Verpasst im Oktober 2016

Hallo ihr Lieben,
und schon ist wieder ein Monat vorbei und inzwischen wird es immer wieder früh dunkel. Also kann man sich auch gleich im dunklen Kinosaal verkriechen. Trotzdem habe ich nicht jeden Film sehen können, den ich mir vorgenommen habe. Hier wie immer die Übersicht der Filme, die ich verpasst habe.

1) Swiss Army Man: Allein auf einer einsamen Insel kurz davor sich umzubringen, bis auf einmal eine Leiche angespült wird. Ein Film, den ich bewusst im Kino verpasst habe, aber im Heimkino gerne nachholen werde.

2) The Accountant: Der Trailer sah interessant und spannend aus und daher werde ich den Film wohl irgendwann nachholen.

3) 31: Ich mag die Musik von Rob Zombie und bisher hat er ganz interessante Filme hervorgebracht. Also landet auch das neuste Werk wieder auf meiner Liste.

Und hier wieder die Filme, die es zwar nicht auf meine Liste geschafft haben, aber die ich hier trotzdem kurz erwähnen möchte:

Unsere Zeit ist jetzt, Welcome to Norway, Girl on the train

Cinemathek: The Lady in the Van

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: The Lady in the Van. Der Film lief ursprünglich ab dem 14.04.2016 in den deutschen Kinos.

Die wahre Geschichte von Alan Bennett, einem Theaterautor, der einer für ihn unbekannten Miss Shepherd einen Stellplatz für ihren Van vor seiner Haustür gab. Eigentlich sollte dies nur eine vorübergehende Lösung sein, denn Miss Shepherd lebt in diesem Van, doch sie blieb 15 Jahre.

15 Jahre sind eine sehr lange Zeit. Würde man so lange einer alten Dame einen Stellplatz für ihren Van geben, in dem sie gleichzeitig lebt, während sie selbst sehr unfreundlich auftritt und nichts von sich preisgibt? Alan Bennett hat dies getan und seine Erfahrungen in einem Theaterstück niedergeschrieben, das nun verfilmt wurde. Alles beginnt damit, dass Mr Bennett sich ein neues Haus suchte, nachdem er einige erfolgreiche Theaterstücke geschrieben und aufgeführt hatte. Kurz nach seinem Einzug taucht eine merkwürdige ältere Lady, die in einem Van wohnt, in der gleichen Straße auf und parkt ihren Wagen auf der Straße. Die Anwohner kennen die Lady bereits von Erzählungen aus der Nachbarschaft und alle hoffen, dass sie bald weiter zieht und nicht ihre Straße „beschmutzt“. Nachdem sie eine Zeit lang für allerhand Klatsch und Tratsch sorgte, lernt sie Mr Bennett etwas genauer kennen. Beide kommen öfter in ins Gespräch und schließlich bietet Mr Bennett ihr sogar an den Van von der Straße und in seine Einfahrt zu stellen. Über die Jahre entwickeln sie ein etwas eigenartiges Verhältnis zueinander.
The Lady in the Van ist ein Film über eine etwas eigenartige Freundschaft, wenn man es denn so nennen kann. Denn über Miss Shepherd erfährt man so gut wie gar nichts den ganzen Film über. Dies lässt sich zwar darauf zurückzuführen, dass der Film auf realen Ereignissen basiert und auch der reale Mr Bennett nur wenig über die reale Miss Shepherd herausfinden konnte. Trotzdem ist es für den Zuschauer des Film ein wenig unbefriedigend kaum Informationen zu bekommen. Der Mangel an Informationen wird versucht durch nichtssagende Dialoge zu überbrücken, die trotzdem sehr gut funktionieren.
Maggie Smith ist für die Rolle wohl die ideale Besetzung. Sie spielt die exzentrische Miss Shepherd mit einer glaubhaften Überzeugung und kann alle Emotionen gut verkörpern. Auch Alex Jennings spielt die Doppelrolle des Alan Bennett sehr überzeugend. Alan Bennett wird als zwei Figuren dargestellt. Einmal als „der Lebende“ also der reale Mr Bennett, der mit den Leuten spricht, aus dem Haus geht und im Theater auftritt. Und einmal als „der Autor“, ein erdachtes zweites Ich, das die Geschnisse aufschreibt und als Dialogpartner für Mr Bennett dient. Auch wird „der Autor“ als Off-Stimme genutzt, die die Geschichte erzählt.
Die Handlung wird sehr ruhig erzählt, Spannung selbst kommt nicht direkt auf. Trotzdem ist es eine Geschichte, die irgendwo den Zuschauer berührt und auch unterhalten kann. Auch kommen während des Films keine Längen auf.

