Avengers – Age of Ultron

Am 23.05.2015 war das dreijährige Warten auf eine Fortsetzung des Avengersfilms vorbei.

Kurz zur Story: Inspiriert durch die künstliche Intelligenz aus Lokis Zepter, entwickelt Tony Stark (Iron Man) zusammen mit Bruce Banner (Hulk) ebenfalls eine künstliche Intelligenz, die auf JARVIS Computersystem basiert. Sie soll eigentlich zum Schutz der Menschheit dienen, doch entwickelt sie schnell ein Eigenleben und entwickelt zudem einen Hass auf die Menschheit und seinen Schöpfer. Nun müssen die Avengers ihre bisher größte Aufgabe meistern und zugleich zeigen, dass sie untereinander weiterhin zusammen halten.

Jeder, der meinen Blog ein wenig verfolgt, weiß, dass ich ein riesengroßer Marvel-Fan bin. Der erste Avengersfilm gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Drei Jahre musste ich auf die Fortsetzung warten, nur um jetzt bitterlich enttäuscht zu werden. Gleich vorweg, vielleicht ist der Film gar nicht sooo schlecht, aber meine Erwartungen waren halt sehr hoch.

Die eigentliche Grundstory um Ultron ist gut durchdacht und auch gut umgesetzt. Aber dies hat Joss Whedon diesmal wohl nicht gereicht. An sich hat Whedon für seine bisherigen Werke meine absolute Bewunderung. Aber diesmal wollte er zu viel. Neben der Hauptstory, die an sich schon für einen Film mit Überlänge reicht, kamen noch angefangene und teilweise auch überflüssige Handlungsnebenstränge dazu, die absolut nicht in den Film passten, weder zeitlich noch thematisch. Es werden neue Charaktere eingeführt, diese aber auch zu wenig beleuchtet, so dass man sich mit ihnen nicht identifizieren konnte.
Aber eins nach dem anderen. Die Idee Whedons die Ängste der Charaktere einzuführen – herbeigeführt durch den neuen Charakter Scarlett Witch – ist an sich nicht schlecht, aber der Film scheint keine Zeit dafür zu haben, weswegen sie nur in einzelnen Traumsequenzen angesprochen werden. Dadurch scheint das Thema so wahllos in den Film geschnitten, ohne näher durchleuchtet zu werden oder irgendeinen großen Einfluss auf die Handlung zu haben.
Die Hintergrundgeschichte von Black Widow ist durchaus spannend. Die Erläuterung, wie sie zur eiskalten Killerin geworden ist, ist interessant, hätte aber gerne noch ein wenig genauer erzählt werden können. Dies aber im Zusammenhang mit einer absolut unpassenden Liebesgeschichte zu Bruce Banner (Hulk) zu erzählen, ist doch fragwürdig. Wieso muss in jedem Film immer mindestens eine Liebesgeschichte vorkommen? Für mich unbgefreiflich, weil es den Filmfluss zumindest bei Age of Ultron zerstört und auch nicht zu den Charakteren passen will. Black Widow ist zur eiskalten Killerin erzogen worden, da passt die Liebesgeschichte nicht dazu. Genauso wie bei Bruce, der mit seinen Agressionsbewältigungsproblemen genug beschäftigt ist. Und was ist aus Betty Ross geworden? Bruces große Liebe aus den bisherigen Hulk-Filmen? Für mich eine absolut störende Nebenhandlung.
Fast noch störrender finde ich jedoch die Nebenhandlung mit Hawkeye und seiner Familie. Von einer eher vernichtenden Schlacht der Avengers wird in eine Familienidylle gehüpft, die einem eher das Gefühl gibt in einen anderen Film gehüpft zu sein. Hier wurde wertvolle Filmzeit geopfert, die besser in die Hauptstory investiert worden wäre, denn die kann man schnell mal aus den Augen verlieren.

Ansonsten bietet der Film alles, was man von einem Marvel-Film erwartet: Spannende Actionszenen und humorvolle Dialoge. Leider ist die Handlung so wirr und überladen, dass man gar nicht dazu kommt dies zu genießen.

Alles in allem bin ich von dem Film echt enttäuscht und selbst mit Marvelbonus schafft der Film nur 6 von 10 möglichen Punkten.

Big Eyes

Am 23.04.2015 präsentierte uns Tim Burton seinen neuen Film auf der deutschen Kinoleinwand.

