Horroroctober #6: Der Fluch

Irgendwie habe ich von den meisten Horrorfilmen immer nur einen zweiten oder dritten Teil gesehen. Auch hier habe ich vor einigen Jahren durch Zufall im Fernsehen einmal den zweiten Teil gesehen und hab den Horroroctober als Anlass genommen nun endlich auch einmal den ersten zu sehen.

In Japan glaubt man, dass wenn jemand durch rasende Wut getötet wird, ein Fluch geboren wird, der fortan jeden, der den Schauplatz des Mordes betritt, ebenfalls tötet. Karen und Doug sind Austauschstudenten in Japan. Nachdem die Pflegerin einer kranken Frau nicht mehr auftaucht, wird Karen darum gebeten nach dem Rechten zu sehen. Dabei trifft sie auf merkwürdige Phänomene und einen stetig wachsenen Leichenberg.

Der Fluch gehört zu den Filmen, die eine japanische Vorlage haben und für das westliche Publikum neu verfilmt wurden. Trotzdem ist Japan weiterhin der Schauplatz des Films. Die Handlung selbst erinnert ein bisschen an das haunted house-Genre, interpretiert das Genre aber sehr eigenwillig und schafft es daher eine neue und eigene Geschichte zu erzählen. Dem Zuschauer werden erst nach und nach die Zusammenhänge genauer dargestellt, so dass auch ein Rätsellös-Prozess während des Films stattfindet. Dadurch bekommt er eine ganz eigene Spannung und schafft es mit den Gruselelementen die passende Stimmung aufzubauen. Die Zeitsprünge, wenn vergangenes dargestellt wird, werden leider nicht klar gekennzeichnet und als Zuschauer braucht man ein paar Minuten, ehe man begreift, dass die Geschehnisse vergangenes darstellen. Auch kommen einige Charaktere vor, so dass einem die Namen in den Dialogen nicht immer direkt präsent sind, um sie einem Gesicht zuzuordnen.

Gruselfaktor: 4/5
Handlung: 3/5
Umsetzung: 3/5
Gesamt: 3/5

Verpasst, aber nicht vergessen – Teil 7

Hallo ihr Lieben,
der Oktober ist zwar vollgepackt mit dem Horroroctober, aber trotzdem habe ich mal wieder einige Filme meiner Verpasst-Listen nachgeholt und berichte hier, wie gewohnt, nun in Kurzkritiken darüber.

1) Big friendly Giant
Roald Dahl ist für seine Kinderbücher bekannt, dessen bekanntestes Werk bisher wohl Charlie und die Schokoladenfabrik war. Nun hat Steven Spielberg sich nach vielen Jahren wieder an einen Kinderfilm getraut, der nach E.T. wieder einmal die Herzen von Groß und Klein höher schlagen lässt. Mit liebevoll gezichneten Figuren, geht es darum Kindern die Themen Einsamkeit und Ausgrenzung näher zu bringen. Dies wurde geschafft und dabei so viel Witz und Charme erzeugt, dass man noch Stunden später ein erwärmtes Herz hat. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

2) Findet Dorie
2003 entführte uns Findet Nemo in die kunterbunte Welt des Ozeans, der aber auch voller Gefahren ist. Bereits dort lernten wir Dorie kennen, der Pailettendoktorfisch ohne Kurzzeitgedächtnis. Nun 13 Jahre später erschien endlich die ersehnte Fortsetzung. Viele bekannte Gesichter sind wieder mit dabei, aber auch viele neue Charaktere. Dabei geht es im groben darum, dass Dorie immer wieder Erinnerungsfetzen sieht, die ihre Vergangenheit betreffen. Auf einmal erinnert sie sich an ihre Eltern und will sie unbedingt finden. Auch das zweite große Abenteuer im Ozean ist wieder voller Witz und liebenswerter Charaktere. Dabei war Hank, der siebenarmige Oktopus, wohl der liebenswerteste. Ein Film voll mit Witz, Spannung und unvergessbaren Charakteren, dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

3) Raum
Joy und ihr fünfjähriger Sohn Jack sind in einen nur 9qm großen Raum gesperrt und das schon seit vielen Jahren. Joy wurde entführt und seitdem als Objekt der Begierde genutzt. Dadurch ist auch Jack entstanden, den Joy nun versucht jeden Tag wieder fit, gesund und vor allem bei Laune zu halten. Dabei erfindet sie immer Geschichten, da Jack nun einmal nicht mehr als die 9qm kennt. Raum ist ein emotional geladener Film, der vorallem von der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind lebt. Die Geschichte nimmt einen mit und gleichzeitig bewundert man Joys Durchhaltevermögen. Brie Larson hat zu Recht sowohl Oscar als auch Golden Globe für diese Film gewonnen. Raum bekommt 08 von 10 möglichen Punkten.

