Eine Handvoll Serien – 3/24 – K-Drama Special

Herzlich Willkommen zur dritten Ausgabe der serientastischen Handvoll und dem zweiten K-Drama Special in diesem Jahr. Heute mit: ungewöhnlicher Hochzeit, Idols als Marktleitung, lächelnden Hotelangestellten, Geschichte, die sich wiederholt und einer Dämonenhochzeit.

So I married the Anti-Fan

Die Handlung: Lee Geun-Young ist Reporterin und soll von einer Cluberöffnung berichten, auf der auch das angesehene Idol Hoo Joon eingeladen ist. Dabei beobachtet sie vermeintlich sein schlechtes Verhalten gegenüber seiner Ex-Freundin und gerät mit ihm aneinander. Als sie kurz darauf ihren Job verliert, ist sie sich sicher, dass das Idol dahinter steckt und beschließt seine Lügen Publik zu machen. Dabei gerät sie ins Visier seiner Fans, nachdem sie sich öffentlich als Anti-Fan platziert hat. Doch ein Sender sieht darin Potential und schließt mit Geun-Young und Joon einen Vertrag über eine Reality Show, in der Idol und Anti-Fan zusammenleben. Doch die beiden sind wie ein Pulverfass kurz vorm explodieren.

Meine Meinung: Was als Handlungsbeschreibung super witzig klang, war leider eher anstrengend. Ich fand den Aspekt mit dem Anti-Fan und allgemein ein weiteres Drama in der Welt der Idols total spannend. Leider sind durchweg alle Charaktere unsympathisch – von vielleicht ein oder zwei Nebencharakteren abgesehen. Die Zickereien zwischen Geun-Young und Joon wollen einfach nicht aufhören. Immer, wenn man denkt, dass sie sich ein bisschen angenähert haben, kommt wieder die Kehrtwende und wir durchleben alles wieder von vorne. Manchmal kommen kurze Momente durch, in dem man mit den Charakteren Mitleid empfindet und kurz darauf wird es wieder durch ihr Verhalten zu nichte gemacht. Toxischer als dieser Beziehungsanfang ist nur die Geschichte der beiden Nebencharaktere in Form von Joons früheren Mittrainees. Hier wird sich solange terrorisiert, bis sogar Suizid im Raum steht. So hatte die Serie mit ihrer Idee viel Potential, die leider so gar nicht genutzt wurde. Schade.

CEO-dol Mart

Die Handlung: Die fünfköpfige Idol Gruppe Thunder Boys haben leider den großen Durchbruch verpasst, nachdem ihr erster Erfolg von einer Tragödie überschattet wurde. Nun fünf Jahre später sind sie alle getrennte Wege gegangen, doch bekommen unerwartet einen Supermarkt vererbt, den sie nicht so leicht verkauft kriegen. Also beschließen sie sich wieder zusammen zu tun und den Supermarkt selbst zu leiten. Doch das ist gar nicht so einfach.

Meine Meinung: Als großer Monsta X Fan habe ich die Serie eigentlich nur angefangen, weil Hyungwon einen Teil der Thunder Boys spielt. Geblieben bin ich, weil mich die Serie absolut mitreißen konnte. In gerade mal 10 für koreanische Verhältnisse mit ca. 40 Minuten, sehr kurzen Folgen wird eine Geschichte erzählt über Freundschaft, über Trauer, über Träume, über Hoffnung und über Neuanfänge. Das alles wird wunderbar als Komödie verpackt, weiß aber auch mit den Emotionen der Zuschauenden zu spielen. Gerade, weil hier mal die Freundschaft im Vordergrund stand und nicht die große Liebe, die hier fast gar nicht vorhanden ist, war es mal eine schöne Abwechslung zu den anderen Dramen. Schauspielerisch waren hier zwar nicht die größten Profis am Werk, aber auch das hatte Charme und machte die Serie noch sympathischer. Wer also mal ein K-Drama probieren möchte, aber von dem ganzen Romance Kram abgeschreckt ist, der findet hier den perfekten Einstieg ins Genre.

King the Land

Die Handlung: Gu Won ist Erbe der King Group und leitet den luxuriösen Teil des King Hotels. Dabei steht er in direkter Konkurrenz zu seiner Halbschwester, die darauf aus ist Alleinerbin zu werden. Cheon Sa-Rang träumte schon immer von einer Anstellung im King Hotel und hat sich durch ihr einnehmendes Lächeln und ihre Kompetenz schnell hochgearbeitet. Doch Won kann das aufgesetzte Lächeln überhaupt nicht ausstehen und gerät daher öfter mit ihr aneinander. Doch sie treffen immer wieder aufeinander und nähern sich langsam an. Hat ihre Liebe eine Chance?

Meine Meinung: Am Anfang war ich sehr skeptisch was die Serie anging. Sie wurde mir wärmstens empfohlen und so gab ich ihr eine Chance, doch gerade die ersten Folgen waren etwas chaotisch, vor allem weil einige Zeit zwischen den Episoden verging, ohne, dass die Darstellenden sich groß geändert haben. Nach ein paar Folgen war ich jedoch drin und dann konnte sie mich durchaus mitreißen. Sie schafft es eine gute Mischung aus Drama, Komödie, Romance und Freundschaft aufzubauen. Sa-Rang und ihre Freundinnen bekommen viel Zeit, um ihre tiefe Freundschaft zu festigen und auch ihre Freundinnen bekommen ihre eigene Geschichte. Dadurch gibt es immer einen guten Ausgleich zum vielen Drama und die Geschichte kommt gut voran. Zwischendurch gab es zwar immer mal wieder die Szenen, wo man sich an den Kopf fasst und sich fragt, wie falsch man Entscheidungen treffen kann, aber das hat eher zur Komödie beigetragen, als wirklich zu stören. Gegen Ende gab es dann vielleicht eine Wendung zu viel, da hier einfach kein Abschluss gefunden wurde, sondern die Serie partout auf die üblichen 16 Folgen gestreckt werden musste. Das war ein bisschen überflüssig, aber auch das war letztlich verzeihbar.

Born Again

Die Handlung: In den 1980er Jahren sind Cha Hyung-Bin, ein Polizist, und Jung Ha-Eun, eine Buchladenbesitzerin mit Herzfehler, verliebt und planen zu heiraten. Der schüchterne und aus schwierigen Verhältnissen stammende Gong Ji-Chul hat ebenfalls ein Auge auf Ha-Eun geworfen und mordet nach dem Vorbild seines Vaters, einem psychopathischem Massenmörder, um seiner großen Liebe ein gesundes Herz zu besorgen. Doch in den Wirrungen sterben alle drei. In der Gegenwart sind sie alle wiedergeboren. Ha-Eun ist inzwischen forensische Medizinerin, Hyung-Bin ist ein skurpeloser Staatsanwalt und Ji-Chul ist Medizinstudent. Das Schicksal führt sie alle wieder zusammen. Wird es diesmal ein Happy-end geben?

Meine Meinung: Auch hier wollte ich nochmal ein neues Genre ausprobieren und mich von der Fantasy und Romance, die ich sonst oft bevorzuge zu trennen. Das es dann ein Psychothriller wurde, lag dann doch eher an Lee Soo-Hyuk und Jin Se-Yeon, da mir beide sehr sympathisch sind und ich es spannend fand sie beide mal in einem gemeinsamen Drama zu sehen. Leider war meine Grundeinschätzung leider doch richtig: Ich bin nicht für Psychothriller gemacht. Doch das Drama hat noch ein anderes großes Problem. Während die ersten Folgen in der Vergangenheit spielen und die Charaktere da gut vorgestellt werden und auch sinnvoll agieren, und man somit ihre Handlungen nachvollziehen kann, ist es in der Gegenwart das reinste Chaos. Die Charaktere werden zwar vorgestellt, aber irgendwie eher mit den unwichtigen Informationen, so dass man sich im Laufe des Dramas viel erarbeiten muss. Und dann fängt die Geschichte leider an sich immer wieder im Kreis zu drehen und nicht so wirklich vorwärts zu kommen. Und wenn die Charaktere endlich wieder in der passenden Ausgangssituation sind und man einen Showdown einleiten könnte, kommt ein Zeitsprung und wir fangen wieder bei Null an uns in die Geschichte einzuarbeiten. So kommt man vielleicht auf die geplante Folgenanzahl, aber der Spannung und der Geschichte allgemein hat es defintiv nicht gut getan. Auch war die Motivation der Charaktere teilweise sehr unklar und teilweise auch an den Haaren herbeigezogen. Blutig und voller Leichen war die Serie aber auf jeden Fall, trifft also das Genre. Ich mache dann aber doch wieder einen größeren Bogen darum.

