Helix – Sie werden uns ersetzen

Durch eine plötzliche Laune, wollte ich unbedingt mal wieder ein Hörbuch hören. Und da mich die Auswahl meines Freundes zwar reizte, aber irgendwie nicht genug, versuchte ich es mit einem Hörbuch, welches mir mehrfach durch Werbung auffiel. Doch erst nach der Lieferung entdeckte ich, dass die Dauer des Hörbuches zu „Helix – Sie werden uns ersetzen“ mit 13 Stunden angesetzt ist und mir zu dem Zeitpunkt keine längere Reise bevorstand…

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Helen und Greg möchten unbedingt ein Kind haben. Nachdem es auf natürliche Weise einfach nicht klappen wollte, beschließen sie eine künstliche Befruchtung durchführen zu lassen. Dabei bekommen sie das Angebot, dass sie ein Kind nach ihren Vorstellungen schaffen können. Es könnte besonders schlau sein, besonders sportlich oder besonders talentiert. Gleichzeitig stirbt der US-Außenminister bei einem Staatsbesuch. Wie hängen diese Ereignisse zusammen?

Helix – Sie werden uns ersetzen befasst sich mit dem Wunsch nach dem perfekten Kind. Das man an einem Computer auswählen kann, was das Kind können soll oder wie das Kind aussehen soll, damit es im späteren Leben aufgrund des ursprünglichen Genmaterial keine Nachteile hat. Was im ersten Moment wie ein Traum klingt, kann auch Zweifel hervorrufen. Was passiert, wenn alle Kinder auf einmal hochbegabt sind und bereits mit 12 Jahren studieren können? Züchten wir dann eine ganze Generation von athletischen hübschen Sheldon Coopers?
Marc Elsberg setzt sich mit diesem Thema allerdings nur im Ansatz auseinander. Denn er schrieb Helix als Thriller und nicht als philosophisches Werk. Er betrachtet die Thematik eher mit einer handvoll „besonderer“ Kinder, die von der Intelligenz ein sehr hohen Niveau haben, sozial aber noch immer Kind sind. Was, wenn sie alles entwickeln könnten, aber die Folgen nicht abschätzen können? Nebenbei erzählt er vom Pärchen Helen und Greg, die als Beispiel für Eltern dienen, die sich mit der Idee anfreunden ihr Kind perfekt gebären zu können. Und als dritter Handlungstrang wird der Tod des US-Außenministers erzählt. Dabei stellt sich heraus, dass ein Virus ihn getötet hat, das genau auf seine DNA abgestimmt wurde, so dass niemand anderes vom gleichen Virus befallen werden konnte. Seine Mitarbeiterin Jessica Roberts wird damit beauftragt die Ursache zu holen.
Die Ausgangssituation klang sehr spannend und auch gerade der Anfang des Buches kann gut begeistern und fesselt einen an das Buch. Doch zu den einzelnen Charakteren wird einfach keine Nähe aufgebaut, so dass sie einem beinahe durchgehend egal sind. Demnach fiebert man auch nicht mit ihnen mit und durch die Länge des Buches entstehen dadurch unweigerlich Längen. Die erste Hälfte des Buches hat irgendwo noch seine Spannungsmomente, da man genau wissen möchte, was hinter allem steckt. Aber das Tempo wird in der zweiten Hälfte stark gedrosselt und es entsteht eine 6 Stunden lange Verfolgungsjagd. Zwar gibt es auch hier immer neue Wendungen, aber so richtig können sie einen nicht mehr überraschen und gerade die Charaktere handeln immer nach dem gleichen Schema. Auch ansonsten haben die Charaktere nur eine bestimmte Anzahl an Charaktereigenschaften bekommen, weswegen sie alle sehr eindimensional und berechenbar sind. Auch werden einfach zu viele Charaktere vorgestellt. Gerade eine Handvoll von Namen kann man sich merken.
Simon Jäger liest das Hörbuch. Die deutsche Synchronstimme von Matt Damon ist geübt im lesen (er ist die Stimme von vielen Hörbüchern) und schafft es den einzelnen Charakteren verschiedene Stimmlagen zu geben, so dass man immer ungefär hören kann, wer gerade spricht.

Alles in allem ein interessanter Thriller, der aber an Neutralität und Langatmigkeit krankt.

„Helix – Sie werden uns ersetzen“ wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!

Passengers

Am 05.01.2017 erschien ein neuer Science Fiction Film in den deutschen Kinos.

Die Avalon ist auf einer 120 Jahre dauernden Reise zu einer neuen Kolonie der Erde. An Bord 500 Passagiere, die ein neues Leben beginnen wollen. Doch nach 30 Jahren kommt es zu einem Zwischenfall, in dessen Folge der Passagier Jim Preston aufwacht, und sich nun ganz alleine zurechtfinden muss. Später erwacht auch Aurora Lane viel zu früh. Beide versuchen nun die Ursache und eine Lösung zu finden.

Der Traum andere Planeten zu besiedeln dürfte bei einigen Menschen groß sein. So wäre dann auch die Entscheidung sich vom Leben auf der Erde abzuwenden und ein neues auf einem weit entfernten neuen Planeten zu beginnen, für diese Menschen sehr einfach. Doch was ist, wenn die Reise zu diesem Planeten 120 Jahre dauert? Wenn man weiß, dass man durch besondere Schlafkammern die Reise zwar mit gleichem Alter überlebt, man nach dem Erwachen aber alle geliebten Menschen spätestens an Altersschwäche verloren hätte? Der Film Passengers befasst sich nicht direkt mit den 5000 Menschen an Bord der Avalon, die genau diese Entscheidung gewählt haben. Aber dafür mit denen, deren Traum platze, da sie nicht einmal auf der Hälfte der Strecke aufwachten.
Jim Preston hat sich für den Schritt entschieden sein alten Leben hinter sích zu lassen und 120 Jahre später ein neues auf einem fremden Planeten zu beginnen. Doch nach 30 Jahren der Reise kommt es zu einem technischen Defekt und er erwacht, 90 Jahre zu früh. Nach einer anfänglichen Desorientierung, fällt ihm schnell auf, dass abgesehen von ihm keiner wach ist. In seiner Verzweiflung versucht er die Besatzung wach zu kriegen, die Tür zu deren Schlafkammern ist aber nicht aufbrechbar. Als einzigen Ansprechpartner hat er Arthur, ein Androide, der als Barkeeper angestellt ist. In den ersten Wochen erkundet Preston noch nach und nach das Schiff und findet gerade im Bereich der ersten Klasse viele Annehmlichkeiten. Doch die Monate vergehen und die Einsamkeit und die Gewissheit, dass er alleine auf diesem Schiff sterben wird, setzen ihm immer mehr zu. Bis eines Tages die Schönheit Aurora Lane ebenfalls erwacht und er eine Gefährtin in seinem Leiden bekommt. Doch mit dem Schiff stimmt etwas nicht, es kommt immer wieder zu technischen Störungen und Ausfällen.
Passengers befasst sich mit dem Thema, wie man mit der Aussicht auf den sicheren Tod in Einsamkeit umgeht. An Bord der Avalon gibt es keine Hilfe, der Notruf zur Zentrale auf der Erde braucht 55 Jahre, ehe mit einer Antwort gerechnet werden kann. Der einzige Ansprechpartner ist ein Androide ohne Gefühle. Man gab sein ganzes Leben für einen Traum auf und nun ist dieser geplatzt. Wie sieht nun der Alltag aus? Fällt man in Depression oder würde man den unvermeidlichen Tod um Jahre vorziehen? Das erste Drittel des Films befasst sich mit genau dieser Frage. Dann ändert sich die Stimmung des Films, nachdem auch Aurora Lane erwachte und beide nun in ihrer Verzweiflung vereint sind. Ab hier wirkt der Film eher wie ein Liebesfilm und die Grundthematik gerät ein wenig sehr in den Hintergrund. Erst gegen Ende ändert sich die Stimmung des Films wieder, nachdem die Fehlermeldungen der Avalon überhand nehmen. Hier entdeckt man die meisten Szenen, die im Trailer verwendet wurden. Das der Trailer daher wieder einmal falsche Erwartungen an den Film schürten, ist damit wohl nicht weiter erwähnenswert. Wenn man sich dafür entscheidet Passengers zu sehen, dann sollte man lieber mit einem Liebesdrama als mit einem spannenden Science Fiction Abenteuer rechnen. Aber wenn man sich auf die Stimmung des Films einlässt, dann kann der Film sehr gut unterhalten und macht Spaß beim Sehen.
Das liegt vorallem daran, dass Chris Pratt als Jim Preston und Jennifer Lawrence als Aurora Lane im miteinander sehr gut harmonieren und ihre Rollen überzeugend darstellen. Michael Sheen als Androide Arthur sorgt für die nötigen Lacher, um die Stimmung etwas aufzuhellen. Lediglich der Auftritt von Laurence Fishbourne ist ziemlich überflüssig und hätte ohne namenhaften Schauspieler gelöst werden können bzw. die Rolle hätte komplett weggelassen werden können.
Trotz großer Liebesgeschichte, die mit seinem Drama den Großteil des Films einnimmt, ist der Film spannend, auch wenn er bis zum Abspann vorhersehbar bleibt. Lediglich mit einer Wendung rechnete man nicht von Anfang an, aber Passengers sieht eher den Weg als das Ziel an.
Die einzige große Enttäuschung des Films ist, dass man aus der Grundthematik etwas wesentlich interessanteres und philosophischeres hätte erschaffen können, statt einer normalen Liebesgeschichte. Beispielsweise hätte man sich mit den Gründen und Gedanken von 5000 Menschen befassen können, die ihr Leben aufgegeben haben für diese Reise. Dies hätte sogar gut in den vorhandenen Film eingebaut werden können.

