Geschichten über Zeitreisen sind immer wieder faszinierend. Aber sie bergen auch das Risiko, sich in Logiklöcher oder zu hohen Ambitionen zu verstricken. Dennoch sprach mich Kira Lichts neuste Reihe direkt an, beinhalteten sie doch die magischen Worte „Titanic“ und „Mr. Darcy“. Wie sie mir gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Rendevous auf der Titanic
Die Handlung: Lilly deGray und ihr Vater sind nicht nur Antiquitätenhändler, sondern können auch in der Zeit reisen, wodurch sie auch verloren geglaubte Stücke wiederfinden können. Doch durch Geldsorgen muss Lilly zu ihrem nächsten Auftrag alleine aufbrechen, der sie auf die Titanic führt. Dort trifft sie auf Ray, einem Passagier, der bei ihr sofort Gefühle auslöst. Was sie nicht weiß, ist, dass Ray eigentlich Damien ist, ebenfalls ein Zeitreisender. Und sein Ziel ist Lilly.
Meine Meinung: Klappentexte sind ein tückisches Werkzeug. Während sie einem das Buch schmackhaft machen sollen, kann es bereits zu Spoilern kommen. Oder sie lenken einen in eine völlig falsche Richtung. So ging es mir mit Rendevouz auf der Titanic. Denn während der Klappentext lediglich den Teil mit Ray und Lillys Gewissensbissen, weil sie ihn zurücklassen muss, erzählte, merkte ich bereits im zweiten Kapitel, dass dies nicht die richtige Handlung ist. Stattdessen treffen wir auf Damien, der ebenfalls Zeitreisender ist und seinen echt bösen Vater. Leider war das genau ein Handlungsstrang, von dem ich so gar kein Fan bin und den ich eigentlich hoffte, nicht dabei zu haben. Meine Stimmung zu dem Buch war also schon sehr früh getrübt. Die Vorfreude sehr rasch verpufft. Dennoch haben A Spark of Time und ich uns zusammengerauft und gerade als es endlich auf die Titanic ging, konnte mich die Geschichte auch mehr abholen. Kira Licht hat hier sehr viel Recherche reingesteckt, was man durchaus merkt. Leider sich dann doch in inzwischen widerlegten Behauptungen verstrickt (Funfact: Auch mehr Rettungsboote hätten nicht mehr Menschen gerettet, denn die Zeit bis zum Untergang reichte nicht einmal, um alle vorhandenen Boote zu besetzen und zu Wasser zu lassen.) Auch war der Anhang zu den realen Personen und Orte ganz nett, beinhaltete aber keine neuen Informationen, die nicht bereits in der Geschichte enthalten waren. Hier wären bewusste Änderungen oder zusätzliche Details wesentlich spannender gewesen. Letztlich konnte mich das Buch abholen und ich habe die Geschichte sehr schnell inhaliert. Die leichte Schreibweise hat dabei sehr geholfen.
Ein Date mit Mr. Darcy
Die Handlung: Lilly hat Damiens Identität aufgedeckt. Und während sie nichts mehr mit ihm zu tun haben möchte, verfolgt Damiens Vater weiter seine bösen Machenschaften. Letztlich nimmt er Lillys Vater als Geisel und zwingt beide Kinder dazu in die Regency Zeit zu reisen, um ein letztes Zahnrad aufzuspüren. Dabei treffen sie auf Lillys großes Vorbild Jane Austen und deren Familie.
Meine Meinung: Nach dem ersten Band war ich mir nicht sicher, ob ich die Reihe wirklich weiter verfolgen wollte, war sie doch so ganz anders als in meinen Erwartungen (wofür die Autorin übrigens nichts kann, nur der Klappentext war irreführend!). Doch dann habe ich den Untertitel des zweiten Bands gesehen und bei Jane Austen und Mr. Darcy konnte ich einfach nicht widerstehen. Durch die weiterhin sehr leichte Schreibweise, habe ich auch den zweiten Band regelrecht inhaliert. Auch hier war wieder sehr deutlich, wie gut die Autorin recherchiert hat und wie sie dadurch gute Twists einbauen konnte. Leider gibt es auch hier ein paar Abers, weswegen ich nicht völlig überzeugt bin. Zum einen ist es der etwas zähere Mittelteil. Hier wurde viel Augenmerk auf die Liebesgeschichte gesetzt und dabei fehlte ein wenig das Tempo. Dadurch fehlten dann hintenraus die Seiten. Denn die Zeit bei Familie Austen nimmt hier nicht, wie die Titanic im ersten Band, das ganze Buch ein, sondern wir haben im dritten Abschnitt nochmal einen kompletten Zeit- und Locationswechsel. Dabei wurde man mit vielen neuen Namen und Fakten überschüttet, die leider nur wenig ausgearbeitet wurden, denn das spannende Finale musst her. Dabei ging alles irgendwie zu leicht. Das große Böse war schnell gebannt, das Damoklesschwert über dem Liebespaar war auf einmal weg und dann gab es nur noch ein schnelles Happy-end im Epilog. Das war sehr ernüchternd für die Geschichte, die über die zwei Bände aufgebaut wurde. Ich sage das zwar selten, aber eine Trilogie wäre hier durchaus angebrachter gewesen. Genügend Handlung dafür wäre da gewesen und das große Überböse wäre nicht auf einmal sehr leicht zu überwältigen gewesen.
Das Fazit
A Spark of Time ist eine Reihe mit einer faszinierenden Grundidee, die ein wenig besser ausgebaut auch funktioniert hätte. Leider sammeln sich in beiden Bände einige Schwachstellen – und wir reden hier nichtmal über den nicht gelungenen Buchsatz oder die überproportional vielen Schreib- und Druckfehler für ein teueres Verlagsbuch – die den Gesamteindruck leider schmälern. Die Autorin hat sehr viel Zeit und Energie in die Recherche gesteckt, das spürt man deutlich, aber dadurch hakte es leider an der finalen Handlung. Ein Spin-off ist bereits in Arbeit, aber ich kann aktuell nicht sagen, ob ich nach dem Ende nochmal Lust darauf habe.
Und da ist der spooky Monat schon wieder vorbei, der Herbst wandelt sich langsam von golden zu kahl und ich hab zumindest ein paar spooky Sachen geschaut bzw. gelesen – Hauptsächlich für die Horrorwochen, aber wir wollen mal nicht kleinlich sein. Allgemein bin ich wieder mehr zum lesen als zum schauen gekommen, aber das ist ja auch nichts ungewöhnliches mehr.
Filme – auf großer Leinwand gesehen
Joker 2 – Folie á deux: Arthur Fleck ist im Gefängnis und erwartet seine Verhandlung. Der Umgangston ist rau, einziger Lichtblick sind die Gesangsstunden, bei denen er Harleen „Len“ Quinzel trifft, die ganz fasziniert vom Joker ist. Doch während des Prozesses hadert er immer mehr mit sich. Ist er der Joker oder doch einfach nur Arthur? – Leider sehr langatmig und mit sehr später Pointe, kann nicht an den ersten Teil ranreichen.
Der Buchspazierer: Carl Kollhoff spaziert für eine kleine Buchhandlung jeden Tag durch die Stadt und liefert Buchbestellungen aus. Die Stammkundschaft hat von ihm inzwischen Namen aus Büchern bekommen, so schaut er regelmäßig bei Mr. Darcy oder Frau Langstrumpf vorbei. Dabei wahrt er stets eine höfliche Distanz. Bis er auf die neunjährige Schascha trifft, die ihn gern begleiten möchte und durch ihre quirlige Art seinen Alltag ordentlich auf den Kopf stellt. – Sehr schöner und emotionaler Film mit tollen Aussagen und viel Liebe zum Buch.
Der wilde Roboter: Nach einem Schiffsunglück landet der Roboter Rozzum 7134 auf einer einsamen Insel. Diese ist fernab von Menschen, aber dafür voller Tiere. Da der einzige Existenzgrund für einen Rozzum das Erledigen von Aufgaben ist, versucht sie diese in der Tierwelt zu finden, was zu einigen Missverständnissen führt. Bis sie auf ein Gänseei trifft und die Aufgabe bekommt sich um das Kücken zu kümmern. – Das zweite Highlight diesen Monat, supersüßer Animationsfilm, bei dem wohl kein Auge trocken bleiben dürfte.
Filme – auf großem Fernseher gesehen
Der Untergang des Hauses Usher (1928): Familie Usher bestehend aus Roderick und Madeline Usher sitzen entspannt beim Abendessen. Dabei befallen Madeline ungewöhnliche Bilder, die sie in den Wahnsinn und schließlich in den Tod treiben. Roderick befürchtet nun das gleiche Schicksal. Der Reisende besucht ihn und versucht zu helfen. – Etwas wirre Darstellung der Geschichte, aber in der Kürze alles drin.
Die Verfluchten: Philip Winthrop hat sich mit Madeleine Usher verlobt und reist zu dem Landsitz der Familie, um sie abzuholen. Doch vor Ort verhalten sich der Butler und vorallem Madeleines Bruder Roderick sehr merkwürdig und erzählen etwas von einer seltsamen Krankheit. Philip will es nicht glauben und versucht alles, um seine Verlobte zu retten. – Gute Verfilmung der Kurzgeschichte von Poe.
Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick
Erneut gesehen habe ich: Modern Family – Staffel 9 (Noch immer ne gute Sitcom für nebenbei) und Alexa & Katie – Staffel 1 (Tolle Sitcom mit schwierigem Thema)
Black Butler – Staffel 1 (Die Grundidee mochte ich, aber die Umsetzung war mir zu langatmig. Auch die einzelnen Folgen ziehen sich leider zwischendurch sehr)
Criminal Minds – Staffel 9 (Hält das Niveau der Serie gut und schafft es weiterhin interessante neue Fälle zu bieten)
Are you sure – Staffel 1 (Viel Essen, wenig Handlung, und doch funktioniert das Konzept durch die Herzlichkeit der Hosts)
Geschichte mal anders – Staffel 1 (Interessanter Ansatz und gute Themenauswahl. Allerdings mehr zur Unterhaltung als zur wirklichen Wissensvermittlung)
Untergang des Hauses Usher – Miniserie (Spannende Umsetzung diverser Werke von Edgar Allen Poe mit interessanter Übertragung in die heutige Zeit)
Erneut gelesen habe ich Das Eche der Schuld (Solider Charlotte Link Roman, der viel über Melancholie und die Schuldfrage zu sagen weiß)
Yadriel & Julian: Yadriel entstammt einer Dynastie an Brujx, die dafür zuständig sind Geister in die Totenwelt zu geleiten. Doch Yadriel wird die Zeremonie verweigert, da er trans ist. Und bei seiner ersten Beschwörung erwischt er gleich noch den falschen Geist. Und Julian denkt gar nicht daran sich erlösen zu lassen. – Am Anfang habe ich ein bisschen gebraucht, um reinzukommen, aber die Geschichte entwickelt sich schnell zu einem tollen Buch mit wichtigen Aussagen zu trans Personen.
Mermaid Melody 1 – Pitchi Pitchi Pitch: Luchia hat den Menschenjungen Kaito bei einem Schiffsunglück gerettet. Dafür musste sie ihm ihre Perle geben, die für Meerjungfrauen eine wichtige Bedeutung hat. Jahre später wird sie in die Menschenwelt geschickt, um eben jede wiederzufinden. Dabei trifft sie auch wieder auf Kaito. – Das war damals mein erster Manga, daher aus Nostalgie nochmal geholt. Hat mich leider doch abgeschreckt, da die Handlung sehr wirr ist und gefühlt alle Charaktere gleich aussehen.
A Spark of Time 2 – Ein Date mit Mr. Darcy: Lilly hat Damiens Identität aufgedeckt. Und während sie nichts mehr mit ihm zu tun haben möchte, verfolgt Damiens Vater weiter seine bösen Machenschaften. Letztlich nimmt er Lillys Vater als Geisel und zwingt beide Kinder dazu in die Regency Zeit zu reisen, um ein letztes Zahnrad aufzuspüren. Dabei treffen sie auf Lillys großes Vorbild Jane Austen und deren Familie. – Wieder gute Grundidee, aber die Umsetzung hat deutliche Mängel. Wird durch den guten Schreibstil etwas gerettet.
Haikyu! 6: Nach dem Spiel gegen die Dateko hat die Karasuno Oberschule sehr gute Laune. Doch ihr nächster Gegner ist nicht zu unterschätzen. Schließlich handelt es sich dabei um die Aoba-Josei und gerade Tobio hat eine persönliche Fehde gegen die Schule. – Obwohl ich den Ausgang kannte, schafft der Manga es einen in Atem zu halten.
Mord im Pfarrhaus: Colonel Protheroe, ein nicht unbedingt geschätzter Zeitgenosse mit einer Menge Einfluss in St. Mary Mead, wird ermordet im Pfarrhaus aufgefunden. Der Pfarrer mit einem unschlagbarem Alibi begleitet daraufhin die Polizei bei den Ermittlungen. Dabei fischen sie ziemlich im Trüben. Zum Glück wohnt Miss Marple nicht weit und weiß immer wieder kluge Hinweise zu geben. – Auch, wenn Miss Marple hier noch eine ziemliche Nebenrolle spielt, war es ein interessanter Krimi mit überraschender Auflösung.
Die Morde in der Rue Morgue: Der Detektiv Auguste Dupin liest in der Zeitung von einem unlösbarem Doppelmord. Durch Kontakte bekommt er die Möglichkeit selbst vor Ort zu ermitteln und stößt auf einige Ungereimtheiten. – Poes Krimi kam zunächst sehr gewöhnlich daher, hatte aber wohl die überraschendste Auflösung aller Zeiten.
Night of Shadows and Flames 1-2 – Der wilde Wald & Die ewige Nacht: Billie ist eine Hexe. Diese werden von den Vampiren als Sklavinnen gehalten. So landet sie bei einer Auktion bei dem gut aussehendem und einflussreichem Vampir Tian. Doch nicht nur er, sondern auch sein bester Freund Jamie löst Gefühle in Billie aus. Doch sie hat geschworen alle Vampire zu vernichten. – So richtig warm bin ich mit Laura Labas neuster Reihe nicht geworden. Das könnte an der High Fantasy Welt liegen, denn ich kann nicht sagen, dass die Bücher wirklich schlecht sind.
Die Gesetze der Magie: Willow will nichts weiter als ihren Doktor am Trinity College machen. Doch trotz der Zusage hat ihr Professor sie nicht aufgerufen. Kurz darauf landet sie an einem geheimen College, wo die Gesetze der Magie mithilfe der verschiedenen Naturwissenschaften erforscht werden. Doch ein plötzlicher Todesfall lässt das Institut unruhig werden. – Leider eine ziemliche Enttäuschung. Ich mochte die Idee und es hatte gute Ansätze, aber die Umsetzung war sehr emotionslos und das hat mich nicht überzeugt.
My Home Hero 3: Tetsuo wird von der Yakuza weiterhin bewacht und bedroht. Doch für das Wohl seiner Familie treibt er seinen Plan immer weiter. – Diesmal kam die Handlung nicht so richtig in Schwung, ich hoffe auf den nächsten Band.
Fangirl 3: Nach Levys Betrug zieht sich Cath noch mehr zurück. Dann bekommt sie einen Notruf ihren Vater betreffend und stellt alle Lebensentscheidungen in Frage. Können ihre neuen Freunde sie auffangen? – Wieder ein sehr intensiver Band mit einer tollen Geschichte und einer sehr nachvollziehbaren Protagonistin.
Haunted Reign: Zoey versucht verzweifelt zu vergessen, dass ausgerechnet ihre beste Freundin hinter den Intrigen steckte. Auch zu Dylan geht sie auf Distanz. Doch als ein Turnier an der Everfall Academie ansteht, sieht sie ihre Chance fehlende Punkte für ihr Zeugnis nachzuholen. Doch schon bei der ersten Prüfung kommt es zu Problemen, die nicht nur sie in Lebensgefahr bringen. – Leider eine ziemliche Enttäuschung. Die Geschichte ist vollkommen überladen, daher wirkt nichts richtig ausgearbeitet. Hier fehlen locker 200 Seiten, wenn nicht sogar ein eigenständiger dritter Band.
Ich warte auf dich, Haru: Eric versinkt gern in Tagträumen. Nach einem Verlust, der ihn den Boden unter den Füßen wegreißt, denkt er immer wieder an Haru, einem jungen Mann, den er vor Jahren in Tokyo über den Weg gelaufen ist. Bis dieser wirklich vor ihm steht. Nur, kann ihn kein anderer sehen. – Nach Bleib bei mir Sam, wieder eine sehr traurige Geschichte, die so viel unterschwellig sagt. Haltet die Taschentücher bereit!
Stellen Sie die Sirenen aus, mein Kind macht Mittagsschlaf!: Wer kennt sie nicht, die Helikoptereltern. Das Autorinnenduo hat wieder allerlei Anekdoten gesammelt und in diesem Buch aufbereitet. – Leider eher nichtssagend und unreflektiert. Aber zum nebenbei hören und ab und an schmunzeln doch ganz okay.
Nachdem ich die Monsterwochen im letzten Jahr pausiert habe, geht es dieses Jahr weiter. Zwar nicht direkt mit Monstern, aber dafür wieder mit einem Klassiker aus dem Bereich Horror bzw. Schauerroman, den ich lese und mir dann verschiedene filmische Interpretationen dazu anschaue. So waren es in den Jahren zuvor bereits Dracula, Frankenstein, Das Phantom der Oper und Das Bildnis des Dorian Gray. Eine weitere Änderung in diesem Jahr ist, dass ich die vier Versionen aus zeitlichen Gründen lediglich in zwei Beiträgen erläutern werde.
Und damit Vorhang auf für den zweiten Part zu „Der Untergang des Hauses Usher“
Die populärste Verfilmung
Die Handlung: Philip Winthrop hat sich mit Madeleine Usher verlobt und reist zu dem Landsitz der Familie, um sie abzuholen. Doch vor Ort verhalten sich der Butler und vorallem Madeleines Bruder Roderick sehr merkwürdig und erzählen etwas von einer seltsamen Krankheit. Philip will es nicht glauben und versucht alles, um seine Verlobte zu retten.
