Rückblick auf das zweite Quartal 2024

Und damit ist 2024 nicht nur schon zur Hälfte vorbei, wir haben auch das zweite Quartal hinter uns gebracht. Das Jahr rast wieder nur so dahin und schon wird es wieder Zeit für meine Top 5 Listen der Highlights aus dem vergangenen Quartal. Viel Spaß!

Meine fünf Kinohighlights

Agust D – D-Day Konzert: 2023 erschien das dritte Studioalbum von Agust D (aka Suga von BTS). Daraufhin ging er auf große Tournee. Nach einer Liveübertragung aus Tokyo gab es nun eine Konzertaufzeichnung des großen Finales in Seoul inklusive einiger Stargäste. – Das Konzert ist wirklich toll, leider sind ein paar Gastauftritte rausgeschnitten und allgemein wirkt es sehr zusammengeschnitten, wobei ziemlich viel vom Vibe verloren geht. Dennoch sticht es gut aus anderen Filmen raus.

Back to Black: Amy Winehouse gelingt der große Musikdurchbruch in jungen Jahren. Doch ihre Alkoholsucht und andere Drogen reißen sie immer weiter in einen Strudel, aus dem sie nicht herauszukommen scheint. – Ein gut geschriebenes Musik-Biopic, in dem wirklich mal eine Geschichte erzählt wird und es nicht um reine Infos aus dem Wikipedia-Artikel geht. 

IF: Bea ist 12 Jahre und hat bereits ihre Mutter an den Krebs verloren. Nun ist ihr Vater für einen Eingriff im Krankenhaus, weswegen sie seit Jahren wieder bei ihrer Großmutter einzieht. Dabei begegnet sie zwei merkwürdigen Wesen aus dem Dachgeschoss und einem Mann namens Calvin, der diese zu betreuen scheint. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um IFs, also ehemalige imaginäre Freunde handelt, deren Kinder inzwischen erwachsen sind. Bea nimmt sich der Aufgabe an, ihnen neue Kinder zu suchen und taucht dabei ein eine faszinierende Welt ein. – Ein berührendes Drama voller phantastischer Elemente, dass im Trailer etwas irreführend als Komödie präsentiert wurde. Zauberhafte Elemente zum wegträumen, treffen auf mitfühlendes Drama rund um die Verlustangst bei Elternteilen.

Alles steht Kopf 2: Riley ist inzwischen 13 Jahre alt und plant mit ihren Freundinnen an einem Eishockey-Camp teilzunehmen. Doch dort eröffnen ihre Freundinnen ihr, dass sie im nächsten Jahr nicht auf die gleiche Highschool gehen werden. Gleichzeitig herrscht in Rileys Kopf helle Aufregung, denn nicht nur wurde die Kontrollkonsole der Emotionen angepasst, es ziehen auch vier neue Emotionen ein. Und gerade Zweifel versucht das beste aus Rileys Situation rauszuholen, sieht in Freude aber eine Bedrohung. Kann das gut gehen? – Ein Spaß für Jung und Alt, die es wieder schafft die Pubertät gut darzustellen und lediglich im Schatten seines eigenen Vorgängers untergeht.

Haikyu – Die Schlacht am Müllplatz: Die Oberschule Karasuno hat es ins Achtelfinale der japanischen Meisterschaften im Volleyball geschafft. Hier stehen sie nun der Nekoma Oberschule gegenüber, die sie bereits aus vielen Testspielen kennen. Zumal die beiden Teams eine lange Geschichte haben. Anpfiff für das Schlacht am Müllplatz. – Spannend, spannender, Haikyu. Emotionsgeladen, bringt die Charaktere auf den Punkt und überzeugt in der Inszenierung.

Meine fünf filmischen Highlights

MX University: 2021 gab die koreanische Idol-Gruppe Monsta X bereits ihr fünftes Fankonzert. Neben ihren größten Hits haben sie auch wieder einige Videos und Spiele vorbereitet. – Ich liebe die Idolgruppe und habe mich daher über jede Minute gefreut, vor allem die Lieder waren wieder super interpretiert. Die Spiele haben sich vielleicht ein wenig gezogen, aber waren trotzdem interessant.

Godzilla Minus One: Am Ende des zweiten Weltkriegs landet der Guerilla-Flieger Kōichi Shikishima auf einer Insel mit einem vermeintlichen Schaden am Flugzeug. In dieser Nacht greift jedoch Godzilla diese Insel an und nur Shikishima und ein Ingenieur überleben. Zurück in Tokyo steht er vor den Ruinen seines Elternhauses. Auf dem Markt läuft er einer Frau über den Weg, die ein Baby aufgenommen hat. Kurzerhand zieht diese bei ihr ein und in der Zeit des Wiederaufbaus arrangieren sie sich irgendwie. Doch dann taucht Godzilla wieder auf und zerstört Tokyo. Und Shikishima schließt sich einer Gruppe an, die einen Plan austüfteln, um Godzilla zu stoppen. – Mehr Charakterdrama als großer Monsterfilm und kann gerade deswegen überzeugen.

The Dark Knight: Der Joker ist nach Gotham gekommen und fordert Batman heraus. Er spielt den Untergrund gegeneinander aus und fordert, dass Batman die Maske abnimmt, sonst würde er weiter töten. Im Zwiespalt tut er sich mit dem Anwalt, und neuen Liebhaber seiner Ex Rachel, Harvey Dent zusammen, um gegen den Joker anzutreten. Doch dabei sind Verluste vorprogrammiert. – Nicht umsonst der stärkste Film der Reihe mit einem brilliant spielenden Heath Ledger als Joker.

Catch me if you can: Der 16-jährige Frank Abagnale Jr. rennt vor der Scheidung seiner Eltern davon. Nach dem Vorbild seines Vaters, der sich im Leben auch einiges ergaunerte, fängt er an Schecks zu fälschen und sich zeitweise sogar als Pilot auszugeben. Doch als der FBI-Ermittler Carl Hanratty auf seine Spur stößt, muss er immer weiter fliehen. – Spannende Komödie, die durch tolle Charaktere überzeugen kann.

Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche: Bei der Probe für seine arrangierte Hochzeit mit der adligen Victori stellt sich Victor so ungeschickt an, dass die Hochzeit droht abgesagt zu werden. Also geht er in den Wald, um zu üben. Doch als er das erste Mal sein Gelübde fehlerfrei aufgesagt bekommt, steckt er den Ring nicht wie gedacht an einen Ast, sondern an den Finger einer Leiche. Emily ist hin und weg, dass sie nach ihrem tragischen Schicksal endlich verheiratet ist. Victor hat also alle Hände voll zu tun, um sie irgendwie von dem Missverständnis zu überzeugen. – Zeitloser Klassiker von Tim Burton, der immer wieder begeistern kann.

Meine fünf serientastischen Highlights

MaiThinkX – Staffel 1-6: Mai Thi Nguyen Kim klärt in dieser Wissenschaftssendung spielerisch und sehr anschaulich über diverse Themen aus Wissenschaft und Gesellschaft auf. Dabei steht das kritische Hinterfragen und die Methodiken im Vordergrund. – Spannende und packend umgesetzte Wissenschafts-Show, die den schmalen Grad zwischen Unterhaltung und Wissensvermittlung wunderbar meistert

Spy x Family – Staffel 2.1: Twilight ist Spion aus Westalis und wird nach Ostania geschleust. In Berlint soll er sich unter der Tarnidentität Loid Forger Zugang zu einem der führenden Politiker verschaffen. Der einfachste Weg ist über die Eden-Akademie, eine der führenden Schulen. Dafür benötigt er jedoch ein Kind. In einem Waisenhaus adoptiert er die Telepathin Anya, ohne von ihren Fähigkeiten zu wissen. Doch leider akzeptiert die Eden nur vollständige Familien, weswegen Loid noch eine Frau braucht. Diese findet er in Yor, weiß jedoch nicht, dass sie eine berühmte Auftragskillerin namens Dornenprinzessin ist. – Die Geschichte rund um die etwas andere Familie geht weiter und hält sich auch hier wieder nah an die Manga-Vorlage und kann den Charme dieser wunderbar einfangen

Die Tagebücher der Apothekerin – Staffel 1: Maomao ist entführt worden und an den Kaiserhof verkauft worden. Dort leistet sie ihre „Schulden“ als einfache Dienerin ab. Doch als eine seltsame Krankheit am Hof ausbricht, entdeckt Jinshi, einer der Eunuchen, ihr Talent als Apothekerin. Dadurch steigt sie auf und bekommt eine bessere Stellung. Doch Intrigen lauern überall. – Farbenfrohe Umsetzung des Mangas, der den Geist gut einfangen kann und charismatisch rüberbringt.

