnte.

Wer den ersten Teil mochte, kommt auch hier wieder auf seine Kosten, auch wenn die Gags durchaus schwacher geworden sind. Wer jedoch den den ersten Teil nicht mochte, sollte auch hiervon die Finger lassen, denn die Witze wirken sehr vorhersehbar, haben überhaupt keine Tiefe und die wirklich witzigen wurden bereits im Trailer vorweggenommen. Die bekannten Charaktere wurden übernommen und gut weiterentwickelt. Auch hier werden wieder die Vorurteile der Monster gegen die Menschen aufgegriffen, denn Dennis soll unbedingt ein Vampir sein und die Tatsache, dass er eventuell ein Mensch ist, scheint undenkbar. Vor allem Opa Vlad als neuer Charakter unterstreicht dieses Denken. Allerdings taucht er bis zum Ende nicht auf, trotzdem wird ihm praktisch unterstellt die verrosteten Ansichten zu haben, die aber eher von Dracula verbreitet werden.
Das Ende das den spannenden Teil des Films darstellen soll, wird in einer Eile abgehandelt, als ob strenger Termindruck herrsche. Dadurch kommt die eigentliche Auseinandersetzung zwischen Jung und Alt bei weitem zu kurz. Auch wirft das Ende die Moral, die versucht wurde während des Films zu vermitteln, komplett über den Haufen.

Alles in allem eine sehr schwache Leistung, der Trailer ließ auf mehr hoffen. Daher 03 von 10 möglichen Punkten.

Dark Places – Gefährliche Erinnerung

Am 10.12.2015 erschien nach „Gone Girl“ die zweite Verfilmung eines Gillian Flynn Romans in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Im Alter von 7 Jahren muss Libby Day mit ansehen, wie ihre Familie ermordet wird. Völlig verwirrt beschuldigt sie in ihrem Trauma ihren Bruder, der einzige, der ebenfalls überlebt hat. 25 Jahre später trifft Libby auf einen „Club“, der sich mit alten Kriminalfällen befasst und an die Unschuld ihres Bruders glaubt. Da sie Geld braucht, lässt sie sich darauf ein und rollt die Geschichte wieder auf und stellt sich ihren Erinnerungen.

Libby Day lebt ihr Trauma. Im Alter von 7 Jahren sah sie zu, wie ihre Mutter und ihre zwei Schwestern getötet wurden. Nur sie konnte ihr fliehen und auch ihr Bruder Ben überlebte. Beim anschließenden Prozess wurde ihr Bruder als der Mörder und ein wahnsinniger Satanist verurteilt. Libbys Aussage, die ihr noch unter Schock abgenommen wurde und ihren Bruder als den Mörde darstellte, brachte ihn lebenslänglich ins Gefängnis. Von nun an ohne Familie – der Vater hatte die Familie bereits Jahre vorher verlassen – war Libby auf Spenden angewiesen, um zu überleben. Doch auch 25 Jahre später hat sich nichts geändert. Der Spendenfont, der damals eingerichtet wurde, füllt sich nicht mehr, das Buch, dass sie über die Geschehnisse schrieb, verkauft sich nicht mehr und auch wird sie nicht mehr so oft zu Gesprächen und Interviews eingeladen. Damit sind ihre Kassen leer. Sie hat ihr Schicksal so lange ausgeschlachtet wie es ging, aber ab hier ist Schluss. Doch dann trifft sie auf Lyle Wirth, einem jungen Mann, der ein großes Interesse an ungelösten Kriminalfällen hat. Zusammen mit gleichgesinnten gründete er einen Club. Besonders interessiert sind sie an Libbys Fall. Denn eins ist für sie sicher: Libbys Bruder Ben ist unschuldig. Doch Ben ist niemals in Berufung gegangen, was für Libby der ultimative Schuldbeweis ist. Aber der Club ist bereit ihr Geld zu zahlen, wenn sie sich ihrer Vergangenheit stellt und an der endgültigen Aufklärung des Falles hilft.
Der Film spielt auf zwei Zeitebenen. Die erste spielt in der aktuellen Zeit und begleitet Libby auf dem Weg zu Personen aus der Vergangenheit, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Die zweite Ebene spielt in der Vergangenheit. Nach und nach erfährt man, was damals passiert, immer parallel zu dem, was Libby in der Gegenwart herausfindet. Beide Handlungsstränge werden dabei absolut gleichwertig gehandelt, so dass man gar nicht weiß, bei welcher Ebene man mehr mitfiebern soll.
Charlize Theron übernimmt die Rolle der Libby Day. Souverän spielt sie die noch immer von Albträumen geplagte Waisin. Ihr ganzes Leben hatte sie nichts weiter als ihr Schicksal. Keine Freude, keine Familie, keinen Job. Sie hat sich mit Einnahmen durch ihr Schicksal über Wasser gehalten und auch nie in Betracht gezogen etwas anderes zu machen. Dadurch ist sie zu einer verbitterten Frau geworden, die isoliert lebt und auch keine Chance auf ein glückliches Leben zu haben scheint.
Nicholas Hoult übernimmt die Rolle des Lyle Wirth. Gerade das besonnen Spiel Hoults gibt dem Charakter die Tiefe, die allein durch das Drehbuch nicht da war. An sich wirkt er wie ein Freak, der sich in seiner Freizeit mit ungelösten Mordfällen befasst. Aber er scheint ein ernsthaftes Interesse an dem Schicksal Libbys und ihres Bruders Ben zu haben, der ihn sehr sympathisch wirken lässt.
Der Film hat einen sehr inteniven Spannungsgrad, der sich langsam aufbaut und dann bis zum Ende hält. Man fiebert mit Libby mit, dass sie mit ihrer Geschichte abschließen kann, und das obwohl die durch ihre ruppige und verbitterte Art auf den ersten Blick nicht unbedingt sympathisch herüberkommt. Gleichzeitig will man unbedingt wissen, was in jener Nacht geschah. Zuvor kämpft man sich jedoch durch ein Vielzahl an Namen, die letztendlich alle verdächtigt werden konnten. Schnell hat man eine Meinung über den Ausgang gefasst und wir dann doch überrascht, wenn es zu Wendungen kommt. Dabei werden die verschiedensten Themen und Charaktere vorgestellt, die den Film eine Mehrschichtigkeit verleihen, die einen gewissen Charme ausmacht.