4) Die Winzlinge – Operation Zuckerdose
Nach einem Picknick lässt ein Pärchen ein paar Sachen zurück. Die werden sofort von den Wald- und Wiesenbewohnern beschlagnahmt. Auch ein kleiner Marienkäfer, der von seinen Eltern getrennt wurde, sucht Schutz in einer Zuckerdose. Am nächsten Morgen entdecken die roten Ameisen die Dose und wollen sie zu ihrer Königin bringen. Doch auch die schwarzen Ameisen sind an der Zuckerdose interessiert. Ein Film, in dem kein einziges Wort wirklich gesprochen wird. Intentionen werden lediglich durch tierische Geräusche dargestellt. Trotzdem ist der Film voller Witz, Charme und guter Botschaften über Freundschaft. Der Film ist durchgehend spannend und voller interessanter Charaktere. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

5) #Zeitgeist
Der Film stellt einige Stereotype im Umgang mit der digitalen Welt vor und zeigt eigentlich eher, wie man es nicht machen sollte. Dabei gibt es immer die Elternseite und die Kinderseite. Zum Beispiel gibt es die Mutter, die alle digitalen Schritte ihrer Tochter kontrolliert, alle Nachrichten, alle besuchten Seiten, alle geposteten Inhalte. Als krasses Gegenteil gibt es die Mutter, die ihrer Tochter gerne eine Karriere als Star ermöglichen möchte und daher eine Website angelegt hat, auf der sie Fotos ihrer Tochter postet, teilweise sogar in aufreizender Wäsche. Die verschiedenen Handlungsstränge überschneiden sich nur selten, spielen aber alle in der gleichen Stadt. Alle Charaktere sind stark überzeichnet, aber trotzdem bleibt der Film irgendwo realistisch und zeigt den falschen Umgang mit der digitalen Welt. Ein spannender und mitreißender Film, der seine Botschaft nicht mit dem Vorschlaghammer auf den Zuschauer einprügelt, sondern durch seine ruhige Erzählweise zum Nachdenken anregt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Horroroctober #5: The Eye

Ich glaube ich hätte mir mit dem Horroroctober nicht so viel Zeit lassen sollen, denn irgendwie ist in 1,5 Wochen schon der 31. und ich bin gerade einmal beim fünften Film. Aber na gut, merk ich mir für das nächste Jahr.

Sydney Wells ist seit ihrem fünften Lebensjahr blind. Durch die Hornhauttransplantation einer Toten kann sie nun nach vielen Jahren endlich wieder sehen. Doch nach ihrer anfänglichen Euphorie, merkt sie langsam, dass etwas nicht stimmen kann. Sie sieht Tote und findet sich manchmal an fremden Orten wieder, obwohl sie eigentlich in ihrer Wohnung ist. Um dem ganzen auf den Grund zu gehen, muss sie die frühere Besitzerin ihrer Hornhaut finden.

Die Geschichte von The Eye ist nun nicht gerade neu, zumal es ein Remake eines Hongkonger Horrorfilms ist. Auch habe ich bereits ähnliche Geschichten gehört, z. B. bei X-Faktor das Unfassbare. Trotzdem wurde hier noch einmal eine neue Geschichte weitergesponnen, so dass das Ende in keinster Weise vorhersehbar war. Im Gegenteil konnte der Film am Ende noch einmal mit einer nicht geahnten Wendung sehr überraschen. Trotzdem muss man sagen, dass The Eye abgesehen von ein paar Totenerscheinungen wenig von einem Horrorfilm hat und eigentlich eher in die Kategorie Thriller gehört, denn spannend ist der Film auf alle Fälle. Der Film wird von Jessica Alba als Protagonistin solide getragen, auch wenn sie vielleicht noch mehr aus der Rolle hätte machen können. Leider werden die Geister, die sie zwischendurch sieht, nie so richtig erklärt, sie sind einfach da, um den Gruselfaktor zu erhöhen. Hierfür hätten ruhig noch ein paar Minuten geopfert werden können.

