Mein Filmrückblick 2016 – Die Highlights des Jahres

Hallo ihr Lieben,
nun soll es direkt weitergehen mit meinen Highlights des Jahres.

Platz 25: Ein Hologramm für den König

Tom Hanks, der in Saudi-Arabien ein neues Hologramm-System vorstellen soll, aber extrem lange warten muss. Währendessen hat er genug Zeit seine eigenen Probleme zu überdenken und sein Leben neu zu ordnen. Dabei ist der Film ruhig und sympathisch erzählt. Zwischendurch driftet er ein wenig ab, kriegt aber am Ende noch die Kurve.

Platz 24: The hateful Eight

Quentin Tarantinos inzwischen achter Kinofilm konnte trotz langer Laufzeit und obwohl es sich beinahe um ein Kammerspiel handelt, baut sich viel Spannung auf und der schwarze Humor tut sein restliches.

Platz 23: Raum

Raum ist ein emotional geladener Film, der vorallem von der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind lebt. Die Geschichte nimmt einen mit und gleichzeitig bewundert man Joys Durchhaltevermögen. Brie Larson hat zu Recht sowohl Oscar als auch Golden Globe für diese Film gewonnen.

Platz 22: Bastille Day

Keine neue Handlung, aber dafür eine spannende und in sich schlüssige. Gutes Schauspiel und nur die Hälfte aller Klitschees, dass zeigte Bastille Day. Kein harmonisches Duo, das mit Madden und Elba präsentiert wird, und auch der Eiffelturm ist nicht dauerhaft zu sehen. All das macht den Reiz des Filmes aus.

Platz 21: Big friendly Giant

Steven Spielberg wagte sich nach E.T. wieder an einen Kinderfilm. Als Vorlage diente der Roman von Roald Dahl, der gespickt ist mit liebevollen Figuren. Auch schafft der Film es auf eine kindgerechte Art die Themen Einsamkeit und Ausgrenzung anzusprechen, den Grundton des Films aber doch positiv zu halten.

Platz 20: Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Nach Jahren dürfen wir endlich wieder neu in die magische Welt J. K. Rowlings eintauchen und wurden von ihren neusten Schöpfungen fasziniert (es gab zu Weihnachten leider keinen Niffler 😦 ). Dabei zeigte Rowling einmal mehr ihr Können.

Platz 19: Frühstück bei Monsieur Henri

Die etwas planlos durchs Leben stolpernde Constance zieht bei einem mürrischen alten Herren ein mit sehr strengen Regeln. Trotzdem entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Die liebevoll gezeichneten Figuren machen den Film aus. Trotz einer sehr geringen Gag-Dichte, schafft der Film es eine Komödie zu sein, durch sehr pointierten Witz.

Platz 18: War Dogs

Die unglaublich wahre Geschichte von zwei „Jungs“, die an einen großen Waffendeal mit den USA kommen. Erinnert ein bisschen an Lord of War und versucht sich an einer Mischung aus Thriller und Komödie, was nur bedingt gelingt. Trotzdem macht der Film Spaß beim Ansehen.

Platz 17: Die Glorreichen 7

Ein weiteres Remake, dass sich aber dadurch auszeichnet mehr Diversität in den Film zu bringen. Der Film baut Spannung auf, bringt die gewisse Portion Witz mit rein und unterhält einfach gut.

Platz 16: Bad Moms

Endlich ein Film über die Mütter, in denen ihre Sorgen, Ängste und auch ihr Alltag ernst genommen wird. Trotzdem schafft der Film es eine Komödie daraus zu bauen, der erstaunlich niveauvolle Witze loslässt.

Platz 15: Snowden

Die Geschichte von Edward Snowden ging um die Welt, der Whisteblower, der uns allen vor der kompletten Überwachung durch die USA warnte. Diese Verfilmung der wahren Ereignisse bilden, im Gegensatz zum Dokumentarfilm Citizenfour, auch die privaten Ereignisse mit ein und schaffen es so einen neuen Blickwinkel zu geben. Joseph Gordon-Levitt schafft es dabei Snowden so gut darzustellen, dass man denken könnte, Snowden selbst spiele mit.

Platz 14: Arrival

Wie würden wir reagieren, wenn auf einmal Außerirdische auf der Erde landen? Wie würde sich die Kommunikation gestalten? Damit beschäftigt sich Arrival und schafft damit ein ganz hohes Niveau zu halten.

Platz 13: Whiskey Tango Foxtrott

Kim Barker versucht in Afghanistan ihre Journalismus-Karriere wieder in Schwung zu kriegen. WTF schafft es die Lage in Afghanistan und das Leben als Journalist im Ausland darzustellen ohne dabei ins Politische zu gehen und schafft eine perfekte Balance aus drei großen Themen.

Platz 12: The Jungle Book

Da kamen die Kindheitserinnerungen wieder hoch, als wieder in einem Film das Theme zu Probier’s mal mit Gemütlichkeit lief. Die Geschichte ist bekannt und doch konnte der Film überraschen und kam wesentlich düsterer daher, als die Disney Verfilmung von 1967 und konnte wieder neu begeistern.

Platz 11: Die Winzlinge – Operation Zuckerdose

Der wohl süßeste Film des Jahres über einen Marienkäfer, der von seiner Familie getrennt wird und von Ameisen adoptiert wird, die versuchen eine Zuckerdose zu retten. Ohne ein einziges Wort zu sprechen, überzeugt der Film durch die Bilder und erzeugt Spannung und Witz spielerisch.

Platz 10: Spotlight

Ein Sonderteam des Boston Globe deckt den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche auf. Dies ist ihre Geschichte. Ein langsam, aber detailtreuer Film, der die Recherchearbeiten der Journalisten genau beleuchtet und durchgehend spannend bleibt.

Platz 9: The Big Short

Ein packender Film über die Vorgeschichte der Finanzkrise von 2008. Diese wurde von ein paar Einzelnen vorhergesehen, die daraufhin gegen die Wirtschaft wetteten. Der Film ist spannend, mitreißend und ebenso erschütternd. Durch die vielen Wirtschaftsbegriffe mitunter etwas zäh, aber die wurden versucht humorvoll in die Handlung einzuarbeiten.

Platz 8: Eddie, the Eagle

Die wahre Geschichte des Skispringers Michael Edwards, der 1988 bei den olympischen Winterspielen zwar den letzten Platz belegte, sich aber durch seinen unerschöpflichen Kampfgeist in die Herzen der Leute sprang. Ein durch und durch sympathischer Film, der gute Laune versprüht und uns die Botschaft überbringt, dass alles möglich ist.

Platz 7: Doctor Strange

Ein neuer Marvelheld betritt die Bühne und stellt dabei unsere Realität auf den Kopf. Zynisch und arrogant wie Iron Man, dabei spannend und voller interessanter Charaktere und guter Schauspieler.

Platz 6: SMS für dich

Das Regiedebüt von Karoline Herfurth, das sehr tief ins Herz geht. Ein Film über Verlust und Trauer und über den Weg zurück ins Leben in Kombination mit einer Liebesgeschichte. Eine Romanze auf sehr hohem Niveau mit Witz und liebevollen Figuren, bei der wohl kaum ein Auge trocken bleiben dürfte.

Platz 5: Money Monster

Jodie Foster brachte uns den spannendsten Film des Jahres. Obwohl er lange Zeit als Teil-Kammerspiel inzeniert ist, schaffen es die Thematik und das Spiel mit Gut und Böse zu überzeugen. Julia Roberts tut in ihrer Rolle das restliche.

Platz 4: The Danish Girl

Einar Wegener ist Künstler und fühlt sich in den falschen Körper geboren. Obwohl er seine Frau liebt, möchte er lieber eine Frau sein. Die Geschichte der ersten Geschlechtsumwandlung der Welt. Eine so bewegende und packende Geschichte über das Für und Wider einer Geschlechtsumwandlung und auch die Belastung der Ehefrau durch den Wunsch.