Alles in allem ist der Film ein packender Thriller, der den Spannungsbogen gut hält. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Jahresrückblick 2015 – die Enttäuschungen des Jahres

Hallo ihr Lieben,
ist es zu glauben? Es ist doch tatsächlich Dezember und das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu. Während jetzt noch alle in Vorfreude auf Weihnachten sind, produzieren die Fernsehsender bereits massig das Format, dass es jedes Jahr wieder in Überzahl geben wird: Jahresrückblicke. Aber bevor ich in Festtagsstimmung verfalle und dann – wie sonst immer – kurz vor knapp in Panik verfalle, gibt es vorab von mir schon meine Highlights und meine Enttäuschungen des Jahres 2015 – bezogen natürlich auf die Kinofilme.

Normalerweise schreibe ich viel über Laptop auf der Couch oder abends im Bett. Aber für diesen Anlass habe ich mich doch einmal anständig in mein Arbeitszimmer an meinen Schreibtisch gesetzt und Liste erstellt, mit den Filmen, die ich dieses Jahr im Kino gesehen habe. Mit 89 regulären Kinofilmen und 2 Special Screenings mit 4 Filmen komme ich auf 93 gesehene Filme. Kurz vor der 100 (mit meinen geplanten Filmen würde ich genau die 100 erreichen, aber ich befürchte, dass ich es zeitlich doch nicht mehr schaffen werde). Heute soll es erst einmal um die Enttäuschungen des Jahres gehen. Dabei gehe ich von meiner Bewertung aus, also ihr dürfte gerne anderer Meinung sein 😉 In den Titeln verlinke ich euch meine Kritiken, falls ihr zu einem Film mehr erfahren wollt.

Ausgenommen aus der Wertung sind die Filme, die ich dieses Jahr noch sehen werde, aber die noch nicht erschienen sind!

Lange Rede – kurzer Sinn: Hier präsentiere ich euch nun meine 25 Enttäuschen des Jahres 2015:

Platz 25: Miss Bodyguard

Ein Film verliert meistens dann, wenn der Trailer schon die besten Witze und Szenen vorweg nimmt. Miss Bodyguard hätte von der Idee her eine schöne Komödie werden können, schafft es aber nicht zu überzeugen.

Platz 24: Insidious Chapter 3

Die vorangegangenen Teile habe ich nicht gesehen. Aber der dritte Teil der Insidious-Reihe bedient sich leider nur den derzeit modernen „Schockmomenten“, die nicht ausreichen, um eine grundsätzlich gruselige Stimmung aufzubauen. Lediglich Lin Shaye als Medium Elise kann den Film ein wenig heben.

Platz 23: Mortdecai

Während Johnny Depp mit Black Mass als heißer Oscarkandidat gehandelt wird, enttäuscht er Anfang des Jahres als Teilzeitgauner in Mortdecai. Ein verarmter Adliger, der ein gestohlenes Bild suchen soll, um aus den Schulden zu kommen. Leider auch hier die einzigen lustigen Szenen im Trailer vorweggenommen.

Platz 22: Big Eyes

Basierend auf einer wahren Geschichte ist immer etwas schwierig. Aber der Film schafft es sich ewig zu ziehen und die Geschichte langsam aufzubauen, um dann den eigentlichen Höhepunkt in 10 Minuten abzuhandeln. Hier wäre Material für einen spannenden Film vorhanden gewesen, das leider nicht genutzt wurde.

Platz 21: Abschussfahrt

Eine deutsche Komödie, die trashiger kaum sein könnte. Während die erste Hälfte noch eine typische Teenager-Komödie verspricht, driftet die zweite Hälfte zu sehr ins Abgedrehte ab und schafft es nur noch die bekannten „Unter der Gürtellinie“-Witze zu reißen.

Platz 20: Boy 7

Ein Thriller, der absolut vorhersehbar bleibt und nur mäßig mit Spannung überzeugen kann. Boy 7 kann zwar mit einem ziemlich schrägen Bösewicht aufwarten, enttäuscht ansonsten aber auf schauspielerischer Ebene.

Platz 19: Youth

Von den Kritikern hoch gelobt, ich fand ihn dagegen eher enttäuschend. Ewige Jugend ziert sich mit dem Versuch der vielen passenden Enden. Während der Film auf das Ende zugeht, kreiiert der Film immer wieder Szenen, die einen perfekten Abschluss bilden könnten. Aber der Film ging immer weiter.

