Eine Handvoll Bücher – 04/25

Herzlich Willkommen zur vierten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: Spice im Schwimmbecken, einem geheimnisvollem Hotel, Hexen in einer Zeitblase, Fake Dating zu Silvester und ein Wiedersehen im Schneesturm. 

Deep End

Die Handlung: Scarlet ist Turmspringerin am College und trainiert für Olympia. Doch nach einem Unfall hadert sie mit dem Sport. Genau dann tritt Lukas, ein erfolgreicher Schwimmer, in ihr Leben. Leider ist er auch der Ex-Freund ihrer besten Freundin. Ein kurzfristiges Arragement sollte zur beiderseitigen Befriedigung sein, doch daraus wird schnell noch etwas ganz anderes. 

Meine Meinung: Ich glaube es ist Ali Hazelwood nicht möglich schlechte Bücher zu schreiben. Gefühlt bin ich vor jedem neuen Buch von ihr skeptisch, denn rein statistisch müsste demnächst der Punkt kommen, wo sie mich doch mal enttäuscht. Aber da es hier um einen Schwimmer geht – die Sportart, die ich selbst über acht Jahre betrieben habe – war ich sofort dabei. Und seit Bride scheint Frau Hazelwood auch kein Problem mehr mit ordentlich Spice zu haben. Aber es funktioniert. Denn es ist hier nicht lieblos eingebaut, weil muss ja für die Verkaufszahlen, sondern es wird genutzt, um die Charaktere sich entwickeln zu lassen. Denn sie erkundet hier die Welt des Erotic Power Exchange und das auf die Bestmögliche und beiseitig einvernehmliche Art. Und darüber hinaus dürfen ihre Charaktere auch an ihren Aufgaben wachsen oder scheitern. Und natürlich gibt es wieder das Unisetting, aber auch hier wieder nicht aus der Standardperspektive, sondern mit dem ganz eigenen Hazelwood-Touch. Ich kann bisher alle ihre Bücher uneingeschränkt empfehlen und Deep End reiht sich da ein.

Fake Dates & Fireworks

Die Handlung: Becca hat ihr Silvester perfekt durchgeplant. Sie und ihr bester Freund Nils – mit dem sie seit 10 Jahren immer an Silvester im Bett landet – wollen sich diesmal in einem Skiresort treffen. Für Becca ist klar, dass es das Jahr wird, in dem sie final zusammen kommen. Bis Nils mit seiner Verlobten auftaucht. Verzweifelt hängt sie sich an Raphael und gibt ihn als ihren Freund aus. Allerdings handelt es sich bei diesem um den verhassten Onkel eines ihrer Kindergartenkinder. 

Meine Meinung: Mein erster Kyra Groh und nach diesem Bucherlebnis auch bestimmt nicht mein Letzter. Dabei wollte ich es am Anfang fast abbrechen. Denn das Weltbild der Protagonistin Becca und die absolute Vergötterung von Nils war mir höchst unangenehm. Doch Kyra Groh schafft es hier den wichtigen Twist einzulegen und die Prota so viel über sich lernen zu lassen und das verbunden mit einer absolut wunderbaren Geschichte, dass ich nach meinen anfänglichen Zweifeln das Buch praktisch inhaliert habe. Ich bin generell ein großer Fan des Fake-Dating Tropes und hier hat es einfach nochmal besonders gut funktioniert, weil es eigentlich auch Haters-to-lovers ist und das tolle Momente geschaffen hat, bei denen ich auch einfach laut loslachen musste. Und ganz nebenbei erzählt es viel über Red Flags und warum wir Frauen unser Selbstbewusstsein nicht aus der Anerkennung der Männer ziehen sollten. Ich habe mir gleich den nächsten Kyra Groh zugelegt und freue mich auf mehr.

Wie lange bis Irgendwann

Die Handlung: Emelie und Sophie haben sich 10 Jahre nicht mehr gesehen, nachdem Sophie von einem Tag auf den anderen Stockholm verlassen hat. Doch bei einem offenen WG-Casting stehen sie sich wieder gegenüber. Und dann sperrt ein Schneesturm sie auch noch zusammen ein. Wie können da nicht die alten Gefühle wieder hervorkommen? 

Meine Meinung: Ein Zufallsfund auf der Buch Berlin als ich eigentlich schon mit meinem Budget durch war. Aber ich lief an dem Stand vorbei, sah die Postkarte zum Buch, die dem Cover nachempfunden war und meine Neugier war geweckt. Ein kurzes Gespräch später war das Buch meins. Dann wuchssen doch wieder die Zweifel in mir. Und am Anfang gab es auch diesen ganz kurzen Moment, wo ich dachte, dass der Schneesturm-Trope nicht funktionieren würde. Wie ich mich da getäuscht habe! Allein die Tatsache, dass ich es innerhalb eines Nachmittags weggesnackt habe, spricht vermutlich für sich. Ich habe die Charaktere innerhalb kürzester Zeit in mein Herz geschlossen, habe mit ihnen gelacht, geweint, mitgefiebert und ihnen nur ein Happy-end gewünscht. Ein weiterer Pluspunkt war, dass es sich um ein Buch mit einer queeren Romance handelte, was auch eine schöne Abwechslung mal wieder war. Ich hoffe, dass die Autorin auf der nächsten Buch Berlin ist und ich nochmal ein Blick auf weitere Bücher von ihr werfen kann. 

Hotel Ambrosia

Die Handlung: Robyn kann durch eine Erkrankung ihr Zimmer nicht verlassen und braucht generell viel Ruhe. Ihre wachen Momente verbringt sie damit das heruntergekommene Hotel Ambrosia von nebenan zu beobachten. Als sie das Angebot einer Podcasterin bekommt, dort wegen eines True Crime Falls zu recherchieren, engagiert sie kurzerhand den obdachlosen Jugendlichen A.J.. Doch dann wird sie Zeugin einer Entführung.

Meine Meinung: Bei den meisten Büchern bin ich am Anfang skeptisch und im Laufe der Handlung legt es sich (oder eben manchmal auch nicht). Doch diesmal war ich von Anfang an begeistert. Konnte sofort mit Robyn mitfühlen, habe gerätselt, Theorien aufgestellt und verzweifelt überlegt, wie die Lösung des Falls sein könnte. Auch die einfühlsame Darstellung der Krankheit und diese Verzweiflung Robyns über ihre Lage war toll geschrieben. Bis ich zum Plottwist kam. Der mir das gesamte Buch kaputt gemacht hat. Ich hatte ihn leider schon vorhergesehen und so gehofft, dass ich mich irrte und es eine weitere Finte der Autorin sei. Aber nein. Es wurde einfach alles, was vorher aufgebaut wurde und was ich so toll an dem Buch fand komplett zerrissen und durch den Dreck gezogen. Das ging so weit, dass ich fast von Ableismus sprechen mag. Einfach nur für einen großen Mindblowing Moment den gesamten Welt- und Charakteraufbau wegzuwerfen, spricht halt nicht für einen guten Twist. Und im Nachwort dann nochmal auf die Krankheit aufmerksam zu machen, die man gerade mit Füßen getreten hat … nun lassen wir das.

Beneath the Ivy

Die Handlung: Marissa gehört einem Hexenzirkel an, die einzigen auf der Insel. Ihr Alltag ist größtenteils gewöhnlich, bis auf die magischen Fähigkeiten ihrer Familie und das sehr eigenwillige Haus. Bis ihre Cousine tödlich erkrankt und die verstoßene Tante auf der Insel gesichtet wird. Und was hat es mit der Zeitblase auf sich, die um die Insel gewebt zu sein scheint?

Meine Meinung: Christian Handel zählt aus gutem Grund zu meinen Lieblingsautor*innen. Gerade seine Jugendromane beim Ueberreuterverlag haben mich bisher nicht ein einziges Mal enttäuscht. So startete ich auch gut gelaunt in dieses Werk und kam auch erstmal gut in die Geschichte rein. Bis ich auf einmal einen Hänger hatte. Denn die Zeitblase sorgt dafür, dass sich Geschehnisse wiederholen und das war zwar verhältnismäßig gut umgesetzt, aber irgendwie hatte ich auch schon genug Geschichten in der Richtung, um einfach nicht richtig reinzukommen. Nachdem dieser Hänger überwunden war, bekam ich aber genau wieder das, was ich an Christian Handels Büchern so gern mag. Tolle Charakter, Geschichten, die sich immer neu anfühlen, auch wenn es sicher vergleichbare gibt, Liebesgeschichten, die glücklich machen, und einfach so viele kleine Details im Schreibstil, das ich immer wieder in den Büchern versinken kann. Auch wenn es vielleicht ein schwächeres Buch von seinen Jugendromane im Ueberreuterverlag ist (sie lassen sich halt schlecht mit den Märchenneuerzählungen oder anderen Werken vom Autor vergleichen), so ist es dennoch eine tolle Geschichte und ich freu mich auf weitere.

Habt ihr eins der Bücher gelesen? Wie fandet ihr es?

Eine Handvoll Bücher – 01/25

Herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: Sandstürmen in Qatar, Träume in Europa, Weihnachten in Finnland, Monster aus Brunnen und Gedankenexperimente aus Japan.

Die im Text erwähnten Bücher nebeneinander mit Cover nach vorne aufgereiht

Sturmflirren

Die Handlung: Rea hat eigentlich alles, was sie braucht. Bis ihr Vater eine Stelle als Diplomat in Qatar bekommt. Den Umzug nach Doha steckt sie überhaupt nicht gut weg und kann sich weder an das Wüstenklima noch die andere Kultur gewöhnen. Bis sie ein geheimnisvolles Phantom trifft und mit einer neuen Freundin bei illegalen Autorennen in der Wüste dabei ist.

Meine Meinung: Tokioregen war 2023 mein Jahreshighlight. Umso gespannter war ich als Autorin Yasmin Shakarami ihr neustes Werk ankündigte. Leider war ich dann auch direkt etwas abgeschreckt. Denn die Handlung sollte in Qatar spielen und nach Tokioregen befürchetet ich, dass hier wieder so viel Fernweh erzeugt wird, dass einige dieses politisch leider ziemlich problematische Land aufsuchen würden. Gerade für mich als queere Person ist der Umgang mit meinen Rechten – bzw. die Abwesenheit dieser – ein großer Kritikpunkt. Doch dann kamen aus meinem Bekanntenkreis die ersten Stimmen und mir wurde versichert, dass meine Befürchtungen unbegründet seien. Also wagte ich einen Blick und kann nur sagen: Sie hatten Recht. Ich habe auch dieses Buch absolut geliebt, denn es zeigt die Seiten Qatars, die gern versteckt werden bzw. auch strafrechtlich verfolgt werden. Wir lernen die queere Community kennen. Wir lernen arm und reich, strenggläubig und freigeistig kennen und dabei wird aber auch nichts hinterm Berg gehalten. Die politische Realität und die Strafverfolgung wird ungeschmückt erzählt und eingebunden. Aber auch ich habe hier gelernt über den Tellerrand hinaus zu schauen und nicht alles in schwarz-weiß zu sehen. Das ganze untermalt Shakarami mit einer tollen Geschichte, auch wenn ich ein bisschen gebraucht habe, um mich an die Protagonistin zu gewöhnen. Jetzt warte ich sehnsuchtsvoll auf weitere Werke von ihr.

Anna – this is my dream

Die Handlung: Anna hat einen guten Job, eine stablige Ehe und zwei wunderbare Kinder. Doch irgendetwas schien all die Zeit zu fehlen. Bis sie auf Grace trifft, die als Straßenmusikerin ihren Traum lebt. Die beiden freunden sich an und starten gemeinsam ihre Karriere. Doch Anna erfährt bald von Grace Geheimnis, das ihre gemeinsame Zeit mit einem unausweichlich näherrückendem Ende umhüllt.