Platz 3: Brooklyn – Liebe zwischen zwei Welten

Die Geschichte der Irin Eilis, die in den 50er Jahren aus wirtschaftlichen Gründen in die USA auswandert, aber weiterhin hin und hergerissen ist, wo sie ihre Heimat sieht. Brooklyn ist ein herzerwärmender Film mit einer herausragenden schauspielerischen Leistung und viel Gefühl. Der Film wird sehr ruhig erzählt, aber ist dadurch nur noch berührender.

Platz 2: Ein ganzes halbes Jahr

Romantik, Drama, Tragödie. Der Film vereint sie alle. Er versucht Hoffnung zu spenden und spielt doch mit dem Unausweichlichen. Kein Kritikpunkt zu finden, gute schauspielerische Leistungen und eine gute Buchumsetzung treffen in dem Film aufeinander und schafft es damit ich in mein Herz zu spielen und die 10 von 10 Punkten abzuräumen.

Platz 1: Deadpool

Schon zu Anfang des Jahres begegneten wir diesem Anti-Superheld. Mit derben Sprüchen und einer Altersfreigabe ab 16 (wobei der Film lange Zeit erst ab 18 freigegeben werden sollte) begeisterte Deadpool und revolutionierte das Superhelden-Genre. Für die gute Mischung aus allen wichtigen Elementen und dafür, dass die Handlung nicht endlos ausgeschmückt wurde, gab es die Höchstpunktzahl und damit ist Deadpool mein Highlight des Jahres 2016.

Mein Filmrückblick 2016 – Die Enttäuschungen des Jahres

Hallo ihr Lieben,
ich hoffe, ihr habt alle die Weihnachtstage gut hinter euch gebracht und habt nicht zu viele Kilos zugenommen 😉 Da der Jahreswechsel bevorsteht, will ich noch einmal das Filmjahr 2016 Revue passieren lassen und wieder in zwei getrennten Beiträgen über meine Enttäuschungen und natürlich auch über meine Highlights des Jahres sprechen. 2016 habe ich 96 Kinofilme gesehen, davon 94 im Kino und 2 im Heimkino (ganz knapp an meinem Ziel der 100 vorbei 😦 ) Nun soll es erst einmal wieder um meine Top 25 Enttäuschungen des Jahres gehen.

Platz 25: Verräter wie wir

Eine John le Carré Verfilmung, die vor allem daran krankt, dass sie als Thriller nicht spannend ist. Die Handlung plätschert nur so vor sich hin und das kann auch der hervorragende Cast nicht mehr retten. Zudem funktioniert Stellan Skarsgard in seiner Rolle als russischer Bösewicht nicht.

Platz 24: High Rise

High Rise ist ein Film, der versucht gesellschaftskritisch darzustellen, was passiert, wenn einem durchgängig vor Augen geführt wird, dass es Menschen gibt, denen es besser als dir geht. Eine Grundidee, die leider an der Umsetzung gescheitert ist und sich einfach nur in Chaos verliert.

Platz 23: Hardcore

Der Film, der komplett in der Ego-Shooter-Perspektive gedreht wurde und dabei leider sehr wacklig, was zu Begegnungen mit der Kinotoilette führte. Idee gut, Umsetzung leider noch nicht. Auch die Handlung an sich kann nicht fesseln, da der Film nur auf die Bilder setzt.

Platz 22: Power to change

Eine Dokumentation mit der Thematik der Energiewende. Leider beißt sich die Doku an den falschen Stellen fest und vergisst die interessanten Stellen auszubauen, so dass sie einfach ihre Zielgruppe komplett verfehlt.

Platz 21: Pets

Was habe ich mich auf diesen Film gefreut. Die ersten Teaser ließen eine gute Komödie vermuten. Doch dann die Enttäuschung. Denn Pets schafft es einfach keine Handlung zu erzeugen, verliert dabei viel Witz und hat auch keine eindeutige Botschaft über Freundschaft, wie man sie vom großen Konkurrenten Disney kennt.

Platz 20: Ride Along 2

Eine Komödie, die mehr auf Reflexlacher setzt, also wirklich Humor zu erschaffen. Dazu eine altbekannte Handlung, die wenig neues zu bieten hat und auch keine Spannung erzeugen konnte.

Platz 19: X-Men – Apocalypse

Der abschließende Teil der Prequel-Trilogie der X-Men Reihe hat versucht den schlimmsten Bösewicht aller Zeiten zu erschaffen, und es damit so übertrieben, dass die Handlung schwächelte und auch die Endschlacht mehr eine Farse als alles andere war.

Platz 18: Victor Frankenstein

Die Idee, die Geschichte von Frankensteins Monster ein bisschen zurück zu spulen und sich auf Victor Frankenstein selbst zu konzentrieren, war interessant, ist aber auch hier wieder an der Umsetzung gescheitert, die zu viel wollte und zu wenig tat.

Platz 17: The Huntsman and the Ice Queen

Beginnend als Prequel und endend als Sequel sind die wichtigen Szenen zu kurz gehalten und gerade der sehr nichtssagende Mittelteil zieht sich unnötig in die Länge. Selbst der starke Cast, konnte hier nicht überzeugen.

Platz 16: Sausage Party

Auch hier wieder ein Beispiel für eine gute Grundidee, die aber in der Umsetzung daran krankte, dass sie sich nicht an die Idee hielten, sondern perverse Andeutungen (oder auch reine Perversität ohne Andeutung) den größten Teil des Films einnehmen. Wenn man sich auf das sehr sehr niedrige Niveau einlässt, kann der Film Spaß machen, wird dadurch aber kein guter Film.

Platz 15: Central Intelligence

Kevin Hart und Dwayne Johnson in einer angeblichen Komödie, in der es aber leider nur wenig zu lachen gab, weil Hart seine übliche ausgelutschte Rolle spielt und Johnsons Rolle sich nicht entscheiden kann, was sie aussagen will. Eine Komödie, in der man kaum lacht, hat das Genre eindeutig verfehlt.

Platz 14: Gut zu Vögeln

Ein deutscher Film über die frisch verlassene Merlin, die in die ehemalige WG ihres Bruders einzieht und dort auf Jacob trifft. Ein Film, der sehr auf die Humorschiene drückt, diese aber nicht trifft. Die Handlung ist auch schon wohlbekannt, kann also weder überraschen, noch begeistern.

Platz 13: Collide

Ein Hollywoodstreifen, der komplett in Deutschland spielt. Rasante Verfolgungsjagden auf der deutschen Autobahn. Und trotzdem kaum Handlung und auch die Verfolgungsjagden sind für einen Thriller nicht spannend genug und irgendwann auch einfach zu unglaubwürdig. Auch hier kann der gute Cast nichts mehr retten.

Platz 12: Alice im Wunderland – Hinter den Spiegeln

Ein missglückter Versuch eine Fortsetzung zu Tim Burtons Alice im Wunderland aus dem Jahr 2010 zu schaffen. Leider ist die Handlung des Films ziemlich überflüssig und auch die Bilder und die bekannten Figuren können nicht mehr überzeugen.

Platz 11: Batman v. Superman – Dawn of Justice

DC wollte in ihren neuen Comicverfilmungen die Fehler der früheren zurecht rücken. Leider verliert sich der Film in viel zu vielen Handlungssträngen und zu vielen Bösewichten. Der namensgebende Kampf dauert gerade einmal fünf Minuten und von der Grundthematik ähnelt er zu sehr dem kurz darauf erschienen Civil War aus dem Hause Marvel.

Platz 10: 10 Cloverfield Lane

Drei Personen. Ein Bunker. Ist draußen die Welt untergegangen oder nicht? Ein Film, der viele Fragen aufwirft, aber durch den doppelten Erzählstrang einfach nicht funktionieren will.