My Demon

Die Handlung: Jeong Gu-Won ist ein 200 Jahre alter Dämon, der ständig neue 10-Jahres-Verträge abschließt, um Seelen für die Hölle zu sammeln. Dabei trifft er auf die CEO Do Do-Hee, die mit Intrigen in der Firma zu kämpfen hat. Bei einem Unfall übertragt sich das Tattoo, das Gu-Won seine Kräfte gibt, ausversehen auf Do-Hee. Fortan müssen sie zusammen arbeiten, um ihre Ziele zu erreichen und den Tausch rückgängig zu machen. Doch dann kommen auch noch Gefühle ins Spiel.

Meine Meinung: Es hätte das Drama des Jahres werden können. Es sah gut aus, die Handlung klang gut und bot genau die Mischung aus Drama und Fantasy, die mich in K-Dramen bisher meist gut überzeugen konnte. Noch das wunderbare Doom at your Service aus dem letzten Jahr im Kopf, war My Demon leider ein Reinfall. Waren die Charaktere am Anfang vielleicht nicht unbedingt sympathisch, aber charismatisch, verwischt das immer weiter und das Drama leidet schnell daran, dass sie für die 16 Folgen einfach nicht genug Handlung hatten – ein Phänomen, was ich leider immer öfter beobachte. So ist gerade Do-Hee bis zum Ende ziemlich unsympathisch und ihre Beziehung zu Gu-Won kauft man beiden nicht so wirklich ab. Es wirkt einfach gestellt und dreht sich auch immer wieder im Kreis, weswegen sich das Drama einfach unendlich zieht. Dabei sind es gerade die Nebencharaktere, die ordentlich Schwung reinbringen. Die beiden Assistent*innen der Protagonist*innen haben wunderbare Geschichten, das Marketing-Team ist immer wieder für einen Gag da und eine gewisse Straßengang ist wohl das humorvolle Highlight des ganzen Dramas. Mit allen habe ich mehr mitgelitten als mit den beiden Hauptcharakteren. Irgendwo wollte ich doch wissen, wie es aus geht, und wenn die ganzen langweiligen Füllerszenen zwischendurch nicht gewesen wären, hätte das Drama wohl auch wesentlich besser funktioniert. So bin ich nur froh, dass es zu Ende ist.

Habt ihr eins davon gesehen? Wie hat es auch gefallen?

The Fall Guy

Ein Vorwort

Sie haben den gefährlichsten Job am Set und kriegen doch kaum die Credits, die sie verdienen. Lebensgefährliche Unfälle kostet sie meist nicht nur den Job, sondern lässt sie auch mit Behinderungen oder gar dem Tod zurück. Dies ist meist nichtmal einen Kommentar in der Newsspalte wert. Die Rede ist von Stuntleuten. Um ihnen endlich mehr Aufmerksamkeit zu schenken, hat sich Regisseur David Leitch der filmischen Umsetzung von Ein Colt für alle Fälle angenommen. Wie das funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Colt Seavers (Ryan Gosling) arbeitet als Stuntman. Doch nach einem Unfall zieht er sich komplett aus der Filmbranche zurück. Doch als er den Anruf bekommt, dass ausgerechnet Jody Moreno (Emily Blunt), früher Kamerafrau inzwischen Regisseurin eines Film und ganz nebenbei Colts Ex, ihn als Stuntman angefragt hat, sagt er zu und reist ans Set. Nur leider wusste Jody davon nichts und ist nicht gerade begeistert. Nebenbei ist der Hauptdarsteller des Films verschwunden und Colt bekommt von dessen Agentin den Auftrag ihn dezent zu suchen. Dabei gerät er in ein Netz aus Intrigen.

Meine Meinung

David Leitch habe ich schon seit Atomic Blonde, spätestens aber seit seinem grandiosen Bullet Train im vorletzten Jahr, auf dem Schirm. Als ehemaliger Stuntman kennt er die Branche und auch die Leiden dieser. Kaum Anerkennung für Manöver, in denen sie regelmäßig ihr Leben riskieren. Diese Kombination machte The Fall Guy für mich sehr interessant, auch wenn ich von Ryan Gosling als Hauptdarsteller wenig überzeugt bin.
Der Film fängt auch sehr vielversprechend an. Wir erleben Colt voll in seinem Element, bekommen die angespannte Dynamik mit dem Protagonisten mit und erleben seinen Unfall. Dann Zeitsprung. 18 Monate später müssen wir uns erstmal wieder einfinden. Wir treffen am neuen Set alte und neue Gesichter und da war ich das erste Mal raus. Durch das typische Gewirr amn Set war ich ein paar mal verwirrt, was alles parallel passiert und kam vorallem bei der Szene zwischen Colt und Jody nicht mit, was genau geschehen ist. Denn ihre Vergangenheit wird erst später genauer beleuchtet. Das alles ist nicht weiter tragisch, aber ein Indikator für das, was folgt.
Denn der Film erzählt so viel gleichzeitig, dass er leicht unübersichtlich wirkt, wenn er sich nicht gerade auf seine Actionszenen konzentriert, die er mit einer Brachialität inszeniert und das Publikum minutenlang in Atem zu halten weiß. Leider konzentriert er sich ab einem gewissen Punkt nur noch darauf und übersieht dabei so manches Logikloch.
Ganz nebenbei versucht er sich auch noch seinen Status als Komödie aufrecht zuhalten. Dabei ist es gerade Emily Blunt, die hier großartige kleine Macken einbringt, die gut funktionieren. Die groß angelegten Gags dagegen fallen entweder sehr brutal aus, was meinem Humor nicht entspricht, oder ziehen nur bedingt. Wirklich gelacht habe ich kaum während des Films.
So ist The Fall Guy keineswegs ein schlechter Film. Aber er hat eine ganz eigene Dynamik. Wenn man in diese reingezogen wird und mitten im Film ist, dann hat man vermutlich großen Spaß mit dem Film und geht gut unterhalten raus. Ich bin leider in diesen Sog nicht reingekommen, so sehr ich es auch wollte und hatte daher diesen Unterhaltungsfaktor nicht.
Zumindest eins hat der Film geschafft: Er hat seine Botschaft zum Thema Stuntleute rübergebracht. An der einen oder anderen Stelle hätte er da für mich auch nochmal deutlicher werden können, aber an sich wurden die gängigsten Probleme angesprochen.

Das Fazit

The Fall Guy versteckt das Loblied auf die Stuntleute hinter einer etwas zu verwirrender Geschichte mit ein wenig zu ausschweifender Action und schafft es gerade im Komödienbereich nicht vollständig zu überzeugen. Dennoch ist er auf jeden Fall einen Blick wert und wer von Anfang an von der Dynamik mitgerissen wird, hat hier auf jeden Fall eine gute Zeit. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

The Fall Guy läuft seit dem 30.04.2024 in den deutschen Kinos

Eine Handvoll Filme – 1/24

Herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe der filmischen Handvoll in diesem Jahr. Trotz eines insgesamt eher filmschwachen Jahr, sind doch wieder ein paar zusammengekommen, über die ich mit euch reden will. Diesmal mit: einer sprechenden Eidechse, einem Wal auf dem trockenen, einem mordenden Prinzen, einem toten potentiellen Schwiegersohn und einem entführten Captain.

Leo

Die Handlung: Leo ist eine Echse und lebt zusammen mit Squirtle, einer Schildkröte, in einem Terrarium in einer fünften Klasse. Als beim alljährlichen Elternabend über das Alter von Echsen diskutiert wird, findet Leo heraus, dass er wahrscheinlich nur noch ein Jahr zu Leben hat. Gleichzeitig beschließt die Vertretungslehrerin, dass die Kinder abwechselnd eines der Tiere übers Wochenende mit nach Hause nehmen müssen. Leo sieht darin seine Chance zu fliehen und noch ein Abenteuer in seinem letzten Jahr zu erleben. Doch es soll anders kommen.

Meine Meinung: Als der Film groß auf Netflix beworben wurde, war ich skeptisch, zumal Adam Sandler im Original eine Rolle übernommen hat. Aber an einem kalten düsteren Dezemberabend (ja so lange ist es schon wieder her, dass ich ihn gesehen habe), schien der Zeitpunkt gekommen und ich habe mich direkt in diesen Film verliebt. Er bedient zwar einige Klischees, aber dabei ist er so herergreifend und niedlich und einfach ehrlich. Was als Komödie beginnt, entwickelt immer mehr Tiefe und zeigt, wie sehr die Kinder verstanden werden und wie sie gemeinsam ihre Probleme lösen können. Wie man zusammen halten kann, wenn einem selbst die Eltern nicht verstehen (oder verstehen wollen). Dabei werden so viele coole Ideen eingebaut, wie die Drohne von den absoluten Helikoptereltern, die Gefühle entwickelt. Ich hatte noch nie so viel Mitgefühl für eine Drohne! Natürlich bietet der Film auch eine Menge Aussagen, aber das entwickelt sich ganz natürlich in der Geschichte und nicht mit erhobenem Finger. Ein schöner Film für die ganze Familie.