Alles in allem gerät die Ausgangsthematik durch die Liebesgeschichte ziemlich schnell in den Hintergrund, aber mit der anderen Stimmung schafft Passengers es trotzdem einen sehenswerten Film zu kreieren. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Assassin’s Creed

Am 27.12.2016 erschien eine neue Videospielverfilmung in den deutschen Kinos.

Callum Lynch ist des Mordes für Schuldig befunden und wird mit der Todesspritze hingerichtet. Doch anstatt zu sterben, wird er in eine geheime Forschungseinrichtung gebracht, denn er ist ein direkter Nachfahre des Assassinen Aguilar de Nerha. Mit Hilfe einer neuen Technologie, dem sogenannten Animus, kann Cal in die Erinnerungen seines Vorfahren eintauchen. Dadurch soll er der Organisation den Aufenthaltsort des sagenumwobenen Edenapfels zeigen.

Spieleverfilmungen haben es nicht leicht, denn die Gamer hängen an ihren Spielen und sehen es nicht gerne, wenn sie „missbraucht“ werden. So scheiterte bisher eine Spieleverfilmung nach der nächsten, da sie es nicht schafften sowohl Handlung als auch Actionelemente richtig zusammen zu basteln. Filme, wie Silent Hill oder Resident Evil waren da noch etwas erfolgreicher, hatten aber nicht mehr viel mit den ursprünglichen Spielen zu tun. Nun hat sich Ubisoft an der Verfilmung ihrer beliebten Spielereihe Assassin’s Creed versucht.
Der Film lässt den Zuschauer direkt in eine alte vergessene Welt eintauchen, nach Spanien zur Zeit der Inquisition. Dort lernen wir das Kredo der Assassinen (Assassin’s Creed) kennen, die gerade beraten, wie sie den Edenapfel am besten beschützen können. Dann gibt es einen Zeitsprung in die 1980er Jahre und wir lernen Cal Lynch als Junge kennen, der gerade miterleben musste, wie sein Vater seine Mutter ermordet hat. Dort bekommt man schon den ersten Hinweis auf Cals Blutlinie. Es folgt ein weiterer Zeitsprung in das Jahr 2016, in den Todestrakt eines Gefängnisses. Dort lernen wir Callum Lynch als erwachsenen Mann kennen, der kurz vor der Todesstrafe steht und Besuch von einem Pater bekommt. Kurz darauf bekommt er die Todesspritze, erwacht aber doch wieder. Dr. Sophia Rikkin erklärt ihm, dass er hingerichtet wurde und daher für die Welt außerhalb ihrer Institution nicht mehr existent ist. Während Lynch noch versucht die ganzen Informationen zu verdauen, wird er an den Animus angeschlossen, eine Maschine, die ihn mit den Erinnerungen seines Vorfahren Aguilar de Nerha verbindet. Dieser hat im Spanien des 15. Jahrhunderts zusammen mit dem Kredo der Assassinen den sagenumwobenen Edenapfel vor der Kirche versteckt. Nun will Rikkin zusammen mit ihrem Vater Alan Rikkin, beide Mitglieder eines Templerordens, den Aufenthaltsort durch Lynch herausfinden. Doch nicht nur im Animus muss sich Lynch allerhand Gefahren stellen, denn in der Einrichtung selbst befinden sich andere Nachfahren, die das Geheimnis um den Edenapfel um jeden Preis beschützen wollen.
Assassin’s Creed versucht die Fehler früherer Spieleverfilmungen zu umschiffen und schreibt eine umfangreiche Handlung und baut lange Actionsequenzen und Verfolgungsjagden im Animus mit ein, leider machen sie dabei ihre eigenen Fehler. Denn die Handlung selbst spielt praktisch nur in der Gegenwart in der Forschungseinrichtung und die Action findet beinahe ausschließlich in der Vergangenheit statt. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht, weil die Handlung immer wieder für die Actionsequenzen unterbrochen wird und nicht stringent erzählt wird. Auch ist die Handlung durch viele Charaktere, die nicht richtig vorgestellt werden, mitunter chaotisch und unübersichtlich. Es bleibt lange Zeit unbegreiflich, welche Charaktere nun genau welche Ziele verfolgen und warum sie handeln, wie sie handeln. Das ganze kann auch nicht als stilistisches Mittel gewertet werden, denn das Wissen, um die Charaktere stellt einen Grundpfeiler des Verstehens der Handlung dar. Auch widerspricht diese strikte Trennung dem Spielprinzip von Assassin’s Creed, in der es grundsätzlich immer eine Rahmenhandlung außerhalb des Animus gab, aber die meiste Zeit im Animus stattfand. So fehlt im Film einfach das richtige Feeling.
Was man Assassin’s Creed lassen muss, ist die Optik. Denn gerade die Szenen in der Vergangenheit im Spanien des 15. Jahrhunderts sind ein Augenschmaus auf der Leinwand und heben sich vom Alltagsbrei ab. Auch die Kämpfe im Animus sind sehr gut choreographiert. Auf den langen Verfolgungsjagden über die Dächer der Stadt bleibt die Kamera fast durchgehend an den Darstellern und baut nur wenige Schnitts ein, was ein sehr hohes Niveau widerspiegelt.  So ist zumindest für das Auge etwas positives im Film zu finden.