Gruselfaktor: 1/5
Handlung: 4/5
Umsetzung: 3/5
Gesamt: 3/5

War Dogs

Am 29.09.2016 erschien ein Film über die etwas anderen Waffenschieber in den deutschen Kinos.

Efraim Diveroli und David Packouz nutzen eine Lücke im amerikanischen Waffengesetz aus und können so kleine Waffendeals an Land ziehen. Das ganze funktioniert ganz gut, bis sie einen 300 Millionen Dollar Deal für den Irakkrieg bekommen und sich dabei auf dubiose Geschäftspartner einlassen.

In den USA gibt es ein Gesetzt, dass die Regierung nicht alle Waffendeals an die größten Firmen gehen dürfen, sondern auch einige an die Allgemeinheit ausgeschrieben werden müssen. Dabei werden meistens nur kleinere Deals ausgeschrieben, doch wenn man gut genug sucht, findet sich manchmal auch eine kleine Goldgrube.
Dass er einmal Waffenschieber wird, hat sich David wohl nie auch nur träumen lassen. Nach der Schule weiß er nicht so wirklich, was er mit seinem Leben anfangen soll und massiert reiche Leute und versucht sich immer wieder an neuen Verkaufsprojekten, die aber nie so richtig funktionieren wollen. Als seine Freundin schwanger wird, steht er vor dem Problem, wie er seine Familie ernähren soll. Da taucht sein bester Freund aus Kindertagen wieder auf. Efraim gehört zu den kleinen Waffenschiebern, die die Gesetzeslücke der USA ausnutzen. Zusammen mit David möchte er das ganze ausbauen. Schnell finden sie genug Deals, um in Saus und Braus zu leben. Dann entdecken sie den Deal ihres Lebens und schaffen es einen 300 Millionen Dollar Deal an Land zu ziehen. Dafür brauchen sie jedoch neue Geschäftspartner und damit nimmt das Unheil seinen Lauf.
War Dogs basiert auf wahren Ereignissen, was die Geschichte noch unglaublicher macht. Der Film erinnert ein bisschen an „Lord of War“, hat aber einen noch weniger ernsten Ton. Der Film versucht einen Spagat zwischen Komödie und Thriller, schafft diesen aber nicht ganz, so dass die erste Hälfte eher zur Komödie und die zweite Hälfte eher zum Thriller wird. Das liegt vor allem daran, dass das Ende sehr vorhersehbar ist. Aber der Weg ist im typischen fünfstufigen Dramastil gehalten und funktioniert da sehr gut. Die Geschichte ist wenig bekannt und daher bietet sie immer wieder etwas neues und unvorhersehbare Wendungen, auch wenn der Trailer leider schon wieder viel vorwegnimmt.
War Dogs hat mit seiner Castingentscheidung alles richtig gemacht. Miles Teller und Jonah Hill stellen gut die beiden Gegensätze der Geschäftspartner dar und harmonisieren perfekt auf der Leinwand. Hill übernimmt die Rolle des Ephraim Diveroli, ein jähzorniger Lebemann, der einfach nur schnell viel Geld machen will. Teller übernimmt die Rolle des David Packouz, der zurückhaltende und bedachtere der beiden. Diese Gegensätze werden geschickt genutzt, um Teller/Packouz die Geschichte erzählen zu lassen und Hill/Diveroli für die Witze zu nutzen.
Mit einer Spiellänge von 114 Minuten wurde genau die richtige Zeit abgepasst, um die Geschichte mit allen Hoch- und Tiefpunkten zu erzählen, ohne Längen aufkommen zu lassen. Durch regelmäßige Wendungen in der Geschichte bleibt das Spannungslevel oben und die Erfolgsgeschichte der beiden kleinen Waffenschieber kann mitreißen.

Alles in allem eine mitreißende Komödie, auch wenn das Ende sehr vorhersehbar ist. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Horroroctober #4: House at the end of the street

Weiter geht es mit dem Horroroctober, wir sind inzwischem beim vierten Film angekommen, der mir immer wieder von Netflix empfohlen wurde und somit es in meine Liste geschafft hat.