The Whale

Die Handlung: Charlie hat sich nach einem Verlust sich vollständig zurückgezogen. Durch seine morbide Adipositas traut er sich nicht einmal bei seinem Online-Kurs, den er gibt, die Webcam einzuschalten. Seine Freundin Liz, die Krankenpflegerin ist, drängt ihn ins Krankenhaus zu fahren, da sie befürchtet, dass sein Herz aufgibt. Doch Charlie versucht sich mit seiner entfremdeten Tochter zu versöhnen, die jedoch wenig Verständnis zeigt.

Meine Meinung: Habt ihr eure Taschentücher bereit? Denn die werdet ihr für diesen Film auf jeden Fall brauchen! Gleichzeitig ist der Film definitiv nichts für schwache Nerven und geht einen ordentlich an die Nieren. Aber fangen wir am Anfang an. Wir lernen Charlie kennen und wie er sich vor seinem Onlinekurs nicht zeigen möchte, aber zeitgleich viele Einblicke in die Literatur hat und dort mit Wissen glänzt. Nach und nach erfahren wir in diesem Kammerspiel von seiner Geschichte, von seinem Verlust, wie seine Ehe scheiterte, die Entfremdung zur Tochter und nur Liz, die noch zu ihm hält. Wie er versucht wieder eine Beziehung zu seiner Tochter aufzubauen, die jedoch wohl eins der bösartigsten Miststücke der Filmgeschichte ist. Einen Jungen, der versucht zu missionieren und dabei immer wieder in Charlies Privatsspähre eindringt. Hier wird man an keiner Stelle geschont. Gleichzeitig wird sehr sensibel mit Charlies Krankheit umgegangen und wir schwanken zwischen „Nun helft ihm doch endlich“ und „Akzeptiert bitte seine Entscheidungen“. Man leidet mit, man will, dass es aufhört und vor allem will man ein dringend benötigtes Happy End. Stattdessen steigert sich der Film in einem Strudel aus Negativität und bleibt dabei doch erzählerisch stark. Brendan Fraser hat hier definitiv verdient den Oscar gewonnen, spielt er Charlie doch mit allen Facetten und einer Hingabe, die man selten so in Hollywood sieht. Also absolute Filmempfehlung, aber bitte nur, wenn ihr euch bereit für den Film fühlt.

Die Chroniken von Erdsee

Die Handlung: Prinz Arren wird von einer bösen Kraft manipuliert und ermordet seinen Vater, den König. Auf seiner Flucht begegnet er dem Magier Sperber, der ihn auf seiner Reise mitnimmt. Doch das Gleichgewicht von Gut und Böse in Erdsee ist gestört und noch immer ist jemand auf der Suche nach Arren. Wem kann er trauen? 

Meine Meinung: Ein weiterer Studio Ghibli Film, den ich von meiner Liste streichen konnte. Leider für mich so ziemlich der schlechteste. Das liegt vor allem daran, dass er sich eine Buchreihe als Vorbild genommen hat. Doch statt diese irgendwie von Anfang an zu verfilmen, wurde lediglich ein Ausschnitt genommen und versucht daraus einen Solofilm zu machen. Dafür fehlt aber massiv an Hintergrund, Figuren werden einfach eingeführt, ohne, dass man viel über sie erfährt. Von Anfang an basiert der Film auf der Prämisse, dass Arren seinen Vater aus dem Nichts ermordet hat. Das ganze wird aber später nicht richtig aufgearbeitet oder eingebunden, es wird lediglich auf seine dunkle Seite hingewiesen, die aber auch immer wieder handlungsrelevant ist, ohne, dass sie genauer erklärt wird. Dadurch bin ich überhaupt nicht in die Geschichte rein gekommen, hatte immer wieder Fragezeichen über dem Kopf und dadurch zog sich der Film auch deutlich. Hat insgesamt leider gar nicht für mich funktioniert.

Rendevous mit Joe Black

Die Handlung: William Parrish ist erfolgreicher Unternehmer und steht kurz vor seinem 65. Geburtstag. Als der geheimnisvolle Joe Black in sein Leben tritt ändert sich jedoch einiges, denn dieser ist der Tod und gekommen, um William zu holen. Sie handeln einen Pakt aus, wenn William es schafft Joe bei Laune zu halten, darf er noch weiter leben. Doch das bringt einige Probleme mit sich. 

Meine Meinung: Nachdem der Film immer wieder bei Quizen auftauchte und ich ihn nie erkannt habe, hat meine beste Freundin ihn mir kurzerhand in die Hand gedrückt. Zunächst war ich etwas abgeschreckt, denn eine Liebesgeschichte über 180 Minuten? Wie sollte das funktionieren ohne zu dramatisch oder zu langweilig zu werden? Nun Rendevous mit Joe Black ist die Antwort darauf. Denn der Film nimmt sich zwar viel Zeit, um die Charaktere einzuführen, um den Tod vorzustellen und die Welt nochmal aus seiner Sicht zu sehen, aber dabei ist er an keiner Stelle langweilig. Im Gegenteil schafft er es doch gerade durch diesen Tiefgang uns immer weiter in die Welt reinzuziehen und an den Bildschirm zu fesseln. Dabei ist der Ton trotz des bevorstehenden Todes des Protagonisten locker und mitfühlend. Insgesamt war es ein schöner Film für einen Filmabend und gleichzeitig wunderbar entschleunigend, weil eben nicht das nächste große Drama aufgebaut wurde, sondern sich eins langsam gesteigert hat.

Captain Phillips

Die Handlung: Phillips ist Captains eines Frachtschiffes, das Waren über die Meere befördert. Seine nächste Fahrt führt ihn und sein Team auch in ein Gebiet, in dem immer wieder somalische Piraten gesichtet wurden. Während sie eigentlich dachten ausreichend Vorbereitungen getroffen zu haben, kommt es dennoch zum Supergau: Das Schiff wird von Piraten eingenommen. Und sie sind leider so gar nicht an den Waren interessiert, sondern wollen Lösegeld für die Crew. 

Meine Meinung: Von der Thematik her, war es gar nicht mein Film, aber ich versuche ja nach und nach alle mir fehlenden Tom Hanks Filme nachzuholen. Dieses Jahr stand also Captain Phillips auf der Liste. Und während ich am Anfang noch überlegte, ob ich ihn nicht einfach hätte überspringen sollen, zog er mich dann doch nach kurzer Zeit doch ziemlich in den Bann. Denn die Geschichte wird keineswegs mit der typischen Gut und Böse Moral erzählt, sondern setzt sich durchaus auch mit der Situation in Somalia auseinander, auch wenn es noch deutlich differenzierter sein könnte. Auch die Piraten werden differenziert betrachtet, mit ihren Forderungen und nicht alle in eine Schublade gesteckt. Dennoch bleibt es eine Geschichte, bei der Piraten deutlich gewalttätig waren, da es aber auch auf wahren Begebenheiten basiert, war hier der Spielraum vermutlich auch kleiner. Tom Hanks, aber auch die anderen, spielen hier sehr stark, so dass man regelrecht mitfiebert und der Film nur so dahingleitet. Einen Blick ist er allemal wert.

Habt ihr einen der Filme gesehen? Wie fandet ihr ihn?

Spy x Family – Code White

Ein Vorwort

Über meine Begeisterung von Spy x Family, sowohl als Manga als auch als Anime, habe ich ja bereits gesprochen – hier nochmal nachzulesen. Als dann ein Mangaunabhängiger Film für die Kinos angekündigt wurde, war ich zwar etwas skeptisch, aber auch sehr hyped und bin natürlich sofort ins Kino gerannt. Warum der Film mit kleineren Abstrichen für sich gut funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Für einen Kochwettbewerb an der elitären Eden-Akademie bringt Familie Forger dazu einen Wochenendtrip zu machen. Vater Loid wird dabei jedoch eingespannt, seine Spiontätigkeit nebenbei auszuführen, was er aber vor vor Mutter Yor und Tochter Anya geheim halten muss. Dabei haben auch die beiden ihre Geheimnisse.

