Verpasst im April 2017

Hallo ihr Lieben,
wenn ihr das hier lest, sitze ich schon wieder im Flieger, diesmal auf dem Weg nach Florida! Daher wird es in der nächsten Woche auch keine Beiträge geben. Als letzte Amtshandlung vor meinem Urlaub möchte ich euch aber noch mitteilen, welche Filme ich im Mai leider nicht sehen konnte.

1) Abgang mit Stil: Dem Cast um Michael Caine und Morgan Freeman wird die Rente gestrichen und nun wollen sie – trotz ihres Alters – eine Bank ausrauben. Komödie mit vorprogrammiertem Generationskonflikt. Wird schnellstmöglich nachgeholt.

2) Verleugnung: Wie beweist man den Holocaust und wie kann es sein, dass dies überhaupt nötig ist? Eine spannende Ausgangsfrage und leider basierend auf wahen Ereignissen. Auch dieses Gerichtsdrama steht noch auf meiner Liste.

3) The Founder: Die wahre Geschichte hinter McDonalds, die nur wenige kennen mit Michael Keaton in der Hauptrolle.

4) Happy Burnout: Fussel bezieht schon lange Hartz 4 und möchte das auch nicht ändern. Doch nun muss er sich Burn-Out attestieren lassen, um weiter sein Geld zu bekommen.

 

Guardians of the Galaxy – Volume 2

Am 27.04.2017 erschien die Fortsetzung des Überraschunghits aus 2014 in den deutschen Kinos.

Die Guardians of the Galaxy Star-Lord, Gamora, Drax, Rocket und Baby-Groot haben keine Zeit sich auf ihren Erfolg auszuruhen, sondern müssen es gleich wieder tun. Gleichzeitig stehen noch immer ein paar ungeklärte Sachen zwischen ihnen und dann ist da noch die liebe Familie, die auch gerne mal Probleme macht. Also wird der ‚Awesome Mix Volume 2‘ eingeworfen und mal wieder die Galaxy gerettet.

 Im Jahr 2014 trafen wir das erste Mal auf die Guardians of the Galaxy, zumindest auf der Leinwand. In den Comics sind die dem fleißigen Marvel-Leser bereits seit 1969 bekannt. Die Comicserie war jedoch nur mäßig erfolgreich und stand immer im Schatten der anderen Marvel Comichelden. 2008 wurde die Reihe erneuert und die uns bekannte Besetzung traf zusammen: Star-Lord, Gamora, Drax, Rocket und Groot. Auf dieser Basis drehte Regisseur James Gunn den ersten Kinofilm, der 2014 in die deutschen Kinos kam. Und obwohl die Comicreihe wenig bekannt war und uns nur kurze Zeit vorher „Captain America – The Winter Soldier“ begeistern konnte, traf Guardians of the Galaxy genau den richtigen Punkt bei den Zuschauern und konnte die Menge im vorher nicht geahnten Ausmaß begeistern.
James Gunn stand nun vor der Aufgabe mit einer Fortsetzung an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen. Von der Herangehensweise dürfte er auf Nummer Sicher gegangen sein. Denn die Handlung hat keinen Bezug mehr zu den anderen Filmen des Marvel Cinematic Universe (im ersten Teil war die übergeordnete Handlung um Thanos und die Inifity-Steine die Überleitung zum MCU). Damit schafft Gunn es aber das, was Joss Whedon mit Avengers – Age of Ultron nicht gelungen ist. Eine spannende, lustige und mit genau der richtigen Dosis Marvel gespickte Fortsetzung eines Teams. Denn sowohl in Guardians of the Galaxy als auch in The Avengers ging es vor allem darum, dass sich Lebewesen zu einem Team zusammen schließen mussten, die vom Charakter her nur wenig zusammen passten. Beide Filme – Guardians und Avengers – waren einmalig und sehr gut umgesetzt. Während Whedon jedoch im 2015 erschienenden Age of Ultron versucht hat viel zu viel aus dem Team zu machen und neben der Haupthandlung zu viele Nebenhandlungen einbaute, was dem Film am Ende mehr schadete, als half, zieht Gunn einen klaren Cut zwischen ersten und zweiten Teil. Die Spannungen zwischen dem Team wurden wieder eingebaut, es gibt ein Wiedersehen mit anderen bekannten Charakteren, aber es wurden auch neue vorgestellt. Daneben wurde eine sehr reduzierte Handlung geboten, die sich pointiert mit dem Thema Familie und Freundschaft auseinander setzt. Daneben baut der Film stark auf die Charaktere auf, entwickelt diese weiter und erzählt uns neues über unsere Helden. Das sorgt wieder für Zündstoff zwischen den Charakteren, aber auch für unvergleichlich lustige Momente, die den Kinosaal vor Gelächter dröhnen ließ. Natürlich durften die spannenden Weltraumschlachten und ein einmaliger Soundtrack, der uns wieder zurück in die 1980er Jahre schickte, nicht fehlen.
So kombiniert Gunn Witz, Spannung, Tragik, Drama und Tiefgründiges in einem Film, der damit eine weite Zielgruppe abdeckt. Und obwohl der Film vieles richtig macht, merkt man bei genauem Hinschauen und beim rückblickenden Nachdenken über den Film ein paar kleinere Mängel. So verlässt sich der Humor sehr stark auf die bereits im ersten Teil genutzten Techniken, wie beispielsweise Drax‘ fehlendes Verständnis für Taktgefühl und reizt dies vielleicht ein bisschen sehr aus. Es fehlen also ein paar neue Humorstrukturen, die noch mehr frischen Wind in den Film gebracht hätten. Auch ist die Handlung vielleicht etwas zu sehr reduziert. Gerade im Haupthandlungsstrang gab es doch ganze Szenen, die wenig ausgesagt haben. Diese hätte man kürzen können und dafür die beiden Nebenhandlungsstränge etwas mehr ausdehnen können. Aber im Endeffekt ist dies Meckern auf hohem Niveau und fällt beim Sehen des Films nicht auf.