Alles in allem ist The Lady in the Van eine interessante und unterhaltsame Geschichte, der aber irgendwo das Gewisse Etwas fehlt. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Horrorctober #11: Let me in

Während bei manchen Filmen die Besetzungsliste ausschlaggebend war, hätte ich mir bei diesem Film die Darsteller vielleicht vorher ansehen sollen, dann hätte ich um Let me in einen weiten Bogen machen können.

Owen wird in der Schule regelmäßig verprügelt und leidet unter der Scheidung seiner Eltern, während er bei seiner alkoholkranken Mutter wohnt. Sein Leben ändert sich, als nebenan ein Mädchen in seinem Alter einzieht. Doch irgendetwas an ihr ist merkwürdig, zumal Owen sie immer nur bei Nacht antrifft.

Let me in ist ein Remake des schwedischen Films „So finster die Nacht“. Während die Grundstimmung bekannt aus skandinavischen Filmen ist, so ist er hier einfach nur fehl am Platz. Denn der Film wird mit einer Ruhe erzählt, die den Zuschauer beinahe einschlafen lässt. Zudem sind Chloe Grace Moretz und Kodi Smith-McPhee die perfekte Mischung für einen schlechten Film, denn das Schauspielern haben beide nicht erfunden. Der Film versucht vielmehr das Schicksal Owens darzustellen, als wirklich ein Horrorfilm zu sein, so ist im Film weder Spannung vorhanden, noch eine gruselige Atmosphäre.

Gruselfaktor: 0/5
Handlung: 1/5
Umsetzung: 0/5
Gesamt: 0/5

Horrorctober #10: Cry_Wolf

Nach Jensen Ackles hat es auch sein Supernaturalkollege Jared Padalecki irgendwie in meine Liste geschafft. Vielleicht weil die DVD dazu durch Zufall auf meinem Schreibtisch lag.

Owen kommt neu an ein Elite-Internat, nachdem er von seiner letzten Schule geflogen ist. Er findet schnell Freunde in dem sogenannten „Lügenclub“, die er schnell in deren eigenem Spiel schlägt. Da gleichzeitig eine Schülerin vermisst und später ermordet aufgefunden wird, beschließt der Club die Sage vom „Wolf“ zu erfinden, einem Serienmörder. Letztendlich glaubt Owen sich aber selbst verfolgt und denkt, dass der Mörder des Mädchens dahinter steckt.

Cry_Wolf verfolgt ein ähnliches Prinzip, wie schon Smiley – das Grauen trägt ein Lächeln. Hier wird ein vermeintlicher Serienkiller erschaffen, der wenig später wirklich auftaucht. Nur leider mangelt es dem Film an guten Ideen, die zur Spannung beitragen könnten. So verläuft er sich in eine Aneinanderreihung von vorhersehbaren Ereignissen ohne Spannung zu erzeugen und schafft eine so große Distanz zwischen Charaktere und Publikum, dass einem selbst der Ausgang des Films komplett kalt lässt.

Gruselfaktor: 0/5
Handlung: 2/5
Umsetzung: 1/5
Gesamt: 1/5

Blogparade: Kill them off!

Hallo ihr Lieben,
unsere allseits beliebte Königin der Blogparaden die singende Lehrerin hat es einmal mehr getan. Sie rief zu einer neuen Blogparade, auf das wir, ihre Untertanen, folgen. Das Thema diesmal „Kill them off!“. Und zwar werden die 10 Seriencharaktere gesucht, die uns am meisten genervt haben oder denen wir sogar einen frühen Serientod gewünscht haben. Und so habe ich natürlich sofort mein Notizbuch gezückt und meine eigene Liste erstellt – und dabei wahrscheinlich die Hälfte mal wieder vergessen. Die Reihenfolge ist diesmal wieder wertend, wobei Platz 1 mein meistgehasster Charakter ist.