Platz 9: Criminal Activities

Vier mehr oder weniger Freunde planen nach der Beerdigung eines gemeinsamen Freundes ein großes Ding an der Börse, was leider nicht funktioniert. Und Schwupps schulden sie einem Kredithai eine Menge Geld. Der hat eine ganz eigene Lösung für die Schulden. Ein Film, der nicht in Schwung kommt, vorhersehbar ist und auch schauspielerisch nicht überzeugt.

Platz 8: Erschütternde Wahrheit

Die Geschichte des Mannes, der herausgefunden hat, dass American Football und die damit verbundenen Erschütterungen am Kopf zu schweren neurologischen Erkrankungen und zum Tod führen kann. Interessantes Thema gepresst in eine schlechte Umsetzung. Die Handlung kommt nicht auf den Punkt, der Schnitt hält in den falschen Momenten und schneidet die wichtigen Stellen.

Platz 7: The Nice Guys

Während der Film bei vielen auf der Topliste des Jahres gelandet ist, landet er bei mir bei den Enttäuschungen. Das liegt vor allem daran, dass der Film in meiner Kinovorstellung praktisch keine Lacher erzeugen konnte und ich keine Sympathie für einen der Charaktere entwickeln konnte, da sie an keiner Stelle wirklich als Team arbeiten, sondern eher ein Film mit zwei sich immer mal wieder überlappenden Handlungssträngen arbeitet, was nicht funktioniert.

Platz 6: Gods of Egypt

Ich war begeistert einen Film mit den antiken ägyptischen Göttergestalten zu sehen, zumindest bis ich den ersten Trailer sah und die Handlung praktisch der gesamten Mythologie in den Hintern tritt und durch den übertriebenen CGI-Einsatz nicht einmal optisch etwas bietet. Im Heimkino habe ich mir den Film dann trotzdem angesehen und kann nur das bestätigen, was jedem nach dem ersten Trailer klar sein dürfte. Auch wenn ein Film fast komplett in Gold gehalten wird, ist er trotzdem nicht sofort ein Meisterwerk.

Platz 5: Captain Fantastic

Kein Superheldenfilm, sondern über eine Familie, die sich komplett vom digitalen, aber auch vom sozialen Leben abgekabelt hat und im Wald lebt. Irgendwo sind versteckte Kritiken an der heutigen Gesellschaft zu finden, aber irgendwo auch nicht ausgereift. Der Film versucht daher als Feel-Good-Movie daher zu kommen, schafft es aber auch nicht diesen Ton wirklich zu treffen und dümpelt so ohne klare Linie vor sich hin.

Platz 4: Bad Neighbors 2

Wieder Studenten in der Nachbarschaft. Während der erste Kleinkrieg zwischen Familie und Studenten noch lustig war, schafft es der zweite Teil kaum noch einen einzigen Witz zu machen und schafft es auch nicht die eigentlichen Probleme im Film richtig

Platz 3: The Neon Demon

The Neon Demon ist ein Film, der viel aussagen will, aber doch nichts aussagt. Die Handlung kommt durch die langen Sequenzen zu kurz und dadurch kommt auch kein Spannungsbogen auf. Ein Film, der auf Kunst setzt, aber keine Aussage trifft.

Platz 2: Zoolander 2

Zoolander wird benötigt, nachdem viele Promis ermodet werden und die bekannte Zoolander-Schnute ziehen. Nur leider ist der Film zu abgedreht und auch die vermeintlichen Witze funktionieren nicht.

Platz 1: A bigger Splash

Vor der atemberaubenden Kulisse Süditaliens kam der langweiligste Film des Jahres. Kaum Handlung, dafür aber eine Spielzeit von über 2 Stunden, in denen die Schauspieler eigentlich nur damit beschäftigt waren, sich auszuziehen. Trotz Starbesetzung konnte der Film nur enttäuschen. Damit ist A bigger Splash meine größte Enttäuschung des Jahres.

Vaiana – Das Paradies hat einen Haken

Am 22.12.2016 erschien der neue Animationsfilm aus dem Hause Disney in den deutschen Kinos.

Vaiana ist die Tochter des Chiefs der paradiesischen Insel Motunui. Schon immer zog es sie in Richtung des Meeres, doch ihr Volk hat Angst vor dem Wasser und gerade ihr Vater verbietet ihr das schützende Riff zu verlassen. Doch eines Tages legt sich ein Schatten auf die Insel und verdirbt die Ernte. Vaianas Großmutter vermutet, dass es mit dem Diebstahl des Halbgottes Maui zusammenhängt, der das Herz der Mutterinsel Te Fiki gestohlen hat. So zieht Vaiana los, um Maui zu finden und das Herz zurückzubringen.

Disney hat uns schon früher auch andere Kulturen näher gebracht. So lernten wir ein bisschen der Geschichte Chinas durch Mulan kennen und empörten uns über die weißen Männer, die die Indianer vertreiben wollten, in Pocahontas. Während Disney sich in letzter Zeit ganz von den klassischen Märchengeschichten weg wagte und uns zeigte, wie es in unserem Kopf aussehen könnte (Alles steht Kopf), uns zeigte wie wichtig Freundschaft ist (Arlo und Spot) und uns auch das Thema Rassismus ein wenig näher brachte (Zoomania), bekamen wir mit Vaiana wieder eine ganz neue Richtung. Diesmal entführt uns Disney nach Polynesien und zeigt uns deren Kultur. Zeitlich ist das ganze vor ca. 2000 Jahren angesiedelt, kurz nach der Zeit als das polynesische Volk als Entdecker viele Inseln besiedelten. Disney zeigt dabei einige Sagen, unter anderem die Legende des Halbgottes Maui. Natürlich wurden hier wieder nur Bruchstücke der Legenden und der Kultur deutlich, trotzdem ist dies auch mal wieder ein neuer Ansatz.
Vaiana ist 16 Jahre alt und die Tochter des Chiefs ihres Dorfes auf der fiktiven Insel Motunui. Schon seit ihrer frühesten Kindheit fühlt sie sich vom Ozean magisch angezogen und scheint auch eine besondere Verbindung zum Wasser zu haben. Doch ihr Volk und allen voran ihr Vater scheuen das Meer und verlassen selbst zum fischen nicht das umgebende Riff. Nur ihre Großmutter scheint ihre Verbindung zum Ozean zu verstehen und erzählt ihr alle wichtigen Legenden des Volkes. So auch vom Halbgott Maui, der vor 1000 Jahren das Herz der Mutterinsel Te Fiki gestohlen haben soll, weswegen sich düstere Wesen erhoben haben sollen, um ihm das Herz abzunehmen. Dabei wurde er seines magischen Angelhakens beraubt, der ihm seine Halbgottfähigkeiten verlieh und sitzt nun auf einer einsamen Insel fest, während das Herz ins Meer stürzte. Doch als Schatten auf der Insel um sich greifen und die Ernte verdirbt und keine Fische mehr zu fangen sind, muss Vaiana ihre Bestimmung erkennen und zu einem großen Abenteuer aufbrechen.
Eins muss man Disney lassen, sie haben es geschafft eine Geschichte in einer für uns fremdartigen Kultur zu schaffen, mit einer starken Frauenfigur, die nicht darum kämpft den Mann ihrer Träume zu kriegen, sondern ihr Volk retten will. Im Groben ähnelt die Handlung sehr einem früheren Disney-Klassiker, nämlich Mulan. Ein Mädchen, dass nicht so Recht in die Vorstellungen ihrer Eltern passen will und von zu Hause fortläuft, um ihren Vater zu beschützen bzw. ihr Volk zu retten. Begleitet wird sie von mehr oder weniger sprechenden Tieren und einem starken Helden. Nun gut Chang und Maui kann man nicht miteinander vergleichen. Grundsätzlich macht Vaiana vieles richtig und hat dafür viele positive Kritiken bekommen. Sie schaffen eine Protagonistin, die schon grundsätzlich einen starken Willen hatte, aber trotzdem auch an ihre Grenzen stößt und über sich hinauswachsen muss. Zusammen mit der neuen Kultur, einem Halbgott mit einem zu großen Ego, lustigen und süßen Tieren und einer Menge Liedern wird eine witzige und neue Mischung gefunden. Auch gibt es diesmal kein reines Gut und Böse denken, sondern der Hauptbösewicht und auch Maui haben sowohl positive als auch negative Eigenschaften.
Leider ist die Handlung doch zu Disney typisch geworden, wodurch praktisch alles vorhersehbar wurde. Natürlich musste wieder ein Familienmitglied sterben für die Dramatik und natürlich gab es wieder einen dramatischen Höhepunkt, nach dem sich die Charaktere erst einmal wieder sammeln mussten. Auch wenn die Lieder teilweise stark ins Ohr gehen und gerade der tollpatschige Hahn Heihei für viele Lacher sorgte, fehlte doch irgendwo das I-Tüpfelchen am Film, das ganz besondere Etwas, das sich von allen anderen Disney Filmen abhebt.