Kurz zur Story: Als Frau hatte man es in den 50er Jahren nicht leicht. Das merkt auch Margaret als sie vor ihrem Ehemann wegläuft und versucht sich und ihre Tochter zu ernähren. Nebenbei malt sie und zwar Bilder von Kindern mit großen Augen. Walter Keane entdeckt sie und schnell entwickelt sich eine Beziehung zwischen den beiden und sie heiraten. Walter ist selbst Maler, aber nicht besonders erfolgreich. Doch mit Margarets Bildern, die er als seine ausgibt, baut er ein Imperium auf. Doch Margaret muss von nun an vor allen, selbst vor der eigenen Tochter, verheimlichen, dass sie die eigentliche Künstlerin ist.

Der Film basiert auf der wahren Lebensgeschichte von Margaret und Walter Keane. Daher tu ich mich immer etwas schwer die Handlung an sich zu kritisieren, denn den Drehbuchschreibern sind dabei immer etwas die Hände gebunden. Trotzdem ist die Geschichte sehr langsam erzählt und hat daher einige Längen, die man hätte einkürzen können. Auch ging dadurch das Hauptaugenmerk des Films verloren. Der Film baut sich 80-90 Minuten lang auf, um dann den Höhepunkt in 10 Minuten abzuhandeln. Stattdessen dreht sich der ganze Film nur um die Rolle der Margaret. „Soll ich ihn verlassen?“ und „Ich fühle mich nicht wohl, aber kann ich ohne ihn noch malen?“ sind die zentralen Fragen des Films, die bis ins kleinste Detail ausdiskutiert wurden. Und als sie endlich beantwortet wurden, dachte man der Film sei endlich vorbei. Aber nein, denn hier begann der eigentliche Höhepunkt des Films, den man nie erwartet hätte.
Christoph Waltz, der den Walter Keane verkörpert, präsentiert sich hier wieder von seiner besten Seite und zeigt wieder einmal, dass er ein begnadeter Schauspieler ist. Doch leider hebt es sich keinesfalls von seinen bekannten Rollen aus den Tarantino-Filmen ab und wirkt daher nur wie ein Abklatsch. „Christoph Waltz spielt Christoph Waltz“ hab ich mehr als einmal zu seiner Rolle gehört. Das ist schade, denn er ist in seiner Rolle wirklich gut, aber hier möchte es einfach nicht wirklich passen.
Amy Adams als Margaret Keane hingegen wirkt den ganzen Film hindurch blass. Gegen einen starken Christoph Waltz kommt sie den ganzen Film nicht an. Zwar ist ihre Rolle als Frau dem Mann des Filmes sowieso untergeordnet, aber trotzdem nimmt man sie teilweise als passiven Handlungsteilnehmer wahr, anstatt als Hauptfigur.

Alles in allem ist die Geschichte der Keanes faszinierend und hätte Material für einen wirklich spannenden Film geboten, leider wurde hier zu viel Augenmerk auf die falschen Aspekte gelegt, was für mich nur 04 von 10 möglichen Punkten bedeutet.

Dessau Dancers

Am 16.04.2015 erschien der deutsche Film über die Break-Dance-Bewegung in der DDR.

Kurz zur Story: 1985 erschien der amerikanische Film „Beatstreet“, wo es um die Hip-Hop und Breakdance Bewegung geht. Total fasziniert davon bildet sich eine Gruppe in der DDR, die ebenfalls auf offener Straße Break-Dance tanzen. Das gefällt den DDR-Funktionären aber gar nicht, weswegen sie versuchen mit dieser Gruppe den Breakdance zu sozialisieren.

Der Film ist ein absoluter Nischenfilm. Wer an der Geschichte der DDR interessiert ist oder die Breakdance-Bewegung der DDR miterlebt hat findet vielleicht Gefallen an diesem Film. Aber jedem anderen ist eindeutig abzuraten. Die Story ist kein bisschen packend, es werden Auftritte aneinander gereiht und selbst das Drama wird so lieblos erzählt, dass man kein bisschen mitfiebert.
Auch die Schauspielleistungen lassen gerade bei den jungen Leuten allesamt zu Wünschen übrig. Emotionen werden kaum bis gar nicht gezeigt, der Text wird auswenig gelernt aufgesagt, aber nicht interpretiert. Hier hätte man eindeutig talentiertere Nachwuchskräfte wählen können und auch welche, die Tanzerfahrungen haben. Denn selbst die Tanzszenen sind sehr leicht gehalten und schlecht durchchoreografiert. Für einen Tanzfilm eine ziemlich schlechte Leistung.
Die Charaktere werden im Film zwar immer anskizziert, aber haben selbst keinen Tiefgang, so dass man keine Beziehung zu ihnen aufbauen kann und auch größtenteils ihre Handlungen nicht nachvollziehen kann.
Der einzig lustige Part an dem Film ist, wenn die DDR Funktionäre versuchen englische Wörter auszusprechen.