Meine Meinung

Bei der Vermarktung eines Anime-Films, der auf einer bestehenden Reihe basiert, aber dennoch unabhängig ist, gibt es gleich mehrere Probleme. Denn zum einen zieht man damit natürlich hauptsächlich die Fans in die Kinos, die bereits gut in der Materie drin stecken und daher mit wenigen Informationen auskommen. Allerdings gibt es auch die Zuschauenden, die sich vorher nicht mit dem Manga oder Anime auseinander gesetzt haben, sondern einfach gern mal einen Anime im Kino schauen. Die brauchen natürlich ein paar mehr Hintergrundinformationen. Doch wie bringt man beide Parteien unter einem Hut?
Spy x Family versucht diesen Spagat, gerät dadurch aber gerade am Anfang stark in die reine Erklärbärfalle. Dadurch zieht sich dieser ein bisschen für die Fans, die bereits alle wichtigen Informationen kennen. Bevor es dann wirklich in den Urlaub geht, vergeht also eine ganze Weile. Zumal der große Konflikt, der aufgemacht wird, von Anfang an nicht funktioniert, da er zwischen den beiden bereits erschienen Staffeln spielen soll und man daher weiß, wie es weitergeht. Dass mit der Auflösung der Familie Forger gedroht wurde, ist daher kein spannender Aufhänger.
Die Reise an sich hingegen gestaltet sich spannend, bietet Überraschungen, zeigt die Charaktere in gewohnter Manier und kann ihnen doch auch mehr Tiefe geben und so Handlung voran treiben. Hier kommt der Film richtig in Schwung und führt uns auch raus aus Berlint, womit auch die Abweichung zur eigentlichen Story räumlich spürbar ist. Die restliche Geschichte funktioniert auch insgesamt vom Spannungsaufbau besser, auch wenn man irgendwie weiß, dass es ein Happy End geben muss. Aber der Weg dahin ist lang und steinig und bietet Fans und Neueinsteigenden einiges.
Lediglich der große Finalkampf schießt ein wenig über das Ziel heraus. Hier wollte sich der Film der Leinwand würdig erweisen und ein großes Spektakel inszenieren inklusive einiger Anspeilungen aug andere Werke der Filmgeschichte. Nur, dass er dabei die Charaktere ein wenig überstrapaziert und vor allem ihre Blauäugigkeit und das Tatsachen nicht erkennen können, was die Identität des anderen angeht, ist hier fast schon ein Logikloch. Aber es durfte halt auch nicht bekannt werden, weil sich der Film wieder in den Manga einpflegen lassen muss. Alles ein bisschen reduzierter hätte vermutlich genau so gut funktioniert, ohne die Logik außen vor zu lassen.
Das ist allerdings auch alles Jammern auf hohem Niveau, denn die Charaktere gestalten die Geschichte liebevoll, spannend und gerade durch Anyas Gedanken auch sehr witzig. Ich hatte insgesamt gesehen großen Spaß mit dem Film, auch wenn ich ihn bewusst als Bonus zu Manga und Anime sehe.

Das Fazit

Spy x Family funktioniert für Fans und Neueinsteiger gleichermaßen etwas holprig am Anfang, steigert sich dann deutlich, bis der Endkampf etwas übers Ziel hinausschießt. Aber insgesamt wird einem eine spannende Geschichte geboten, die gut zu unterhalten weiß. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Spy x Family – Code White läuft seit dem 23.04.2024 in den deutschen Kinos

The Rookie

Ein Vorwort

Nachdem ich Death in Paradise durch hatte, war da dieses große Loch. Ich hatte zwar unzählige Serien auf der Watchlist, aber konnte mich nicht durchringen. Dann tauchte The Rookie wieder in meinen Vorschlägen auf und ich dachte mit Nathan Fillion kann man kaum etwas falsch machen, oder? Warum ich bei The Rookie zwiegespalten bin, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

John Nolan (Nathan Fillion) wird Zeuge eines Banküberfalls. Mitte 40 und frisch geschieden, überdenkt er seine Lebensziele und beschließt, dass er seine erfolgreiche Baufirma schließt und Polizist werden will. Er besteht auch die Prüfungen und wird damit der älteste Rookie (=Neuling) des LAPD. Das bringt allerdings einige Nachteile mit sich, zumal sein Chef davon gar nicht begeistert ist.

Meine Meinung

Nathan Fillion ist vielen vermutlich als Castle aus der gleichnamigen Serie bekannt. Die Krimiserie mochte ich gerade in den ersten Staffeln, auch wenn sie hintenraus leider stark nachgelassen hat. The Rookie konzentriert sich jedoch weniger auf die Mordkomission des LAPD, sondern vielmehr auf die Polizist*innen im Streifendienst. Das verlagert sich nach hinten raus immer mehr, da einzelne Charakter die Abteilung wechseln, aber dazu später mehr.
Fangen wir mit den positiven Aspekten der Serie an. Sie schafft es durchaus den teilweise sehr tragischen Schicksalen auch eine humorvolle Note zu verpassen. Es gibt wohl kaum etwas, was ein Streifenpolizist noch nicht gesehen hat. Dennoch weiß die Serie, wann der Ton nicht angemessen ist und wechselt auch gern zu einem ernsteren Tonfall. Für jemanden, der die Serie hauptsächlich des Unterhaltungswertes wegen angefangen hat, könnte das vielleicht abstoßen, aber die Balance ist gut gehalten.
Zum anderen ist das Team einfach gut gewählt und entwickelt sich auch mit der Zeit immer weiter. Hatte ich am Anfang noch meine Probleme mit einigen, so wachsen sie einen immer weiter ans Herz, da die Serie auch stark Charaktergetrieben ist. Zwar haben wir zwischendurch auch eine gewisse Fluktuation – teilweise aus ziemlich nachvollziehbaren Entscheidungen der Darstellenden – aber wir werden dafür auch mit neuen Charakteren belohnt, die mal mehr, mal weniger gut ins Team passen.
Auch schafft die Serie es zwischendurch kontroverse Themen mit einzubeziehen. Anwälte, die sich über die Methoden beschweren, wo durchaus auch mal mit Argumenten ausdiskutiert wird, was angemessen oder auch manchmal notwendig ist und wo es zu weit geht. Die Charaktere bekommen die Chance sich und ihre Methoden zu hinterfragen. Aber vor allem auch der Rassismus und das racial profiling wird groß thematisiert und auch die Schwierigkeiten einer eigentlich humorvollen Polizeiserie, die sich dennoch mit #blacklivesmatter auseinander gesetzt hat. Hierfür werden natürlich absolute Negativbeispiele genutzt, um das eigentliche Team, das eine große Diversität zeigt, davon freizusprechen.
Der größte Kritikpunkt für mich an der Serie ist die absolute Übertriebenheit der einzelnen Fälle. Was allein alles in der ersten Staffel passiert, liest sich wie eine Liste aller worst case Szenarien, die man sich einfallen lassen konnte. Theoretisch ist Los Angeles in jeder Folge mehr oder weniger dem Untergang geweiht und die Teammitglieder eigentlich ständig in absoluter Lebensgefahr. Ständige Verfolgungsjagden und keine Folge ohne eine große Schießerei. Das ganze steigert sich natürlich noch über die einzelnen Staffeln und irgendwann nehmen einzelne Fälle auch mehr als nur Doppelfolgen ein und ziehen sich gleich teilweise über halbe Staffeln. Und wenn man feierte, dass die große Bedrohung endlich geschafft wurde, musste die nächst größere gefunden werden, die dann noch mehr aufgebauscht wurde. Hätte ich mich nicht schon vorher so sehr mit dem Team angefreundet, ich hätte irgendwann abgebrochen.
So steckt in vielem vermutlich ein wahrer Kern und es wurden auch gut die kleinen oder größeren Probleme, mit denen man konfrontiert wird, wenn man Streife fährt, wie lange Schichten, Bereitschaft, Hitze in der vollen Montur und andere Aspekte, angesprochen, aber das ganze wird halt immer wieder überschattet von einem großen Hang zur Überdramatisierung. Manche schauen solche Serien vielleicht gerade deswegen, aber mich schreckt es leider eher ab. Gerade mit dem sehr guten Death in Paradise kurz davor, fällt mir das halt noch mehr negativ auf.

Das Fazit

The Rookie punktet mit einer witzigen Grundprämisse, tollen Charakteren und neben den humorvollen Aspekten auch mit einer gewissen Ernsthaftigkeit gewisser Themen gegenüber, verbirgt dies aber hinter sehr aufgebauschtem Drama und dem ständigen Katastrophenfall. So bin ich letztlich zwiegespalten, ob ich die Serie wirklich gut finde, werde aber auch weitere Staffeln durchaus mir ansehen.

The Rookie ist mit aktuell fünf Staffel bei Disney+ im Abo enthalten

Back to Black

Ein Vorwort

Und es geht weiter in der langen Reihe der Musik-Biopics. Nachdem mit Aretha Franklin und Whitney Houston inzwischen auch zwei große Damen der Musik zu Wort kommen durften, bekommen wir nun die Geschichte von Amy Winehouse präsentiert. Warum sich dieses Biopic jedoch von den anderen deutlich unterscheidet und ob das funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

 

Die Handlung

Amy Winehouse gelingt der große Musikdurchbruch in jungen Jahren. Doch ihre Alkoholsucht und andere Drogen reißen sie immer weiter in einen Strudel, aus dem sie nicht herauszukommen scheint.