Platz 10: Tiara aus My little Pony

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Nein in einer Kinderserie möchte man nicht, dass jemand stirbt. Eher wünscht man sich hier, dass dieses arrogante Pony eine Abreibung bekommt, welches sie von ihrem hohen Ross (haha Wortwitz^^) stößt. Oder vielleicht, dass ihr Vater sein Geld verliert und sie sich daher nicht mehr auf sein Vermögen berufen kann. Oder vielleicht auch einfach, dass sie ihren Schönheitsfleck nur vorgetäuscht hat und sich daher beim Schönheitsfleckenclub entschuldigen muss!

Platz 9: Rebecca Sutter aus How to get away with murder

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Bei ihr wird man nicht ganz schlau daraus, ob sie denn nun Opfer oder doch Täterin ist, aber sie ist einfach unglaublich nervig daran Tatsachen zu verdrehen und vor allem permanent zu zicken, dass sie nichts getan hat, anstatt sich richtig zu verteidigen. Gleichzeitig wickelt sie Wes immer wieder um den Finger, was ebenso nervig ist, weil er eigentlich zu den guten Charakteren zählt, aber für sie unglaubliches tut.

Platz 8: Bella aus Supernatural

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Glücklicherweise war sie nur selten dabei, aber meiner Meinung trotzdem in zu vielen Folgen. Unberechenbar, arrogant und immer auf der Suche nach dem eigenen Vorteil. Dabei kommt sie den Winchester-Jungs mehr als einmal in die Quere und ist dabei stets besonders nervig.

Platz 7: Alice Morgan aus Luther

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Ich habe bei Luther zwar bisher nur die erste Staffel gesehen, aber bereits da geht mir Alice besonders auf die Nerven. Während man sie in der ersten Folge noch als Opfer glaubt, taucht sie ab da immer wieder und auf unpassendster Weise in Luthers Leben auf und ist der Ansicht ihm „helfen“ zu müssen. Dabei verschlimmert sie aber eigentlich immer nur alles. Typisch gelangweiltes Superhirn, und einfach nur nervig.

Platz 6: Lexa aus Mutant X

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Sie stößt in der dritten Staffel zum Team, in einer sehr schwierigen Phase und ist der Ansicht erst einmal alles auf den Kopf zu stellen. Gleichzeitig sieht sie sich als neue Anführerin, hat aber lauter Geheimnisse und baut aber nur Mist. Sowas mag ich ja gar nicht.

Platz 5: Thomas Barrow aus Downton Abbey

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Downton Abbey ist ja voll von sympathischen und unsympathischen Charakteren, aber der unsympathischste von allen ist dann wohl Mister Barrow. Intrigen schmieden gegen geliebte Charaktere ist ein Verbrechen, dass ich nicht verzeihe. Zugleich es mit einer sehr hochmütigen und arroganten Art passiert, worauf genau er sich so viel einbildet, weiß ich nach fünf Staffeln immer noch nicht.

Platz 4: Moriarty aus Sherlock

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Ja ich weiß, dass er nun einmal der Gegenspieler zu Sherlock Holmes ist, und ja ich weiß, dass Andrew Scott die Rolle hervorragend spielt. Aber die Rolle an sich nervt mich sehr. Denn immer wenn Moriarty in einer Folge auftaucht, ist diese gleich so abgedreht, dass die Serie vergisst wofür sie steht.

Platz 3: Connor aus Angel

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Der geliebte Sohn, der den Vater hasst. Allerdings wird der Hass nach dem Prinzip „Dummer Junge tut dumme Sachen und denkt nie nach, aber alle sind grundsätzlich gegen ihn“ ausgelebt und genau das ist der nervige Punkt dabei. Ein früher Serientod wäre so eine Erleichterung gewesen!

Platz 2: Sansa Stark aus Game of Thrones

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Gut, inzwischen hat sie einiges dazu gelernt und ist nicht mehr ganz so nervig, wie am Anfang der Serie. Aber gerade da ging sie mir tierisch auf die Nerven mit ihrem Geschwärme für Joffrey und ihrer Arroganz, weil sie tatsächlich glaubte einmal Königin zu sein. Inzwischen hat sie zwar einiges durch, aber sie jammert immer noch so unglaublich viel… Lieber George, du bringst doch sonst immer alle um, kannst du uns nicht bitte endlich von Sansa erlösen?