Alles in allem allerhöchstens ein Nischenfilm, für alle anderen nicht zu empfehlen. Daher auch nur 02 von 10 möglichen Punkten.

Der kleine Tod

Am 09.04.2015 erschien die australische Komödie über verschiedene sexuelle Vorlieben.

Kurz zur Story: Fünf verschiedene Paare, die alle unterschiedliche sexuelle Vorlieben haben. Eine möchte gerne vergewaltigt werden, einer steigert sich in die Rollenspiele hinein, eine bekommt nur einen Orgasmus, wenn ihr Partner weint, sexuelle Erregung wenn die Partnerin schläft und ein Tauber, der gerne bei einer Sexhotline anrufen möchte.

Der Film ist voll mit bitterbösem Humor, der genau an den richtigen Stellen angesetzt ist. Die Handlung bietet nicht vorhersehbare Wendungen und die verschiedensten sexuellen Vorlieben.
Wer jedoch einen halben Porno erwartet, wird enttäuscht, denn Sexszenen an sich sind Seltenheit. Der Film beschäftigt sich eher mit den Mitteln, die herangezogen werden, um die Vorliebe zu erzeugen. Und gerade die erzeugen die bitterbösen aber doch sehr lustigen Momente.
Was mich an dem Film stört ist die ständige Unterstellung, dass eine sexuelle Vorliebe etwas schlechtes ist, dass man es vor seinem Partner verstecken muss. Selbst wenn die Charaktere unter Freunde sind, reden sie nicht offen, sondern verstricken sich in Lügen und Ausreden. Hier ist jedoch zwischen den einzelnen Paaren zu unterscheiden, denn das trifft nicht auf alle zu. Gerade Paar Nummer 1, wo sie sich wünscht, dass er sie vergewaltigt, und „Paar“ Nummer 5, der Taube der bei einer Sexhotline anrufen möchte. Beide Szenarien sind mit einer Liebe und Genauigkeit dargestellt, die berühren.

Alles in allem hat der Film seine Höhen und Tiefen, ist jetzt kein Meisterwerk der Filmgeschichte, aber ein interessanter Nischenfilm und erhält von mir 6 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im April 2015

Hallo ihr Lieben,
hier nun wieder die Liste der Filme, die ich leider verpasst habe zu sehen.

1) Best Exotic Marigold Hotel 2: Ich kenn den ersten Teil nicht, aber allein die Zusammensetzung des Casts macht Laune auf den Film. Judy Dench, Maggie Smith und Bill Nighy um nur ein paar zu nennen. Daher wird das wohl ‚mal ein Film, den ich mir an einem Regentag zu Hause ansehen werde.

2) Nur eine Stunde Ruhe: Michel Leproux will nichts weiter als sich an seinem freien Tag seine neu erworbene Schallplatte anzuhören. Doch er kommt einfach nicht dazu. Ich denke, es wird eine relativ kurze Komödie, die dadurch aber die Handlung genau auf den Punkt bringt.

Das war’s auch schon wieder mit meiner Liste und es folgen wieder meine Kritiken zu den Filmen, die ich gesehen habe.

Insurgent – Die Bestimmung

Am 19.03.15 erschien der zweite Teil der Reihe „Die Bestimmung“ mit Shailene Woodley in der Hauptrolle.

Kurz zur Story: Tris und Four sind zur Fraktion der Amite geflohen, nach der Revolte der Ken und der Ferox. Doch die Ferox suchen sie weiterhin. Sie fliehen weiter über die Candor bis zu den Fraktionslosen, wo sie eine unbekannte Größe und einen unbändigen Revolutionswillen finden. Gleichzeitig sucht Jeanine Matthews nach Tris, denn sie braucht eine starke Unbestimmte für ihre Machenschaften.