Meine Meinung: Ein Buch, so ganz anders, als alles andere, was ich in letzter Zeit gelesen habe. Es geht um Träume und warum man mit ihrer Erfüllung nicht warten sollte. Dabei sind viele nachdenkliche Aspekte mit eingebunden ohne je belehrend zu wirken. Im Vordergrund steht die Frage, was möchte ich machen, wenn mir egal ist, was andere davon halten. Warum nicht mal von der gewohnten Routine ausbrechen und schauen, was am Wegesrand noch so zu finden ist? Das ganze wird untermalt mit einer liebevollen Geschichte über eine Frau Anfang Vierzig, die eigentlich ein glückliches Leben führt. Sie hat ihre große Liebe geheiratet, einen gut bezahlten Job und zwei Kinder, die sie über alles lieben. Doch warum an diesem Punkt aufzuhören zu träumen? Und statt jetzt einfach alles hinzuschmeißen und irgendwo ganz neu anzufangen, versucht sie ihren neu entwickelten Traum zusammen mit Grace zu verwirklichen und dabei ihre Familie miteinzubeziehen. Gerade das fand ich sehr erfrischen, dass es eine Geschichte über einen Neuanfang ist, ohne die Schuld direkt bei der Familie zu suchen, die sie ja „einenge“. Stattdessen ist es gerade die liebevolle Familie und das damit verbundene Sicherheitsnetz, das ihr den Mut gibt, aus sich herauszukommen. Dennoch ist es keine Feel-Good Geschichte, da gerade Grace und ihre Krankheit noch wichtig werden und wir hier direkt bei der innigen Freundschaft der beiden mitleiden. Taschentücher sollten auf jeden Fall bereit gehalten werden.

Lovely, Hateful Christmas

Die Handlung: Levi reist kurz vor Weihnachten nach Finnland, seiner Heimat, um dort seine Kindheit aufzuarbeiten. Leider lässt ihn zuvor sein Mietwagen im Stich und er landet in seiner persönlichen Hölle: Dem Weihnachtsmanndorf in Rovaniemi. Dort trifft er auf Juna, die Weihnachten über alles liebt. Kann sie Grinch-Levi von der Schönheit des Festes überzeugen?

Meine Meinung: Weihnachts-Romance. Dinge, um die ich generell lieber einen Bogen mache. Doch durch einen Zufall (oder Glück am Glücksrad) ist es auf der Buch Berlin in meinem Beutel gelandet und wurde daher auch passend in der Vorweihnachtszeit gelesen, da der Klappentext zwar sehr nach Klischee, aber auch irgendwie interessant klang. Hätte ich es mal gelassen. Dachte ich am Anfang noch, okay immerhin spielt es in Rovaniemi und das könnte doch ganz interessant werden, kam ich kurz darauf aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Denn unsere liebe Weihnachtssüchtige Juna hat sich eine Hütte im Weihnachtsdorf gemietet, um dort zu bezahlen, um dort arbeiten zu dürfen. Und weil sie es so gern macht, hat sie ihr Zimmer einfach nie wieder geräumt. Und Levi gerät natürlich ausversehen in genau diese Hütte und soll jetzt gänzlich ungelernt direkt mitarbeiten und bezahlt auch noch dafür? Das es solche Schnuppertage geben könnte, will ich gar nicht abstreiten, aber bestimmt nicht für Monate bzw. Jahre. Ansonsten sind die beiden auch mit so ziemlich allen Aktivitäten, die man auf der Website des Dorfes finden kann, beschäftigt, und nur ganz selten wirklich am arbeiten. Oder begleiten gleich ganze Gruppen mit Aufsichtspflicht, was ich glaube niemand ungelernten Touris anvertrauen würde. Wenn wir aber mal von der sehr unlogischen Grundhandlung absehen, bietet das Buch leider auch nicht viel mehr. Wir bekommen das typische Grumpy x Sunshine mit Weihnachtsgrinchflavor, aber während ich das Trope normalerweise sehr gern habe, fand ich es hier einfach nur mega anstrengend. Es werden tragische Hintergrundgeschichten aufgemacht, die aber dann natürlich egal sind, weil „Weihnachten rettet alles“.

Brunnengeister

Die Handlung: Einst lebten Wunschgeister im Königreich. Als die lebensfrohe Lina entgegen ihrer Wünsche verheiratet werden soll, erinnert sie sich wieder an die alten Legenden und opfert eine goldene Kugel in einem alten Brunnen. Doch damit erweckt sie eine alte Macht, die besser weiter geruht hätte.

Meine Meinung: Bekanntermaßen zählt Christian Handel zu meinen Lieblingsautoren. Doch seine düstere Märchen-Adaption Schattengold hatte mir nicht wirklich zugesagt. So war ich skeptisch, was denn Brunnengeister könne, war es doch das gleiche Genre und für den gleichen Verlag geschrieben. Aber zum Glück gibt es bei mir in der Regel zweite Chancen, denn dieses Buch hätte ich nicht verpassen wollen. Ich war von Anfang an direkt in der Handlung gefangen und habe es in zwei Tagen durchgesuchtet. Hier wird das Motiv des Froschkönigs aufgegriffen und wunderbar feministisch ausgebaut. Das ganze gesprickt mit den düsteren Elementen, einem Königreich am Abgrund und der großen Frage, wem man trauen kann und wem nicht. Hier passt einfach alles zusammen und mehr als einmal musste ich meine Theorien überdenken. Christian Handel beweist hier einmal mehr sein Fingerspitzengefühl beim Schreiben von Charakteren und sein großes Wissen über Märchen und ihre Mechanismen. Bin dann bereit für ein neues Buch.

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

Die Handlung: Ein junger (namenloser) Briefträger wird mit seinem bevorstehendem Tod konfrontiert. Da taucht der Teufel bei ihm auf und schlägt ihm einen Deal vor. Für jeden Tag, den der Protagonist länger leben darf, entfernt der Teufel eine Sache von der Welt. Zunächst scheint die Sachlage einfach, denn es gibt so viel unnützes Zeug auf der Welt. Doch was, wenn sich damit auch der eigene Charakter ändern würde?

Meine Meinung: Ein Buch, dass ich allein vom Titel her nicht auf dem Schirm gehabt hätte. Aber als Weihnachtsgeschenk passte es super und ich war doch gespannt, wie das Gedankenexperiment aussehen würde. Leider entwickelte es sich zunächst zu eine ziemlich „Clickbait“-Titel, da es hier zunächst, um ganz andere Dinge geht, die von der Welt verschwinden. Trotzdem war es direkt spannend und stellt den Protagonisten vor eine interessante Grundsatzfrage: Was ist man selbst bereit für einen weiteren Tag Leben aufzugeben. Und wie verlebt man dann diesen Tag? Spontan fallen einem so viele Dinge ein, auf die man verzichten könnte, aber man darf sie nicht selbst aussuchen. Fällt einem auf, wenn etwas auf einmal fehlt? Was wenn diese Dinge, die eigene Persönlichkeit beeinflusst haben? So tasteten wir uns durch die Geschichte und horchen dabei auch immer wieder ins uns hinein. Was wäre, wenn … Mit 192 Seiten handelt es sich um ein sehr dünnes Buch, was ich in kürzester Zeit durch hatte, dennoch mochte ich die aufgemachten Fragen und habe die Geschichte sehr genossen.

Habt ihr eins davon gelesen? Wie fandet ihr es?

Eine Handvoll Bücher – 7/24

Herzlich Willkommen zur siebten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: Geisterfreundschaften, gesetzlich geregelter Magie, Tentakelmonster in der Nordsee, Taschentuchreifer Tagträumerei und wissenschaschaftlicher Romance.

Yadriel & Julian

Die Handlung: Yadriel entstammt einer Dynastie an Brujx, die dafür zuständig sind Geister in die Totenwelt zu geleiten. Doch Yadriel wird die Zeremonie verweigert, da er trans ist. Und bei seiner ersten Beschwörung erwischt er gleich noch den falschen Geist. Und Julian denkt gar nicht daran sich erlösen zu lassen.

Meine Meinung: Der Dias de Muerto ist zur Zeit gefühlt so stark repräsentiert, wie noch nie. Daher hatte ich mich eigentlich gegen das Buch gewehrt, aber dann ist es doch in meinem Einkaufskorb gelandet. Und das zum Glück! Denn die Geschichte ist aus der Sicht von jemandem, der den Wert der Feier für die Latino-Gemeinde in den USA richtig zu deuten weiß und das ganze mit Fantasyelementen zu bestücken weiß. Gleichzeitig haben wir hier ein coming-of-age, da sowohl Yadriel als auch Julian ihren Platz in der Gesellschaft suchen. Zeitgleich muss Yadriel seit seinem Coming-Out als trans Mann noch mit ganz anderen Problemen kämpfen, wird ihm doch ständig seine Identität abgesprochen. Und all das ist in eine spannende Geschichte eingebunden, die für Romance Fans, für Fantasy Fans, für Mystery Fans und für Krimi Fans etwas bietet, ohne an irgendeiner Stelle überladen zu sein. Ich werde auf jeden Fall die Augen offen halten, wenn etwas neues vom Autor kommt.

Die Gesetze der Magie

Die Handlung: Willow will nichts weiter als ihren Doktor am Trinity College machen. Doch trotz der Zusage hat ihr Professor sie nicht aufgerufen. Kurz darauf landet sie an einem geheimen College, wo die Gesetze der Magie mithilfe der verschiedenen Naturwissenschaften erforscht werden. Doch ein plötzlicher Todesfall lässt das Institut unruhig werden. 

Meine Meinung: Erwartungen sind tricky. Denn, wenn man Jenny Karpe auf Instagram verfolgt, so bekommt man einen sehr stilvollen Blog geboten. Viel Liebe zu Ästetik und Musik und immer wieder gute Marketingposts zu dem Buch, so dass ich mich sehr drauf gefreut habe und es mir extra für die spooky season aufgehoben habe. Nur, dass meine Erwartungshaltung nicht erfüllt wurde. Und so stellte sich die Frage, lag es an meinen Erwartungen oder hätte mich das Buch auch ansonsten enttäuscht. Ich bin zum Schluss gekommen, dass es eine Mischung aus beidem war. Denn die Grundidee ist sehr spannend, wurde aber nicht richtig genutzt. Stattdessen verliert sich die Geschichte in seiner eigenen Handlung, der Prämisse und in den Charakteren. Alles wird sehr plump ausgespielt und wir springen viel in allem hin und her. Die Erklärungen der Magie und ihrer Gesetzte bzw. der Forschung an diesen, konnte mir bis zum Ende nicht richtig erklärt werden, stattdessen wurde mit vielen historischen Namen um sich geschmissen. Vielleicht lag auch vieles am Schreibstil, der mich nicht mitreißen konnte. So möchte ich gar nicht sagen, dass das Buch an sich schlecht ist, denn die guten Ansätze sind erkennbar. Aber sie sind mit zu unklar herausgearbeitet.

Ich warte auf dich, Haru

Die Handlung: Eric versinkt gern in Tagträumen. Nach einem Verlust, der ihn den Boden unter den Füßen wegreißt, denkt er immer wieder an Haru, einem jungen Mann, den er vor Jahren in Tokyo über den Weg gelaufen ist. Bis dieser wirklich vor ihm steht. Nur, kann ihn kein anderer sehen.

Meine Meinung: Holt die Taschentücher, Dustin Thao ist zurück! Nach „Bleib bei mir Sam“ widmet er sich wieder einer hochemotionalen Geschichte und erneut dem Thema Trauerbewältigung. Diesmal jedoch nicht mit dem Telefon, an dem der Verstorbene antwortet, sondern mit der Vorstellung einen sympathischen Menschen wiederzubegegnen, der aber nicht richtig da zu sein scheint. Diesmal konnte er mich am Anfang noch nicht so richtig abholen, da mir die Ebene der Tragträumerei von Anfang an zu präsent war. Das hat sich dann gelegt und ich konnte leichter in dem Buch versinken, hatte aber stets eine größere Distanz als noch im ersten Band. Vor allem, weil ich viele von Erics Taten nicht nachvollziehen konnte und teilweise  nur den Kopf geschüttelt habe. Aber irgendwo konnte es doch immer logisch erklärt werden. Und dann kam das Ende, dass ich so absolut nicht vorhergsehen habe und dass mich zerstört  hat. Leute, ihr braucht dafür wirklich Taschentücher, okay?