Alles in allem macht Vaiana vieles richtig und bringt Spaß für Groß und Klein, hält sich aber doch wieder zu sehr an die eigenen Vorbilder und verpasst es dem Film das gewisse Etwas zu geben. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Als Schisser um die Welt

Blogs sind ja immer dafür da, um sich Inspiration zu holen. Und so konnte ich nach Karos Beitrag auf Inkunabel nicht widerstehen und lieh mir sofort ihr Exemplar von „Als Schisser um die Welt – Die Geschichte von einem, der mitmusste“ aus.

Jan hat eigentlich sehr große Angst vorm Reisen. Mit seinen Eltern war er früher immer nur in Dänemark und das aus gutem Grund. Doch seine Freundin Sarah ist das genaue Gegenteil, ihr kann eine Reise nicht abenteuerlich genug sein. Und so lässt Jan sich regelmäßig überreden noch einen Abenteuerurlaub zu buchen und kämpft vor Ort gegen seine Ängste an.

Als Schisser um die Welt ist schon ein interessanter Titel und wird mit dem Untertitel „Die Geschichte von einem, der mitmusste“ noch unterstützt, um vor der ersten Seite den ersten Lacher hervorzurufen und großes Interesse zu wecken. Die Einführung der beiden Hauptcharaktere Jan und Sarah ist kurz und schmerzlos auf den ersten Seiten und der Unterschied wird schnell herausgearbeitet. Denn während beide im Alltag gut harmonieren, haben sie doch sehr unterschiedliche Urlaubsvorstellungen. So träumt Jan von Dänemark, so wie er es jedes Jahr mit seinen Eltern gemacht hat. Ein kleines Häuschen am Wasser, entspannen, baden, die Seele baumeln lassen. Sarah hingegen hat viel größere Pläne. So schleppt sie Jan zunächst noch ganz harmlos zum Badeurlaub auf Bali. Aber selbst da findet Mr. Superhypochonder ganz viele Einwände und Gründe, um ein ordentlicher Schisser zu sein. Doch es bleibt natürlich nicht bei dem vergleichweise harmlosen Badeurlaub, denn Sarah hat von nun an immer abenteuerlichere Ideen, die die beiden rund um die Welt führt. Und für Jan ist es ein immer bleibender Alptraum. Doch wie er selbst schrieb: „Meine Freundin liebt Reisen und ich liebe meine Freundin“.
Die verschiedenen Reisen beschreibt Jan auf eine so humorvolle Weise, dass man manchmal aus dem Lachen gar nicht mehr heraus kommt. Während man mitunter seine Ängste verstehen kann und sich mit ihm freut, wenn er sich wieder zu etwas überwunden hat, was er gar nicht wollte, kann man über andere Bedenken und Ängste auch nur den Kopf schütteln. Denn manche sind nun wirklich übertrieben.
Als Kritikpunkt ist zu nennen, dass ca. nach 2/3 des Buches immer weniger Reiseerfahrung geteilt wird, sondern das Jammern so groß wird, dass sogar eine kleine Beziehungskrise entstand. Und die sehr detaillierte Beschreibung dieser, störte leider das vorher aufgebaute Gefühl und die Stimmung. Ich verstehe, warum es mit hinein genommen wurde, aber es hätte wesentlich kürzer ausfallen können. Doch danach wird man wieder mit einer neuen Geschichte entlohnt und kann den trüben Teil der Geschichte schnell vergessen.
Der Schreibstil von Autor und Protagonist Jan Kowalsky ist sehr flüssig und lässt sich leicht weg lesen. Zusammen mit sehr interessanten Zeichnungen, die immer ein Erlebnis aus der aktuellen Geschichte darstellen, sorgt inhalt und Schreibweise für viele Lacher und schaffen eine sehr lockere Atmosphäre. Beide Hauptcharaktere werden im Verlauf sowohl mit guten als auch mit negativen Eigenschaften ausgestattet, so dass man für beide Sympathien entwickeln kann und auch nachvollziehen kann, wieso Jan sich immer wieder auf diese Abenteuer einlässt. Vor allem bei Jan ist auch im Verlauf des Buches eine schöne Entwicklung zu sehen, so dass die Charaktere auch nicht stagnieren.

Alles in allem eine sehr schöne Lektüre für alle Reisefreudigen oder für jemand, der einfach mal ausgiebig lachen möchte. Leider habe ich in meiner Tätigkeit als Tourismuskauffrau noch keine Gelegenheit gefunden das Buch zu empfehlen. Aber das kommt bestimmt noch!

Rogue One – a Star Wars Story

Am 15.12.2016 erschien ein neuer Film aus dem Star Wars Universum in den deutschen Kinos.

Jyn Erso wurde als Kind von ihren Eltern verlassen, weil ihr Vater gegen seinen Willen als Chefingenieur des Todessterns vom Imperium geholt wurde. Über die Jahre entwickelte sie sich zur Kriminellen. Eines Tages trifft sie auf die Rebellen, die über sie an eine Nachricht ihres Vaters kommen wollen. Widerwillig lässt sie sich darauf ein.