Alles in allem kann Assassin’s Creed Nicht-Kenner der Spiele maximal optisch noch begeistern, Kenner der Spiele dürften auch davon nicht zu überzeugen sein. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Maresi – Das Lied der Insel

Durch Zufall sprang mir neulich dieses Buch ins Blickfeld und das Cover sprach sofort meine verträumte Seite an. Auch der Klappentext klang nach einer schönen Fantasy-Lektüre, womit feststand, dass ich das Buch lesen möchte.

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Maresi lebt in einer Welt, in der Frauen nichts wert sind und die Männer den Ton angeben. Doch es gibt einen Ort, der sich diesen Regeln nicht beugt. Das rote Kloster auf der Insel Menos nimmt nur Mädchen auf und lehrt sie, gibt ihnen Hoffnung und Essen. Die Insel lebt in Frieden, bis eines Tages Jai Zuflucht sucht.

Maresi – Das Lied der Insel ist geschrieben von der Finnin Maria Turtschaninoff wurde in Finnland und Schweden mehrfach preislich gekürt und war auch für den Astrid Lindgren Memorial Award nominiert. Trotz der finnischen Herkunft der Autorin schreibt sie ihre Bücher auf schwedisch. Wahrscheinlich ist der Schreibstil im schwedischen Original auch durchaus lesenswert, in der deutschen Übersetzung wirkt er aber etwas sehr einfach. Ähnliche Phänomene sind mir bereits bei anderen Büchern aufgefallen, die aus dem schwedischen übersetzt wurden. Der Schreibstil ist schnörkellos und orientiert sich sehr an dem Satzstellungsgrundprinzip, keine Schachtelsätze, aber auch kaum Nebensätze. Ein Beispiel:

Wir sind hier im Kloster zum großen Teil Selbstversorgerinnen. Das Meer und die Berge liefern uns Muscheln und Vogeleier, Beeren und Früchte. Wir haben unsere Ziegen für Milch und Käse und Fleisch, und in einem der Täler zwischen dem Kloster und dem Einsamem Tempel bauen wir Gemüse an.

Maria Turtschaninoff: Maresi – das Lied der Insel, München 2016, S. 51

Dadurch fehlt Nähe und Empathie zum Geschehen und den Figuren. Aber das dürfte grundsätzlich ein Problem der Übersetzung sein.
Andererseits zeigt sich durch das Zitat auch, dass Hauptproblem des Buches: Die unendlich scheinende Einleitung. Auf ca. 150 von 231 Seiten wird die Insel, das Kloster, die Charaktere und vor allem in aller Ausführlichkeit das Klosterleben vorgestellt. Erst danach beginnt die eigentliche Handlung. Diese wird sehr einfach auf ca. 50 Seiten abgehandelt, und es bleiben noch ca. 30 Seiten für das abschließende Nachgeplänkel. So liest man Seite um Seite über das Klosterleben, was nach den ersten Seiten sehr eintönig wird und wenig Abwechslung und praktisch keine Spannung bietet. Auch hat man 150 Seiten Einleitung und erfährt über die von Turtschaninoff erschaffene Welt doch praktisch nichts. Durch einzelne Dialoge erfährt man grob, wie das Frauenbild in der Welt ist und was es für verschiedene Ethnien gibt. Politische, wirtschaftliche und religiöse Ansichten außerhalb des Klosters werden gar nicht angesprochen. Dadurch wirkt die Welt sehr belanglos und beliebig austauschbar. Sie hat keinerlei Relevanz für die Geschichte. Und so plätschert die nicht vorhande Handlung über die Hälfte des Buches hin, ehe das erste Mal etwas relevantes oder handlungsähnliches passiert. Auf ca. 50 Seiten wird die Insel angegriffen. Hier werden Freundschaft, Zusammenhalt und auch die Thematik des Ehrenmordes aufgegriffen, aber auch nicht näher und vor allem nicht kritisch behandelt. Denn dafür bleibt nicht der Platz, den die Themen benötigen würden.
Leider bleiben alle Figuren das ganze Buch über sehr eindimensional. Sie alle wurden nur für eine Aufgabe erschaffen und handeln genau danach. So fehlt dem Leser auch für praktisch alle Charaktere Empathie, Zuneigung und vor allem fiebert man mit keinem mit. Es ist einem egal, ob jemandem etwas passiert oder nicht, was dem Todesstoß eines jeden Buches gleich kommt.
Wirkliche Fantasyelemente bleiben auch aus. Einzig die Welt scheint neu geschaffen zu sein und auch die Religion des roten Klosters. Doch da beides wenig Raum einnimmt und daher beliebig austauschbar ist, wirkt es nicht wie ein Fantasybuch. Wer also nach dem Klappentext eine interessante Fantasyhandlung erwartet, wird stark enttäuscht.

Alles in allem hat mich das Buch sehr enttäuscht, da ich zum einen etwas ganz anderes erwartet hatte, und zum anderen, da das Buch einfach nicht überzeugen konnte.

„Maresi – das Lied der Insel“ wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!

Westworld

Meine Twitter und Facebooktimeline ist bereits seit ein paar Wochen voll mit Jubelausrufen über die neue HBO-Serie „Westworld“, die nicht selten als das neue „Game of Thrones“ bezeichnet wurde. Als Sky zu Weihnachten die Serie endlich auch mit deutschem Untertitel herausbrachte, nutze ich die paar freien Tage und überzeugte mich selbst von der Qualität.

Dolores Abernathy scheint auf dem ersten Blick ein ganz normales Leben in den USA zur Zeit des Wilden Westens zu leben. Doch ihr Leben ist voller Leid und Tod. Denn Dolores ist Teil des großen Freizeitparks „Westworld“, in dem die Reichen für gutes Geld in die Vergangenheit eintauchen können, um den „realen“ Wilden Westen zu erleben. Dolores Erinnerung wird jeden Tag zurückgedreht, so dass sie jeden Tag das gleiche erleben kann, ohne sich an den vorherigen Tag zu erinnern. Doch merkt sie wirklich nicht, was mit ihr geschieht?