„Unsicherheit, wie nur das Erlöschen aller lebendigen Impulse sie hervorruft, zu jener Art entschlossener Knappheit, jener abgehackten, gewichtigen, schleppenden und hohlen Aussprache, jenem bleiernden, schwerfälligen und moduliert-gaumigem Tonfall,den man sonst nur bei haltlosen Trinkern oder unverbesserlich Opiumsüchtigen im Zustand höchster Erregung beobachten kann.“*
Meine Meinung: Wenn man nach Verfilmung zur Kurzgeschichte sucht, kommt „Die Verfluchten“ als eines der meisten Suchergebnisse. In 76 Minuten verfilmte Roger Corman – der übrigens eine beeindruckende Geschichte hat und Hollywood nachhaltig veränderte – die 25 Seiten Geschichte und schafft es dabei den Fokus genau richtig zu legen. Denn die Änderung den eigentlich namenlosen Erzähler, der ein alter Freund von Roderick ist, umzuändern in Philip Winthrop, den Verlobten von Madeleine, lässt mehr Spielraum, um die Geschichte zu erzählen. Die Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern, die beide auf ihre Weise versuchen Madeleine zu schützen – wir erinnern uns, dass der Film von 1960 ist – funktioniert hervoragend und gibt der Geschichte weit mehr Tiefe als die Buchvorlage bot. So haben wir trotz der Kammerspielartigen Kulisse, da das Haus kaum verlassen wird, immer wieder erschreckende Momente, denn die Charaktere können einfach aus dem Nichts auftauchen und verschwinden. Und gerade weil Roderick und Philip eher im Streit sind, ergibt sich auch Konflikt und Dialog. So bleibt der Kern der Geschichte erhalten und wird soweit ausgeschmückt, um einen kompletten Film zu erzählen.
„Seine erregte und zerrüttete Vorstellungsweise verlieh allen Dingen einen schwefligen Schimmer; seine langen, improvisierten Sterbegesänge werden mir immer in den Ohren klingen.“*
Funfact zu Edgar Allen Poe: Poes Tod ist so mysteriös wie seine Geschichte. Er war zuvor tagelang verschwunden, trug die Kleidung eines Anderen und wurde als sehr verwirrt beschrieben. Da das Krankenhaus seine Unterlagen verlor, ist die genaue Ursache bis heute unbekannt.
Funfact zu Untergang des Hauses Usher: Es wird gemutmaßt, dass Poe sich bei der Geschichte stark an „Das Raubschloss“ des deutschen Autors Heinrich Clauren orientiert hat, da es im Aufbau sehr ähnlich ist und die Geschichte auch ins englische übersetzt wurde.
Die Serienverfilmung
Die Handlung: Roderick Usher ist CEO von Fortunato Pharmaceuticals, einem milliademschweren Unternehmen, das sich gerade in einem Gerichtsverfahren wiederfindet. Auch hat er frisch den Tod seiner sechs Kinder zu betrauen. In einer regnerischen Nacht legt er vor dem ermittelndem Staatsanwalt eine umfangreiche Beichte ab und erzählt dabei auch, wie seine Kinder ums Leben kamen.
„“Ob ich es höre? – Oh doch, ich höre es und habe es gehört. Lange schon – lange – viele Minuten, viele Stunden, viele Tage höre ich es schon – doch ich wagte nicht – so habt doch Mitleid mit dem Elenden, der ich bin! – Ich wagte nicht zu sprechen!“*
Meine Meinung: Netflix Werbekampagne hat Früchte getragen, denn mir fiel noch vor der Recherche zu verschiedenen Verfilmungen sofort diese Serienumsetzung ein. Dabei fand ich es von Anfang an befremdlich, dass eine Kurzgeschichte in acht Folgen umgesetzt werden sollte. Und auch der Beginn sah so aus, als würde sich gerade einmal das Grundgerüst an die Vorlage halten. Tatsächlich ist es aber auch genauso gewollt. Netflix wählte zwar den Titel „Untergang des Hauses Usher“, aber eigentlich ist es eine Verfilmung von acht verschiedenen Kurzgeschichten inklusive des wohl bekanntesten Gedichts Poes „Der Rabe“. So begab ich mich auf weitere Recherche und las vor den Folgen jeweils die dazugehörigen Geschichten. Und den Machern der Serie ist es wirklich gut gelungen durch die familiären Strukturen und der Rahmenhandlung die verschiedenen Motive gekonnt einzusetzen. Da die Handlung in die Gegenwart geholt wurde, konnte viel mit den Motiven und die Übertragung dieser in die heutige Zeit gespielt werden, was die Serie auch gekonnt umzusetzen weiß. Unterschwellig ist auch viel Gesellschaftskritik vorhanden, die den finalen Schliff gibt.
„Als läge ein Zauber im Schrei seiner Worte, öffnete im gleichen Moment die schwere alte Tür, auf die er deutete, langsam ihre mächtigen Ebenholzkiefer.“*
Funfact zu Edgar Allen Poe: Obwohl Poe zum Release von Der Rabe bereits seit zwanzig Jahren veröffentlichte, bekam er lediglich 9 Dollar für sein Werk.
Funfact zu Untergang des Hauses Usher: Alle in der Serie vorkommenden Charaktere tragen Namen, die Anspielungen auf Poes Leben oder seine Werke sind.
Kennt ihr die Werke?
*Zitate aus: „Der Untergang des Hauses Usher und andere fantastische Geschichten“ von Edgar Allen Poe in der Ausgabe des Coppenrath Verlags 2024.
2019 brachte Todd Phillips seine Version des wohl bekanntesten Bösewichts aus dem Batman Universum auf die große Leinwand. Dabei handelte es sich um ein erstaunlich gut funktionierendes Drama mit einer großen Portion Gesellschaftskritik. Gerade Hauptdarsteller Joaquin Phoenix gab hier alles und so wurde es ein Film, der im Gedächtnis blieb. Nun sollte es eine Fortsetzung geben und zuvor gab es jede Menge Gerüchte rund um ein Musical, wofür auch Lady Gaga gecastet wurde. Die ersten Kritiken waren vernichtend und nun war für mich die Frage: Wird es wieder nur eine enttäuschende Fortsetzung? Die Antwort findet ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Arthur Fleck ist im Gefängnis und erwartet seine Verhandlung. Der Umgangston ist rau, einziger Lichtblick sind die Gesangsstunden, bei denen er Harleen „Len“ Quinzel trifft, die ganz fasziniert vom Joker ist. Doch während des Prozesses hadert er immer mehr mit sich. Ist er der Joker oder doch einfach nur Arthur?
Meine Meinung
Wenn ein Regisseur sagt, dass er keine Lust hat ein Sequel zu drehen, und sich der Hauptdarsteller dieser Meinung anschließt, dann ist das eigentlich ein sicheres Zeichen, dass man den Stoff liegen lassen sollte. Aber wenn ein Film nun einmal gute Zahlen schreibt, dann wollen die Studios auf der Erfolgswelle weiter surfen. Und so konnten Phillips und Phoenix doch noch überredet werden und setzten sich an den zweiten Teil zu Joker. Doch wo ansetzten und worauf soll es hinauslaufen? Diese Frage hat uns Regisseur Todd Phillips zwar erst ganz zum Schluss beantwortet, aber vorher bietet er uns 138 Minuten voller Gefängnisdrama, Gerichtsdrama, Liebesgeschichte und Musical. Und gleichzeitig bietet er uns … Nichts. Denn was dem Film fehlt, ist irgendwie der rote Faden. Grundsätzlich ist er erstmal viel zu lang, die Aufmerksamkeit im Publikum nahm merklich ab und mit jeder weiteren Gesangsnummer wurde das Geseufze lauter. Denn diese tragen nicht, wie angenommen, das Geschehen und bringen die Handlung voran, sondern werden immer dann eingesetzt, wenn die Zuschauenden im Unklaren gelassen werden sollen, wie viel Joker in Arthur Fleck steckt. Wenn durch einzelne Zeugenaussagen Trigger ausgelöst werden und er sich in eine Traumwelt flüchtet, wo er noch immer der starke Joker ist. Leider werden die einzelnen Songs dann auch noch komplett ausgespielt und auch wenn sie in der Regel gut geschrieben, und gerade von Lady Gaga auch gut vertont sind, eine bunte und aufregende Performance bieten, so tragen sie doch nicht weiter zur Geschichte bei. Das hätte auch wesentlich reduzierter stattfinden können. Auch das Gefängnisdrama und der Part im Gericht wirkt sehr künstlich gestreckt und kommt erst ganz am Schluss mit einer Aussage daher. Wir bekommen zwar wieder viel von Joaquin Phoenix unfassbar gutem Schauspiel geboten und es wird auch wieder gezeigt, welche Abgründe die Menschheit bietet, diesmal vorrangig in Form der Gefängniswärter. Doch all das reicht nicht, um eine spannende oder zumindest interessante Handlung zu bieten. Stattdessen glaubt man überall kleine Anzeichen einer Botschaft von Phillips zu spüren, doch bei genauerem Nachdenken bleibt nicht viel Übrig. So haben wir einen Film, der eigentlich ständig nur sagt: Sehr her, ich bin nicht das, was ihr erwartet habt oder was ihr euch gar erhofft habt. Damit ist er in seiner Gesamtheit nicht unbedingt schlecht, nur sehr gewöhnungsbedürftig und wie bereits erwähnt auch einfach zu lang. Und vielleicht lernt Hollywood ja daraus und lässt Sequels liegen, wenn Regisseure und Hauptdarstellende von Anfang an sagen, dass sie keine Lust darauf haben.