Was macht man mit einem Franchise, dass auch nach vielen Jahren noch gut läuft? Genau ausschlachten. So scheint zumindest Disney zu denken, denn neben einer neuen Trilogie, gibt es nun auch drei Spin-off Filme. Während im letzten Jahr schon Episode VII über die Kinoleinwand rauschte und die Fans in zwei Lager teilte – die, die über seine Schwächen hinweg sahen und sich in der Nostalgie der Filme sonnten, und die, die einfach alles schlecht und schwach am Film fanden – erschien nun der erste Spin-Off aus dem Star Wars Universum unter dem Namen Rogue One. Zeitlich spielt er vor Episode IV – eine neue Hoffnung und erzählt, wie die Rebellen damals an die Pläne des Todessterns kamen und daher von dessen Schwachstelle wussten. So wird die Handlung in das Universum eingebettet, hat aber doch alle Freiheiten, die ein Spin-off bietet.
Bereits im Vorfeld sind zum Film viele beunruhigende Neuigkeiten durch die Medien kursiert. Zunächst soll Rogue One nämlich ein düsterer Kriegsfilm gewesen sein, ehe Regisseur und Drehbuchautoren ersetzt wurden und es viele Nachdrehs gab, um die Atmosphäre aufzulockern. Kommt euch das bekannt vor? Genau die gleichen Neuigkeiten gab es auch zu Suicide Squad und wir wissen alle, wohin das geführt hat…
Rogue One stellt gleich von Anfang an klar, ein neuer Film zu sein und nicht in die Reihe zu gehören. Denn statt des bekannten Rolltextes zu Anfang, der Zuschauer über alle wichtigen Informationen vorab informiert, wird gleich in die erste Szene gesprungen, in der Jyn Erso vor dem Imperium flieht, als diese ihren Vater als Chefingenieur abholen. Hat erst einmal lediglich den Effekt, dass der übliche Gänsehautmoment fehlt und der Zuschauer etwas desorientiert vor den neuen Charakteren sitzt und sie nicht so recht einordnen kann. Wenige Minuten später gibt es auch schon den ersten Zeitsprung und man lernt die inzwischen erwachsene Jyn Erso kennen. Sie ist durch krimineller Machenschaften in einem Gefängnis, aus dem sie von den Rebellen befreit wird. Man erfährt, dass es einen desertierten Imperiums-Piloten gibt, der eine wichtige Nachricht von Ersos Vater hat, und, dass sich eine Rebellengruppe um Ersos Ziehvater abgespalten hat und den Piloten gefangen hält. Jyn Erso soll nun also die Botschaft holen und muss im Anschluss noch ein weiteres Abenteuer bestehen. Unterstützt wird sie dabei von dem Rebellen Cassian Andor und dem Droiden K2SO unterstützt. Unterwegs treffen sie noch auf weitere neue Mitstreiter und mutieren so zu einem sehr heterogenen Haufen von Rebellen.
Viele Köche verderben den Brei und so merkt man auch Rogue One wieder an, wo die eigentliche Intention lag und an welchen Stellen wieder zu viel am Film herumgedoktert wurde. Denn die erste Hälfte des Films ist voller Charaktere, die nicht richtig vorgestellt worden und somit ziemlich schnell in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Wirkliche Sympathie wird nur zum Droiden K2SO aufgebaut, der damit in die Fußstapfen R2D2s und BB8s tritt. Diese Hektik von einer Rebellengruppe zur anderen, wobei eine dem Wahnsinn halb verfallen scheint, wirkt sehr stark inszeniert und will einfach nicht in das bekannte Star Wars Universum passen. Erst ab der zweiten Hälfte, die uns den zunächst beachsichtigten düsteren Kriegsfilm bringt, steigt die Spannung und das Interesse an den Charakteren wieder und wir erleben wirklich eine gut inszenierte Schlacht im Weltall. Darüber hinaus gibt es am Ende eine sehr gelungene Überleitung zu Episode IV, was wieder die Fanherzen höher schlagen ließ. So geht man am Ende aus dem Kinosaal und fühlt sich erfüllt von der guten Action und der tollen Schlachtmomente, bis einem wieder einfällt, dass es eine erste Hälfte gab und man verzweifelt überlegt, worum es da noch einmal ging.
Die schauspielerischen Leistungen des Films bleiben leider überschaubar, es gibt keine Leistung, die irgendwo heraussticht. Felicity Jones als Jyn Erso hat sich nach Collide und Inferno anscheinend wieder auf ihr eigentliches Talent besonnen, schafft es aber doch nicht ihre Rolle völlig überzeugend zu spielen. Auch Mads Mikkelsen, der zu Recht derzeit ein sehr gefragter Schauspieler ist, bringt nicht sein ganzes Talent zum Vorschein. Zu seiner Verteidigung muss man aber auch sagen, dass ihm dafür auch kein Raum gelassen wird. So spielt er schon, wie in Marvels Doctor Strange, seine Rolle souverän, verschenkt aber sein Talent.

Alles in allem hätte die Grundstimmung der zweiten Hälfte schon in der ersten greifen müssen, damit ein wirklich runder Film entsteht. Bitte Disney, vertraue demnächst deinen Regisseuren, die Fans werden es dir danken! Für die trotzdem recht gute Leistung gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Deepwater Horizon

Am 24.11.2016 erschien ein Film über die Ereignisse auf der Ölplattform Deepwater Horizon in den deutschen Kinos.

Durch Verzug im Dienstplan und Leistungsdruck der geldgebenden Firma BP werden auf der Deepwater Horizon die nötigen Kontrollen nicht genau durchgeführt. Doch kurz darauf tritt Öl aus und löst eine Kettenreaktion aus. Die Mitarbeiter auf der Deepwater Horizon müssen von nun an um ihr Leben kämpfen.

Am 20.04.2010 kam es zu einer Katastrophe, die zu nächst 11 Menschen das Leben kostete und im Nachhinein unzähligen Tieren. Das ausgetretene Öl sorgte für eine der größten Naturkatastrophen der Neuzeit. Doch wie kam es überhaupt zu dieser Katastrophe und wie haben es die Mitarbeiter vor Ort erlebt? Deepwater Horizon beschäftigt sich genau mit diesen Fragen. Auch hier ist, wie auch schon bei Sully, der Ausgang durch die Medien bekannt. Darum wurde auch hier das Augenmerk auf die menschliche Seite gelegt. Auf die Mitarbeiter, die gerade vor Ort waren und wie sie um ihr Überleben kämpfen mussten.
Zu Beginn lernt der Zuschauer Mike Williams kennen, den Cheftechniker, wie er zu Hause mit seiner Familie frühstückt und seine Tochter ganz stolz von ihrem Schulreferat über seine Arbeit erzählt. Als nächstes wird Andrea Fleytas vorgestellt, die Probleme mit ihrem Auto hat. Das führt dazu, dass der Zuschauer sich zunächst mit den ganz normalen Alltagsproblemen der Charaktere identifizieren kann und sie nicht nur als namen- und charakterlose Mitarbeiter auf der Deepwater Horizon sieht. Dann geht es auch schon per Hubschrauber auf die Bohrinsel. Auf dem Flug und in den ersten Szenen auf der Deepwater werden auch noch die übrigen wichtigen Charaktere vorgestellt. So auch Donald Vidrine, dem Vorstandsvorsitzenden von BP. Da die Crew der Deepwater 43 Tage hinter dem Zeitplan liegt und dies BP viel Geld kostet, ordnet Vidrine an, die nötigen Sicherheitstests abzukürzen. Bereits zu diesem Zeitpunkt merkt der Zuschauer, dass etwas nicht stimmen kann, denn die Kamera fährt immer wieder an dem Bohrer entlang und sieht kleine Löcher, die nicht gewartet wurden. Auf Drängen von Vidrine stimmt Jimmy Harrel, Chef der Deepwater, zu, nur einen kleinen Test durchzuführen, der jedoch kein eindeutiges Ergebnis liefert. Es kommt, wie es kommen musste, und Öl und Ölschlamm sprudeln aus allen Löchern und verletzen dabei die ersten Mitarbeiter. Ab hier wird in den Panikmodus umgeschaltet und der Zuschauer fiebert nun mit den Charakteren um deren Überleben. Die Rettungsbote sind schnell überfüllt und durch eine Kettenreaktion verschärft sich die Lage an Bord immer mehr.
Durch eine gute Einführung der Charaktere ist ein Mitfiebern während des großen Showdowns unausweichlich. Die Spannungskurve wird aber schon am Anfang hochgetrieben, da man als Zuschauer ständig die Anzeichen der Katastrophe gezeigt bekommt, aber trotzdem hilflos mit ansieht, wie die Mitarbeiter nur bedingt etwas merken und reagieren können. Nach Beginn der Katastrophe steigt die Spannungskurve noch einmal rasant an und bleibt bis zum Abspann bestehen. Durch die Spiellänge von 107 Minuten wird genau die richtige Länge gewählt, um die Geschichte zu erzählen. Es entstehen an keiner Stelle Längen, es wird sich aber die benötigte Zeit genommen, um alle wichtigen Charaktere vorzustellen.
Als Kritikpunkt ist die klare Abtrennung von Gut und Böse zu nennen. Die Mitarbeiter der Deepwater Horizon sind ganz klar die Guten, die ihre Arbeit stets gut machen und auch alle Tests richtig durchgeführt hätten. BP und allen voran Vidrine sind die Bösen, die nur auf das Geld und nicht auf die Sicherheit geachtet haben. Natürlich kann dies durchaus der Realität entsprechen, aber es hätte vielleicht nicht so strikt dargestellt werden müssen, sondern mit ein paar Nuancen. Letztendlich nimmt dies aber keinen großen Spielraum ein, weil die Schuldfrage im Film nicht diskutiert wurde, sondern dem Zuschauer die Inspiration gelassen wird.
Der Film konzentriert sich wirklich allein auf das Geschehen an Bord und das Schicksal der Mitarbeiter. Einzige Verbindung auf das Festland ist zu Williams Frau, die kurz vorher noch mit ihrem Mann einen Videochat führte und nun im Fernsehen die ersten Bilder mit ansehen muss und unter keiner der Notfallnummern, die ihr Mann ihr gab, bekommt sie eine genauere Auskunft. So sieht man die Ereignisse praktisch, wie man sie selbst gesehn hat: in den Nachrichten, aber trotzdem vor dem Hintergrund, dass man selbst wahrscheinlich wenig Bezug zu den Mitarbeitern hatte.
Abschließend ist zu sagen, dass der Film die Sicht auf die Ereignisse noch einmal geändert hat. Denn vorher bekam man nur mit, dass es eine Katastrophe auf der Deepwater Horizon gab und die anschließenden Folgen durch das Auslaufen des Öls. Die menschliche Seite und das Menschen dort an Bord waren und um ihr Leben gekämpft haben, ist vorher wenig beleuchtet worden. Der Abspann lässt einen mit gemischten Gefühlen zurück. Denn zum einen wurden noch einmal alle Mitarbeiter gezeigt, die an Bord ihr Leben verloren haben. Zum anderen wurden auch ein paar Informationen zu dem Gerichtsverlauf gegen BP eingeblendet.