Meine Meinung

Die Zahl der Musik-Biopics in den letzten Jahren ist rasant gestiegen. Queen, Elvis, Elton John, Aretha Franklin, Whitney Houston. Während Bohemian Rhapsody und Rocketman noch irgendwie auf ihre Art funktioniert haben, wurde es danach stetig schwächer. Lediglich der Überraschungsfilm aus Deutschland rund um Milli Vanilli konnte noch mit einer neuartigen Erzählweise irgendwie herausstechen. Nun stand also die Verfilmung von Amy Winehouses Leben an.
Und überraschenderweise ist Back to Black eine der herausragenden Musik-Biopics in der langen Reihe der Filme. Denn statt sich stumpf an den Punkten des Wikipedia Artikels abzuarbeiten und immer wieder auf die einzelnen Daten der Veröffentlichung zu pochen, wird die Geschichte als genau das erzählt: Eine Geschichte. Wir bekommen die Geschichte einer jungen Frau, die schon immer für die Musik gelebt hat und dann trotz ihrer ruppigen Art einen Plattendeal an Land zieht. Die ihre Inspiration direkt aus dem Leben zieht und ihre Songs ihre eigene Gefühlswelt widerspiegeln lässt. Dadurch war es vermutlich auch etwas leichter die Lieder direkt in die Handlung einzuweben und natürlich haben wir auch hier die typisch nachgestellten Konzerte, aber Hauptdarstellerin Marisa Abela lebt die Figur auch einfach.
Amy Winehouse war bestimmt kein einfacher Charakter, dennoch schafft der Film es hier mit einer größeren Sicht auf die Dinge einzugehen und ihren eigenwilligen Charakter darzustellen, aber auch die Einflüsse, wie es so kommen konnte. Und auch ihre Beziehung mit Blake Fielder-Civil wurde wohl noch nie so tiefgründig begutachtet. Denn es handelt sich hier durchaus um eine toxische Co-Abhängigkeit, auch wenn es in der Klatschpresse gern anders dargestellt wurde. Es wird durchleuchtet, wie sie sich kennengelernt haben, aber auch wie sie sich gegenseitig durch die Drogen hochschaukelten und sich eigentlich gar nicht gut taten, aber nicht voneinander loskamen. Und es wurde auch einfach mal als genau das benannt.
Auch haben wir hier endlich mal eine Geschichte, wo der Vater nicht der große Böse war. Sondern ein liebender Vater, der ihr gern mehr geholfen hätte, aber auch nicht gegen die Sucht seiner Tochter ankam. Denn so sehr man auch liebt, eine Sucht kann so stark sein und wenn man sich nicht auf die Hilfe einlässt, hilft auch alles andere nicht. Genau das bringt der Film gut rüber und zeigt trotz der rauen und ungezügelten Art Amys wie es so weit kommen konnte.
Wenn Musik-Biopics, dann doch bitte so. Als stringente Geschichte, wo die Meilensteine einfach eingewoben werden, aber wo die Charaktere im Vordergrund stehen und mit einem Mehrwert, den ein Wikipedia Artikel nicht bieten kann.

Das Fazit

Back to Black überzeugt durch eine gut erzählte Geschichte, einer Hauptdarstellerin, die ihren Charakter lebt und vorallem einer Tiefgründigkeit, die Amy Winehouse wesentlich greifbarer macht. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Back to Black läuft seit dem 11.04.2024 in den deutschen Kinos

Eine Handvoll Bücher – 04/24

Herzlich  Willkommen zur vierten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einer königlichen Ballnacht, Honig aus Schweden, tickenden Herzen, einer überraschenden WG und einer nebligen Wüste.

Die Nacht der Königinnen

Die Handlung: Der junge König Gideon hat nach dem Tod seines Vaters frisch den Thron bestiegen. Ihm werden allerlei dunkle Kräfte nachgesagt, weswegen seine Thronbesteigung kritisch beäugt wird. Umso schockierter ist Alixandra als sie zusammen mit zwölf weiteren adligen Mädchen an den Hof gerufen wird, um bei einer königlichen Brautschau anwesend zu sein. Dort angekommen passieren jedoch allerlei seltsame Dinge. Alixandra und ihre neuen Freundinnen versuchen diesen auf den Grund zu gehen. 

Meine Meinung: Dass Christian Handel mein Leiblingsautor ist, dürfte inzwischen bekannt sein. Und dabei sind es vor allem seine Bücher, die bei Ueberreuter erscheinen, die mich innerhalb kürzester Zeit in den Bann ziehen können, obwohl sie thematisch durchaus unterschiedlich sind. So auch diesmal wieder. Habe ich mir zuvor noch einzureden versucht, nur nicht mit zu hohen Erwartungen an die Sache zu gehen, so haben mir bereits die ersten Kapitel bewiesen, dass meine Sorgen unbegründet waren. Alixandra war mir sofort sympathisch, ich hatte große Lust das Rätsel um König Gideon mit ihr aufzuklären und so kam es, dass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen weggeatmet habe. Ich konnte es einfach nicht mehr aus der Hand legen! Handel beweist wieder, dass er es schafft mit wenigen Worten unglaubliche Welten zu erschaffen, tiefgründige Charaktere in einen Einzelband zu pressen und ihnen doch Zeit und Gelegenheit zur Entfaltung zu geben. Alle Rätsel wurden am Ende gelöst und ich war sehr glücklich, dass wir diesmal auch ein wirklich rundes Ende bekommen haben. Ich liebe die Idee, ich liebe die Umsetzung, ich liebe den Schreibstil. Hier passt einfach alles zusammen.

bee my Humble Love

Die Handlung: Julie wird von ihrem Traumjob gefeuert. Doch ihr Chef macht ihr ein Angebot, wie sie ihn wieder bekommen könnte. Sie muss nach Schweden reisen und dort bei Humble Bees & Teas versuchen den Besitzer Oscar Morrison zu überzeugen, sich der Firma anzuschließen. Die steht allerdings für alles, was Oscar verabscheut. Dennoch nimmt Julie die Aufgabe an und weiß nicht, dass sie davor steht mehr zu verlieren als nur ihren Job.

Meine Meinung: Mein erster Roman aus dem Drachenmond-Verlag, dass sich mit Herzklopfen beschäftigt. Bekannt geworden für die vielen guten und diversen Phantastik-Geschichten, hat der Verlag schon länger einen großen Platz in meinem Bücherregal, doch konnte er auch im Romance Bereich überzeugen? Doch auch hier wurde wieder das geschickte Händchen beim Geschichten einkaufen bewiesen, denn die Geschichte in bee my Humble Love ist einfach nur Zucker. Danach sah es am Anfang allerdings nicht aus, denn ich bin nur ziemlich schwer in das Buch reingekommen. So richtig bin ich mit Julies Charakter nicht warm geworden, habe nicht verstanden, was hinter ihren Beweggründen steckte. Doch das ändert sich eigentlich sobald wir in Schweden ankommen, was ziemlich zügig geschieht. Danach baut sich die Geschichte zwar noch immer langsam auf, immerhin streckt sie sich auf über 500 Seiten, aber doch stetig. Wir lernen Oscar näher kennen, und lernen auch über Julie einiges. Wir verlieben uns in die schwedische Natur und in die Liebe zur Biene, die auf jeder Seite durchkommt. Ab einem gewissen Punkt wurde es schwierig das Buch noch aus der Hand zu legen.

Madness – das Land der tickenden Herzen

Die Handlung: Alice folgt einem weißen Kaninchen in eine seltsame Welt voller tickender Uhren statt Herzen und Bäumen aus Kupfer. Dabei trifft sie auf den Hutmacher Elric und die Grinsekatze, die ihr von ihrem Erbe und ihrer Aufgabe erzählen. Denn Wunderland ist in Gefahr und nur sie kann den Verfall aufhalten. 

Meine Meinung: Eine SuB-Leiche, die nun endlich befreit wurde. Ich bin ja immer für eine gute Alice im Wunderland-Adaption zu haben und so schlug ich auf der Buch Berlin 2022 direkt zu. Seitdem staubte es leider immer weiter ein, weil ich mich nicht aufraffen konnte, es zu lesen. Doch irgendwann ist für jedes Buch die richtige Zeit gekommen. Und es war auch grundsätzlich kein schlechtes Buch, wäre der April nicht ein Monat gewesen, wo sich die Highlights praktisch gejagt haben und viele gute Bücher verschlungen habe. Damit konnte Madness einfach nicht mithalten. Dabei mochte ich die Interpretation von Alice im Wunderland ein wenig im Steampunkbereich. Mit Uhren statt Herzen und einem Hutmacher, bei dem man nicht wusste, ob man ihn mag oder suspekt findet – so wie es sich gehört. Aber ich bin nicht final in der Welt aufgegangen, habe nicht final mit den Charakteren mitgefiebert und das tut mir unglaublich Leid für das Buch, aber der Funke hat einfach gefehlt.

Fake Roomie

Die Handlung: Amy und Cameron sind seit Kindheitstagen befreundet und haben fünf unumstößliche Regeln. Vor allem wollen sie sich nicht ineinander verlieben. Doch als Amy die Option auf ein Hauskauf bekommt, wo Paare bevorzugt werden, gehen die beiden einen Deal ein. Da ist das Gefühlschaos vorprogrammiert. 