Elissa zieht mit ihrer Mutter Sarah nach der Scheidung von ihrem Vater in das Haus ihrer Träume in einem kleinen Städtchen. Das Haus konnten sie sich jedoch nur leisten, weil im Nachbarhaus die Tochter die Eltern brutal abgeschlachtet hatte. Jetzt wohnt nebenan der Bruder, der das ganze Haus geerbt hatte. Von den Bewohnern wird er gemieden, nur Elissa fühlt sich von ihm angezogen. Doch hat das Haus noch weitere Leichen im Keller?

House at the end of the street hat letztendlich mehr von einem Thriller als von einem Horrorfilm. Denn anders als der Titel vermuten lässt, handelt es sich hierbei nicht um ein haunted house, sondern eher um eine Studie der menschlichen Psyche und deren Abggründe. Lange Zeit wird der Zuschauer zusammen mit Elissa im Dunkeln gelassen und glaubt die Geschichte, die der Film präsentiert. Erst gegen Ende beim großen Showdown kommen Geheimnisse ans Tageslicht und der Film macht eine 180° Drehung. Dadurch ist der Spannungsfaktor zwar sehr hoch, der Gruselfaktor aber eher weniger. Trotzdem schaffen es die guten Schauspieler, allen voran Jennifer Lawrence als Elissa, den Film zu einem Sehvergnügen zu machen. Auch wenn er nichts so richtig ins Horrorgenre passen mag.

Gruselfaktor: 1/5
Handlung: 5/5
Umsetzung: 4/5
Gesamt: 3/5

Snowden

Am 22.09.2016 erschien ein Film über die realen Ereigisse um Edward Snowden in den deutschen Kinos.

Edward Snowden arbeitete bei verschiedenen Geheimdiensten, unter anderem der CIA und der NSA. Dort fand er heraus, dass die USA heimlich fast die ganze Welt ausspionierten und die Legalität dafür fast erfanden. Bis er es nicht mehr aushält und der ganzen Welt davon erzählt. Und dafür als Verbrecher angesehen wird.