Platz 18: Pan

Ein Film, der versucht von einer wunderschönen Optik zu leben. Doch ansonsten bietet Pan eine aussagelose Handlung, ohne Tiefgang und ohne auf den Punkt zu kommen. Auch der Versuch mit exzentrischen Figuren geht nach hinten los, denn dafür fehlen die passenden Dialoge.

Platz 17: The Walk

Auch bei The Walk kann man lediglich die schöne Optik hervorheben. Denn der Film baut zu keinem Zeitpunkt Spannung auf – zumal das Endergebnis schon im Trailer vorweg genommen wurde. Hinzu kommen unsympathische Charaktere, mit denen der Zuschauer nicht mitfiebern mag.

Platz 16: Hotel Transilvannien 2

Auch hier das bereits erwähnte Problem, dass alle humorvollen Szenen bereits im Trailer vorweggenommen wurden, und der Film daher nicht mehr begeistern konnte. Die Handlung plätschert so vor sich hin und selbst das Ende, was immer wieder groß angekündigt wurde, wurde schnell abgehandelt.

Platz 15: Fack ju Göhte 2

Die erwartete Fortsetzung des Kinoerfolges. Es geht auf internationale Klassenfahrt. Doch Fack ju Göhte 2 schafft es nicht einen klaren Handlungstrang zu formen, weswegen die Handlung verworren und aussagelos wirkt. Auch die Witze wirken diesmal leider nicht.

Platz 14: Magic Mike XXL

Magic Mike XXL kann zwar mit seiner großen Abschlussszene punkten, aber der Weg dahin ist gepflastert mit einer lieblosen Handlung, die versucht tiefer zu gehen, aber doch nur an der Oberfläche kratzt, und plumpen und gestellten Dialogen.

Platz 13: Im Sommer wohnt er unten

Ein Film der diesjährigen Berlinale, der vor allem durch seine sprunghafte Multilingualität auffällt. Ein Familiendrama verpackt in einer schleppenden Handlung, der ohne Witz sich als Komödie tituliert. Am Genre vorbei.

Platz 12: Traumfrauen

Traumfrauen ist absolut vorhersehbar, da er sehr jeder anderen deutschen Liebeskomödie der letzten Jahre ähnelt. Die Witze funktionieren nur halbherzig, ebenso die Schauspielleistungen.

Platz 11: Blackhat

Blackhat weißt eine gute Grundidee auf, spinnt diese aber nicht durchgängig genug weiter. Die Charaktere werden nicht ordentlich durchdacht und der Film schlittert zu schnell in das Vorhersehbare. Langatmige Dialoge und zu ausufernde Sequenzen zerstören noch das letzte bisschen Spannung.

Platz 10: Wild Card

Der Film mit der nicht ersichtlichen Handlungslinie. Der Film versucht Spannung aufzubauen und diese in Kampfszenen enden zu lassen, verpasst aber zwischendurch den Absprung und setzt Szenen dazwischen, die nichts ersichtlich mit der Rahmenhandlung zu tun haben und so verliert der Zuschauer den Überblick.

Platz 9: A world beyond

Auch hier eine gute Ausgangsidee, aber eine absolut enttäuschende Umsetzung. Das angeschnitte Thema wird nicht ernst genommen, der Film braucht ewig, um in Fahrt zu kommen und hält sich oft an unnötigen Kleinigkeiten auf.

Platz 8: Die Highligen 3 Könige

Der Cast um Joseph Gordon-Levitt und Anthonie Mackie ließ auf eine etwas niveauvolle Komödie schließend. Aber der deutsche Titel und Seth Rogen sind dann doch die ausschlaggebenden Kriterien. Fäkalhumor und Drogen stehen an der Tagesordnung. Dadurch versagt der Film in seiner Intention.

Platz 7: Kind 44

Eine verwirrende Handlung, bei der der eigentliche Schwerpunkt anscheinend vergessen wird. Gepaart mit schwachen Schauspielleistungen und ohne Spannungsbogen enttäuscht der Film im vollen Umfang.

Platz 6: 45 years

Langsamer erzählt war dieses Jahr wohl nur Ewige Jugend. Aber auch 45 years wird in dem Tempo erzählt, in dem sich die Hauptdarsteller fortbewegen. Da es sich um die Erzählung einer Woche im Leben von zwei Senioren handelt, ist das sehr langsam. Das eigentliche Drama, dass angesprochen werden sollte, bleibt so gut wie komplett verschwiegen.

Platz 5: Tracers

Ein handlungsschwacher Film, von der Kameraführung mir zumindest übel geworden ist. Da muss man wirklich großer Taylor Lautner Fan sein, um den Film gut zu finden.

Platz 4: American Ultra

Noch trashiger als der Trailer vermuten lässt. Ohne jeden Spannungsbogen und mit einer weiterhin schlecht spielenden Kristen Stewart. Auch der Humor lässt einen lediglich aus Reflex lachen, aber unterhalten kann der Film nicht.

Platz 3: Shades of Grey

Schlechter als das Buch wurde nur der Film. Abgesehen von Musik und ästethisch gefilmten Sexszenen hat der Film so ziemlich alles falsch gemacht, was man filmtechnisch falsch machen kann.

Platz 2: Dessau Dancers

Wer nicht gerade die Breakdance-Bewegung der DDR mitbekommen hat, kann mit diesem Film wahrscheinlich gar nichts anfangen. Der Film ist nicht spannend, hat keine guten Schauspielleistungen und auch ansonsten nichts zu bieten.