Da Game of Thrones sich doch langsam aber sicher dem Ende zuneigt, hat HBO nun ein neues Großprojekt, das ordentlich Geld einspielen soll. Aber zunächst hat HBO ordentlich Geld in die Serie gesteckt – und das sieht man ihr auch an. Denn zunächst wurde eine Reihe namenhafter Schauspieler ausgewählt, allen voran Anthony Hopkins. Nachdem Hopkins in letzter Zeit sein Können an eher schwache Filme verschenkte, kehrt er nun als Schöpfer des „Westworld“-Parks Dr. Robert Ford zurück und schafft es, wie seinerseits als Hannibal Lector, einen Charakter zu schaffen, bei dem wir nie genau wissen, was er denkt, fühlt oder plant. Aber auch Namen, wie Ed Harris, Jeffrey Wright, James Marsden und Thandie Newton zeigten den guten Schauspielcast der Serie. Andere Namen, wie beispielweise Evan Rachel Wood, die die Protagonistin Dolores spielt, waren mir vorher komplett unbekannt, konnten aber auch allesamt überzeugen.
Westworld beginnt sehr langsam und führt den Zuschauer ruhig in die Welt ein. Der Zuschauer lernt zunächst „Westworld“ selbst kennen und erst als man selbst merkt, dass etwas nicht stimmen kann, wird dem Zuschauer auch die Welt um Westworld herum vorgestellt. Zumindest die Produktionseinrichtung, denn das Gebäude wird nie verlassen. So weiß der Zuschauer zwar, dass die Serie in der Zukunft spielt, sieht aber die grundlegenden Veränderungen außerhalb nicht (das wäre mal ein interessanter Ansatz für die zweite Staffel). Nach circa der Hälfte der Staffel wechselt Westworld das Tempo. Während sich vorher hauptsächlich auf die Vorstellung der Möglichkeiten des Parks und der guten Einführung der Charaktere konzentriert wurde, wird nun der Haupttwist der Serie eingeführt. Damit einhergehend steigt die Spannung um ein vielfaches auf ein sehr hohes Niveau. Da sich im Laufe der Serie mehrere Handlungsstränge ergeben, die erst im großen Showdown wieder zusammengeführt werden, ist für jeden ein passendes Thema dabei. Auch führt dies dazu, dass man gerade mit einem Handlungsstrang mitfiebert, dann zu einem anderen geschaltet wird, und man vorm Fernseher sitzt und diesen anmault, dass man aber wissen will, wie es mit dem anderen weitergeht. Grundsätzlich sind aber alle Handlungen so spannend gestaltet, dass man sowieso bei allen wissen will, wie sie weitergehen.
Die Drehorte in den USA sind gut ausgewählt und führen zu einem optischen Augenschmaus vom Feinsten. Denn allein eine Kamerafahrt über Westworld bzw. über einen Nationalpark in den USA lohnt sich anzusehen. Auch die scheinbare Endlosigkeit des Parks begeistert beim Sehen der Serie. Auch die Requisiten im Park und die Maschinen zur Schaffung der Hosts leben von einer Liebe zum Detail und sorgen dafür, dass sich die Serie qualitativ vom Alltagsbrei abhebt.

Alles in allem kann Westworld begeistern und ist eine Serie, die süchtig macht. An Game of Thrones kommt sie jedoch nicht heran.

Mein Filmrückblick 2016 – Die Highlights des Jahres

Hallo ihr Lieben,
nun soll es direkt weitergehen mit meinen Highlights des Jahres.

Platz 25: Ein Hologramm für den König

Tom Hanks, der in Saudi-Arabien ein neues Hologramm-System vorstellen soll, aber extrem lange warten muss. Währendessen hat er genug Zeit seine eigenen Probleme zu überdenken und sein Leben neu zu ordnen. Dabei ist der Film ruhig und sympathisch erzählt. Zwischendurch driftet er ein wenig ab, kriegt aber am Ende noch die Kurve.

Platz 24: The hateful Eight

Quentin Tarantinos inzwischen achter Kinofilm konnte trotz langer Laufzeit und obwohl es sich beinahe um ein Kammerspiel handelt, baut sich viel Spannung auf und der schwarze Humor tut sein restliches.

Platz 23: Raum

Raum ist ein emotional geladener Film, der vorallem von der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind lebt. Die Geschichte nimmt einen mit und gleichzeitig bewundert man Joys Durchhaltevermögen. Brie Larson hat zu Recht sowohl Oscar als auch Golden Globe für diese Film gewonnen.

Platz 22: Bastille Day

Keine neue Handlung, aber dafür eine spannende und in sich schlüssige. Gutes Schauspiel und nur die Hälfte aller Klitschees, dass zeigte Bastille Day. Kein harmonisches Duo, das mit Madden und Elba präsentiert wird, und auch der Eiffelturm ist nicht dauerhaft zu sehen. All das macht den Reiz des Filmes aus.

Platz 21: Big friendly Giant

Steven Spielberg wagte sich nach E.T. wieder an einen Kinderfilm. Als Vorlage diente der Roman von Roald Dahl, der gespickt ist mit liebevollen Figuren. Auch schafft der Film es auf eine kindgerechte Art die Themen Einsamkeit und Ausgrenzung anzusprechen, den Grundton des Films aber doch positiv zu halten.

Platz 20: Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Nach Jahren dürfen wir endlich wieder neu in die magische Welt J. K. Rowlings eintauchen und wurden von ihren neusten Schöpfungen fasziniert (es gab zu Weihnachten leider keinen Niffler 😦 ). Dabei zeigte Rowling einmal mehr ihr Können.

Platz 19: Frühstück bei Monsieur Henri

Die etwas planlos durchs Leben stolpernde Constance zieht bei einem mürrischen alten Herren ein mit sehr strengen Regeln. Trotzdem entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Die liebevoll gezeichneten Figuren machen den Film aus. Trotz einer sehr geringen Gag-Dichte, schafft der Film es eine Komödie zu sein, durch sehr pointierten Witz.

Platz 18: War Dogs

Die unglaublich wahre Geschichte von zwei „Jungs“, die an einen großen Waffendeal mit den USA kommen. Erinnert ein bisschen an Lord of War und versucht sich an einer Mischung aus Thriller und Komödie, was nur bedingt gelingt. Trotzdem macht der Film Spaß beim Ansehen.

Platz 17: Die Glorreichen 7

Ein weiteres Remake, dass sich aber dadurch auszeichnet mehr Diversität in den Film zu bringen. Der Film baut Spannung auf, bringt die gewisse Portion Witz mit rein und unterhält einfach gut.

Platz 16: Bad Moms

Endlich ein Film über die Mütter, in denen ihre Sorgen, Ängste und auch ihr Alltag ernst genommen wird. Trotzdem schafft der Film es eine Komödie daraus zu bauen, der erstaunlich niveauvolle Witze loslässt.

Platz 15: Snowden

Die Geschichte von Edward Snowden ging um die Welt, der Whisteblower, der uns allen vor der kompletten Überwachung durch die USA warnte. Diese Verfilmung der wahren Ereignisse bilden, im Gegensatz zum Dokumentarfilm Citizenfour, auch die privaten Ereignisse mit ein und schaffen es so einen neuen Blickwinkel zu geben. Joseph Gordon-Levitt schafft es dabei Snowden so gut darzustellen, dass man denken könnte, Snowden selbst spiele mit.

Platz 14: Arrival

Wie würden wir reagieren, wenn auf einmal Außerirdische auf der Erde landen? Wie würde sich die Kommunikation gestalten? Damit beschäftigt sich Arrival und schafft damit ein ganz hohes Niveau zu halten.

Platz 13: Whiskey Tango Foxtrott

Kim Barker versucht in Afghanistan ihre Journalismus-Karriere wieder in Schwung zu kriegen. WTF schafft es die Lage in Afghanistan und das Leben als Journalist im Ausland darzustellen ohne dabei ins Politische zu gehen und schafft eine perfekte Balance aus drei großen Themen.

Platz 12: The Jungle Book

Da kamen die Kindheitserinnerungen wieder hoch, als wieder in einem Film das Theme zu Probier’s mal mit Gemütlichkeit lief. Die Geschichte ist bekannt und doch konnte der Film überraschen und kam wesentlich düsterer daher, als die Disney Verfilmung von 1967 und konnte wieder neu begeistern.

Platz 11: Die Winzlinge – Operation Zuckerdose

Der wohl süßeste Film des Jahres über einen Marienkäfer, der von seiner Familie getrennt wird und von Ameisen adoptiert wird, die versuchen eine Zuckerdose zu retten. Ohne ein einziges Wort zu sprechen, überzeugt der Film durch die Bilder und erzeugt Spannung und Witz spielerisch.