Das Fazit
Joker 2 – Folie á deux kommt nicht so richtig in Schwung, macht einige Ebenen auf, kann aber keine wirklich zufriedenstellend abschließen. Immer wieder künstlich gestreckt ist der Film auch einfach zu lang und schafft es erst in den letzten Minuten auf den Punkt zu kommen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.
Joker 2 – Folie á deux läuft seit dem 03.10.2024 in den deutschen Kinos
Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich diesen Trailer gesehen habe, unzählige Male habe ich die immer gleiche Geschichte angeteasert bekommen. Und ich hatte so Lust auf diesen Film. Es klang nach einer schönen kleinen Perle eines deutschen Studios, das sich von der Masse der Komödien abheben könnte. Gleichzeitig war die Angst groß, dass der Film die Handlung nicht tragen könnte. Warum diese Befürchtung ungerechtfertigt war, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Carl Kollhoff spaziert für eine kleine Buchhandlung jeden Tag durch die Stadt und liefert Buchbestellungen aus. Die Stammkundschaft hat von ihm inzwischen Namen aus Büchern bekommen, so schaut er regelmäßig bei Mr. Darcy oder Frau Langstrumpf vorbei. Dabei wahrt er stets eine höfliche Distanz. Bis er auf die neunjährige Schascha trifft, die ihn gern begleiten möchte und durch ihre quirlige Art seinen Alltag ordentlich auf den Kopf stellt.
Meine Meinung
Ein Film über Bücher? Da war ich doch direkt dabei. Gut, es geht vielleicht nicht direkt um Bücher, aber es geht um die Menschen, die Bücher und Geschichten lieben und wie diese die Menschen beeinflussen können. Es ist eine Hommage an die ganzen Klassiker und an die kleinen Inhabergeführten Buchhandlungen, die nicht auf reine Massenabfertigung setzen. Aber beginnen wir am Anfang. Eine Erzählstimme erklärt uns zunächst den Alltag von Carl Kollhoff. Wir lernen ihn als den Buchspazierer kennen, und als Mann, der Bücher ganz im allgemeinen liebt. Gleichzeitig ist er verschlossen und kurz angebunden, wenn auch sehr höflich dabei. Dann lernen wir Schascha kennen, die ebenfalls eher verschlossen ist, da sie in ihrer neuen Klasse noch keinen Anschluss gefunden hat. Auch ihre Liebe zu Büchern ist sofort erkennbar, was an der Erziehung der inzwischen verstorbenen Mutter liegt. Hier kommt also früh das Thema Trauer und Trauerbewältigung ins Spiel. Während Schascha sich eher verschließt und die Nähe von einem anderen Buchliebhaber sucht, in diesem Fall dem Buchspazierer, trotz des gewaltigen Altersunterschieds, blockt ihr Vater alle Gespräche zu dem Thema ab. In seinen Augen sollte seine Tochter einfach weitermachen und wieder lachen und lebensfroh sein. Dass dies nicht so einfach ist und wie man besser mit Trauer umgehen kann, wird hier nach und nach entschlüsselt und kommt so neben einer sehr süßen Geschichte auch mit einer tollen Botschaft daher. Aber auch darüber hinaus lernen wir die Lesenden nach und nach besser kennen und erfahren ihre Hintergrundgeschichten. Dabei wird der ein oder andere Konflikt vielleicht etwas leicht gelöst, was aber zur beschwingten Grundstimmung passt. Denn wir haben hier teilweise heftige Themen, dennoch ist es in großen Teilen ein Feelgood-Film. Auch, wenn man für das Ende besser eine große Packung Taschentücher bereit halten sollte. Umrahmt wird das Ganze von der großen Liebe zu den Büchern, auch wenn über ihre Inhalte nicht so viel erzählt wird und man einige Andeutungen vermutlich besser versteht, wenn man bereits einige Klassiker der Weltliteratur gelesen hat. Zeitgleich geht es auch um die Kommerzialisierung von Buchhandlungen, was soweit geht, dass es in der vorher gut sortierten Stadtbuchhandlung auf einmal alles gibt, außer Bücher. Insgesamt ist der Buchspazierer ein Film über Freundschaft, Trauerbewältigung und Bücher. Das Ganze wird sehr locker erzählt, nimmt seine Themen aber durchaus ernst. Es gibt verschiedene Betrachtungsweisen, die gehört werden, und dabei keinen direkten erhobenen Zeigefinger. Stattdessen sind es die Charaktere, die einen spielend leicht ans Herz wachsen und das emotionale Finale, das diesen Film zu etwas ganz besonderem macht und einfach eine schöne Geschichte erzählt. Ich habe jede Minute genossen.
Das Fazit
Der Buchspazierer ist einer dieser kleinen Filmperlen, die einfach so viel Liebe und Herzlichkeit in sich bergen, dass sie einen sehr berühren. Mit einer guten Portion Fröhlichkeit und dem Gegenpart der schweren Themen schafft der Film die Balance und findet einen Weg direkt ins Herz. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.
Der Buchspazierer läuft seit dem 10.10.2024 in den deutschen Kinos
Ein alterner Schauspieler, der es sich nicht eingestehen mag, flache Witze und ein bisschen Familiendramatik. Eigentlich hatte Die Ironie des Lebens alles für eine schlechte deutsche Komödie. Herausgekommen ist ein Film, der irgendwie nicht ins Klischee passt, aber auch nur bedingt darüber hinauswächst. Was der Film letztlich alles kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Edgar tourt mit Ende 60 noch immer durch Deutschland und macht seinem Ruf als erfolgreicher Comedian alle Ehre. Doch abseits der Bühne ist er in sich gekehrt und einsam. Bis er nach 25 Jahren wieder auf seine Ex-Frau trifft, die unheilbar an Krebs erkrankt ist. In ihren letzten Tagen kommen sie sich wieder näher und Eva beschließt spontan ihn auf seiner Tour zu begleiten.
Meine Meinung
Nach dem Trailer war für mich eigentlich klar, dass wir wieder eine typische deutsche Komödie bekommen würden, diesmal mit einem Uwe Ochsenknecht, dem man sein Alter inzwischen halt auch ansieht. Zum Kinofest für einen günstigen Preis habe ich mir dann doch ein Ticket gekauft und war auf das Schlimmste gefasst. Nur, dass das Schlimmste gar nicht eingetreten ist. Stattdessen präsentiert sich der Film erstaunlich nachdenklich und reklektiert die Handlungen der einzelnen Charaktere. Aber von Anfang an. Zunächst lernen wir Edgar kennen. Er ist Comedian, aber inzwischen ein bisschen in die Jahre gekommen. Das will er jedoch nicht einsehen, ebenso wenig, wie die Einsamkeit in seinem Leben. Lieber lenkt er sich auf der Tour durch die Aufmerksamkeit ab, die ihm zuteil wird. Bis auf einmal seine Ex-Frau wieder in sein Leben tritt. Sie teilt ihm mit, dass sie erkrankt ist und sich aber gegen die Behandlung entschieden hat. Das kann Edgar aber nicht zulassen und versucht sie nun umzustimmen. Dabei muss er sich mit seinen Kindern auseinander setzen, die sich von ihm entfremdet haben, da er sie noch in ihrer Kindheit verlassen hat. Gerade dadurch wird auch das gesamte Drama deutlich. Während seine Tochter alles eher locker nimmt und mit einer schrittweisen wieder Annäherung keine Probleme hat, blockt der Sohn alles ab, da er sich noch genauer an die vielen gebrochenen Versprechungen erinnern kann und gerade die Verwertung seiner Mutter in Edgars Bühnenprogrammen als problematisch ansieht. Dabei ist es aber gerade Eva, die Ex-Frau und Mutter, die sehr still bleibt und vieles über sich erzählen lässt, aber dennoch wird deutlich, dass sie mit ihrer Entscheidung zufrieden ist. Sie lebt ihre letzten Tage so, wie sie ihr vorheriges Leben gelebt hat, und scheint keine verpassten Chancen zu bereuen. Dabei ist es gerade Corinna Harfouch und ihr sehr bedachtes Spiel, was dem Film die nötige Tiefe gibt. Uwe Ochsenknecht wird seiner Rolle als Edgar durchaus gerecht. Dabei verkörpert er gut die Grobheit des Charakters, der seine narzistischen Charakterzüge zwar hinterfragt, aber nicht eingedämmt bekommt. Dadurch bekommt der Film auch noch die Ebene der Angehörigen, die alle unterschiedlich reagieren. So richtig schafft Die Ironie des Lebens es leider nicht eine Aussage zu treffen und über die Grundaussage hinwegzukommen. Aber trotz des schweren Themas, ist der Film sehr lebensbejahend. Und statt sich von Witz zu Witz zu hangeln, bleibt der Humor rein auf der Bühne von Edgars Shows. Darüber hinaus ist der Film sehr nachdenklich, hätte aber an einigen Stellen nochmal entschiedener auftreten können.