Ready, Set, Love – Thai-Drama: Im Thailand einer nicht so entfernten Zukunft gibt es auf einmal kaum noch männliche Babys. Als Reaktion darauf wurde Die Farm gegründet, wo die Männer außerhalb der Gesellschaft in Sicherheit sein sollen. Einmal im Jahr finden die Reasy Set Love Spiele statt, wo heranwachsende Männer in einem Wettkampf um die Liebe versteigert werden, damit die Kandidatinnen dann eine Familie mit ihnen gründen können. Day ist durch Einfluss ihrer Schwester eine der wenigen Loskandidatinnen, die nicht aufgrund ihres sozialen Status dabei sind. Und während sie versucht dabei zu bleiben, entdeckt sie, dass hinter der Show ein abgekartertes Spiel steckt. – Spannende Grundgeschichte und kann die Spannung durchgängig halten, zumal interessante Charaktere aufgebaut wurden

Doctor Who (2024) – Staffel 1: Nachdem der Doctor in den Specialfolgen sich selbst gespalten hat, reist er mit seiner neugen Begleiterin Ruby Sunday durch Raum und Zeit. Dabei birgt die Herkunft von Ruby ein großes Rätsel, das sie immer wieder beschäftigt. – Der „Neustart“ funktioniert wunderbar und bringt die Serie auf das frühere Niveau zurück. Habe die Staffel wieder sehr gern gesehen

Meine fünf buchigen Highlights

More than roommates: Annie ist als Musikerin mit ihrem Freund erfolgreich auf YouTube unterwegs und sie haben gerade einen Plattendeal an Land gezogen. Das ändert sich jedoch, als ihr Freund sie kurzerhand gegen seine neue Flamme ersetzt. Doch Annie findet in der WG ihrer besten Freundin eine neue Bleibe, auch wenn ihr von Moon das freie Zimmer direkt vor der Nase weggeschnappt wurde. Auch er scheint gerade eine Niederlage erlebt zu haben. Zusammen versuchen sie die Scherben ihres Lebens zusammenzukehren und kommen sich dabei immer näher. – Ich liebe die Geschichte, sie hat alles gehabt. Coole K-Pop Anspielungen, Drama, große Gefühle, viel Liebe zur Musik und das beste aus München und Seoul vereint. 

Die Nacht der Königinnen: Der junge König Gideon hat nach dem Tod seines Vaters frisch den Thron bestiegen. Ihm werden allerlei dunkle Kräfte nachgesagt, weswegen seine Thronbesteigung kritisch beäugt wird. Umso schockierter ist Alixandra als sie zusammen mit zwölf weiteren adligen Mädchen an den Hof gerufen wird, um bei einer königlichen Brautschau anwesend zu sein. Dort angekommen passieren jedoch allerlei seltsame Dinge. Alixandra und ihre neuen Freundinnen versuchen diesen auf den Grund zu gehen. – Ein weiteres Buch, das ich einfach weggesnackt habe. Ich liebe Christian Handels Schreibstil und hier hat er es wieder geschafft einen unwiderstehlichen Sog aufzubauen, das ich die Geschichte quasi inhaliert habe.

Wie Wellen im Sturm: Louise bekommt die Chance ihr Schreibtalent im Internat Schloss Mare zu verbessern. Dafür lässt sie ihre Familie zurück und stellt sich der ganz neuen Welt. Im Fußballteam findet sie schnell Anschluss und Freundinnen. Nur ihre Mitbewohnerin Mika ist ziemlich verschlossen, vor allem da Louise durch Zufall ein Geheimnis von ihr erfährt. Zeitgleich schlägt ihr Herz in Mikas Nähe unglaublich schnell. Was haben diese Gefühle zu bedeuten? – Endlich wieder eine queere Liebesgeschichte! Und dann auch noch eine sehr süße und auch das Ambiente und der Schreibstil haben mich komplett überzeugt.

Eine Leiche zum Tee 2: An Amys Schule ist Projektwoche, zu der auch ein paar hochrangige Ehemalige eingeladen sind. Unter anderem soll ein Stück der hochverehrten Krimiautorin Olivia Hartcastle aufgeführt werden, mit ihr in einer Nebenrolle. Nur, dass es bei den Proben zu einem Mord kommt und die Autorin nicht mehr nur die Leiche spielt. Amy, ihre neue Freundin Willow, und natürlich ihre Tante und ihr Krimiclub, sind den Tätern dicht auf den Fersen. Doch auf einmal haben sie es auch noch mit Geistern zu tun. – Ich liebe die Geschichten rund um Amy und ihre Tante, sie sind so wunderbarer cosy crime, genau nach meinem Geschmack. Leider gibt es bisher keinen weiteren Band.

Divine Rivals: Nachdem Iris Bruder Forest an die Front in einem göttlichen Krieg gezogen ist, nimmt sie die Stelle bei einer Zeitung an, um sich als Kollumnistin zu beweisen. Doch ihr Konkurrent Roman hackt gern auf ihrem Aussehen herum. Zu Hause schreibt Iris auf ihrer Schreibmaschine Briefe, die aber nie ihren Bruder an der Front erreichen, sondern auf magische Weise bei Roman auftauchen. – Sehr starke Geschichte, die Gräuel des Krieges so realistisch und doch auf eine fantastische Ebene zu bringen weiß.

Was waren eure Highlights im ersten Quartal?

Rückblick auf den Juni 2024

Ein Monat, der sich nicht so recht entscheiden konnte, ob er Sommer sein wollte oder nicht, ist zu Ende. Mit einer kleinen Auszeit an der Ostsee war der Juni für mich wunderbar entspannt und hatte wieder ein gutes Maß von allem zu bieten – außer die Kinobesuche, da war aber auch die Auswahl wieder eher mau. Zeit also einen Blick auf meine mediale Ausbeute zu werfen:

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Alles steht Kopf 2: Riley ist inzwischen 13 Jahre alt und plant mit ihren Freundinnen an einem Eishockey-Camp teilzunehmen. Doch dort eröffnen ihre Freundinnen ihr, dass sie im nächsten Jahr nicht auf die gleiche Highschool gehen werden. Gleichzeitig herrscht in Rileys Kopf helle Aufregung, denn nicht nur wurde die Kontrollkonsole der Emotionen angepasst, es ziehen auch vier neue Emotionen ein. Und gerade Zweifel versucht das beste aus Rileys Situation rauszuholen, sieht in Freude aber eine Bedrohung. Kann das gut gehen? – Ein Spaß für Jung und Alt, die es wieder schafft die Pubertät gut darzustellen und lediglich im Schatten seines eigenen Vorgängers untergeht.

Haikyu – Die Schlacht am Müllplatz: Die Oberschule Karasuno hat es ins Achtelfinale der japanischen Meisterschaften im Volleyball geschafft. Hier stehen sie nun der Nekoma Oberschule gegenüber, die sie bereits aus vielen Testspielen kennen. Zumal die beiden Teams eine lange Geschichte haben. Anpfiff für das Schlacht am Müllplatz. – Spannend, spannender, Haikyu. Emotionsgeladen, bringt die Charaktere auf den Punkt und überzeugt in der Inszenierung.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Erneut gesehen habe ich: Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche (Noch immer ein schöner Stopmotion-Film), Catch me if you can (Noch immer beherrscht der Film den schmalen Grad zwischen Humor und Spannung) und Batman Begins (Ein gelungener Auftakt der Reihe).

Godzilla Minus One: Am Ende des zweiten Weltkriegs landet der Guerilla-Flieger Kōichi Shikishima auf einer Insel mit einem vermeintlichen Schaden am Flugzeug. In dieser Nacht greift jedoch Godzilla diese Insel an und nur Shikishima und ein Ingenieur überleben. Zurück in Tokyo steht er vor den Ruinen seines Elternhauses. Auf dem Markt läuft er einer Frau über den Weg, die ein Baby aufgenommen hat. Kurzerhand zieht diese bei ihr ein und in der Zeit des Wiederaufbaus arrangieren sie sich irgendwie. Doch dann taucht Godzilla wieder auf und zerstört Tokyo. Und Shikishima schließt sich einer Gruppe an, die einen Plan austüfteln, um Godzilla zu stoppen. – Mehr Charakterdrama als großer Monsterfilm und kann gerade deswegen überzeugen.

The Dark Knight: Der Joker ist nach Gotham gekommen und fordert Batman heraus. Er spielt den Untergrund gegeneinander aus und fordert, dass Batman die Maske abnimmt, sonst würde er weiter töten. Im Zwiespalt tut er sich mit dem Anwalt, und neuen Liebhaber seiner Ex Rachel, Harvey Dent zusammen, um gegen den Joker anzutreten. Doch dabei sind Verluste vorprogrammiert. – Nicht umsonst der stärkste Film der Reihe mit einem brilliant spielenden Heath Ledger als Joker.