Alles in allem eine sehr gelungen Fortsetzung, die noch mehr vom dritten Teil erwarten lässt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Life

Am 23.03.2017 erschien ein Film über Leben vom Mars in den deutschen Kinos.

Die ISS bei der Mars Pilgrim 7 Mission. Sechs Wissenschaftler befinden sich an Bord und untersuchen Proben einer Sonde, die gerade vom Mars kam. Dabei entdecken Sie einen winzigen außerirdischen Organismus, der jedoch schnell wächst. Die anfängliche Freude über das erste Leben im Weltraum, schlägt bald in einen Überlebenskampf um.

Während uns Denis Villeneuve im letzten Jahr mit Arrival einen friedlichen Film über Außerirdische brachte, schlägt Life wieder einen ganz anderen Ton an. In der Umsetzung wird er gerne als eine Mischung aus Alien und Gravity bezeichnet. Er spiegelt die anfängliche Euphorie der ganzen Welt wieder, als der außerirdische Organismus gefunden wurde und das der erste Beweis für Leben außerhalb der Erde ist. Diese Euphorie schlägt jedoch bald um als “Calvin”, wie der Organismus genannt wird, bösartig wird und sich gegen die Besatzung der ISS richtet.
Die Mars Pilgrim 7 Mission. An Bord der ISS befinden sich am Anfang des Films Dr. David Jordan, der Bordarzt, Miranda North, Quarantänenbeauftragte, Sho Murakami, der Systemingenieur, Dr. Hugh Derry, der leitende Wissenschaftler, Roy Adams, der Flugingenieur und Ekaterina Golovkina, ebenfalls Wissenschaftlerin. Ihr größter Wunsch: Leben außerhalb der Erde zu finden. Aber wie heißt es so schön: Man sollte aufpassen, was man sich wünscht. Zunächst sieht alles nach einer üblichen Mission aus. Die ISS empfängt Proben von einer Sonde, die diese vom Mars aufgesammelt hat. Ganz nach Vorschrift untersucht Dr. Derry die Proben und findet zunächst nichts ungewöhnliches. Bis er auf einen winzig kleinen Organismus stößt. Die Euphorie ist unbeschreiblich. Zum ersten Mal wurde Leben außerhalb der Erde nachgewiesen. Auch auf der Erde wird gefeiert. Schnell wird ein Name für den Organismus gefunden: Calvin. Doch Calvin scheint intelligenter zu sein, als zunächst angenommen. Schnell entdecken die Astronauten, dass Leben außerhalb der Erde nicht unbedingt etwas positives sein muss.
Life startet zunächst mit einer lockeren und entspannten Atmosphäre. Vorallem die Sprüche von Ryan Reynolds Charakter Roy Adams lockern die Stimmung ungemein auf. Sobald Calvin jedoch stärker wird, kippt die Stimmung und der Film befeuert von nun an eine spannungsgeladene Atmosphäre. Gerade ab hier erinnern viele Szenen an Alien. Man weiß, dass Calvin irgendwo auf der ISS sein muss. Nur wo? Die immer neuen Versteckspiele der Crew und die möglichen Lösungsansätze sind spannend und halten einen den ganzen Film über in Atem. Gerade das Ende ist noch einmal so spannend gestaltet, dass man gar nicht von der Leinwand wegsehen kann. Mit 104 Minuten Spiellänge trifft Life genau die richtige Länge, ehe der Überlebenskampf an Bord nicht mehr so spannend werden kann.
Die Einflüsse von Alien sind während des ganzen Films spürbar, so dass nun kein gänzlich neues Werk über die Leinwand flimmert. Dennoch sind viele neue Ideen dabei und gerade die guten schauspielerischen Leistungen machen Life sehenswert. Gerade das Zusammenspiel zwischen Ryan Reynolds und Jake Gyllenhaal trifft einen guten Ton. Diese Kombination aus Schauspielern wäre schon ein Film wert.
Letztendlich fühlt man sich während des Filmes gut unterhalten und bekommt genau den Film vorgesetzt, den man nach dem Trailer erwartet hat mit ein bis zwei positiven Überraschungen und Wendungen. Dennoch wird Life im Gegensatz zu Alien wohl kein zeitloser Klassiker werden. Dafür fehlte ihm irgendwo doch die gesunde Portion neuer Ansatz.

Alles in allem ein gelungener Film, der aber nicht aus dem Schatten seines Vorbildes springen kann. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Beauty and the Beast & Meine Londonreise

Wenn eine filmliebende Bloggerin mit einer ebenfalls filmlliebenden Freundin nach London reist, ist es wohl unausweichlich, dass man sich an irgendeiner Stelle in einem Kinosaal wiederfindet. Und so kam es auch. Am letzten Montag flog ich mit meiner besten Freundin Alice nach London (erinnert ihr euch an ihre Gastkritik zu Jurassic World?). Da wir bereits sehr früh flogen, mussten wir um 2Uhr Nachts aufstehen. Dementsprechend müde waren wir dann in London. So beschlossen wir unsere Sightseeing Tour erst am Dienstag zu starten und gingen in die Nachmittagsvorstellung von Beauty and the Beast im Curzon Victoria.