Die Geschichte des Whistleblowers Snowden erschütterte die Welt. Die USA soll fast die ganze Welt ausspionieren und auch die eigene Bevölkerung. Es soll zwar den Kampf gegen Terrorismus unterstützen, wurde aber in vielen Fällen missbraucht und sich auch gegen die Regierungen anderer Länder richten. Nach diesen Enthüllungen gab es in den Medien kaum noch ein anderes Thema. Doch was hat sich wirklich verändert? Die USA fanden viele Ausreden und Beschönigungen und zumindest die deutsche Regierung hat es sehr schnell auf sich beruhen lassen. Bereits 2014 gab es einen Dokumentarfilm über Snowden von Laura Poitras, in dem Snowden selbst seine Geschichte erzählt. Nun zwei jahre später wurde die Thematik wieder aufgegriffen, diesmal aber nicht als Dokumentation, sondern als Drama/Thriller für die Kinoleinwand.
Im Jahr 2013 wandte sich Snowden, der bereits aus den USA nach Hongkong geflüchtet war, an die Dokumentarfilmerin Laura Poitras und Glenn Greenwald, einem Journalisten des Guardian. Diesen erzählt er für den später veröffentlichten Dokumentarfilm Citizenfour seine Geschichte. Wie er schon immer seinem Land dienen wollte, aber bei den Special Forces ausgemustert wurde, aber durch seine guten IT-Kenntnisse schnell einen Posten in den Geheimdiensten CIA und später auch NSA bekam. Dies dient als Rahmenerzählung des Films und wird gepaart mit der persönlichen Ebene Snowdens. Wie er seine Freundin Lindsay Mills kennenlernt und wie sich ihre Beziehung zu seinen steigenden Erkenntnisse verhält. Wie er letztendlich aussteigt und aus den USA flüchtet, um seine Geschichte publik zu machen.
Die Schwierigkeit bei Biographien ist immer, dass eine große Anzahl des Publikums die Geschichte bereits kennt. Vorallem das Ende dürfte jedem bekannt sein. Trotzdem schafft Snowden es die Spannung hochzuhalten, da der Film nicht nur die Fakten aufzählt, sondern auch die persönliche Komponente hochhält. man erfährt mehr von Snowdens innerer Zerrissenheit, weil er seinem Land dienen will, aber gleichzeitig die vollkommene Überwachung nicht mit seinem Gewissen vereinen kann. Auch wird zum ersten Mal seine Beziehung zu Lindsay Mills thematisiert. Er durfte ihr nichts von seiner Arbeit erzählen, weswegen seine Beweggründe für sie immer schwer nachvollziehbar waren. Snowden versuchte sie vor der Spionage zu warnen, ohne etwas preisgeben zu können. Dadurch erweitert der Film die Erzählungen aus Citizenfour. Leider leiden darunter Fakten zur eigentlichen Arbeit Snowdens, die im Film nicht klar dargestellt wurden, sondern meistens nur angedeutet wurden. Der Film versucht die Jahre 2003 bis 2013 abzudecken, kann daher jede Station in Snowdens Leben immer nur anreißen, was irgendwann etwas unübersichtlich wirkt. Die wesentlichen Etappen sind jedoch klar erkennbar und so hilft Snowden dem Zuschauer die wahren Ereignisse nahe zu bringen.
Einen großen Teil zum erfolgreichen Gelingen des Filmes tragen die Schauspieler, die überwiegend herausragende Leistungen abliefern. Gerade Joseph Gordon-Levitt überzeugt als Edward Snowden. Er traf sich vor Drehbeginn mehrfach mit Sowden in dessen Exil in Russland, um Gestik und Mimik möglichst detailgetreu wiedergeben zu können. Dies gelang ihm auch, so dass man in keiner Sekunde des Films zweifelte, wen er darstellen möchte. Auch Shailene Woodley zeigte einmal mehr, dass sie eine herausragende Schauspielerin ist. Auch der weitere Cast ist mit bekanten Schauspielern besetzt, die ihre Rollen alle sehr souverän spielen, wie Melissa Leo, Zachary Quinto, Tom Wilkinson, Nicolas Cage und Rhys Ifans.
Snowden geht über eine Spielzit von 135 Minuten und schafft es beinahe ohne Längen auszukommen. Nur im Mittelteil, wenn es praktisch nur noch um die persönliche Ebene geht, zieht der Film sich etwas. Hier hätte man ihn um ca. 15 Minuten einkürzen können. Das Ende wurde noch einmal sehr rührend gestaltet, als es um die Enthüllungen und die Reaktion der USA ging. Leider zielt der Film sehr stark auf Präsident Obama als Bösewicht ab, praktisch als wäre er alleine Schuld an der Spionage. Das er als Präsident wenig Macht hat und die meisten Entscheidungen der Kongress fällt, wird nicht berücksichtigt.

Alles in allem ist Snowden ein bewegender und überzeugender Film, der einem wieder die Enthüllungen ins Gedächtnis ruft. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Horroroctober #3: Die Frau in Schwarz

Die Frau in Schwarz 2 war mein persönlicher Flop des Jahres 2015 mit gerade einmal 01 von 10 möglichen Punkten. Trotzdem wurde mir immer wieder geraten den ersten Teil zu sehen, da der zweite nur lose auf diesem basieren und der erste ohne unnötige Jumpscares auskomme. Also kam der Film auf meine Liste für den Horroroctober.

Arthur Kipps ist Anwalt und Witwer. Er soll für seine Kanzlei das Vermächtnis einer Frau klären und reist dafür in den abgeschiedenen Ort Crythin Gifford. Die Ortsansässige wollen ihn jedoch scheinbar schnell loswerden. Trotzdem begibt er sich auf das abgeschiedene Anwesen, um dort die Briefe zu durchsuchen. Doch das Haus scheint ein Eigenleben zu führen und auf einmal sterben Kinder im Dorf. Was geht wirklich vor sich?