Platz 1: Die Frau in Schwarz 2

Die Handlung ist vorhersehbar, die einzigen Horrorelemente sind Schockeffekte, die nur erschrecken und nicht schocken. Hier wurde sich für einen Horrorfilm absolut keine Mühe gegeben und daher mein Platz 1 als der enttäuschenste Film, den ich dieses Jahr im Kino gesehen habe.

Damit bin ich dann auch durch mit dem ersten Teil des Jahresrückblickes. In den nächsten Tagen folgt noch der zweite Teil mit meinen Highlights des Jahres.

Mockingjay 2 – Die Tribute von Panem 4

Am 19.11.2015 erschien der vierte und letzte Teil der Tribute von Panem-Reihe in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Der finale Kampf steht kurz bevor. Präsident Snow hat Großteile des Kapitols evakuiert und in ein Mienenfeld aus Fallen entwickelt. Dabei scheinen die Fallen der Hungerspiele ein Kinderspiel dagegen. Doch Katniss soll nicht an vorderster Front kämpfen, wie sie es gerne hätte, sondern eine Nachhut, um weiterhin die Propos – kurze Propagandavideos – an ganz Panem zu schicken. Gleichzeitig muss sich Katniss aber auch noch um Peeta kümmern, der nach einer Gehirnwäsche im Kapitol nicht die Realität von seiner Wahnvorstellung unterscheiden kann.

Viel Kritik hagelte es, weil das dritte Buch der Panem-Reihe wieder einmal  in zwei Filme gespalten wurde. Doch angesichts der Fülle des Buches und der guten Umsetzung beider Filme scheint die Wahl die richtige zu sein, da ansonsten zu viel der Handlung hätte geschnitten werden müssen.
Der Film beginnt nahtlos am Ende des dritten Teils. Peeta wurde aus dem Kapitel befreit, doch wurde dort einer harten Gehirnwäsche ausgesetzt. Er ist wochenlang mit dem Gift der Jägerwespe – bekannt aus dem ersten Teil – behandelt worden, die Halluzinationen hervorruft. Gepaart mit diesen entwarf das Kapitol für ihn eine alternative Realität, in der Katniss grundsätzlich und vorsätzlich böse ist und deswegen versuchte Peeta sie umzubringen. Fast hätte er geschafft Katniss zu erwürgen, die nun noch immer mit einem geschwollenen Hals und geschwollenen Stimmbändern zu kämpfen hat. Doch sie muss sich schnell erholen, denn der finale Schlag der Rebellen gegen das Kapitol steht kurz bevor. Doch zuvor muss der letzte noch kapitoltreue Distrikt, Distrikt 2, überzeugt werden. Notfalls wird die komplette Vernichtung und damit der Tod der Bewohner in Betracht gezogen. Doch ist dieser Schritt wirklich nötig? Katniss wagt erste Zweifel an den Taktiken der Rebellen. Als sie schließlich auch noch nicht an der Schlacht teilnehmen soll, reicht es Katniss. Trotz ihres Traumas schmuggelt sich Katniss direkt an die Front im Kapitol, was von der Propagandamaschinerie District 13 natürlich sofort als eigener Schachzug gehandhabt wird. Allerdings wird Katniss nicht wie gewünscht an vorderster Front eingesetzt, sondern bildet mit ihrem Team bestehend aus Gale, Finnick, ein paar Kämpfern und ihrem Proposteam, die man im dritten Teil kennengelernt hat. Sie sollen sich ebenfalls durch das Mienenfeld kämpfen, dabei aber regelmäßig die Propos drehen, um an der Front für Stimmung zu sorgen. Doch Katniss hat nur das Ziel Snow persönlich umzubringen. Wirklich problematisch wird es, als Peeta dem Team zugeteilt wird. Er kann noch immer nicht zwischen Realität und Wahnvorstellung unterscheiden und scheint daher ein großes Hindernis zu sein.