Das Fazit
Die Ironie des Lebens nimmt sich dem schweren Thema an, setzt dieses auch aus verschiedenen Blickwinkeln um. Dabei ist es der nachdenkliche Ton, der gut funktioniert, aber es fehlt ein wenig die Entschlossenheit wirklich von der üblichen deutschen Komödie abzulassen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.
Die Ironie des Lebens läuft seit dem 05.09.2024 in den deutschen Kinos
Nachdem ich die Monsterwochen im letzten Jahr pausiert habe, geht es dieses Jahr weiter. Zwar nicht direkt mit Monstern, aber dafür wieder mit einem Klassiker aus dem Bereich Horror bzw. Schauerroman, den ich lese und mir dann verschiedene filmische Interpretationen dazu anschaue. So waren es in den Jahren zuvor bereits Dracula, Frankenstein, Das Phantom der Oper und Das Bildnis des Dorian Gray. Eine weitere Änderung in diesem Jahr ist, dass ich die vier Versionen aus zeitlichen Gründen lediglich in zwei Beiträgen erläutern werde.
Und damit Vorhang auf für „Der Untergang des Hauses Usher“
Die Buchvorlage
Die Handlung: Der namenlose Erzähler reist zum Anwesen der Familie Usher, die sein Jugendfreund Roderick Usher und seine Zwillingschwester Madeline bewohnen. Ein Brief von Roderick hatte ihn hergebeten, doch er muss erkennen, dass die letzten lebenden Ushers sehr krank sind. Ein Sturm zieht auf und der Erzähler muss den Untergang des Hauses hautnah miterleben.
„Was war das nur – ich hielt inne, um darüber nachzugrübeln -, was mochte es sein, das mich Anblick des Hauses Usher so bedrückte?“*
Meine Meinung: Poe gilt nicht nur als Begründer des Kurzromans, er hat eben diese auch perfektioniert. In meiner Ausgabe ist der Untergang des Hauses Usher gerade einmal 25 Seiten lang und schafft es doch ab der ersten Seite eine Beklemmung auszulösen, ohne, dass Poe diese genauer beschreiben muss. Im Gegenteil es ist gerade seine zugegebene Unfähigkeit dieses genauer zu erläutern, die es noch realer wirken lässt. Auch weiß er mit der Grundangst der Menschen vor Krankheit und Tod zu spielen. Dabei muss er die Krankheit, die die Familie Usher heimsucht, gar nicht benennen. Allein der stetige Gedanke, dass es gesundheitlich zu Ende geht und damit auch die Erblinie komplett ausgelöscht wird, schafft es die Charaktere an den Rande des Wahnsinns zu treiben. Und nachdem man sich darauf eingelassen hat, schafft er es dann doch noch in einer stürmischen Nacht den wahren Horror herauszuholen, der mehr ist als nur die Metaebene der Geschichte.
„Ich musste mich endlich mit der unbefriedigenden Folgerung begnügen, dass völlig simple und unnatürliche Dinge in bestimmter Anordnung zweifellos die Macht haben, in solcher Art auf uns zu wirken; dass aber ein Ergründen dieser Macht jenseits unserer Fähigkeiten liegt.“*
Funfact zu Edgar Allen Poe: Er ist berühmt geworden für seine Schauerkurzgeschichten und gilt als Meister der Metaebene. Doch auch das Krimigenre hätte es ohne seine Ideen so vielleicht nie gegeben. Sei es Doyles Sherlock Holmes oder Christies Hercule Poirot, sie alle basieren in irgendeiner Weise auf Poes Arthur Gordon Pym.
Funfact zu Untergang des Hauses Usher: Viele Motive der Geschichte sind biographisch entstanden und daher nicht rein als Effektsteigerung zu verstehen. DIe Liebe unter nahen Verwandten basiert zum Beispiel auf seiner Ehe mit seiner jüngeren Cousine und auch Opiumrausch ist dem Autor nicht fremd gewesen.
Die erste Verfilmung
Die Handlung: Familie Usher bestehend aus Roderick und Madeline Usher sitzen entspannt beim Abendessen. Dabei befallen Madeline ungewöhnliche Bilder, die sie in den Wahnsinn und schließlich in den Tod treiben. Roderick befürchtet nun das gleiche Schicksal. Der Reisende besucht ihn und versucht zu helfen.
„Zweifellos war ich mir der abergläubischen Furcht – weshalb sollte ich sie nicht bei diesem Namen nennen? – bewusst, die in mir aufstieg, und zweifellos begünstigte gerade dieses Wissen ihre beklemmende Zunahme.“*
Meine Meinung: Bei der gesehenen Version handelt es sich um die erste amerikanische Verfilmung von 1928. Die französische Verfilmung aus dem gleichen Jahr konnte ich nicht auftreiben. In 13 Minuten wurde die Geschichte nachempfunden, was bei einer Kurzgeschichte durchaus ausreichend sein kann. Durch den Stummfilm gab es keine erklärenden Dialoge und es wurden auch keine Dialogtafeln eingeblendet, wodurch die Handlung ein bisschen schwierig zu entwirren war. Denn um den aufkommenden Wahnsinn der beiden Geschwister darzustellen wurden oft einzelne Bilder übereinander gelegt und ineinander verwoben, wodurch aber die Kulissen schwerer auszumachen waren. Wirklich folgen konnte ich der Handlung nur, weil ich die Buchvorlage vorher gelesen hatte. Da es nur Innenaufnahmen gab, war die Ankunft des Reisenden nicht nachvollziehbar, auch fehlt dadurch die bedrückende Stimmung durch das einschüchternde Haus an sich. Der Film zählt zu den ersten avantgardistischen US-Filmen und das merkt man auch. So fasst die Verfilmung zwar die Grundzüge der Kurzgeschichte zusammen, aber nicht auf wirklich verständliche oder nachvollziehbare Weise.
„Bei meinem Eintreten erhob sich Usher von einem Ruhebett, auf dem er ausgestreckt gelegen hatte, und begrüßte mich mit lebhafter Wärme, die, wie mir anfangs schien, viel von übertriebener Herzlichkeit an sich hatte – von dem gekünstelten Bemühen des blasierten Weltmannes.“*
Funfact zu Edgar Allen Poe: Poe hatte ein Glückspielproblem. Seine Schulden versuchte er mit dem Geld für die Universität zu begleichen, doch sein Ziehvater merkte dies, nachdem Poe immer mehr Geld forderte und drehte ihm schließlich den Geldhahn zu. Dadurch verlor er sein Studium.
Funfact zu Untergang des Hauses Usher: Der Ich-Erzähler wird als Außenstehender eingeführt und erzählt die Geschichte sehr rational, weswegen es den Lesenden so erscheint, als ob noch mehr Geheimnisse zu erkunden sind, die aber offen bleiben.
Da die ganzen Remakes und Reboots im Kino nicht mehr so richtig zogen, wurde es nun Zeit für Filme, die im 20. Jahrhundert gut funktionierten, aber damals dann noch nicht ausgeschlachtet wurden, nun ihre zweiten Teile bekommen. Eines der Werke ist nun Beetlejuice geworden. Immerhin mit Originalregisseur Tim Burton mit an Bord. Warum den Film wohl keiner gebraucht hat, er aber doch gut funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Zur Beerdigung ihres Vaters reist Lydia Deetz zurück in das Haus ihrer Kindheit. Mit dabei sind ihre Stiefmutter und ihre rebellische Tochter Astrid. Vor Ort gibt es dann auch allerlei Drama, was Astrid zur Flucht bringt. Doch kurz darauf gerät sie in ernsthafte Gefahr und ihrer Mutter bleibt nichts anderes übrig als Beetlejuice zu rufen. Dieser erträumt sich noch immer eine Hochzeit mit ihr und sieht seine Chance gekommen.