Platz 1: Joffrey Baratheon aus Game of Thrones

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„Das erzähl ich alles meiner Mutter“ heul flenn, ich mach sowieso was ich will, denn als König darf ich alles machen, was ich will. Mit großem Abstand bis heute der nervigste Charakter überhaupt! Er wollte einen Bösewicht darstellen, war aber trotzdem nur ein kleiner Bub mit zu viel Macht. Ich HASSE ihn!

Horrorctober #9: My bloody Valentine

Hey, da spielt ja Jensen Ackles mit! Gut der Film kommt auf die Horrorctober-Liste!

Ein Jahr nach einem schweren Minenunglück wacht der einzige überlebende der eingeschlossenen Kumpel wieder auf. Um zu Überleben hatte er alle Kumpel mit einer Spitzhacke getötet, um die Luft für sich zu haben. Er will nun den Schuldigen des Unglücks Tom Hanniger töten, hinterlässt aber schon im Krankenhaus einen Berg aus Leichen. Der Polizei gelingt es Tom zu retten und den Attackiere zu verletzen. 10 Jahre bleibt alles ruhig. Bis Tom in seine Heimatstadt zurückkehrt und das Morden gleichzeitig wieder von vorne losgeht.

My bloody Valentine ist der Film auf meiner Liste, der bisher die meisten Leichen zu bieten hatte. Zudem hat er, was ein guter Film braucht, um schaurig zu sein: ein düstere Atmosphäre durch die Mine und einen blutdürstigen Psychopathen. Und dazu hat der Film noch etwas, nämlich ein unvorhersehbares Ende. Bis zum Ende bleiben nämlich der Verdacht und die Vermutungen in einer ganz anderen Richtung. Trotzdem schafft die Handung es nicht einen durchgehend mitzureißen. Das liegt vor allem an der unausweichlichen Liebesgeschichte zwischendurch und dem Rivalenverhalten zweier Möchtegern-Erwachsener. Ansonsten ist der Film relativ gut gespielt, aber gerade Jensen Ackles konnte als Tom Hanniger überzeugen (und das war ja auch mein Grund den Film zu sehen 😉 )

Gruselfaktor: 3/5
Handlung: 4/5
Umsetzung: 4/5
Gesamt: 4/5

Horroroctober #8: Smiley – das Grauen trägt ein Lächeln

Manchmal muss man auch Filme in eine Liste aufnehmen, einfach nur weil das Vorschaubild einen so nett anlächelt. Auch wenn das Lächeln in diesem Film nicht aus Freundlichkeit ist.

Ashley zieht von zu Hause aus, da sie jetzt aufs College geht. Eigentlich ist sie eher unscheinbarer und möchte sich aufs Lernen konzentrieren. Trotzdem lässt sie sich von ihrer coolen Mitbewohnerin Proxy überreden auf eine Party mitzukommen. Dort erfährt sie von dem neuen „Spiel“. Es wird mit einer Zufallsbekanntschaft gechattet und irgendwann dreimal „I did it for the lulz“ eingetippt. Dann erscheint Smiley, ein Gestalt mit genähten Augen und Lächeln hinter der Person und schneidet ihr die Kehle durch. Keiner weiß, ob das echt oder fake ist und die Polizei scheint sich auch nicht zu kümmern. Also probiert Ashley es einfach einmal selbst aus und findet sich schließlich in einem Strudel wieder, den sie nicht aufzuhalten vermag.