Das Kino:

Wir wählten das Curzon in Victoria, weil es am nähsten zu unserem Hotel lag. Bekommen haben wir ein sehr kleines Kino. Unser Kinosaal hatte vielleicht 30-40 Sitzplätze, die aber gut gefüllt waren. Sitze und Leinwand waren mit einem deutschen kleinen Kino vergleichbar. Auch die Werbung vorab und die Trailer waren aus Deutschland bekannt. Allerdings gab es keine Eispause, die sich ewig hinziehen konnte (kann natürlich auch an der Größe des Kinos liegen). Dafür gab es statt einem Foyer eine schöne Lounge, in der man sich niederlassen konnte mit einer kleinen Bar, die wenig Wünsche offen lässt. Das Curzon gehört zur gleichnamigen Kinokette, die überall in London verstreut liegen und bewahrt sich dabei seinen Charme, bei dem die großen Ketten in Deutschland (CineStar, Cinemaxx, Cineplex, etc.) nicht mithalten können.

Der Film:

Ursprünglich hatte ich die neuste Realverfilmung eines alten Disneyklassikers bestreikt, weil ich Disney für diesen sehr unkreativen Weg Geld zu verdienen, nicht auch noch belohnen wollte. Während bei den ersten drei Realverfilmungen (Maleficent, Cinderella und The Jungle Book) wenigstens immer irgendwo eine neue Stimmung, ein neues Gefühl oder ein neuer Ansatz gezeigt wurden, wurde Beauty and the Beast beinahe wörtlich adaptiert. Dadurch, dass ich den film jedoch im englischen Original sah, fiel mir dies jedoch weniger negativ auf.
Der Film ist vorallem mit guten Schauspielern besetzt, die den größten Charme des Films ausmachen. Hinzu kommt das liebevolle Szenenbild und die altbekannte, aber noch immer herzberührende, Musik des Films. Hingegen konnte das sprechende Mobiliar von der Gestaltung nicht mit der Disneyvariante mithalten. Ich hatte lange Probleme sie als sympathisch wahrzunehmen.
Die einzigen Abweichungen zum Drehbbuch von 1991 sind ein paar Hintergrundinformationen über die Eltern von Belle und dem Biest. Hier wurde anscheinend versucht etwas Tiefe zu vermitteln und den Charakteren eine Hintergrundgeschichte zu geben. Allerdings wird dies so schnell und so lieblos abgehandelt, dass man den Versuch der Tiefe als gescheitert ansehen darf.

Alles in allem konnte mich Beauty and the Beast irgendwo doch überzeugen, vorallem durch das schöne Szenenbild und die guten Schauspieler. Meine Grundkritik, dass es für Disney lediglich schnelles Geld war, besteht aber weiterhin. Dafür bekommt der Film 06 von 10 möglichen Punkten.

Meine Reise nach London:

Dies soll nun kein ausführlicher Reisebericht werden, denn dafür hat dieser Blog denke ich mal die falsche Zielgruppe. Trotzdem möchte ich ein paar Worte verlieren und euch das ein oder andere Bild zeigen.
Zunächst sollte gesagt sein, dass dies mein erster Trip nach London war. Demnach war ich also noch sehr überrascht über die saubere Großstadt und die freundlichen Menschen. Wir waren für 5 Tage in London und dachten, dass die Zeit gut reichen würde, um alles wichtige zu sehen. Diese Fehleinschätzung mussten wir bereits am zweiten Tag feststellen. Denn die Sehenswürdigkeiten haben im Schnitt von 10Uhr bis 17Uhr geöffnet. Aber gerade im Tower of London oder im Westminster Abbey verbringt man gerne mal ein paar Stunden und wenn man dann noch die Entfernungen zwischen den Sehenswürdigkeiten mit einrechnet, schafft man im Eiltempo maximal drei Sehenswürdigkeiten an einem Tag. So kam es, dass ich zwar für mich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gesehen habe, aber bei weitem nicht alles, was ich mir vorgenommen hatte.

Ein kleiner Blick auf die Themse.

Wie könnte es einen Bericht über London ohne ein Bild des Glockenturm mit der gewaltigen Big Ben geben?

St. Pauls Cathedral. Man beachte den strahlend blauen Himmel, während es in Deutschland teilweise geschneit hat 😉

Ein Besuch im Sherlock Holmes Museum durfte natürlich auch nicht fehlen!

Ich möchte noch einmal das wunderschöne Wetter betonen. Oh und das Bild zeigt das London Eye 😉

Mein ganz persönlicher Towerrabe führte uns durch den Tower of London und fand den Weg bis zu mir nach Hause 🙂

Zum Abschluss kann ich nur sagen: London, ich komme wieder. Und dann zeigst du mir all deine anderen Schätze!