Meine Meinung: Ich habe die Prämisse des Buches gelesen und wusste genau, wie es ausgeht. Wäre es nicht von Anya Omah, ich weiß nicht, ob ich es gekauft hätte. Aber das wäre ein Fehler gewesen! Denn auch wenn das Buch das Rad nicht neu erfindet – und wie soll das im Romancebereich auch gehen? – so ist die Geschichte dennoch absolut lesenswert. Denn, was der Klappentext nicht verrät, ist, dass es auch viel um Trauerbewältigung und Verlustangst geht. Natürlich haben wir hier auch den klassischen Verlauf des Tropes von friends-to-lovers mit Fake Dating. Aber wir haben auch Tiefgang, wir haben gut ausgearbeitete Charaktere und man fiebert mit ihnen und ihrer Geschichte mit. Man freut sich über jeden Rückblick in die Vergangenheit, um mehr über sie und ihre Vergangenheit rauszufinden. Und die Chemie zwischen den beiden passt auch einfach. Zwar gab es am Ende einen Aspekt, der irgendwie das Ende ein bisschen kaputt macht. Denn für das, was es aussagen will, ist es eigentlich zu kurz gekommen, gleichzeitig passt es auch nicht in das vorhergeschehene. Ganz nach dem Motto, noch ein wenig Drama am Ende. Allerdings ist das auch Jammern auf ganz hohem Niveau, denn ein tolles Buch, das ich auch innerhalb von zwei Tagen weggeatmet habe, ist Fake Roomie dennoch.

Fallopia – Die Nebel der Kaltwüste

Die Handlung: Die glorreichen Sieben, das sind der Halbling Dan, die Gnomin Orla und die Hochelfin Alea. Als ein geheimnisvoller Nebel Fallopia in Chaos stürzt, werden sie gerufen, um eine Prophezeiung zu erfüllen. Doch dafür müssen sie den Auserwählten Kendrick mitnehmen, der eher ein aufgeblasener Möchtegern denn ein Held ist. Können sie Fallopia retten? 

Meine Meinung: Schon als ich den Klappentext zum ersten Mal gelesen hatte, wusste ich: Das Buch musste ich kaufen! Allein die Idee, dass die glorreichen Sieben nur als drei Teammitgliedern bestanden. Zudem klang es nach einer guten Mischung aus Der Herr der Ringe und Dungeons and Dragons, was mir zumindest nach dem sehr unterhaltsamen Kinofilm durchaus zugesagt hat. Und tatsächlich wurde ich vom Buch noch viel mehr überrascht und überzeugt, denn Jaimie L. Farley schafft es in kürzester Zeit eine unglaublich interessante Welt zu zaubern, aber noch viel mehr Charaktere zu erschaffen, die mich einfach nur regelmäßig zum lachen gebracht haben. Und so hangelt man sich von Abschnitt zu Abschnitt und ich weiß gar nicht, was meine liebste Stelle ist, denn so viele gute und witzige Einfälle, die einander jagen, ohne je überladen zu wirken. Klar musste man sich an Kendrick erstmal gewöhnen, aber die anderen machen es mit ihren Sprüchen durchaus leicht ihn zumindest zu ertragen. Aber neben dem ganzen Spaß, den ich mit dem Buch hatte, kommt auch die Spannung keinesfalls zu kurz. Im Gegenteil, das Buch entwickelt einen unfassbaren Sog, so dass es mir teilweise schwer fiel es überhaupt aus der Hand zu legen. Wer also Lust auf ein tolles High Fantasy Abenteuer hat, das eine starke Geschichte erzählt, aber immer mit einem gewissen Augenzwinkern, der sollte auf Fallopia auf jeden Fall einen Blick werfen. Ich hoffe auf jeden Fall auf ein Wiedersehen mit den glorreichen Sieben!

Habt ihr eins der Bücher gelesen? Wie fandet ihr es?

Percy Jackson & Avatar – zweierlei Serienrezensionen

Ein Vorwort

Zur Zeit sind ja Realverfilmungen wieder voll in Mode und nach Netflixs Erfolg mit One Piece hauen sie mit Avatar gleich die nächste Serie raus. Disney hält da ein wenig gegen und bleibt lieber bei der klassischen Buchverfilmung, aber eins haben Percy Jackson und Avatar gemein: Eine Kinoverfilmung, die gefühlt alle Fans hassen. Ich habe mir beide Serien angesehen – bei einer mit viel Vorwissen, bei einer mit überhaupt keinem Vorwissen. Wie das funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Percy Jackson – Staffel 1

Die Handlung: Percy Jackson hatte schon immer Probleme sich in Schulen einzufinden, da ihm immer wieder seltsame Dinge geschehen, die ihm einfach keiner glaubt. Bis seine Mutter ihm endlich gesteht, dass er der Nachfahre eines griechischen Gottes ist und er daher im Camp Halbblood am besten aufgehoben ist. Doch auf dem Weg werden sie angegriffen und seine Mutter stirbt vermeidlich. Als ihm dann auch noch vorgeworfen wird, dass er Zeus‘ Herrscherblitz gestohlen haben soll, bricht er mit Annabeth und Grover auf, um seinen Namen rein zu waschen.

Meine Meinung: Kaum waren die ersten Folge der Serie draußen, kamen schon die begeisterten Stimmen der Percy Jackson Fans, wie gelungen die Umsetzung sei. Dass es genau die Serie sei, auf sie immer gewartet hätten und sie nun endlich die schlechte Verfilmung vergessen könnten. Ich war da etwas weniger optimistisch, was aber wohl auch daran liegt, dass ich niemals ein großer Fan der Buchreihe war. Zu viele schwierige Szenen, die ziemlich unkommentiert geblieben sind. Ich meine, die schlachten sich in ihrem angeblich sicherem Camp halb ab und die Aufsichtspersonen machen eher noch Scherze darüber? Und eins kann man auf jeden Fall über die Serie sagen: Handlungstechnisch ist sie sehr nah an der Buchvorlage und weicht davon auch nicht wirklich ab.
Buchfans mag das imponieren, leider übernehmen sie damit aber auch jede Schwäche der Bücher. Nächstes Problem ist, dass sie Szenen, die sie nicht optisch gut rüberbringen können, wie Erklärungsszenen, völlig überhetzen und es scheint, dass sie überhaupt keine Zeit hätten und wieder andere, gerade die Kampfszenen, dann schon fast über inszenieren. So wirkt die Serie total gehetzt, zieht sich aber gleichzeitig zäh wie Kaugummi. Acht Folgen hat die erste Staffel und ich habe mich eigentlich durch jede einzelne durchgequält.
Das hat aber noch zwei ganz entscheidende Gründe, warum die Serie für mich einfach nicht funktioniert. Zum einen die Darstellenden. Gerade die drei Jungdarsteller*innen passen vielleicht optisch super in die Rollen und wurden sogar von Rick Riordan, dem Autor der Reihe, abgesegnet, aber eins können sie nicht und das ist Schauspielern. So wenig Ausdruck im Gesicht und jeden Satz mit einer gelangweilten Monotonie vorgetragen, bringt leider Null Emotionen rüber und trägt zur Grundlangweile der Serie bei. Leider war ich aber auch damit beschäftigt mich genau darüber die meiste Zeit aufzuregen.
Aber selbst wenn sie es auch nur ansatzweise geschafft Emotionen in ihr Spiel zu legen, so hätten wir immer noch ein weiteres Problem: Die absolut grottig geschriebenen Dialoge. Selbst gut ausgebildeten Schauspielenden wäre es wohl schwer gefallen die Dialoge sinnvoll rüberzubringen. So kam eins zum nächsten und ich muss leider sagen: Die Serie war ein Reinfall.
Auch optisch kann sie nur bedingt überzeugen und kommt damit nicht an die Konkurrenz aus dem  Hause HBO oder Netflix ran. Woher die ganzen positiven Stimmen kommen, kann ich mir nicht erklären, denn selbst, wenn man über die Schwächen der Handlung hinwegsieht, da aus der Buchvorlage übernommen wurden, passt hier leider kaum etwas zusammen.

Avatar – Der Herr der Elemente – Staffel 1

Die Handlung: Vor 100 Jahren wurde Aang zum neuen Avatar, der Herr der vier Elemente. Doch das friedliche Zusammenleben der vier Nationen Feuer, Wasser, Wind und Erde wird durch den Angriff der Feuernation gestört, wobei die Windnation komplett ausgelöscht wird. Aang stürzt bei einem Sturm und friert in einem Eisblock ein. Als er nach 100 Jahren erwacht, ist die Welt nicht mehr das, was er kannte und er muss nicht nur mit den Veränderungen klar kommen, sondern auch die Bürde als Avatar annehmen, um gegen die Feuernation antreten zu können.