Alles in allem ein spannender und gut gemachter Film, der noch einmal den Blick auf die Katastrophe ändert. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Underworld – Blood Wars

Am 01.12.2016 erschien der inzwischen fünfte Teil der Underworld-Reihe in den deutschen Kinos.

Selene hat ihre Tochter Eve zurückgelassen und ihr versprochen nie nach ihr zu suchen, um sie nicht in Gefahr zu bringen. Nun wird sie sowohl von Vampiren als auch von Lykanern gejagt. Schließlich schafft es David sie aufzutreiben und zu überreden den Vampiren zu helfen. Denn die Lykaner haben sich das erste Mal seit Lucian wieder richtig organisiert, um ihren neuen Anführer Marius.

2003 erschien der erste Teil der Underworld-Reihe in den deutschen Kinos. Dort lernten wir zum ersten Mal die Todeshändlerin Selene kennen und erfuhren von einem jahrhundertealten Kampf zwischen Vampiren und Lykanern – einer weitentwickelten Form der Werwölfe, deren Verwandlung nicht mehr vom Mond abhängig ist. 2006 erschien dann die Fortsetzung Evolution, der schon deutlich schwächer war als der erste Teil, aber trotzdem noch ein guter Genre-Film war. 2009 lief dann der dritte Teil Aufstand der Lykaner in den Kinos, der ein Prequel zum ersten Teil darstellte und mit der Leistung des ersten Teils mithalten konnte. Soweit so gut, die Handlung schien abgeschlossen, man hatte noch ein schönes Prequel dazu gebaut und so eine Trilogie erschaffen. Fans waren zufrieden. Dann kam das Jahr 2012 und der nicht erwartete vierte Teil lief in den Kinos an. Unter dem Namen Awakening setzte er 12 Jahre nach der Handlung von Evolution an und warf alles bisher erarbeitete auf einen großen Haufen, schüttete Kerosin drauf und tanzte lachend um das Feuer. Die Handlung war abstrus, bis auf die Protagonistin Selene war niemand mehr vom ursprünglichen Cast vorhanden und trotz einiger guter Castingentscheidungen mit Theo James, Michael Ealy und allen voran Charles Dance konnte der Film nicht mehr gerettet werden. Die in drei Filmen mühsam aufgebaute Geschichte von einem jahrhundertealten Krieg war vergessen und stattdessen hatten auf einmal die Menschen das Ruder in der Hand. Awakening passte einfach nicht ins Schema und wird von Fans bis heute verschmäht.
Umso größer war die Überraschung, als in diesem Jahr ein fünfter Underworld-Teil angekündigt wurde. Aber nach dem ersten Trailer kam die Ernüchterung, sah der Trailer doch schon genauso schlecht aus, wie der damalige von Awakening. Trotzdem trieb es mich als eigentlich sehr großen Underworld-Fan ins Kino. Auf das schlimmste gefasst und mit einer sehr geringen Erwartungshaltung, um auch ja nicht wieder enttäuscht zu werden, saß ich im Kino und muss sagen: ich bin sehr positiv überrascht worden!
Underworld – Blood Wars hat nämlich vor allem eins: aus der schlechten Kritik Awakenings gelernt. So gab es eine komplette Kehrtwende, die Menschen wurden wieder außer Acht gelassen und die Geschichte und Handlungsstränge der ursprünglichen Trilogie wurden wieder aufgegriffen und weitergesponnen. Natürlich konnten sie nicht alle Geschenisse und Charaktere Awakenings ungeschehen machen und bauten daher diese auch teilweise wieder mit ein, entfernten aber die nervigsten Parts. So gibt es nun endlich wieder einen Vampirorden und es wurde sich wieder auf die alte Blutfehde konzentriert. Trotzdem ist der Film nicht ganz rund geworden. Vor allem wurde sich an vielen Stellen wieder des ersten Teils bedient. So gibt es praktisch einen Victor als Ältesten, der die angedrohte Bedrohung nicht ernst nimmt, und es gibt wieder eine neue Intrige innerhalb der Mauern des Ordens, wie seinerzeit Kraven. Auch gibt es wieder einen neuen Anführer der Lykaner, Marius, der damit Lucien beerbt. Durch die neuen Charaktere wird versucht trotzdem neuen Schwung in die Sache zu bringen und mitunter waren auch wirklich gute und erfrischende Ideen dabei.
Der größte Kritikpunkt des Films dürfte aber die sehr schwache Tonmischung sein, bzw die völlig übertriebene Tonmischung. Denn praktisch jeder Schlag wird mit einer Geräuschkulisse begleitet, die einem nicht selten das Lachen ins Gesicht holt, anstatt Spannung zu erzeugen. Das übertriebene Gegenteil dazu sind die Szenen, wenn zwei Charaktere kurz vor einem Zweikampf stehen und auf einmal alle anderen Geräusche ausgeblendet werden und man nur noch ihr Atmen hört. Was das bezwecken soll, außer einen Lachanfall im Publikum auszulösen, ist mir unbegreiflich.
Die schauspielerischen Leistungen sind auch hier weder grundsolide, stechen aber auch nicht weiter heraus. Am überzeugendsten spielte hier noch Charles Dance seine Rolle als Thomas, wobei er eigentlich wieder den Tywin Lennister aus Game of Thrones spielte, nur mit cooleren Klamotten.
Die Spannungskurve wird versucht hoch anzusetzen, sie bleibt aber durch viele vorhersehbare Handlungen – da die meisten Stränge dem ersten Teil gleichen – auf einer überschaubaren Höhe. Trotzdem gab es keinen Punkt an dem sich der Zuschauer vollständig gelangweilt hätte und durch die überschaubare Spielzeit von 91 Minuten konnten keine Längen entstehen.
Als Fan bleibt nun nur die Hoffnung bestehen, dass die Reihen nun endgültig beendet ist, denn nun dürfte wirklich lles erzählt sein.

Alles in allem mach Underworld – Blood Wars wieder vieles richtig und dürfte die Fangemeinde damit besänftigt hben, schafft es aber trotzdem nicht die Reihe zur alten Größe zurük zu helfen. Da die positive Überraschung und trotzdem nicht übersehbare Kritikpunkte hier die Waage halten, gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Kurzkritiken: Nice Guys, Ben Hur und Sausage Party

Hallo ihr Lieben,
bei der Zusammentragung der Filme des Jahres für meinen Jahresrückblick fiel mir doch tatsächlich auf, dass ich über drei Filme gar keine Kritik geschrieben habe. Teilweise weil ich die Kritik schwierig fand und immer weiter vor mir herschob und teilweise weil ich sie einfach auf meiner Liste übersehen habe. Daher möchte ich die Kritiken nun noch in Kurzform nachholen.

