Ghost in the Shell

Am 30.03.2017 erschien ein Film, der auf einem Manga basiert, in den deutschen Kinos.

Major ist selbst in ihrer futuristischen Welt noch einzigartig, denn zum ersten Mal wurde ein menschliches Gehirn in einem androiden Körper verpflanzt. Nun arbeitet sie als Agentin für die Eliteeinheit Sektion 9. Bei einem Einsatz treffen sie auf eine terroristische Verschwörung, die es auf die Köpfe hinter Hanka Robotics, der führenden Firma für androide Ersatzteile, abgesehen haben und Major muss feststellen, dass das, was sie zu wissen glaubt, vielleicht nicht ganz die Wahrheit ist.

Ghost in the Shell basiert relativ lose auf dem gleichnamigen Manga und orientiert sich eher an dem 1995 erschienenen Anime. Allerdings wurden auch hier nur die wenigsten Elemente übernommen und stattdessen eine neue Handlung erdacht. Geblieben ist das Grundszenario und der Handlungsort. Eine kurze Zusammenfassung zu dem Film zu geben, wie oben versucht, ist sehr schwierig, weil man entweder zu wenig sagt, um es verständlich auszudrücken, oder gleich wieder zu viel sagt und daher spoilert.
Fangen wir also ganz am Anfang an und entschlüsseln erst einmal den Namen des Films. Ghost in the Shell spielt in einer undefinierten Zukunft, in der die Menschen sich durch androide Ersatzteile “verbessern” können. Führend in dieser Branche ist Hanka Robotics. Doch die Forscher sind damit nicht zufrieden und versuchen daher ein menschliches Gehirn den “Ghost” in einen kompletten androiden Körper den “Shell” zu verpflanzen. Also ist der “Ghost in the Shell” ein Androide mit menschlichem Gehirn. Hanka Robotics gelingt auch dieser Versuch bei Major. Hinterher kann sie sich an nichts mehr erinnern, aber ihre Ärztin und Vertraute Dr. Ouelet erzählt ihr, dass sie und ihre Familie auf einem Flüchtlingsboot waren und von Terroristen angegriffen wurden. Ihre Familie wurde dabei getötet und auch ihr menschlicher Körper zerstört. Soweit zu den ersten fünf Minuten des Films. In der nächsten Szene sehen wir eine futuristische asiatische Stadt, die nicht genauer benannt wird. Überall flimmern Hologramme mit Werbungen über die Stadt. Major ist inzwischen der Eliteeinheit Sektion 9 beigetreten, die Jagd auf Terroristen macht. Beim folgenden Einsatz wird einer der führenden Köpfe von Hanka Robotics zuerst gehackt und dann getötet. Bei der Verfolgung des Mordes stoßen die Mitglieder auf Kuze, der hinter den Attentaten steckt. Er hat es noch auf weitere Mitglieder von Hanka Robotics abgesehen. Auf der Jagd nach ihm, erfährt Major immer mehr von seinen Beweggründen und muss ihre wieder neu hinterfragen. Denn die Nachforschungen bringen Geheimnisse ans Licht, die gut verborgen waren.
Ghost in the Shell ist mit 107 Minuten ein relativ kurzer Actionfilm, zumal er uns in eine neue Welt entführt, die auch erst erklärt werden müsste. Aber genau diesen Teil versucht der Film zu überspringen und stellt den Zuschauer vor vollendete Tatsachen. Die Stadt ist einfach da, die Figuren auch. Was hinter Hanka Robotics und Sektion 9 steckt und in wie weit alles zusammengehört, bleibt bis zum Ende des Films offen. Stattdessen wird sich rein auf viele bildgewaltige Actionsequenzen konzentriert. Auch am Dialog wird stark gespart. Gesprochen wird nur, wenn es absolut notwendig ist. So ist am Ende des Films alles und doch irgendwie nichts gesagt. Bedeutet: Alles, was im Film wirklich thematisiert wurde, also alles rund um Kuze und seinen Attentaten, wurde aufgeklärt. Aber alles andere, Hintergründe, Geschichten, ähnliches, wird nicht mal erwähnt. Einziger Vorteil ist, dass die langatmige Diskussion, ob es schlau ist sich mit androiden Ersatzteilen “verbessern” zu lassen oder welche Gefahren das birgt. Abgesehen von einem kurzen Dialog von Majors Kollegen, wird das Thema nicht angeschnitten. Keine halb verborgene Moral über die Macht, die Androiden irgendwann über uns haben könnten und keine Diskussion über die Möglichkeit des Missbrauchs durch Hacker. Danke an die Macher des Films, dass sie uns das erlassen haben. Allerdings haben sie uns auch praktisch alles andere erlassen. Beispielsweise Charaktertiefe. Gerade einmal eine Handvoll von Charakteren hat genügend Screentime, um überhaupt einen Charakterzug zu bekommen. Doch selbst dann sind sie sehr platt oder am Ende des Films noch immer undefiniert. Nehmen wir beispielsweise Majors Kollegen Batou. Während des Films merkt man, dass er nicht nur der große Schlägertyp ist, sondern auch irgendwo die gute Seele der Sektion 9. Der große Bruder für alle anderen, so dass man ihm vertrauen kann und er sich immer um das Wohlergehen der Anderen sorgt. Das sind genau zwei Charaktereigenschaften, und damit ist er für die Maße des Films gut charakterisiert.
Wirklich sehenswert ist Ghost in the Shell lediglich, wenn man überhaupt keine Ansprüche an die Handlung stellt, sondern sich lediglich ein paar spektakuläre Actionszenen in einer futuristischen Welt ansehen möchte. Denn genau dann birgt Ghost in the Shell großes Potenzial und hat jede Menge Energie in das Leinwandbild gesteckt. So kann man durchaus zufrieden aus dem Film hinaus kommen. Doch sobald man anfängt ein bisschen mehr über den Film nachzudenken, fallen die Mängel unweigerlich auf.

Alles in allem hatte Ghost in the Shell großes Potenzial, das leider nicht genutzt wurde. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im März 2017

Hallo ihr Lieben,
wir haben endlich April! Und ich sage endlich, weil es diesen Monat mit meiner besten Freundin nach London geht und ich mich bereits tierisch darauf freue! Aber hier erst einmal die monatliche Übersicht der Filme, die ich im März leider nicht im Kino sehen konnte.

1) der junge Karl Marx: Ein deutscher Film über den Verfasser des Kapitals und wie er auf Friedrich Engels traf. Vermutlich kein Film für die große Leinwand, deswegen habe ich den Film auf das Heimkino verschoben.

2) Moonlight: Der diesjährige wirkliche Oscargewinner. Vielfach gelobt und mit Preisen überhäuft. Trotzdem hat er nicht in meinen Terminplan gepasst, wird aber definitiv noch nachgeholt.

Und hier noch die Filme, die es ganz knapp nicht auf meine Liste geschafft haben:

Die rote Schildkröte, Die Schöne und das Biest, A united Kingdom

Cinemathek: Morris aus Amerika

Willkommen in der Cinemathek, heute mit Morris aus Amerika. Der Film lief ursprünglich ab dem 03.11.2016 in den deutschen Kinos.

Morris ist aus Amerika, musste aber nach dem Tod seiner Mutter zu seinem Vater nach Heidelberg ziehen, weil dieser hier einen Trainerjob hat. Er tut sich schwer die Sprache zu lernen und möchte eigentlich gerne Rapper werden. Doch Freunde findet er auch keine, bis er auf Katrin trifft.

Man stelle sich vor, man wird mit 13 Jahren aus seinem normalen Leben gerissen und muss in ein fremdes Land ziehen, in dem man die Sprache nicht spricht und niemanden kennt, außer den eigenen Vater, der aber wiederum den ganzen Tag arbeiten ist. So ist man größtenteils auf sich allein gestellt. Nun die Situation ist vielleicht kein Einzelfall, wird aber in Morris aus Amerika aufgegriffen.
Wir lernen zunächst Morris und seinen Vater beim Musik hören kennen. Schon hier merkt man, dass sie beiden eigentlich ein sehr kumpelhaftes Verhältnis haben und es Morris teilweise schwer fällt, seinen Vater als Respektperson ernst zu nehmen. Beide kommen ursprünglich aus Amerika, genauer gesagt aus New York. Jetzt wohnen sie in Heidelberg, Deutschland, weil sein Vater Curtis hier einen Job als Fußballtrainer angenommen hat. Morris Mutter ist erst vor kurzem verstorben und gerade Curtis hat den Tod noch nicht überwunden und fragt sich immer wieder, wie er ohne sie Morris groß ziehen soll. Morris spricht bisher nur gebrochenes Deutsch und besucht daher eine Deutschlehrerin, die ihn gleichzeitig ermuntert in den Sommerferien ein Jugendzentrum aufzusuchen und dort Freunde zu finden. Widerwillig geht Morris tatsächlich zu diesem Jugendzentrum. Doch dort trifft er nur auf Vorurteile. Die anderen Kinder hänseln ihn, weil er etwas dicker ist und nennen ihn abwertend „Big Mac“. Die einzige, die ein bisschen Interesse an ihm zu haben scheint ist die 15-jährige Katrin. Allerdings bringt sie Morris auch immer wieder in Schwierigkeiten.
Morris aus Amerika ist ein Film, der sich nicht so ganz sicher zu sein scheint, was er aussagen möchte. Zum einen nimmt er sich dem Thema Integration an und wie schwer es einem dabei gemacht werden kann. Gleichzeitig auch die Entfremdung der eigenen Kultur, wenn man auf eine neue trifft. Andererseits aber auch die Rebellion von Teenagern und der schwierigen Erziehung dieser. Da sich der Film nicht entscheiden kann, bezieht er alle Themen mit ein und sagt einfach gar nichts aus. Die 91 Minuten Laufzeit tröpfeln so vor sich hin, ohne das wirklich etwas passiert. Ständig wartet man darauf, dass wenigstens ein Thema genauer beleuchtet wird, doch nichts passiert. Stattdessen gibt der Film leere Phrasen wieder – wenn überhaupt mal ein richtiger Dialog geführt wird, was selbst schon relativ selten vorkommt – und versteckt sich hinter Vorurteilen.
Auch die Charaktere sind sehr eindimensional. Morris ist der dicke schwarze Junge aus Amerika. Deswegen mag er unweigerlich Rap und will natürlich Rapper werden. Weil seine Rap-Vorbilder natürlich nur über Nutten, Sex, Alkohol und Beleidigungen schreiben, können auch seine Texte nur davon handeln. Naiv lässt er sich von Katrin immer wieder in Schwierigkeiten bringen, obwohl er natürlich irgendwo weiß, dass sein Handeln falsch ist. Damit ist er aber auch noch der am besten charakterisierte Charakter des Films. Denn Katrin ist einfach nur diejenige, die komplett gegen ihre Eltern rebelliert, ohne das man weiß, wieso sie das tut, oder was ihre Eltern ihr getan haben. Deswegen raucht sie, nimmt Drogen, geht immer wieder heimlich auf Partys und hat natürlich einen Studenten als Freund, der sie auch schon zum Sex verführen will. Während dies alles in das Klitschee ihrer Rolle passt, hat sie doch irgendwo ein Interesse an Morris. Man weiß nicht wieso, denn es scheint über das allgemeine „Lass uns über Morris lustig machen, weil er dick ist“ hinaus zu gehen. Sie schleppt Morris mit auf Partys und will ihn zum Rauchen und zum Drogen nehmen verführen, scheint ihm damit aber nicht schaden zu wollen. Hier verliert sich der Film dann gänzlich und erzählt praktisch nichts mehr.
Curtis ist der typische frisch gebackene alleinerziehende Vater. Er ist mit der Erziehung überfordert, trauert noch immer und muss gleichzeitig versuchen den Lebensunterhalt für sich und Morris zu verdienen. Daher arbeitet er viel und lange und hat wenig Zeit für Morris. Trotzdem versucht er alles, um ein guter, aber auch ein cooler Vater zu sein.
So verliert Morris aus Amerika sich in Vorurteilen, nichtssagenden Dialogen und hat auch nach 91 Minuten noch keine Aussage getroffen. Das einzig wirklich positive am Film ist die wunderschöne Kulisse der Stadt Heidelberg (und ja ich bin voreingenommen, denn ich halte Heidelberg für die schönste Stadt Deutschlands!).

Ein Film, der sich besser aus ein Thema konzentrieren und seinen Charakteren sinnvolle Handlungen geben sollte. Für diese doch sehr schwache Leistung gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Power Rangers

Am 23.03.2017 erschien ein Film, der die Serie über die Power Rangers wieder aufgriff, in den deutschen Kinos.

Die Schüler Jason, Kim und Billy lernen sich beim Nachsitzen kennen. Zusammen mit Trini und Zack, die sie zufällig bei einer Goldmiene kennenlernen, finden sie besondere Steine, die sie mit neuen Fähigkeiten ausstatten. Bei ihrer Suche nach Antworten finden sie ein versunkenes Raumschiff und erfahren von ihrer Bestimmung Power Rangers zu sein. Zeitgleich taucht die böse Rita Repulsa auf.

Das Theme „Go go Power Rangers“ dürfte jedem auf die ein oder andere Art etwas sagen, auch wenn man die Serie selbst nie gesehen hat. Diese hat seit 1993 24 Staffeln und zuvor schon zwei Filme hervorgebracht. Dies ist nun der dritte und am größten inzinierte und dient als kompletter Reboot des Franchise. Gleichzeitig kündigte Serienschöpfer Saban insgesamt sechs Films an. Ob dies nach der Leistung des ersten Films wirklich vom Produktionsstudio genehmigt wird, bleibt fraglich.
Aber fangen wir ganz am Anfang an. Jason war einst einer der beliebtesten Schüler und sehr guter Footballspieler. Doch dann geriet er mit dem Gesetz in Konflikt und muss seitdem nachsitzen. Dort lernt er Kim, einst eine beliebte Cheerleaderin, nun von ihren Freundinnen ausgegrenzt, und Billy kennen, einen Autisten. Zunächst scheint sie nicht viel zu verbinden. Doch Billy überredet Jason ihn zu einer Goldmine zu fahren, an der Billy immer mit seinem inzwischen verstorbenen Vater gegraben hatte. Jason stimmt nach einigem Zögern zu. Während Billy einen Sprengsatz anbringt, trifft er durch Zufall auf Kim. Angelockt von Billys Explosion treffen sie auch noch auf Trini und Zack, die sich ebenfalls im Umfeld der Mine herumgetrieben haben. Billys Explosion hat jedoch merkwürdig schimmernde Steine zum Vorschein gebracht. In der Hoffnung damit reich zu werden, nimmt jeder der fünf einen der Steine mit. Doch am nächsten Tag wachen sie zu Hause auf, ohne zu wissen, wie sie nach Hause kamen und haben alle verstärkte Kräfte. Sie beschließen die Mine noch einmal aufzusuchen und zu untersuchen. Dabei finden sie ein verstecktes Raumschiff und erfahren, dass sie auserwählt wurden die neuen Power Rangers zu sein. Doch die Ruhe bleibt nicht lange erhalten, denn zeitgleich mit ihren Steinen ist auch die böse Rita Repulsor wieder erwacht. Und ihr Ziel die Rangers zu töten und die Erde zu vernichten ist noch immer in der Umsetzung.
Man könnte bei Power Rangers lobend erwähnen, dass der Film sich genug Zeit nimmt, um alle Charaktere vorzustellen und um ihnen Tiefe zu geben. Allerdings nimmt der Film sich nicht nur genug, sondern eher viel zu viel Zeit. Über zwei Drittel des Films befasst sich lediglich damit, dass die fünf Rangers Freunde werden müssen, um ihre Panzerung zu bekommen. Nun gut, könnte man denken, immerhin sollen sie noch fünf weitere Filme zusammen kämpfen, da ist es dann doch wichtig die Charaktere gut vorzustellen. Grundsätzlich ja, doch leider tut Power Rangers genau dies nicht. Denn ein Drittel lang, hört man von jedem Charakter ein “Ihr kennt mich gar nicht und ihr wisst nichts über mich”. Erst im zweiten Drittel des Films wird überhaupt versucht dies zu ändern. Leider sagen die Dialoge, in denen den Charakteren Tiefe gegeben werden soll, beinahe überhaupt nichts aus, so dass man sich hinterher immer noch fragte, wieso wer warum so gehandelt hat. So zieht sich der Film am Anfang doch stellenweise stark, weil man nun unbedingt die großen Geheimnisse wissen will, aber praktisch nichts ausgesagt wird.
Auch Rita Repulsor als Gegnerin der Rangers wird sehr eindimensional dargestellt. Sie ist einfach nur Böse. Keinen Hintergrund, weswegen sie so geworden ist. Auch wurden ihr sehr holprige Textpassagen zugesprochen, die ohne das schauspielerische Talent von Elizabeth Banks, die schon in den Tributen von Panem-Verfilmungen bewies, dass sie außergewöhnliche Rollen spielen kann, wohl eine einzige Lachnummer gewesen wäre. Doch Banks ist es wohl auch zu verdanken, dass Rita Repulsor immer als ernstzunehmende Verrückte wahrgenommen wird. Selbst als sie ein übergroßes Monster erschafft, wo sie gerade mal so groß wie dessen Fuß ist, bleibt sie Selbstsicher und wirkt so auch immer noch bedrohlich. Hier Chapeau vor der Schauspielerin, die einen schlecht geschriebenen Charakter doch noch vor der Lachnummer bewahren konnte.
Die Power Rangers selbst wurden mit jungen Nachwuchsschauspielern besetzt, die bisher eher wenig Erfahrung vor der Kamera hatten. Trotzdem spielen sie ihre Rollen sehr souverän, auch wenn ihnen noch die ein oder andere Feinheit in der Mimik fehlt.
Letztendlich bleibt zu Power Rangers nur zu sagen, dass das Drehbuch deutliche Schwächen aufweist, die Dialoge mitunter etwas holprig sind, durch die lange Einführungsphase der Film mit Längen kämpft und auch die gut gestaltete Endschlacht keine Spannung mehr mit sich brachte. So fehlt im Großteil des Films die Action, stattdessen entwickelte es sich mitunter zu einem Teenagerdrama. Trotzdem schafft der Film es einen ganz eigenen trashigen Humor zu entwickeln, der gerade im Zusammenspiel mit den Schwächen des Films funktioniert. Gerade weil Power Rangers sich stellenweise selbst nicht so ganz ernst nimmt, funktioniert er auf dieser Ebene sehr gut, so dass man sich über die Schwächen hinwegsehend doch gut amüsieren kann.

Alles in allem sollte man den Film nicht zu ernst nehmen. Durch die deutlichen Schwächen ist es aber unwahrscheinlich, dass er den erwünschten Erfolg bringt, um wirklich noch fünf Fortsetzungen zu drehen. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Rammstein – Live aus Paris

Am 23.03.2017 brachten über 1000 Kinos Weltweit den neuen Rammstein-Livefilm auf die große Leinwand. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen.

2012 war Rammstein auf Tournee und spielte auch mehrere Konzerte in Paris. Jonas Åkerlund hat bei zwei dieser Konzerte über 40 Kameras installiert und das ganze Spektakel gefilmt. Nun fünf Jahre später ist der Film endlich fertig geschnitten und konnte auf die große Leinwand gebracht werden.

Rammstein ist für drei Dinge bekannt. Zum einen für ihren sehr eigenen Musikstil, den sie selbst als “neue deutsche Härte” bezeichnen. Zum anderen für ihre umstrittenen Texte, bei denen sie Themen ansprechen, diese aber in ihren Texten immer unkommentiert lassen, so dass sie jeder für sich selbst interpretieren kann. Und zu guter Letzt für ihre spektakulären Bühnenshows. Schon seit ihren ersten Konzerten versuchten Rammstein immer eine gute Show zu liefern, egal, wie viele Menschen im Publikum stehen. Inzwischen ist jedes ihrer Konzerte innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Mit ihren stolzen Ticketpreisen – eine große Pyroshow muss auch finanziert werden – schaffen sie es ihre Show jedes Mal noch etwas aufregender zu gestalten, auch wenn sie viele Grundelemente regelmäßig übernehmen.
Doch wie schafft man es nun diese Show, die auch zum großen Teil von den Emotionen des Liveschauens lebt, auf die Leinwand zu bannen. Und wo liegt der Mehrwert für den Zuschauer – außer das der Eintrittspreis im Kino deutlich geringer ist? Jonas Åkerlund, der bereits für mehrere Musikvideos mit Rammstein zusammen arbeitete, stellte sich nun dieser Herausforderung. So vereinte er die Bühnenshow mit Elementen des Musikvideos und versuchte durch seine über 40 Kameras, die er vor der Show installierte, alles einzufangen und durch verschiedene Winkel, Weit- und Nahaufnahmen eine abwechslungsreiche Sicht auf die Dinge zu geben. Dies gelingt ihm sehr gut, so dass man sich immer wie mittendrin statt nur dabei fühlt. Zudem schafft er es durch gelungene Überblendungen das Kunstwerk Rammstein noch mehr in den Vordergrund zu stellen.
Und was ist nun der Vorteil für den Zuschauer das ganze Spektakel im Kino zu sehen? Nun für mich mit meinen 1,55m ist es wohl an erster Stelle, dass ich alles sehen konnte. Denn in der Menge beim Konzert wäre ich komplett untergegangen und hätte daher wenig von der Show gehabt. Zum anderen natürlich der Preis. Und zu guter Letzt ist die Sicht uneingeschränkt, heißt man ist nicht vom Blickfeld seines Standpunktes abhängig, sondern sieht alles von der Show, mit den zusätzlichen Elementen, die Akerlund einbaute. Der Vorteil den Film im Kino und nicht später zu Hause auf DVD zu sehen, ist natürlich die Größe der Leinwand und die gute Soundanlage eines jeden guten Kinos.
Während ich zum Kinoevent “Rammstein in Amerika” einige Kritikpunkte am Publikum losließ, muss ich bei diesem zweiten Event einiges loben. Da ich bekanntermaßen nicht mehr in Leipzig wohne, habe ich bei diesem zweiten Event auch nicht mehr im Cinestar Leipzig gesessen. Mein neues Kino hielt es zum Glück für überflüssig eine zweite Securitykontrolle einzuführen und beließ es beim einfachen Karten einscannen, was das Hineingehen viel entspannter gestaltete. Während in Leipzig größtenteils ein sehr junges Publikum bei Rammstein in Amerika zu finden war, bevölkerte nun die “ältere” Generation das Kino. Das brachte den Vorteil mit sich, dass alle viel mehr Lust auf das Konzert hatten. Dies spürte man auch während der einzelnen Lieder. Es stand zwar auch diesmal keiner auf, aber trotzdem wurden diesmal die Köpfe geschwenkt, applaudiert und Jubelpfiffe ertönten. So kam zumindest leichte Konzertatmosphäre auf.

Logan

Am 02.03.2017 kam der finale Teil der Wolverine-Trilogie in die deutschen Kinos.

Viele Jahre nach seinem letzten Abenteuer ist Wolverine gealtert und seine Heilungsmutantenkräfte funktionieren nicht mehr richtig. Mutanten gibt es kaum noch. Nur Charles Xavier vegetiert in einem alten Tank vor sich hin, seine Mutantenkräfte hat er auch nicht mehr richtig unter Kontrolle. Bis eines Tages eine junge Frau in aufsucht und um Hilfe bittet. Widerwillig wird Wolverine der Beschützer der kleinen Laura, die seltsamerweise ähnliche Kräfte, wie er zu haben scheint.

Bei den X-Men Filmen ist es immer ein bisschen schwierig die Zeitlinie zu verstehen, da es sich inzwischen um drei verschiedene Trilogien handelt, die sich auch noch teilweise überschneiden. Logan gehört zur Wolverine-Trilogie und bildet den Abschluss. Der erste Teil “X-Men Origins: Wolverine” kam 2009 in die Kinos und erzählte die Geschichte vom Mutanten Wolverine ehe er zu den X-Men stieß. Hier wurde vor allem stark kritisiert, dass der Film sehr verweichlicht sei, da er unbedingt zur Zielgruppe passen wollte und daher eine “Ab 12 Jahren”-Freigabe brauchte. 2013 folgte der zweite Teil “Wolverine: Wege des Kriegers” und spielte in Japan. Damit unterschied er sich stark von allen vorherigen X-Men Filmen und brachte das Thema der Sterblichkeit zum ersten Mal zur Sprache. Nun haben wir das Jahr 2017 und der letzte Teil trägt den passenden Namen Logan und schlägt zum ersten Mal im Superhelden-Genre einen ganz anderen Ton an und traut sich als zweiter Teil nach Deadpool an eine “Ab 16 Jahren”-Freigabe

Gleich zu Anfang des Films merken wir, dass einige Zeit zwischen dem zweiten und dem dritten Teil vergangen sein muss. Denn wir treffen auf einen Wolverine, der stark gealtert ist und sich mitunter kaum noch auf den Beinen halten kann – was allerdings auch an seinem starken Alkoholkonsum liegen kann. Gleichzeitig ist der erste Kampf sehr viel brutaler, als wir es bisher sahen. Logan ist inzwischen Chauffeur und versucht mit seinem Gehalt auf ein Boot zu sparen. Er pendelt regelmäßig zwischen seinem Arbeitsplatz und einer alten verlassenen heruntergekommenen Schmelzanlage. Hier versteckt er Prof. Charles Xavier, einst der brillianteste Kopf der X-Men und deren Anführer. Doch eine neurodegenerative Erkrankung macht aus dem einst brillanten Kopf eine unkontrollierbare Gefahr. Mutanten wurden schon seit Jahren keine mehr geboren und die beiden ehemaligen X-Men müssen einsehen, dass sie vielleicht doch nicht die nächste Evolutionsstufe waren, sondern nur eine Laune der Natur. Doch eines Tages sucht eine Frau Logan auf und bittet ihn um Hilfe. Er soll sie und ihre Tochter Laura an einen sicheren Ort nach North Dakota bringen. Obwohl er sich strikt weigert, wird Logan doch mit hineingezogen und muss mit Charles und Laura fliehen.
Filme aus dem Superhelden-Genre sind meist sehr bunt, sehr actionlastig und voller Humor. Die Humorschiene trifft vor allem das Marvel Cinematic Universe regelmäßig. Das DC Cinematic Universe hat bereits mehrfach versucht einen düsteren Ton anzustimmen, ist aber meistens über ihre eigenen Bemühungen gestolpert – wie zuletzt bei Suicide Squad. Die X-Men Filme standen meist im Schatten des großen Vorbildes Marvel, bedienten aber auch die gängigen Klischees. Logan jedoch ist in gelb und brauntönen gehalten und hat nur wenig Farbanteile, hat auch einige gute Actionszenen, aber bei weitem weniger als noch die Vorgängerfilme und auch der Humor wurde stark gedrosselt. So bricht Logan mit allen Erwartungen und schafft eine neue Art des Superhelden, nämlich der Gealterte.
Kann man noch ein Superheld sein, wenn man langsam gebrechlich wird? Wie soll man die rasanten Kämpfe ausfechten, wenn einem die eigenen Kräfte, sowohl Mutantenkräfte, als auch die ganz normale Kraft eines jeden Menschen, die mit dem Alter immer geringer wird, verlassen? Kann man dann noch immer ein Held sein? Genau dies ist das Hauptthema in Logan. Wir erleben von der ersten Sekunde an einen geschwächten Wolverine. Seine Klingen fahren nicht mehr ganz korrekt aus, seine Heilungskräfte versagen und auch seine restliche Muskulatur ist geschwächt. Er wehrt sich dagegen, doch muss immer mehr feststellen, dass er teilweise auch auf Hilfsmittel angewiesen ist. Die ganze Situation, gepaart mit der Tatsache, dass die Mutanten so gut wie ausgestorben sind, lässt Logan immer mehr Alkohol konsumieren. So spiegelt er irgendwo auch den resignierten Held wieder. Trotzdem handelt es sich bei Logan um einen Superheldenfilm, denn Wolverine wird, obwohl er alles versucht, um es zu vermeiden, in einen Auftrag hineingezogen. Jetzt muss er beweisen, was noch in ihm steckt und wie viel er noch immer aushalten kann.
Das zweite große Thema ist das Familienleben. Wolverine versuchte bereits häufiger häuslich zu werden, doch gelang es ihm nicht. Das Leben als richtige Familie hat er nicht kennengelernt. Umso bizarrer ist es, als er auf der Flucht immer wieder Laura als seine Tochter und Xavier als seinen Vater ausgeben muss. Wie stellt man eine Familie da, wenn man eigentlich keine ist? Und können trotzdem familiäre Gefühle auftreten? Das sind weitere Fragen, die Logan versucht zu beantworten.
Natürlich muss es auch in Logan wieder einen Bösewicht geben, der die drei verfolgt. Hier wurde wieder einmal auf das Klitschee des bösen Wissenschaftler zurückgegriffen, womit sich auch der Kreis seit dem ersten Wolverine-Solofilm schließt. Dort erhielt Wolverine nämlich durch Experimente seine Alamantium-Klingen. Zeitgleich bringt Logan noch neue Ideen mit ein, was das Klitschee des Bösewichts zwar verstärkt, sich aber von den anderen X-Men Filmen wieder abhebt.
Trotz der düsteren Grundstimmung schafft es Logan auch immer wieder hoffnungsvolle Momente einzubringen und durch einen exzellent ausgewählten Soundtrack, der überwiegend auf ruhigere Klänge setzt, immer die passende Stimmung zu vermitteln. Durch die Anpassung der Freigabe auf “Ab 16-Jahren” wurden die einzelnen Kämpfe zwar brutaler als die Vorgängerfilme und es wurde bei weit weniger Szenen weggeblendet. Trotzdem trifftet Logan nicht ins Übertriebene ab, sondern zeigt eher die brutale Wahrheit bei Kämpfen mit Alamantium-Klingen. Die Schauspielleistungen bleiben auf dem bekannten Niveau, vor allem vom Hugh Jackman und Patrick Stewart. Die neuen Darsteller reihen sich mit ein und treffen in der Darstellung genau den richtigen Ton.
So schafft es Logan eine gute Leistung abzuliefern, nebenbei das Superheldengenre auf ein ganz neues Niveau zu bringen und trotzdem Spannung zu schaffen. Trotzdem hängt der Film an manchen Stellen. Ich fühlte mich nicht richtig abgeholt und an manchen Stellen nimmt der Film sich auch einfach zu ernst bzw. wird zur schweren Kost. Vielleicht lastete auf mir auch einfach nur die Tatsache, dass ein lange existierender Held, immerhin erschien der erste X-Men Film bereits 2000, nun alt ist und ebnet den Weg für das Unausweichliche. Irgendwann werden auch meine anderen Helden alt sein.

Alles in allem ein gelungener und runder Abschluss der dritten X-Men-Reihe. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Cinemathek: My first Lady

Willkommen in der Cinemathek, heute mit My first Lady. Der Film lief ursprünglich ab dem 15.09.2016 in den deutschen Kinos.

Der junge Barack Obama arbeitet während seines Studium zeitweise in einer Anwaltskanzlei. Dort lernt er die Rechtsanwältin Michelle Robinson kennen, die er versucht für sich zu gewinnen. Sie gibt sich aber zurückhaltend, lässt sich aber letztendlich doch auf ein Date ein.

Nachdem nun Donald Trump die Präsidentenwahl gewann, denken viele sehnsüchtig an die Regierungszeit Obamas zurück. Besonders beliebtes Motiv in den sozialen Netzwerken ist der Vergleich zwischen der Liebe von Barack und Michelle Obama und Donald und Melania Trump, bei denen letztere selten gut wegkommen. Im letzten Jahr, noch vor der US-Wahl wurde das Motiv der Liebe zwischen den Obamas auch für den Film My first Lady genutzt. Viele Kritiker spotteten, dass dies lediglich der Versuch sei das Image der Obamas noch einmal anzuheben, da sie keinen Einfluss auf die Geschichtsbücher mehr nehmen können. Doch nehmen wir erst einmal den Film genauer unter die Lupe.
Es ist das Jahr 1989. Michelle Robinson arbeitet in einer Anwaltskanzlei und muss trotz der modernen Zeit als Schwarze und als Frau mehr arbeiten als ihre männlichen weißen Kollegen, um akzeptiert zu werden. Während seines Studiums absolviert der junge Jurastudent Barack Obama ein Praktikum in genau dieser Kanzlei. Er wirbt um Michelle, die ihn jedoch zunächst gänzlich zurückweist. Schließlich überredet er sie doch auf ein “Nicht-Date” und versucht sie an diesem einen Tag von sich zu überzeugen. Doch Michelle hat Angst auf Arbeit noch weniger Ernst genommen zu werden, wenn sie eine Beziehung zu einem Kollegen anfängt.
My first Lady ist keine Ausschweifende Erzählung über die gesamte Liebesbeziehung der Obamas und erzählt auch keine Grundsteine auf ihrem Weg ins weiße Haus. Der Film widmet sich nur einem einzigen Tag. Dem Tag des erstes Dates von Barack Obama und Michelle Robinson, bzw des ersten “Nicht-Dates”. Sie besuchen Ausstellungen, Debatten und das Kino und während Barack immer wieder versucht im guten Licht zu stehen, um Michelle zu beeindrucken, versucht diese verzweifelt nicht beeindruckt zu sein. Herausgekommen ist ein Film, der einfach nur die Schönheit der Liebe an vorderster Stelle steht. Beim Sehen des Films vergisst man, dass es sich um das spätere Präsidentenpaar der USA handelt. Man vergisst, dass sich beide später einmal politisch engagieren und lässt sich einfach nur auf die wahre unverfälschte Liebe ein. Die Geschichte selbst hätte auch von zwei absolut fiktiven Personen handeln können. Das hätte dem Film vielleicht auch ganz gut getan, denn so geht man doch mit einem gewissen Grundgefühl an den Film.
Im Prinzip zeigt My first Lady eine ganz simple und aufregende Liebesgeschichte. Ohne große Dramatik, aber auch ohne großen Spannungsbogen – immerhin weiß man ja bereits, dass sich die Beiden am Ende finden und heiraten. Dafür mit so viel Herz und Magie schon in den einfachsten Sätzen. Viele Liebesfilme kommen ja immer mit großem Drama und vielen Tränen daher. Beides fehlt in My first Lady vollkommen und lässt ihn damit schön aus der Masse herausstechen.

Alles in allem ein schöner unaufgeregter Liebesfilm, der auch über jedes andere Pärchen hätte sein können. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Kong – Skull Island

Am 09.03.2017 erschien ein neuer Film über King Kong in den deutschen Kinos.

Ein Forschungsteam bricht zusammen mit einer Militäreskorte zu einer bisher unentdeckten Insel auf. Doch dort finden sie nicht nur einen rießigen Affen vor, der ihre Hubschrauber vom Himmel holt, sondern noch ganz andere Geschöpfe. Werden sie es von der Insel lebend wieder herunterschaffen?

Über King Kong wurden bereits unzählige Filme gedreht. Immer wieder drehte es sich um seine Vorliebe für die eine Frau, die er auf das Empire State Buildung entführte. Doch mit Kong wurde nicht die gleiche Geschichte wieder erzählt, sie wurde aber auch nicht komplett neu eingefangen. Aber immerhin blieb diesmal das Empire State Building verschont. Bereits 2014 wurde mit Godzilla ein altes Monster neu belebt. In diesem neu geschaffenem „Universum“, soll nun auch Kong spielen, damit es in ein paar Jahren dann den Zweikampf der Giganten geben kann: King Kong vs. Godzilla.
Aber zunächst zu Skull Island. Im Jahr 1972 ist der Vietnam-Krieg so gut wie beendet und die Erfahrung ist noch schmerzlich im Kopf der amerikanischen Bevölkerung. Diesen Moment nutzen Bill Randa und sein Assistent Houston Brooks von der Regierungsorganisation Monarch, um finanzielle Hilfen und eine Militäreskorte zu einer erst durch Zufall entdeckten Insel zu erhalten, die sie erforschen wollen. Lieutenant Colonel Packard und seine Truppe werden aus dem Vietnam direkt zu diesem Einsatz abberufen. Gleichzeitig verpflichten Randa und Brooks den Pfärtenleser und Söldner Captain James Conrad für eine großzügige Summe für ihre Mission. Um den Trupp zu vervollständigen schließt sich selbstständig noch die Kriegsfotografin Mason Weaver an. Alle zusammen durchfliegen den Sturm, der dauerhaft um die Insel kreist, nur um zu merken, dass sie dir Insel besser nicht betreten hätten. Denn der rießige Affe Kong, der sie begrüßt und alle Hubschrauber vom Himmel holt, ist nur der Anfang der Schrecken der Insel.
Zu viele Namen in der Filmbeschreibung? Das könnte daran liegen, dass Kong – Skull Island mit viel zu vielen Haupt/Nebencharakteren auffährt. Dabei wird keiner richtig charakterisiert, aber bei jedem wird es versucht. Das für diese halbherzigen Charaktere aber viele durchaus bekannte und erfolgreiche Schauspieler gecastet wurden, beweist eher das Geschick der Marketingabteilung als der Castingabteilung. Denn Namen wie Tom Hiddleston, Brie Larson, Samuel L. Jackson, John Goodman und John C. Reilly lassen eigentlich auf ein sehr gute schauspielerische Qualität im Film schließen. Ihre Rollen hat auch keiner schlecht gespielt, allerdings waren die Aufgaben sehr eingeschränkt und klar verteilt. Larson war lediglich dafür da, um eine Frau im Team zu haben und ständig die Kamera vor das Gesicht zu halten, Hiddleston war als sympathischer Schönling engagiert, der regelmäßig ein paar Personen rettet und den Gegenpol zu Samuel L. Jackson gab, der wiederum nur dafür da war böse zu gucken und die Dynamik des Teams zu brechen. Hier wurden gute Schauspielnamen eindeutig verschleudert, da die Charaktere auch einfach von unbekannteren Darstellern hätte übernommen werden können.
Auch die Handlung ist sehr einfach gestrickt. Lasst uns die Insel erforschen, wir hätten nie herkommen sollen, wie kommen wir jetzt wieder runter von der Insel. Damit ist alles zusammengefasst. Was allerdings nicht heißen soll, dass es sich bei Kong – Skull Island um einen schlechten Film handelt. Denn bildgewaltige Action, Kämpfe mir riesigen „Monstern“ und einer Menge netter Oneliner, die einen zum schmunzeln brachten, waren in Hülle und Fülle vorhanden. Und genau dies war nach Beschreibung und Trailer zu erwarten. So erfüllt er letztendlich die Erwartungen, durch einige „Schönheitsfehler“, wie beispielsweise die Schnittweise wechselnde Tageszeit, und teilweise sehr klitscheehafte Entwicklungen, schafft er aber nicht den Sprung zu einem wirklich herausragenden Film. Trotz einiger schöner Klitscheebrecher und unvorhersehbaren Wendungen, hält sich Kong ein bisschen zu sehr an dem bereits Bekannten.

Alles in allem erfüllt Kong – Skull Island die Erwartungen, schafft aber nicht den Sprung darüber hinaus. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

A Cure for Wellness

Am 23.02.2017 erschien eine neue deutsch-amerikanische Koproduktion in den deutschen Kinos.

Mr Lockhart wird von seiner Firma beauftragt das Vorstandsmitglied Mr Pembroke aus einem Wellness-Resort in den Schweizer Alpen abzuholen. Doch sobald Lockhart in der Schweiz ankommt, scheint Mr Pembroke verschwunden zu sein und er findet sich nach einem Autounfall selbst in dem Resort wieder. Dort geht er den merkwürdigen Vorkommnissen auf den Grund.

Viele denken bei Urlaub an Sonne Strand und Meer. Auch bei Urlaub in der Schweiz gehen die Gedanken schnell einen genauen Weg. Lange Wanderungen durch die Alpen, Skiurlaub und ähnliches. Das Wellness-Resort in A Cure for Wellness passt auf dem ersten Blick nicht in unser Bild von einem schönen Urlaub. Denn zum einen liegt das luxuriöse Resort sehr abgeschieden und die Dorfbewohner am Rande des Berges, scheinen einen regelrechten Groll gegen die Besucher zu haben. Zum anderen wirkt das Resort nicht sehr einladend. Diesen Eindruck erweckt das Resort auch auf den Protagonisten des Films Mr. Lockhart. Jung, ehrgeizig und hart arbeitend, versucht er in seinem Unternehmen schnell aufzusteigen. Als eine Fusion bevorsteht, wird das Vorstandsmitglied Mr Pembroke benötigt. Dieser befindet sich jedoch in einem Wellness-Resort in der Schweiz. Auf den Rückruf für die Fusion antwortet Pembroke mit einem sehr undurchsichtigen Brief, dem nur zu entnehmen ist, dass er wohl nicht mehr zurückkehren wird. So wird Mr Lockhart losgeschickt, um Mr Pembroke zurück zu holen. Dies gestaltet sich jedoch als schwieriger als zunächst angenommen, zumal Mr Pembroke kurz nach Lockharts Ankunft scheinbar spurlos verschwindet. Auf der Rückreise ins Dorf wird Lockhart jedoch in einen Autounfall verwickelt und wacht am nächsten Tag mit eingegipsten Bein wieder im Resort auf. Dort lernt er den Leiter des Resorts Dr. Volmer kennen, der sich zuvorkommend und verständnisvoll gibt. Doch sobald Lockhart anfängt etwas zu graben, stößt er auf Ungereimtheiten und merkt schnell, dass hier irgendetwas nicht stimmt.
A Cure for Wellness baut sehr schnell eine starke Atmosphäre auf, bei der ein leichtes Gruseln einen immer begleitet. Dafür sind kein gruseliger Soundtrack oder andere beliebte Horrorelemente nötig, sondern es ist eher dieses Gruseln, weil man sofort merkt, dass dort etwas nicht stimmt.
Die Handlung ist verstrickt, so dass man das Ende nicht gleich vorhersehen kann. Auch am Anfang vermutete Parallelen zu ähnlichen Filmen bewahrheiten sich nicht, was dem Film einen eigenen Stellenwert gibt. Nach jeder scheinbaren Lösung bzw. Nach jedem Hinweis, verstrickt sich die Handlung weiter und man weiß erst am Ende, wie genau jetzt alles zusammenhängt. Das Ende selbst ist zwar ein wenig abgedreht, bleibt aber im Bereich des Akzeptablen. Grundsätzlich unterscheidet es sich aber von der im Vorhinein aufgebauten Stimmung her stark.
Neben der Atmosphäre wird der Film vor allem von den guten schauspielerischen Leistungen getragen. Während man bei Hauptdarsteller Dane deHaan als Mr Lockhart immer wieder zwischen Sympathisch und Arschloch (vor allem am Anfang) schwankt, ist es vor allem Jason Isaacs als Dr. Volmer, der mit seiner ganz eigenen Art überzeugen kann. Wer ihn in Harry Potter als Lucius Malfoy erlebt hat, weiß, wie leicht Isaacs mit ein bisschen Mimik und wohl gewählten Worten eine ganz eigene Stimmung verbreiten kann. Mia Goth als Hannah hingegen merkt man an, dass sie noch Schauspielerfahrung sammelt. Sie spielt ihre Rolle durchaus souverän, aber es fehlt ihr etwas an Mimik und erinnert stellenweise leider sehr an Kristen Stewarts ausdrucksloses Spiel.
Die Spannung im Film wird sehr schnell durch die Atmosphäre im Wellness-Resort aufgebaut. Obwohl der Film mitunter etwas ruhig erzählt wird, hält sich die Spannung durch die offenen Fragen auf einem guten Niveau und steigert sich immer wenn Mr Lockhart kurz davor ist, wieder ein neues Geheimnis aufzudecken oder eine vorher im Raum stehende Frage beantworten will. So bleibt man trotz der relativ langen Spielzeit von 150 Minuten permanent an den Kinostuhl gefesselt und merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht.

Alles in allem ein spannender und sehr atmosphärischer Film. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im Februar 2017

Hallo ihr Lieben,
nicht nur die Oscarverleihung ist vorbei, sondern auch der Februar und so kommt hier meine allmonatige Übersicht der Filme, die ich leider nicht sehen konnte.

) Den Sternen so nah: Ich stell mir eine süße kleine Geschichte über die erste große Jugendliebe vor, nur das er auf dem Mars lebt.

2) Boston: Die Verfilmung über das Attentat auf den Boston Marathon. Ich bin gespannt, ob der Film einen Mehrwert zu einer einfachen Dokumentation bietet.

Und hier noch kurz die Übersicht der Filme, die es ganz knapp nicht auf meine Liste geschafft haben:

Die irre Heldentour des Billy Lynn, Madame Christine und ihre unerwarteten Gäste