Stell dich vor den Spiegel und sag dreimal „Bloody Mary“ oder sag einfach so dreimal Beetlejuice und schon kommen übernatürliche Wesen. Dem gleichen Prinzip folgt auch Smiley – das Grauen trägt ein Lächeln, nur das dieser Film im modernen Zeitalter angekommen ist und die Nachricht „I did it for the lulz“ (zu deutsch: ich tat es für das Lachen) in einen Chatroom eingetippt wird. Auch besucht das übernatürliche Wesen dann nicht einen selbst, sondern eben das zufällig augewählte Opfer. Doch ist das ganze wirklich echt? Wieso gibt es dann keine Leichen und wieso unternimmt die Polizei nichts? So spannend wie sich das ganze anhört, ist der Film leider nicht. Denn auch wenn Protagonistin Ashley glaubt, von Smiley verfolgt zu werden, ist doch die spürbare Bedrohung sehr klein. Gerade das Ende bestätigt die Theorie, die man während des Films aufbaut, anstatt einen zu überraschen, und so verliert sich der Film sehr schnell in einen langweiligen Thriller, der keine Spannung, keine Überraschung und auch keine Horrorelemente zu bieten hat. Stattdessen wird Ashley lediglich immer paranoider und hysterischer, so dass der Zuschauer das Interesse an ihr verliert und fast betet, dass ihr endlich etwas passiert, damit im Film überhaupt etwas passiert. Und somit ist Smiley wieder ein Film, den man zwar auf den Streamingdiensten unter Horror findet, der aber auch kein richtiger Vertreter des Horrorgenres ist.

Gruselfaktor: 0/5
Handlung: 1/5
Umsetzung: 2/5
Gesamt: 1/5

Downton Abbey

Vor kurzem konnte ich meinen Freund doch überzeugen, zusätzlich zu unseren anderen Abonnements, uns auch noch Amazon Prime zuzulegen. Dabei entdeckte ich eine Serie, die ich zwar vom Namen her kannte, aber nicht so ganz wusste, worum es denn geht. Auf gut Glück schaute ich einmal herein. Diese Kritik befasst sich mit den Staffeln 1-5.

Downton Abbey ist ein Herrschaftssitz in Yorkshire. Dort lebt die Familie Crawley mit ihren Angestellten zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es werden historische Ereignisse, wie der Untergang der Titanic und der erste Weltkrieg, politische Umbrüche, wie Frauenwahlrecht und die erste Labour-Partei, sowie persönliche Schicksale behandelt.

Seit langem hat mich keine Serie mehr so in den Bann gezogen, wie Downton Abbey. Ich verschlang die Serie regelrecht und konnte mich selten dazu bewegen, sie auszuschalten, was dazu führte, dass ich teilweise bis 3Uhr morgens in einer anderen Welt feststeckte. Das liegt vorallem daran, dass sich Downton Abbey auf keinen Charakter wirklich konzentriert, sondern einem eine Vielzahl von verschiedenen Geschichten bietet. So konnte man sich immer Charaktere aussuchen, die man mag und mit denen man mitfieberte und betete, dass ihnen nichts schlimmes passierte. Und dann gab es eben auch die Charaktere, denen man einen frühen Serientod wünschte – die Wünsche wurden aber nicht immer erhört. Allein die Hauptfamilie hat drei Töchter, die unterschiedlicher nicht sein könnten: die zynische und arrogante Mary, die sich permanent selbstbemitleidende Edith und die immer herzliche und freundliche Sybill. Doch auch diese drei machen Wendungen durch, so dass man am Ende vielleicht doch mit jemandem sympathisiert, was man am Anfang der Serie für unmöglich hielt. Unvorhersehbare Wendungen schaffen es die Serie durchgehend spannend zu halten, auch wenn es sich im weitesten Sinne lediglich um ein Familiendrama handelt. Hinzu kommen die Einbindungen historischer Ereignisse und politischer Umbrüche, die das Haus regelmäßig erschüttern. Die Serie schafft es vor allem durch Detailgenauigkeit zu punkten, da die Sitten und Geflogenheiten sehr realistisch dargestellt werden. Auch werden immer wieder neue Erfindungen vorgestellt, so werden zu Anfang der Serien noch Kutschen genutzt, die immer weniger werden und zunehmend durch die ersten Automobile ersetzt werden. Auch Telefone und Radios werden im Laufe der Serie als neue Erfindungen vorgestellt. So schafft Downton Abbey es mehr als Familiendrama zu sein, nämlich auch eine kleine Geschichtsstunde.
Die Serie zieht sich über mehrere Jahre. So beginnt die erste Staffel im Jahr 1912 mit dem Untergang der Titanic und erstreckt sich bis Staffel 5 ins Jahr 1924. Dadurch sind mitunter große Zeitsprünge von Nöten. Leider verfehlt hier die Serie manchmal den richtigen Augenblick. So passiert es, dass zwei Charaktere über ein Thema einen Streit haben. Dann kommt ein Zeitsprung von zwei Jahren und die gleichen zwei Charaktere streiten noch immer über das gleiche Thema, ohne das in den zwei Jahren die vergangen sind, jemand die richtigen Argumente vorbringen konnte. Es scheint fast so, als wäre in der Zwischenzeit überhaupt nichts passiert. Die Serie setzt genau an den gleichen Handlungssträngen wieder an, als wären nicht inzwischen zwei Jahre vergangen. Lediglich die geschichtlichen Hintergrundinformationen wurden an das neue Jahr angepasst. Das ist nicht immer ganz passend und hätte geschickter gelöst werden können. Auch der Schnitt allgemein ist nicht immer passend. So haben beispielweise zwei Charaktere gerade einen wichtigen Dialog und mittendrin wird dann zu anderen Charakteren geschnitten. Wäre grundsätzlich kein Problem, wenn der wichtige Dialog der ersten beiden irgendwann auch wieder aufgegriffen würde. Doch genau das passiert nicht, sondern irgendwann wird in einem Nebensatz der erste Dialog in einem anderen erwähnt und nur so erfährt der Zuschauer teils wichtige Informationen. Ansonsten verfügt Downton Abbey über einen sehr flüssigen Erzählstil und erlaubt einen in eine andere Zeit abzutauchen. Die Länge der Folgen variiert je nach Staffel zwischen 46 und 96 Minuten. Auch die Anzahl der Folgen variiert von 6-10 je nach Staffel.