The Nice Guys

Am 02.06.2016 erschien die Komödie über den Knochenbrecher Jackson Healy, verkörpert von Russel Crowe, und Privatdetektiv Holland March, verkörpert von Ryan Gosling, in den deutschen Kinos. Diese treffen durch Zufall in einem Fall aufeinander und müssen sich nun trotz sehr unterschiedlicher Charaktere zusammenarbeiten. Leider entstand zwischen Crowe und Gosling überhaupt keine Chemie und auch die Figuren arbeiten eher weiterhin selbstständig als wirklich zusammen. Die Gags belaufen sich fast ausschließlich auf das Ungeschick von March, was ihm immer wieder Verletzungen einbringt. Auch seine Tochter, die ihn als einen Versager sieht und daher immer wieder versucht zu helfen, ist kein Gewinn für den Film. So zünden die meisten Gags beim Publikum einfach nicht, was immer ein schlechtes Zeichen für eine Komödie ist. Da die Charaktere wenig Sympathiepunkte ergattern, ist auch die Spannung sehr gering, da einem der Ausgang für die Charaktere ziemlich egal ist.

Alles in allem leider ein Flop. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Ben-Hur

Am 01.09.2016 erschien ein Film, der in große Fußstapfen trat, in den deutschen Kinos. Die Verfilmung von 1959 gewann als erster Film 11 Oscars und teilt sich den Rang nur mit Titanic und Herr der Ringe 3. Der große Aufschrei kam mit dem ersten Trailer, warum Ben-Hur denn ein Remake brauche. Das auch die Version von 1959 bereits ein Remake war, wurde in den Diskussion nicht erwähnt (das Original lief 1925 in den Kinos). Die Geschichte des Ben-Hur, der von seinem Freund Messala verraten wurde und als Sklave auf einer Galeere endet, und seine Rache in einem Wagerennen sucht, ist wohlbekannt. Sie wurde nicht modernisiert, sondern einfach nur stark verkürzt. Für das jüngere Publikum, dem das Original unbekannt ist, ist der neue Film eine schöne Alternative, aber eben auch nicht mehr.
Ben-Hur liefert eine solide Leistung ab und kann nicht als schlechter Film bezeichnet werden, bereichert aber die Filmlandschaft auch nicht. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Sausage Party

Am 06.10.2016 erschien ein Film, der unser Essen lebendig machte und deren Grauen durch unseren Konsum darstellte, in den deutschen Kinos. Während der Trailer zu Sausage Party sehr lustig aussahen, ergab sich schnell die Frage, wie man aus dem Material einen ganzen Film machen konnte. Spätestens nachdem man sich die Macher um Seth Rogen ansah, usste man, dass die Antwort in schlechten Witzen und vieler perverser Anspielungen lag. Und so startete Sausage Party mit einer interessanten Grundidee und einigen guten Ansätzen, verlief sich aber schnell in der erwarteten Perversität und vielen schlechten Witzen, die im Publikum nicht so richtig zünden wollten. Zwischendurch wurden viele Andeutungen auf verschiedene bekannte Filme der Filmgeschichte gemacht, die wiederum gut waren und wenigstens ein paar Lacher einbrachten. Leider wurde neben der Haupthandlung auch wieder eine Nebenhandlung eingebaut, die wenig Aussage hatte und eher nervtötend war. Abschließend ist zu sagen, dass Sausage Party kein Niveau hat, aber wenn man mit der Einstellung ins Kino geht, enttäuscht der Film nicht und wenn man sich auf das nicht vorhandene Niveau einlässt, dann kann der Film auch Spaß machen. Trotzdem gibt es nur 04 von 10 möglichen Punkten.

Sully

Am 01.12.2016 erschien die Verfilmung über die Notlandung auf dem Hudson River 2009 in den deutschen Kinos.

Captain Sullenberger stieg am 15.01.2009 in sein Cockpit. Doch nach Vogelschlag fallen beide Triebwerke aus und er ist gezwungen eine Notlandung auf dem eisigen Hudson River zu vollbringen. Hinterher wird er von den Medien als Held gefeiert, doch die Untersuchungskommision ist der Ansicht, dass Sullenberger die gefährlichste Variante gewählt hat und damit 155 Menschen an Bord in unnötige Gefahr brachte.

Das Jahr 2016 scheint wieder einmal vollgepackt zu sein mit Verfilmungen realer Ereignisse. Doch ob nun Snowden, Deepwater Horizon oder zuletzt Sully: bei allen Filmen war das Ende bereits durch die Medien sehr genau bekannt. Und so mussten sich die Drehbuchschreiber etwas neues ausdenken. Bei Snowden war es beispielsweise die persönliche Komponente, die bei allen Diskussionen und bei der großen Enthüllungsdokumentation komplett außer Acht gelassen wurde.
Auch Sully versucht neben der Erzählung der Geschehnisse eine menschliche Komponente einzubauen und wird hauptsächlich nach der Notlandung auf dem Hudson River erzählt. Die Erzählung basiert hauptsächlich auf dem Buch von Captain Sullenberger „Man muss kein Held sein“ und bietet daher viel Material aus dem innersten des Captains. Wir lernen zunächst Captain Sullenberger – kurz Sully – kennen, der noch mit den Nachwirkungen der Notlandung zu kämpfen hat. Er träumt schlecht, wird von den Medien umringt und hinterfragt sein Handeln selbst. War es wirklich die richtige Entscheidung die waghalsige Landung auf dem Hudson zu wagen, oder hätte er doch einen naheliegenden Flughafen erreichen können? Kurz darauf lernen wir seinen Co-Piloten Jeff Skiles kennen, der sich mit ähnlichen Fragen befasst, aber ungetrübt aller Gedanken der Ansicht ist, dass Sully ihm das Leben gerettet hat. Nur leider ist der Untersuchungsausschuss anderer Ansicht. Schnell haben die die Vorfälle digital nachgespielt und sind der Ansicht, dass das Erreichen zweier Flughäfen durchaus im möglichen lag. Gleichzeitig wird die Behauptung in die Runde geworfen, dass nur eins von zwei Triebwerken ausfiel und nicht beide, wie Sully und Skiles behaupten. Geschockt von der Aussicht, dass durch die Ergebnisse der Untersuchung beide Karrieren vor dem Aus stehen, obwohl sie ihrer Ansicht nach richtig handeln, müssen beide nun ihr Handeln weiter hinterfragen.
Sully wird nicht chronologisch erzählt, sondern beginnt bereits nach der Notlandung. Erzählt wird von diesem Zeitpunkt bis zum Ende der Untersuchung chronologisch. Unterbrochen wird die Handlung mit drei Rückblenden der Ereignisse. Einmal aus der Sicht der Passagiere und Flugbegleiterinnen, einmal aus der Sicht eines Mitarbeiters des Towers, der versuchte auf allen möglichen Flughäfen freie Landebahnen zu bekommen und ganz am Ende aus Sicht von Sully und Skiles. So waren die Ereignisse zwar bekannt, aber man bekam sie aus allen Sichtweisen einmal erzählt. Der Großteil der Handlung wird aber komplett aus Sullys Sicht erzählt und beschreibt seinen inneren Konflikt und seine Selbstzweifel, ob er wirklich die richtige Entscheidung getroffen hat. Er wird hin- und hergerissen zwischen den Medienberichten und -interviews, die ihn als Helden sehen, was er so nicht unterschreiben möchte, schließlich habe er nur seinen Job gemacht, sowie alle anderen Beteiligten auch, und dem Untersuchungsausschuss, die ihm sehr schnell menschliches Versagen unterstellen wollen. So nimmt sich der Film viel Zeit den Geschehnissen eine menschliche Komponente hinzuzufügen und zu zeigen, dass trotz des Überlebens nicht sofort alles in Wohlgefallen endet. Das Sully trotz seiner Selbstzweifel und Albträume sich auch noch sehr ernstzunehmender Kritik aussetzen muss.
Spannungstechnisch hatte es Sully nicht einfach. Denn der Ausgang der Notlandung selbst ist durch die allgemeinen Medienberichte den meisten Zuschauer bekannt. Für alle, denen es entfallen ist, wird es gleich zu Anfang aufgelöst, womit sich der Film leider ein Eigentor schießt. Daher versucht Sully gar nicht erst, die Notlandung selbst als das Spannungstragende Element zu etablieren, sondern konzentriert sich auf die Handlung nach den Geschenissen. Während die Verhandlungen mit dem Untersuchungsausschuss den Spannungsgrad heben und es durchaus interessant ist Sullys innere Zerissenheit darzustellen, wird hier leider ein zu hoher Wert gelegt, so dass trotz einer kurzen Spielzeit von 96 Minuten, trotzdem mitunter Längen entstehen.
Auch werden zwischendurch Szenen, vermutlich aus Sullys Jugend, eingeblendet, die aber weder eine Aussage über seinen Charakter treffen, noch in irgendeinerweise die Handlung bereichern oder vorantreiben. Daher sind diese komplett überflüssig und strecken den Film unnötig um ein paar Minuten. Außerdem werden mitunter Themen angesprochen, wie beispielsweise, dass Sully familiäre Probleme haben könnte, die weder verneint noch genauer beleuchtet werden und daher auch überflüssig sind.
Sully endet mit der Hauptverhandlung über sein angeblich menschliches Versagen. Hier steigt die Spannungskurve noch einmal an, denn dieser Teil wurde in den Medien nur wenig genannt. Leider werden hier ganz am Ende noch einmal ein paar heroisierende Reden gehalten, die nicht zum Grundton des Films passen. Schön zu sehen ist hingegen, dass im Abspann noch einmal die Überlebenden eingeblendet werden, die ihre Sitznummer nennen. So geht man aus dem Kino und macht sich noch einmal bewusst, dass die Ereignisse des Film wirklich passiert sind und das reale Menschen dahinter stecken.
Tom Hanks übernimmt die Rolle des Captain Sullenbergers und spielt die Rolle mit gewohnter Souveränität. Auch die anderen schauspielerischen Leistungen waren sehr souverän, wobei keine genauer hervorstach.