Rückblick auf das 1. Quartal 2017 – Highlights und Enttäuschungen

Hallo ihr Lieben,
wenn ihr das lest, bin ich hoffentlich bereits in London gelandet und konnte mein Hotelzimmer beziehen. Damit sich mein Quartalsrückblick aber nicht noch weiter nach hinten verschiebt – und ihr nicht eine ganze Woche auf ein Lebenszeichen von mir verzichten müsste 😉 – habe ich das Osterwochenende produktiv genutzt und meinen kurzen Rückblick erstellt. Im ersten Quartal habe ich 25 Filme gesehen (12 im Januar, 7 im Februar und 6 im März) und habe zusätzlich 5 Filme in der Cinemathek aus dem Jahr 2016 gesehen. Macht einen Schnitt von 30 Filmen, mit dem ich sehr zufrieden bin. Ausschlaggebend war natürlich die Oscarsaison, die im Januar startete, weswegen der Januar auch mein stärkster Monat ist (Zählung richtet sich nach dem Monat, in dem der Film in den deutschen Kinos erschien, unabhängig, wann ich ihn letztendlich gesehen habe). Ohne langes Geplänkel nun hier meine Highlights und Enttäuschungen des ersten Quartals im Ranking:

Die Enttäuschungen

Platz 5: Elle

Der französische Film über eine Frau, die etwas unkonventionell mit ihrer Vergewaltigung umgeht. Isabelle Huppert war für die Rolle als beste Hauptdarstellerin für die Oscars nominiert. Auch wenn ihr Spiel das einzige war, das den Film getragen hat, so konnte sie gegen die starke Konkurrenz nicht ankommen. Elle konnte jedoch weder mit dem Umgang mit der Thematik, noch mit ihren Charakteren wirklich punkten und landet so leider unter den Enttäuschungen.

Platz 4: The Boss Baby

Während Disney mit ihren letzten Animationsabenteuern wieder alle Register zog (Alles steht Kopf, Zoomania und auch Vaiana), fällt es DreamWorks schwer bei The Boss Baby die richtige Zielgruppe zu finden. Für Erwachsene zu kindlich, für Kinder zu viele Anspielungen, die sie einfach nicht verstehen können. So fehlen die richtigen Lacher, obwohl die Grundidee eigentlich sehr süß und schon sehr lustig war. Trotzdem hier Platz 4 für The Boss Baby, da er am Ende einfach zu vorhersehbar war.

Platz 3: Ghost in the Shell

Während Manga und Anime viele Fans gewann, verließen die Kinozuschauer die Realverfilmung mit Scarlett Johannson eher missmutig und enttäuscht. Das dürfte vor allem an den nichtssagenden Dialogen und dem Hauptaugenmerk auf die Bilder liegen. So sagt Ghost in the Shell praktisch nichts aus und charakterisiert auch seine Figuren nicht einmal ansatzweise. Ein bisschen mehr Hintergrundrecherche im Manga wäre hier angemessen gewesen.

Platz 2: Power Rangers

Wo wir bei platten und nichtssagenden Dialogen sind und Charakteren ohne Tiefe, haben wir im ersten Quartal gleich noch einen zweiten Vertreter. Auch Power Rangers basiert auf einem großen Franchise, fängt aber wieder ganz von vorne an. Während sich aber zwei Drittel des Films mit der Charaktereinführung befassen sollen, wird genau dies aber verpasst. So haben wir sehr platte und sehr austauschbare Charaktere und Power Rangers fehlt zusätzlich noch die außergewöhnlichen Bilder von Ghost in the Shell.

Platz 1: The Lego Batman Movie

Während ich den ersten Teil noch absolut feierte, bekam nun der heimliche Hauptcharakter des Lego Movies seinen eigenen Solofilm. Nur leider funktionierten die Gags, die den ersten Film absolut erheiterten, nicht, um einen ganzen Film daraus zu drehen. So war zwar für beinahe jedes Fandom etwas dabei, aber dafür eine sehr platonische und austauschbare Handlung und Gags, die einfach nicht richtig zünden wollten. So hat The Lego Batman Movie es auf meine Platz 1 der Enttäuschungen des ersten Quartals geschafft.

Die Highlights:

Platz 5: La la Land

Das Musical, das gleich zum Anfang des Monats einen absoluten Hype auslösen konnte. 14 Oscarnominierungen und davon immerhin 6 Oscars gewonnen (und beinahe auch in der Königsdisziplin 😉 ). Der Soundtrack ging unter die Haut und der Film ließ das Herz von Träumern höher schlagen. Mein Platz 5.

Platz 4: Verborgene Schönheit

Ein Film, der sich mit einer ganz anderen Art der Trauerbewältigung befasst. Viele mochten ihn nicht, weil er sehr emotional war und auch die Dialoge emotional hochtrabend war. Aber bei mir hat der Film genau einen Nerv getroffen und der grandiose Cast konnte absolut überzeugen.

Platz 3: Jackie

Natalie Portman in absoluter Bestform. Hier hätte ich ihr den Oscar für ihre Rolle als Jackie Kennedy absolut gegönnt. Fast 90% des Films hängt die Kamera an Portmans Gesicht und sie fängt die Verwirrung, die Trauer und die Maske hinter der sich Mrs Kennedy versteckte direkt nach der Ermordung ihres Mannes ein. Schauspielkunst auf höchstem Niveau.

Platz 2: Logan

Es war ein Abschied im Hause X-Men. 16 Jahre lang war Hugh Jackman Wolverine. In Logan verkörperte er nun die deutlich gealterte Version und muss mit ganz neuen Problemen kämpfen. Dabei schlug der Film einen für Superheldenfilme untypischen Ton an und traf dabei genau den passenden Nerv in der Fangemeinde. Ein würdiger Abschied.

Platz 1: Hidden Figures – unerkannte Heldinnen

Wie habe ich auf diesen Film gewartet, nachdem ich den ersten Trailer gesehen habe. Und er hat genau meine Erwartungen erfüllt. Ein Film mit einer schwierigen Thematik, der trotzdem einen sehr positiven und hoffnungsvollen Ton anschlägt. Er kombiniert Rassismus und Vorurteile mit Hoffnung. Mein Highlight im ersten Quartal 2017!

Und sonst so?