Alles in allem ist Downton Abbey einfach nur ein Sehvergnügen. Ich habe selten so oft den Fernseher angeschrien, Charaktere gehässig ausgelacht und vor Freude mit den Beinen gestrampelt, wenn endlich etwas so kam, wie es ich es wollte, wie in dieser Serie. Und wenn ihr mich jetzt entschuldigt, ich habe meine Liebe für English Breakfast Tea wieder entdeckt und werde mir jetzt eine Tasse kochen – muss ich leider selbst machen, habe ja keine Diener und Butler.

Horroroctober #7: I spit on your grave

Ein Film, den ich einfach nur auf die Liste gesetzt habe, weil ich den Namen öfter schon einmal gehört habe. Ansonsten wusste ich überhaupt nicht worum es ging.

Die junge, attraktive Autorin Jennifer Hills mietet ein kleines verlassenes Häuschen in Louisiana, um ihren zweiten Roman zu schreiben. Dort wird sie von ein paar Einheimischen überrascht und erniedrigt. Kann sie ihren Peinigern entkommen?

Hätte ich mich vorher genauer über den Film informiert, hätte ich wohl einen weiten Bogen um den Film gemacht. Denn er spielt mit vielen Vorurteilen, die ich für die heutige Zeit nicht mehr angemessen halte. Zum einen leben in den Südstaaten natürlich nur Hinterwäldler, die etwas einfältig sind und sobald sie eine schöne Frau sehen diese natürlich sofort erniedrigen müssen. Zum anderen ist Hills natürlich eine Frau aus der Stadt, die sich überhaupt nicht verteidigen kann und daher das perfekte Opfer darstellt. Abgesehen davon hat der Film nicht mehr sonderlich viel Handlung (wenn ich darauf genauer eingehen würde, würde ich leider alles spoilern), dafür aber ein sehr intensives Ende, was wohl das Horrorgenre rechtfertigen will. Spannung kommt kaum auf, da man sich mit keinem Charakter identifizieren kann.

Gruselfaktor: 0/5
Handlung: 1/5
Umsetzung: 1/5
Gesamt: 1/5

Rückblick 3. Quartal 2016: Die Highlights und Enttäuschungen

Hallo ihr Lieben,
ich bin fast einen ganzen Monat zu spät dran mit meinem Rückblick für das 3. Quartal. Das liegt vor allem daran, dass ich viele Filme erst Ende September gesehen habe und bisher immer noch damit beschäftigt war, die fehlenden Kritiken zu schreiben. Im dritten Quartal habe ich 21 Filme gesehen (7 im Juli, 5 im August, 9 im September).