The Dark Knight Rises: Nach den Ereignissen im vorherigen Film hat Bruce Wayne die Rolle des Rächers an den Nagel gehängt. Doch dann taucht Bane auf und fordert eine Revolution in Gotham. Während sich Batman mit Catwoman einlässt, merkt er jedoch schnell, dass er gegen Bane nicht ankommt. Auch Comissioner Gordon kommt an seine Grenzen. Und während Batman von Bane weggesperrt wurde, nimmt er die Stadt Stück für Stück ein. Wird der dunkle Ritter aufsteigen? – Sehr langer Film, der aber auch viel zu erzählen hatte. Kann deswegen aber auch nicht mehr mit seinen Vorgängern mithalten.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

A quiet place – Tag 1: Nach zwei grandiosen Filmen des Genres gibt es nun das übliche Prequel. Obwohl wir in Part II bereits einige Einblicke in diesen Tag bekamen, wird die Geschichte nun noch einmal aus einer anderen Perspektive erzählt. Der Trailer sah ganz spannend aus und ich bin sehr gespannt.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft hat es: The Bikeriders

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Erneut gesehen habe ich: Die Gummibärenbande – Staffel 2 (Und habt ihr schon einen Ohrwurm?)

Gordon Ramsay – Uncharted Showdown – Staffel 1 (Eigentlich nur wegen der Walesfolge angefangen, aber doch interessant genug, um auch die anderen Folgen zu sehen)

Meisterdetektiv Ron Kamonohashi – Staffel 1 (Gelungene Umsetzung des Mangas, der die einzelnen Fälle gut in Szene setzt)

Criminal Minds – Staffel 5-6 (Ein bisschen mehr Drama um die Charaktere, aber der Fokus bleibt bei den Fällen. Weiterhin schön zum nebenbei schauen)

Die Tagebücher der Apothekerin – Staffel 1 (Farbenfrohe Umsetzung des Mangas, der den Geist gut einfangen kann und charismatisch rüberbringt)

Goedam – K-Drama (Kurzweilige Horror-Anthologie über Großstadtmythen. Erklärt leider nichts dazu, aber man ist schnell durch)

Ready, Set, Love – Thai-Drama (Spannende Grundgeschichte und kann die Spannung durchgängig halten, zumal interessante Charaktere aufgebaut wurden)

Doctor Who (2024) – Staffel 1 (Der „Neustart“ funktioniert wunderbar und bringt die Serie auf das frühere Niveau zurück. Habe die Staffel wieder sehr gern gesehen)

The Avengers – Earth Mightiest Heroes – Staffel 1 (Nach Jahren endlich mal die Staffel beendet. Kann die Einführung der Charaktere am Anfang nicht durchgängig halten und schafft es nicht die spannenden Geschichte zu halten)

Gabriel Drop Out – Staffel 1 (Nette Grundidee, schafft es leider nicht die Geschichte interessant zu halten, aber nett für zwischendurch)

Bridgerton – Staffel 3 (Die große Enthüllung steht bevor, worauf sich die Serie auch etwas zu sehr konzentriert und mir daher die Gefühle nicht richtig vermitteln konnte)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 16
Seiten insgesamt: 4.981
Seiten pro Tag: 166 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 8
Comic/Manga/Graphic Novel: 6
Hörbuch: 1

Erneut gelesen habe ich Spiritus Daemonis Folge 2 Teil 1 (Vorbereitung für Teil 2 war wieder sehr witzig und abgedreht)

Wie das Leuchten von Bernstein: Marie ist glücklich mit ihrem Verlobten und ihren Blumenladen in München. Doch als beides zerbricht, bleibt ihr nichts anderes übrig als zu ihrer Oma nach Hiddensee zu fliehen. Der Ort, von dem sie damals ebenfalls geflohen ist und nie zurückkehren wollte. – Netter Sommerroman für zwischendurch, der ein bisschen zu stark das Drama künstlich aufbaut, aber durch die Charaktere funktioniert.

Divine Rivals: Nachdem Iris Bruder Forest an die Front in einem göttlichen Krieg gezogen ist, nimmt sie die Stelle bei einer Zeitung an, um sich als Kollumnistin zu beweisen. Doch ihr Konkurrent Roman hackt gern auf ihrem Aussehen herum. Zu Hause schreibt Iris auf ihrer Schreibmaschine Briefe, die aber nie ihren Bruder an der Front erreichen, sondern auf magische Weise bei Roman auftauchen. – Sehr starke Geschichte, die Gräuel des Krieges so realistisch und doch auf eine fantastische Ebene zu bringen weiß.

A man and his cat 2: Wir bekommen neue Einblicke aus dem Alltag des alten Mannes mit seinem neuen Kater. Wie er aufblüht, wie die Neuigkeit aus seiner Arbeit aufgenommen wird und wir bekommen auch Erinnerungen an früher. – Weiterhin super süßer Manga, der mir regelmäßig ein „Aaawwww“ entlockt hat.

Die Tagebücher der Apothekerin 8: Ein Freikauf auf dem Rokushokan steht bevor. Wir erfahren mehr über Maomaos Geschichte und ihren Vater und auch Jinshi kommt sie wieder näher. – Die Geschichte geht stark weiter und schafft es auch weiter Handlung zu haben.

Nordseesterne: Louisa wollte immer Köchin werden. Stattdessen arbeitet sie in der Firma ihrer Mutter und sieht sich einem Antrag des stellvertretenden Chefs gegenüber. Von ihrer Mutter gedrängt, kommt sie nicht einmal dazu, den Antrag abzulehnen, doch ein Gehirntumor ihrer Mutter veranlasst die beiden zu einer Auszeit in Greetsiel. Die Heimat ihrer Mutter birgt einige Überraschungen. Und dann ist da Holger, der Koch, dem Louisa aushilft, und ihr Herz höher schlagen lässt. – Leider sehr viel unangenehmes Drama, daher als leichte Strandlektüre eher ungeeignet.

Starlight Witch: Juna ist eine Sternenhexe, hat aber nur geringes magisches Potential. Auf ihrer Heimatinsel hat sie daher ein Café eröffnet und ist in ihrem Alltag glücklich. Nur leider ist das alljährliche Hexentreffen wieder auf der Insel. Inklusive eines Wettkampfes der Jugend, zu der sie natürlich nicht eingeladen wurde. Bis sie irgendwie in den Wettkampf gezogen wird. Nun muss sie beweisen, was wirklich in ihr steckt. Denn ihr Leben könnte davon abhängen. – Tolle Geschichte mit ein paar kleineren Kritikpunkten, funktioniert wunderbar als Einzelband, hat tolle Charaktere und eine starke Protagonistin.

Stadt der träumenden Bücher – Graphic Novel Band 1-2: Der Lindwurm Hildegunst von Mythennetz bekommt von seinem Paten ein Manuskript, das durch und durch perfekt ist. Um mehr darüber herauszufinden, macht sich der Lindwurm auf in die Stadt der Bücher. Doch dort gerät er in ein Netz aus Lügen und Intrigen, die ihm das Leben kosten könnten. – Toll gezeichnet mit vielen guten Ideen, konnte mich aber final nicht überzeugen.

Herzklopfen im kleinen Bonbonladen am Meer: Marla träumt schon ihr ganzes Leben davon nach Sylt zu ziehen. Als sie kurz davor ist, sich ihren Traum zu erfüllen, taucht ich Freund Johann einfach ab. Kurzerhand versucht Marla das beste aus der Situation zu machen und besucht eine Freundin auf der Insel. Schon auf dem Autozug lernt sie den sympathischen Peer kennen, der sie ins Zuckerhüs einlädt, dem Bonbonladen seiner Großmutter. Dort verliebt sich Marla nicht nur in den kleinen Laden. Doch kann ein Neuanfang so einfach sein? – Ein paar zu viele Zufälle und das Sommergefühl kam nicht so richtig rüber, obwohl sich dafür sehr viel Mühe gegeben wurde.

My genderless Boyfriend 5: Im finalen Band der Reihe nimmt Meguru Abstand von den Unicorn Boys und stellt sich neuen Aufgaben. Auch Wako bekommt neue berufliche Chancen. Und auch ihre Beziehung wird auf das nächste Level gebracht. – Die Reihe ist eine absolute Herzensreihe und auch der finale Band kann mich wieder komplett überzeugen. Die Reihe ist herzlich, cosy und einfach zum verlieben.