Ansonsten brachte uns The Great Wall viel Farbe und Action auf die Leinwand, ließ uns Split James McAvoy in 23 verschiedenen Rollen erleben, gruselten wir uns in A Cure for Wellness, ließen wir uns in Mein Blind Date mit dem Leben auch mit Behinderung nicht unterkriegen und genoßen die vielen guten Filme der Oscarsaison.

Und in der Cinemathek?

Dort konnte mich My first Lady und Florence Foster Jenkins am meisten begeistern.

The Boss Baby

Am 30.03.2017 erschien ein neuer Animationsfilm aus dem Hause DreamWorks in den deutschen Kinos.

Er kam mit einem Taxi an, trägt einen Anzug, hat eine tiefe Stimme und verhält sich irgendwie merkwürdig. So beschreibt Tim seinen neuen kleinen Bruder. Während die Eltern nur noch für das Baby da zu sein scheinen, versucht der 7-jährige Tim herauszufinden, was genau mit seinem Bruder nicht stimmt.

Jeder, der das ältere Geschwisterchen ist, kennt den Moment, wenn einem die Eltern mitteilen, dass man bald kein Einzelkind mehr sein wird. Jeder geht mit dieser Nachricht anders um. Und dann irgendwann ist der große Moment da und der Storch kommt vorbei und bringt ein kleines schreiendes Baby vorbei. Die Babys kommen doch vom Storch, oder?
Nicht in The Boss Baby. Hier kommen die Babys vom Fließband und werden nach einem Test entweder zu den Familien gebracht oder ins Management von Baby Corp. Hier sorgen die Mitarbeiter, die bereits denken und sprechen wie Erwachsene, dass die Liebe der Menschen sich zum größten Teil auf Babys verteilt und nicht auf Hunde und ähnliches. Eines Tages wird das Boss Baby (im Film wird nie ein anderer Name genannt) zur Familie Templeton geschickt, um undercover Nachforschungen anzustellen. Während die Eltern Ted und Janice komplett in ihrer Elternrolle aufgehen und sich auch keineswegs wundern, wieso das Baby einen Anzug trägt oder im Taxi zur Familie kam, ist der 7-jährige Tim alles andere als begeistert, die Liebe seiner Eltern auf einmal teilen zu müssen. Gleichzeitig fallen ihm die eigenartigen Verhaltensweisen des Babys auf. Er ist sich sicher das Ganze auch beweisen zu können.
In The Boss Baby geht es primär um die Akzeptanz eines neuen Familienmitglieds und inwiefern sich dann das Familienleben ändert und wie man als Erstgeborenes damit umgeht. Dabei wird das Thema extrem überzogen dargestellt in Form eines sehr dominanten Babys.
Während Disney und Pixar Jahr für Jahr Filme produzieren, die sowohl viele lustige Szenen für die Kinder einbauen, als auch genug Thematik und Andeutungen haben, um auch bei den Erwachsenen gut anzukommen, tut sich DreamWorks mit The Boss Baby in der genauen Zielgruppe etwas schwer. Zu 75% ist der Film sehr stark auf die Zielgruppe der Kinder angelegt und daher auch sehr zuckersüß gestaltet, so dass Erwachsene eher wenig Gefallen an dem Film finden dürften. Dann aber gibt es noch die restlichen 25% in der die Dialoge sich sehr stark auf Dinge beziehen, die Kinder einfach noch nicht kennen, wie beispielsweise der Satz aus dem Trailer “Du hast eindeutig nicht BWL studiert”. Woher soll ein Kind wissen, was BWL ist? So ist es schwierig eine Empfehlung für den Film auszusprechen, weil man ihn keiner Zielgruppe zu 100% empfehlen kann.
Die Handlung selbst ist sehr vorhersehbar- abgesehen von einer Wendung zwischendurch, die doch überraschen konnte – und nach dem altbekannten Schema konstruiert. Die Charaktere waren allesamt sehr weichgespült und hatten wenig Tiefe. Auch die Gagdichte ließ zu wünschen übrig. Wenn das Publikum – also auch die Kinder – gerade einmal alle ca. 20 Minuten ein bisschen schmunzeln können, dann ist die Humorschiene definitiv verfehlt, andererseits legt der Film es aber genau darauf an. So nehmen die Schwächen des Films leider überhand und lassen die eigentlich süße Idee hinter dem Film in der Versenkung verschwinden. Im Endeffekt geht man aus dem Kino und hat den Film nach ein paar Minuten wieder komplett vergessen.

Die Idee bot Potenzial, aber die Umsetzung weist zu viele Mängel auf. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Cinemathek: Florence Foster Jenkins

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: Florence Foster Jenkins. Der Film lief ursprünglich ab dem 24.11.2016 in den deutschen Kinos.

Madame Florence Foster Jenkins ist sehr wohlhabend, aber auch sehr krank. Ihr einziger Lebensinhalt ist die Musik. Da ihr das Klavierspiel durch eine Nervenschädigung verwehrt bleibt, singt sie für ihr Leben gerne Arien. Das einzige Problem an der Sache: Sie kann absolut nicht singen. Doch ihr Mann St. Clair Bayfield setzt alles daran, dass sie ihren Traum leben kann und niemals erfährt, wie schlecht sie singt.