Ich bin ja ein rießen Fan der Bücher, wobei mich der zweite Teil schon nicht mehr so sehr geflasht hatte, wie der erste Teil. Das liegt vor allem daran, dass der zweite Teil schon vielmehr Konflikte innerhalb der Gruppe von Tris birgt. Es gibt viele Geheimnisse, die teilweise in endlosen Gedankengängen der Protagonistin ausgeführt wurden. Darin bestand nun die Schwierigkeit diese im Film umzusetzen. Doch dies wurde auch gar nicht erst versucht. Stattdessen wurde jede einzelne Szene auf dem Buch aufgegriffen, die man in minutenlange Actionszenen gestalten konnten. Dadurch wirkt der Filme wie eine Aneinanderreihung von Flucht, Kämpfen und actionlastige Traumsequenzen. Die Handlung an sich, Hintergrundinformationen und auch das Zwischenmenschliche bleibt dabei leider auf der Strecke.
Die Szenerie an sich ist gut gestaltet und der Film bleibt auch von Anfang bis Ende spannend. Vielleicht ist es in diesem Fall auch einfach nur ein Nachteil das Buch zu kennen. Die Schauspielleistungen waren wieder allesamt gut, wie schon im ersten Film.

Alles in allem bin ich von dem Film enttäuscht, denn das Buch hatte eindeutig mehr zu bieten. Daher erhält der Film nur 6 von 10 möglichen Punkten.

Kingsman – The Secret Service

Ebenfalls am 12.03.2015 erschien der neue Film von Matthew Vaugn in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Während eines Einsatzes wird Galahad, Mitglied der Kingsman, von einem Kollegen gerettet. Dieser stirbt dabei. Also übergibt Galahad der Familie ein Medaillon, mit einer Nummer für Notfälle. Jahre später ist Eggsy, der Sohn des Verstorbenen, in Schwierigkeiten und erinnert sich an das Medaillon. Er ruft auf der Nummer an und trifft wenig später auf Galahad. Dieser holt ihn nicht nur aus seinen Schwierigkeiten, sondern weiht ihn auch in das Geheimnis der Kingsman ein. Eggsy ist faszniert und bekommt seine Chance selbst ein Kingsman zu werden.

Ich bin absolut begeistert von dem Film! Er kombiniert die Eleganz von James Bond, die Härte und den Witz von John Wick und parodiert sich trotzdem teilweise selbst. Der Humor ist teilweise sehr subtil, was dem Film noch einen zusätzlichen Charme verleiht.
Die Figuren sind allesamt voller Liebe kreiert. Aber nur ein Film, der sich nicht ganz ernst nimmt, bringt es fertig einen Schurken zu präsentieren, der einen Sprachfehler hat und absolut kein Blut sehen kann. Samuel L. Jackson mit Sprachfehler ist allein schon ein Kinobesuch wert. Auch ansonsten ist der Cast sehr gut gewählt, allen voran Colin Firth, auf dem die Rolle genau zugeschrieben scheint. Die Handlung ist spannend und mitreißend und an den wenigsten Stellen vorhersehbar, was mittlerweile bei einem Actionfilm selten geworden ist.
Die Musik ist sehr gut komponiert. Auch in diesem Bereich schimmert einiges an Ironie durch, wenn ein fetziger Popsong während eines absoluten Gemetzels gespielt wird.

Alles in allem finde ich kaum Worte für die Brillianz des Films und empfehle daher jeden, sich sein eigenes Bild zu machen. Von mir erhält der Film 10 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst aber nicht vergessen 2014 – Teil 1

Hallo ihr Lieben,
bisher gab es bei mir immer das Format „Verpasst im …“, wo ich Filme aufzähle, die ich im jeweiligen Monat verpasst habe. Doch inzwischen gibt es eine gewisse Anzahl an Filmen aus diesem Format, die ich jetzt gesehen habe. Daher gibt es nun mein neues Format „Verpasst aber nicht vergessen“, in dem ich jetzt die ehemals verpassten Filme in Kurzform kritisiere.

1) Paddington: Der in der Weihnachtszeit erschienene Film mit dem sprechenden Bär hatte mich von Anfang an gelockt, weil ich Paddington-Bär noch aus meiner Kindheit kenne. Der Film ist voller Liebe, Humor, aber auch traurigen Momenten. Ein gelungener Film für groß und klein. Ich hatte vorab aber an die Figur höhere Erwartungen und war daher etwas enttäuscht. Daher gibt es von mir 7 von 10 möglichen Punkten.