Alles in allem hat Sully ein paar Schwächen in der Umsetzung und kämpft mit dem Problem, dass das Ende bekannt ist. Trotzdem wurde ein interessanter Ansatz gefunden, der aber mit leichten Mängeln umgesetzt wurde. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Angelfall – Nacht ohne Morgen

Beim Stöbern durch andere Blogs (ich hab vergessen, bei wem ich das Buch gefunden habe… Schande über mich), fiel mir dieses Buch ins Auge und veranlasste mich, es mir sogleich zuzulegen.
Penryn lebt in einer postapokalyptischen Welt, in der Engel die Welt in Schutt und Asche gelegt haben, und nun über die Welt herrschen und die Menschen als minderwertige Affen oder Sklaven ansehen. Bei dem Versuch ihre verrückte Mutter und ihre an den Rollstuhl gefesselte Schwester Paige in Sicherheit zu bringen, werden sie in einen Kampf zwischen Engeln verwickelt. Die Mutter kann fliehen, Paige wird entführt und Penryn bleibt mit einem Engel mit abgeschlagenen Flügeln zurück. Weniger aus Mitleid als vielmehr in der Hoffnung, dass dieser sie zu ihrer Schwester führen kann, hilft sie dem Engel. Doch der Weg durch das zerstörte San Francisco ist voller Gefahren.
Angelfall – Nacht ohne Morgen ist der Auftakt zu einer neuen Reihe der Autorin Susan Ee. Der zweite Teil soll im Januar erscheinen. Der Leser wird ohne Vorwarnung mitten ins Geschehen geworfen, es gibt keine Einführung und keiner Erklärung, was passiert ist. Wir lernen sofort Penryn und ihre Familie kennen, die sich noch in ihrer Wohnung verstecken. Man erfährt in Nebensätzen, dass wohl Engel auf die Erde gekommen sind, um diese in Schutt und Asche zu legen. Dadurch bleiben zunächst viele Fragen offen und so startet das Lesen ein wenig unbefriedigend. Gerade die ersten 20 Seiten ziehen sich dadurch nur so dahin und richtiges Lesevergnügen kommt zunächst nicht auf. Dies ändert sich ab dem ersten großen Kampf, bei dem Penryns Mutter flieht, ihre Schwester Paige, die an den
Rollstuhl gefesselt ist, von den Engeln entführt wird, und Penryn allein mit einem Engel zurück bleibt. Diesem wurde jedoch die Flügel abgeschlagen. Doch in ihm sieht Penryn die einzige Chance ihre Schwester wiederzufinden und das ist alles, an was sie denken kann. Also sucht sie mit ihm ein vorerst sicheres Versteck und versucht Nahrung für beide zu finden und ihn daran zu hindern zu verbluten. Der Engel ohne Flügel stellt sich als Raffe vor, braucht aber ein paar Tage, um wieder zu Kräften zu kommen. Da er ohne seine Flügel sehr hilflos ist, verbündet er sich mit Penryn und verspricht sie zu dem Engelhorst zu bringen, wo sich höchstwahrscheinlich ihre Schwester aufhalten dürfte. Doch der Weg dahin ist lang und nicht ohne Gefahren.
Während die ersten 20 Seiten sich sehr ziehen, wird es ab da sehr schnell spannender. Und selbst als die Spannung im eigentlichen Sinne sich etwas zurückzieht, bleibt man gefesselt am Buch. Die Informationen über das, was passiert ist, bleiben zwar spärlich, aber trotzdem hofft man auf den nächsten Seiten mehr Informationen zu bekommen. Obwohl die Handlung ein bisschen zäh erzählt wird, bleibt man am Buch gefesselt. Das Ende ist zwar irgendwo schlüssig und rund, und vor allem mutig, weil es absolut unvorhersehbar kommt, lässt den
Leser aber doch etwas unbefriedigt zurück. Es ist zwar nur ein kleines offenes Ende, aber trotzdem scheint die Zeit bis zur Fortsetzung im Januar unvorstellbar lang. So hat Angelfall einen sehr schwachen Anfang, einen gelungenen Mittelteil und ein unbefriedigendes Ende.
Die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich und interessant gezeichnet. Die Protagonistin Penryn, aus deren Sicht das Buch erzählt wird, wird als recht starke Frau dargestellt, aber auch mit einer schlüssigen Begründung, warum sie zum Beispiel kämpfen kann und warum ihr Wille so stark ist. Auch ihre Intention ihre Schwester so dringend zu retten, ist glaubhaft begründet und wird nicht einfach als selbstverständlich vorausgesetzt. Damit geht Angelfall einen großen Schritt weiter, als vergleichbare Bücher des Genres. Raffe, der Engel, dem zum Anfang die Flügel abgeschlagen wurden, bleibt während des ganzen Buches ein bisschen undurchsichtig und seine Intention etwas zu tun, sehr verschwommen. Natürlich ist er irgendwo auf die Hilfe Penryns angewiesen ohne seine Flügel, aber trotzdem
scheint dies nicht immer der einzige Grund zu sein, zumal er sich in mehr Gefahren stürzt, als er müsste. Penryns Mutter (die das ganze Buch über keinen Namen bekommt) ist ein wiederkehrender Charakter, der zwar in den meisten Situationen sehr nervig ist, aber trotzdem sehr interessant charakterisiert wurde.
Alles in allem ein interessanter Gedanke Engel einmal als das Böse einzusetzen, aber die Umsetzung weist gerade in der Spannungskurve ein paar Lücken auf.

„Angelfall – Nacht ohne Morgen“ wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!