Jahr für Jahr treten bei den verschiedensten Castingshows im deutschen Fernsehen Leute an, die unbedingt wollen, dass ihr Talent entdeckt wird. Gerade offene Gesangscastings zeigen aber schnell, dass nicht jeder das Talent hat, was er in sich selbst zu schlummern glaubt. Aber was, wenn man gar nicht auf die Castingshows angewiesen wär, sondern gleich das nötige Geld hätte, um Konzerte geben zu können oder gar Platten aufzunehmen?
Florence Foster Jenkins lebt praktisch nur für die Musik. Durch ein großes Erbe ist es ihr vergönnt, ihr ganzes Leben nach der Musik auszurichten. Bereits als Kind spielte sie begeistert Klavier und feierte Erfolge damit, doch nach einer Erkrankung, die unter anderem ihre Nerven schädigte, kann sie nicht mehr spielen. Also widmet sie ihr Leben nun auf andere Weise der Musik. Zum einen spendet sie immer wieder großzügig an verschiedene musikalische Einrichtungen, zum anderen singt sie für ihr Leben gern. Dafür engagiert sie extra einen Gesangslehrer von der Metropolitan Opera und den Klavierspieler Cosme McMoon. Dieser ist sehr überrascht, als er sie zum ersten Mal singen hört. Denn Madame Jenkins Gesang besteht aus einer Aneinanderreihung schiefer Töne und der Nichtachtung des Takts. Doch ihr Mann und ihr Gesangslehrer loben ihren Gesang in den höchsten Tönen. St Clair Bayfield, ihr Mann, setzt eine Menge Geld ein, damit immer nur ausgewählte Menschen ihren Gesang hören und sie hinterher loben können. Denn eine echte Kritik, so befürchtet er, könnte ihren Gesundheitszustand verschlechtern.
Florence Foster Jenkins ist ein etwas gespaltener Film. Denn zum einen thematisiert er eine unglaubliche Leidenschaft zur Musik und die Geschichte einer außergewöhnlichen Liebe und einer tiefen Freundschaft. Andererseits spielt er 1944, also noch mitten im zweiten Weltkrieg und thematisiert nebenbei die schrecklichen Folgen einer Krankheit. Die Grundstimmung ist jedoch während des ganzen Films sehr positiv. Die “negativen” Aspekte, wie Krieg und Krankheit werden dabei dem Zuschauer etwas untergeschoben. So kann man Florence Foster Jenkins mit einer Leichtigkeit gucken und sich an Madame Jenkins Auftritten erfreuen, ohne genauer über die ganzen Umstände nachzudenken. Trotzdem trifft einen gleichzeitig ihre Geschichte, denn sie singt sich – trotz schiefer Töne – in die Herzen der Zuschauer.
Das liegt vor allem an Meryl Streeps Schauspielkünsten. Diese schwanken bekanntlich von Film zu Film, aber als Florence Foster Jenkins ist sie wieder in Höchstform. In einem Interview sagte sie, dass für sie die größte Hürde der Rolle war, wirklich schief zu singen. Bereits in Mamma Mia zeigte sie, dass sie eigentlich singen kann und auch für Florence Foster Jenkins arbeitete sie mit einem Lehrer für Arien zusammen. Erst kurz vor Drehbeginn musste sie lernen diese Lieder schief zu singen. Vor allem die Überwindung zu haben Lieder bewusst schief zu singen, im Bewusstsein, dass jeder der dies hört unweigerlich anfangen wird zu lachen. Chapeau Mrs Streep!
Die übrigen Schauspielleistungen siedeln sich souveränen Bereich an und stechen nicht heraus. Lediglich Simon Helbergs Synchronstimme scheint nicht so richtig zu seiner Rolle zu passen. Sie spricht sehr hoch und piepsig und schafft die Betonungen der Mimik nicht widerzuspiegeln.
Der Film erzählt die Geschichte sehr geradlinig, ohne Schnörkel oder überflüssige Dialoge. Dabei überzeugt vor allem das Gute Herz von Madame Jenkins, was den Film so sehenswert macht. Ein richtiger Spannungsfaktor kommt nur bedingt auf, ist bei diesem Film aber auch überflüssig.

Alles in allem ein Film, der die Herzen berührt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Ghost in the Shell

Am 30.03.2017 erschien ein Film, der auf einem Manga basiert, in den deutschen Kinos.

Major ist selbst in ihrer futuristischen Welt noch einzigartig, denn zum ersten Mal wurde ein menschliches Gehirn in einem androiden Körper verpflanzt. Nun arbeitet sie als Agentin für die Eliteeinheit Sektion 9. Bei einem Einsatz treffen sie auf eine terroristische Verschwörung, die es auf die Köpfe hinter Hanka Robotics, der führenden Firma für androide Ersatzteile, abgesehen haben und Major muss feststellen, dass das, was sie zu wissen glaubt, vielleicht nicht ganz die Wahrheit ist.