Meine Meinung: Im Gegensatz zu One Piece oder Percy Jackson hatte ich mit Avatar zuvor keine Berührungspunkte. Ich habe die Nickelodeon Serie nie gesehen und auch den Film damals vermieden – auch wenn die Fans die Existenz dessen leugnen. Dementsprechend schwer ist es mir gefallen in die Serie reinzukommen. Denn die Serie ist weniger für Neulinge, als vielmehr für die Fans der Animationsserie gemacht. Das fängt damit an, dass der Zeitsprung von 100 Jahren am Anfang ziemlich verwirrend ist und bis man die damit einhergehenden Veränderungen genau begreift, es ein wenig dauert. Auch danach lebt die Serie viel von Andeutungen.
Wir haben zwar mehr oder weniger in sich geschlossene Abschnitte auf Aangs Reise, doch wie die Welt genau funktioniert oder auch was die Beweggründe einzelner Charaktere ist, wird immer wieder nur angedeutet und auf spätere Folgen verschoben. Das mag für die Fans funktionieren, die das Vorwissen haben, aber als Neuling war ich die meiste Zeit eher verwirrt. So saß ich gerade die ersten beiden Folgen mit großen Fragezeichen über dem Kopf da. Ab Folge Drei hatte ich dann überhaupt erst Lust weiterzuschauen, was dann aber auch immer wieder schwand und doch wieder da war. Denn die Geschichte an sich fand ich durchaus interessant und wollte auch wissen, wie es weitergeht. Aber manchmal hatte ich auch einfach keine Lust die Brocken von Antworten zusammen zusetzen.
Was aber eindeutig für die Serie spricht ist die Optik. Denn hier beweist Netflix wieder einmal, dass sie wissen, wie man fantastische Welten bildgewaltig umsetzt. Immer wieder brachte sie mich zum staunen und gerade dadurch war meine Neugier dann auch wieder mehr geweckt, weil ich wissen wollte, was alles dahinter steckt.
Abgeflacht wurde die Euphorie dann eher wieder von den teilweise eher hölzernen Dialogen, die oft auch das immer gleiche aussagten. Man hätte locker eine ganze Folge einsparen können, wenn man nur die immer gleichen Aussagen gestrichen hätte. Während ich den Cast grundsätzlich mochte, hatte ich ein paar Probleme mit Gordon Cormier als Aang. Ich fand ihn nicht grundsätzlich schlecht gecastet, aber an manchen Stellen ist er doch ans Ende seiner Schauspielfähigkeiten gekommen. Teilweise hatte er aber auch einfach Dialoge, die nicht zu seinem Charakter passten. So pendelt er zwischen naivem Kind und uraltem Weisen, was befremdlich wirkt. Dabei kann man sich nicht einmal auf eine Entwicklung in seinem Charakter berufen, denn die Sprunghaftigkeit bleibt die ganze Zeit erhalten.
Im Vergleich zu Percy Jackson bin ich hier aber weiter interessiert und würde auch bei einer zweiten Staffel wieder einschalten. An den Erfolg von One Piece dürfte Netflix hier aber nicht erneut ranreichen können.

Percy Jackson ist bei Disney+ im Abo enthalten
Avatar – der Herr der Elemente ist bei Netflix im Abo enthalten

Godzilla x Kong – The new Empire

Ein Vorwort

Das Monsteruniversum rund um Godzilla und Kong geht in eine weitere Runde. Seit 2014 ist das nun der fünfte Film aus der Reihe. Waren die Filme davor schon umstritten, scheint das Franchise noch immer genug Geld einzuspielen, um weitere Filme zu produzieren. Und was soll ich sagen: Ich hatte mal wieder Lust auf ein bisschen Monsterkloppe, ohne groß nachzudenken. Ob ich das bekommen habe, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Während Kong sich in die Hohlerde zurückgezogen hat, bewacht Godzilla weiterhin die Erdoberfläche. Dadurch kommen sie sich auch nicht in die Quere und Godzilla bekämpft alle Bedrohungen auch alleine. Doch Monarch misst Schwankungen in der Hohlerde. Als Kong für eine medizinische Behandlung an die Oberfläche kommt, folgt ein Forschungsteam ihm bei seiner Rückkehr. Und sie finden nicht nur eine verschollene Zivilisation, sondern stellen fest, dass die Erdoberfläche in Gefahr ist. Doch Kong allein kann die Bedrohung nicht aufhalten. Er muss sich erneut mit Godzilla verbünden.

Meine Meinung

Normalerweise würde ich euch vorab ja die bisherigen Filme der Reihe zusammenfassen bzw. die wichtigsten Informationen rausschreiben. Aber ganz ehrlich? Dafür sind mir die Filme alle nicht mehr präsent genug und wer die Filme sieht, hat wahrscheinlich zumindest schon einmal von Godzilla oder King Kong gehört. Eigentlich sollte man vorab nur wissen, dass Godzilla auf der Erdoberfläche in diesem Universum der Gute ist und gegen Bedrohungen ankämpft, auch wenn dabei gerne einmal ganze Städte zerstört werden. Kong hat sich in die Hohlerde zurückgezogen – nein, das ist nicht die Geheimbasis der Echsenmenschen, sondern eine prähistorische Erde in der Erdmitte. Also mehr Reise zum Mittelpunkt der Erde, weniger Verschwörungserzählungen. Die beiden vertragen sich nicht sonderlich gut, haben aber schon einmal gegen bzw. miteinander gekämpft. Also immer wenn es eine noch größere Bedrohung gibt. Monarch ist eine Organisation, die je nach Film mal mehr oder weniger gut ist und grundsätzlich die Aktivitäten aller Monster überwacht, sowohl auf der Erde als auch in der Hohlerde. Okay, das waren doch mehr Informationen als beabsichtigt, aber damit seid ihr wirklich perfekt gerüstet, um The New Empire zu verstehen.
Wer hier eine tiefgründige Handlung sucht, sollte schnell wieder umdrehen. Wer einfach nur sehen will, wie sich große Monster kloppen und dabei die ein oder andere Stadt zerstören, der ist hier richtig. Tatsächlich schafft auch dieser Teil es wieder, gerade so viel Handlung einzubauen, dass irgendwie ein roter Faden im Film zu erkennen ist. So haben wir die actiongeladenen Szenen, die sich mit ruhigeren abwechseln, wo mehr die Geschichte an sich vorangetrieben wird. Dabei gibt es da zwar natürlich Logiklöcher und mehr als ein Klischee, das umgesetzt wird, aber dennoch funktioniert der Film erstaunlich gut. Etwas schade ist es, dass auch hier eindeutig wieder der Fokus auf kong liegt, der wesentlich mehr Screentime hatte als Godzilla, der gerade am Anfang eher halbherzig mit einbezogen wurde. Wobei es auch hier gute Einfälle gab, ich sag nur Colloseum.
Vielleicht liegt es daran, dass ich an den Film überhaupt keine Erwartungen mehr hatte, dass er mich doch irgendwie positiv überrascht hat. Aber letztlich habe ich das bekommen, weswegen ich reingegangen bin. Kurzweilige Unterhaltung und zwei große Monster, die sich kloppen. Auch wenn diesmal Tokyo verschont wurde, so hatten andere Städte nicht ganz so viel Glück.
Schauspielerisch war es insgesamt eine solide Leistung. Hier hat niemand rausgeragt, aber die Möglichkeiten des Drehbuchs wurden bestmöglich genutzt. Ein Punkt, weswegen der Film vielleicht doch im Kino lohnt, ist dann die Optik. Auch wenn hier logischerweise viel CGI genutzt wurde, so sah diese doch ziemlich gut aus. Gerade die Hohlerde wirkte auf der großen Leinwand ziemlich beeindruckend. Auch wenn das 3D eher störend war und es der Film nicht gebraucht hat.

Das Fazit

Godzilla x Kong – The New Empire funktioniert in seiner Einfachheit erstaunlich gut, wenn man nicht so viel Wert auf tiefgründige und logische Handlung legt, sondern lieber viel Action sehen will. Der Film handelt beide Ebenen gut und kommt mit vergleichsweise wenig Logiklöchern daher und überzeugt vor allem optisch. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Godzilla x Kong läuft seit dem 04.04.2024 in den deutschen Kinos

Eine Handvoll Bücher – 03/24

Herzlich  Willkommen zur dritten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einer Vampirin in Werwolfgebiet, einem überfürsorglichem Vater, Online Dating, die Liebe zur Musik und einem Detektiv in Mecklenburg-Vorpommern.

Bride

Die Handlung: Misery ist die Tochter eines einflussreichen Vampirs. Nachdem sie in ihrer Kindheit bereits einmal als Pfand in die Menschenwelt geschickt wurde, soll sie nun ein neues Opfer eingehen: Sie soll den neuen Werwolf-Alpha heiraten, um die verfeindeten Spezies zu einem Frieden zu zwingen. Doch Misery hat ihre ganz eigenen Gründe, um der Hochzeit zuzustimmen.