Lange sowohl erwartet als auch gefürchtet wurde nun der vierte und letzte Teil der Panem-Reihe präsentiert. Hier gaben die Macher noch einmal alles, um ein würdiges Ende zu finden. Und das ist ihnen gelungen! Fans wirklich zufrieden zu stellen ist immer schwierig. Vor allem die Fans, die zuvor die Bücher gelesen haben, sind nicht immer leicht zufrieden zu stellen. Doch in diesem Film wurde das relativ einfach gelöst. Es wurde sich sehr stark an die Buchvorlage gehalten. Somit war die Handlung bereits bekannt und konnte nicht zum Kritikpunkt genommen werden. Trotzdem sind kleinere Kritikpunkte anzubringen. Zum einen wurde sich sehr stark auf die bildgewaltigen Actionszenen gestützt, die dadurch sich allerdings anfangen zu ziehen, weil selbst kurze Szenen im Buch, aufgegriffen und ausgebaut wurden, um so mehr auf die Leinwand bringen zu können. An dieser Stelle merkte man doch, dass es ein Buch war, dass in zwei Filme geteilt wurde. Hier hätte man diese kürzen können und stattdessen die neuen Charaktere richtig einführen und vorstellen können, denn das kam leider ziemlich zu kurz. Sie waren auf einmal da und verschwanden wieder von der Leinwand. Dabei waren es stellenweise auch wichtige Figuren für das Ende. Zum anderen wurde die Dreiecksbeziehung zwischen Katniss, Gale und Peeta stellenweise zu stark thematisiert. Das Thema kam zwar auch im Buch vor, aber da war es nicht so aufdringlich und konnte so gut ignoriert werden. Denn was ein halbes Beziehungsdrama in einer Kriegssituation zu suchen hat, erschließt sich nicht.
Nach vier Filmen ist dies nun das Ende der Panem-Reihe. Umso bedauerlicher ist es, dass einige Endszenen – auch Szenen, die Auslöser für manche Entscheidungen sind – sehr gekürzt gezeigt wurden und der Zuschauer die Tragweite so erst sehr spät erfassen konnte. Die Leinwandzeit hierfür war da.
Jennifer Lawrence übernahm einmal mehr die Rolle der Katniss Everdeen. Souverän zeigte sie, dass sie eine großartige Schauspielerin ist und zeigt uns die Zerissenheit Katniss‘. Sie wurde in die Rolle der Heldin gepresst, von allen Seiten nur benutzt und versucht noch immer ihre eigenen moralischen Entscheidungen durchzusetzen. Doch im Krieg scheint es keine Regeln mehr zu geben.
Josh Hutcherson übernahm einmal mehr die Rolle des Peeta Mellark. Er überrascht in seiner Rolle wohl am meisten. Eher zurückhaltend spielend, so lernte der Zuschauer Hutcherson in den ersten drei Filmen kennen. Doch im vierten zeigt er nun, was wirklich in ihm steckt. Durch das Gift der Jägerwespe weiß Peeta nicht mehr, was real ist und was nicht. Diese Zerissenheit steht bei ihm im Vordergrund. Hutcherson zeigt die verschiedensten Gefühlsregungen auf einer großzügigen Palette, so dass dem Zuschauer selbst seine Gedanken klar erscheinen. Damit sticht er den sehr blass spielenden Liam Hemsworth komplett aus. Denn dieser scheint den ganzen Film über nur die verbitterte Miene im Repertoir zu haben. An einigen Stellen mag es zwar passend sein, aber trotzdem sollte ein guter Schauspieler seine Miene auch wechseln können. Denn gerade in seiner letzten Szene ist es überhaupt nicht mehr passend und nimmt der Szene wichtige Gefühle, die Lawrence allein nicht ausfüllen kann.