Could it be love?: Bonnie hat für jeden ihrer Crushes eine eigene Playlist. Doch ihren aktuellen Crush Dee anzusprechen, traut sie sich nicht. Lieber erstellt sie eine weitere Playlist. Doch als sie im Plattenladen ihres Vertrauens eine alte Playlist hört, wird sie in eine alternative Realität geschleudert und steht auf einmal ihrem ersten Crush gegenüber. Und bei dem einen Mal soll es nicht bleiben. Und Bonnie lernt, was hätte sein können, wenn sie mutig gewesen wäre. – Ich mochte die Idee und die Geschichte sehr, aber irgendwie fehlte der Funken, der mich ans Buch fesselte. Ich kann aber nicht sagen, woran es lag.

Die Prinzessin von Atlantis: Zwei Jahre sind seit den Ereignissen des ersten Bandes vergangen. Ria und Percy gehen sich in Oceana, der letzten Festung der Nachfahren der Atlanter, noch immer getrennte Wege. Doch als Intrigen in die Tat umgesetzt werden und so ihrer aller Leben in Gefahr ist, müssen sie erneut eine Seite wählen. Aber wird es die Richtige sein? – Gelungener zweiter Band, der die Geschichte gut fortführt und neue Baustellen aufmacht. Bin sehr gespannt auf das große Finale.

Spiritus Daemonis – Folge 2 Teil 2: Die Spukbusters versuchen noch immer das Rätsel um den wiederaufgestandenen Patienten zu lösen. Dabei bekommt Vince im Jenseits nochmal neue Informationen, die sie auf eine heiße Spur führen. – Spannende Weiterführung der Geschichte mit einem Schauplatzwechsel, der es einem nochmal schwieriger macht das Buch aus den Händen zu legen.

Drachenregen: Der Sohn des Drachengotts rettet einen gewöhnlichen Sterblichen vor dem Tod und stellt ihn als Diener ein. Aber wieso reagiert er so merkwürdig auf den Sterblichen? Und dann muss er sich auch noch den Gefühlsausbrüchen seines Vaters widmen, die die Macht haben große Zerstörung anzurichten. – Mein erster Boyslove Manga, der mich aber nicht abholen konnte. Die Gefühle kommen überhaupt nicht richtig rüber und zudem ist die Geschichte mehrfach problematisch. Schade.

Miss Moon höchst geheimer Club ungewöhnlicher Hexen: Mika Moon bekommt eine seltsame E-Mail und wird nach Nowhere House gerufen, wo sie feststellen muss, dass dort gleich drei ungelernte Junghexen Zuflucht gefunden haben. Nur, dass das komplett gegen die Regeln ist. Doch Mika nimmt sich der Aufgabe an und scheint zum ersten Mal ein Zuhause zu haben. Nur, dass Geheimnisse und der bevorstehende Besuch eines Anwalts das Glück schnell zerstören könnten. – Super cozy Geschichte mit super lieben Charakteren. Habe mich von Anfang bis Ende in die Geschichte verliebt, auch wenn es am Ende ein bisschen zu schnell ging.

Wie war euer Juni? Was waren eure Highlights?

Alles steht Kopf 2

Ein Vorwort

Pixar war irgendwie nie das Studio, was meine Lieblingsfilme produzierte. Mit Toy Story, dem Steckenpferd, konnte ich nie etwas anfangen und nach ein paar ganz süßen Filmen, wie Findet Nemo, kamen auch nicht so die Filme, die mich unbedingt interessierten oder begeistern konnten. Bis 2015 Alles steht Kopf heraus kam. Der Film konnte mich nachhältig begeistern und hat einen ewigen Platz in meinem Herzen bekommen. Umso aufgeregter war ich, dass nun nach fast 10 Jahren doch noch ein zweiter Teil herauskam. Gleichzeitig war die Angst groß. Was, wenn er mit meinen Erwartungen nicht mehr mithalten konnte? Ob diese Befürchtung berechtigt ist oder nicht, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Riley ist inzwischen 13 Jahre alt und plant mit ihren Freundinnen an einem Eishockey-Camp teilzunehmen. Doch dort eröffnen ihre Freundinnen ihr, dass sie im nächsten Jahr nicht auf die gleiche Highschool gehen werden. Gleichzeitig herrscht in Rileys Kopf helle Aufregung, denn nicht nur wurde die Kontrollkonsole der Emotionen angepasst, es ziehen auch vier neue Emotionen ein. Und gerade Zweifel versucht das beste aus Rileys Situation rauszuholen, sieht in Freude aber eine Bedrohung. Kann das gut gehen?

Meine Meinung

Während wir im ersten Teil die Emotionen Freude, Ekel, Wut, Angst und Kummer kennenlernten und die Probleme nach einem Umzug in eine neue Stadt durchlebten, steht nun die Pubertät vor der Tür. Riley durfte also auch in der Zeit zwischen den Filmen wachsen und sich weiter entwickeln.
Und wie es so in der Pubertät üblich ist, treten die Emotionen wesentlich stärker auf, die Stimmungsschwankungen sind größer und ganz neue Probleme treten auf. Dies wird im Film verdeutlicht durch das Auftauchen von vier neuen Emotionen. Während Peinlich, Neid und Ennui (französisch für Langweile und wird als Emotionen mit der typischen Kein Bock Einstellung von Pubertierenden gleichgesetzt) vergleichsweise kleine Auftritte haben, ist es vor allem Zweifel, die hier voll in ihrem Element ist.
Und auch, wenn sie zwischendurch beinahe als Antagonistin genutzt wird, ist der Beweggrund die Geschichte so zu erzählen, durchaus nachvollziehbar. Denn Entscheidungen, die man früher ganz anders getroffen hätte, bekommen nun auf einmal eine ganz neue Wichtigkeit. Das Bedürfnis dazuzugehören und die Angst vor der Zukunft (die hier auch Zweifel zugesprochen wird) sind vermutlich jedem noch gut bekannt.
So werden die Themen der Pubertät gut angesprochen und die Entwicklung zur Akzeptanz der eigenen Zweifel wird gut aufgezeigt. Manko an der Geschichte ist allerdings, dass dieser komplette Pubertätsentwicklungsschritt an einem einzigen Wochenende erzählt wird. Dass das natürlich länger Zeit braucht und teilweise auch im Erwachsenenalter noch nicht geschafft ist, kommt leider etwas zu kurz. Aber so ist das nun mit einem Film, der eine begrenzte Länge hat.
Auch wird hier vieles aus dem ersten Film wieder verwertet, so dass das Entdecken des Kopfes und wie sich alles vorgestellt wird, etwas kürzer kommt. Zeitgleich ist es natürlich auch verständlich, weil es nicht logisch wäre, hier alles abzuändern, und die ein oder andere Neuerung wurde auch versucht einzuführen, wie beispielsweise das Ich-Gefühl. Dennoch fehlt ein bisschen das Neu-Gefühl und insgesamt kann der Film durch weniger Innovativität punkten. Das ist aber auch einfach das Schicksal einer Fortsetzung.
Dennoch hat der Film wieder seine deutlichen Stärken und beweist wieder einmal das Feingefühl, sowohl Jung als auch Alt abzuholen und einen Film zu schaffen, den man auch gut mit Kindern schauen kann, um einige Dinge zu erklären und besprechen zu können. Gerade in Vorbereitung auf die Pubertät ist der Film gut geeignet, schafft es aber auch darüber hinaus zu unterhalten.
Mit ein paar weniger zitierfähigen Onelinern, dafür aber nochmal mehr Tiefgang als der erste Film, schafft er es seine positive Grundhaltung aufrecht zu halten und zeigt wieder einmal, was Animationsfilme noch alles können. Der Kinobesuch lohnt sich dafür auf jeden Fall!

Das Fazit

Alles steht Kopf 2 bleibt zwar im Schatten seines herausragenden ersten Teils zurück, schafft es aber wieder, mit kleineren Abstrichen, eine tolle Geschichte zu erzählen, mit ordentlich Tiefgang und doch kindergerecht zum verstehen. Ein Spaß für Jung und Alt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Alles steht Kopf 2 läuft seit dem 13.06.2024 in den deutschen Kinos

Furiosa – A Mad Max Story

Ein Vorwort

2015 konnte George Miller mit Fury Road beweisen, wie gute Action geht. Trotz geringer Handlung war man an die Filmleinwand gefesselt und kam aus dem Staunen kaum heraus. Nun beinahe 10 Jahre später darauf ein Spin-off zu gestalten, ist irgendwie schon ein Zeichen dafür, dass es Hollywood weiterhin an neuen Ideen fehlt. Warum auch der Film nicht wirklich überzeugt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Inmitten einer größtenteils unbewohnbaren Welt wächst Furiosa im grünen Tal auf, eine grüne Oase im Outback. Von dort wird sie entführt und Dementus, dem Anführer einer Motorradgang, gebracht, der sie adoptiert, um den Weg zum grünen Tal zu erfahren. Doch selbst die Folter ihrer Mutter, die ihr folgte, bringt Furiosa nicht zum reden. Also versucht Dementus stattdessen die Zitadelle von Immortan Joe einzunehmen.