Platz 10: Spotlight

Ein Sonderteam des Boston Globe deckt den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche auf. Dies ist ihre Geschichte. Ein langsam, aber detailtreuer Film, der die Recherchearbeiten der Journalisten genau beleuchtet und durchgehend spannend bleibt.

Platz 9: The Big Short

Ein packender Film über die Vorgeschichte der Finanzkrise von 2008. Diese wurde von ein paar Einzelnen vorhergesehen, die daraufhin gegen die Wirtschaft wetteten. Der Film ist spannend, mitreißend und ebenso erschütternd. Durch die vielen Wirtschaftsbegriffe mitunter etwas zäh, aber die wurden versucht humorvoll in die Handlung einzuarbeiten.

Platz 8: Eddie, the Eagle

Die wahre Geschichte des Skispringers Michael Edwards, der 1988 bei den olympischen Winterspielen zwar den letzten Platz belegte, sich aber durch seinen unerschöpflichen Kampfgeist in die Herzen der Leute sprang. Ein durch und durch sympathischer Film, der gute Laune versprüht und uns die Botschaft überbringt, dass alles möglich ist.

Platz 7: Doctor Strange

Ein neuer Marvelheld betritt die Bühne und stellt dabei unsere Realität auf den Kopf. Zynisch und arrogant wie Iron Man, dabei spannend und voller interessanter Charaktere und guter Schauspieler.

Platz 6: SMS für dich

Das Regiedebüt von Karoline Herfurth, das sehr tief ins Herz geht. Ein Film über Verlust und Trauer und über den Weg zurück ins Leben in Kombination mit einer Liebesgeschichte. Eine Romanze auf sehr hohem Niveau mit Witz und liebevollen Figuren, bei der wohl kaum ein Auge trocken bleiben dürfte.

Platz 5: Money Monster

Jodie Foster brachte uns den spannendsten Film des Jahres. Obwohl er lange Zeit als Teil-Kammerspiel inzeniert ist, schaffen es die Thematik und das Spiel mit Gut und Böse zu überzeugen. Julia Roberts tut in ihrer Rolle das restliche.

Platz 4: The Danish Girl

Einar Wegener ist Künstler und fühlt sich in den falschen Körper geboren. Obwohl er seine Frau liebt, möchte er lieber eine Frau sein. Die Geschichte der ersten Geschlechtsumwandlung der Welt. Eine so bewegende und packende Geschichte über das Für und Wider einer Geschlechtsumwandlung und auch die Belastung der Ehefrau durch den Wunsch.

Platz 3: Brooklyn – Liebe zwischen zwei Welten

Die Geschichte der Irin Eilis, die in den 50er Jahren aus wirtschaftlichen Gründen in die USA auswandert, aber weiterhin hin und hergerissen ist, wo sie ihre Heimat sieht. Brooklyn ist ein herzerwärmender Film mit einer herausragenden schauspielerischen Leistung und viel Gefühl. Der Film wird sehr ruhig erzählt, aber ist dadurch nur noch berührender.

Platz 2: Ein ganzes halbes Jahr

Romantik, Drama, Tragödie. Der Film vereint sie alle. Er versucht Hoffnung zu spenden und spielt doch mit dem Unausweichlichen. Kein Kritikpunkt zu finden, gute schauspielerische Leistungen und eine gute Buchumsetzung treffen in dem Film aufeinander und schafft es damit ich in mein Herz zu spielen und die 10 von 10 Punkten abzuräumen.

Platz 1: Deadpool

Schon zu Anfang des Jahres begegneten wir diesem Anti-Superheld. Mit derben Sprüchen und einer Altersfreigabe ab 16 (wobei der Film lange Zeit erst ab 18 freigegeben werden sollte) begeisterte Deadpool und revolutionierte das Superhelden-Genre. Für die gute Mischung aus allen wichtigen Elementen und dafür, dass die Handlung nicht endlos ausgeschmückt wurde, gab es die Höchstpunktzahl und damit ist Deadpool mein Highlight des Jahres 2016.

Mein Filmrückblick 2016 – Die Enttäuschungen des Jahres

Hallo ihr Lieben,
ich hoffe, ihr habt alle die Weihnachtstage gut hinter euch gebracht und habt nicht zu viele Kilos zugenommen 😉 Da der Jahreswechsel bevorsteht, will ich noch einmal das Filmjahr 2016 Revue passieren lassen und wieder in zwei getrennten Beiträgen über meine Enttäuschungen und natürlich auch über meine Highlights des Jahres sprechen. 2016 habe ich 96 Kinofilme gesehen, davon 94 im Kino und 2 im Heimkino (ganz knapp an meinem Ziel der 100 vorbei 😦 ) Nun soll es erst einmal wieder um meine Top 25 Enttäuschungen des Jahres gehen.

Platz 25: Verräter wie wir

Eine John le Carré Verfilmung, die vor allem daran krankt, dass sie als Thriller nicht spannend ist. Die Handlung plätschert nur so vor sich hin und das kann auch der hervorragende Cast nicht mehr retten. Zudem funktioniert Stellan Skarsgard in seiner Rolle als russischer Bösewicht nicht.

Platz 24: High Rise

High Rise ist ein Film, der versucht gesellschaftskritisch darzustellen, was passiert, wenn einem durchgängig vor Augen geführt wird, dass es Menschen gibt, denen es besser als dir geht. Eine Grundidee, die leider an der Umsetzung gescheitert ist und sich einfach nur in Chaos verliert.

Platz 23: Hardcore

Der Film, der komplett in der Ego-Shooter-Perspektive gedreht wurde und dabei leider sehr wacklig, was zu Begegnungen mit der Kinotoilette führte. Idee gut, Umsetzung leider noch nicht. Auch die Handlung an sich kann nicht fesseln, da der Film nur auf die Bilder setzt.

Platz 22: Power to change

Eine Dokumentation mit der Thematik der Energiewende. Leider beißt sich die Doku an den falschen Stellen fest und vergisst die interessanten Stellen auszubauen, so dass sie einfach ihre Zielgruppe komplett verfehlt.

Platz 21: Pets

Was habe ich mich auf diesen Film gefreut. Die ersten Teaser ließen eine gute Komödie vermuten. Doch dann die Enttäuschung. Denn Pets schafft es einfach keine Handlung zu erzeugen, verliert dabei viel Witz und hat auch keine eindeutige Botschaft über Freundschaft, wie man sie vom großen Konkurrenten Disney kennt.

Platz 20: Ride Along 2

Eine Komödie, die mehr auf Reflexlacher setzt, also wirklich Humor zu erschaffen. Dazu eine altbekannte Handlung, die wenig neues zu bieten hat und auch keine Spannung erzeugen konnte.

Platz 19: X-Men – Apocalypse

Der abschließende Teil der Prequel-Trilogie der X-Men Reihe hat versucht den schlimmsten Bösewicht aller Zeiten zu erschaffen, und es damit so übertrieben, dass die Handlung schwächelte und auch die Endschlacht mehr eine Farse als alles andere war.

Platz 18: Victor Frankenstein

Die Idee, die Geschichte von Frankensteins Monster ein bisschen zurück zu spulen und sich auf Victor Frankenstein selbst zu konzentrieren, war interessant, ist aber auch hier wieder an der Umsetzung gescheitert, die zu viel wollte und zu wenig tat.