Die Frau in Schwarz schafft es sehr schnell ein sehr düsteres Grundsetting zu schaffen und damit auch eine gruselige Grundatmosphäre. In Crythin Gifford scheint es nur schlechtes, regnerisches Wetter zu geben, was zwar zur Stimmung passt, aber doch etwas zu drastisch ist. Die abgeschiedene Lage des zu untersuchenden Hauses ist gut, damit sich Protagonist und Zuschauer wie am Ende der Welt führt, zumal man das Haus nur bei Ebbe erreichen und auch wieder verlassen kann. Hinzu kommt das der Film beinahe gänzlich auf Jumpscares verzichtet, sondern schafft es durch langsame Kamerafahrten, Nebel und dem langsamen Auftauchen von übernatürlichen Gestalten den Gruselfaktor hoch zu halten. Dadurch wirkt der Film sehr atmosphärisch und kreiert ein Vorbild für Filme des gleichen Genres. Selbst Daniel Radcliffe schafft es in diesem Film nicht mit Harry Potter verglichen zu werden und gibt dem Film dadurch noch einen Zusatzpunkt. Der einzige Kontrapunkt des Film ist, dass die erzählte Geschichte sehr oberflächlich behandelt wird. Kipps findet zwar immer wieder Briefe, die eine Hintergrundgeschichte zur Frau in Schwarz stricken, aber die Bruchstücke die man erfährt sind so wenige, dass man selbst nach Ende des Films das Gefühl hat, nicht alle Puzzlestücke gefunden zu haben.

Gruselfaktor: 4/5
Handlung: 4/5
Umsetzung: 4/5
Gesamt: 4/5

Nerve

Am 08.09.2016 erschien ein Film über ein potenzielles Internet-Phänomen in den deutschen Kinos.

Vee ist eigentlich eher schüchtern und zurückhaltend. Doch um aus dem Schatten ihrer besten Freundin zu kommen, meldet sie sich bei dem illegalen Online-Spiel Nerve als Player an. Die sogenannten Watcher geben den Playern immer neue Aufgaben, die sie für Geld umsetzen sollen. Doch Vee gelant in einen Strudel, den sie nicht aufhalten kann.

Bist du Watcher oder Player? So kündigt sich das Online Game „Nerve“ im gleichnamigen Film an. Die Nutzer werden somit in zwei Gruppen geteilt. Die Wagemutigen Player, die sich zu immer neuen Challenges herausfordern lassen. Bei Bestehen der Challenge gibt es Geld, das direkt auf das eigene Konto überwiesen wird. Finanziert wird das von den Watchern, die um die Challenges ansehen zu können, regelmäßig einen Betrag zahlen müssen. Ziel ist es möglichst viele Challenges zu gewinnen und dabei viele Watcher zu generieren bis am Ende nur noch ein Spieler als Gewinner übrig bleibt, da alle anderen Spieler durch nicht Bestehen einer Challenge ausgeschieden sind. In Zeiten in denen viele ihre Persönlichkeit über ihre Online-Profile auf Facebook, Instagram und ähnliches definieren, ist die Idee hinter diesem Spiel nur eine Steigerung des bereits vorhandenen Wahnsinns.
Im Film will die eher etwas schüchterne und zurückhaltende Vee es allen zeigen und meldet sich für sie untypisch als Player bei Nerve an. Ein weiterer Anreiz für sie ist, dass sie Geld braucht für eine teure Kunst-Akademie. Das Spiel muss sie vor ihrer Mutter geheim halten, die jedoch sowieso den ganzen Tag arbeitet. Schon bei ihrer ersten Challenge lernt sie den sympathischen Ian kennen, mit dem sie ab da ein Team bildet. Doch kann sie ihm wirklich trauen? Und wie viel ist am dem Gerücht dran, dass bereits ein Spieler bei einer Challenge gestorben ist?
Nerve kommt mit einer neuen Idee daher, die in der heutigen Zeit gar nicht so weit hergeholt ist. Die Spannung kommt sehr schnell auf und auch Vees Beweggründe werden gut dargestellt. Die Handlung ist gut in die aktuelle Tendenz und aktuellem Online-Verhalten eingebunden, geht aber einen Schritt weiter. Zunächst ist die Handlung dadurch auch sehr authentisch, verliert diese jedoch ein bisschen gegen Ende, denn der Showdown wirkt dann doch ein bisschen zu übertrieben. Den überwiegenden Teil schaffen es aber die reale Handlung und der hohe Spannungsfaktor eine rasante Geschichte zu erzählen, die mitreißt und begeistert. Hinzu kommt eine gelungene Mischung aus sympathischen, unsympathischen und undurchsichtigen Charakteren mit denen man mitfieber kann, die einen abstoßen und die man versucht zu knacken. Dadurch ist der Zuschauer dauerhaft in die Handlung mit eingebunden und es gibt genug Identifikationspotenzial. Das Ende ist zwar übertrieben, aber dennoch rund und eine vernünftige Aufklärung der Handlung.