Meine Meinung
Beetlejuice war einer der Tim Burton Filme, die ich erst ziemlich spät entdeckt hatte. So fehlte mir wohl die gewisse nostalgische Note, weswegen ich dem Film weit weniger abgewinnen konnte, als anderen Filmen des Kultregisseurs. In Vorbereitung auf den zweiten Teil habe ich ihn auch noch ein weiteres Mal geschaut und habe zwar die vielen Anspielungen verstanden, konnte mich aber dennoch nicht richtig mit der Handlung anfreunden. Dennoch war ich gespannt auf den zweiten Teil. Dieser spielt viele Jahre nach dem ersten, so dass bekannte Gesichter, deren Schauspielenden durchaus gealtert sind, auch wieder gut eingebunden werden konnten. Zunächst mussten also alle alten und neue Akteure vorgestellt werden. Hier wurde sich zwar Mühe gegeben auch neue Zuschauenden mit abzuholen, dennoch ist das Vorwissen aus dem ersten Film durchaus angebracht, um die genaue Konstellation zu verstehen. Sobald wird es zurück an den Schauplatz aus dem ersten Teil schaffen, kommt dann auch die Handlung so langsam in Schwung. Zwar durchaus chaotisch und so richtig ist erstmal nicht zu erkennen, worauf es hinauswill. Zumindest Michael Keaton hat durch den Kultstatus um seine Figur durchaus profitiert, denn er hat diesmal deutlich mehr Leinwandzeit bekommen und durfte bereits vor seiner ersten Rufung agieren. Und im Grunde hat der zweite Teil auch eine überschaubare Grundhandlung, die relativ gut funktioniert. Nur, dass sie nicht für einen kompletten Film gereicht hat und so noch unzähllige Nebenhandlungen aufgemacht werden, die den Film auf eine noch immer überschaubare Länge von 105 Minuten gebracht hat. Aber abgesehen von einer sehr gut inszenierten Auftaktserie, war die ganze Handlung rund um Beetlejuice Ex-Frau sehr ins Leere laufend. Zumal das Finale dann auch sehr schnell geklärt war, wofür aber alles etwas zu stark aufgebaut wurde. Ich könnte hier noch allerhand Kleinigkeiten aufzählen, die in der Gesamtheit deutliche Einbußen bei Logik und Handlungsfokus hatten. Aber – und das ist ein großes Aber – ich hatte während des Schauens auch einfach Spaß! Die Witze haben funktioniert, waren gut aufgebaut, es war spannend, und wusste auch stets zu überraschen. Die Charaktere waren zwar wieder alle überzeichnet, aber auf eine so herrliche Art, dass es gut funktioniert hat. So war Beetlejuice Beetlejuice vielleicht nicht der beste Film aller Zeiten und hat auch mit deutlichen Logiklöchern und losen Handlungssträngen zu kämpfen, kann aber durch seine Skurilität überzeugen und schafft es einfach einen unterhaltsamen Film auf die Kinoleinwand zu bringen. Das ganze System rund um die Bürokratie im Jenseits wurde nochmal deutlich ausgebaut und funktioniert durch die Nähe zur Realität einfach zu gut.
Das Fazit
Beetlejuice Beetlejuice ist ein Sequel, das nach all den Jahren zwar keiner brauchte, aber durch ausreichend lustige Einfälle durchaus zu unterhalten weiß, solange man über diverse Logiklöcher hinwegschauen kann. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.
Beetlejuice Beetlejuice läuft seit dem 12.09.2024 in den deutschen Kinos
Der Herbst ist da, es ist kalt und regnerisch und damit die perfekte Zeit für viele flauschige Lesestunden. Das Sommerloch im Kino war noch vorhanden, könnte sich jetzt aber in Richtung der Wintermonate wieder verbessern. Das Jahr rast wieder nur so dahin und schon wird es wieder Zeit für meine Top 5 Listen der Highlights aus dem vergangenen Quartal. Viel Spaß!
Meine fünf Kinohighlights
To the Moon: Im Zuge des Vietnamkriegs droht die NASA wertvolle Geldressourcen zu verlieren und so den Flug zum Mond nicht zu schaffen. Dafür wird Kelly Jones verpflichtet, die durch gut durchdachte Marketingtricksereien das Image ordentlich aufpolieren kann. Zeitgleich fühlt sie sich immer mehr zum ernsten Leiter des Projekts Cole Davis hingezogen. Doch die Regierung hält nichts von der Idee die Mondlandung live zu senden, falls es scheitert. Und so soll Kelly im Studio diese inszenieren. Nur, dass Cole davon absolut nichts erfahren darf. – Eine wunderbare Liebesgeschichte mit sehr neuem Hintergrund. Funktioniert sehr gut, auch wenn Johannsen Tatum absolut an die Wand spielt.
Deadpool & Wolverine: Wade Wilson aka Deadpool hat sich in ein paralleles Universum zurückgezogen, wo Vanessa noch am Leben ist. Dennoch läuft sein Alltag eher schleppend. Bis die TVA an seine Tür klopft und ihm gesteht, dass sie seine Welt auslöschen wollen, da durch den Tod Wolverines in Logan der Ankerpunkt fehle. Doch Deadpool sieht gar nicht ein, sich damit zufrieden zu geben und begibt sich auf die Suche nach einem neuen Wolverine. Nur, dass die Lösung damit noch nicht gefunden ist. – Der erste Multiversumfilm, der funktioniert, aber auch nur, weil genug Filme diesen vorbereitet haben. Bringt zwischendurch gute Pointen, man muss sie aber zwischen den ganzen 08/15 Witzen finden.
Zwei zu eins: 1990 ist das Ende der DDR besiegelt. Die Arbeitslosigkeit steigt und die Frist zum Umtauschen des Geldes in Westmark steht bevor. Doch die Bewohner eines Hochhauses finden durch Zufall in einem bewachten Schacht die eingelagerten Millionen der bald wertlosen Ostmark. Sie entwickeln ein ausgeklügeltes System, um das Geld umzutauschen. – Starker deutscher Film, der seine Prämisse bis zum Ende halten kann und wunderbar als Komödie mit ernsteren Einschlägen funktioniert.
One Life: Nicholas „Nicky“ Winton ist Börsenmarkler und reist 1938 nach Prag, um Geflüchteten Familien zu helfen, die vor Hitlers Mobilmachung flohen. Dabei ist er bestürzt über die Zustände und versucht alles, um zumindest die Kinder nach Großbritannien zu evakuieren. Dabei steht ihm vor allem die Bürokratie im Weg. Fünfzig Jahre später räumt Nicky sein Büro auf und findet das Album über die evakuierten Kinder. Er begibt sich auf die Suche nach einer Zeitung, die darüber berichten will. – Berührendes Drama über einen unbekannteren Teil der Geschichte mit starken Schauspielenden. – Cinemathek
Beetlejuice Beetlejuice: Zur Beerdigung ihres Vaters reist Lydia Deetz zurück in das Haus ihrer Kindheit. Mit dabei sind ihre Stiefmutter und ihre rebellische Tochter Astrid. Vor Ort gibt es dann auch allerlei Drama, was Astrid zur Flucht bringt. Doch kurz darauf gerät sie in ernsthafte Gefahr und ihrer Mutter bleibt nichts anderes übrig als Beetlejuice zu rufen. Dieser erträumt sich noch immer eine Hochzeit mit ihr und sieht seine Chance gekommen. – Auch, wenn es den zweiten Teil vielleicht nicht gebraucht hätte, so schafft er es doch eine lustige Geschichte zu erzählen, die guten Fansupport bietet und mich nachhaltig unterhalten hat.
Meine fünf filmischen Highlights
Batman Forever: Während Batman damit beschäftigt ist Two-Face das Handwerk zu legen, der Rache auf Batman sinnt, kommt es bei Wayne Industries zu einer neuen Entwicklung des exzentrischen Edward Nygma. In seiner neuen Identität als Riddler schickt Nygma Batman Briefe, um an sein Gehirn zu kommen. Dafür tut er sich mit Two-Face zusammen. Batman hat unterdessen den Waisen Dick Grayson unter seine Fittiche genommen, da er den Tod seiner Familie durch Two-Face nicht verhindern konnte. Dieser will nun Batmans rechte Hand werden. – Ich liebe die Bromance von Two-Face und dem Riddler einfach. Der Rest ist etwas naja und gerade Nicole Kidman ist einfach nur überflüssig, aber die beiden Bösewichte haben einen großen Platz in meinem Herzen gewonnen.
Psycho: Marion Crane unterschlägt 40.000 Dollar ihres Arbeitsgebers und flieht aus der Stadt. Nachdem sie damit einen Polizisten und einen Autohändler misstrauisch gemacht hat, landet sie in einem abgelegenen Motel. Der Besitzer Norman Bates versucht etwas unbeholfen sich der Frau zu nähern, doch seine Mutter scheint von dem Besuch wenig zu halten. Später machen sich ein Privatdetektiv und Marions Schwester und Ex-Freund auf die Suche nach ihr und landen dabei ebenfalls in Bates Motel. Doch das geht nicht für alle glimpflich aus. – Bisher mein liebster Alfred Hitchcock Film. Der hat mich einfach bekommen, durch seine gute Atmosphäre.
Mein Nachbar Totoro: Professor Tatsuo Kusakabe zieht mit seinen Töchtern Satsuki und Mei aufs Land. Die Mutter erholt sich aktuell im Krankenhaus von einer schweren Krankheit. In diesem Sommer erleben die Schwestern allerhand Dinge. Unter anderem treffen sie auf Totoros, Waldgeister, die nur Kinder sehen können. – Liebevoller Anime, super Sommerstimmung und tiefgehende Familiengeschichte.
Kikis kleiner Lieferservice: Kiki ist frisch 13 geworden und das bedeutet für Hexen, dass sie sich ihren Besen schnappen und sich eine eigene Stadt suchen. Dort müssen sie ein Jahr lang beweisen, dass sie auf eigenen Beinen stehen können. Übermotiviert sucht sich Kiki eine Stadt am Meer. Doch so einfach ist das allein zurechtkommen, dann doch nicht. – Ein süßer unaufgeregter Anime.
BTS – Speak Yourself: Konzertfilm. Im Rahmen des Releases ihrer dreiteiligen Albumreihe Love Yourself gehen sie auf mehrjährigen Welttournee. Mehrere Konzerte davon wurden mitgefilmt und später veröffentlicht. Gesehen habe ich das Konzert aus London. – Wieder ein absolut gelungenes Konzert.