Platz 17: The Huntsman and the Ice Queen

Beginnend als Prequel und endend als Sequel sind die wichtigen Szenen zu kurz gehalten und gerade der sehr nichtssagende Mittelteil zieht sich unnötig in die Länge. Selbst der starke Cast, konnte hier nicht überzeugen.

Platz 16: Sausage Party

Auch hier wieder ein Beispiel für eine gute Grundidee, die aber in der Umsetzung daran krankte, dass sie sich nicht an die Idee hielten, sondern perverse Andeutungen (oder auch reine Perversität ohne Andeutung) den größten Teil des Films einnehmen. Wenn man sich auf das sehr sehr niedrige Niveau einlässt, kann der Film Spaß machen, wird dadurch aber kein guter Film.

Platz 15: Central Intelligence

Kevin Hart und Dwayne Johnson in einer angeblichen Komödie, in der es aber leider nur wenig zu lachen gab, weil Hart seine übliche ausgelutschte Rolle spielt und Johnsons Rolle sich nicht entscheiden kann, was sie aussagen will. Eine Komödie, in der man kaum lacht, hat das Genre eindeutig verfehlt.

Platz 14: Gut zu Vögeln

Ein deutscher Film über die frisch verlassene Merlin, die in die ehemalige WG ihres Bruders einzieht und dort auf Jacob trifft. Ein Film, der sehr auf die Humorschiene drückt, diese aber nicht trifft. Die Handlung ist auch schon wohlbekannt, kann also weder überraschen, noch begeistern.

Platz 13: Collide

Ein Hollywoodstreifen, der komplett in Deutschland spielt. Rasante Verfolgungsjagden auf der deutschen Autobahn. Und trotzdem kaum Handlung und auch die Verfolgungsjagden sind für einen Thriller nicht spannend genug und irgendwann auch einfach zu unglaubwürdig. Auch hier kann der gute Cast nichts mehr retten.

Platz 12: Alice im Wunderland – Hinter den Spiegeln

Ein missglückter Versuch eine Fortsetzung zu Tim Burtons Alice im Wunderland aus dem Jahr 2010 zu schaffen. Leider ist die Handlung des Films ziemlich überflüssig und auch die Bilder und die bekannten Figuren können nicht mehr überzeugen.

Platz 11: Batman v. Superman – Dawn of Justice

DC wollte in ihren neuen Comicverfilmungen die Fehler der früheren zurecht rücken. Leider verliert sich der Film in viel zu vielen Handlungssträngen und zu vielen Bösewichten. Der namensgebende Kampf dauert gerade einmal fünf Minuten und von der Grundthematik ähnelt er zu sehr dem kurz darauf erschienen Civil War aus dem Hause Marvel.

Platz 10: 10 Cloverfield Lane

Drei Personen. Ein Bunker. Ist draußen die Welt untergegangen oder nicht? Ein Film, der viele Fragen aufwirft, aber durch den doppelten Erzählstrang einfach nicht funktionieren will.

Platz 9: Criminal Activities

Vier mehr oder weniger Freunde planen nach der Beerdigung eines gemeinsamen Freundes ein großes Ding an der Börse, was leider nicht funktioniert. Und Schwupps schulden sie einem Kredithai eine Menge Geld. Der hat eine ganz eigene Lösung für die Schulden. Ein Film, der nicht in Schwung kommt, vorhersehbar ist und auch schauspielerisch nicht überzeugt.

Platz 8: Erschütternde Wahrheit

Die Geschichte des Mannes, der herausgefunden hat, dass American Football und die damit verbundenen Erschütterungen am Kopf zu schweren neurologischen Erkrankungen und zum Tod führen kann. Interessantes Thema gepresst in eine schlechte Umsetzung. Die Handlung kommt nicht auf den Punkt, der Schnitt hält in den falschen Momenten und schneidet die wichtigen Stellen.

Platz 7: The Nice Guys

Während der Film bei vielen auf der Topliste des Jahres gelandet ist, landet er bei mir bei den Enttäuschungen. Das liegt vor allem daran, dass der Film in meiner Kinovorstellung praktisch keine Lacher erzeugen konnte und ich keine Sympathie für einen der Charaktere entwickeln konnte, da sie an keiner Stelle wirklich als Team arbeiten, sondern eher ein Film mit zwei sich immer mal wieder überlappenden Handlungssträngen arbeitet, was nicht funktioniert.

Platz 6: Gods of Egypt

Ich war begeistert einen Film mit den antiken ägyptischen Göttergestalten zu sehen, zumindest bis ich den ersten Trailer sah und die Handlung praktisch der gesamten Mythologie in den Hintern tritt und durch den übertriebenen CGI-Einsatz nicht einmal optisch etwas bietet. Im Heimkino habe ich mir den Film dann trotzdem angesehen und kann nur das bestätigen, was jedem nach dem ersten Trailer klar sein dürfte. Auch wenn ein Film fast komplett in Gold gehalten wird, ist er trotzdem nicht sofort ein Meisterwerk.

Platz 5: Captain Fantastic

Kein Superheldenfilm, sondern über eine Familie, die sich komplett vom digitalen, aber auch vom sozialen Leben abgekabelt hat und im Wald lebt. Irgendwo sind versteckte Kritiken an der heutigen Gesellschaft zu finden, aber irgendwo auch nicht ausgereift. Der Film versucht daher als Feel-Good-Movie daher zu kommen, schafft es aber auch nicht diesen Ton wirklich zu treffen und dümpelt so ohne klare Linie vor sich hin.

Platz 4: Bad Neighbors 2

Wieder Studenten in der Nachbarschaft. Während der erste Kleinkrieg zwischen Familie und Studenten noch lustig war, schafft es der zweite Teil kaum noch einen einzigen Witz zu machen und schafft es auch nicht die eigentlichen Probleme im Film richtig

Platz 3: The Neon Demon

The Neon Demon ist ein Film, der viel aussagen will, aber doch nichts aussagt. Die Handlung kommt durch die langen Sequenzen zu kurz und dadurch kommt auch kein Spannungsbogen auf. Ein Film, der auf Kunst setzt, aber keine Aussage trifft.

Platz 2: Zoolander 2

Zoolander wird benötigt, nachdem viele Promis ermodet werden und die bekannte Zoolander-Schnute ziehen. Nur leider ist der Film zu abgedreht und auch die vermeintlichen Witze funktionieren nicht.

Platz 1: A bigger Splash

Vor der atemberaubenden Kulisse Süditaliens kam der langweiligste Film des Jahres. Kaum Handlung, dafür aber eine Spielzeit von über 2 Stunden, in denen die Schauspieler eigentlich nur damit beschäftigt waren, sich auszuziehen. Trotz Starbesetzung konnte der Film nur enttäuschen. Damit ist A bigger Splash meine größte Enttäuschung des Jahres.

Vaiana – Das Paradies hat einen Haken

Am 22.12.2016 erschien der neue Animationsfilm aus dem Hause Disney in den deutschen Kinos.

Vaiana ist die Tochter des Chiefs der paradiesischen Insel Motunui. Schon immer zog es sie in Richtung des Meeres, doch ihr Volk hat Angst vor dem Wasser und gerade ihr Vater verbietet ihr das schützende Riff zu verlassen. Doch eines Tages legt sich ein Schatten auf die Insel und verdirbt die Ernte. Vaianas Großmutter vermutet, dass es mit dem Diebstahl des Halbgottes Maui zusammenhängt, der das Herz der Mutterinsel Te Fiki gestohlen hat. So zieht Vaiana los, um Maui zu finden und das Herz zurückzubringen.