Alles in allem ist Nerve ein halbwegs realistischer Film, der durchgängig spannend ist und nur am Ende durch ein zu übertriebendes Finale etwas schwächelt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Studierst du noch oder lebst du schon?

Meine Tage als Studentin waren kurz und sind auch schon wieder ein paar Jährchen her. Trotzdem fühlte ich mich von dem Buch „Studierst du noch oder lebst du schon?“ direkt angesprochen.

Jeanne möchte ihr Sabbatjahr nutzen, um eine Doktorarbeit zu schreiben. So ist sie außer sich vor Freude, als ihr dieses genehmigt wird. Allerdings erhält sie kein Stipendium. Kein Problem, denkt Jeanne, dann arbeite ich halt nebenbei an der Uni. Doch der Alltag als Doktorantin ist ganz anders, als man ihn sich vorstellt.

Tiphaine Rivière war einst selbst Doktorantin, gab dieses jedoch zu Gunsten einer Karriere als Comic-Zeichnerin auf und berichtet nun von ihren Erfahrungen, die sie während ihres dreijährigen Versuches gemacht hat eine Doktorarbeit zu schreiben.
Jeanne ist von ihren Beruf als Lehrerin total genervt, denn ihre Schüler haben keinen Respekt und sind überhaupt nicht zu bändigen. Also beschließt sie ein dreijähriges Sabbatjahr einzulegen (in Frankreich laut Buch ohne Probleme möglich) und in diesen drei Jahren ihre Doktorarbeit zu schreiben. Schnell wird sie auch als Doktorantin angenommen, leider ohne Stipendium. Also will sie nebenbei an der Uni dozieren. Doch das Schreiben einer Doktorarbeit ist trotzdem kein Zuckerschlecken. Die verschiedensten Probleme werden in dieser Graphic Novel ausführlich dargestellt. Durch viele innere Monologe wird die Nähe zur Protagonistin sehr stark, man fühlt durchgängig mit ihr. Durch viele Schilderungen von Alltagssituationen findet man sein eigenes Studentenleben in einigen wieder, was die Nähe noch mehr verstärkt. Gleichzeitig schildert die Graphic Novel jedoch einen Zeitraum von ca. 5 Jahren auf 179 Seiten. Dadurch gibt es viele Zeitsprünge, die nur leider nur selten gekennzeichnet werden, wodurch man zwischendurch doch den Überblick verliert. Doch der Leser kann den Faden schnell wiederfinden, so dass man das Buch gut in ein paar Stunden durchgelesen hat. Die Bilder sind im ganz eigenen Stil gezeichnet und haben dadurch einen ganz persönlichen Charme. Die Handlungen und Emotionen sind alle passend dargestellt, so dass man zu den Denk- und Sprechblasen gleich die richtige Betonung erkennt. Das Bild/Text-Verhältnis ist passend. Der Text ist gut lesbar und überdeckt das Bild dabei nicht. Wenn einmal mehr Text nötig ist, so wurde das Bildmaterial verringert, aber trotzdem passend um den Text drapiert.
Der einzige Haken am Buch ist der Titel. Denn dieser gibt dem Leser das Gefühl, es handele sich um eine Graphic Novel, die wirklich das Leben eines Studenten unter die Lupe nimmt. Denn zwischen Student und Doktorant ist noch einmal ein himmelweiter Unterschied. Aber vielleicht überrascht uns Autorin Rivière mit einer Fortsetzung.

Alles in allem ist „Studierst du noch oder lebst du schon?“ ein kurzweiliges, aber realistisches Abenteuer in die Abgründe eines Doktorantenlebens.

„Studierst du noch oder lebst du schon?“ wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!