Meine Meinung

Furiosa trägt den Beinamen A Mad Max Story, da namensgebender Herr nicht auftaucht. Furiosa – ein Drama in fünf Akten wäre aber genauso passend – oder gar passender – gewesen. Denn der Film ist tatsächlich in fünf Akte unterteilt, wie wir direkt am Anfang erfahren. Inklusive Schwarzblende und Kapitelüberschrift. Diese fünf Sinnabschnitte der Geschichte sind zwar irgendwie zusammenhängend, zeigen aber auch, dass in der Geschichte immer wieder größere Zeitsprünge dabei sind. Denn von Furiosas Kindheit bis zum Beginn von Fury Road ist so ziemlich alles dabei. Die einzelnen Abschnitte lassen sich dennoch zu einer großen Geschichte zusammenfügen.
Dabei haben sie alle das gleiche Problem: Sie sind viel zu lang. Hatte Fury Road eine Lauflänge von 120 Minuten, bringt es die Vorgeschichte nun auf stattliche 148 Minuten. Macht durchschnittlich ca. 30 Minuten pro Abschnitt. Diese haben aber selten genug Handlung dafür bzw. wiederholen sich auch gern in ihrem gezeigten immer wieder. So haben wir nicht eine atemraubende Verfolgungsjagd, die in allen Facetten gezeigt wird und in ihrer Brachialität die Zuschauenden vom Hocker zu hauen weiß, sondern immer wieder einzelne Verfolgungsjagden, die aber nie an den Vorgänger heran zu kommen weiß. Dabei will er natürlich auch kein zweites Fury Road sein.
Die Actionszenen sind zwar weiterhin auf hohem Niveau, aber die Verfolgungsjagden scheinen sich einfach nur zu doppeln und holen einen einfach nicht mehr ab. Egal, wie viel Zerstörung angerichtet wird und wie gut die Stunts aussehen. Man hat sie gesehen und dabei bleibt es. Hier hätte es vermutlich wirklich geholfen, wären die Abschnitte zusammengekürzt worden. Auch der Soundtrack kann nicht so richtig für Spannung sorgen. Nur, wenn das Theme aus Fury Road wieder eingespielt wurde, hatte ich einmal mehr das Gefühl voll in der Szene drin zu sein. Darüber hinaus hatte der Soundtrack keinerlei Wiedererkennungswert.
War ich nach dem Trailer von der Besetzung von Anya Taylor-Joy und Chris Hemsworth nicht wirklich überzeugt, so kann der Film doch zeigen, dass die beiden defintitiv nicht das Problem sind. Während Hemsworth seine Rolle geradezu lebt, zeigt Taylor-Joy endlich mal wieder, warum sie als Schauspielerin so groß gefeiert wird. Denn gerade in ihren letzten Filmen hatte ich das Gefühl, dass sie ihren halb arrogant-herablassenden Gesichtsausdruck zu sehr perfektioniert hatte, um ihn wieder ablegen zu können. Sei es in Das Damengambit, Last Night in Soho, New Mutants oder zuletzt The Menu überall war dieser typische Gesichtsausdruck omnipräsent. Doch diesen vermochte sie durchaus abzulegen und konnte ihre Furiosa gut umsetzen und die Emotionen gut rüberbringen, auch wenn vieles gewollt hinter einer unbeeindruckten Fassade blieb.
So hatte Furiosa eine interessante Protagonistin, deren Geschichte durchaus Potential hatte, gute Schauspieler und ein gutes Setting. Abe durch die Länge und die Wiederholungen bei der Action, konnte er mich nicht final abholen.

Das Fazit

Furiosa bietet eine interessante Vorgeschichte der namensgebende Protagonistin, schafft es aber nicht sich über die Länge zu halten, da alle fünf Akte zu lang geraten sind. Selbst ein tolles Setting und gute engagierte Darstellende konnten die Langatmigkeit nicht aufhhalten. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Furiosa – A Mad Max Story läuft seit dem 23.05.2024 in den deutschen Kinos

IF

Ein Vorwort

Ryan Reynolds hat sich in letzter Zeit einen gewissen Ruf für Komödien erworben, beispielsweise mit Free Guy oder seiner ikonischsten Rolle Deadpool. So warb auch IF wieder mit witzigen Szenen und einem gewissen Humor. Trotzdem hat mich das Thema genug gereizt, um ins Kino zu gehen. Warum ich einen gänzlich unerwarteten Film, aber dennoch einen herzerwärmenden, bekam, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Bea ist 12 Jahre und hat bereits ihre Mutter an den Krebs verloren. Nun ist ihr Vater für einen Eingriff im Krankenhaus, weswegen sie seit Jahren wieder bei ihrer Großmutter einzieht. Dabei begegnet sie zwei merkwürdigen Wesen aus dem Dachgeschoss und einem Mann namens Calvin, der diese zu betreuen scheint. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um IFs, also ehemalige imaginäre Freunde handelt, deren Kinder inzwischen erwachsen sind. Bea nimmt sich der Aufgabe an, ihnen neue Kinder zu suchen und taucht dabei ein eine faszinierende Welt ein.

Meine Meinung

Zu Beginn war ich ja ein wenig skeptisch, was IF sein will. Witzige Kindergeschichte? Trauriges Drama? Ein typischer Film mit Ryan Reynolds, der zumindest in letzter Zeit ein Faible für ähnliche Rollen seit seinem Erfolg mit Deadpool. Sei es Free Guy, Killer’s Bodyguard (inkl. des desaströsen zweiten Teils) oder auch sein Meisterdetektiv Pikachu. Schon der Trailer schwankte irgendwie zwischen süßer Kindergeschichte und doch wieder dem bekannten Humor aus zuvor genannten Filmen – wenn auch weiterhin kindertauglich. Zeitgleich haben wir John Krasinski als Regisseur, der zuvor mit seinen A Quiet Place Filmen zwar überzeugen konnte, sich dort jedoch im Horrorgenre aufhielt. Nun auf einmal ein Kinderfilm. Konnte das funktionieren?
IF ist davon alles und zeitgleich nichts. Aber fangen wir doch am Anfang an. Denn hier dachte ich kurz augenrollend, dass Disney ihre traurige Vorgeschichte zurück haben will. Aber nein, schon hier beweist der Film sein Feingespür dafür komplexe Geschichten mit wenigen Bildern lebendig werden zu lassen. Wir erkennen die tiefe Verbundenheit der Familie, die zwar von der Krebserkrankung der Mutter geprägt ist, sich aber dennoch an den schönen Seiten des Lebens fest hält. Hier wurde nicht mit aller Macht auf die Tränendrüse gedrückt, sondern die kamen ganz natürlich, weil wir den Schmerz trotz der schönen Bilder fühlen konnten.
Dann müssen wir die Situation erst einmal neu erfassen. Bea kommt zu ihrer Großmutter, hat sich aber deutlich von ihrer Kindheit distanziert. Man erkennt den Schmerz über den Tod ihrer Mutter hinter der Fassade. Ihr Vater ist nun auch im Krankenhaus. Hier dauerte es ein wenig, um zu erkennen, dass es sich bei ihm eigentlich nur um einen kleinen Eingriff handelt, denn Beas Angst ist greifbar, nun auch ihr verbliebendes Elternteil zu verlieren.
Ab hier beginnt auch die Geschichte mit den IFs. Relativ spät, da wir vorher viel Exposition hatten, was aber für die Charakterentwicklung durchaus angebracht war. Auch die Welt und die verschiedenen IFs lernen wir nach und nach kennen und hier kommen beim Schmunzeln defintiv nicht nur Kinder auf ihre Kosten. Die Welt wird schrittweise vorgestellt und wird immer faszinierender. Hier zeigt sich einmal mehr die faszinierende Fantasy eines Kindes, die mit wundervollen Bildern gezeigt wird. Hiervon hätte es gerne mehr geben dürfen, aber die Geschichte hat andere Pläne.
Grundsätzlich ist der Trailer einfach schlecht geschnitten, da er tatsächlich die wenigen rein lustigen Szenen zeigt und so ein ganz falsches Gefühl des Films vermittelt. Denn er hat zwar seine witzigen Parts, aber geht doch viel tiefer. IF ist wie eine Umarmung an unsere Kindheit und zeigt, wie schön es ist, ein Kind zu sein, und wie gut uns unser inneres Kind auch beim Erwachsen sein helfen kann. Der Film geht tief unter die Haut und hinterlässt trotz teilweise trauriger Szenen und einer gut dosierten Portion Drama ein gutes Gefühl und füllt das Herz mit ganz viel Glücksgefühlen an.
Sowohl optisch als auch schauspielerisch kann IF eindeutig überzeugen. Er vermittelt nicht nur eine schöne Geschichte, sondern transportiert auch tolle Botschaften und holt damit Kinder wie Erwachsene gleichermaßen ab. Also wieder ein perfektes Beispiel, wie er schlecht vermarktet wurde und so viel mehr in sich birgt. Also lasst euch nicht abschrecken und gebt dem Film eine Chance.