Meine Meinung: Ali Hazelwood konnte mich mit ihren Romancebüchern bereits mehr als einmal begeistern inklusive Jahreshighlights. Nun stand ihr erster Ausflug ins Fantasygenre bevor. Aus der Erfahrung konnte das funktionieren, konnte aber auch eine Geschichte einfach nach Lehrbuch sein. Zumal die Grundidee schon sehr nach letzterem klang. Aber die Autorin konnte mich nicht nur vollkommen überraschen, sondern eben auch wieder absolut begeistern. Denn wir bekommen hier wieder eine starke Frau geliefert, die trotzdem irgendwie in das Machtgefüge eingebunden wird und sich erst daraus befreien muss. Dabei ist die Geschichte sehr intelligent geschrieben, spielt gekonnt mit Genreklischees, greift einige auf, dreht andere um und zeitgleich schafft sie es wieder uns mit einer tollen – diesmal auch sehr spicigen – Liebesgeschichte zu verzaubern. Ich mochte den Weltenbau, die Charaktere und natürlich vor allem wieder den Schreibstil. Habe das Buch in zwei Tagen komplett verschlungen und bin so sehr in die Geschichte abgetaucht, wie schon lange nicht mehr. Nach der Geschichte wieder in der Realität anzukommen war ganz schön schwierig. Große Empfehlung an alle Fantasyliebenden, Fans von Vampirgeschichten oder einfach nur von Ali Hazelwoods Schreibstil.

Der fürsorgliche Mr. Cave

Die Handlung: Nachdem Terence Cave nicht nur Mutter und Frau verloren hat, sondern auch den Tod seines Sohnes mit ansehen musste, beschließt er auf seine Tochter Bryony ganz genau acht zu geben und merkt nicht, dass er sie mit seiner Fürsorge immer weiter erdrückt. 

Meine Meinung: Matt Haig hat es schon geschafft mich mit seiner Mitternachtsbibliothek zu überzeugen. Hat er sich da schon viel mit dem Thema Tod auseinander gesetzt, geht er es hier nochmal von einer ganz anderen Seite an. Denn Terence Cave ist definitiv vom Tod verfolgt. Dabei erfahren wir erst nach und nach, was es mit den einzelnen Geschehnissen auf sich hat. Eine Besonderheit ist hier auch der Erzählstil. Denn es ist aus Terrence Sicht geschrieben, aber wie ein langer Brief an seine Tochter, in der er viel Vorshadowing betreibt, aber auch gern zwischendurch in die Vergangenheit abschweift und man nicht so genau weiß, was einem als Nächstes erwartet. Und hat man am Anfang noch deutlich Verständnis für sein Handeln und will die Tochter auch mehr als einmal ordentlich durchschütteln. Dabei geht Matt Haig mit der anstehenden Eskalation der Situation sehr behutsam vor, so dass man sie selbst erst viel zu spät merkt und anfängt seine eigenen Gedanken zu hinterfragen. Hätte man wirklich in der Situation so gehandelt oder war man einfach von dem erklärenden und rechtfertigen Schreibstil so eingespannt? Auf jeden Fall habe ich so einiges nicht kommen sehen und bin noch immer nicht so ganz von der „übernatürlichen“ Komponente überzeugt. Auf jeden Fall kein Wohlfühlbuch, aber gut zum nachdenkenund reflektieren.

Love Game

Die Handlung: Hallie und Jack haben nach einer Hochzeit einen One-Night-Stand. Danach wird beiden klar, dass sie eher die große Liebe suchen und sie melden sich unabhängig bei einer Dating-App an. Dadurch treffen sie wieder aufeinander und schließen Freundschaft. Gleichzeitig schließen sie eine Wette ab: wer zuerst die Liebe findet, gewinnt.

Meine Meinung: Nach dem Klappentext war ich auf jeden fall angefixt und habe das Buch spontan gekauft. Dass ich es daraufhin direkt verschlinge und kaum aus der Hand legen kann, war dann doch eine kleine Überraschung. Denn die Geschichte ist an sich eigentlich ziemlich vorhersehbar und entwickelt sich auch genau so, wie man es erwartet. Aber der Weg ist dennoch unglaublich sympathisch und auch einfach sehr gut geschrieben. Das liegt vor allem an den beiden sehr sympathischen Charakteren, die sich ihre Zeit zum entwickeln geben und so die Geschichte tragen, auch wenn man weiß, worauf es hinausläuft und welche Zwischenstationen zwangsläufig erst durchlebt werden müssen. Ich habe mich auf jeder Seite gut unterhalten gefühlt, denn in die Geschichte wird auch eine gute Portion Witz eingestreut und lockert so nochmal mehr auf. Es wird auch nicht ständig über Online Dating hergezogen, auch wenn einige gute  Anekdoten dabei sind. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

More than roommates

Die Handlung: Annie ist als Musikerin mit ihrem Freund erfolgreich auf YouTube unterwegs und sie haben gerade einen Plattendeal an Land gezogen. Das ändert sich jedoch, als ihr Freund sie kurzerhand gegen seine neue Flamme ersetzt. Doch Annie findet in der WG ihrer besten Freundin eine neue Bleibe, auch wenn ihr von Moon das freie Zimmer direkt vor der Nase weggeschnappt wurde. Auch er scheint gerade eine Niederlage erlebt zu haben. Zusammen versuchen sie die Scherben ihres Lebens zusammenzukehren und kommen sich dabei immer näher.

Meine Meinung: Sind wir bereit für ein weiteres Highlight? Ich habe zur Zeit einfach einen echt guten Riecher für herausragende Bücher und habe hier gleich das nächste Buch, dass ich absolut verschlungen habe und dabei jede Seite geliebt habe. Denn hier haben wir eine wunderbare Kombination aus Liebe zur Musik über YouTube und die koreanische Idolwelt. Wir bekommen München und eine tolle WG und wir bekommen aber auch Teile der Geschichte in Seoul und die Unterschiede präsentiert. Annie und Moon sind einfach nur zum knuddeln und verlieben. Ich habe so mit ihnen mitgefiebert und hätte nicht gedacht, dass Kristin Ullmann es schafft die Geschichte am Ende zu lösen, denn die Probleme wirkten absolut unüberwindbar. Aber sie hat es geschafft und das ganze auch noch auf sehr logischem Weg und nicht einfach nur optimistisch gewollt. Dass ich ihren Schreibstil absolut liebe, habe ich glaub ich schon mehrfach zu ihren anderen Büchern geschrieben, aber hier hat sie sich noch einmal selbst übertroffen. Ich liebe Bücher über K-Pop und hier sind einfach auch so viele tolle Anspielungen dabei, dass man die Liebe der Autorin ebenfalls auf jeder Seite merkt. Auch wenn ich es etwas schändlich finde einen Hund und keine Katze nach Suga zu benennen. Aber das war auch mein einziger – und sind wir mal ehrlich auch sehr subjektiver – Kritikpunkt am Buch. Leute, lest diese Geschichte, wenn ihr euch auch nur ein bisschen für K-Pop interessiert oder einfach nur auf der Suche nach einer tollen flauschigen Liebesgeschichte seid.

Waldsterben in Vertikow

Die Handlung: Peer Wesendonks zweiter Fall, diesmal geht es um einen Waldraub. Der ortsansässigen Firma wurden viele Bäume abgeholzt und geklaut. Nun steht diese vor dem finanziellen Ruin. Die Baronin höchst selbst beauftragt Peer mit den Ermittlungen, denn die Polizei soll nicht eingeschalten werden. 

Meine Meinung: Wir machen genretechnisch nochmal eine absolute Kehrtwende, denn ich habe es geschafft noch diesen zweiten Band der wunderbaren cozy Crime Reihe von Frank Friedrichs in der dunklen Jahreszeit zu lesen, bevor ich jetzt im Frühjahr wieder keine Lust darauf habe. Es ging wieder in das beschauliche Städtchen Vertikow mitten in Mecklenburg-Vorpommern. Wir treffen wieder auf Peer, der auch in diesem Band wieder mit vielen Hindernissen zu kämpfen hat. Dabei ist die Repräsentation durch ihn als Ermittler im Rollstuhl wieder gut gelungen. Man lernt viel über die Schwierigkeiten, die das mit sich bringt, Peer hadert immer noch mit sich und seinem neuen Leben, denn einiges geht einfach nicht mehr so gut wie früher. Zeitgleich hadert er aber auch stark mit dem Fall, denn hier scheint alles möglich und nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint. Zusammen mit Peer bin ich mehr als einmal verzweifelt, weil einfach nichts zusammenzupassen schien. Bis zum Ende hatte ich nichtmal den Ansatz einer Ahnung, wie der Fall zu lösen wäre. Umso überraschter war ich dann auch am Ende. Und das ich das Ende überhaupt erreicht habe, war zwischenzeitlich leider gar nicht gesagt. Denn auch wenn ich die Geschichte des Autors sehr schätze, ein wichtiger Schreibgrundsatz heißt einfach „Save the cat“ und daran wurde sich nicht gehalten. Als Katzenliebhaberin war das natürlich ein ziemlicher Schlag, doch sobald man sich davon erholt hat, kann man mit der Geschichte sehr mitfiebern.

Habt ihr eins davon gelesen? Wie hat es euch gefallen?