Not in love

Die Handlung: Rue Siebert ist stolz auf ihre Arbeit bei einem Start-up, wo sie als Wissenschaftlerin sich ganz der Forschung widmen kann. Doch dann tauchen neue Investoren auf und scheinen die Firma anzugreifen. Mit dabei ist Eli Killgore, mit dem Rue fast einen One-Night-Stand hatte. Und obwohl sie auf unterschiedlichen Seiten zu stehen scheinen, kommen sie einfach nicht voneinander los. 

Meine Meinung: Die Bücher von Ali Hazelwood sind bisher stets in meinen Bestenlisten ganz oben zu finden. Mit Bride versuchte sie sich bereits an einer Fantasy-Geschichte, die wesentlich mehr Spice beinhaltete, als man von ihr gewohnt war. Mit Not in Love kehrt sie zwar in die Romance Gefielde zurück, aber hier gibt die Autorin selbst vorab eine Warnung ab, dass es sich von ihren bisherigen Romance Werken unterscheidet. Und Recht hat sie. Zwar schafft sie es wieder sehr schnell die Charaktere aufzubauen und auch den wissenschaftlichen Aspekt gut einzubauen, aber das Buch ist auch voller spicy Szenen. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern ersetzen sie aber nicht die Handlung, sondern sind Teil dieser und auch Teil der Charakterentwicklung. Dennoch muss ich sagen, dass ich am Ende übersättigt war und lieber ein paar Seiten weniger gehabt hätte. Aber im großen und ganzen war es wieder eine sehr tiefgreifende und herzliche Geschichte, die weniger lustige Momente hatte, aber dafür noch einmal auf eine ganze andere Gefühlsebene abzielte. Ich bin gespannt, wie sich Ali Hazelwoods Bücher weiterentwickeln.

Die Farbe der Knochen von Alpakas am Strand

Die Handlung: Eine problematische Klasse wird zu einer Fahrt nach Helgoland verdonnert, um die Dynamik zu verbessern. Dabei gerät die Fähre in einen Sturm und sie landen kurzerhand auf der nicht-existenten Insel Hoogenhörn. Doch damit beginnen die Mysterien erst und wieso ist die Insel eigentlich voller Alpakas?

Meine Meinung: Was für ein verrückter Ritt! Nachdem ich im letzten Jahr die Demons Diaries der Autorin C.C. Hollister verschlungen hatte, stand ich bei der diesjährigen Buch Berlin wieder an ihrem Stand und wollte mir die dazugehörigen Romane holen. Doch dann hatte sie einfach ein neues Buch geschrieben und dann hatte es noch einen absolut abgefahrenen Titel und es ging um Alpakas! Also fiel meine Entscheidung darauf. Zuvor hatte ich noch ein längeres Gespräch mit der Autorin, denn Mobbing war in den content notes versehen. Doch mit der Klasse war das für mich kein Problem. Denn hier hat jeder auf jeden draufgehauen und alle waren so unsympathisch, dass ich mit keinem Charakter wirklich mitfühlen konnte. Das war auch mein größtes Problem mit dem Buch. Für mich wäre es vollkommen in Ordnung gewesen, wenn alle bereits im Sturm drauf gegangen wären. So war es mir leider herzlich egal, wenn wieder jemand in Gefahr schwebte. Darüber hinaus ist die Geschichte aber gut konstruiert, bietet Spannung und ein interessantes Setting. Mit der Auflösung am Ende ist wirklich nicht zu spaßen, die geht nochmal gut unter die Haut. So bin ich gespannt, ob mit dem Setting nochmal etwas gemacht wird oder was sich die Autorin noch so alles ausdenkt.

Habt ihr eins der Bücher gelesen? Wie fandet ihr es?

Eine Handvoll Bücher – 6/24

Herzlich Willkommen zur sechsten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: Monstern aus Mangas, Hexen am Strand, Zeitlöcher durch Musik, Hexen in Nowhere und Romantik im Gefängnis.

Unfollow Me

Die Handlung: Toni ist Bloggerin und hält sich seit einer traumatischen Stalkererfahrung eher bedeckt. Hikaru ist erfolgreicher Mangaka, der jedoch eine besondere Gabe hat. Seine Monster verlassen gern mal die Zeichnungen und suchen die Stadt heim. Als Toni bei einem der Ausbrüche angegriffen wird, beschließt sie Hikaru zu helfen. Doch beide behalten ihre Geheimnisse für sich. 

Meine Meinung: Liza Grimm ist zurück und bringt uns direkt noch einmal eine ganz neue Geschichte. Wir hatten nordische Götter, Hexen ind Edinburgh und eine düstere Schneekönigin-Adaption. Jetzt also zum Leben erwachende Mangazeichnungen. Und ich muss sagen, dass ich sehr interessiert war. Zumal die Autorin keine Mühen und Kosten gescheut hat und eine Künstlerin engagiert hat, die unzählige Zeichnungen für das Buch angefertigt hat. Teilweise sind ganze Kapitel mehr über die Zeichnungen erzählt als durch Worte, was gut funktioniert. Was leider weniger funktioniert ist die Handlung an sich. Denn statt sich auf den spannenden Teil mit den Monstern zu konzentrieren, verkommen die teilweise zu Randerscheinungen. Stattdessen wird versucht eine Liebesgeschichte zu kreieren, die aber daran scheitert, dass beide zu große Angst haben, etwas von sich preiszugeben. Und dadurch zieht sich die Geschichte endlos hin, ohne, dass etwas relevantes passiert ist. Die Charaktere treffen sich, gehen dann aber doch wieder auseinander, weil sie ja „nicht die Wahrheit“ sagen können, bereuen das und treffen sich wieder. Erst ganz am Ende kommt noch einmal Schwung rein, durch – ihr ahnt es bereits – die Monster. Das wäre alles vielleicht noch ein bisschen zu verkraften, wenn Liza Grimm ihre Protagonistin nicht pausenlos darüber reden ließe, wie Geschichten funktionieren und warum gewisse Schemen eben nicht funktionieren. Wenn das also alles bekannt ist, wieso wurde es dann nicht im eigenen Roman umgesetzt?

Starlight Witch

Die Handlung: Juna ist eine Sternenhexe, hat aber nur geringes magisches Potential. Auf ihrer Heimatinsel hat sie daher ein Café eröffnet und ist in ihrem Alltag glücklich. Nur leider ist das alljährliche Hexentreffen wieder auf der Insel. Inklusive eines Wettkampfes der Jugend, zu der sie natürlich nicht eingeladen wurde. Bis sie irgendwie in den Wettkampf gezogen wird. Nun muss sie beweisen, was wirklich in ihr steckt. Denn ihr Leben könnte davon abhängen.

Meine Meinung: Ein Roman, der am Strand spielt, ein Café beinhaltet und doch aus dem Bereich Fantasy ist? Wie konnte ich hier nicht zuschlagen? Schnell war ich auch schockverliebt in das Ambiente, die gemütliche kleine Familie, die dort lebt und alles war sehr cozy. Bis eben die anderen Hexenden kamen und auf dem Wohlfühlfaktor herumgetrampelt haben. Das ist allerdings keinerlei Kritik, sondern war spannend und aufregend mit Juna in ein Abenteuer gezogen zu werden. Ein wenig schade war es, dass der eigentliche Wettkampf sehr kurz gehalten war. Da danach noch einiges an Handlung passiert ist, hätte man das Buch dann auf zwei Bände strecken können. Andererseits war ich froh, dass die Handlung eben mal nicht künstlich gestreckt wurde, sondern einfach rund auserzählt. Und einen Handlungsabschnitt hätte man sogar komplett weglassen können, da die Geschichte danach genauso weitergeht wie vorher. Aber davon mal abgesehen ist es eine Geschichte, die es schafft durchgehend spannend zu bleiben, tolle oder zumindest nachvollziehbare Charaktere einzubinden und das Thema Hexen zwar nicht neu erfindet, ihnen aber dennoch einen neuen und interessanten Touch gibt.

Could it be Love?

Die Handlung: Bonnie hat für jeden ihrer Crushes eine eigene Playlist. Doch ihren aktuellen Crush Dee anzusprechen, traut sie sich nicht. Lieber erstellt sie eine weitere Playlist. Doch als sie im Plattenladen ihres Vertrauens eine alte Playlist hört, wird sie in eine alternative Realität geschleudert und steht auf einmal ihrem ersten Crush gegenüber. Und bei dem einen Mal soll es nicht bleiben. Und Bonnie lernt, was hätte sein können, wenn sie mutig gewesen wäre

Meine Meinung: Was wäre wenn Szenarien faszinieren mich immer wieder und spätestens seit Matt Haigs Mitternachtsbibliothek hatte ich auch wieder Lust sie mehr im literarischen Bereich zu erkunden. Umso begeisterter war ich als Lea Kaib uns genau dies für ihr neustes Buch ankündigte. Schon beim ersten Aufschlagen fielen mir gleich die Playlisten ins Auge und ich war sehr fasziniert von der tollen Auswahl, die mich zum ersten Mal seit langem direkt überzeugten und ich hatte unglaubliche Lust auf das Buch. Es startet auch unglaublich gut und ich habe mich Bonnie sehr nah gefühlt. Ihre Unsicherheiten waren super nachvollziehbar und ich hab direkt mitgefiebert. Leider kann diese Spannung nicht über die ganze Geschichte gehalten werden. Auch, wenn die Was wäre wenn Szenarien gut abwechslungsreich sind, ist schon beim zweiten schnell die Luft raus. Gerade im dritten Szenario gab es dann auch eine Szene, die ich sehr schwierig fand. Insgesamt war die Geschichte auch wirklich schön und ich mochte das Buch, aber es hat sich dann doch zwischenzeitlich gezogen, was sehr schade ist.

Miss Moons höchst geheimer Club ungewöhnlicher Hexen

Die Handlung: Mika Moon bekommt eine seltsame E-Mail und wird nach Nowhere House gerufen, wo sie feststellen muss, dass dort gleich drei ungelernte Junghexen Zuflucht gefunden haben. Nur, dass das komplett gegen die Regeln ist. Doch Mika nimmt sich der Aufgabe an und scheint zum ersten Mal ein Zuhause zu haben. Nur, dass Geheimnisse und der bevorstehende Besuch eines Anwalts das Glück schnell zerstören könnten.

Meine Meinung: Wer ‚Mr Parnassus Heim für magisch Begabte‘ mochte wird Miss Moons höchst geheimer Club ungewöhnlicher Hexen lieben! Sie teilen sich nicht nur im deutschen sehr lange Titel, die aber dennoch eine wunderbare Faszination auslösen, sondern auch eine ähnliche Grundprämisse. Das ist aber keinesfalls negativ, weil beide Bücher daraus ganz wunderbare Geschichten zaubern und auch Miss Moon konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite absolut begeistern. Es war cozy, es war eine interessante Welt, tolle Charakter, die aber sehr vielschichtig waren. Die Geschichte baut sich langsam auf und bringt genug Verrücktheiten mit, die einem zum schmunzeln bringen, aber hört auf, bevor es albern werden kann. Die Liebesgeschichte ist dezent, aber auf den Punkt gebracht. Lediglich das Finale ging dann schneller über die Bühne als gedacht. Hier gab es vielleicht den ein oder anderen Zufall zu viel, der die ein oder andere Person etwas zu schnell umgestimmt hat, um logisch zu sein, aber so passt es weiter in die cozy Grundstimmung des Buches.

Dangerously Close

Die Handlung: Liv ist Journalismusstudentin und steht kurz vor ihrer Masterarbeit. Diese würde sie nur zu gern über den Fall der ermordeten Sarah Mills schreiben, zumal sie an dem Abend auf der gleichen Party war. Doch dafür braucht sie ein Interview mit Weston Vermont, dem Mörder Sarahs. Doch der hat seit seiner Verurteilung nichts mehr dazu gesagt. Durch ihre Hartnäckigkeit bekommt sie ihr Interview, doch beide konnten die Folgen ihres Treffens nicht vorhersehen.