Meine fünf serientastischen Highlights
My Dress-up Darling – Staffel 1: Gojos Familie führt eine Manufaktur zur Herstellung von Puppen, wodurch er eine besondere Begeisterung zu Handarbeiten hat. Deswegen wird sich gern über ihn lustig gemacht. So glaubt er es auch, als Marin, eine der beliebtesten Mädchen, auf ihn zukommt. Doch diese möchte unbedingt ein Cosplay nähen, ist dafür aber zu ungeschickt. Dabei findet sie sein Hobby sehr faszinierend. Eine Freundschaft entwickelt sich. – Gute Umsetzung des Mangas, umschifft gut einzelne Stolpersteine
Good Witch – Staffel 1-3: Cassie Nightingale lebt in der Kleinstadt Middleton und ist für ihre Vorahnungen und Kräutermedizin bekannt. Als nebenan der Arzt Sam Radford mit seinem Sohn Nick einzieht. bekommt sie einen großen Kritiker, der jedoch nach und nach erstaunliches feststellt. – Super cosy Herbstserie mit einer überschaubaren Portion Drama.
Beyond Paradies – Staffel 1: DI Humphrey Goodman hat seine Stelle in der Karibik aufgegeben, um seiner großen Liebe Martha zurück nach London zu folgen. Inzwischen sind die beide ins beschauliche Shipton Abbott gezogen, wo Martha herkommt. Sie will dort ein eigenes Restaurant eröffnen, während Humphrey eine Stelle im kleinen Polizeirevier des Ortes annimmt. Dort müssen sich seine neuen Kolleg*innen erst einmal an seine Eigenheiten gewöhnen. – Sehr gelungenes Spin-off zu Death in Paradise, funktioniert gut mit abgewandeltem Konzept und Humphrey einfach wieder in seinem Element
Criminal Minds – Staffel 7-8: Das BAU-Team des FBI ist spezialisert auf Fälle mit Serientätern, wo sie Profile für erstellen. Dabei reisen sie zu den einzelnen Polizeistationen, die ihre Hilfe anfordern. – Bleibt auf gewohntem Niveau, das Staffelfinale war für den großen Aufbau des Films sehr ernüchternd, aber die Fälle pro Folge sind ganz interessant
The American BBQ Showdown – Staffel 3: Grillfans aufgepasst! Eine tolle Grillchallengeserie nach dem Prinzip der typischen Kochwettbewerbe. Nichts für Vegetarier und wahrscheinlich auch mit wenig Nachkochpotenzial – Wieder eine spannende Staffel und diesmal wirklich tolle Kandidat*innen
Meine fünf buchigen Highlights
Dangerously Close: Liv ist Journalismusstudentin und steht kurz vor ihrer Masterarbeit. Diese würde sie nur zu gern über den Fall der ermordeten Sarah Mills schreiben, zumal sie an dem Abend auf der gleichen Party war. Doch dafür braucht sie ein Interview mit Weston Vermont, dem Mörder Sarahs. Doch der hat seit seiner Verurteilung nichts mehr dazu gesagt. Durch ihre Hartnäckigkeit bekommt sie ihr Interview, doch beide konnten die Folgen ihres Treffens nicht vorhersehen. – Fand die Prämisse eigentlich sehr fragwürdig, aber die Autorin hat eine wirklich runde und gute Geschichte draus gezaubert.
Not in Love: Rue Siebert ist stolz auf ihre Arbeit bei einem Start-up, wo sie als Wissenschaftlerin sich ganz der Forschung widmen kann. Doch dann tauchen neue Investoren auf und scheinen die Firma anzugreifen. Mit dabei ist Eli Killgore, mit dem Rue fast einen One-Night-Stand hatte. Und obwohl sie auf unterschiedlichen Seiten zu stehen scheinen, kommen sie einfach nicht voneinander los. – Sehr spice-lastig und dennoch wieder eine starke Geschichte von Ali Hazelwood, mit weniger Witz, aber mit viel Tiefgang.
The Whitestone Hospital 4 – Saved Dreams: Auch wenn Assistenzärztin Jane alles versucht hat, sie kommt um die Gynäkologie nicht herum. Und auch, wenn Oberärztin Abby ihr Herz zum schnellerschlagen bringt, so muss sie sich doch einem Trauma stellen, das sie trotz Therapie nie überwunden hat. – Große Liebe für diese Reihe und Ava Reed hat es mal wieder geschafft mich komplett in den Bann zu ziehen und so viele Emotionen reinzubringen. Freue mich sehr auf Band 5!
Dunkles Wasser: Kate Linvilles Fall wird ihr entzogen, obwohl sie alles richtig gemacht hat. Genau zu der Zeit trifft ihr Ex-Kollege Caleb Hale in Frankreich auf eine junge Frau, deren Roadtrip-Freundin verschwunden ist. Vor vielen Jahren hat sie ein entsetzliches Massaker an ihrer Familie als Einzige überlebt. Holt sie die Vergangenheit ein? – Diesmal war ich von Anfang an in der Geschichte und habe es praktisch inhaliert. Sehr spannend und konnte mich am Ende auch noch sehr überraschen.
Schlachtenlärm in Vertikow: Eigentlich wollte Peer mit seiner Frau Sascha nur einen Ausflug zur Heimatstätte Vertikows machen. Doch dann wird eine Leiche gefunden, die dort wohl schon seit einer großen Schlachtnachstellung liegt. Peer wittert einen neuen Fall, doch der Hauptkommissar macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Bis sich gleich zwei Frauen bei Peer melden, da sie ihre Unschuld beweisen wollen. Und so stürzt sich Peer doch wieder in die Ermittlungen. – Auch der dritte Fall hat mir gut gefallen, auch wenn Peer wieder in unsympathischere Gefielde abgedriftet ist, aber das macht auch irgendwie den Charme aus, weil es alles nachvollziehbar geschrieben ist.
Der Herbst ist da! Anstatt vorsichtig anzuklopfen, hat er die Tür eingetreten und gesagt „Tada, da bin ich“. Also beginnt nun wieder die cosy Lesezeit und zumindest meine Herbstserie steht fest! Aber nun wollen wir noch einmal auf den September zurückblicken.
Filme – auf großer Leinwand gesehen
Die Ironie des Lebens: Edgar tourt mit Ende 60 noch immer durch Deutschland und macht seinem Ruf als erfolgreicher Comedian alle Ehre. Doch abseits der Bühne ist er in sich gekehrt und einsam. Bis er nach 25 Jahren wieder auf seine Ex-Frau trifft, die unheilbar an Krebs erkrankt ist. In ihren letzten Tagen kommen sie sich wieder näher und Eva beschließt spontan ihn auf seiner Tour zu begleiten. – Ungewohnt nachdenklicher deutscher Film, der sich nicht von Witz zu Witz hangelt.
Was ist schon normal?: Pablo und Lucien haben frisch ein Juweliergeschäft ausgeraubt. Um vor der Polizei zu fliehen geraten sie in den Bus einer Gruppe Menschen mit Behinderung, die auf dem Weg ins Sommercamp ist. Während Pablo sich ebenfalls als behindert ausgibt, mimt Lucien dessen Sonderpädagoge. Dabei werden sie mit ihrer eigenen Weltsicht konfrontiert und erleben ein unvergessliches Abenteuer. – Gelungene Komödie, die ihre Pointen gut setzt und um den üblichen Ablelismus rumkommt.
Borderlands: Die kopfgeldjägerin Lilith muss auf ihren Heimatplaneten Pandora zurückkehren, der eine Hochburg von kriminellen Banden ist. Sie soll die Tochter eines einflussreichen Bösewichts zurückbringen. Vor Ort muss sie jedoch feststellen, dass der Auftrag nicht so leicht zu erledigen ist, wie erhofft. – Videospielverfilmung, die leider überhaupt nicht weiß, was sie erzählen will und sich auf allesamt unsympathische Charaktere stützt, was nicht funktioniert.
Beetlejuice Beetlejuice: Zur Beerdigung ihres Vaters reist Lydia Deetz zurück in das Haus ihrer Kindheit. Mit dabei sind ihre Stiefmutter und ihre rebellische Tochter Astrid. Vor Ort gibt es dann auch allerlei Drama, was Astrid zur Flucht bringt. Doch kurz darauf gerät sie in ernsthafte Gefahr und ihrer Mutter bleibt nichts anderes übrig als Beetlejuice zu rufen. Dieser erträumt sich noch immer eine Hochzeit mit ihr und sieht seine Chance gekommen. – Auch, wenn es den zweiten Teil vielleicht nicht gebraucht hätte, so schafft er es doch eine lustige Geschichte zu erzählen, die guten Fansupport bietet und mich nachhaltig unterhalten hat.
Filme – auf großem Fernseher gesehen
Erneut gesehen in Vorbereitung auf den zweiten Teil habe ich: Beetlejuice (Nicht mein Lieblingsburton, aber hatte schon ikonische Einfälle)
Der Dschungel der 1000 Gefahren: Die Familie Robinson kommt aus der Schweiz und wollte eigentlich in Neuginea ein neues Leben anfangen. Durch die Verfolgung durch Piraten und einen Sturm werden sie von der Crew allein zurückgelassen und laufen schließlich auf Grund. Sie schaffen es auf eine Insel zu fliehen und versuchen dort ein neues Leben anzufangen. Dabei müssen sie allerhand Gefahren überwinden. – Sehr langweiliger und unlogischer Abenteuerfilm.