2) Lucy: Scarlett Johannson als Lucy, die in einen schiefgelaufenen Drogendeal verwickelt wird und auf einmal immer mehr Kapazitäten ihres Gehirns nutzen kann. Ich war von der Grundidee begeistert, bin aber überhaupt kein Fan von Scarlett Joahnnson, weswegen ich mir den Film nicht im Kino angesehen habe. Bei der ersten Hälfte des Films bereue ich es etwas, weil die Handlung und das Ideenkonstrukt dahinter absolut faszinieren sind und die Bilder auf einer großen Leinwand noch etwas besser gewirkt hätten. Die zweite Hälfte des Film bestärkt mich jedoch in meiner Entscheidung. Was als gut durchdachtes Ideenkonstrukt begann wird mit jeder Sekunde abgedrehter und entfernt sich immer mehr von dem Vorstellbaren. Über Johannsons Darstellung lässt sich bestimmt streiten, mir hat sie aber absolut nicht gefallen. Hier hätte ich mir eine Schauspielerin mit einer stärkeren Ausdrucksweise gewünscht. Alles in allem erhält der Film leider nur 4 von 10 möglichen Punkten, obwohl das Potenzial definitiv da war.

3) Wir sind die Neuen: Ein deutscher Film über eine Senioren-WG, die im Disput liegt mit einer Studenten-WG. Auch an diesem Film hatte ich nach dem Trailer absolut hohe Erwartungen und bin leider enttäuscht worden. Zwar birgt der Film viele Thematiken, die kaum in anderen Filmen angesprochen werden, wie Altersarmut und die Überforderung der Studenten durch das Bachelor-System, jedoch stellt er die Konflikte lediglich da und geht nicht mit einer nötigen Tiefe an sie heran. Der Film hatte definitv mehr potenzial, aber trotzdem ist es ein Film, den ich mir definitiv noch öfter ansehen werde, einfach weil er unermüdlich an den Lebenswillen appeliert und mich genau an der richtigen Stelle berührt. Alles in allem aber leider nicht mehr als 3 von 10 möglichen Punkten.

4) About last night: Was als Komödie über zwei junge Männer, die zufällig zwei junge Frauen daten, die in einer WG leben und daher auch gut befreundet sind, angekündigt wurde, ist bisher für mich eine der größten Enttäuschungen des letzten Jahres. Der Film ist wenig lustig und erzählt eigentlich nur von einer Liebesgeschichte, die perfekt anfängt und dann ganz langsam und gemächlich auf das Ende hinsteuert, während die zweite Liebesgeschichte nur immer mal wieder angeschnitten wird und auch nichts Halbes und nichts Ganzes ist. Ich bin ein Fan von Michael Ealy, daher war der Film für mich noch ertragbar, aber daher reicht es auch nur für 2 von 10 möglichen Punkten.

5) Die Schadenfreundinnen: Der neue Film mit Cameron Diaz über einen gutaussehenden Mann, der seine Frau gleich mit zwei anderen Frauen betrügt und wie daraus sehr kurriose Freundschaften entstehen. Ich war absolut skeptisch dem Film gegenüber bin hier aber sehr positiv überrascht worden! Die Handlung ist teilweise so skurril, aber trotzdem so witzig, dass man bei dem Film nichts anders kann als gute Laune zu bekommen. Die Charaktere sind allesamt gut durchdacht und harmonieren in ihrer Disharmonie so gut zusammen, dass man sie alle ins Herz schließt. Defintive Filmempfehlung und verdiente 8 von 10 möglichen Punkten.

6) Her: Ein Joaquin Phoenix, der eine Beziehung zu seinem neuen Operativ System führt, hat mich von Anfang an interessiert und der Film ist auch wirklich gut umgesetzt, aber im Endeffekt leider doch einfach nicht mein Fall. Die Handlung baut sich ganz langsam auf und schöpft die Idee in allen Einzelheiten aus. Dies spricht zwar eindeutig für den Film in seinem Genre, aber leider nicht für mich als Zuschauer. Gerade gegen Ende verliert sich der Film auch ein wenig mit seiner Konzentration auf den Hauptcharakter Theodore Twombly und seiner gestörten Beziehung zu seinem OS und nimmt Kurs auf die verstörenden Gefühle des OS, was ich im Film als nicht angemessen empfinde. Alles in allem erhält der Film 5 von 10 möglichen Punkten von mir.