Meine Meinung: Ein Buch, dass ich wohl nicht gekauft hätte, wenn ich nicht schon vorher etwas von der Autorin gelesen hätte. Denn auch die ganze Werbung, die Lana Rotaru vorab für ihr neustes Werk gemacht hat, ließ mich eher skeptisch zurück, da mir die Grundprämisse nicht zusagte. Aber – und das ist ein großes Aber – ich hätte es bereut, wenn ich im Buchladen nicht nachgegeben hätte. Denn es ist wohl das bisher beste Buch der Autorin. Von den Schwächen früherer Reihen ist nichts mehr zu merken. Stattdessen nimmt sie uns mit auf einer Achterbahn der Gefühle, eine Geschichte voller Spannung und Emotionen. Während der Anfang noch relativ gewöhnlich anfängt, war ich bereits nach dem ersten Zusammentreffen von Westin und Liv restlos überzeugt. Geschickt schafft Rotaru es Westin gleichzeitig seine Rolle spielen zu lassen und doch die richtigen Signale auszusenden, so dass es verständlich ist, wieso sich Liv weiter darauf einlässt. An keiner Stelle gibt es irgendwelche toxischen Manipulationsspielchen, sondern nur ehrliche Gefühle. Beide Charaktere treffen sich auf Augenhöhe und jede Reaktion ist absolut nachvollziehbar. Das sehr spannende Ende kam mir fast ein bisschen zu kurz, aber ich konnte es auf den letzten 150 Seiten nicht mehr zur Seite legen und war super geflasht von den ganzen durch dachten Lösungen, so dass die Geschichte auch in allen Aspekten logisch bleibt. Man muss sich auf die Prämisse einlassen, aber man bekommt definitiv etwas geboten und ich weiß wieder, warum ich die Laufbahn der Autorin so gespannt verfolge. Denn mit dem richtigen Verlag ist bei ihr so viel möglich!

Habt ihr eins davon gelesen? Wie hat es euch gefallen?

Eine Handvoll (oder mehr) Bücher – 5/24 – Pride Month Special

Es ist Juni und damit Pride Month. Bedeutet, dass jedes Jahr im Juni die LGBTQIAP+ Gemeinde zu verschiedenen Veranstaltungen, inkl. dem Christopher Street Day, aufruft und so für ihren Kampf auf Gleichberechtigung aufmerksam macht. Beginnend waren die Stonewall Unruhen von 1969, die als Beginn des Kampfes für Rechte und Gleichberechtigung angesehen wird. Wir haben seitdem einen wunderbaren Wandel in vielen Ländern erlebt, aber noch immer sind wir weit von realer Gleichberechtigung entfernt. In diesem Beitrag soll es um ein paar Lesetipps gehen, die sich mit LGBTQIAP+ befassen. Es handelt sich lediglich um eine kleine Auswahl, gerne könnt ihr mit eure liebsten Bücher zu diesem Thema nennen.

Loveless

Die Handlung: Georgia hat nur ein Ziel: Geküsst zu werden, bevor es aufs College geht. Doch sie verspürt so gar keine Anziehung zu egal welchem Geschlecht. Auch auf dem College geht die Sehnsucht weiter. Küssen und Beziehungen gehören doch zum Erwachsen werden Prozess dazu, oder? Doch wieso fühlt Georgia nichts davon?

Warum das Buch so wichtig ist: Mein erster Roman von Alice Oseman und definitiv nicht der Letzte! Hier haben wir auch eine Repräsentation, die noch mit am wenigsten im Buchmarkt vorhanden ist (belehrt mich gern eines besseren): Das A in LGBTQIAP+. Wir reden von Ace und Aro, also A-Sexualität und A-Romantik. Hier herrschen noch so viele Vorurteile und die Unaufgeklärtheit ist selbst in queeren Reihen teilweise noch stark vertreten, was hier ebenfalls wunderbar angesprochen wurde. Es geht nicht nur um Georgia, sondern auch um ihr Umfeld, deren Reaktionen und auch die Reaktionen in einer queeren Gruppe, die eigentlich unterstützen sollte. Ein Buch, das mit der Nähe zur Protagonistin so viel Aufklärungsarbeit leistet und doch immer wieder betont, dass sie nur eine Geschichte von vielen erzählt und es nicht alle als gleich erleben.

Boris

Die Handlung: Boris, ein Vampir, hat seine Ausbildung beim thaumaturgischen Notdienst beendet und fängt in der Abteilung von Martin van Helsing, ein Werwolf, an. Gleich an seinem ersten Tag gibt es einen Anschlag auf eine Blutbank und kurz darauf eine gescheiterte Vampirverwandlung. Boris lassen beide Fälle nicht los. Gibt es eine größere Verschwörung? 

Warum das Buch so wichtig ist: Während die queere Repräsentation in Liebesromane schon deutlich zugenommen hat, wie meine diesjährige Auswahl zeigt, so sind die anderen Genres leider noch etwas schwieriger zu finden. Denn auch, wenn ich versuche diese Liste so breitgefächert wie nur möglich zu gestalten, waren diesmal einfach kaum andere Bücher dabei (vielleicht sind sie auch einfach nur an mir vorbei gegangen). Aber mit Boris haben wir die Genres Fantasy und Krimi abgedeckt. Das Spin-off zur Mona Reihe beschäftigt sich diesmal mit Boris. Dieser ist in seinen Vorgesetzen verknallt. Das wird auch immer wieder mit thematisiert, aber an vorderer Stelle steht die Charakterentwicklung und der Kriminalfall. Wir treffen auch wieder auf das polyamuröse Dreiergespann aus dem letzten Mona Band, was mich zusätzlich noch freute.

You are my sun

Die Handlung: Jae-Sun hat sich seinen Traum erfüllt und seinen eigenen Mangaladen eröffnet. Seit zwei Jahren beobachtet er nun schon den schweigsamen Henry, der jeden Freitag kommt, um ein Gacha zu ziehen. Bis er sich endlich traut ihn um ein Treffen zu bitten. Doch Jae-Sun muss mit seiner Angst vor Ablehnung zurecht kommen und auch Henry trägt Geheimnisse mit sich rum.

Warum das Buch so wichtig ist: Hier haben wir die Geschichte einen jungen Mangabesitzers, der sein Coming Out bereits hinter sich hatte und seines Schwarms, der erst nach und nach versucht sich und seine Sexualität zu entdecken. Der sich auch gar nicht labeln möchte, sonder nur weiß, dass er verliebt ist. Doch die beiden haben beide ihre Probleme, sei es mit Zurückweisungen, weil sie einfach zu oft schon erlebt wurden, oder mit der erfahrenen Ausgrenzung durch Queerness. Das alles ist leider real und in dieser wunderbaren Geschichte verarbeitet.

The 99 boyfriends of Micah Summers

Die Handlung: Micah hatte in seinem Leben bereits 99x einen Crush auf einen Jungen. Diese hat er auf seinem Instagramkanal als Zeichnungen festgehalten. Leider hatte er aber noch nie ein Date bzw eine Beziehung. Mit Crush 100 soll alles anders werden. Und als er in der Bahn den perfekten Jungen trifft, ist er sich sicher. Das ist Crush 100. Aber sie wurden getrennt, ehe er auch nur den Namen erfahren konnte. Und so beginnt eine Suche durch Chicago. 

Warum das Buch so wichtig ist: Hier haben wir eine Geschichte, die zeigt, dass es als queerer Mensch halt auch schwierig sein kann, wenn man einen Crush hat, aber einfach nicht weiß, ob der andere ebenfalls passend queer ist. Als hetero Mensch ist die Auswahl einfach wesentlich größer. Und selbst, wenn alles zu passen scheint, ist eben doch nicht alles sofort perfekt. Und ganz nebenbei ist es auch einfach eine süße Geschichte.

Wie Wellen im Sturm

Die Handlung: Louise bekommt die Chance ihr Schreibtalent im Internat Schloss Mare zu verbessern. Dafür lässt sie ihre Familie zurück und stellt sich der ganz neuen Welt. Im Fußballteam findet sie schnell Anschluss und Freundinnen. Nur ihre Mitbewohnerin Mika ist ziemlich verschlossen, vor allem da Louise durch Zufall ein Geheimnis von ihr erfährt. Zeitgleich schlägt ihr Herz in Mikas Nähe unglaublich schnell. Was haben diese Gefühle zu bedeuten? 

Warum das Buch so wichtig ist: Auch hier haben wir eine queere Liebesgeschichte, diesmal reden wir über das L in LGBTQIAP+. Auch dieses kommt gefühlt immer noch kürzer als das männliche Pendant. Da wir hier auch ein relativ junges Paar haben, geht es hier auch viel um Selbstfindung, um das akzeptieren der eigenen Sexualität und natürlich auch um Coming Outs. Wir lernen, wie man als Ally helfen kann, wie man richtig zuhört und den Leuten ihre eigenen Entscheidungen überlässt. Auf jeden Fall eine Empfehlung und ich freu mich auf weitere Teile der Reihe.

Check & Mate

Die Handlung: Mallory hat Schach einst geliebt, doch inzwischen scheint es ihr ein Fluch zu sein. Doch als sie in einem Wohltätigkeitsturnier ausversehen den amtierenden Weltmeister Nolan Sawyer schlägt, wird sie wieder in die Welt des Profischachs gerissen. Denn Nolan will unbedingt erneut gegen sie antreten und Mallory braucht Geld für ihre Familie.

Warum das Buch so wichtig ist: Wieso das Buch drin ist, obwohl wir hier doch eine typische hetero Romanze zwischen einer Frau und einem Mann haben? Weil es das eben genau nicht ist. Mallory ist Bi und geht damit auch offen um. Sie hat sowohl Ex-Freunde als auch Ex-Freundinnen und nur, weil sie sich in diesem Buch in einen Jungen verliebt, macht sie das nicht weniger queer oder gar hetero. Bi-Sexuelle Menschen haben es in der Gemeinschaft immer noch sehr schwer, weil ihnen gern von beiden Seiten die Sexualität aberkannt wird. Nicht queer genug für die einen, weil sie eben auch in heteronormativ-gelesenen Beziehungen sind, und doch zu queer für die Heteronormative Mehrheit. Es ist auch nicht so, dass bisexuelle Personen sich nicht entscheiden können. Daher mag ich die Repräsentation in diesem Buch, wo offen damit umgegangen wird. Zwar werden die genannten Probleme hier ausgeschwiegen, da Mallorys Sexualität niemanden stört, aber der Fokus liegt hier auch auf Schach und der Charakterentwicklung. Trotzdem finde ich es schön, wenn bi sein auch einfach mal als normal dargestellt wird.

Die Kunst des Verschwindens

Die Handlung: Nico trifft durch Zufall die Schauspielerin Ellen Kirsch und freundet sich mit ihr an. Während jede Begegnung mit ihr, sich beinahe magisch anfühlt, scheint Ellen etwas zu bedrücken. Und dann verschwindet die Schauspielerin ohne ein Wort. Doch Nico kommt mit der Leere, die ihr Verschwinden hinterlassen hat, nicht zurecht. 

Warum das Buch so wichtig ist: Die Kunst des Verschwindens ist keine normale Romanze, sondern ein sehr nachdenkliches Buch. Durch die Aufmachung und Vermarktung gehört es vermutlich eher zur „gehobenen“ Literatur, also mit einem höheren Anspruch als der reinen Unterhaltung. Wir haben hier philosophische Ansätze und generell ist die Geschichte sehr nachdenklich. Und das schönste? Eine der beiden Protagonistinnen ist lesbisch und geht damit auch offen um. Also praktisch queere Repräsentation in einem Buch, das nicht unbedingt für eine junge Zielgruppe geschrieben wurde, zumal die Protagonistinnen auch schon etwas älter sind. Weil man eben nicht im Älterwerden merkt, dass alles nur „eine Phase“ ist.