Disney hat uns schon früher auch andere Kulturen näher gebracht. So lernten wir ein bisschen der Geschichte Chinas durch Mulan kennen und empörten uns über die weißen Männer, die die Indianer vertreiben wollten, in Pocahontas. Während Disney sich in letzter Zeit ganz von den klassischen Märchengeschichten weg wagte und uns zeigte, wie es in unserem Kopf aussehen könnte (Alles steht Kopf), uns zeigte wie wichtig Freundschaft ist (Arlo und Spot) und uns auch das Thema Rassismus ein wenig näher brachte (Zoomania), bekamen wir mit Vaiana wieder eine ganz neue Richtung. Diesmal entführt uns Disney nach Polynesien und zeigt uns deren Kultur. Zeitlich ist das ganze vor ca. 2000 Jahren angesiedelt, kurz nach der Zeit als das polynesische Volk als Entdecker viele Inseln besiedelten. Disney zeigt dabei einige Sagen, unter anderem die Legende des Halbgottes Maui. Natürlich wurden hier wieder nur Bruchstücke der Legenden und der Kultur deutlich, trotzdem ist dies auch mal wieder ein neuer Ansatz.
Vaiana ist 16 Jahre alt und die Tochter des Chiefs ihres Dorfes auf der fiktiven Insel Motunui. Schon seit ihrer frühesten Kindheit fühlt sie sich vom Ozean magisch angezogen und scheint auch eine besondere Verbindung zum Wasser zu haben. Doch ihr Volk und allen voran ihr Vater scheuen das Meer und verlassen selbst zum fischen nicht das umgebende Riff. Nur ihre Großmutter scheint ihre Verbindung zum Ozean zu verstehen und erzählt ihr alle wichtigen Legenden des Volkes. So auch vom Halbgott Maui, der vor 1000 Jahren das Herz der Mutterinsel Te Fiki gestohlen haben soll, weswegen sich düstere Wesen erhoben haben sollen, um ihm das Herz abzunehmen. Dabei wurde er seines magischen Angelhakens beraubt, der ihm seine Halbgottfähigkeiten verlieh und sitzt nun auf einer einsamen Insel fest, während das Herz ins Meer stürzte. Doch als Schatten auf der Insel um sich greifen und die Ernte verdirbt und keine Fische mehr zu fangen sind, muss Vaiana ihre Bestimmung erkennen und zu einem großen Abenteuer aufbrechen.
Eins muss man Disney lassen, sie haben es geschafft eine Geschichte in einer für uns fremdartigen Kultur zu schaffen, mit einer starken Frauenfigur, die nicht darum kämpft den Mann ihrer Träume zu kriegen, sondern ihr Volk retten will. Im Groben ähnelt die Handlung sehr einem früheren Disney-Klassiker, nämlich Mulan. Ein Mädchen, dass nicht so Recht in die Vorstellungen ihrer Eltern passen will und von zu Hause fortläuft, um ihren Vater zu beschützen bzw. ihr Volk zu retten. Begleitet wird sie von mehr oder weniger sprechenden Tieren und einem starken Helden. Nun gut Chang und Maui kann man nicht miteinander vergleichen. Grundsätzlich macht Vaiana vieles richtig und hat dafür viele positive Kritiken bekommen. Sie schaffen eine Protagonistin, die schon grundsätzlich einen starken Willen hatte, aber trotzdem auch an ihre Grenzen stößt und über sich hinauswachsen muss. Zusammen mit der neuen Kultur, einem Halbgott mit einem zu großen Ego, lustigen und süßen Tieren und einer Menge Liedern wird eine witzige und neue Mischung gefunden. Auch gibt es diesmal kein reines Gut und Böse denken, sondern der Hauptbösewicht und auch Maui haben sowohl positive als auch negative Eigenschaften.
Leider ist die Handlung doch zu Disney typisch geworden, wodurch praktisch alles vorhersehbar wurde. Natürlich musste wieder ein Familienmitglied sterben für die Dramatik und natürlich gab es wieder einen dramatischen Höhepunkt, nach dem sich die Charaktere erst einmal wieder sammeln mussten. Auch wenn die Lieder teilweise stark ins Ohr gehen und gerade der tollpatschige Hahn Heihei für viele Lacher sorgte, fehlte doch irgendwo das I-Tüpfelchen am Film, das ganz besondere Etwas, das sich von allen anderen Disney Filmen abhebt.

Alles in allem macht Vaiana vieles richtig und bringt Spaß für Groß und Klein, hält sich aber doch wieder zu sehr an die eigenen Vorbilder und verpasst es dem Film das gewisse Etwas zu geben. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Als Schisser um die Welt

Blogs sind ja immer dafür da, um sich Inspiration zu holen. Und so konnte ich nach Karos Beitrag auf Inkunabel nicht widerstehen und lieh mir sofort ihr Exemplar von „Als Schisser um die Welt – Die Geschichte von einem, der mitmusste“ aus.

Jan hat eigentlich sehr große Angst vorm Reisen. Mit seinen Eltern war er früher immer nur in Dänemark und das aus gutem Grund. Doch seine Freundin Sarah ist das genaue Gegenteil, ihr kann eine Reise nicht abenteuerlich genug sein. Und so lässt Jan sich regelmäßig überreden noch einen Abenteuerurlaub zu buchen und kämpft vor Ort gegen seine Ängste an.

Als Schisser um die Welt ist schon ein interessanter Titel und wird mit dem Untertitel „Die Geschichte von einem, der mitmusste“ noch unterstützt, um vor der ersten Seite den ersten Lacher hervorzurufen und großes Interesse zu wecken. Die Einführung der beiden Hauptcharaktere Jan und Sarah ist kurz und schmerzlos auf den ersten Seiten und der Unterschied wird schnell herausgearbeitet. Denn während beide im Alltag gut harmonieren, haben sie doch sehr unterschiedliche Urlaubsvorstellungen. So träumt Jan von Dänemark, so wie er es jedes Jahr mit seinen Eltern gemacht hat. Ein kleines Häuschen am Wasser, entspannen, baden, die Seele baumeln lassen. Sarah hingegen hat viel größere Pläne. So schleppt sie Jan zunächst noch ganz harmlos zum Badeurlaub auf Bali. Aber selbst da findet Mr. Superhypochonder ganz viele Einwände und Gründe, um ein ordentlicher Schisser zu sein. Doch es bleibt natürlich nicht bei dem vergleichweise harmlosen Badeurlaub, denn Sarah hat von nun an immer abenteuerlichere Ideen, die die beiden rund um die Welt führt. Und für Jan ist es ein immer bleibender Alptraum. Doch wie er selbst schrieb: „Meine Freundin liebt Reisen und ich liebe meine Freundin“.
Die verschiedenen Reisen beschreibt Jan auf eine so humorvolle Weise, dass man manchmal aus dem Lachen gar nicht mehr heraus kommt. Während man mitunter seine Ängste verstehen kann und sich mit ihm freut, wenn er sich wieder zu etwas überwunden hat, was er gar nicht wollte, kann man über andere Bedenken und Ängste auch nur den Kopf schütteln. Denn manche sind nun wirklich übertrieben.
Als Kritikpunkt ist zu nennen, dass ca. nach 2/3 des Buches immer weniger Reiseerfahrung geteilt wird, sondern das Jammern so groß wird, dass sogar eine kleine Beziehungskrise entstand. Und die sehr detaillierte Beschreibung dieser, störte leider das vorher aufgebaute Gefühl und die Stimmung. Ich verstehe, warum es mit hinein genommen wurde, aber es hätte wesentlich kürzer ausfallen können. Doch danach wird man wieder mit einer neuen Geschichte entlohnt und kann den trüben Teil der Geschichte schnell vergessen.
Der Schreibstil von Autor und Protagonist Jan Kowalsky ist sehr flüssig und lässt sich leicht weg lesen. Zusammen mit sehr interessanten Zeichnungen, die immer ein Erlebnis aus der aktuellen Geschichte darstellen, sorgt inhalt und Schreibweise für viele Lacher und schaffen eine sehr lockere Atmosphäre. Beide Hauptcharaktere werden im Verlauf sowohl mit guten als auch mit negativen Eigenschaften ausgestattet, so dass man für beide Sympathien entwickeln kann und auch nachvollziehen kann, wieso Jan sich immer wieder auf diese Abenteuer einlässt. Vor allem bei Jan ist auch im Verlauf des Buches eine schöne Entwicklung zu sehen, so dass die Charaktere auch nicht stagnieren.