Ghost in the Shell basiert relativ lose auf dem gleichnamigen Manga und orientiert sich eher an dem 1995 erschienenen Anime. Allerdings wurden auch hier nur die wenigsten Elemente übernommen und stattdessen eine neue Handlung erdacht. Geblieben ist das Grundszenario und der Handlungsort. Eine kurze Zusammenfassung zu dem Film zu geben, wie oben versucht, ist sehr schwierig, weil man entweder zu wenig sagt, um es verständlich auszudrücken, oder gleich wieder zu viel sagt und daher spoilert.
Fangen wir also ganz am Anfang an und entschlüsseln erst einmal den Namen des Films. Ghost in the Shell spielt in einer undefinierten Zukunft, in der die Menschen sich durch androide Ersatzteile “verbessern” können. Führend in dieser Branche ist Hanka Robotics. Doch die Forscher sind damit nicht zufrieden und versuchen daher ein menschliches Gehirn den “Ghost” in einen kompletten androiden Körper den “Shell” zu verpflanzen. Also ist der “Ghost in the Shell” ein Androide mit menschlichem Gehirn. Hanka Robotics gelingt auch dieser Versuch bei Major. Hinterher kann sie sich an nichts mehr erinnern, aber ihre Ärztin und Vertraute Dr. Ouelet erzählt ihr, dass sie und ihre Familie auf einem Flüchtlingsboot waren und von Terroristen angegriffen wurden. Ihre Familie wurde dabei getötet und auch ihr menschlicher Körper zerstört. Soweit zu den ersten fünf Minuten des Films. In der nächsten Szene sehen wir eine futuristische asiatische Stadt, die nicht genauer benannt wird. Überall flimmern Hologramme mit Werbungen über die Stadt. Major ist inzwischen der Eliteeinheit Sektion 9 beigetreten, die Jagd auf Terroristen macht. Beim folgenden Einsatz wird einer der führenden Köpfe von Hanka Robotics zuerst gehackt und dann getötet. Bei der Verfolgung des Mordes stoßen die Mitglieder auf Kuze, der hinter den Attentaten steckt. Er hat es noch auf weitere Mitglieder von Hanka Robotics abgesehen. Auf der Jagd nach ihm, erfährt Major immer mehr von seinen Beweggründen und muss ihre wieder neu hinterfragen. Denn die Nachforschungen bringen Geheimnisse ans Licht, die gut verborgen waren.
Ghost in the Shell ist mit 107 Minuten ein relativ kurzer Actionfilm, zumal er uns in eine neue Welt entführt, die auch erst erklärt werden müsste. Aber genau diesen Teil versucht der Film zu überspringen und stellt den Zuschauer vor vollendete Tatsachen. Die Stadt ist einfach da, die Figuren auch. Was hinter Hanka Robotics und Sektion 9 steckt und in wie weit alles zusammengehört, bleibt bis zum Ende des Films offen. Stattdessen wird sich rein auf viele bildgewaltige Actionsequenzen konzentriert. Auch am Dialog wird stark gespart. Gesprochen wird nur, wenn es absolut notwendig ist. So ist am Ende des Films alles und doch irgendwie nichts gesagt. Bedeutet: Alles, was im Film wirklich thematisiert wurde, also alles rund um Kuze und seinen Attentaten, wurde aufgeklärt. Aber alles andere, Hintergründe, Geschichten, ähnliches, wird nicht mal erwähnt. Einziger Vorteil ist, dass die langatmige Diskussion, ob es schlau ist sich mit androiden Ersatzteilen “verbessern” zu lassen oder welche Gefahren das birgt. Abgesehen von einem kurzen Dialog von Majors Kollegen, wird das Thema nicht angeschnitten. Keine halb verborgene Moral über die Macht, die Androiden irgendwann über uns haben könnten und keine Diskussion über die Möglichkeit des Missbrauchs durch Hacker. Danke an die Macher des Films, dass sie uns das erlassen haben. Allerdings haben sie uns auch praktisch alles andere erlassen. Beispielsweise Charaktertiefe. Gerade einmal eine Handvoll von Charakteren hat genügend Screentime, um überhaupt einen Charakterzug zu bekommen. Doch selbst dann sind sie sehr platt oder am Ende des Films noch immer undefiniert. Nehmen wir beispielsweise Majors Kollegen Batou. Während des Films merkt man, dass er nicht nur der große Schlägertyp ist, sondern auch irgendwo die gute Seele der Sektion 9. Der große Bruder für alle anderen, so dass man ihm vertrauen kann und er sich immer um das Wohlergehen der Anderen sorgt. Das sind genau zwei Charaktereigenschaften, und damit ist er für die Maße des Films gut charakterisiert.
Wirklich sehenswert ist Ghost in the Shell lediglich, wenn man überhaupt keine Ansprüche an die Handlung stellt, sondern sich lediglich ein paar spektakuläre Actionszenen in einer futuristischen Welt ansehen möchte. Denn genau dann birgt Ghost in the Shell großes Potenzial und hat jede Menge Energie in das Leinwandbild gesteckt. So kann man durchaus zufrieden aus dem Film hinaus kommen. Doch sobald man anfängt ein bisschen mehr über den Film nachzudenken, fallen die Mängel unweigerlich auf.

Alles in allem hatte Ghost in the Shell großes Potenzial, das leider nicht genutzt wurde. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im März 2017

Hallo ihr Lieben,
wir haben endlich April! Und ich sage endlich, weil es diesen Monat mit meiner besten Freundin nach London geht und ich mich bereits tierisch darauf freue! Aber hier erst einmal die monatliche Übersicht der Filme, die ich im März leider nicht im Kino sehen konnte.

1) der junge Karl Marx: Ein deutscher Film über den Verfasser des Kapitals und wie er auf Friedrich Engels traf. Vermutlich kein Film für die große Leinwand, deswegen habe ich den Film auf das Heimkino verschoben.

2) Moonlight: Der diesjährige wirkliche Oscargewinner. Vielfach gelobt und mit Preisen überhäuft. Trotzdem hat er nicht in meinen Terminplan gepasst, wird aber definitiv noch nachgeholt.

Und hier noch die Filme, die es ganz knapp nicht auf meine Liste geschafft haben:

Die rote Schildkröte, Die Schöne und das Biest, A united Kingdom

Cinemathek: Morris aus Amerika

Willkommen in der Cinemathek, heute mit Morris aus Amerika. Der Film lief ursprünglich ab dem 03.11.2016 in den deutschen Kinos.