Was sind eure queeren Leseempfehlungen? Schreibt mir gern!

Eine Handvoll Serien – 3/24 – K-Drama Special

Herzlich Willkommen zur dritten Ausgabe der serientastischen Handvoll und dem zweiten K-Drama Special in diesem Jahr. Heute mit: ungewöhnlicher Hochzeit, Idols als Marktleitung, lächelnden Hotelangestellten, Geschichte, die sich wiederholt und einer Dämonenhochzeit.

So I married the Anti-Fan

Die Handlung: Lee Geun-Young ist Reporterin und soll von einer Cluberöffnung berichten, auf der auch das angesehene Idol Hoo Joon eingeladen ist. Dabei beobachtet sie vermeintlich sein schlechtes Verhalten gegenüber seiner Ex-Freundin und gerät mit ihm aneinander. Als sie kurz darauf ihren Job verliert, ist sie sich sicher, dass das Idol dahinter steckt und beschließt seine Lügen Publik zu machen. Dabei gerät sie ins Visier seiner Fans, nachdem sie sich öffentlich als Anti-Fan platziert hat. Doch ein Sender sieht darin Potential und schließt mit Geun-Young und Joon einen Vertrag über eine Reality Show, in der Idol und Anti-Fan zusammenleben. Doch die beiden sind wie ein Pulverfass kurz vorm explodieren.

Meine Meinung: Was als Handlungsbeschreibung super witzig klang, war leider eher anstrengend. Ich fand den Aspekt mit dem Anti-Fan und allgemein ein weiteres Drama in der Welt der Idols total spannend. Leider sind durchweg alle Charaktere unsympathisch – von vielleicht ein oder zwei Nebencharakteren abgesehen. Die Zickereien zwischen Geun-Young und Joon wollen einfach nicht aufhören. Immer, wenn man denkt, dass sie sich ein bisschen angenähert haben, kommt wieder die Kehrtwende und wir durchleben alles wieder von vorne. Manchmal kommen kurze Momente durch, in dem man mit den Charakteren Mitleid empfindet und kurz darauf wird es wieder durch ihr Verhalten zu nichte gemacht. Toxischer als dieser Beziehungsanfang ist nur die Geschichte der beiden Nebencharaktere in Form von Joons früheren Mittrainees. Hier wird sich solange terrorisiert, bis sogar Suizid im Raum steht. So hatte die Serie mit ihrer Idee viel Potential, die leider so gar nicht genutzt wurde. Schade.

CEO-dol Mart

Die Handlung: Die fünfköpfige Idol Gruppe Thunder Boys haben leider den großen Durchbruch verpasst, nachdem ihr erster Erfolg von einer Tragödie überschattet wurde. Nun fünf Jahre später sind sie alle getrennte Wege gegangen, doch bekommen unerwartet einen Supermarkt vererbt, den sie nicht so leicht verkauft kriegen. Also beschließen sie sich wieder zusammen zu tun und den Supermarkt selbst zu leiten. Doch das ist gar nicht so einfach.

Meine Meinung: Als großer Monsta X Fan habe ich die Serie eigentlich nur angefangen, weil Hyungwon einen Teil der Thunder Boys spielt. Geblieben bin ich, weil mich die Serie absolut mitreißen konnte. In gerade mal 10 für koreanische Verhältnisse mit ca. 40 Minuten, sehr kurzen Folgen wird eine Geschichte erzählt über Freundschaft, über Trauer, über Träume, über Hoffnung und über Neuanfänge. Das alles wird wunderbar als Komödie verpackt, weiß aber auch mit den Emotionen der Zuschauenden zu spielen. Gerade, weil hier mal die Freundschaft im Vordergrund stand und nicht die große Liebe, die hier fast gar nicht vorhanden ist, war es mal eine schöne Abwechslung zu den anderen Dramen. Schauspielerisch waren hier zwar nicht die größten Profis am Werk, aber auch das hatte Charme und machte die Serie noch sympathischer. Wer also mal ein K-Drama probieren möchte, aber von dem ganzen Romance Kram abgeschreckt ist, der findet hier den perfekten Einstieg ins Genre.

King the Land

Die Handlung: Gu Won ist Erbe der King Group und leitet den luxuriösen Teil des King Hotels. Dabei steht er in direkter Konkurrenz zu seiner Halbschwester, die darauf aus ist Alleinerbin zu werden. Cheon Sa-Rang träumte schon immer von einer Anstellung im King Hotel und hat sich durch ihr einnehmendes Lächeln und ihre Kompetenz schnell hochgearbeitet. Doch Won kann das aufgesetzte Lächeln überhaupt nicht ausstehen und gerät daher öfter mit ihr aneinander. Doch sie treffen immer wieder aufeinander und nähern sich langsam an. Hat ihre Liebe eine Chance?

Meine Meinung: Am Anfang war ich sehr skeptisch was die Serie anging. Sie wurde mir wärmstens empfohlen und so gab ich ihr eine Chance, doch gerade die ersten Folgen waren etwas chaotisch, vor allem weil einige Zeit zwischen den Episoden verging, ohne, dass die Darstellenden sich groß geändert haben. Nach ein paar Folgen war ich jedoch drin und dann konnte sie mich durchaus mitreißen. Sie schafft es eine gute Mischung aus Drama, Komödie, Romance und Freundschaft aufzubauen. Sa-Rang und ihre Freundinnen bekommen viel Zeit, um ihre tiefe Freundschaft zu festigen und auch ihre Freundinnen bekommen ihre eigene Geschichte. Dadurch gibt es immer einen guten Ausgleich zum vielen Drama und die Geschichte kommt gut voran. Zwischendurch gab es zwar immer mal wieder die Szenen, wo man sich an den Kopf fasst und sich fragt, wie falsch man Entscheidungen treffen kann, aber das hat eher zur Komödie beigetragen, als wirklich zu stören. Gegen Ende gab es dann vielleicht eine Wendung zu viel, da hier einfach kein Abschluss gefunden wurde, sondern die Serie partout auf die üblichen 16 Folgen gestreckt werden musste. Das war ein bisschen überflüssig, aber auch das war letztlich verzeihbar.

Born Again

Die Handlung: In den 1980er Jahren sind Cha Hyung-Bin, ein Polizist, und Jung Ha-Eun, eine Buchladenbesitzerin mit Herzfehler, verliebt und planen zu heiraten. Der schüchterne und aus schwierigen Verhältnissen stammende Gong Ji-Chul hat ebenfalls ein Auge auf Ha-Eun geworfen und mordet nach dem Vorbild seines Vaters, einem psychopathischem Massenmörder, um seiner großen Liebe ein gesundes Herz zu besorgen. Doch in den Wirrungen sterben alle drei. In der Gegenwart sind sie alle wiedergeboren. Ha-Eun ist inzwischen forensische Medizinerin, Hyung-Bin ist ein skurpeloser Staatsanwalt und Ji-Chul ist Medizinstudent. Das Schicksal führt sie alle wieder zusammen. Wird es diesmal ein Happy-end geben?

Meine Meinung: Auch hier wollte ich nochmal ein neues Genre ausprobieren und mich von der Fantasy und Romance, die ich sonst oft bevorzuge zu trennen. Das es dann ein Psychothriller wurde, lag dann doch eher an Lee Soo-Hyuk und Jin Se-Yeon, da mir beide sehr sympathisch sind und ich es spannend fand sie beide mal in einem gemeinsamen Drama zu sehen. Leider war meine Grundeinschätzung leider doch richtig: Ich bin nicht für Psychothriller gemacht. Doch das Drama hat noch ein anderes großes Problem. Während die ersten Folgen in der Vergangenheit spielen und die Charaktere da gut vorgestellt werden und auch sinnvoll agieren, und man somit ihre Handlungen nachvollziehen kann, ist es in der Gegenwart das reinste Chaos. Die Charaktere werden zwar vorgestellt, aber irgendwie eher mit den unwichtigen Informationen, so dass man sich im Laufe des Dramas viel erarbeiten muss. Und dann fängt die Geschichte leider an sich immer wieder im Kreis zu drehen und nicht so wirklich vorwärts zu kommen. Und wenn die Charaktere endlich wieder in der passenden Ausgangssituation sind und man einen Showdown einleiten könnte, kommt ein Zeitsprung und wir fangen wieder bei Null an uns in die Geschichte einzuarbeiten. So kommt man vielleicht auf die geplante Folgenanzahl, aber der Spannung und der Geschichte allgemein hat es defintiv nicht gut getan. Auch war die Motivation der Charaktere teilweise sehr unklar und teilweise auch an den Haaren herbeigezogen. Blutig und voller Leichen war die Serie aber auf jeden Fall, trifft also das Genre. Ich mache dann aber doch wieder einen größeren Bogen darum.

My Demon

Die Handlung: Jeong Gu-Won ist ein 200 Jahre alter Dämon, der ständig neue 10-Jahres-Verträge abschließt, um Seelen für die Hölle zu sammeln. Dabei trifft er auf die CEO Do Do-Hee, die mit Intrigen in der Firma zu kämpfen hat. Bei einem Unfall übertragt sich das Tattoo, das Gu-Won seine Kräfte gibt, ausversehen auf Do-Hee. Fortan müssen sie zusammen arbeiten, um ihre Ziele zu erreichen und den Tausch rückgängig zu machen. Doch dann kommen auch noch Gefühle ins Spiel.

Meine Meinung: Es hätte das Drama des Jahres werden können. Es sah gut aus, die Handlung klang gut und bot genau die Mischung aus Drama und Fantasy, die mich in K-Dramen bisher meist gut überzeugen konnte. Noch das wunderbare Doom at your Service aus dem letzten Jahr im Kopf, war My Demon leider ein Reinfall. Waren die Charaktere am Anfang vielleicht nicht unbedingt sympathisch, aber charismatisch, verwischt das immer weiter und das Drama leidet schnell daran, dass sie für die 16 Folgen einfach nicht genug Handlung hatten – ein Phänomen, was ich leider immer öfter beobachte. So ist gerade Do-Hee bis zum Ende ziemlich unsympathisch und ihre Beziehung zu Gu-Won kauft man beiden nicht so wirklich ab. Es wirkt einfach gestellt und dreht sich auch immer wieder im Kreis, weswegen sich das Drama einfach unendlich zieht. Dabei sind es gerade die Nebencharaktere, die ordentlich Schwung reinbringen. Die beiden Assistent*innen der Protagonist*innen haben wunderbare Geschichten, das Marketing-Team ist immer wieder für einen Gag da und eine gewisse Straßengang ist wohl das humorvolle Highlight des ganzen Dramas. Mit allen habe ich mehr mitgelitten als mit den beiden Hauptcharakteren. Irgendwo wollte ich doch wissen, wie es aus geht, und wenn die ganzen langweiligen Füllerszenen zwischendurch nicht gewesen wären, hätte das Drama wohl auch wesentlich besser funktioniert. So bin ich nur froh, dass es zu Ende ist.

Habt ihr eins davon gesehen? Wie hat es auch gefallen?

Eine Handvoll Filme – 1/24

Herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe der filmischen Handvoll in diesem Jahr. Trotz eines insgesamt eher filmschwachen Jahr, sind doch wieder ein paar zusammengekommen, über die ich mit euch reden will. Diesmal mit: einer sprechenden Eidechse, einem Wal auf dem trockenen, einem mordenden Prinzen, einem toten potentiellen Schwiegersohn und einem entführten Captain.

Leo

Die Handlung: Leo ist eine Echse und lebt zusammen mit Squirtle, einer Schildkröte, in einem Terrarium in einer fünften Klasse. Als beim alljährlichen Elternabend über das Alter von Echsen diskutiert wird, findet Leo heraus, dass er wahrscheinlich nur noch ein Jahr zu Leben hat. Gleichzeitig beschließt die Vertretungslehrerin, dass die Kinder abwechselnd eines der Tiere übers Wochenende mit nach Hause nehmen müssen. Leo sieht darin seine Chance zu fliehen und noch ein Abenteuer in seinem letzten Jahr zu erleben. Doch es soll anders kommen.