German Comic Con Berlin 2016 – meine Erlebnisse

Hallo ihr Lieben,
nach meinen schönen Erfahrungen im letzten Jahr auf der German Comic Con in Dortmund, zog es mich dieses Jahr nicht ganz so weit weg, denn dieses Jahr gab es eine zusätzliche Comic Con in Berlin. Extra für diesen Anlass legte ich mir ein neues Cosplay-Kostüm zu und ging dieses Jahr als Daenerys Targaryen. Meinen Freund hatte ich wieder dabei, er zog sich wieder sein Commander Ryker Kostüm an. Dieses Jahr hatten wir dazu gelernt und waren bereits eine Stunde vor Beginn da, ergatterten so einen guten Parkplatz und einen Platz relativ weit vorne in der Schlange. Allerdings hatte ich den Oktober ein wenig unterschätzt und ließ mich so nur von meinem Mantel wärmen (bei dem Wind fast unmöglich) und bibberte so eine Stunde vor mich hin.

Als sich endlich die Toren öffneten ging das erste Gedränge auch schon los. Glücklicherweise drängte sich die Massenbewegung nach rechts in die zweite Halle, während mein Freund und ich uns wieder von der Masse lösten und nach links in die erste Halle traten. Dort waren wir nun fast alleine (es lebe die Massenbewegung!) und konnten zunächst die Stände der verschiedenen Verlage und Zeichner bewundern. Leider war unser Budget aber wieder für Merchandise verplant, auch wenn einige Bücher echt interessant klangen.

Auch dieses Jahr gab es wieder Panels mit Star Gästen. Dieses Jahr sahen wir uns Famke Janssen, James Marsters, Billie Piper und Christopher Lloyd an. Leider steckt hier mein größter Kritikpunkt der diesjährigen Comic Con. Die Panels fanden diesmal nicht in einem abgetrennten Raum statt, sondern mitten in der zweiten Halle, nur mit ein paar Trennwänden abgeschirmt, weswegen die laute Grundakustik schon sehr störend war. Gleichzeitig wurden die Mikros so leise gedreht, dass sie anscheinend den Rest der Halle nicht stören sollte. Leider war dadurch so gut wie gar nichts von den Panels zu verstehen. Obendrein reichten die Sitzplätze nicht einmal ansatzweise aus, um alle Interessenten zu versorgen und da aus Sicherheitsgründen keine Stehplätze erlaubt waren, gab es mitunter lange Schlangen und man konnte seine Stars teilweise nicht einmal sehen. Wobei das Sehen auch relativ war. Denn bereits im dritten Panel des Tages, gab die Kamera oder die Beamer den Geist auf und so gab es keine große Übertragung auf den Leinwänden mehr und von weiter hinten gab es kein Überblicken der vielen Köpfe. So kann ich nun zwar behaupten bei den oben genannten Panels gewesen zu sein, aber ich kann weder sagen, was dort erzählt wurde, noch habe ich die Stars wirklich gesehen. Das ist sehr sehr schade!

Auch in diesem Jahr gab es wieder eine breite Palette an Cosplayern, auch wenn die Zahl im Gegensatz zu Dortmund stark gesunken ist. Hierzu folgende Beobachtungen:
– die Anzahl an stark aufwändigen Kostümen ist sehr stark gesunken, die meisten wurden eher einfacher gehalten
– nach der Feier von Zurück in die Zukunft im letzten Jahr gab es vermehrt Marty McFly Cosplayer
– der Hype um Suicide Squad hat wieder einmal viele Harley Quinns hervorgebracht, jedoch weniger als befürchtet, die Anzahl der Joker ist stark gesunken (auch wenn es immer noch mehr als genug waren)
– der Hype um Deadpool ist vorbei, es gab nur noch wenige im Deadpool Kostüm
– durch das Star Trek Jubiläum gab es in diesem Jahr viele Kostümierungen in diese Richtung, allerdings abgesehen von einem Spock, einem Klingonen und meinem Freund als Ryker waren die meisten keine spezifischen Charaktere, sondern trugen lediglich die Uniform

Dieses Jahr hab ich auch die Comic Con zum Networken genutzt und so unsere Königin der Blogparaden die singende Lehrerin trotz kleiner Treffpunktschwierigkeiten (wieso gibt es in diesen blöden Messehallen auch nie Handyempfang?) auch mal in natura kennengelernt.

Die Anzahl an Merchandise Ständen war auch diesmal wieder sehr groß und die Auswahl riesig. Wir haben wieder unser ganzes Budget verbraten, aber sind dafür sehr glücklich, wenn auch mit schmerzenden Gliedmaßen nach Hause gefahren. Vielleicht auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr…