Sicario

Am 01.10.2015 erschien ein Film der das Krisengebiet Grenze Mexiko-USA genauer unter die Lupe nimmt in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Kate Macer ist beim FBI auf Entführungsfälle spezialisiert. Bei einem ihrer Fälle findet sie ein Haus, voller Leichen in den Wänden. Durch ihre starke Art wird ihr ein Job angeboten in einem Spezialteam, dass ein Kartell ausheben möchte. Zögernd nimmt sie an und wird sofort mit der Situation an der mexikanisch-amerikanischen Grenze konfrontiert. Da sie von ihrem Team über die Missionsziele im Unklaren gelassen wird, versucht sie herauszufinden, welches Spiel gespielt wird und wie viel sie mit ihrem Gewissen vereinbaren kann.

Sicario bedeutet Auftragskiller. Wer für wen den Auftrag hat jemanden zu töten, bleibt jedoch bis zum Ende ungeklärt. Vorher lernt man die sympathische aber knallharte Kate Macer kennen, die versucht ihren Job mit einer möglichst geringen Opferzahl auszuüben. Doch als sie in einem Haus, wo ein Entführungsopfer vermutet wurde, unzählige Leichen in den Wänden findet, gerät ihre Welt ins Wanken. Schnell ist klar, dass ein Drogenkartell dahinter steckt. Auftritt des undurchsichtigen Geheimagenten Matt Graver, der ein neues Team für spezielle Missionen zusammenstellen möchte und ein Teammitglied des FBIs braucht. Kate ist unschlüssig, willigt aber ein, weil ihr versichert wurde, dass es gegen die Männer, die für das Leichenhaus verantwortlich seien, sei. Dort lernt sie auch Söldner Alejandro kennen. Doch schnell merkt sie, dass ihr entweder falsche Informationen oder gar keine gegeben werden und sie lange im Dunkeln tappt, was gespielt wird. Schneller als ihr lieb ist, ist sie Zeugin eines Gefangenentransportes über die Grenze mit einer nervenaufreibenden Schießerei. Doch Kate spielt mit, immer in dem Glauben das richtige zu tun.
Sicario schafft es gekonnt und beinahe spielerisch eine Spannung aufzubauen, die den Zuschauer an den Kinositz fesselt. Zusammen mit Kate wird man mit der Situation im Grenzgebiet und die dramatischen Umstände konfrontiert und kann ihnen so schnell nicht entfliehen. Während man die Szenerie noch klein zu reden versucht, schwebt die Kamera über die Szenerie und demonstriert einem die Ausmaße des Elends, vor dem man am liebsten die Augen verschließen möchte. Der Film nimmt kein Blatt vor den Mund und beschönigt nichts. Gleichzeitig spielt er mit den Erwartungen und Vorurteilen der Zuschauer. Der nette tanzende Mann muss der Gute sein, während der tätowierte, der immerzu schläft, wenn sein Sohn mit ihm Fußball spielen möchte, automatisch der Böse sein muss. Aber der Film kennt nicht nur schwarz und weiß, sondern eine ganze Palette an Grauabstufungen, dass man häufig seine eigene Moral und Ideale in Frage stellt.
Andererseits verpasst der Film es den Zuschauer genügen aufzuklären. Hintergründe werden gar nicht benannt, so dass der Laie doch nur schwer mit den Szenerien umgehen kann. Der gesamte Film wird aus Kates Sicht erzählt, die mit Absicht die meiste Zeit im Dunkeln tappt, dadurch tappt aber auch der Zuschauer im Dunkeln, was genau gespielt wird, was teilweise zu einer Frustration führt.
Emily Blunt übernimmt die Rolle der Kate Macer und hat mit Josh Brolin und Benicio del Toro zwei starke männliche Gegenspieler. Doch sie bringt uns die Kate glaubhaft als starke Frau herüber. Sie kann kämpfen, ist zäh und verkraftet einiges, darf aber auch weinen und in bestimmten Momenten schwach sein und sich retten lassen, ohne das wir sie gleich als „typische Frau“ abstempeln.

Alles in allem ist Sicario mitreißend, spannend und bringt frischen Wind ins Genre. Nur die dauerhafte Unaufgeklärtheit nervt und daher gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

45 years (Kurzkritik)

Am 10.09.2015 erschien ein Beziehungsdrama ohne Drama in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Kate und Geoff Mercer sind seit 45 Jahren verheiratet. Weil Geoff zu ihrem 40. Hochzeitstag zu krank zum feiern war, wollen sie die Feierlichkeiten nun nachholen. 5 Tage vorher bekommt Geoff einen Brief, indem etwas zu seiner Ex-Freundin steht. Das wühlt das so harmonische Eheleben gewaltig auf.

45 years ist ein Film, der von den Kritikern hoch gelobt wurde, die Darsteller haben Auszeichnungen bekommen, aber als „normaler“ Kinozuschauer sitzt man im Kino und fragt sich, was will der Film einem eigentlich sagen? Denn der Film erzählt das Leben der beiden Rentner in allen Ausführlichkeiten. Die Mercers leben etwas außerhalb der Stadt in einem Haus mitten im Grünen. Ebenso harmonisch wie die Umgebung ist auch das Leben. Man sieht beide lesen – egal ob Zeitung oder Buch – essen, Kate mit dem Hund spazieren gehen und die Fahrt in die Stadt gleicht einem kleinen Abenteuer. Nur der Brief, der am Anfang eintrudelte, stört die Harmonie. Katya, eine Freundin Geoffs lange vor Kates Zeit, wurde in einer Gletscherspalte gefunden. Das nimmt Geoff ein wenig mit, aber er lässt es sich kaum anmerken. Dafür keimt in Kate eine Eifersucht, die sie von innen aufzufressen droht. Aber auch sie lässt es sich eigentlich nicht anmerken und der Zuschauer muss raten, was sie eigentlich denkt. So zieht sich der Film eine gefühlte Ewigkeit hin ohne eine Pointe oder eine Aussprache zu finden.
Der Film lässt einem zum einen mit Wohlwollen in die Zukunft als Rentnerpaar gucken, auf die Harmonie, auf das Zufrieden mit dem Leben sein. Zum anderen beunruhigt er aber auch, denn wenn man sich nach 45 Jahren noch nicht über seine Gefühle unterhalten kann, dann sehe ich schwarz für die meisten Beziehungen.

Alles in allem ist 45 years ein Film für ein ganz spezielles Publikum und bekommt von mir 02 von 10 möglichen Punkten.

Steve Jobs (Kurzkritik)

Am 12.11.2015 erscheint ein neues Biopic über den Apple-Gründer Steve Jobs in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Steve Jobs steht vor der Präsentation des Mackintosh. An seiner Seite seine treue Marketing Chefin Joanna. Doch direkt vor der Präsentation trifft er auf verschiedene Mitarbeiter und auf seine Ex-Freundin mit Tochter, die nach einem Test als Jobs Tochter bestätigt wurde. Trotzdem will er die Vaterschaft nicht anerkennen.

Steve Jobs erzählt keine komplette Lebensgeschichte. Der Film spielt vor drei verschiedenen Präsentationen, beginnend mit dem Mackintosh. Dabei begegnen Jobs immer die gleichen Personen, mit denen er eigentlich nicht reden will, es aber doch irgendwie muss. Dabei versucht seine Markenting Chefin Joanna alles zu regeln und Jobs zu bremsen, der seine Mitarbeiter anschreit, beleidigt, ihnen unmögliche Aufgaben gibt und mit Kündigungen droht. Alles für die perfekte Präsentation. In den Gesprächen lernt man die Hintergründe zu den Produkten und auch zu Jobs selbst, wobei zumindest er in keinem guten Licht mehr dasteht.
Michael Fassbender übernimmt die Rolle des Steve Jobs. Dabei beweist er einmal mehr, was für ein guter Charakterschauspieler er ist. Jobs selbst wird immer als das Genie von Apple dargestellt. Aber in diesem Film merkt man, dass er teilweise an der Produktentwicklung nicht beteiligt war, diese aber als seine hingestellt hat und auch im privaten kein netter Zeitgenosse ist. Im Film tauchen immer wieder seine Ex-Freundin und seine Tochter auf, für die er lange Zeit die Vaterschaft nicht anerkennt.
Der Film schafft es trotz dreimal der exakt gleichen Sitaution nicht an Spannung zu verlieren, was vor allem den ausgefeilten Dialogen und Fassbenders Darstellung geschuldet ist.

Es bleibt bei diesem Artikel bei einer Kurzkritik, da es mir schwerfällt dem Film gegenüber objektiv zu bleiben, da mir Jobs sehr unsympathisch ist und ich auch von Apple nichts halte. Dies hat jedoch nichts mit dem Film an sich zu tun.

Alles in allem ist es endlich einmal ein kritisches Biopic, indem Jobs nicht glorifiziert wird und bekommt 07 von 10 möglichen Punkten.

the last witch hunter

Am 22.10.2015 erschien ein neuer Actionfilm mit Vin Diesel in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Kaulder hat im 13. Jahrhundert durch die Pest seine Familie verloren. Zusammen mit anderen Männern mit gleichem Schicksal sucht er die Hexenkönigin auf, die die Pest über die Menschheit brachte. Bei dem Versuch sie zu töten, wird er verflucht und muss von nun an ewig leben. Doch er hat seine Bestimmung gefunden und wurde Hexenjäger. Angekommen in der Gegenwart wird sein einziger Vertrauter ermordet und Kaulder versucht herauszufinden von wem und warum?

The last witch hunter bringt Vin Diesel einmal mehr auf die Kinoleinwand. Gewohnt Wortkarg und voller Action.
Der Film erzählt hintereinander auf zwei Zeitebenen. Zunächst erzählt der Film die Ausgangsbasis, also den Feldzug verzweifelter gebrochener Männer gegen die Hexenkönigin. Nachdem Kaulder verflucht wurde, springt der Film in die Gegenwart. Dort lernen wir Dolan kennen, einen engen Vertrauten Kaulders. In jeder Generation gibt es einen Dolan, der, wie Kaulder auch, der Vereinigung Axt und Kreuz dient. Der aktuelle möchte sich jedoch zur Ruhe setzen und wird noch am gleichen Tag ermordet. Kaulder glaubt nicht an einen Zufall und untersucht den Tod genauer. Schnell findet er heraus, dass es sich um einen Mord findet. Und Dolan hat ihm einen Hinweis gegeben „Erinnere dich an deinen Tod“. Doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht. Denn genau das versucht jemand zu verhindern. An seiner Seite hat er den neuen Dolan und nach seinem ersten Versuch sich an seinen Tod zu erinnern auch die Hexe Chloe.
Vin Diesel übernimmt die Rolle des Kaulder. Das überraschenste an seiner Rolle ist, dass er im 13. jahrhundert Haare hat. Ansonsten spielt er auch hier wieder seine übliche Rolle, die wir schon aus XxX und Riddick kennen. Aber es funktioniert. Man nimmt Diesel die Rolle des leidgeplagten und inzwischen von seinem Job angeödeten Hexenjäger ab. Kaulder lebt inzwischen seit 700 Jahren. Immer wieder hat er die gleichen Jobs, doch inzwischen steht er dem hohen Rat von Axt und Kreuz unter und inzwischen darf er nicht mehr töten, da die Hexen in ein Gefängnis gesperrt werden. Erst Chloe gibt dem ganzen das gewisse etwas.
Rose Leslie übernimmt die Rolle der Chloe. Bereits in Game of Thrones spielte sie eine starke Frau und lässt sich auch in diesem Film nicht unterkriegen. Als Hexe hat sie es nicht leicht im Leben. Trotzdem hat sie ihre eigene Bar eröffnet. Auch nach dessen Zerstörung gibt sie nicht auf, sondern versucht Kaulder zu helfen. Mit ihrer ganz eigenen Art bringt sie den gewissen Charme in den Film, den Diesel nicht verströmen kann.
Doch trotz der spannenden Action, der guten Figuren und der schönen Optik kann der Film nicht überzeugen. Es wird ein sehr großes Universum aufgebaut, dass Lust auf mehr macht. Aber es wird einfach nicht genutzt. Es werden Hinweise auf die Ausmaße gesetzt, aber mehr als kurze Erwähnungen werden nicht genutzt. Trotz der Ankündigung eines zweiten Teiles gibt es wenig Hoffnung auf weitere Nutzung des Universums. Dabei gibt es genügen Stoff, um daraus eine gelungene Serie mit mindestens 4 Staffeln zu kreieren. Der Film versucht hingegend schnell Spannung zu erzeugen und diese mit viel Action auszufüllen. Dies wird zwar umgesetzt, aber der Film bleibt damit hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Alles in allem wäre das Universum für eine Serie passender, aber als Film nicht gelungen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im Oktober 2015

Hallo ihr Lieben,
der Monat ist ja wieder gerannt. Inzwischen wird es sogar um 17Uhr wieder dunkel draußen. Der Oktober hatte viele gute Filmstarts und daher war ich sehr oft im Kino (ich hänge noch immer 8 Kritiken zurück 😦 ). Aber trotzdem habe ich es immer noch nicht geschafft, alle zu sehen.

  1. a royal night – ein königliches Vergnügen: Die Geschichte von der späteren Königin Elisabeth und ihrer Schwester, die am Ende des zweiten Weltkrieges einmal den Buckingham Palast verlassen dürfen. Das Königshaus einmal aus einem ganz neuen Blickwinkel. Mich reizt der Film noch.

2. Black Mass: Johnny Depp is back. Nachdem man seine Karriere nach den letzten Flops für Tod glaubte, schlägt er nun noch stärker zurück. Auch eine Oscarnominierung scheint nicht unmöglich. Da ich mir vorgenommen habe, diesmal vor der Verleihung die meisten nominierten Filme, oder die Filme deren Darsteller/Regisseure/etc. nominiert werden zu sehen.

3. Macbeth: Ich habe zwar deutsche Literatur studiert, bin aber auch sehr interessiert in internationaler Literatur und auch Shakespeare lese ich gerne. Um so mehr freue ich mich über diese Macbeth-Verfilmung mit Michael Fassbender in der Hauptrolle.

Das war es dann auch schon für diesen Monat. Auf den November 😉

Der Marsianer

Am 08.10.2015 erschien die Geschichte eines Mannes, der auf dem Mars vergessen wurde, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Der Astronaut Mark Watney war mit seiner Crew bei einer Mission auf dem Mars. Da sich ein starker Sturm ankündigt hat, wurde die Mission abgebrochen. Dabei wird Watney getroffen und sein Anzug beschädigt. Dadurch glaubt seine Crew, dass er tot sei und verlassen den Mars. Doch Watney überlebt und muss nun versuchen sowohl auf dem Mars zu überleben, als auch die NASA zu kontaktieren.

 Wie überlebt man auf dem Mars mit Essen für 50 Sols, wenn die nächste Marsmission erst vier Jahre später ankommen soll? Dieser Film verrät es einem, für den Fall, dass es einmal jemandem passieren sollte. Der Marsianer erzählt die Geschichte von Mark Watney, der nicht auf dem Mars vergessen, sondern nach einem Unfall bei der Abreise für Tod gehalten wurde. Verletzt, aber am Leben schleppt Mark sich zurück in die inzwischen verlassene Station. Sein Glück ist, dass die Mission vorzeitig abgebrochen wurde und so noch die Verpflegung von ihm und seiner Crew vorhanden ist. So weiß er, dass er zumindest erst einmal nicht verhungert. Aber er muss Nahrung anbauen, um bis zur nächsten Marsmission durchzuhalten, und Kontakt zur NASA aufnehmen. Ersteres scheint jedoch möglich, denn Mark ist der Botaniker der Mission. Zweiteres erscheint schwieriger, denn die Kommunikation ist nach dem Sturm, der zum Abbruch der Mission führte, beschädigt. Aber Mark hat einen unabbrüchigen Überlebenswillen, der selbst von der Diskomusik  – die einzige, die auf dem privaten Laptop eines Crewmitgliedes zurückgelassen wurde – nicht geschwächt wird.
Matt Damon übernimmt die Rolle des Mark Watney. Dabei nimmt er sehr gut die Rolle an, spielt Sarkasmus und Verzweiflung in gekonnter Abwechslung. Mark hat aus freien Stücken an der Mission teilgenommen. Aber auf dem Mars gestrandet zu sein? Das muss eines der schlimmsten Dinge sein, die einem passieren können. Man weiß nicht, wie man überleben soll, man lebt in völliger Einsamkeit und weiß nie, was einem als nächstes ausgeht: Essen, Wasser oder Sauerstoff. Doch trotzdem verliert Mark nicht seinen Humor und seine ordentliche Portion Sarkasmus und Zynismus.
Der Film wird zeitgleich an drei Orten erzählt. Auf dem Mars bei Mark, im Weltall bei der abgereisten Crew und auf der Erde bei der NASA. Während Mark auf dem Mars versucht zu überleben, merkt die NASA irgendwann, dass er noch lebt. Ab da gibt es zwei essentielle Fragen: Wie retten sie Mark und wieviel sollen sie ihm erzählen?
Um die Geschichte zu erzählen, nutzt der Film keine nervige Off-Stimme, sondern baut regelmäßig ein Videotagebuch von Mark ein. Dadurch versteht man den Film besser, hat aber nicht das Gefühl bemuttert zu werden.
Die Erzählstruktur des Films ist gut gewählt. Anstatt ewig nach einem Einstieg zu suchen, wird dieser schnell durch den Sturm erzählt. Dadurch ist man direkt in einem spannenden Part des Films und diese Spannung wird durchgehend gehalten. Mit einer Dauern von ca. 2,5 Stunden ist der Film allerdings zu lang. Ab 2 Stunden fängt der Film an sich zu ziehen, nicht weil er langweilig wird, sondern einfach weil die Konzentration nachlässt. Vom Material her, hätte der Film durchaus auf 2 Stunden gekürzt werden können, ohne großartig einen Verlust zu haben. Zumal das Ende sich nicht an die hohe Qualität des Films halten konnte und noch einmal künstlich erzeugte Spannung in einem nervenaufreibenden Finale pressen musste, in dem natürlich nichts so funktioniert, wie es sein soll. Das hatte der Film nicht nötig.

Alles in allem ist der Film ein Spitzenreiter in seinem Genre. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Zurück in die Zukunft

Hallo ihr Lieben,

anlässlich des 21.10.2015 – dem Jahr, in dem Marty McFly in der Zukunft landete – wurde in verschiedenen Kinos ein Triple-Feature in einem Special-Screening gezeigt. Aber auch zu Hause wurden bei vielen die Filme geschaut. Ich kannte die Filme vorab nicht und hab mich von meinem Freund überreden lassen zu einer der Sonderveranstaltungen im Kino zu gehen. Also sah ich am vergangenen Mittwoch zum ersten Mal die Kultfilme.

Part 1:

Kurz zur Story: Marty McFly lebt ein sehr mittelmäßiges Leben. Nur seine Freundschaft zu Doc Emmett Brown sorgt für etwas Schwung in seinem Leben. Vorallem als dieser eine Zeitmaschine erfindet und in einen DeLorean baut. Durch einen Zufall landet er ohne Doc Brown im Jahr 1955. Nachdem er aus Versehen seinen Vater daran gehindert hat, seine Mutter kennenzulernen, trifft er auf die jüngere Version von Doc Brown. Während dieser einen Weg sucht, Marty wieder zurückzuschicken, muss dieser seine Eltern doch noch dazu bringen sich ineinander zu verlieben.

Part 2:

Kurz zur Story: Zurück im Jahr 1985, braucht Doc Brown Martys Hilfe. Im Jahr 2015 werden Martys Kinder in Schwierigkeiten geraten. Dies soll nun verhindert werden. Die Aufgabe ist schnell gelöst, außer das ihnen ein Fehler passiert sein muss, denn das Jahr 1985 hat sich verändert. Also reisen die beiden doch zurück in das Jahr 1955, um dort alles in Ordnung zu bringen.

Part 3:

Kurz zur Story: Doc Brown ist durch einen Unfall im Jahr 1885 gelandet. Marty ist im Jahr 1955 gestrandet. Wieder einmal muss er mit dem Doc Brown des Jahres 1955 eine Lösung finden, um ins Jahr 1885 zu landen. Dies gelingt auch und so versucht Marty Docs Leben zu retten und wieder zurück in die Zukunft zu gelangen.

Alles in allem haben mir die Filme richtig gut gefallen. Der erste hatte noch mit den meisten Witz und Charme, während der zweite doch eher geschwächelt hat. Der dritte Teil kam wieder eher an den ersten Teil heran, auch wenn mich die Liebesgeschichte (War das echt nötig?) wieder einmal gestört hat.
Also an alle die diesen Tag verpasst haben: Guckt euch die Filme trotzdem an, es lohnt sich 😉

Er ist wieder da

Am 08.10.2015 erschien die Buchverfilmung in der Hitler sich im Jahr 2014 wiederfindet in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: 1945 hat Hitler laut Geschichtsbücher Selbstmord begangen. 2014 findet er sich verwirrt und desorientiert in Berlin wieder. Verwirrt und in seiner Uniform stolpert er durch die Stadt, die gar nicht mehr durch den Krieg zerstört ist. Nachdem er Unterschlupf bei einem „Zeitungskrämer“ fand, wird er schnell für einen Hitler-Darsteller aus dem Comedy-Bereich gehalten und einem großen Sender vorgeschlagen. Dabei wird er schnell zum Phänomen und findet immer mehr Anhänger.

Darf man darüber lachen, wenn Hitler einmal mehr die Massen für sich einnimmt? Mit dieser Frage beschäftigt man sich durchgehen, wenn man den Film sieht. Und in den Passagen, die auf dem Buch basieren, fällt einem das auch leicht. Das ist Satire, da lacht man ganz locker. Aber der Film basiert nicht nur auf einem Drehbuch. Vor den eigentlichen Dreharbeiten fuhr das Team mit Oliver Masucci in seinem Hitler-Outfit kreuz und quer durch Deutschland und befragte die Menschen, die ihm gegegnet sind. Dabei musste Masucci gar nicht so viel machen, nur ein paar Fragen hier, ein paar zustimmende Kommentare da und der Rest war mitunter ein Selbstläufer. Dabei kamen teilweise echt erschreckende Aussagen zu Tage, die im Film schonungslos wiedergegeben werden und einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Ansonsten wird man köstlich amüsiert. Hitler, der in unserer Zeit wieder auftaucht und völlig verwirrt ist. Drei Jungs finden ihn, die gerade für eine Dokumentation beim Fußball spielen gefilmt wurden. Im ersten Moment ist Hitler nur verwirrt, weil keiner der drei die Uniform der Hitlerjugend trägt. Doch herauszufinden, dass er im Jahr 2014 aufgewacht ist, haut ihn dann doch erst einmal um. Schnell trifft er auf den Freiberufler und vom Sender „MyTV“ gefeuerten Sawatzki, der in ihm seine Chance sieht, um seine Anstellung zu erneuern. Geld und Auto von Mutti geliehen, geht es durch Deutschland. Hier treffen sie auf besorgte Bürger, die sich endlich mehr Demokratie wünschen und dabei Herrn Hitler immer wieder zustimmen. Mit diesen Ergebnissen wenden sich Hitler und Sawatzki an den Sender. Die positiven Stimmen, die ihn als den kommenden Star sehen, teilen jedoch nicht alle. Trotzdem bekommt er einen Auftritt in einer Sendung, in der er sich aber einfach nicht an den vorgeschriebenen Text halten will. Es folgen immer mehr Auftritte, in bekannten Shows, wie Circus Halligalli, Hitler wird zum Youtube-Phänomen und begeistert schnell die Massen. Aber hatten wir das nicht schon einmal?
Der Film weicht immer wieder vom Buch ab. Aber selbst wenn man das Buch gelesen hat, empfindet man es nicht als störend. Denn es wurde zum einen modernisiert, in dem wirklich die aktuellen Medien genutzt werden. Bekannt YouTuber, wie Joyce Ilg und Robert Hoffmann kommentieren das Phänomen Hitler. Hitler tritt auf in Shows, wie Circus Halligalli und Hart aber Fair. Es werden anstatt gespielte besorgte Bürger, Bürger von der Straße genommen. Nur das Ende stört das Filmvergnügen. Während es im Buch ziemlich offen gelassen wurde, bedient sich der Film der Holzhammer Methode. Anscheinend vertraut er dem Reflektierprozess der Zuschauer nicht und muss noch einmal klarstellen, dass er Hitlers-Taten und Vorhaben nicht gut heißt und das Hitler der Bösewicht im Film ist. Aber während man während der Endszenen nur die Augen verdreht, behält der Abspann jedoch wieder einen bitteren Nachgeschmack.
Der ganze Film lebt von der Schauspielleistung Oliver Masuccis als Hitler. Vorab fragte man sich vielleicht, warum nicht die bekannteren Darsteller, die sich bereits als Hitler-Darsteller bewährt haben, genutzt wurde. Aber im Film denkt man sich, dass es mit den bekannten Gesichtern nicht so authentisch herübergekommen wäre.

Alles in allem macht der Film Laune, jedoch mit einem etwas bitteren Nachgeschmack. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Crimson Peak

Am 15.10.2015 erschien ein Drama-Horrorfilm mit Mia Wasikowska und Tom Hiddleston in den Hauptrollen in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Ende des 19. Jahrhunderts stirbt die Mutter der kleinen Edith Cushing. Doch kurz darauf taucht der Geist der Mutter immer wieder auf und warnt Edith vor einem einzigen Ort „Crimson Peak“. Jahre später, Edith versucht sich inzwischen als Autorin, trifft sie auf den charmanten Thomas Sharpe. Schnell ist Edith ihm verfallen, wäre da nicht ihr zweifelnder Vater, denn Sharpe ist komplett verarmt. Erst nach einer Tragödie heiraten die beiden und Shape nimmt Edith mit nach Schottland, nach Allerdale Hale. Dort wohnt auch Shapes Schwester Lucille. Doch in dem alten Gemäuer spukt es.