Alles in allem ist Mockingjay 2 ein würdiger Abschluss für die Reihe und erhält dafür 08 von 10 möglichen Punkten.

Arlo und Spot

Am 26.11.2015 erschien ein neuer Film aus dem Hause Disney/Pixar in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Arlo, ein kleiner Dinosaurier, lebt zusammen mit seiner Familie auf einer Maisfarm. Während sich seine Geschwister gut in die Farmarbeit einfügen, stehen Arlo seine Ängste regelmäßig im Weg. Als er von seinem Vater die Aufgabe bekommt, den Maisdieb zu fangen, will er zumindest dies nicht vermasseln. Doch durch seine tollpatschige Art und seiner Angst vor so ziemlich allem, landet er im Fluss und wird weit von zu Hause weggeschwemmt. Nun muss Arlo sich seinen Ängsten stellen und den Heimweg antreten. Dabei trifft er auf den verwilderten Menschenjungen Spot. Eine ungewöhnliche Freundschaft beginnt.

Einmal mehr zeigt Pixar, dass sie Meister sind in der Erschaffung liebevoller Charaktere und einer gleichzeitig herzerwärmenden und herzzerreißenden Handlung. Der Film führt auf einer Gradwanderung zwischen Drama und Komödie vor einer wunderschönen Kulisse.
Der Film beginnt an jedem Tag, der so schicksallastig hätte sein können. Ein Komet löst sich und rast auf die Erde zu. Doch im Gegensatz zu den in unseren Geschichtsbüchern beschriebenen Ereignissen, verfehlt er die Erde und löst damit  keine Kettenreaktion aus, die zu dem Aussterben der Dinosaurier führte. Viele Millionen Jahren haben sich neben den Dinosauriern trotzdem auch andere Arten entwickelt. Doch auch die Dinosaurier haben sich weiterentwickelt. So haben der Langhals-Dinosaurier Henry und seine Frau eine Maisfarm erbaut. Zufrieden blicken sie auf die frisch schlüpfenden Eier. Doch während zwei der Jung-Dinos gut genährt und voller Tatendrang auf die Welt kommen, traut sich der kleine Arlo nicht einmal wirklich aus der Eierschale hervor. Während die drei Geschwister aufwachsen bleibt die Rollenverteilung gleich. Seine Geschwister fügen sich gut in die Farmarbeit ein. Arlo dagegen bekommt immer nur leichte Aufgaben. Durch seine Tollpatschigkeit und seine vielen Ängste misslingen ihm aber selbst diese. Gekränkt durch die Sticheleien seiner Geschwister wird Arlo von seinem Vater regelmäßig wieder aufgemuntert und mit neuen Aufgaben versehen. Als sich regelmäßig ein Dieb in den Wintermaissilo schleicht und daher das Futter für den Winter für die Familie langsam knapp wird, glaubt Henry endlich eine geeignete Aufgabe für Arlo gefunden zu haben. Doch bei der Fallenstellung und der Jagd im Anschluss geht einiges schief. Bei der Verfolgung stürzt Arlo letztendlich in den reißenden Fluss. Doch er überlebt und wird weit entfernt wieder an das Ufer gespült. Allein und voller Angst hat er nur einen Wunsch. Er möchte zurück nach Hause. Etwas hilfsbedürftig baut er einen notdürftigen Unterstand. Am nächsten Morgen findet ihn der verwilderte Menschenjunge Spot und bringt ihm etwas zu Essen. So beginnt eine ungleiche Freundschaft. Auf dem Weg nach Hause treffen sie die verschiedensten Charaktere. Dabei treffen die bekannten Vorurteile der verschiedenen Dinosaurier-Arten nicht immer zu.
Es ist das erste Mal, dass Pixar zwei Filme in einem Jahr veröffentlicht hat. Mit „Alles steht Kopf“ hat Pixar dieses Jahr schon ein absolutes Meisterwerk für Groß und Klein abgeliefert. Bei Arlo und Spot merkt man dabei, dass den Machern dieses Jahr wohl die Puste ausgegangen ist. Die Charaktere sind zwar auch liebevoll gestaltet, aber weniger durchdacht, wie noch Angst, Freude, Ekel, Kummer und Wut. Auch die Handlung ist bei Arlo und Spot auf das einfachste zusammengeschnitten. Nur an einem wurde nicht gepart. Die übliche Portion Drama, Trauer und Witzmomente. Vor allem die Landschaft kann bei Arlo und Spot dann doch noch überzeugen, die spektakulär aussieht und mit Liebe zum Detail konstruiert wurde. Während „Alles steht Kopf“ beim jungen wie beim etwas älteren Publikum sehr gut ankam, zielt Arlo und Spot eindeutig auf eine jüngere Zielgruppe ab. Dabei ist jedoch ein eindeutiger Fehler passiert. Denn der Film zeigt einige Gewaltszenen sehr ausführlich, sehr brutal und sehr blutig. Im Überlebenskampf mag dies zwar notwenig, aber es in jedem Detail zu zeigen, ist für einen Kinderfilm dann doch ungerechtfertigt und stört das Filmgefühl.
Während der Film viele unvorhersehbare Wendungen hatte und so den Spannungsbogen halten konnte, wirkt das Ende wieder sehr künstlich konstruiert und war sehr vorhersehbar. Nichtsdestotrotz war es wieder einmal ein sehr trauriges Ende, so dass das eigentliche Happy End nur unter Tränen genießbar war.

Alles in allem bleibt der Film hinter den Erwartungen, zielt eindeutig auf das junge Publikum als Zielgruppe ab, ist hierfür aber stellenweise zu brutal. Daher gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Die Highligen 3 Könige

Am 26.11.2015 erschien der erste Weihnachtsfilm des Jahres in den deutschen Kino.

Kurz zur Story: Ethan, Isaac und Chris sind seit Kindheitstagen beste Freunde. Seit Ethans Eltern an einem Weihnachten tödlich verunglückten und seine besten Freunde ihn aufmunterten, haben sie feste Weihnachtstraditionen. Jedes Jahr ziehen sie um die Häuser und trinken zu viel. Doch alle drei sind älter geworden und Isaac erwartet ein Kind. Also soll dieses Weihnachten das letzte der Tradition und damit auch das beste werden.