Alles in allem eine sehr schöne Lektüre für alle Reisefreudigen oder für jemand, der einfach mal ausgiebig lachen möchte. Leider habe ich in meiner Tätigkeit als Tourismuskauffrau noch keine Gelegenheit gefunden das Buch zu empfehlen. Aber das kommt bestimmt noch!

Rogue One – a Star Wars Story

Am 15.12.2016 erschien ein neuer Film aus dem Star Wars Universum in den deutschen Kinos.

Jyn Erso wurde als Kind von ihren Eltern verlassen, weil ihr Vater gegen seinen Willen als Chefingenieur des Todessterns vom Imperium geholt wurde. Über die Jahre entwickelte sie sich zur Kriminellen. Eines Tages trifft sie auf die Rebellen, die über sie an eine Nachricht ihres Vaters kommen wollen. Widerwillig lässt sie sich darauf ein.

Was macht man mit einem Franchise, dass auch nach vielen Jahren noch gut läuft? Genau ausschlachten. So scheint zumindest Disney zu denken, denn neben einer neuen Trilogie, gibt es nun auch drei Spin-off Filme. Während im letzten Jahr schon Episode VII über die Kinoleinwand rauschte und die Fans in zwei Lager teilte – die, die über seine Schwächen hinweg sahen und sich in der Nostalgie der Filme sonnten, und die, die einfach alles schlecht und schwach am Film fanden – erschien nun der erste Spin-Off aus dem Star Wars Universum unter dem Namen Rogue One. Zeitlich spielt er vor Episode IV – eine neue Hoffnung und erzählt, wie die Rebellen damals an die Pläne des Todessterns kamen und daher von dessen Schwachstelle wussten. So wird die Handlung in das Universum eingebettet, hat aber doch alle Freiheiten, die ein Spin-off bietet.
Bereits im Vorfeld sind zum Film viele beunruhigende Neuigkeiten durch die Medien kursiert. Zunächst soll Rogue One nämlich ein düsterer Kriegsfilm gewesen sein, ehe Regisseur und Drehbuchautoren ersetzt wurden und es viele Nachdrehs gab, um die Atmosphäre aufzulockern. Kommt euch das bekannt vor? Genau die gleichen Neuigkeiten gab es auch zu Suicide Squad und wir wissen alle, wohin das geführt hat…
Rogue One stellt gleich von Anfang an klar, ein neuer Film zu sein und nicht in die Reihe zu gehören. Denn statt des bekannten Rolltextes zu Anfang, der Zuschauer über alle wichtigen Informationen vorab informiert, wird gleich in die erste Szene gesprungen, in der Jyn Erso vor dem Imperium flieht, als diese ihren Vater als Chefingenieur abholen. Hat erst einmal lediglich den Effekt, dass der übliche Gänsehautmoment fehlt und der Zuschauer etwas desorientiert vor den neuen Charakteren sitzt und sie nicht so recht einordnen kann. Wenige Minuten später gibt es auch schon den ersten Zeitsprung und man lernt die inzwischen erwachsene Jyn Erso kennen. Sie ist durch krimineller Machenschaften in einem Gefängnis, aus dem sie von den Rebellen befreit wird. Man erfährt, dass es einen desertierten Imperiums-Piloten gibt, der eine wichtige Nachricht von Ersos Vater hat, und, dass sich eine Rebellengruppe um Ersos Ziehvater abgespalten hat und den Piloten gefangen hält. Jyn Erso soll nun also die Botschaft holen und muss im Anschluss noch ein weiteres Abenteuer bestehen. Unterstützt wird sie dabei von dem Rebellen Cassian Andor und dem Droiden K2SO unterstützt. Unterwegs treffen sie noch auf weitere neue Mitstreiter und mutieren so zu einem sehr heterogenen Haufen von Rebellen.
Viele Köche verderben den Brei und so merkt man auch Rogue One wieder an, wo die eigentliche Intention lag und an welchen Stellen wieder zu viel am Film herumgedoktert wurde. Denn die erste Hälfte des Films ist voller Charaktere, die nicht richtig vorgestellt worden und somit ziemlich schnell in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Wirkliche Sympathie wird nur zum Droiden K2SO aufgebaut, der damit in die Fußstapfen R2D2s und BB8s tritt. Diese Hektik von einer Rebellengruppe zur anderen, wobei eine dem Wahnsinn halb verfallen scheint, wirkt sehr stark inszeniert und will einfach nicht in das bekannte Star Wars Universum passen. Erst ab der zweiten Hälfte, die uns den zunächst beachsichtigten düsteren Kriegsfilm bringt, steigt die Spannung und das Interesse an den Charakteren wieder und wir erleben wirklich eine gut inszenierte Schlacht im Weltall. Darüber hinaus gibt es am Ende eine sehr gelungene Überleitung zu Episode IV, was wieder die Fanherzen höher schlagen ließ. So geht man am Ende aus dem Kinosaal und fühlt sich erfüllt von der guten Action und der tollen Schlachtmomente, bis einem wieder einfällt, dass es eine erste Hälfte gab und man verzweifelt überlegt, worum es da noch einmal ging.
Die schauspielerischen Leistungen des Films bleiben leider überschaubar, es gibt keine Leistung, die irgendwo heraussticht. Felicity Jones als Jyn Erso hat sich nach Collide und Inferno anscheinend wieder auf ihr eigentliches Talent besonnen, schafft es aber doch nicht ihre Rolle völlig überzeugend zu spielen. Auch Mads Mikkelsen, der zu Recht derzeit ein sehr gefragter Schauspieler ist, bringt nicht sein ganzes Talent zum Vorschein. Zu seiner Verteidigung muss man aber auch sagen, dass ihm dafür auch kein Raum gelassen wird. So spielt er schon, wie in Marvels Doctor Strange, seine Rolle souverän, verschenkt aber sein Talent.

Alles in allem hätte die Grundstimmung der zweiten Hälfte schon in der ersten greifen müssen, damit ein wirklich runder Film entsteht. Bitte Disney, vertraue demnächst deinen Regisseuren, die Fans werden es dir danken! Für die trotzdem recht gute Leistung gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.