Der Film ist nicht das, was der Trailer verspricht. Wer sich auf eine romantische Geschichte mit zwei sympathischen Personen in einem Spukhaus erhofft hat, wird doch etwas enttäuscht. Nicht zwangsläufig, weil der Film schlecht ist, sondern einfach weil das Spukhaus nicht der gruselige, schaurige Part des Films ist. Denn das schaffen die Menschen in dem Film selbst. Schon am Anfang merkt man, dass mit dem Geschwisterpaar Thomas und Lucille Sharpe etwas nicht stimmen kann. Thomas gibt sich doch etwas zu interessiert an Edith und dem Vermögen ihres Vaters. Dies überspielt er mich einer Menge Charme, dem wahrscheinlich nicht nur Edith, sondern auch das halbe Publikum verfallen ist. Seine Schwester Lucille dagegen, wirkt abgebrühter und erst in den Dialogen mit ihr, fällt Thomas‘ zweites Gesicht auf. Auch nach der Hochzeit weiß man lange Zeit nicht, was für ein Spiel in Allerdale Hale gespielt wird. Thomas scheint sich zum einen gut um sie zu kümmern, ist aber auch des Nachts immer wieder verschwunden. Lucille scheint Edith hingegen von Anfang an als Eindringling wahrzunehmen. Hinzu kommt das Haus, dass von der Grundausstrahlung schon gruselig wirkt, ein Geheimnis birgt. Doch Edith kann Geister sehen. Und erkundet damit immer mehr die verborgenen Geheimnisse des Hauses.
Mia Wasikowska übernimmt die Rolle der Edith Cushing. Edith ist in gut behütetem Haus aufgewachsen mit einem erfolgreichen Vater. Daher hat es ihr nie an irgendetwas gefehlt und sie konnte sich immer ungestraft ihrer Träumerei hingeben. Nie musste sie Konsequenzen fürchten und konnte sich als Frau an einer Karriere als Schriftstellerin versuchen. Umso schneller konnte sie Sharpe verfallen, denn sie sah etwas in ihm, dass andere nicht sahen. Ebenso wie sie als einzige die Geister sieht.
Tom Hiddleston übernimmt die Rolle des Thomas Sharpe. Während selbst das Publikum am Anfang seinem Charme erliegt, zeigt er bald, dass er zwei Gesichter hat. Der perfekte Janus, so dass seine Handlungen nicht vorhersehbar sind. Schnell entwickelt man ein ungutes Gefühl bei ihm, will es aber doch nicht glauben, weil er weiterhin charmant ist. Bis zum Ende weiß man nicht, was seine genauen Absichten sind.
Jessica Chastain übernimmt die Rolle von Lucille Sharpe. Man lernt sie kennen mit ständig schlechter Laune und merkt schnell, dass sie nicht zu den Guten gehört. Sie versucht immer wieder auf ihren Bruder einzuwirken, aber will gleichzeitig an das Geld von Edith kommen. Man spürt ihre Missbilligung und den Drang ihr Heim zu beschützen vor ungewollten Eindringlingen. Doch wie tief ihre Abgründe sind, merkt man erst viel zu spät.
Wer sich wieder einmal so richtig gruseln möchte, ist bei diesem Film leider falsch. Denn die gruseligen Elemente basieren allein auf den Geistern und der Grundatmosphäre im Haus. Stattdessen wirkt es wie ein Drama, nur dass die Menschen nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. Das Haus schafft es schnell dem Zuschauer eine leichte Gänsehaut zu verpassen. Ein großes, altes, halb verfallenes Herrenhaus, gebaut auf einer Tongrube, das gerne einmal flüssigen roten Ton „blutet“ und immer weiter versinkt. Das Dach ist in der Eingangshalle sehr undicht, was im Herbst zu Laubhaufen und im Winter zu Schneehaufen in der Eingangshalle führt. Schaurige Geräusche werden mit dem Ostwind erklärt und in den verwinkelten Gängen kann man sich gut und gerne verlaufen. Die Geister sind auch allesamt schaurig und atmosphärisch inzeniert, verlieren aber schon bald ihren Gruselfaktor, denn die Handlung wird doch allzu vorhersehbar. Gerade gegen Ende verliert sich der Film in Klitschees und lässt das große Finale im Gegensatz zum Versteckspiel vorab sehr klein und unbedeutend wirken.