Morris ist aus Amerika, musste aber nach dem Tod seiner Mutter zu seinem Vater nach Heidelberg ziehen, weil dieser hier einen Trainerjob hat. Er tut sich schwer die Sprache zu lernen und möchte eigentlich gerne Rapper werden. Doch Freunde findet er auch keine, bis er auf Katrin trifft.

Man stelle sich vor, man wird mit 13 Jahren aus seinem normalen Leben gerissen und muss in ein fremdes Land ziehen, in dem man die Sprache nicht spricht und niemanden kennt, außer den eigenen Vater, der aber wiederum den ganzen Tag arbeiten ist. So ist man größtenteils auf sich allein gestellt. Nun die Situation ist vielleicht kein Einzelfall, wird aber in Morris aus Amerika aufgegriffen.
Wir lernen zunächst Morris und seinen Vater beim Musik hören kennen. Schon hier merkt man, dass sie beiden eigentlich ein sehr kumpelhaftes Verhältnis haben und es Morris teilweise schwer fällt, seinen Vater als Respektperson ernst zu nehmen. Beide kommen ursprünglich aus Amerika, genauer gesagt aus New York. Jetzt wohnen sie in Heidelberg, Deutschland, weil sein Vater Curtis hier einen Job als Fußballtrainer angenommen hat. Morris Mutter ist erst vor kurzem verstorben und gerade Curtis hat den Tod noch nicht überwunden und fragt sich immer wieder, wie er ohne sie Morris groß ziehen soll. Morris spricht bisher nur gebrochenes Deutsch und besucht daher eine Deutschlehrerin, die ihn gleichzeitig ermuntert in den Sommerferien ein Jugendzentrum aufzusuchen und dort Freunde zu finden. Widerwillig geht Morris tatsächlich zu diesem Jugendzentrum. Doch dort trifft er nur auf Vorurteile. Die anderen Kinder hänseln ihn, weil er etwas dicker ist und nennen ihn abwertend „Big Mac“. Die einzige, die ein bisschen Interesse an ihm zu haben scheint ist die 15-jährige Katrin. Allerdings bringt sie Morris auch immer wieder in Schwierigkeiten.
Morris aus Amerika ist ein Film, der sich nicht so ganz sicher zu sein scheint, was er aussagen möchte. Zum einen nimmt er sich dem Thema Integration an und wie schwer es einem dabei gemacht werden kann. Gleichzeitig auch die Entfremdung der eigenen Kultur, wenn man auf eine neue trifft. Andererseits aber auch die Rebellion von Teenagern und der schwierigen Erziehung dieser. Da sich der Film nicht entscheiden kann, bezieht er alle Themen mit ein und sagt einfach gar nichts aus. Die 91 Minuten Laufzeit tröpfeln so vor sich hin, ohne das wirklich etwas passiert. Ständig wartet man darauf, dass wenigstens ein Thema genauer beleuchtet wird, doch nichts passiert. Stattdessen gibt der Film leere Phrasen wieder – wenn überhaupt mal ein richtiger Dialog geführt wird, was selbst schon relativ selten vorkommt – und versteckt sich hinter Vorurteilen.
Auch die Charaktere sind sehr eindimensional. Morris ist der dicke schwarze Junge aus Amerika. Deswegen mag er unweigerlich Rap und will natürlich Rapper werden. Weil seine Rap-Vorbilder natürlich nur über Nutten, Sex, Alkohol und Beleidigungen schreiben, können auch seine Texte nur davon handeln. Naiv lässt er sich von Katrin immer wieder in Schwierigkeiten bringen, obwohl er natürlich irgendwo weiß, dass sein Handeln falsch ist. Damit ist er aber auch noch der am besten charakterisierte Charakter des Films. Denn Katrin ist einfach nur diejenige, die komplett gegen ihre Eltern rebelliert, ohne das man weiß, wieso sie das tut, oder was ihre Eltern ihr getan haben. Deswegen raucht sie, nimmt Drogen, geht immer wieder heimlich auf Partys und hat natürlich einen Studenten als Freund, der sie auch schon zum Sex verführen will. Während dies alles in das Klitschee ihrer Rolle passt, hat sie doch irgendwo ein Interesse an Morris. Man weiß nicht wieso, denn es scheint über das allgemeine „Lass uns über Morris lustig machen, weil er dick ist“ hinaus zu gehen. Sie schleppt Morris mit auf Partys und will ihn zum Rauchen und zum Drogen nehmen verführen, scheint ihm damit aber nicht schaden zu wollen. Hier verliert sich der Film dann gänzlich und erzählt praktisch nichts mehr.
Curtis ist der typische frisch gebackene alleinerziehende Vater. Er ist mit der Erziehung überfordert, trauert noch immer und muss gleichzeitig versuchen den Lebensunterhalt für sich und Morris zu verdienen. Daher arbeitet er viel und lange und hat wenig Zeit für Morris. Trotzdem versucht er alles, um ein guter, aber auch ein cooler Vater zu sein.
So verliert Morris aus Amerika sich in Vorurteilen, nichtssagenden Dialogen und hat auch nach 91 Minuten noch keine Aussage getroffen. Das einzig wirklich positive am Film ist die wunderschöne Kulisse der Stadt Heidelberg (und ja ich bin voreingenommen, denn ich halte Heidelberg für die schönste Stadt Deutschlands!).

Ein Film, der sich besser aus ein Thema konzentrieren und seinen Charakteren sinnvolle Handlungen geben sollte. Für diese doch sehr schwache Leistung gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.