Meine Meinung: Als der Film groß auf Netflix beworben wurde, war ich skeptisch, zumal Adam Sandler im Original eine Rolle übernommen hat. Aber an einem kalten düsteren Dezemberabend (ja so lange ist es schon wieder her, dass ich ihn gesehen habe), schien der Zeitpunkt gekommen und ich habe mich direkt in diesen Film verliebt. Er bedient zwar einige Klischees, aber dabei ist er so herergreifend und niedlich und einfach ehrlich. Was als Komödie beginnt, entwickelt immer mehr Tiefe und zeigt, wie sehr die Kinder verstanden werden und wie sie gemeinsam ihre Probleme lösen können. Wie man zusammen halten kann, wenn einem selbst die Eltern nicht verstehen (oder verstehen wollen). Dabei werden so viele coole Ideen eingebaut, wie die Drohne von den absoluten Helikoptereltern, die Gefühle entwickelt. Ich hatte noch nie so viel Mitgefühl für eine Drohne! Natürlich bietet der Film auch eine Menge Aussagen, aber das entwickelt sich ganz natürlich in der Geschichte und nicht mit erhobenem Finger. Ein schöner Film für die ganze Familie.

The Whale

Die Handlung: Charlie hat sich nach einem Verlust sich vollständig zurückgezogen. Durch seine morbide Adipositas traut er sich nicht einmal bei seinem Online-Kurs, den er gibt, die Webcam einzuschalten. Seine Freundin Liz, die Krankenpflegerin ist, drängt ihn ins Krankenhaus zu fahren, da sie befürchtet, dass sein Herz aufgibt. Doch Charlie versucht sich mit seiner entfremdeten Tochter zu versöhnen, die jedoch wenig Verständnis zeigt.

Meine Meinung: Habt ihr eure Taschentücher bereit? Denn die werdet ihr für diesen Film auf jeden Fall brauchen! Gleichzeitig ist der Film definitiv nichts für schwache Nerven und geht einen ordentlich an die Nieren. Aber fangen wir am Anfang an. Wir lernen Charlie kennen und wie er sich vor seinem Onlinekurs nicht zeigen möchte, aber zeitgleich viele Einblicke in die Literatur hat und dort mit Wissen glänzt. Nach und nach erfahren wir in diesem Kammerspiel von seiner Geschichte, von seinem Verlust, wie seine Ehe scheiterte, die Entfremdung zur Tochter und nur Liz, die noch zu ihm hält. Wie er versucht wieder eine Beziehung zu seiner Tochter aufzubauen, die jedoch wohl eins der bösartigsten Miststücke der Filmgeschichte ist. Einen Jungen, der versucht zu missionieren und dabei immer wieder in Charlies Privatsspähre eindringt. Hier wird man an keiner Stelle geschont. Gleichzeitig wird sehr sensibel mit Charlies Krankheit umgegangen und wir schwanken zwischen „Nun helft ihm doch endlich“ und „Akzeptiert bitte seine Entscheidungen“. Man leidet mit, man will, dass es aufhört und vor allem will man ein dringend benötigtes Happy End. Stattdessen steigert sich der Film in einem Strudel aus Negativität und bleibt dabei doch erzählerisch stark. Brendan Fraser hat hier definitiv verdient den Oscar gewonnen, spielt er Charlie doch mit allen Facetten und einer Hingabe, die man selten so in Hollywood sieht. Also absolute Filmempfehlung, aber bitte nur, wenn ihr euch bereit für den Film fühlt.

Die Chroniken von Erdsee

Die Handlung: Prinz Arren wird von einer bösen Kraft manipuliert und ermordet seinen Vater, den König. Auf seiner Flucht begegnet er dem Magier Sperber, der ihn auf seiner Reise mitnimmt. Doch das Gleichgewicht von Gut und Böse in Erdsee ist gestört und noch immer ist jemand auf der Suche nach Arren. Wem kann er trauen? 

Meine Meinung: Ein weiterer Studio Ghibli Film, den ich von meiner Liste streichen konnte. Leider für mich so ziemlich der schlechteste. Das liegt vor allem daran, dass er sich eine Buchreihe als Vorbild genommen hat. Doch statt diese irgendwie von Anfang an zu verfilmen, wurde lediglich ein Ausschnitt genommen und versucht daraus einen Solofilm zu machen. Dafür fehlt aber massiv an Hintergrund, Figuren werden einfach eingeführt, ohne, dass man viel über sie erfährt. Von Anfang an basiert der Film auf der Prämisse, dass Arren seinen Vater aus dem Nichts ermordet hat. Das ganze wird aber später nicht richtig aufgearbeitet oder eingebunden, es wird lediglich auf seine dunkle Seite hingewiesen, die aber auch immer wieder handlungsrelevant ist, ohne, dass sie genauer erklärt wird. Dadurch bin ich überhaupt nicht in die Geschichte rein gekommen, hatte immer wieder Fragezeichen über dem Kopf und dadurch zog sich der Film auch deutlich. Hat insgesamt leider gar nicht für mich funktioniert.

Rendevous mit Joe Black

Die Handlung: William Parrish ist erfolgreicher Unternehmer und steht kurz vor seinem 65. Geburtstag. Als der geheimnisvolle Joe Black in sein Leben tritt ändert sich jedoch einiges, denn dieser ist der Tod und gekommen, um William zu holen. Sie handeln einen Pakt aus, wenn William es schafft Joe bei Laune zu halten, darf er noch weiter leben. Doch das bringt einige Probleme mit sich. 

Meine Meinung: Nachdem der Film immer wieder bei Quizen auftauchte und ich ihn nie erkannt habe, hat meine beste Freundin ihn mir kurzerhand in die Hand gedrückt. Zunächst war ich etwas abgeschreckt, denn eine Liebesgeschichte über 180 Minuten? Wie sollte das funktionieren ohne zu dramatisch oder zu langweilig zu werden? Nun Rendevous mit Joe Black ist die Antwort darauf. Denn der Film nimmt sich zwar viel Zeit, um die Charaktere einzuführen, um den Tod vorzustellen und die Welt nochmal aus seiner Sicht zu sehen, aber dabei ist er an keiner Stelle langweilig. Im Gegenteil schafft er es doch gerade durch diesen Tiefgang uns immer weiter in die Welt reinzuziehen und an den Bildschirm zu fesseln. Dabei ist der Ton trotz des bevorstehenden Todes des Protagonisten locker und mitfühlend. Insgesamt war es ein schöner Film für einen Filmabend und gleichzeitig wunderbar entschleunigend, weil eben nicht das nächste große Drama aufgebaut wurde, sondern sich eins langsam gesteigert hat.

Captain Phillips

Die Handlung: Phillips ist Captains eines Frachtschiffes, das Waren über die Meere befördert. Seine nächste Fahrt führt ihn und sein Team auch in ein Gebiet, in dem immer wieder somalische Piraten gesichtet wurden. Während sie eigentlich dachten ausreichend Vorbereitungen getroffen zu haben, kommt es dennoch zum Supergau: Das Schiff wird von Piraten eingenommen. Und sie sind leider so gar nicht an den Waren interessiert, sondern wollen Lösegeld für die Crew. 

Meine Meinung: Von der Thematik her, war es gar nicht mein Film, aber ich versuche ja nach und nach alle mir fehlenden Tom Hanks Filme nachzuholen. Dieses Jahr stand also Captain Phillips auf der Liste. Und während ich am Anfang noch überlegte, ob ich ihn nicht einfach hätte überspringen sollen, zog er mich dann doch nach kurzer Zeit doch ziemlich in den Bann. Denn die Geschichte wird keineswegs mit der typischen Gut und Böse Moral erzählt, sondern setzt sich durchaus auch mit der Situation in Somalia auseinander, auch wenn es noch deutlich differenzierter sein könnte. Auch die Piraten werden differenziert betrachtet, mit ihren Forderungen und nicht alle in eine Schublade gesteckt. Dennoch bleibt es eine Geschichte, bei der Piraten deutlich gewalttätig waren, da es aber auch auf wahren Begebenheiten basiert, war hier der Spielraum vermutlich auch kleiner. Tom Hanks, aber auch die anderen, spielen hier sehr stark, so dass man regelrecht mitfiebert und der Film nur so dahingleitet. Einen Blick ist er allemal wert.

Habt ihr einen der Filme gesehen? Wie fandet ihr ihn?

Eine Handvoll Bücher – 03/24

Herzlich  Willkommen zur dritten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einer Vampirin in Werwolfgebiet, einem überfürsorglichem Vater, Online Dating, die Liebe zur Musik und einem Detektiv in Mecklenburg-Vorpommern.

Bride

Die Handlung: Misery ist die Tochter eines einflussreichen Vampirs. Nachdem sie in ihrer Kindheit bereits einmal als Pfand in die Menschenwelt geschickt wurde, soll sie nun ein neues Opfer eingehen: Sie soll den neuen Werwolf-Alpha heiraten, um die verfeindeten Spezies zu einem Frieden zu zwingen. Doch Misery hat ihre ganz eigenen Gründe, um der Hochzeit zuzustimmen.

Meine Meinung: Ali Hazelwood konnte mich mit ihren Romancebüchern bereits mehr als einmal begeistern inklusive Jahreshighlights. Nun stand ihr erster Ausflug ins Fantasygenre bevor. Aus der Erfahrung konnte das funktionieren, konnte aber auch eine Geschichte einfach nach Lehrbuch sein. Zumal die Grundidee schon sehr nach letzterem klang. Aber die Autorin konnte mich nicht nur vollkommen überraschen, sondern eben auch wieder absolut begeistern. Denn wir bekommen hier wieder eine starke Frau geliefert, die trotzdem irgendwie in das Machtgefüge eingebunden wird und sich erst daraus befreien muss. Dabei ist die Geschichte sehr intelligent geschrieben, spielt gekonnt mit Genreklischees, greift einige auf, dreht andere um und zeitgleich schafft sie es wieder uns mit einer tollen – diesmal auch sehr spicigen – Liebesgeschichte zu verzaubern. Ich mochte den Weltenbau, die Charaktere und natürlich vor allem wieder den Schreibstil. Habe das Buch in zwei Tagen komplett verschlungen und bin so sehr in die Geschichte abgetaucht, wie schon lange nicht mehr. Nach der Geschichte wieder in der Realität anzukommen war ganz schön schwierig. Große Empfehlung an alle Fantasyliebenden, Fans von Vampirgeschichten oder einfach nur von Ali Hazelwoods Schreibstil.

Der fürsorgliche Mr. Cave

Die Handlung: Nachdem Terence Cave nicht nur Mutter und Frau verloren hat, sondern auch den Tod seines Sohnes mit ansehen musste, beschließt er auf seine Tochter Bryony ganz genau acht zu geben und merkt nicht, dass er sie mit seiner Fürsorge immer weiter erdrückt. 

Meine Meinung: Matt Haig hat es schon geschafft mich mit seiner Mitternachtsbibliothek zu überzeugen. Hat er sich da schon viel mit dem Thema Tod auseinander gesetzt, geht er es hier nochmal von einer ganz anderen Seite an. Denn Terence Cave ist definitiv vom Tod verfolgt. Dabei erfahren wir erst nach und nach, was es mit den einzelnen Geschehnissen auf sich hat. Eine Besonderheit ist hier auch der Erzählstil. Denn es ist aus Terrence Sicht geschrieben, aber wie ein langer Brief an seine Tochter, in der er viel Vorshadowing betreibt, aber auch gern zwischendurch in die Vergangenheit abschweift und man nicht so genau weiß, was einem als Nächstes erwartet. Und hat man am Anfang noch deutlich Verständnis für sein Handeln und will die Tochter auch mehr als einmal ordentlich durchschütteln. Dabei geht Matt Haig mit der anstehenden Eskalation der Situation sehr behutsam vor, so dass man sie selbst erst viel zu spät merkt und anfängt seine eigenen Gedanken zu hinterfragen. Hätte man wirklich in der Situation so gehandelt oder war man einfach von dem erklärenden und rechtfertigen Schreibstil so eingespannt? Auf jeden Fall habe ich so einiges nicht kommen sehen und bin noch immer nicht so ganz von der „übernatürlichen“ Komponente überzeugt. Auf jeden Fall kein Wohlfühlbuch, aber gut zum nachdenkenund reflektieren.