BTS: Speak Yourself: Konzertfilm. Im Rahmen des Releases ihrer dreiteiligen Albumreihe Love Yourself gehen sie auf mehrjährigen Welttournee. Mehrere Konzerte davon wurden mitgefilmt und später veröffentlicht. Gesehen habe ich das Konzert aus London. – Wieder ein absolut gelungenes Konzert.
Filme – leider in diesem Monat verpasst
Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft, haben es: The Crow & Die Fotografin
Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick
Die Schurken von Nebenan – Staffel 1 (Schlechte Animation, typische Disney Channel Serie mit platten Dialogen, aber funktioniert gut für zwischendurch)
Good Witch – Staffel 1-3 (Super cosy Herbstserie, habe mich sehr schnell in die Serie verliebt, tolle Charaktere, entspannter Dramaanteil)
Westworld – Staffel 4 (Alles, was in Staffel Drei schon nicht mehr funktioniert hat, wird hier nochmal verschlechtert, ich bin überhaupt nicht mehr durchgestiegen, kein Wunder, dass die Serie abgesetzt wurde)
The Rising of the Shield Hero – Staffel 1 (Bin ich leider überhaupt nicht mit warm geworden. Sobald mal ein „normales“ Gepsräch geführt wurde, kam gleich wieder eine Nervtröte und es war einfach nur anstrengend)
Beyond Paradise – Staffel 1* (Sehr gelungenes Spin-off zu Death in Paradise, funktioniert gut mit abgewandeltem Konzept und Humphrey einfach wieder in seinem Element)
Tee? Kaffee? Mord! 6 – Tod eines Schneemanns: Direkt vor Natalie Ames Pub steht eines Morgens ein riesiger Schneemann. Doch als ein Transporter beim Glatteis in den Schneemann rast, stellt sich heraus, dass damit eine Leiche gedeckt werden sollte. Ein neuer Fall für die Pubbesitzerin und ihre Köchin Louise. – War mir etwas zu viel gewollt, die Auflösung ging einfach zu weit für die sonst eher kleingehaltenen Fällen.
Tee? Kaffee? Mord! 7 – Arsen und Käsekuchen: Natalie Ames wird überraschend gebeten den alljährlichen Käsekuchenwettbewerb auszurichten. Bereits im Vorfeld gibt es schlechte Stimmung, da viele die Bewertungen als ungerecht ansehen. Und dann wird auch noch der Hauptjuror während der Verkostung vergiftet. Wenn das nicht mal wieder nach einem Fall für Natalie und ihre Köchin Louise klingt. – Wieder deutlich stärkerer Fall. Hab den Titel direkt geliebt und auch die Handlung passte wieder gut und hatte auch wieder lustige Momente dabei.
Schlachtenlärm in Vertikow: Eigentlich wollte Peer mit seiner Frau Sascha nur einen Ausflug zur Heimatstätte Vertikows machen. Doch dann wird eine Leiche gefunden, die dort wohl schon seit einer großen Schlachtnachstellung liegt. Peer wittert einen neuen Fall, doch der Hauptkommissar macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Bis sich gleich zwei Frauen bei Peer melden, da sie ihre Unschuld beweisen wollen. Und so stürzt sich Peer doch wieder in die Ermittlungen. – Auch der dritte Fall hat mir gut gefallen, auch wenn Peer wieder in unsympathischere Gefielde abgedriftet ist, aber das macht auch irgendwie den Charme aus, weil es alles nachvollziehbar geschrieben ist.
Kaiju No. 8 – Band 2-6: Kafka ist weiter in seiner Ausbildung als die nächste Kaiju-Welle anrollt. Und dann erscheint das mysteriöse Kaiju No. 9, das ebenfalls menschliche Gestalt annehmen kann und sogar andere Kaijus zur Zusammenarbeit bringen kann. Das Korp hat alle Hände voll zu tun und muss schnell über sich hinauswachsen. – Nachdem mein Mangastapel leer war, bin ich endlich mal dazu gekommen, diese Serie aus dem Regal des Pärchengatten weiterzulesen. Sie blieb spannend, da sie viele Kampfszenen hatte und konnte doch die Handlung voran treiben.
Sarg niemals nie: Betty Pabst kehrt zurück nach Bielefeld zu ihrer Familie, die in zweiter Generation ein Bestattungsinstitut betreibt. Doch Betty ist Assistenzärztin und erkennt, dass die aktuelle Leiche keines natürlichen Todes gestorben ist. Betty beginnt zu ermitteln und muss leider auch ihre eigene Familie in Verdacht nehmen. – Hatte eigentlich alle Aspekte eines cosy Crime Romans, die ich mag, aber irgendwie bin ich nicht in die Handlung reingekommen. Vielleicht geb ich dem zweiten Teil noch eine Chance.
The Whitestone Hospital 4 – Saved Dreams: Auch wenn Assistenzärztin Jane alles versucht hat, sie kommt um die Gynäkologie nicht herum. Und auch, wenn Oberärztin Abby ihr Herz zum schnellerschlagen bringt, so muss sie sich doch einem Trauma stellen, das sie trotz Therapie nie überwunden hat. – Große Liebe für diese Reihe und Ava Reed hat es mal wieder geschafft mich komplett in den Bann zu ziehen und so viele Emotionen reinzubringen. Freue mich sehr auf Band 5!
Kings & Thieves 1 – Die letzte der Sturmkrallen: Lina arbeitet als Sklavin für die Schwarzkraniche, die ihre eigene Gang abgeschlachtet haben. Doch als sie einen wandteppich aus einem Tempel stiehl, verärgert sie damit ausgerechnet den Spielmann, den König der Dokkaebi. Er entführt sie in seine Welt und bietet ihr ein Spiel an: Sollte sie ihn töten können, dann würde sie überleben. Doch Dokkaebi gelten als beinah unsterblich. – Am Anfang habe ich eine Weile gebraucht, aber schließlich bin ich der Geschichte und der Welt verfallen!
Im Schatten des Drachen: Die Beschwörung des Drachen steht kurz bevor. Yumeko und ihre Gefährten müssen den Mondclan aufsuchen, um sich Hilfe zu erbitten und Genno aufzuhalten. Doch dabei steht ihr eine ganze Dämonenarmee im Weg. Kann sie ihre Welt retten? – Absolut spannendes Finale, das mich leider komplett zerstört hat. Rundes Ende der Reihe.
Rosefield Academy of Arts 2 – The Promises we make: Charlotte ist am liebsten unsichtbar und hält sich penibel an Regeln. Im Gegensatz zu Andrew, dem Sohn des Rektors, der seine Sozialstunden an der Rosefield abarbeitet. Als Charlotte immer wieder Sachen aus ihrem Kurs gestohlen werden, weiß Andrew wer dafür verantwortlich ist. Doch er verrät es ihr nur, wenn sie fünf Dates mit ihm verbringt, bei der sie Regeln brechen muss. – Auch hier habe ich am Anfang ganz schöne Probleme gehabt, um reinzukommen. Wurde im Laufe des Buches besser und es hat auch deutlich besser als Band 1 funktioniert.
Die Farbe der Knochen von Alpakas am Strand: Eine problematische Klasse wird zu einer Fahrt nach Helgoland verdonnert, um die Dynamik zu verbessern. Dabei gerät die Fähre in einen Sturm und sie landen kurzerhand auf der nicht-existenten Insel Hoogenhörn. Doch damit beginnen die Mysterien erst und wieso ist die Insel eigentlich voller Alpakas? – Es war etwas wirr, ich hatte mit den vielen Namen zu kämpfen und doch war es absolut faszinierend. Bin sehr gespannt auf mehr.
Dunkles Wasser: Kate Linvilles Fall wird ihr entzogen, obwohl sie alles richtig gemacht hat. Genau zu der Zeit trifft ihr Ex-Kollege Caleb Hale in Frankreich auf eine junge Frau, deren Roadtrip-Freundin verschwunden ist. Vor vielen Jahren hat sie ein entsetzliches Massaker an ihrer Familie als Einzige überlebt. Holt sie die Vergangenheit ein? – Diesmal war ich von Anfang an in der Geschichte und habe es praktisch inhaliert. Sehr spannend und konnte mich am Ende auch noch sehr überraschen.
Meisterdetektiv Ron Kamonohashi 12: Ron und Toto reisen nach England an die berühmte Blue Akademie, da Rons guter Name wieder hergestellt wurde. Doch auf einmal verschwinden Agenten der Blue und schließlich wird die Direktorin tot aufgefunden. So aufregend hatten sich die beiden Ermittler ihren Urlaub nicht vorgestellt. – Viele neue Charaktere zum merken, aber damit haben sie es geschafft wirklich einen neuen Handlungsstrang zu eröffnen.
Die Tagebücher der Apothekerin 9: Die Karawane macht halt am kaiserlichen Palast, was für allerlei Wirbel und auch ganz neuen Gefahren sorgt. Zum Glück behält Maomao alles im Blick. – Auch in Band 9 kann die Qualität der Reihe gehalten werden und immer wieder spannende Rätsel einbringen.
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