Das Fazit

IF vereint eine traurige Grundstory mit jeder Menge Hoffnung und fühlt sich wie eine große Umarmung an. Eine tolle Optik und fantastische Szenen wechseln sich mit einer schönen Botschaft ab und hinterlässt eine Menge Glücksgefühle. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

IF läuft seit dem 16.05.2024 in den deutschen Kinos

Rückblick auf das halbe Jahr 2024

Die Periode Dezember-Mai ist vorbei und damit wird es Zeit für meinen Halbjahresrückblick. Wie jedes Jahr geht es hier eher um ein kurzes Zwischenfazit als um ausführliche Besprechungen, gespickt mit Top 10 Listen. Dann starten wir auch direkt ohne weiteres Vorgeplänkel.

I. Filme auf großer Leinwand gesehen

15 Filme habe ich im ersten Halbjahr im Kino gesehen (-1 im Vergleich zum Vorjahr). Davon war einer ein Anime Special und einer ein Konzertfilm. Wie schon im letzten Jahr lag es weniger an meiner Unlust auf das Kino und mehr an der mangelnden Auswahl. Die wenigsten Filme auf meiner Liste habe ich verpasst. Daher auch diesmal eine verrringerte Liste (statt einer Top 10) – ohne Ranking:

  1. Wonka
  2. Girl you know it’s true
  3. All of us strangers
  4. Dune 2
  5. The Zone of Interest
  6. Back to Black
  7. IF
  8. Agust D – Day-Day Konzert

II. Filme – auf großem Fernseher gesehen

25 Filme liefen im ersten Halbjahr bei mir im Heimkino (+3 im Vergleich zum Vorjahr). Davon sind 3 Wiederholungstäter, 4 Konzertfilme, 4 Reportagen und 1 Netflix Original. Von meiner 12 für 2024 Liste sind 8 Filme gesehen. Meine Highlights auch hier in reduzierter Form – ohne Ranking:

  1. Leo
  2. The Whale
  3. Rendevous mit Joe Black
  4. Der Junge im gestreiften Pyjama
  5. Die Mumie
  6. BTS: Yet to come
  7. BTS. Happy ever after
  8. MX Friends
  9. MX University

III. Serien – ein kurzer Überblick

42 verschiedene Serien mit 77 Staffeln (+11 Serien/+36 Staffeln im Vergleich zum Vorjahr) habe ich im ersten Halbjahr gesehen. Meine Highlights – ohne Ranking:

  1. Goblin – K-Drama
  2. Buddy Daddies – Staffel 1
  3. CEO-dol Mart – K-Drama
  4. King the Land – K-Drama
  5. Hazbin Hotel – Staffel 1
  6. Death in Paradise – Staffel 1-12
  7. Queer Eye – Staffel 8
  8. MaiThinkX – Staffel 1-6
  9. Spy x Family – Staffel 2.1
  10. A Sign of Affection – Staffel 1

IV. Bücher – das beste aus den Lesemonaten

71 Bücher sind gelesen (-15 im Vergleich zum Vorjahr). Davon sind 11 von meiner 12 für 2024 Liste gelesen. Meine Highlights – ohne Ranking:

  1. Chasing Melodies
  2. Check & Mate
  3. Tough Choices
  4. Boris
  5. Love Game
  6. Bride
  7. More than roommates
  8. Die Nacht der Königinnen
  9. Wie Wellen im Sturm
  10. Eine Leiche zum Tee 2 – Mord in der Bibliothek

Wie sah euer erstes Halbjahr aus?
Welcher Film/Buch/Serie fehlt definitiv in meiner Liste?

The Fall Guy

Ein Vorwort

Sie haben den gefährlichsten Job am Set und kriegen doch kaum die Credits, die sie verdienen. Lebensgefährliche Unfälle kostet sie meist nicht nur den Job, sondern lässt sie auch mit Behinderungen oder gar dem Tod zurück. Dies ist meist nichtmal einen Kommentar in der Newsspalte wert. Die Rede ist von Stuntleuten. Um ihnen endlich mehr Aufmerksamkeit zu schenken, hat sich Regisseur David Leitch der filmischen Umsetzung von Ein Colt für alle Fälle angenommen. Wie das funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Colt Seavers (Ryan Gosling) arbeitet als Stuntman. Doch nach einem Unfall zieht er sich komplett aus der Filmbranche zurück. Doch als er den Anruf bekommt, dass ausgerechnet Jody Moreno (Emily Blunt), früher Kamerafrau inzwischen Regisseurin eines Film und ganz nebenbei Colts Ex, ihn als Stuntman angefragt hat, sagt er zu und reist ans Set. Nur leider wusste Jody davon nichts und ist nicht gerade begeistert. Nebenbei ist der Hauptdarsteller des Films verschwunden und Colt bekommt von dessen Agentin den Auftrag ihn dezent zu suchen. Dabei gerät er in ein Netz aus Intrigen.

Meine Meinung

David Leitch habe ich schon seit Atomic Blonde, spätestens aber seit seinem grandiosen Bullet Train im vorletzten Jahr, auf dem Schirm. Als ehemaliger Stuntman kennt er die Branche und auch die Leiden dieser. Kaum Anerkennung für Manöver, in denen sie regelmäßig ihr Leben riskieren. Diese Kombination machte The Fall Guy für mich sehr interessant, auch wenn ich von Ryan Gosling als Hauptdarsteller wenig überzeugt bin.
Der Film fängt auch sehr vielversprechend an. Wir erleben Colt voll in seinem Element, bekommen die angespannte Dynamik mit dem Protagonisten mit und erleben seinen Unfall. Dann Zeitsprung. 18 Monate später müssen wir uns erstmal wieder einfinden. Wir treffen am neuen Set alte und neue Gesichter und da war ich das erste Mal raus. Durch das typische Gewirr amn Set war ich ein paar mal verwirrt, was alles parallel passiert und kam vorallem bei der Szene zwischen Colt und Jody nicht mit, was genau geschehen ist. Denn ihre Vergangenheit wird erst später genauer beleuchtet. Das alles ist nicht weiter tragisch, aber ein Indikator für das, was folgt.
Denn der Film erzählt so viel gleichzeitig, dass er leicht unübersichtlich wirkt, wenn er sich nicht gerade auf seine Actionszenen konzentriert, die er mit einer Brachialität inszeniert und das Publikum minutenlang in Atem zu halten weiß. Leider konzentriert er sich ab einem gewissen Punkt nur noch darauf und übersieht dabei so manches Logikloch.
Ganz nebenbei versucht er sich auch noch seinen Status als Komödie aufrecht zuhalten. Dabei ist es gerade Emily Blunt, die hier großartige kleine Macken einbringt, die gut funktionieren. Die groß angelegten Gags dagegen fallen entweder sehr brutal aus, was meinem Humor nicht entspricht, oder ziehen nur bedingt. Wirklich gelacht habe ich kaum während des Films.
So ist The Fall Guy keineswegs ein schlechter Film. Aber er hat eine ganz eigene Dynamik. Wenn man in diese reingezogen wird und mitten im Film ist, dann hat man vermutlich großen Spaß mit dem Film und geht gut unterhalten raus. Ich bin leider in diesen Sog nicht reingekommen, so sehr ich es auch wollte und hatte daher diesen Unterhaltungsfaktor nicht.
Zumindest eins hat der Film geschafft: Er hat seine Botschaft zum Thema Stuntleute rübergebracht. An der einen oder anderen Stelle hätte er da für mich auch nochmal deutlicher werden können, aber an sich wurden die gängigsten Probleme angesprochen.

Das Fazit

The Fall Guy versteckt das Loblied auf die Stuntleute hinter einer etwas zu verwirrender Geschichte mit ein wenig zu ausschweifender Action und schafft es gerade im Komödienbereich nicht vollständig zu überzeugen. Dennoch ist er auf jeden Fall einen Blick wert und wer von Anfang an von der Dynamik mitgerissen wird, hat hier auf jeden Fall eine gute Zeit. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

The Fall Guy läuft seit dem 30.04.2024 in den deutschen Kinos

Eine Handvoll Filme – 1/24

Herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe der filmischen Handvoll in diesem Jahr. Trotz eines insgesamt eher filmschwachen Jahr, sind doch wieder ein paar zusammengekommen, über die ich mit euch reden will. Diesmal mit: einer sprechenden Eidechse, einem Wal auf dem trockenen, einem mordenden Prinzen, einem toten potentiellen Schwiegersohn und einem entführten Captain.