Die Highligen 3 Könige sind ein Film mit der wohl unpassensten Titelübersetzung seit langem. Aus „The night before“, die sich darauf bezieht, dass der Film immer an Heilig Abend spielt, hat das deutsche Übersetzterteam ein unlustiges Wortspiel verwendet, was den Film auf einen Part reduziert. Drogenkonsum.
Alles beginnt an einem Weihnachtsfest kurz nach dem Tod von Ethans Eltern. Seine Freunde Chris und Isaac kommen zu Besuch und wollen ihn aufheitern. Also beginnen sie in der Stadt umher zuziehen und es entsteht eine Weihnachtstradition, die sie viele Jahre aufrecht erhalten. Dabei nehmen sie gerne einmal ein paar Drogen, aber hauptsächlich trinken sie viel zu viel. In dieser ersten Nacht erfahren sie von dem legendären Nussknackerball. Doch so sehr sie sich auch bemühen in all den Jahren danach suchen sie jedes Jahr wieder nach diesem Ball, doch er bleibt unauffindbar. Nun, viele Jahre später, soll sich aber einiges ändern. Alle älter geworden, soll es nun das letzte Weihnachten mit dieser Tradition werden. Chris ist inzwischen ein erfolgreicher Sportler und Isaac erwartet ein Kind. Nur Ethan scheint nicht weitergekommen zu sein im Leben. Die Vorweihnachtszeit jobbt er als Elf und seine Freundin hat ihn gerade frisch verlassen. Für ihn ist es schwerer die Tradition beruhen zu lassen und weiterzuziehen. Durch einen Zufall bekommt er doch genau in diesem Jahr drei Karten für den Nussknackerball in die Hände. Und damit ist sicher, es wird das beste Weihnachten, dass sie je hatten. Doch die Konzentration scheint zu fehlen. Chris möchte unbedingt einen Kollegen beeindrucken und bemüht sich eher darum, als um seine Freunde, und Isaac bekommt von seiner Frau eine Schachtel voller Drogen, weil er sie in der Schwangerschaft so gut unterstützt hat.
Die Highligen drei Könige nutzt eine nett konstruierte Grundgeschichte und eine leicht weihnachtliche Vorstimmung und versucht hier gut zu unterhalten, schafft es aber einfach nicht. Durch den Cast mit Anthony Mackie und Joseph Gordon-Levitt erwartete man zumindest ein einigermaßen gehobenes Level an Humor, mit ein bisschen Tiefgang. Doch stattdessen handelte es sich um Fäkalhumor, der  sich auf zwei Themen konzentrierte: Penisse und Juden. Anstatt herzhaft zu lachen und sich wirklich unterhalten zu fühlen, war es eher ein Reflexlachen. Das heißt, dass es im ersten Moment vielleicht lustig erscheint und man lacht. Das würde aber nicht passieren, wenn man den Film noch einmal ansieht.
Seth Rogen übernimmt die Rolle des Isaac. Wie schon in Bad Neighbors übernimmt er die Rolle eines Familienvaters, bzw. eines werdenden Vaters, der aber trotzdem gerne Drogen nimmt. Auch hier stopft er sich praktisch damit zu. Die Szenen, die aus seiner Sicht spielen und sich mit der Wahrnehmung im Drogenrausch befassen, sind gut umgesetzt, tragen aber wenig zur eigentlichen Handlung bei.
Anthony Mackie übernimmt die Rolle des Chris. Seine Sportlerkarriere hat seit neustem einen ganz neuen Aufwind bekommen. Daher belügt er auch seine Mutter, dass er nicht an Weihnachten nach Hause kommen kann, obwohl er mit seinen Freunden umherzieht. Auch scheinen seine Sportlerkollegen auf einmal Vorang zu haben vor den Traditionen seiner Freunde.
Joseph Gordon-Levitt übernimmt die Rolle des Ethan. Er ist der einzige, der noch wirklich an der Tradition hängt und diese auch gerne noch viele weitere Jahre durchführen würde. Hinzu kommt, dass sich seine Freundin gerade von ihm getrennt hat. Dieses Thema wird immer wieder aufgefriffen und die Ex-Freundin taucht auch mehrfach auf. Scheinbar soll die Frauenquote gewahrt werden, also wird die unglückliche Liebesgeschichte der beiden immer wieder aufgewärmt und zieht sich wie ein roter Faden durch den Film.
Einziger Anreiz am Film bleiben die beiden Nebendarsteller James Franco und Miley Cyrus, die sich selbst spielen und ein bisschen neuen Wind in die einschläfernde Handlung bringen. Aber auch sie konnten den Film nicht mehr retten. Als weiterer Nebencharakter wird Mr. Green vorgestellt, der Jungs an drei Stellen im Film Drogen verkauft. Dabei lässt er sie immer vorher probieren und im kurzfristigen Drogenrausch nimmt der Film Bezug auf Charles Dickens Weihnachtsgeschichte und lässt den Geist der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht aufleben. Diese drogenvernebelte Vergewaltigung eines Klassikers hebt weder das Niveau noch schafft es eine Aussage im Film zu finden.

Alles in allem ist der Film maximal etwas für Anhänger des Filmes „Das ist das Ende“, versagt aber ansonsten auf ganzer Linie. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

The Gift

Am 26.11.2015 erscheint ein neuer Film, der das Verhältnis von Täter und Opfer in einem neuen Licht betrachtet.

Kurz zur Story: Simon und Robyn Callen versuchen einen Neuanfang und eine Familiengründung in ihrem neuen Heim in einem Vorort Los Angeles. Dort treffen sie auf Gordo, einem ehemaligen Klassenkameraden Simons. Kurz nach dem Treffen taucht Gordo immer wieder plötzlich bei den Callens zu Hause auf oder stellt ihnen Geschenke vor die Tür. Bald fühlt sich vor allem Robyn verfolgt.