Alles in allem schafft der Film es nicht als Horrorfilm, beeindruckt aber doch durch Atmosphäre und Handlungsort. Daher gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

A walk in the woods – Picknick mit Bären

Am 15.10.2015 erschien eine Buchverfilmung von Bill Bryson, mit ihm als zentraler Figur, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Bill Bryson ist erfolgreicher Reisebuchautor und hat nicht vor noch einmal ein Buch zu schreiben. Doch inzwischen ist er im fortgeschrittenen Alter und muss an den ersten Beerdigungen teilnehmen. Bei einem Spaziergang entdeckt er den Appalachian Trail und sucht kurzerhand einen Freund, der ihn mit ihm besucht. Doch nur sein Schulfreund Steven Katz erklärt sich bereit die 3.500km mit ihm zu wandern.

Bill Brysons Reisebücher sind weltweit bekannt. Doch eine seiner Geschichten mit dem festen Vorsatz „Ich schreibe kein Buch“ zu sehen, gibt dem ganzen einen ganz neuen Charme. Am Anfang fühlt man mit Bryson mit. In die Jahre gekommen, muss er sich damit abfinen, dass Menschen in seinem näheren Umfeld sterben. Er selbst fühlt sich aber noch sehr lebendig und kann das Rentnerdasein nicht akzeptieren. Also flüchtet er in die Idee den Appalachian Trail entlang zu wandern. All die Warnungen seiner Frau ignoriert er und sucht nun nach einer Begleitung. Doch 3.500km sind eine sehr abschreckende Zahl. Nur sein alter Schulfreund Steven Katz bietet ihm an, ihn zu begleiten. Das sie nicht immer das beste Verhältnis zueinander hatten ist auch schnell vergessen. Doch als Katz für die Wanderung zu Besuch kommt, stellt sich heraus, dass er ein Alkoholiker frisch auf Entzug ist und vor einer Haftstrafe flieht. Doch Bryson ist das alles egal, solange er nicht alleine wandern muss. Die beiden fliegen zum Ausgangspunkt des Wanderweges. Doch bereits nach wenigen Metern ist Katz außer Atmen, was die beiden aber nicht von ihrer Wanderung abhält. Auf ihrem Weg treffen sie freundliche Menschen, hilfsbereite Menschen, übermotivierte Menschen und Bären. Dabei hilft ihnen eine gesunde Portion Zynismus und Sarkasmus. Gepaart mit zusätzlichen humorvollen Elementen wird Picknick mit Bären zu einem amüsanten Filmerlebnis. Man verfolgt mit tränendem Auge vor Lachen, wie die beiden alten Herren sich durch die Wildnis kämpfen, während man selbst gemütlich in dem Kinositz sitzt und die sehr schönen Landschaftsaufnahmen genießt.
Robert Redford übernimmt die Rolle des Bill Bryson. In die Jahre gekommen, aber immer noch abenteuerlustig, wagt er mit guter Laune die Wanderung. Doch im Laufe des Films merkt man immer mehr, dass er vor dem Rentnerdasein wegläuft. Selbst im jungen Alter kann man sich mit der Angst vor dem Altwerden identifizieren. Die Flucht aus dem Alltag mit einer verrückten Idee kommt bis zu einem gewissen Grad bestimmt jeden bekann vor. Robert Redford ist auch sehr glaubwürdig in seiner Rolle.
Nick Nolte übernimmt die Rolle des Steven Katz. Dieser flüchtet vor einer Haftstrafe und ist frisch nüchtern. Zusätzlich zu seinem Alter und dem Alkoholentzug macht ihm beim wandern auch sein Übergewicht zu schaffen. Während Bryson locker vorweg wandert, schleicht Katz mit zynischen Kommentaren hinterher. Trotzdem hält er gut durch und überrascht damit die Zuschauer. Ohne ihn wäre das Abenteuer wahrscheinlich nur halb so lustig geworden.
Ein negativer Punkt an dem Film ist die sehr langsame Erzählweise. Bis der Film ein wenig in Fahrt kommt, dauert es ca. eine halbe Stunde, was für eine Einführung deutlich zu lange dauert. Für jede einzelne Szene nimmt sich der Film Zeit und erzählt sie sehr ausführlich, teilweise zu ausführlich. Aber der Humor schafft es dies zu überspielen.

Alles in allem ist der Film vielleicht kein Film, den man unbedingt im Kino sehen will, aber ein Muss für einen gemütlichen DVD-Abend ist. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.