Leo

Die Handlung: Leo ist eine Echse und lebt zusammen mit Squirtle, einer Schildkröte, in einem Terrarium in einer fünften Klasse. Als beim alljährlichen Elternabend über das Alter von Echsen diskutiert wird, findet Leo heraus, dass er wahrscheinlich nur noch ein Jahr zu Leben hat. Gleichzeitig beschließt die Vertretungslehrerin, dass die Kinder abwechselnd eines der Tiere übers Wochenende mit nach Hause nehmen müssen. Leo sieht darin seine Chance zu fliehen und noch ein Abenteuer in seinem letzten Jahr zu erleben. Doch es soll anders kommen.

Meine Meinung: Als der Film groß auf Netflix beworben wurde, war ich skeptisch, zumal Adam Sandler im Original eine Rolle übernommen hat. Aber an einem kalten düsteren Dezemberabend (ja so lange ist es schon wieder her, dass ich ihn gesehen habe), schien der Zeitpunkt gekommen und ich habe mich direkt in diesen Film verliebt. Er bedient zwar einige Klischees, aber dabei ist er so herergreifend und niedlich und einfach ehrlich. Was als Komödie beginnt, entwickelt immer mehr Tiefe und zeigt, wie sehr die Kinder verstanden werden und wie sie gemeinsam ihre Probleme lösen können. Wie man zusammen halten kann, wenn einem selbst die Eltern nicht verstehen (oder verstehen wollen). Dabei werden so viele coole Ideen eingebaut, wie die Drohne von den absoluten Helikoptereltern, die Gefühle entwickelt. Ich hatte noch nie so viel Mitgefühl für eine Drohne! Natürlich bietet der Film auch eine Menge Aussagen, aber das entwickelt sich ganz natürlich in der Geschichte und nicht mit erhobenem Finger. Ein schöner Film für die ganze Familie.

The Whale

Die Handlung: Charlie hat sich nach einem Verlust sich vollständig zurückgezogen. Durch seine morbide Adipositas traut er sich nicht einmal bei seinem Online-Kurs, den er gibt, die Webcam einzuschalten. Seine Freundin Liz, die Krankenpflegerin ist, drängt ihn ins Krankenhaus zu fahren, da sie befürchtet, dass sein Herz aufgibt. Doch Charlie versucht sich mit seiner entfremdeten Tochter zu versöhnen, die jedoch wenig Verständnis zeigt.

Meine Meinung: Habt ihr eure Taschentücher bereit? Denn die werdet ihr für diesen Film auf jeden Fall brauchen! Gleichzeitig ist der Film definitiv nichts für schwache Nerven und geht einen ordentlich an die Nieren. Aber fangen wir am Anfang an. Wir lernen Charlie kennen und wie er sich vor seinem Onlinekurs nicht zeigen möchte, aber zeitgleich viele Einblicke in die Literatur hat und dort mit Wissen glänzt. Nach und nach erfahren wir in diesem Kammerspiel von seiner Geschichte, von seinem Verlust, wie seine Ehe scheiterte, die Entfremdung zur Tochter und nur Liz, die noch zu ihm hält. Wie er versucht wieder eine Beziehung zu seiner Tochter aufzubauen, die jedoch wohl eins der bösartigsten Miststücke der Filmgeschichte ist. Einen Jungen, der versucht zu missionieren und dabei immer wieder in Charlies Privatsspähre eindringt. Hier wird man an keiner Stelle geschont. Gleichzeitig wird sehr sensibel mit Charlies Krankheit umgegangen und wir schwanken zwischen „Nun helft ihm doch endlich“ und „Akzeptiert bitte seine Entscheidungen“. Man leidet mit, man will, dass es aufhört und vor allem will man ein dringend benötigtes Happy End. Stattdessen steigert sich der Film in einem Strudel aus Negativität und bleibt dabei doch erzählerisch stark. Brendan Fraser hat hier definitiv verdient den Oscar gewonnen, spielt er Charlie doch mit allen Facetten und einer Hingabe, die man selten so in Hollywood sieht. Also absolute Filmempfehlung, aber bitte nur, wenn ihr euch bereit für den Film fühlt.

Die Chroniken von Erdsee

Die Handlung: Prinz Arren wird von einer bösen Kraft manipuliert und ermordet seinen Vater, den König. Auf seiner Flucht begegnet er dem Magier Sperber, der ihn auf seiner Reise mitnimmt. Doch das Gleichgewicht von Gut und Böse in Erdsee ist gestört und noch immer ist jemand auf der Suche nach Arren. Wem kann er trauen? 

Meine Meinung: Ein weiterer Studio Ghibli Film, den ich von meiner Liste streichen konnte. Leider für mich so ziemlich der schlechteste. Das liegt vor allem daran, dass er sich eine Buchreihe als Vorbild genommen hat. Doch statt diese irgendwie von Anfang an zu verfilmen, wurde lediglich ein Ausschnitt genommen und versucht daraus einen Solofilm zu machen. Dafür fehlt aber massiv an Hintergrund, Figuren werden einfach eingeführt, ohne, dass man viel über sie erfährt. Von Anfang an basiert der Film auf der Prämisse, dass Arren seinen Vater aus dem Nichts ermordet hat. Das ganze wird aber später nicht richtig aufgearbeitet oder eingebunden, es wird lediglich auf seine dunkle Seite hingewiesen, die aber auch immer wieder handlungsrelevant ist, ohne, dass sie genauer erklärt wird. Dadurch bin ich überhaupt nicht in die Geschichte rein gekommen, hatte immer wieder Fragezeichen über dem Kopf und dadurch zog sich der Film auch deutlich. Hat insgesamt leider gar nicht für mich funktioniert.

Rendevous mit Joe Black

Die Handlung: William Parrish ist erfolgreicher Unternehmer und steht kurz vor seinem 65. Geburtstag. Als der geheimnisvolle Joe Black in sein Leben tritt ändert sich jedoch einiges, denn dieser ist der Tod und gekommen, um William zu holen. Sie handeln einen Pakt aus, wenn William es schafft Joe bei Laune zu halten, darf er noch weiter leben. Doch das bringt einige Probleme mit sich. 

Meine Meinung: Nachdem der Film immer wieder bei Quizen auftauchte und ich ihn nie erkannt habe, hat meine beste Freundin ihn mir kurzerhand in die Hand gedrückt. Zunächst war ich etwas abgeschreckt, denn eine Liebesgeschichte über 180 Minuten? Wie sollte das funktionieren ohne zu dramatisch oder zu langweilig zu werden? Nun Rendevous mit Joe Black ist die Antwort darauf. Denn der Film nimmt sich zwar viel Zeit, um die Charaktere einzuführen, um den Tod vorzustellen und die Welt nochmal aus seiner Sicht zu sehen, aber dabei ist er an keiner Stelle langweilig. Im Gegenteil schafft er es doch gerade durch diesen Tiefgang uns immer weiter in die Welt reinzuziehen und an den Bildschirm zu fesseln. Dabei ist der Ton trotz des bevorstehenden Todes des Protagonisten locker und mitfühlend. Insgesamt war es ein schöner Film für einen Filmabend und gleichzeitig wunderbar entschleunigend, weil eben nicht das nächste große Drama aufgebaut wurde, sondern sich eins langsam gesteigert hat.

Captain Phillips

Die Handlung: Phillips ist Captains eines Frachtschiffes, das Waren über die Meere befördert. Seine nächste Fahrt führt ihn und sein Team auch in ein Gebiet, in dem immer wieder somalische Piraten gesichtet wurden. Während sie eigentlich dachten ausreichend Vorbereitungen getroffen zu haben, kommt es dennoch zum Supergau: Das Schiff wird von Piraten eingenommen. Und sie sind leider so gar nicht an den Waren interessiert, sondern wollen Lösegeld für die Crew. 

Meine Meinung: Von der Thematik her, war es gar nicht mein Film, aber ich versuche ja nach und nach alle mir fehlenden Tom Hanks Filme nachzuholen. Dieses Jahr stand also Captain Phillips auf der Liste. Und während ich am Anfang noch überlegte, ob ich ihn nicht einfach hätte überspringen sollen, zog er mich dann doch nach kurzer Zeit doch ziemlich in den Bann. Denn die Geschichte wird keineswegs mit der typischen Gut und Böse Moral erzählt, sondern setzt sich durchaus auch mit der Situation in Somalia auseinander, auch wenn es noch deutlich differenzierter sein könnte. Auch die Piraten werden differenziert betrachtet, mit ihren Forderungen und nicht alle in eine Schublade gesteckt. Dennoch bleibt es eine Geschichte, bei der Piraten deutlich gewalttätig waren, da es aber auch auf wahren Begebenheiten basiert, war hier der Spielraum vermutlich auch kleiner. Tom Hanks, aber auch die anderen, spielen hier sehr stark, so dass man regelrecht mitfiebert und der Film nur so dahingleitet. Einen Blick ist er allemal wert.