In the Gift trifft man zunächst auf die Callens, die gerade in die Vorstadt von Los Angeles gezogen sind. In ihrer Heimat muss etwas vorgefallen sein, dass man während des Films immer nur erahnen kann, in deren Folge Robyn eine Fehlgeburt hatte. Simon bekommt schnell einen guten Job in einer großen Firma, während Robyn von zu Hause aus nur ein bisschen ihrer alten Firma zuarbeitet. Beim Einkaufsbummel treffen sie auf Gordo, der Simon sofort wiedererkennt, hingegen dieser eine Weile braucht, um ihn zuordnen zu können. Gordo ist ein ehemaliger Klassenkamerad Simons. Ein paar Tage später steht Gordo das erste Mal unerwartet vor der Tür der Callens mit einem ersten Geschenk. Robyn, die ihn zwar als eigenartigen Sonderling, aber als netten Kerl empfindet, lädt ihn spontan zum Essen ein. Als Simon nach Hause kommt, ist er nicht begeistert. Denn selbst zu Schulzeiten waren die beiden keine Freunde. Immer wieder taucht Gordo bei den Callens auf oder stellt einfach nur Geschenke vor ihre Tür. Letztendlich lädt Gordo die Callens zum Essen bei sich ein. Nach langen Diskussionen setzt Robyn sich durch und sagt zu. Nach einem komischen Abend in einer großen Villa, hat Simon die Nase voll. Er bittet Gordo jeglichen Kontakt abzubrechen. Doch das scheint nicht so leicht. Kurz darauf sind die Fische der Callens vergiftet und der Hund verschwunden. Sofort fällt der Verdacht auf Gordo. Robyn, die die meiste Zeit allein zu Hause ist, fühlt sich letztendlich regelrecht verfolgt und hat Panikanfälle. Doch irgendwann hört jeglicher Kontakt von Gordo einfach auf. Und die Callens versinken wieder in ihrem scheinbar perfekten Leben. Doch auch das trügt. Denn Simon verschweigt mehr über seine Vergangenheit mit Gordo, als gut ist. Und Robyn fängt an nachzuforschen.
The Gift ist ein Film, der auf starkes Charakterspiel setzt und sich sehr langsam aufbaut. Dadurch zieht sich der Film an einigen Stellen und schafft es nur wenig Spannung aufzubauen. Umso erschreckender sind die beiden Schreckmomente („Jump Scares“), die der Zuschauer absolut nicht vorhersehen kann und daher sogar für vereinzelte Schreie gesorgt hat. Das hat in letzter Zeit nicht einmal mehr ein Horrorfilm geschafft. Trotzdem ist der Film vom Genre her eher ein Drama, da er mehr auf eine starke Charakterisieung und Figuren mit Tiefgang als auf durchgehende Spannung setzt.
Jason Bateman übernimmt die Rolle des Simon Callen. Auf dem ersten Blick scheint er der perfekte Ehemann. Hingebungsvoll richtet er mit seiner Frau das neue Haus ein, scheint eine Vorzeigeehe zu führen und schafft es schnell in seiner neuen Firma Fuß zu fassen. Man nimmt ihn auf Anhieb als sympathischen Mann war.
Rebecca Hall übernimmt die Rolle der Robyn Callen. Auch sie scheint auf dem ersten Blick wie eine sympathische Ehefrau, doch bei ihr merkt man schnell, dass das eine Fassade ist. Sie hatte in der letzten Stadt eine Fehlgeburt und dies noch nicht komplett überwunden. Daher kann sie ihren Job nur noch teilweise von zu Hause aus nachgehen. Das ist auch der Grund, weswegen sie meistens alleine zu Hause ist.
Joel Edgerton übernimmt die Rolle des Gordo und ist zeitgleich auch Drehbuchautor und Regisseur des Filmes. Gordo ordnet man schon vom ersten Treffen als einen Sonderling ein. Sein Verhalten trieft von Unsicherheit. Auch die ständigen Besuche und Geschenke machen das Gefühl ihm gegenüber nicht besser.
Der Film spielt mit den Gefühlen und Vorurteilen der Zuschauer. Durch gewisse Informationen weiß Edgerton genau, was die Zuschauer denken werden und mit welchen Vorurteilen sie die Charaktere beurteilen werden. Genau damit spielt er und erzeugt so ein Verwirrspiel, dass seines gleichen sucht. Alle drei Schauspieler schaffen es ein starkes Charakterspiel zu liefern und die Rollen so glaubhaft herüberzubringen. Lediglich am Ende nimmt das Verwirrspiel Überhand und wirft so den guten Aufbau des Filmes über den Haufen. Das ist Schade und hätte nicht sein müssen.

Alles in allem ist der Film ein bodenständiger Film, der mehr auf starke Charakter als auf Spannung setzt. Dafür gibt es solide 07 von 10 Punkten.

Youth – Ewige Jugend (Kurzkritik)

Am 26.11.2015 erscheint ein Film, der das älter werden philosophisch betrachtet, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Der Komponist Fred Ballinger und der Regisseur Mick Boyle verbringen ihre Ferien in einem Luxus-Wellnesshotel in der Schweiz. Dort beschäftigen sie sich damit, die anderen Gäste zu beobachten. Doch die Vorstellungen des Ruhestandes gehen bei beiden weit auseinander. Während Ballinger nicht mehr komponiert, und sogar den Auftrag der britischen Queen, vor ihr seine Werke zu dirigieren, ablehnt, steckt Mick mitten in den Vorbereitungen für einen neuen Film.

Youth ist einer der Filme, die bei Cineasten und Liebhabern von Kunstfilmen sehr gut ankommen, vom durchschnittlichen Publikum aber gemieden werden sollte. Der Film verläuft sich in einer aneinander Reihungen von philosophischen Fragen und Antworten. Im großen und ganzen geht es um zwei alte Männer, die im Alter nicht mehr glücklich sind, wie sie ihre Jugend verbracht haben. Fred Ballinger bereut vor allem das schlechte Verhältnis zu seiner Tochter, da er zu viel Zeit seiner Musik gewidmet hatte. Das Verhältnis der beiden wird auf das genauste durchleuchtet. Mick Boyle hingegen versucht sich an noch einem großen Film, eine Homage an alle seine vorherigen Werke. Nur seine Hauptdarstellerin spielt nicht so ganz mit. Doch trotz der ganzen Philospohie schafft der Film es nicht eine klare Aussage zu treffen oder einer direkten Struktur zu folgen. Stattdessen plätschert der Film so vor sich hin und vertraut darauf, dass die starke Besetzung des Filmes darüber hinweghilft. Aber selbst Michael Caine scheint in diesem Film sehr schwach und unpointiert. Erst im letzten Drittel erfährt man langsam seine Beweggründe und geht ganz anders mit seiner Rolle um.
Dadurch, dass dem Film die wirkliche Aussage und Pointe fehlt, ist dem Zuschauer nicht klar, wo genau das Ende ist. Während der Film sich immer weiter zieht, gibt es gefühlte 10 Szenen, die perfekt als einen runden Abschluss dienen. Nur das nur einer letztendlich wirklich als Abschluss dienen.

Alles in allem ist der Film nur für die oben genannte Zielgruppe und selbst dann unpointiert. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.