7) Philomena: Der Film über eine Frau, die ein uneheliches Kind bekam und dieses ihr daher weggenommen wurde, und welche sich Jahre später auf die Suche nach ihrem Sohn macht. Eine grandiose Darbietung von Judy Dench, die ich als Schauspielerin sehr schätze. Der Film bietet, was der Trailer verspricht (was selten geworden ist) und bietet ein Drama, das einen von der ersten bis zur letzten Sekunde mitfiebern lässt und einen mit immer neuen Richtungsänderungen bei der Handlung in Atem hält. Mal ist man erschüttert, dann wieder erheitert und dann zu Tränen gerührt. Der Film nimmt die Zuschauer mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle und erhält daher von mir 8 von 10 möglichen Punkten.

Soweit erst einmal, sobald ich wieder ein paar Filme von meiner Liste streichen konnte, folgt Teil 2 dieses Formats!

Die Trauzeugen-AG

Am 12. März 2015 erschien die neue Komödie mit Kevin Hart und Kaley Couco-Sweeting in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Doug Harris will heiraten. Sein Problem ist, dass er keine Freunde hat, seiner Verlobten aber vorgelogen hat 7 Trauzeugen zu haben. Also beauftragt er die Trauzeugen AG, geleitet von Jimmy Callahan. Doch selbst für ihn ist es fast unmöglich in nur zwei Wochen 7 Freunde aufzutreiben und diese auch noch auf ihre Geschichten zu trimmen, so dass sie Trauzeugen fähig werden.

 Nach dem Trailer war ich mir sehr unsicher, was den Humor des Filmes angeht. Ich bin kein Fan von dem „over-the-top“-Humor oder total abgedrehtem Fäkalhumor. Teilweise nutzt der Film leider genau diese Mittel, was den Filmgenuss schmälert. Ansonsten bietet der Film gut pointierten Humor gepaart mit einer lustigen Story.
Die Schauspielleistungen sind zwar alle nicht mehr als Durchschnitt, aber die Charaktere sind größtenteils durchdacht und auch sehr sympathisch gestaltet. Die Story an sich ist zwar bereits bekannt, aber hier trotzdem liebevoll wieder neu aufgearbeitet. Auch geht es in diesem Film mehr um Freundschaft als um die Liebe, weswegen sich der Film von anderen in der Richtung unterscheidet.
Der Film ist mit 102 Minuten eigentlich relativ kurz, aber trotzdem ziehen sich manche Szenen leider doch ewig. Und genau diese Szenen sind leider die mit zu viel „over-the-top“-Humor. Das hätte man wirklich reduzieren können.

Alles in allem ist der Film ein Gute-Laune-Macher, wenn man über ein paar Stellen hinwegsieht und bestens geeignet für jede Situation, in der man ein wenig Lachen möchte. Daher gibt es von mir 7 von 10 möglichen Punkten.

Still Alice

Am 05. März 2015 erschien das Drama für das Julianne Moore den Oscar als beste Hauptdarstellerin gewann.

Kurz zur Story: Die Howlands sind eine glückliche Familie. Alice Howland ist eine anerkannte Linguistin Anfang 50. Doch langsam merkt sie, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Sie verliert teilweise die Orientierung und vergisst bestimmte Wörter. Bei einer ärztlichen Untersuchung bekommt sie die Diagnose Alzheimer.

Ich hab mir den Film im Originalton angeguckt und das war definitiv gut, denn so kommen die Betonungen besonders gut zur Geltung. Julianne Moore hat den Oscar hier absolut verdient gewonnen. Von der ersten bis zur letzten Sekunde fühlt man sich mit Alice verbunden, leidet mit ihr, hofft und bangt mit ihr.
Auch die anderen Darsteller, allen voran Alec Baldwin, brillieren in ihren Rollen. Sogar Kristen Stewart wirkt diesmal nicht völlig fehl am Platz (hat aber auch eine wenig anspruchsvolle Rolle im Film).
Die Story ist von Anfang an mitreißend gestaltet. Man erfährt mit den Hauptcharakteren, dass etwas nicht stimmt, hört die Diagnose und sieht, wie Alice versucht mit der Diagnose zurecht zu kommen. Wenn sich der Alzheimer verschlimmert, häufen sich auch die Filmlücken. Man muss sich einiges selbst zusammenreimen, was den Film aber so glaubhaft macht.

Alles in allem ist der Film sehr liebevoll gestaltet und berührt einen sehr tief. Meine Augen sind definitiv nicht trocken geblieben und erhält daher von mir 10 von 10 möglichen Punkten.