Habt ihr einen der Filme gesehen? Wie fandet ihr ihn?

Spy x Family – Code White

Ein Vorwort

Über meine Begeisterung von Spy x Family, sowohl als Manga als auch als Anime, habe ich ja bereits gesprochen – hier nochmal nachzulesen. Als dann ein Mangaunabhängiger Film für die Kinos angekündigt wurde, war ich zwar etwas skeptisch, aber auch sehr hyped und bin natürlich sofort ins Kino gerannt. Warum der Film mit kleineren Abstrichen für sich gut funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Für einen Kochwettbewerb an der elitären Eden-Akademie bringt Familie Forger dazu einen Wochenendtrip zu machen. Vater Loid wird dabei jedoch eingespannt, seine Spiontätigkeit nebenbei auszuführen, was er aber vor vor Mutter Yor und Tochter Anya geheim halten muss. Dabei haben auch die beiden ihre Geheimnisse.

Meine Meinung

Bei der Vermarktung eines Anime-Films, der auf einer bestehenden Reihe basiert, aber dennoch unabhängig ist, gibt es gleich mehrere Probleme. Denn zum einen zieht man damit natürlich hauptsächlich die Fans in die Kinos, die bereits gut in der Materie drin stecken und daher mit wenigen Informationen auskommen. Allerdings gibt es auch die Zuschauenden, die sich vorher nicht mit dem Manga oder Anime auseinander gesetzt haben, sondern einfach gern mal einen Anime im Kino schauen. Die brauchen natürlich ein paar mehr Hintergrundinformationen. Doch wie bringt man beide Parteien unter einem Hut?
Spy x Family versucht diesen Spagat, gerät dadurch aber gerade am Anfang stark in die reine Erklärbärfalle. Dadurch zieht sich dieser ein bisschen für die Fans, die bereits alle wichtigen Informationen kennen. Bevor es dann wirklich in den Urlaub geht, vergeht also eine ganze Weile. Zumal der große Konflikt, der aufgemacht wird, von Anfang an nicht funktioniert, da er zwischen den beiden bereits erschienen Staffeln spielen soll und man daher weiß, wie es weitergeht. Dass mit der Auflösung der Familie Forger gedroht wurde, ist daher kein spannender Aufhänger.
Die Reise an sich hingegen gestaltet sich spannend, bietet Überraschungen, zeigt die Charaktere in gewohnter Manier und kann ihnen doch auch mehr Tiefe geben und so Handlung voran treiben. Hier kommt der Film richtig in Schwung und führt uns auch raus aus Berlint, womit auch die Abweichung zur eigentlichen Story räumlich spürbar ist. Die restliche Geschichte funktioniert auch insgesamt vom Spannungsaufbau besser, auch wenn man irgendwie weiß, dass es ein Happy End geben muss. Aber der Weg dahin ist lang und steinig und bietet Fans und Neueinsteigenden einiges.
Lediglich der große Finalkampf schießt ein wenig über das Ziel heraus. Hier wollte sich der Film der Leinwand würdig erweisen und ein großes Spektakel inszenieren inklusive einiger Anspeilungen aug andere Werke der Filmgeschichte. Nur, dass er dabei die Charaktere ein wenig überstrapaziert und vor allem ihre Blauäugigkeit und das Tatsachen nicht erkennen können, was die Identität des anderen angeht, ist hier fast schon ein Logikloch. Aber es durfte halt auch nicht bekannt werden, weil sich der Film wieder in den Manga einpflegen lassen muss. Alles ein bisschen reduzierter hätte vermutlich genau so gut funktioniert, ohne die Logik außen vor zu lassen.
Das ist allerdings auch alles Jammern auf hohem Niveau, denn die Charaktere gestalten die Geschichte liebevoll, spannend und gerade durch Anyas Gedanken auch sehr witzig. Ich hatte insgesamt gesehen großen Spaß mit dem Film, auch wenn ich ihn bewusst als Bonus zu Manga und Anime sehe.

Das Fazit

Spy x Family funktioniert für Fans und Neueinsteiger gleichermaßen etwas holprig am Anfang, steigert sich dann deutlich, bis der Endkampf etwas übers Ziel hinausschießt. Aber insgesamt wird einem eine spannende Geschichte geboten, die gut zu unterhalten weiß. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Spy x Family – Code White läuft seit dem 23.04.2024 in den deutschen Kinos

Back to Black

Ein Vorwort

Und es geht weiter in der langen Reihe der Musik-Biopics. Nachdem mit Aretha Franklin und Whitney Houston inzwischen auch zwei große Damen der Musik zu Wort kommen durften, bekommen wir nun die Geschichte von Amy Winehouse präsentiert. Warum sich dieses Biopic jedoch von den anderen deutlich unterscheidet und ob das funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

 

Die Handlung

Amy Winehouse gelingt der große Musikdurchbruch in jungen Jahren. Doch ihre Alkoholsucht und andere Drogen reißen sie immer weiter in einen Strudel, aus dem sie nicht herauszukommen scheint.

Meine Meinung

Die Zahl der Musik-Biopics in den letzten Jahren ist rasant gestiegen. Queen, Elvis, Elton John, Aretha Franklin, Whitney Houston. Während Bohemian Rhapsody und Rocketman noch irgendwie auf ihre Art funktioniert haben, wurde es danach stetig schwächer. Lediglich der Überraschungsfilm aus Deutschland rund um Milli Vanilli konnte noch mit einer neuartigen Erzählweise irgendwie herausstechen. Nun stand also die Verfilmung von Amy Winehouses Leben an.
Und überraschenderweise ist Back to Black eine der herausragenden Musik-Biopics in der langen Reihe der Filme. Denn statt sich stumpf an den Punkten des Wikipedia Artikels abzuarbeiten und immer wieder auf die einzelnen Daten der Veröffentlichung zu pochen, wird die Geschichte als genau das erzählt: Eine Geschichte. Wir bekommen die Geschichte einer jungen Frau, die schon immer für die Musik gelebt hat und dann trotz ihrer ruppigen Art einen Plattendeal an Land zieht. Die ihre Inspiration direkt aus dem Leben zieht und ihre Songs ihre eigene Gefühlswelt widerspiegeln lässt. Dadurch war es vermutlich auch etwas leichter die Lieder direkt in die Handlung einzuweben und natürlich haben wir auch hier die typisch nachgestellten Konzerte, aber Hauptdarstellerin Marisa Abela lebt die Figur auch einfach.
Amy Winehouse war bestimmt kein einfacher Charakter, dennoch schafft der Film es hier mit einer größeren Sicht auf die Dinge einzugehen und ihren eigenwilligen Charakter darzustellen, aber auch die Einflüsse, wie es so kommen konnte. Und auch ihre Beziehung mit Blake Fielder-Civil wurde wohl noch nie so tiefgründig begutachtet. Denn es handelt sich hier durchaus um eine toxische Co-Abhängigkeit, auch wenn es in der Klatschpresse gern anders dargestellt wurde. Es wird durchleuchtet, wie sie sich kennengelernt haben, aber auch wie sie sich gegenseitig durch die Drogen hochschaukelten und sich eigentlich gar nicht gut taten, aber nicht voneinander loskamen. Und es wurde auch einfach mal als genau das benannt.
Auch haben wir hier endlich mal eine Geschichte, wo der Vater nicht der große Böse war. Sondern ein liebender Vater, der ihr gern mehr geholfen hätte, aber auch nicht gegen die Sucht seiner Tochter ankam. Denn so sehr man auch liebt, eine Sucht kann so stark sein und wenn man sich nicht auf die Hilfe einlässt, hilft auch alles andere nicht. Genau das bringt der Film gut rüber und zeigt trotz der rauen und ungezügelten Art Amys wie es so weit kommen konnte.
Wenn Musik-Biopics, dann doch bitte so. Als stringente Geschichte, wo die Meilensteine einfach eingewoben werden, aber wo die Charaktere im Vordergrund stehen und mit einem Mehrwert, den ein Wikipedia Artikel nicht bieten kann.

Das Fazit

Back to Black überzeugt durch eine gut erzählte Geschichte, einer Hauptdarstellerin, die ihren Charakter lebt und vorallem einer Tiefgründigkeit, die Amy Winehouse wesentlich greifbarer macht. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Back to Black läuft seit dem 11.04.2024 in den deutschen Kinos