Love Game

Die Handlung: Hallie und Jack haben nach einer Hochzeit einen One-Night-Stand. Danach wird beiden klar, dass sie eher die große Liebe suchen und sie melden sich unabhängig bei einer Dating-App an. Dadurch treffen sie wieder aufeinander und schließen Freundschaft. Gleichzeitig schließen sie eine Wette ab: wer zuerst die Liebe findet, gewinnt.

Meine Meinung: Nach dem Klappentext war ich auf jeden fall angefixt und habe das Buch spontan gekauft. Dass ich es daraufhin direkt verschlinge und kaum aus der Hand legen kann, war dann doch eine kleine Überraschung. Denn die Geschichte ist an sich eigentlich ziemlich vorhersehbar und entwickelt sich auch genau so, wie man es erwartet. Aber der Weg ist dennoch unglaublich sympathisch und auch einfach sehr gut geschrieben. Das liegt vor allem an den beiden sehr sympathischen Charakteren, die sich ihre Zeit zum entwickeln geben und so die Geschichte tragen, auch wenn man weiß, worauf es hinausläuft und welche Zwischenstationen zwangsläufig erst durchlebt werden müssen. Ich habe mich auf jeder Seite gut unterhalten gefühlt, denn in die Geschichte wird auch eine gute Portion Witz eingestreut und lockert so nochmal mehr auf. Es wird auch nicht ständig über Online Dating hergezogen, auch wenn einige gute  Anekdoten dabei sind. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

More than roommates

Die Handlung: Annie ist als Musikerin mit ihrem Freund erfolgreich auf YouTube unterwegs und sie haben gerade einen Plattendeal an Land gezogen. Das ändert sich jedoch, als ihr Freund sie kurzerhand gegen seine neue Flamme ersetzt. Doch Annie findet in der WG ihrer besten Freundin eine neue Bleibe, auch wenn ihr von Moon das freie Zimmer direkt vor der Nase weggeschnappt wurde. Auch er scheint gerade eine Niederlage erlebt zu haben. Zusammen versuchen sie die Scherben ihres Lebens zusammenzukehren und kommen sich dabei immer näher.

Meine Meinung: Sind wir bereit für ein weiteres Highlight? Ich habe zur Zeit einfach einen echt guten Riecher für herausragende Bücher und habe hier gleich das nächste Buch, dass ich absolut verschlungen habe und dabei jede Seite geliebt habe. Denn hier haben wir eine wunderbare Kombination aus Liebe zur Musik über YouTube und die koreanische Idolwelt. Wir bekommen München und eine tolle WG und wir bekommen aber auch Teile der Geschichte in Seoul und die Unterschiede präsentiert. Annie und Moon sind einfach nur zum knuddeln und verlieben. Ich habe so mit ihnen mitgefiebert und hätte nicht gedacht, dass Kristin Ullmann es schafft die Geschichte am Ende zu lösen, denn die Probleme wirkten absolut unüberwindbar. Aber sie hat es geschafft und das ganze auch noch auf sehr logischem Weg und nicht einfach nur optimistisch gewollt. Dass ich ihren Schreibstil absolut liebe, habe ich glaub ich schon mehrfach zu ihren anderen Büchern geschrieben, aber hier hat sie sich noch einmal selbst übertroffen. Ich liebe Bücher über K-Pop und hier sind einfach auch so viele tolle Anspielungen dabei, dass man die Liebe der Autorin ebenfalls auf jeder Seite merkt. Auch wenn ich es etwas schändlich finde einen Hund und keine Katze nach Suga zu benennen. Aber das war auch mein einziger – und sind wir mal ehrlich auch sehr subjektiver – Kritikpunkt am Buch. Leute, lest diese Geschichte, wenn ihr euch auch nur ein bisschen für K-Pop interessiert oder einfach nur auf der Suche nach einer tollen flauschigen Liebesgeschichte seid.

Waldsterben in Vertikow

Die Handlung: Peer Wesendonks zweiter Fall, diesmal geht es um einen Waldraub. Der ortsansässigen Firma wurden viele Bäume abgeholzt und geklaut. Nun steht diese vor dem finanziellen Ruin. Die Baronin höchst selbst beauftragt Peer mit den Ermittlungen, denn die Polizei soll nicht eingeschalten werden. 

Meine Meinung: Wir machen genretechnisch nochmal eine absolute Kehrtwende, denn ich habe es geschafft noch diesen zweiten Band der wunderbaren cozy Crime Reihe von Frank Friedrichs in der dunklen Jahreszeit zu lesen, bevor ich jetzt im Frühjahr wieder keine Lust darauf habe. Es ging wieder in das beschauliche Städtchen Vertikow mitten in Mecklenburg-Vorpommern. Wir treffen wieder auf Peer, der auch in diesem Band wieder mit vielen Hindernissen zu kämpfen hat. Dabei ist die Repräsentation durch ihn als Ermittler im Rollstuhl wieder gut gelungen. Man lernt viel über die Schwierigkeiten, die das mit sich bringt, Peer hadert immer noch mit sich und seinem neuen Leben, denn einiges geht einfach nicht mehr so gut wie früher. Zeitgleich hadert er aber auch stark mit dem Fall, denn hier scheint alles möglich und nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint. Zusammen mit Peer bin ich mehr als einmal verzweifelt, weil einfach nichts zusammenzupassen schien. Bis zum Ende hatte ich nichtmal den Ansatz einer Ahnung, wie der Fall zu lösen wäre. Umso überraschter war ich dann auch am Ende. Und das ich das Ende überhaupt erreicht habe, war zwischenzeitlich leider gar nicht gesagt. Denn auch wenn ich die Geschichte des Autors sehr schätze, ein wichtiger Schreibgrundsatz heißt einfach „Save the cat“ und daran wurde sich nicht gehalten. Als Katzenliebhaberin war das natürlich ein ziemlicher Schlag, doch sobald man sich davon erholt hat, kann man mit der Geschichte sehr mitfiebern.

Habt ihr eins davon gelesen? Wie hat es euch gefallen?

Eine Handvoll Serien – 2/24

Willkommen zur zweiten Ausgabe der serientastischen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einer Stadt voller Gefängnisse, einer Monarchie, Pokemon im Urlaub, Rehabilitation in der Hölle und Feen in Norwegen.

Mayor of Kingstown – Staffel 1

Die Handlung: In der kleinen Stadt Kingstown gibt es kaum Jobs, außer in den Gefängnissen. Hier versucht Mike McLusky dem Erbe seines Bruders gerecht zu werden und als Bindeglied zwischen Insassen, Gangs auf der Straße und den Wärtern zu agieren. Dabei gerät er selbst immer wieder ins Fadenkreuz.

Meine Meinung: Eine Serie so absolut außerhalb meiner bevorzugten Genres und meiner comfort zone? Ja, ihr habt es richtig erraten, es ist eine Serie mit Jeremy Renner in der Hauptrolle, weswegen ich zumindest mal einen Blick riskieren wollte – zumal ich eh gerade ein Paramount+ Probeabo hatte. Aber die Serie ist definitiv nichts für schwache Nerven, denn hier gibt es kaum eine Szene ohne Gewalt. Warum überhaupt noch jemand in dieser Stadt wohnt ist mir ein absolutes Rätsel. Dabei ist das Drehbuch durchaus gut geschrieben und weiß die Charaktere gut einzusetzen. Aber ich konnte es einfach nicht mehr sehen. Zumal es auch eine ordentliche Portion Gewalt gegen Frauen inklusive Vergewaltigungen gab. Auch wenn die Kamera hier nicht unbedingt direkt drauf hält, war das Leid der Charaktere teilweise nur schwer auszuhalten, weswegen ich auch beschlossen habe, nach der ersten Staffel nicht weiterzuschauen. So sehr ich mich auch über eine neue Serie mit Mr. Renner gefreut habe, so ist es einfach nicht meine Serie.

The Crown – Staffel 6

Die Handlung: Nach der Scheidung von Prinz Charles und Diana gibt diese den Avancen von Dodi Fayed nach. Doch die Paparazzi verfolgen sie schamlos überall hin, was schließlich zum bekannten Unglück führte. Doch auch danach schwebt die Familie zwischen Feierlichkeiten und Verlusten. Schließlich rückt der Fokus auf Prinz William, der an der Uni Kate Middleton kennenlernt.

Meine Meinung: Der Abschluss der Serie, die ich über die Staffeln sehr genossen habe, ist seltsam ernüchternd. Als ob der Serie auf den letzten Metern die Luft ausgegangen wäre. In der ersten Hälfte befassen wir uns nochmal mit vorangig mit Charles und Diana, was insgesamt einfach zu viel Platz einnahm. Es gab zu dem Zeitpunkt auch noch andere Themen, die viel zu sehr am Rand nur erwähnt wurden, um wieder ins Liebesdrama einzutauchen. Und sobald der Teil auserzählt wurde, gelingt der Serie nicht so richtig die Wendung zu anderen Themen. Sie versucht sich nun auf William und Kate zu konzentrieren, doch schweift davon immer wieder ab, hat aber eigentlich auch ansonsten wenig zu erzählen. Am enttäuschendsten ist dann jedoch die finale Folge. Hier wurden extra nochmal Claire Foy und Olivia Coleman als frühere Darstellerinen der Queen dazugeholt, um einen inneren Konflikt der Queen über die Zukunft zu skizzieren, was aber so gar nicht funktioniert. Wir haben noch Charles und Camillas Hochzeit, die aber einfach ins Leere läuft. Es wirkt einfach nicht wie ein runder Abschluss einer Serie, die über die Staffeln so viel aufgebaut hat, deren Staffeln ich immer sehr entgegen gefiebert habe und lässt auch den Cast ein bisschen ungenutzt zurück. Schade.

The Pokemon Congierce – Staffel 1

Die Handlung: Haru kommt frisch im Pokemon-Resort an, einer Insel, wo Reisende mit ihren Pokemons entspannend können. Sie fängt als Concierge an und lernt nicht nur den Umgang mit den verschiedenen Pokemon, sondern lernt auch viel über sich selbst. Dabei erlebt sie allerlei Abenteuer.

Meine Meinung: So kurzweilig die Serie mit ihren gerademal vier Folgen auch ist, so guttuend ist sie auch. Im Prinzip ist es nur ein Serie über ein Resort, mit dem Unterschied, dass hier halt auch Pokemon leben. Mit der Stop-Motion Knetoptik ist alles sehr liebevoll gestaltet, wodurch gerade die kleinen Monster einen schnell ans Herz wachsen – wenn sie das nicht ohnehin schon sind. Mit der Protagonistin habe ich etwas länger gebraucht, um warm zu werden, doch auch das ist schnell geschafft – zumal es halt auch einfach nicht viel Zeit ist. In jeder Folge sind kleine Lebenslektionen verborgen, die sich viel mit den Themen Entspannend und Freundschaft befassen und so zeitgleich auch noch gute Themen umfasst. Dabei wird hier jedoch keineswegs der Finger belehrend erhoben, sondern die Lektionen sind gut in der Serie eingebaut, so dass man sie zwar bemerkt, sie aber die cozy Grundstimmung nicht stören. So freu ich mich auf jeden Fall auf noch viele weitere Folgen.

Hazbin Hotel – Staffel 1

Die Handlung: Charlie Morningstar, die Tochter des Höllenfürsten Lucifer, hat einen einmaligen Plan, um gegen die Überbevölkerung der Hölle vorzugehen: Ein Hotel, in dem Dämonen rehabilitiert werden, um dann in den Himmelaufsteigen zu können. Das würde auch die jährliche Säuberung durch den Himmel in der Hölle überflüssig machen. Doch davor stehen ihr noch allerlei Schwierigkeiten bevor.