Die Enttäuschungen:

Platz 5: Independence Day

20 Jahre hat es gedauert, um eine Fortsetzung des beliebten Filmes aus den 90er Jahren zu drehen. Doch auch wenn es heißt „Was lange währt, wird endlich gut“, konnte Independence Day – die Wiederkehr nicht überzeugen. Zu wenig wurde sich auf eine vernünftige Handlung besonnen und zu sehr auf gutes Bildmaterial. Das ist jedoch gelungen.

Platz 4: Verräter wie wir

Eine John le Carré Verfilmung, die vor allem daran krankt, dass sie als Thriller nicht spannend ist. Die Handlung plätschert nur so vor sich hin und das kann auch der hervorragende Cast nicht mehr retten. Zudem funktioniert Stellan Skarsgard in seiner Rolle als russischer Bösewicht nicht.

Platz 3: Pets

Was habe ich mich auf diesen Film gefreut. Die ersten Teaser ließen eine gute Komödie vermuten. Doch dann die Enttäuschung. Denn Pets schafft es einfach keine Handlung zu erzeugen, verliert dabei viel Witz und hat auch keine eindeutige Botschaft über Freundschaft, wie man sie vom großen Konkurrenten Disney kennt.

Platz 2: Collide

Ein Hollywoodstreifen, der komplett in Deutschland spielt. Rasante Verfolgungsjagden auf der deutschen Autobahn. Und trotzdem kaum Handlung und auch die Verfolgungsjagden sind für einen Thriller nicht spannend genug und irgendwann auch einfach zu unglaubwürdig. Auch hier kann der gute Cast nichts mehr retten.

Platz 1: Captain Fantastic

Kein Superheldenfilm, sondern über eine Familie, die sich komplett vom digitalen, aber auch vom sozialen Leben abgekabelt hat und im Wald lebt. Irgendwo sind versteckte Kritiken an der heutigen Gesellschaft zu finden, aber irgendwo auch nicht ausgereift. Der Film versucht daher als Feel-Good-Movie daher zu kommen, schafft es aber auch nicht diesen Ton wirklich zu treffen und dümpelt so ohne klare Linie vor sich hin.

Die Highlights:

Platz 5: Bad Moms

Endlich ein Film über die Mütter, in denen ihre Sorgen, Ängste und auch ihr Alltag ernst genommen wird. Trotzdem schafft der Film es eine Komödie daraus zu bauen, der erstaunlich niveauvolle Witze loslässt.

Platz 4: Big friendly Giant

Steven Spielberg wagte sich nach E.T. wieder an einen Kinderfilm. Als Vorlage diente der Roman von Roald Dahl, der gespickt ist mit liebevollen Figuren. Auch schafft der Film es auf eine kindgerechte Art die Themen Einsamkeit und Ausgrenzung anzusprechen, den Grundton des Films aber doch positiv zu halten.

Platz 3: Snowden

Die Geschichte von Edward Snowden ging um die Welt, der Whisteblower, der uns allen vor der kompletten Überwachung durch die USA warnte. Diese Verfilmung der wahren Ereignisse bilden, im Gegensatz zum Dokumentarfilm Citizenfour, auch die privaten Ereignisse mit ein und schaffen es so einen neuen Blickwinkel zu geben. Joseph Gordon-Levitt schafft es dabei Snowden so gut darzustellen, dass man denken könnte, Snowden selbst spiele mit.

Platz 2: Frühstück bei Monsieur Henri

Die etwas planlos durchs Leben stolpernde Constance zieht bei einem mürrischen alten Herren ein mit sehr strengen Regeln. Trotzdem entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Die liebevoll gezeichneten Figuren machen den Film aus. Trotz einer sehr geringen Gag-Dichte, schafft der Film es eine Komödie zu sein, durch sehr pointierten Witz.

Platz 1: SMS für dich

Das Regiedebüt von Karoline Herfurth, das sehr tief ins Herz geht. Ein Film über Verlust und Trauer und über den Weg zurück ins Leben in Kombination mit einer Liebesgeschichte. Eine Romanze auf sehr hohem Niveau mit Witz und liebevollen Figuren, bei der wohl kaum ein Auge trocken bleiben dürfte.