Meine Meinung: Definitiv die abgedrehteste Serie, die ich seit langem gesehen habe und das hat nur teilweise etwas mit dem außergewöhnlichem Zeichenstil zu tun. Nachdem die Pilotfolge bereits auf Youtube ein großer Erfolg war, hat sich nach Jahren endlich ein Studio gefunden, um die Geschichte serientechnisch umzusetzen. Und das lohnt sich defintiv, auch wenn es besser ist, die Pilotfolge zu kennen, da man sonst eher kalt in die Geschichte geschmissen wird. So haben wir eine abgedrehte Serie über Rehabilitation in der Hölle, die so wunderbare Karikaturen erschafft, dass für jeden ein Lieblingscharakter dabei ist. So viele originelle Ideen, die man sonst im Einheitsbrei eher vergeblich sucht und das immer mit einigen flotten Musicalnummern versehen. Dabei ist die Serie aber auch sehr explizit, was nicht jeden abholen dürfte, aber dennoch empfehle ich eigentlich jedem zumindest mal einen Blick drauf zu werfen. Auf jeden Fall hatte ich nach der Serie auch wieder große Lust auf ein Cosplay.

Hilda – Staffel 3

Die Handlung: Bei Hilda steht ein Besuch bei ihrer Tante an, doch dort scheint einiges merkwürdig zu sein. Später taucht auch ihr Vater auf, der einiges durcheinander wirft. Doch das ist nicht das einzige Familienproblem, um das sich Hilda in dieser Staffel kümmern muss. Denn eine Offenbarung stellt ihre komplette Identität auf den Kopf.

Meine Meinung: Leider die schwächste Staffel der Serie. Es fehlte einfach der typische Charme, die kleinen Witze und irgendwie auch der Flair, die die Serie zuvor so gut gemacht hat. Das beginnt schon damit, dass wir in der ersten Folge die bekannten Gefilde verlassen und zu Hildas Tante reisen. Hier scheinen einige Geheimnisse zu liegen. Und das taucht in der ganzen Staffel immer wieder auf. Wir lernen Hildas Vater kennen, die Thematik zieht sich ebenfalls durch die restliche Staffel, bevor wir mit der letzten Folge in Filmlänge praktisch alles vorher da gewesene zunichte machen. Leider ziehen sich die  einzelnen Folgen auch noch wie Kaugummi, es kann wenig überraschen, bekannte Figuren werden nicht mehr gut genutzt und am Ende war ich einfach nur froh, als ich die Serie durch hatte. Das ist besonders enttäuschend, weil die vorherigen Staffeln da eindeutig ein anderes Niveau versprochen haben. So ist es eher ein unwürdiges Ende der Serie.

Habt ihr eine davon gesehen? Wie fandet ihr sie?

Eine Handvoll Bücher – 02/24

Herzlich Willkommen zur zweiten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: vielen Crushes, einer buchigen Buchhandlung, K-Pop in Seoul, Liebe zum Schach und dem Verschwinden.

The 99 boyfriends of Micah Summers

Die Handlung: Micah hatte in seinem Leben bereits 99x einen Crush auf einen Jungen. Diese hat er auf seinem Instagramkanal als Zeichnungen festgehalten. Leider hatte er aber noch nie ein Date bzw eine Beziehung. Mit Crush 100 soll alles anders werden. Und als er in der Bahn den perfekten Jungen trifft, ist er sich sicher. Das ist Crush 100. Aber sie wurden getrennt, ehe er auch nur den Namen erfahren konnte. Und so beginnt eine Suche durch Chicago.

Meine Meinung: Ich hab das Buch gesehen, mich in Titel und Cover verliebt, Klappentext hat auch gepasst und schwupps durfte es bei mir einziehen. Habe mich auch direkt zu Anfang in die Geschichte und die Charaktere verliebt und bin nur so durch die Seiten geflogen. Ich mochte Micah, ich mochte seine Suche und die Idee hinter seinem Instagram Account. Allerdings haben wir nach ca. 150 Seiten gefühlt den Höhepunkt des Buches bereits erreicht. Ich war gespannt, was danach noch kommen sollte, hatte ich doch noch einige Seiten vor mir. Die Wendung des Buches hat mir dann leider eher weniger gefallen. Da sie so früh im Buch stattfand, war leider ziemlich offensichtlich worauf es hinauslief und ich hatte das Gefühl, dass es dem Anfang einfach nicht gerecht wurde. Als ob ich ein wenig um die Geschichte betrogen wurde. Ich möchte nichtmal sagen, dass es unlogisch oder schlecht war, es war einfach nur nicht das, worauf ich mich bei der Geschichte gefreut habe. Und das hat meine anfängliche sehr starke Begeisterung zu dem Buch leider getrübt. Dennoch eine deutliche Empfehlung!

Die Buchhandlung in der Baker Street

Die Handlung: Valentina ist seit ihrer Kindheit entfremdet von ihrer Mutter, die sie früh verlassen hat. Umso überraschter ist sie, als sie die Buchhandlung in London von ihrer Mutter erbt. So verlässt sie Seattle und will eigentlich das Erbe so schnell wie möglich verkaufen. Doch in London lernt sie Menschen kennen, die ihr schnell ans Herz wachsen und sie lernt Dinge über sich und ihre Mutter, die ihre Entscheidung stark ins Wanken bringen. 

Meine Meinung: Ein Zufallsfund in einer Buchhandlung. Nach dem Titel und Cover habe ich eine deutlich andere Geschichte erwartet und war daher zunächst etwas enttäuscht. Doch nachdem ich dem Buch eine richtige Chance gab, bin ich schnell in die Geschichte eingetaucht, die sowohl die Geschichte der Mutter, als auch die der Tochter erzählt. Mit diesen Perspektivwechseln hatte ich auch nicht gerechnet, aber beide Geschichten ergeben nur zusammen Sinn und so hab ich mich freudig auf beide gestürzt. Hier ist eine Menge Liebe zu Büchern und Geschichten zu spüren, auch wenn hier wieder einmal eine Buchhandlung gerettet wird, die außerhalb der Buchwelten wohl so gar nicht existieren, geschweige denn überleben würde. Eine Buchhandlung rein auf Sammler ausgelegt, ohne den aktuellen Buchmarkt zu berücksichtigen? Aber davon mal abgesehen, war es eine sehr schöne Geschichte, die mir trotz einiger dramatischer Aspekte stets ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte. Und ganz im Sinne der Geschichte: Manchmal sucht man Bücher nicht, manchmal finden sie einen.

Chasing Melodies

Die Handlung: June lebt mit ihrer Mutter in New York und versucht durch Jobs diese finanziell zu unterstützen. Doch als sie ein Praktikum bei Blossom Entertainment, einem Musikmanagement in Seoul, bekommt, ergreift sie die Chance ihren Vater wiederzusehen. Gleichzeitig kommt sie ihren liebsten Idols ganz nah. Über eine Dating-App lernt sie Alexander kennen, mit dem sie sich sofort verbunden fühlt, nichtsahnend, um wen es sich dabei wirklich handelt.

Meine Meinung: Ein Buch, das ich unbedingt direkt zum Erscheintermin haben und lesen wollte, habe ich mich doch im Vorfeld schon sehr auf die Geschichte gefreut. Am Anfang braucht sie zwar ein bisschen, aber sobald wir mit June in Seoul ankommen, gibt es kein Halten mehr. Es ist tatsächlich ein realistisches Kennenlernen und auch, dass June sich mit den Sitten und der Sprache so gut auskennt, ist gut erklärt. Dennoch nimmt sich das Buch Zeit, um die Geschichte in aller Ruhe auszubreiten, was mir manchmal ein wenig zu sehr slow burn war, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Auch dass das obligatorische Drama ausfiel, bzw. auf ein gutes Maß geschrumpft wurde, hat mir gut gefallen. Es ist immer noch eine gut getroffene K-Pop-Romance, aber es wurden dennoch einige Klischees ausgelassen. Auch die wichtigsten Begrifferklärungen am Anfang helfen, um es zu einer guten Einstiegslektüre ins Genre zu machen. Und selbst, wenn man nichts mit K-Pop anfangen kann, ist es eine funktionierende Liebesgeschichte.

Check & Mate

Die Handlung: Mallory hat Schach einst geliebt, doch inzwischen scheint es ihr ein Fluch zu sein. Doch als sie in einem Wohltätigkeitsturnier ausversehen den amtierenden Weltmeister Nolan Sawyer schlägt, wird sie wieder in die Welt des Profischachs gerissen. Denn Nolan will unbedingt erneut gegen sie antreten und Mallory braucht Geld für ihre Familie.

Meine Meinung: Ich liebe die Bücher von Ali Hazelwood. Zumindest die beiden mit den sehr langen deutschen Titeln, die ich bereits gelesen und verschlungen habe und die sogar Jahresghighlight waren. Dabei habe ich besonders ihre Liebe zur Wissenschaft und ihre doch etwas älteren Protagonist*innen genossen. Nun ging es diesmal um Schach, ein Spiel, das ich zwar beherrsche, aber nie sonderlich gut drin war, und die Hauptcharaktere sind diesmal wieder jünger. Herausgekommen ist wieder ein Werk, das ich einfach nur verschlungen habe – der Schreibstil macht es einem auch sehr leicht – dass dennoch etwas gewöhnungsbedürftiger war. Um ehrlich zu sein, habe ich die Liebesgeschichte bis zum Ende nicht so ganz verstanden, da es viel mit Schachanalogien erzählt wurde, bzw. sich auch viel beim Schachspielen entwickelt wurde. Aber das zieht die Geschichte keineswegs hinab, die sich auch viel über die klassische Liebesgeschichte hinwegsetzt und Mallorys Leben in allen Facetten erzählt und dabei bereits genug Drama bietet. Ihre besondere Beziehung zu Schach, ihrer Familie und ihre Rolle als Frau im Profischach reicht allein, um das Buch zu füllen. Dennoch ist es nicht überfüllt, sondern erzählt rund alles aus. Beziehungsweise fast alles. Gerade am Ende lässt es einiges offen, was irgendwie zur Geschichte passte, mir aber missfiel. Nun, man kann eben nicht alles haben.

Die Kunst des Verschwindens

Die Handlung: Nico trifft durch Zufall die Schauspielerin Ellen Kirsch und freundet sich mit ihr an. Während jede Begegnung mit ihr, sich beinahe magisch anfühlt, scheint Ellen etwas zu bedrücken. Und dann verschwindet die Schauspielerin ohne ein Wort. Doch Nico kommt mit der Leere, die ihr Verschwinden hinterlassen hat, nicht zurecht.

Meine Meinung: Ein Buch, das ich geschenkt bekam, ansonsten wäre ich wohl nie darüber gestolpert. Und erstaunlicherweise ist es auch ein Buch mit einem Schreibstil, den ich normalerweise meide, mit einer Geschichte, die mir normalerweise viel zu langsam erzählt wurde, mit Protagonistinnen, die mir normalerweise zu ruhig wären. Doch Die Kunst des Verschwindens schafft es eine Geschichte zu erzählen, die mich zu faszinieren wusste, bei der ich wie im Fiebertraum immer weiter gelesen habe und mich immer weiter in Vermutungen verstrickt habe. Eine Geschichte, die mich immer wieder zu überraschen wusste, die mich immer wieder zu schocken wusste, die einfach nicht vorhersehbar war. Wir starten bei einer Zufallsbekanntschaft in Berlin, doch landen irgendwie sogar in den Pariser Untergrund und ich kann gar nicht so genau beschreiben, wie dieses Buch es hinbekommen hat, dass das alles sinnvoll und logisch erscheint, obwohl es eigentlich sehr wild wirkt und doch so eine Ruhe ausstrahlt, die auf einen übergeht. Es war definitiv mal eine ganz andere Leseerfahrung und hat mich aus meiner üblichen Komfortzone geholt.

Habt ihr eins der Bücher gelesen? Wie fandet ihr sie?